Buchautor und Bürgerrechtler Carl Gibson bezichtigt Herta Müller des literarischen Plagiats und der Täuschung der Öffentlichkeit – Presseinformation

Presseinformation : Plagiatsvorwurf Carl Gibsons gegen Herta Müller

Buchautor und Bürgerrechtler Carl Gibson bezichtigt Herta Müller des literarischen Plagiats und der Täuschung der Öffentlichkeit

http://www.fnweb.de/region/main-tauber/bad-mergentheim/carl-gibson-gegen-herta-muller-1.1251813

Pünktlich zur Vergabe der Nobelpreise in Stockholm und zur Eröffnung der Buchmesse 2013 in Frankfurt
erhebt der ehemalige Dissident und Buchautor Carl Gibson Plagiatsvorwürfe gegen Herta Müller.

Bad Mergentheim:
Wie aus den jüngsten Veröffentlichungen auf dem Blog des – ebenfalls aus dem rumänischen Banat stammenden – Autors und seinem jüngsten Rundschreiben an die Medien zu erfahren ist,
soll Herta Müller, die Nobelpreisträgerin für Literatur 2009, ihre seinerzeit im ZEIT-Magazin im Juli 2009 erstmals geschilderte
körperliche Securitate-Folter frei erfunden
und bei der literarischen Ausgestaltung aus Gibsons zweibändigem Erinnerungswerk
„Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur, 2008,
und – auszugsweise auch aus – „Allein in der Revolte. Eine Jugend im Banat“, vollständig 2013 erschienen,
abgeschrieben haben.

Herta Müller habe in ihrer fragwürdigen und unglaubwürdigen Folter-Darstellung einschneidende Ereignisse, Erfahrungen aus Carl Gibsons Biographie instrumentalisiert sowie zahlreiche essentielle Details aus dem Dissidentenleben und der antikommunistischen Opposition übernommen, namentlich Elemente eines authentischen Securitate-Verhörs und dieses und – mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Ereignis – angeblich erstmals als selbst erlebt geschildert.

Darüber hinaus seien Ideen, Konzeptionen, Stilmittel – bis hin zu vollständigen Hauptsatz-Aussagen – nachweislich auf Carl Gibsons Aufklärungswerk zurückzuführen.

Über das “Plagiat” hinausgehend
– durch die Vorspiegelung falscher Tatsachen, speziell der körperlichen Folter durch den rumänischen Geheimdienst, die reine Fiktion sei –
habe Herta Müller die bundesdeutsche und internationale Öffentlichkeit massiv getäuscht, nur um ihre Nobelpreisnominierung zu rechtfertigen.

In der im Internet und über Email jüngst verbreiteten Pressemitteilung Carl Gibsons heißt es:

„Herta Müller, Nobelpreisträgerin für Literatur 2009, schreibt seit Jahren aus meinem Werk ab.

Dabei werden die individuellen Securitate-Erfahrungen eines authentischen Opfers der kommunistischen Diktatur von Herta Müller als eigene Erlebnisse ausgegeben bzw. zu eigenen Zwecken belletristisch wie biographisch instrumentalisiert.

Inzwischen habe ich mich entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen und das – nach meiner Auffassung – offensichtliche literarische – “Plagiat“ zur Diskussion zu stellen.“

Carl Gibson verweist auf die bereits erfolgte Ankündigung der Plagiat-Debatte auf seinen Blogs u. a. unter:

https://carlgibsongermany.wordpress.com/2013/06/01/herta-muller-nur-mit-der-schere-unterwegs-zum-plagiat-beruhmte-collagen/

http://carl-gibson.blogspot.de/2013/08/wo-kupfert-herta-muller-ab.html

Eine kritische Auseinandersetzung mit Herta Müllers Behauptungen, sie sei vom rumänischen Geheimdienst Securitate verfolgt und physisch gefoltert worden, liefert Gibson auf nahezu hundert Seiten in dem Beitrag:

http://carl-gibson.blogspot.de/2013/05/herta-mullers-erfundene-securitate_18.html

Weitere Beiträge des seit Jahren einschlägig bekannten Herta Müller-Kritikers, der den Anspruch erhebt, die schwer zugängliche Materie aus Insider-Sicht überprüfbar aufzuklären, finden sich ebenfalls im Internet.

Carl Gibson, Gründer der ersten „Freien Gewerkschaft rumänischer Arbeiter SLOMR“ in Temeschburg, (Timisoara), im rumänischen Banat, langjähriger Dissident und während der Ceausescu-Diktatur ein halbes Jahr im kommunistischer Gefängnishaft,
appelliert an Ethos und Gewissen der freien Presse und fordert investigative Recherchen sowie eine kritische, unparteiliche Berichterstattung ein.

Es gelte,
„Politisch hochbrisantes Material zum Thema (erschlichener) Nobelpreis an Herta Müller – (inszenierte Verfolgung, politische Einflussnahme, Protektion durch Politik und Medien)“ aufzuarbeiten.”

Der Autor, Mitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in Baden-Württemberg, schreibt in seinem Rundschreiben:

„Nach jahrelangen Recherchen im In- und Ausland habe ich herausgefunden, dass die von politischen Kreisen (CDU/SPD) massiv geförderte, jedoch kontrovers diskutierte deutsche Nobelpreisträgerin für Literatur 2009 Herta Müller in zahlreichen Punkten die Unwahrheit gesagt hat.

Ihre „Verfolgung“ durch die „Securitate“ während der kommunistischen Diktatur in Rumänien ist frei erfunden. Die Nominierung für den Literatur- Nobelpreis wurden nach meiner Auffassung politisch forciert bzw. erschlichen – und dies bei rücksichtsloser Täuschung der internationalen Öffentlichkeit.

Vielfache Bemühungen um Richtigstellungen
– aus der Sicht eines ehemaligen Bürgerrechtlers, Zeitzeugen und konkreten Opfers der kommunistischen Diktatur Ceausescus –
wurden seinerzeit von der Konrad Adenauer-Stiftung der CDU bzw. von der Redaktion des Magazins DIE ZEIT willkürlich abgewürgt.
Eine öffentliche Debatte über die „moralische wie politische Integrität“ der Kandidatin, die eine Nobelpreisvergabe an Herta Müller unmöglich gemacht hätte, wurde so verhindert.

Zum Einstieg in die komplexe Materie (mit viel Erklärungsbedarf und Vorwissen)biete ich als ersten Einblick folgende Beiträge mit Thesen und Argumenten an:

https://carlgibsongermany.wordpress.com/2012/11/19/david-gegen-goliath-und-leviathan-erfahrungen-eines-dissidenten-mit-der-konrad-adenauer-stiftung-der-cdu-beim-kas-preis-an-herta-muller/

https://carlgibsongermany.wordpress.com/2012/11/22/die-saubere-zeit-und-der-schmutzige-journalismus-in-deutschland-offener-brief-an-die-herausgeber-des-magazins-die-zeit-zur/

https://carlgibsongermany.wordpress.com/2012/10/02/offener-brief-an-die-herausgeber-der-frankfurter-allgemeinen-zeitung-wie-halt-es-die-faz-mit-der-wahrheit/

Weiteres Material zur Thematik von grundsätzlicher Relevanz, inklusive einer differenzierten Beweisführung, stelle ich den Medien auch in schriftlicher Form zur Verfügung.

