Herbsthausen, Bad Mergentheim: kleiner Ort – große Geschichte

Dort, wo der selbstherrliche Turenne, Feldherr des noch selbstherrlicheren Sonnnenkönigs Ludwig XIV. die angeblich einzige Niederlage seiner fast fünfzigjährigen Militär-Laufbahn hinnehmen musste, liegt HERBSTHAUSEN.

Die Franzosen meiden und vermeiden den Namen mit der Schmach der Niederlage, indem sie euphemistisch von der “Bataille de Marienthal” sprechen, gemeint ist Mergentheim, heute Bad Mergentheim.

Was haben das winzige Herbsthausen, das heute Ortsteil der inzwischen Großen Kreisstadt Bad Mergentheim ist und die Mutterstadt an historischen Gemeinsamkeiten anzubieten?

Zweifellos: Große Geschichte!

Mergentheim war fast 300 Jahre lang die Residenz des Deutschen Ordens (bis zur Säkularisation).

Herbsthausen aber wurde durch eine Schlacht berühmt, in welcher Graf Mercy über Turennes Truppen triumphierte. 

Einiges aus den letzten 8 – 9 Jahrzehnten der Ortsgeschichte habe ich wachgerufen in einem Werk, wo es nicht nur um “Brunnen und Quellen” geht, sondern auch um Zeit- und Kulturgeschichte im Raum Mergentheim an der Tauber vom Mittelalter bis in unsere Tage.

Hier präsentiere ich einen Auszug daraus als Zitat, bescheidene Scans, die nicht das Buch ersetzen, aber einen ersten Einblick vermitteln sollen.

 

 

 

Da viele Ortschaften in Süddeutschland sehr alt sind, ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Gesamtgeschichte für den Historiker geradezu zwingend. Unschönes und Unerwünschtes darf nicht ausgeklammert werden. Geschichtsverfälschung vollzieht sich auch durch Verschweigen und Weglassen von Tatsachen und Phänomenen.

Aus diesen Gründen wurden in meiner Studie Aspekte angesprochen, die in die Zeit gehören, die für die damalige Zeit  typisch sind, auch wenn heute manches nicht gefällt, was die harmonistische Sicht der Dinge verhindert.

Erörtert habe ich deshalb auch Themen wie “Brunnenvergiftung”, “Hexenverfolgung”, “Leibeigenschaft”, Unfreiheit, Rechtlosigkeit, fehlende Menschen – und Grundrechte, hygienische und soziale Missstände etc. sowie heikle Themen der Geschichte wie “Bauernkrieg”, “Dreißigjähriger Krieg”  bis hin zum Schicksal  von Kaiser Wilhelm II. , dessen Wege auch ins Taubertal führten.

Der Makrosmos nationaler und weltgeschichtlicher Ereignisse spielgelt sich – nahezu compturtomographisch seziert – im Mikrokosmos kleiner Städte wie Mergentheim oder gar des winzigen und über Jahrhunderte demographisch entwicklungslosen Herbsthausen.

In Herbsthausen braut und trinkt man zudem ein hervorragendes Bier, obwohl Mergentheim im Taubertal auch als Weinort bekannt ist ( Markelsheim).

Ob das “flüssige Brot” der Herbsthäuser besser mundet als jenes Bier aus dem nahen Distelhausen, das ist eine Glaubensfrage, die der Historiker nur für sich entscheiden kann.

Voraussetzung für Wein und Bier jedenfalls ist das Lebenselixier “Wasser”, ohne das kein Leben, keine Entwicklung und letzendlich auch kein Genuss möglich ist. 

Aus diesem Grund enthält mein Werk auch einen würdigenden Exkurs zu dieser Thematik. Zwei weitere Beiträge externer Autoren zur Geologie der Region sowie zum Wasserschutz runden das Buch ab.

Dem Herbsthausen-Band vorausgegangen war das Werk über die historische Wasserversorgung in Bad Mergentheim – Markelsheim:

Fach-Rezension zur Buchserie “Brunnen und Quellen in Tauberfranken” Bd. I und II;

 A. Baur schrieb in der Fachzeitschrift “Wasserwirtschaft” Heft 9, 2006 ( zu beiden Bänden):

“Gibson, C.:
Brunnen und Quellen in Tauberfranken

Wesel-Verlag, Baden-Baden, 2005;
ISBN 3-00-17572-5 bzw. 3-00-015-136-2; 40 bzw. 132 Seiten;
€ 14.50 bzw. € 29,80

“Die beiden Bände zur Trinkwasserversorgung der Bad Mergentheimer Ortschaften Dörtel, Herbsthausen und Schönbühl und des Weinortes Markelsheim bringen viel neues und vermitteln dem Laien ebenso wie dem Fachmann zahlreiche Einzelaspekte und Details. In der Regel haben nur größere Städte die Geschichte ihrer Wasserversorgung erforscht und dokumentiert.

Der Schritt der Stadtwerke Bad Mergentheim, 1994 ähnliche Schritte zu gehen, wurde seinerzeit sehr beachtet und von der Fachwelt interessiert aufgenommen. Jetzt wird in dieser Studie der Einblick in eine noch kleinere Struktur gewagt, der vielleicht selten ist und deshalb Beachtung verdient. Dafür können themenspezifische Einblicke in die Wasserversorgung von kleinen Ortschaften, Besonderheiten, Erfindungsreichtum in Notzeiten und eine Fülle von aussagekräftigen Details gewonnen werden. Sachkompetente Exkurse auf die Bereiche der Geologie der Wasserversorgungstechnik akzentuieren die Wissenschaftlichkeit des Werkes. Einen weiteren Einblick widmet der Autor der Braukunst in der Region, indem er auf die Geschichte der Herbsthäuser Privatbrauerei eingeht. Beide Bände bestechen durch eine anspruchsvolle Gestaltung und ästhetische Ausstattung. Zahlreiche ausgezeichnete Bilder und Exponate, die alle aus Bad Mergentheimer Beständen stammen, wurden integriert. Der wertvolle Fundus des Deutschordensmuseums sowie des Stadtarchivs und der Ortschaften selbst wurde verwendet.

Dipl.-Ing. Albert Baur,
Verbandsdirektor a. D.,
Gerlingen”

(Ende des Zitats)

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