Was in diesem Fall seit 2004 (KAS-Literaturpreis an Herta Müller bzw. Nominierung ohne öffentliche Aussprache) an Verschleierung und Vertuschung erheblicher Tatsachen ablief, ist nach meiner Auffassung ein Skandal.

Die freie Presse muss endlich dagegen halten und einiges aufklären.

Die unheilige Allianz zwischen Kräften der CDU und der SPD bei der Durchsetzung einer Kandidatin mit fragwürdiger Vita aus Gründen der Staatsraison sollte nicht nur durchschaut, sondern auch im Sinne der Wahrheitsfindung öffentlich diskutiert werden, auch nach dem „Fait accompli“ der Nobelpreisehrung.

Es kann nicht sein, dass ein einst systemprivilegierter Wendehals, der opportunistisch rücksichtslos mit den Kommunisten einer Diktatur paktierte, nunmehr als lupenreines Aushängeschild einer Demokratie inszeniert und geehrt wird.

Politische Konsequenzen aus dem – publizistisch noch unentdeckten – Skandal sind bisher ausgeblieben.

Ganz im Gegenteil –statt berechtigten Vorwürfen nachzugehen, statt konsequent aufzuklären, setzte die deutsche Politik noch eines drauf und ehrte die kontrovers diskutierte „Unbeugsame“ auch noch mit dem Großen Bundesverdienstkreuz, vielleicht nur, um eine Lüge zu decken oder um vom eigenen politischen Versagen in diesem Fall abzulenken.

Seit 2008 wird vielfacher Druck auf mich ausgeübt.
Darüber hinaus wurde eine Anwaltskanzlei beauftragt, mich von weiteren Aufklärungsaktivitäten in der Causa Herta Müller abzuhalten.

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann und von wem diese Thematik von besonderer politischer Tragweite und verschwörungsähnlichem Charakter journalistisch aufgegriffen und als Story präsentiert wird.

Da die literaturwissenschaftlichen Mühlen der Alma Mater recht langsam mahlen und politische Implikationen dort in der Regel ignoriert werden, würde ich es begrüßen, wenn kritische Medien sich bald dieser Materie annehmen würden.“

Wer den kulturpolitisch höchst brisanten Fall aufgreifen will, kann sich meiner Zusammenarbeit als Insider und kritischer Autor sicher sein.

Die fiktiven Konstruktionen Herta Müllers verbunden mit der flankierenden Deckung aus der Politik sind – bei Mitwirkung eines kompetenten, eingelesenen Insiders – bereits durch die kritische Aufarbeitung ihres ZEIT-Artikels
„Die Securitate ist noch im Dienst“ detailgerecht nachweisbar.

Die ausführliche Offenlegung zahlreicher, systematisch ausgebreiteter Lügen erfolgt hier:

https://carlgibsongermany.wordpress.com/2013/05/13/carl-gibson-herta-muller-und-die-securitate-dichtung-oder-wahrheit/

In dem kompilatorischen Bericht
„Die Securitate ist noch im Dienst“,
an welchem auch die ZEIT-Redaktion kreativ mitwirkte, kupfert Herta Müller nachweislich plagiatorisch aus meinen Werken ab.

Die detaillierte Beweisführung dieses – aus meiner Sicht – eindeutigen Plagiats ist bereits ausgearbeitet und liegt vor unter dem Titel:

Literarisches Plagiat oder Inspiration?
Herta Müllers konkreative Carl Gibson-Rezeption.

Das bis jetzt zurückgehaltene, noch unveröffentlichte Beweis-Material (mehr als 150 Seiten) werde ich Presse und Medien ebenfalls vorlegen, insofern eine differenzierte Berichterstattung zugesagt wird.

Ethischer Journalismus verpflichtet solchen Ungerechtigkeiten auf den Grund zu gehen und diese berichtend aus der Welt zu schaffen.“

Carl Gibson

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Carl Gibson – Allein in der Revolte

Das Gesamtwerk Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte

Das Gesamtwerk Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte7 ok

Carl Gibson Allein in der Revolte Titelbild

Das neue Buch von Carl Gibson

Vor wenigen Tagen ist erschienen:

Carl Gibson, Allein in der Revolte

Eine Jugend im Banat

Aufzeichnungen eines Andersdenkenden –Selbst erlebte Geschichte und Geschichten aus dem Securitate-Staat

J.H. Röll Verlag, Dettelbach, 409 S.
ISBN 978-3-89754-430-7

http://www.swp.de/bad_mergentheim/lokales/bad_mergentheim/Auf-der-Suche-nach-Freiheit;art5642,2072768

http://www.openpr.de/news/704256/Allein-in-der-Revolte-Carl-Gibsons-neues-Buch-ueber-die-kommunistische-Diktatur-in-Rumaenien.html

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte
Carl Gibson

carl Gibson, Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte, Titelbilder

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte Buckrückseite

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte

Nachdem bereits ím Jahr 2008 die “Symphonie der Freiheit” im gleichen Verlag erschienen war, wird jetzt der noch ausstehende Teil des Gesamtwerkes vorgelegt.

Die “Symphonie der Freiheit” ist nunmehr vollständig.

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der RevolteNeuerscheinung:
Carl Gibson

Weshalb wurde der zweite Band vor dem ersten publiziert?
Weil die wichtigen Inhalte absolute Priorität hatten.

Nun aber wächst doch noch zusammen, was zusammen gehört!

Die Graphik auf dem Titelbild (Kirche in Bukarest) stammt
von Michael Blümel,

das Foto auf der Buchrückseite wurde im Zentrum von Temeschburg
von Monika Nickel im Jahr 2009 aufgenommen.


Einige Kurzinfos aus dem Text auf der Buchrückseite:

Carl Gibson, M. A., Jahrgang 1959, Bürgerrechtler während der kommunistischen Diktatur in Rumänien, lebt als Philosoph, Historiker und Schriftsteller (VS) in Bad Mergentheim.

Mehrere Buchveröffentlichungen, Aufsätze, Essays. Zu seinen Hauptwerken zählen die literaturhistorische Dichter-Monographie: Lenau. Leben – Werk – Wirkung, Heidelberg, 1989 sowie die autobiographische Darstellung: Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur, Dettelbach 2008.

Ergänzend zur “Symphonie der Freiheit”, ein Erinnerungswerk, in welchem die Geschichte der ersten freien Gewerkschaft “SLOMR” im Ostblock aus der Insider-Sicht eines Dissidenten sowie die Bedingungen der politischen und kulturellen Opposition differenziert wie kritisch beschrieben werden, schildert der Autor nunmehr im Folgeband “Allein in der Revolte” seinen Weg in den antikommunistischen Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur.
Carl Gibson beschreibt das Phänomen des “real existierenden” Kommunismus aus der konkreten Erlebnisperspektive eines jungen Nonkonformisten in Temeschburg im Banat und erörtert dabei den Kampf um Menschenrechte sowie das Ringen der deutschen Minderheit um ethnische Identität.
Zeitgeschichtlich orientiert fragt der Autor nach den Ursachen und Gründen, die zum Exodus der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen aus Rumänien führten.

Die Neuerscheinung ist seit Februar 2013 auf dem Buchmarkt und überall im Buchhandel erhältlich, auch online u. a. hier:

http://www.amazon.de/Allein-Revolte–Eine-Jugend-Banat/dp/389754430X/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1362134956&sr=1-4

http://roell-verlag.de/shop/article_978-3-89754-430-7/Gibson,-Carl%3A-Allein-in-der-Revolte%3A-Eine-Jugend-im-Banat.-Aufzeichnungen-eines-Andersdenkenden-%E2%80%93-Selbst-erlebte-Geschichte-und-Geschichten-aus-dem-Securitate-Staat.html?pse=apq

Das Buch erscheint nach einer – fast dreijährigen – Verzögerung durch den Verlag.

Potenzielle Rezensenten bitte ich, Rezensionsexemplare direkt beim J.H. Röll Verlag in Dettelbach anzufordern.

Für eine Bekanntmachung meiner Buchpublikation auf einer Website oder Homepage bin ich dankbar.
In dem Buch steht das, was ich zum Banat und zur kommunistischen Diktatur zu sagen hatte.
Carl Gibson

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte
Carl Gibson

P.S.: Eine Weiterverbreitung dieser Informationen freut mich.

Kontaktdaten:
Carl Gibson
Ketterberg 8
97980 Bad Mergentheim
Telefon: 079731 99 27 176
Email: Gibsonpr@aol.com
Email: carlgibsongermany@gmail.com

Zur Person, zum Autor bzw. Bibliographie:
http://www.gibsonpr.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson_(Autor)

Auszüge aus dem Werk finden sich auf diesem Blog.
Soweit diese Erstinformationen – weitere Infos werden folgen.

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte 9
Carl Gibson

REZENSIONEN:

Über Carl Gibsons neuestes Buch „Allein in der Revolte“,

Luzian Geiers „Mehr als „eine Jugend im Banat“,
eine Rezension, die keine ist

Gegendarstellung des Autors Carl Gibson mit Richtigstellungen und wesentlichen Zusatzinformationen.

Ist Luzian Geiers „Mehr als „eine Jugend im Banat“ über Carl Gibsons neuestes Buch „Allein in der Revolte“, besprochen in der „Siebenbürgischen Zeitung“ (Druckausgabe!) vom 15. August 2013 eine gut gemeinte Gefälligkeitsrezension?
ONLINE-Version unter:
http://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/13649-allein-in-der-revolte-carl-gibsons.html

Gefälligkeitsrezensionen sind bekanntlich kontraproduktiv – sie schaden dem Autor und dem Rezensenten, weil sie auf Anhieb als konstruiert durchschaut werden und in der Regel an des Pudels Kern vorbei gehen, auch wenn sie scheinbar kritisch daherkommen.
Eine Buchbesprechung dieser Art ist zweifellos Luzian Geiers jüngster Schnellschuss.
Obwohl der Journalist Luzian Geier, der sein Handwerk bei KP-Genosse Nikolaus Berwanger in Temeschburg im Banat bei der „Neuen Banater Zeitung“ erlernte, mein Werk bestenfalls quergelesen, also nur oberflächlich durchblättert hat, tut er in seiner „Besprechung“ so „als ob“ das Gegenteil der Fall sei.
Statt den essentiellen Fragen auf den Grund zu gehen, statt die Leistung einer mehrjährigen, intensive Forschungsarbeit herauszustellen, sie zu würdigen oder zu tadeln, verbeißt sich der Rezensent haarspalterisch-pedantisch am Akzidentiellen.
Dabei lenkt vom – gewollt oder ungewollt – vom Wesentlichen ab, von der eigentlichen Substanz des Buches, von seiner Botschaft und dem ihm immanenten Geist.
Namentlich wird das besondere Anliegen der Publikation in zwei Bänden, namentlich die Aufklärung kommunistischer Verbrechen und grober Menschenrechtsverletzungen während der Ceausescu-Diktatur in Rumänien, praktisch unterschlagen – mit Absicht oder nicht!?
Die wichtigsten Sach-Informationen zur Publikation, die zur Lektüre ermuntern sollen, bleiben ebenfalls auf der Strecke
So erfährt der werte Leser, der eine angemessene Auseinandersetzung mit aufklärenden Materie aus der Insider-Sicht eines oppositionellen Antikommunisten erwartetet, in dieser etwas merkwürdigen Buchpräsentation nicht explizit, dass mit dem fünf Jahre verspätet vorgelegten Band
„Allein in der Revolte“
eben der lange ausstehende, nur durch Intrigen verhinderte, zweite Teil der „Symphonie der Freiheit“ der Öffentlichkeit präsentiert wird –
und somit ein weiteres Werk zur Geschichte der konkreten politischen antikommunistischen Oppositionen in Rumänien während der Ceausescu-Diktatur, zum Widerstand bzw. zur Gründung der freien Gewerkschaft rumänischer Arbeiter SLOMR.

Die Veröffentlichung der Publikation, die im eigentlichen Sinne des Wortes nicht „neu“ ist, sondern dem Ausausarbeitungstand der „Symphonie der Freiheit“ (2008) entspricht, musste – trotz eindeutiger vertraglicher Regelung nach jahrelangem Hin und Her zwischen Autor und Verlag – letztendlich juristisch durchgesetzt werden.

Wer dieser Autor Carl Gibson ist, erfahren die bundesdeutschen Leser (auch jene der Online-Ausgabe der SbZ) in Luzian Geiers Rezension ebenfalls nicht, vermutlich weil der aus der Nachbargemeinde Jahrmarkt im Banat herstammende Rezensent davon ausgeht, dass die aus Rumänien ausgesiedelten Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben ihre Pappenheimer wohl kennen … wie jenen bunten Hund.

Ob hier ein reiner „Schriftsteller“ aus der Langeweile heraus nur fiktionale, „schöngeistige Literatur“ produziert und postdadaistische Experimente in die Welt setzt oder ob ein durch mehrere einschlägige Buchveröffentlichungen ausgewiesener „Historiker“ ein weiteres Sachbuch veröffentlicht, ein „zeitkritischer Philosoph“ einen tausend Seiten-Essay über Freiheit und Widerstand, Material, aus dem eine Herta Müller wohl zehn bis zwanzig dünne Büchlein fabriziert hätte, oder ob letztendlich ein ganz normaler, (unbedeutender) Zeitzeuge spricht, der bestimmte Ereignisse während der Zeit des kalten Krieges und der Konfrontation zweier ideologisch antagonistischer Blöcke miterlebt hat, um diese dann a posteriori subjektiv darzustellen, erfahren die Leser ebenso wenig, obwohl der zweite, doppelte Untertitel das aussagt:

Aufzeichnungen eines Andersdenkenden –
Selbst erlebte Geschichte und Geschichten aus dem Securitate-Staat

Nach Geier artikuliert sich da nicht etwa ein „ehemaliger Bürgerrechtler“, der in die „antikommunistische Opposition schlitterte“, weil ein repressives, totalitäres System ihn in diese Rolle gedrängt hatte – und der dann mehrere Jahre seines Lebens die Kommunisten und die Unterdrückungsformen der verbrecherischen kommunistischen Partei bekämpfte, sondern ein ganz beliebiger Autor, der sich quasi selbstgefällig selbst zum „Andersdenkenden“ stempelt und der ein beliebiges Buch vorlegt, das er als gar als „Lebenswerk“ verstanden wissen will.
Diese undifferenzierte Ambivalenz, die mich in ein falsches, ja hybrishaftes Licht rückt, kann ich so nicht stehen lassen, vor allem deshalb nicht, weil daraus eine unberechtigt erscheinende Selbststilisierung herausgelesen werden kann und weil die Relevanz der Publikationen so en passant untergraben wird. Auf diese Weise kann man Bücher kleinreden

Es mag sein, dass Luzian Geier, wie im Internet auf der Plattform Kulturraum Banat selbstdarstellend zu erfahren ist, in landsmannschaftlichen Kreisen, wo die „Pipatsch“ als Quintessenz der Intellektualität gilt, ein vielgefragter Referent und vielbeschäftigter Schreiber agiert.
Wenn er aber ein zeit- und ideologiekritische Buch zur Besprechung annimmt, dann sollte er –auch ohne Honorar – sauber und gewissenhaft arbeiten -wie etwa der journalistische Kollege Hans-Peter Kuhnhäuser von der „Tauber-Zeitung“, der zwei Monate seiner Zeit in die Lektüre von „Allein in der Revolte“ investierte , sich als Bundesdeutscher wacker durch die diffizile Materie kämpfte, um dann nach sechs weiteren Stunden des persönlichen, vertiefenden Gesprächs mit dem Autor Carl Gibson seinen umfassenden Bericht anzugehen.

http://www.swp.de/bad_mergentheim/lokales/bad_mergentheim/Auf-der-Suche-nach-Freiheit;art5642,2072768

Die am 22. Juni 2013 veröffentlichte Buchbesprechung „Auf der Suche nach Freiheit“ ist ein gründlich recherchierten Bericht, in welchem alles Wesentliche nachgelesen werden, namentlich gerade das, was bei Geier –mehr oder weniger bewusst – unter den Tisch fällt, nämlich die „Revolte“ eines Jugendlichen im Banat gegen realkommunistische Missstände.

Während der Bad Mergentheimer Journalist mein Werk aus eigenem Antrieb heraus rezensieren wollte, eben weil er sich mit der „Idee der Revolte“ gegen das Etablierte identifizierte, hat man den Eindruck, anderen Journalisten aus der systemkonformen Ecke liege das Thema Widerstand im Kommunismus überhaupt nicht, nicht zuletzt deshalb, weil sie, bevor sie die chamäleonhaft die Fronten wechselten, opportunistisch mit dem Strom schwammen wie tote Fische und nicht „gegen den Strom“!

Dann aber sollten diese ehemaligen direkten und indirekten Handlanger des Kommunismus – „cu musca pe caciula“ – konsequent bleiben, zu ihrer früheren Mitläufer-Rolle als KP-Mitglieder und Kommunismus-Rechtfertiger stehen, ohne aus falsch verstandener, vom schlechten Gewissen getriebener Kompensation die Biographie der echten Opfer des Kommunismus „würdigen“ zu wollen, auch nicht, um etwas wieder gut zu machen, denn Halbheiten verfälschen mehr als ein radikaler Verriss.
Leider Gottes tummeln sich im journalistisch-literarisch-intellektuellen Bereich überwiegend Leute mit KP-Vergangenheit, die schon aus Selbstrechtfertigungsgründen immer wieder den Bock zum Gärtner machen. Die Geschichte der echten Opfer des Kommunismus wird heute allzu oft von Tätern und Mitläufern geschrieben, die, ohne Verständnis für das Engagement, die Perspektive und Moralität des Opfers nur selten in der Lage sind, tatsächliche Leistungen der anderen Seite objektiv zu würdigen. Den kleinkarierten, oft von Neid und Missgunst und Ressentiments angetriebenen Opportunisten und Karrieristen vorn gestern fehlen in der Regel das intellektuelle Format und die menschliche Größe, den Einsatz und sie Leistungen anderer und konkret Politischen oder im Geistigen anzuerkennen. Wer selbst nichts Großes hervorgebracht hat, missgönnt dies anderen.

Viele Lügen und Mythen aus der Welt der Securitate und des Kommunismus wurden erst möglich, weil recherchefaule Journalisten nicht sauber arbeiteten. Der überwiegend positiv-wohlwollende Duktus einzelner Ausführungen der Besprechung, mit der vielleicht andere gut leben könnten, wird nicht darüber hinwegtäuschen.
Gefällige, ja schmeichelnde Bemerkungen, Carl Gibsons neues Buch sei „lesenswert und sogar empfehlenswert“ sind zwar gut gemeint, machen die Sache aber nicht besser.
Ganz im Gegenteil – sie lenken von der eigentlichen Substanz und Botschaft des Werkes ab – und sie wirken auch deshalb unglaubwürdig, weil das dagegengehaltene „Kritische“ keine Kritik ist, sondern, wie noch zu zeigen sein wird, nur an den Haaren herbei gezogene Unterstellung.

Meine Intention, im Nachwort, das einer Selbstrezension des Gesamtwerkes gleichkommt, ausführlich dargelegt, bestand nicht nur darin, das allgemeine wie politische Leben in Rumänien nach 1944 einzufangen, es plastisch zu beschreiben und zu werten – das können andere Autoren auch … und vielleicht auch besser, als ich es schilderte.

Meine eigentliche Absicht war und ist, in dem Gesamtwerk „Symphonie der Freiheit“ und „Allein in der Revolte“ einige Jahrzehnte real existierender Kommunismus-Realität einzufangen.

Darüber hinaus galt es, einige Jahre intensiv erlebter und durchlittener antikommunistischer Opposition zu schildern, aus der Sicht eines der selten gewordenen echten Securitate-Opfer der nachstalinistischen Zeit, mit einprägenden existenziellen Ereignissen, mit Securitate-Verhör, mit Folter, mit Haft, mit Menschenrechtsverletzungen unterschiedlicher Art.

Mir kam es nicht auf Unterhaltung an, auf die Fabrikation effekthaschender Belletristik, sondern vielmehr auf die „objektive Aufklärung kommunistischer Verbrechen während der Diktatur in Rumänien, die immer noch nicht erfolgt ist, nicht zuletzt deshalb, weil die öffentliche Debatte darüber noch nicht angemessen stattfand, ja verhindert wurde – unter anderem durch das systematische Boykottieren und Totschweigen einzelner Werke wie „Symphonie der Freiheit“.

Die sogar mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Belletristin Herta Müller war sich nicht zu schade, gerade diese authentischen Passagen aus meiner „Symphonie der Freiheit“ und aus den vorab veröffentlichten Teilen aus „Allein in der Revolte“ zu lesen, auf ihre Art zu rezipieren, sie umzumünzen und sie – hochgradig plagiatsverdächtig – in eigenen Beiträgen quasi als selbst gemachte Erfahrungen mit der Securitate auszuschlachten.

Das hätte dem kritischen Rezensenten auffallen können, wenn er denn wirklich akribisch und mit literaturhistorisch-analytischem Sachverstand vorgegangen wäre. Das ist in Geiers „Besprechung“ leider nicht der Fall.

Nichts von dem eminent Wichtigen aus „Allein in der Revolte“ kommt in seiner Buchrezension vor, weder die Schilderung der Ereignisse des „Prager Frühlings“ im Jahr 1968 und die Auswirkungen, noch die Goma-Menschenrechtsbewegung, der ich angehörte oder mein lebensgefährlicher Fluchtversuch an der Donau.
Nahezu alle Schlüsselwörter fehlen, Begriffe und Ausdrücke wie Diktatur, Repression, Kommunismus-Kritik, Revolte, Opposition, Nicolae Ceausescu, SLOMR, deutsche Identität, Widerstand etc.

Wasch mir den Pelz, doch mach mich nicht nass?
Wer Angst vor der brisanten Materie hat, vor der Securitate- und Kommunistenvergangenheit, wer Angst vor Herta Müller hat und vor ihrem Seilschaften, wer Ross und Reiter nicht beim Namen nennen will, der sollte die Finger von politische heißen Buchbesprechungen lassen!

Statt den in meinem Buch dargelegten Oppositionskampf anzusprechen, die Bedingungen von Widerstand im Kommunismus zu erörtern, das Ringen um Freiheit und deutsche Identität, relevante Themen, denen ich viele Kapitel widme, hält sich Geier, der seinerzeit, als wir opponierten, ein systemloyaler Journalist war – von Haus aus Lehrer – mit Marginalien auf, unter anderem mit dem undifferenzierten Hinweis, ich würde eine Pauschalschelte betreiben und unter anderem meine einstigen Lehrer tadeln.
Wo betreibe ich eine Pauschalschelte?
Meine Lehrer, und das waren bestimmt nicht die staatstragenden Säulen des Systems und der kommunistischen Ideologie, werden in dem Buch durchaus gewürdigt, gerade jene Lehrer und Vorbilder, die mir frühzeitig den Sinn für Freiheit schärften, für das „Lieber tot als in Sklaverei“ der alten Germanen. Angeprangert habe ich nur einen ominösen „Lehrer“ mit Parteibuch und einige weitere, die ihre Schutzbefohlenen prügelten, züchtigten und psychisch quälten, statt sie zu unterrichten.
Wenn der Rezensent mehr und genauer gelesen hätte, dann wäre ihm bestimmt noch einiges mehr aufgefallen.

Dass Luzian Geier das Buch, das er unbedingt besprechen wollte, auf keinen Fall besonders intensiv gelesen haben kann, spricht aus dem meinem Werk zugeordneten Titel
„Gegen den Strom“,
ein Titel, der überhaupt nicht mehr existiert.

Der zweite Band der „Symphonie der Freiheit“ trägt in großen Lettern die Überschrift
„Allein in der Revolte“.
Es ist rätselhaft, wie dieser die Gesamtkonzeption vorgebende Haupttitel übersehen werden konnte!
Wie konnte das passieren? Peinlich, peinlich!

Statt bei mir das Haar in der Suppe zu suchen, andeutend man hätte gründlich gelesen und besitze Insider-Wissen, hätte Geier den Pfahl in eigenen Auge erkennen müssen.

(In der Online-Ausgabe der Rezension in der SbZ vom 16. August wurde der verräterische Fauxpas redaktionell korrigiert – aber erst nach meiner Intervention! )

Doch woher kam der der Drang, gerade mein kommunismuskritisches Werk besprechen zu wollen, nachdem der Rezensent doch schon vorgewarnt war?

Luzian Geier wollte bereits seinerzeit (2008) die „Symphonie der Freiheit“ für die „Siebenbürgische Zeitung“ „besprechen.

Laut Röll-Verlag bekam er damals zwei Exemplare. Wenn er seinerzeit auch darin gelesen hat, kannte er die Materie, die Sprache, den Stil, die Konzeption, die Intention.
Eine Besprechung aber, mit der ich als im öffentlichen Focus stehender Autor fest gerechnet hatte, wurde Monate lang hinausgezögert blieb damals schließlich gänzlich aus, aus welchen Gründen auch immer. Der antikommunistische Bürgerrechtler und Zeitzeuge hatte das Nachsehen! Rezensiert haben damals andere, auf die dann aber auch Druck ausgeübt wurde.

(Vielleicht hatte die von Richard Wagner und Herta Müller verkündete Vendetta-Enthüllungs-Kampagne, die in dem Lügen-Artikel im Wochenmagazin DIE ZEIT gipfelte, einige Leute so sehr zurückgescheucht und sie abgehalten, für den Aufklärer Carl Gibson Partei zu ergreifen.
Jedenfalls freuten sich die von mir in der „Symphonie der Freiheit“ heftig kritisierten Kommunisten aus der so genannten Aktionsgruppe Banat, dass einiges an Fakten nicht an die große Glocke kam und dass die vielen Lügen der Herta Müller nicht weiter beachtet wurden.

So, durch verhinderte Aufklärung, wurde schließlich ein Nobelpreis möglich!)

Bis zum heutigen Tag weiß ich nicht, weshalb Geier mein Werk rezensieren wollte und weshalb der den Auftrag nicht zurückgab, als er feststellte, dass er nicht liefern kann oder will.

Auf diese Weise wurde eine wichtige Besprechung blockiert und verhindert, die ein anderer Rezensent vielleicht sachkompetent erstellt und abgeliefert hätte.

Auf diese Weise wurde seinerzeit auch die kritische, von mir öffentlich geführte Diskussion um Herta Müllers „moralische Integrität“ ausgehebelt, da die breitere Debatte vereitelt und verhindert wurde.

Auf diese Weise wurde die Nobelpreisehrung einer verlogenen Plagiatorin möglich, die nicht nur aus meinem Aufklärungswerk dreist abgeschrieben hat.

Weshalb bemühte sich Geier dann noch um den zweiten Band?

Wollte Luzian Geier nunmehr etwas wieder gut machen, wo der Kelch doch an einigen vorbei gegangen war und das Racheschwert einige Köpfe geschont hatte?

Als eine Art Kompensation?
Also war ich nicht sehr „amused“, als mir die SbZ-Redaktion den Namen des Rezensenten mitteilte, da mich das monatelangen Abwarten und endgültige Ausbleiben der mehrfach zugesagten Symphonie-Rezension (2008) irritiert und belastet hatte.

Angesetzt waren nun ab März 2013 ein bis zwei Monate Bearbeitungszeit. Als nach vier Monaten Wartezeit immer noch keine Ausarbeitung vorlag, befürchtete ich schon den bereits erlebten Präzedenzfall eines dilatorischen Hinauszögerns ins Nichts.

Nach dem Nachhaken kam dann dieser inadäquate Schnellschuss, der sich nur ganz wenigen Abschnitten widmet, der aber über Struktur, Form, Stil und Sprache meines Werkes nichts aussagt. Ein Buch besteht jedoch nicht nur aus Inhalt!
Und wer ein komplexes Werk angemessen besprechen will, der sollte vielleicht selbst einmal einen anspruchsvolle Buchpublikation vorgelegt haben.

Wie auch immer …
Von meiner Enttäuschung – nach einer Wartezeit von immerhin fünf Monaten – über den nun vorgefundenen kurzen Abriss, berichtete ich auch der „SbZ“-Redaktion.

Ja, in der Tat: Die knappen kritischen Zeilen von Geier erinnern – wie man an der deutschen Alma Mater zu spotten pflegt – an den kreisenden Berg, der eine Maus gebären wird – und das nach einem halben Jahr!
Doch wir sind bescheiden geworden – Diese Besprechung sei immer noch besser als überhaupt keine Besprechung, meinen einige! Andere könnten mit einer Besprechung dieser Art leben – ich kann es nicht.
(…)
Luzian Geier weiß wohl nicht, welches Buch er besprochen hat!

Ich habe es bisher noch nicht erlebt, dass ein Rezensent den Haupt-Buchtitel nicht beachtet, wenn er es bespricht.
“Gegen den Strom” ist längst Makulatur.
Darüber hinaus hat Geier in seiner höchst oberflächlichen Besprechung, die jede Opposition und alle Kommunismus-Kritik unterschlägt, einiges behauptet, was falsch ist und von mir widerlegt werden kann. Etwa die Sache mit Ortinau. Und z.B. die Einschätzung seines Chefs Berwanger – Ich gab meine damalige Sicht wieder (1977- 1979) und nicht die historische Wertung an sich nach CNSAS-Akteneinsicht.
Heute bin auch ich schlauer und könnte viel umschreiben, da ich auch in meiner Sache mehr weiß.
Wesentliche Informationen fehlen in der Besprechung, etwa der Hinweis, dass das Buch Bd. 1 der Symphonie der Freiheit ist, dessen Edition rechtlich durchgesetzt werden musste.
Was die vielen von Geier als noch“ offenen Fragen“ angeht – gerne würde ich noch einige beantworten.

Von den von Geier monierten „Fehler“ trifft nur die Unachtsamkeit „k.u.k“ zu.

Alles andere ist an den Haaren herbei gezogen, ja sogar üble Unterstellung.
Zu meinem Landsmann Gerhard Ortinau aus Sackelhausen, dem ich drei Abschnitte widme, die mehr als 30 Jahre nach den Ereignissen aus dem Gedächtnis erstellt wurden.

Dass er, das Opfer, die Dinge gerade so sah, vergleichbar mit Herta Müllers Haltung in „Niederungen“ zur gleichen Thematik und nicht anders, fand ich später in einer knappen Erzählung bestätigt, die Horst Fassel und Josef Schmidt in dem „Banater Lesebuch“ „An Donau und Theiß“ im Jahr 1986 veröffentlichten. Unter der Überschrift „Kleine Geschichte“ beschreibt Gerhard Ortinau die Situation seiner Geburt in der Verbannung: „Den Erzählungen meiner Eltern ist zu entnehmen, dass ich am späten Abend in einer Art schilfgedeckten Erdhütte geboren wurde. Im Zimmer befand sich das Wichtigste. Draußen hatten die Leute tagsüber Tunnels in den mannshohen Schnee geschaufelt, mittlerweile hatte sie aber der Sturm schon wieder zusammengewirbelt. (…) Ich erblickte am 17. März des Jahres 1953 in dem Weiler Movila Gildaului das Licht des Bărăgans. Alles andere erfuhr ich aus Büchern und aus Zeitungen: die Fehler, die Zufälle. Ich habe vieles begriffen, nicht aber meine Eltern. Sie, die sie ihre Erinnerungen haben, fragen immer noch: warum? Erklärt ihr es ihnen, sie könnten ansonsten noch einen Irrtum mit ins Grab nehmen. (Es wäre der einzige nicht, aber es wäre einer mehr.)“ Soweit Gerhard in der Rückschau, in einer Betrachtung, die er wohl nach unserem Zusammentreffen im Jahr 1980 in Berlin verfasste? Denn damals besaß er wohl noch keine Schreibmaschine, ein – im Text oben mit erwähntes –„Luxusgerät“, das im kommunistischen Rumänien während der Ceauşescu -Diktatur zu den verbotenen Dingen gehörte – wie Waffen, eben weil es eine Waffe war. Im Gegensatz zu seinen Eltern, die nicht aufhören wollten zu fragen, warum, kannte Gerhard, der aufgeklärte Dichter, die richtige Antwort. Dieses „Darum“ und ein „Deshalb“ markierten den Unterschied zwischen uns. Eine Gesamtverantwortung für eine deutsche Gesamtschuld lehnte ich aus meiner damaligen Erfahrungswelt heraus ab. Eigenverantwortlich sah ich nur mein Tun und die Taten meiner Vorväter aus meiner Familie, die rein waren und nichts Verwerfliches an sich hatten. Was konnte ich mehr verantworten als das eigene Handeln? Mit den Verbrechen des braunen Diktators hatte ich genau so wenig zu tun wie die kommunistischen Utopisten meines Umfelds mit den Gräueln des roten aus dem Kreml. Statt meine Energien „gegen die eigene Identität“ einzusetzen, konzentrierte ich mich auf die Bekämpfung der kommunistischen Ideologie und Gesellschaft, die mir in ihrem Wesen heuchlerisch und vielfach verlogen erschien.

Statt auf die Brisanz der Aussage zu achten, dass hier ein echtes Opfer des Stalinismus die eigene Opfer-Rolle und somit die gesamte Deportation der Banater Schwaben in den Baragan rechtfertigt, ist Geier um das Entstehungsdatum der Kurzgeschichte besorgt, um mir unterstellen zu können, ich hätte das besagte Werk nie gelesen.

Dem Rezensenten entgeht, dass ich zusammenfassend keinen Aussagesatz konstruiere, sondern eine Frage – und er kommt auch nicht darauf, dass ich das Motiv „Schreibmaschine“ nur einsetzte, um die Thematik einer zu „registrierenden Schreibmaschine – als Waffe“ exponieren zu können.
(Zudem wird aus dem Zitat noch deutlich, dass ich als Autor, dem fehlende Quellenangaben unterstellt werden, zahlreiche Quellen in den Text einfließen lasse, um das Werk nicht mit Fußnoten zu belasten.)

Besonders schäbig empfinde ich die Unterstellung, ich hätte die Deportation der deutschen aus Rumänien in das Jahr 1946 verlegt, ein Datum, das als Tippfehler nur im Zusammenhang mit dem Schicksal meines damals deportierten Vaters vorkommt.
Auf die allgemeine Deportation bezogen schreibe ich aber explizit:

Die Deutschen in Rumänien hatten nach 1945 schlechte Karten. Generell galten sie als „Hitleristen“ und Faschisten. Als „Feinde des Vaterlandes“, also der neu entstehenden „Volksrepublik“, standen sie unter Generalverdacht. Wer seinerzeit als Volksfeind denunziert wurde – und jeder Deutsche war aufgrund seiner „ungesunden nationalen Herkunft“ ein potenzieller Volksfeind – war schnell im Gefängnis und manchmal rasch ein toter Mann. Gleichzeitig war dies die Zeit der von langer Hand noch vor Kriegsende in Moskau beschlossenen und vorbereiteten Deportationen. Von den mehr als vierhunderttausend Deutschen in Rumänien wurden ab Januar 1945, einem Befehl Stalins folgend, etwa siebzig- bis achtzigtausend Personen, Männer wie Frauen im arbeitsfähigen Alter, in die Zwangsarbeitslager der Sowjetunion deportiert, Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen. Unter ihnen war auch mein Vater; ein unbescholtener, kaum neunzehn Jahre zählender junger Mann, der nunmehr fünf Jahre seines Lebens in einem tristen Arbeitslager in der Dnepr-Region bei Kriwoj Rog in der heutigen Ukraine verbringen sollte – als Sühne für eine Schuld, die er nicht auf sich geladen hatte..

Trotzdem will der Rezensent kleinlich-pedantisch einen Kasus daraus machen.
Wird man auf diese Weise einem vielschichtigen Buch gerecht, dessen Haupttitel man nicht einmal zu Kenntnis nimmt?
Solche Rezensenten lobe ich mir!

Zu Luzian Geiers Chef aus der NBZ-Redaktion und der Kommunistischen Partei Nikolaus Berwanger:

Da es mir in meinem Werk auf die Darstellung der „geistigen Situation der Zeit“ in Temeschburg im rumänischen Banat ankommt, widme ich dem System- und Kulturrepräsentanten Nikolaus Berwanger ebenso mehrere Kapitel wie dem Poeten aus der Aktionsgruppe Ortinau, Kapitel, die durchaus konziliant und keinesfalls apodiktisch sind.
Ein aufmerksamer Leser oder Rezensent kann dort (Siehe unten!) die Sätze vorfinden:

Einiges an guten und nützlichen Dingen hat Berwanger sicherlich auch bewirkt und umgesetzt, doch um welchen Preis?
Manche, die ihm näher standen und auch den Kulturbetrieb der Stadt näher kannten, unter ihnen seine Protegierten und Mitarbeiter bei der NBZ, die heute allesamt in der Bundesrepublik leben, könnten und sollten, schon aus historischen Überlegungen heraus, seine Taten ansprechen und seine eventuellen Meriten aus heutiger Sicht bewerten. Reden wir doch darüber, was er „angerichtet“ hat!

Ergo delegiere ich die Einschätzung an diejenigen Akteure, die den Repräsentanten der deutschen im Banat besser kannte als ich.

Da Geier sich scheut, viele im Werk kritisch angegangene Phänomene und Personen beim Namen zu nennen und oft diffus ausweichend bleibt, selbst im positiven, würdigenden Duktus, wo auf tiefere Einblicke verwiesen wird, wird der Materie die Brisanz genommen, die ihr innewohnt, ja sie wird indirekt verniedlicht, sogar abgewertet und trivialisiert.
Als Autor kann ich nur hoffen, dass nicht allzu viele potenzielle Leser von der Lektüre angehalten werden und jeder kritische Geist sich selbst ein Bild macht.

Jeder Rezensent kann nur das hermeneutisch vermitteln, was er erfasst –im Rahmen seiner Kompetenz und Möglichkeiten. Komplexere Sachverhalte bedürfen eines umfassenderen Instrumentariums.
Bevor rein subjektive Meinigen artikuliert werden wie „langatmig“, „weitläufig“ etc., sollte das erörtert werden, was objektiv an Materie vorgelegt wurde, z. B. die „Destruktion des Ideals Freiheit“ im Freien Westen, der den letzten Teil des Buches einnimmt, statt nach terminologischen Spitzfindigkeiten zu suchen oder Zitate aus dem Kontext zu reißen.
Zur „politisch korrekten“ bzw. Überkorrekten Terminologie, die mir von Geier vorgeworfen wird.
Dem ehemaligen NBZ-Journalisten ist wohl nicht aufgefallen, dass ich zwanzig Seiten meines Buches „Allein in der Revolte“.
anderen Andersdenkenden widme, namentlich den „Zigeunern“, ihrer Freiheit und ihrer Musik.
Und was den Terminus meiner Geburtsstadt „Temeschburg“ angeht: ich setze diesen historisch begründeten Begriff systematisch ein und werde ihn auch künftig beibehalten, weil ich ihn der ungarischen Bezeichnung „Temesvar“ oder dem umgangssprachlichen „Temes(ch)war“ aus vielen Gründen vorziehe.

Doch solche Kleinkariertheiten sind nicht signifikant. In meinem Buch geht es um weitaus relevantere Dinge.
Es geht um die kritische Aufarbeitung des Kommunismus, um den auf eigener Haut erlebten Securitate-Terror, um Folter, um Flucht, um existenzielle Belange, um Geist und Kunst, um Werte und Moral.
Von alle diesen Dingen hat Luzian Geier nichts bemerkt – kein Wunder, dass letztendlich auch der Haupttitel des Buches „Allein in der Revolte“.
unter den Tisch fiel.
Aufgrund meiner Intervention, konnte der Buchtitel noch in die Online-Ausgabe hinüber gerettet werden.
Ich würde es begrüßen, wenn die Redaktion der „Siebenbürgischen Zeitung“ das ihr von mir zur Verfügung gestellte Material zu einer weiteren vertiefenden Konkretisierung nutzen würde.

Nachdem er sich durch meine 409 großformatigen Buchseiten in Kleinschrift durchgearbeitet hatte, legte der professionelle Journalist Luzian Geier, der heute die Seiten der aus der Bukowina vertrieben Deutschen betreut, seine ultimativen Erkenntnisse der Redaktion der „Siebenbürgischen Zeitung“ vor, aber ohne die sonst üblichen „bibliografischen Daten“ der Rezension voranzustellen.
Wenn diese Daten nicht noch rechtzeitig vom Autor nachgereicht worden wären, dann hätte Geier ein Buch besprochen (Gegen den Strom), das es de facto nicht gab, das jedenfalls nicht unter diesem Titel erschienen war.
Fakt ist: Ein Autor, der als Jugendlicher im Kommunismus rebellierte und sich gegen totalitäre Willkür eines repressiven Systems zur Wehr setzte, muss sich auch heute noch wehren, wenn ihm – auch unbeabsichtigt – Unrecht geschieht, etwa in einer richtigstellenden „Gegendarstellung“ wie dieser, zu der ich, Gott sei’s gedankt, als „selbstbewusster Autor“ durchaus noch in der Lage bin.
Seinerzeit, vor Jahren, als ich die Aufklärungsarbeit aufnahm und die 1000 Seiten erstellte, gab ich alles, um allein und aus eigener Kraft ohne Seilschaften und Protektion eine – mir notwendig erscheinende – Aufklärung über die vor mir erlebten Verbrechen des Kommunismus aufzuzeichnen.
Also werde ich es nicht zulassen, dass meine Arbeit entstellt und trivialisiert wird.
Wird uns die Aufklärung kommunistischer Verbrechen schwer gemacht?
In der Tat, es ist so!
Und die Zurückweisung und Ausbremsung der wenigen Opfer des Kommunismus, die ihr „Testimonium authenticum“ literarisch-wissenschaftlich darlegen, beginnt bereits mit einer „Rezension“!
Fazit des Ganzen:
Wer Angst vor Brandwunden hat, der sollte eine heißes Eisen nicht anfassen!
Wer ein halbes Leben angepasst war und mit roten Wölfen geheult hat, der sollte nicht über Revolte und Widerstand schreiben.
Und wer ein Buch nicht gründlich gelesen und angemessen durchreflektiert hat, der sollte es auch nicht „besprechen“.
Die „Oberleichthindrüberschuscher“ aus der Rezensenten-Kaste, gegen die bereits der im Banat geborene Dichter vom Weltformat Nikolaus Lenau wettert, sind noch nicht ausgestorben. Eine einfach redaktionelle Notiz ist solch irreführenden Besprechungen sicher vorzuziehen.
Der Wahrheitsfindung in einer Welt ohne Moral in der Zeit der Chamäleons dient solch fragwürdiger Journalismus jedenfalls nicht.

Carl Gibson, Allein in der Revolte

Eine Jugend im Banat

Aufzeichnungen eines Andersdenkenden –Selbst erlebte Geschichte und Geschichten aus dem Securitate-Staat

J.H. Röll Verlag, Dettelbach, 409 S.

ISBN 978-3-89754-430-7

Preis: 39,90
Eine Edition des Autors als E-Book ist vorgesehen.

Deutsche Nationalbibliothek:
http://d-nb.info/1031825320/about/html

Das Buch kann über Amazon oder direkt beim Röll-Verlag in Dettelbach bezogen werden:
http://www.roell-verlag.de/shop/article_978-3-89754-430-7/Gibson,-Carl%3A%3Cbr_%3EAllein-in-der-Revolte%3A-Eine-Jugend-im-Banat.-Aufzeichnungen-eines-Andersdenkenden-%E2%80%93-Selbst-erlebte-Geschichte-und-Geschichten-aus-dem-Securitate-Staat.html?shop_param=cid%3D18%26aid%3D978-3-89754-430-7%26

http://carl-gibson.blogspot.de/2013/03/allein-in-der-revolte-das-neue-buch-von.html
(Die Titelabänderung von „gegen den Strom“ wird hier begründet,
ebenso in dem Ihnen vorliegenden Interview-Material.

Material eventuell für eine zusätzliche redaktionelle Notiz:

http://www.openpr.de/news/704256/Allein-in-der-Revolte-Carl-Gibsons-neues-Buch-ueber-die-kommunistische-Diktatur-in-Rumaenien.html

Carl Gibson, Allein in der Revolte

Eine Jugend im Banat

Aufzeichnungen eines Andersdenkenden –Selbst erlebte Geschichte und Geschichten aus dem Securitate-Staat

J.H. Röll Verlag, Dettelbach, 409 S.

ISBN 978-3-89754-430-7

„Allein in der Revolte“ –

Ein Buch über individuelles Freiheitsstreben während der kommunistischen Diktatur Ceausescus,
über Rumänien,
über deutsche Identität und Exodus,
über kritische Kommunismus-Aufarbeitung, Vergangenheitsbewältigung und Neubeginn in Europa

Der Leser wird in „Allein in der Revolte“ Erinnerungen vorfinden, Aufzeichnungen, die sich zum fragmentarischen „Lebensroman“ zusammenfügen, zum „autobiografischen Roman“, der literaturtheoretisch bewertet nur bedingt einer ist, weil das „Romanhafte“ fehlt, das Romantisch-Versponnene und Irreale.

Das Buch ist vielmehr eine „realistisch gehaltene Zeitstudie“, die zwar nicht die gesamte Existenz einfängt, aber repräsentative Teile daraus in einer bestimmten Zeit, wobei möglichst viel von der damaligen Erkenntnisweise herübergerettet werden soll – die „Perspektive eines jungen Menschen in der Revolte“ gegen einen selbstherrlichen Staat.
Dargestellt werden allerdings nur jene biografischen Abschnitte, die zur Erklärung von Regimekritik, Dissidenz und Widerstand notwendig sind. Dabei erschließt sich dem Leser das „Psychogramm einer Diktatur.

Die Kerngeschichte von „Allein in der Revolte – Eine Jugend im Banat“, der Weg eines Jugendlichen deutscher Herkunft in die Auseinandersetzung mit einem totalitären Staat und das „unfreiwillige Hineinschlittern in Dissidenz und Opposition“, wird, umrahmt von Elementen einer musikalischen Komposition – wie im 2008 voraus gegangenen Band des Gesamtwerkes „Symphonie der Freiheit“ – in mehreren Sätzen einer sprachlichen Symphonie eingefangen.
Der Symphonie-Begriff markiert die offene Struktur des Ganzen, während die Freiheit das tragende Thema ist, das Hauptphänomen, dem alle anderen Motive, auch der Widerstand, nachgelagert sind:
Freiheit – großes Thema mit Variationen bis hin zur Destruktion des Ideals in der freien Welt des Westens.
Die vielen Facetten und Nuancen der großen Thematik werden dabei literarisch zum Zusammenklang gebracht.
Die Geschichte selbst, in welcher der Name des Protagonisten unwichtig ist, steht repräsentativ für vergleichbare Schicksale, speziell im zweiten Band, die von anderen Menschen aus dem ehemaligen Ostblock und in anderen Diktaturen der Welt ähnlich erlebt wurden.
Neben der Gewerkschaftsgründung, die eine reale Einzelgeschichte ist, umkreisen die zahlreichen Miniaturen, Erzählungen und Essays, das Kernmotiv wie Planeten ihre Sonne, und bilden zwischen Prolog und Epilog angesiedelt, einen Rahmen des Gesamtgeschehens, das die jüngste rumänische Vergangenheit und die aktuelle Situation in Rumänen einzufangen sucht.
Der Rhapsodische Block verweist noch einmal auf die Priorität der freien Form des Dionysischen vor der Begrenztheit des apollinischen Systems. Auf diese Weise entsteht ein Ausschnitt aus einer intensiv erlebten Zeit und einer Welt, Vergangenheit spiegelnd und in die Zukunft ausstrahlend.
Ohne den Anspruch, eine ausführliche Autobiografie sein zu wollen, wurde diese Sammlung von Geschichten und Essays in erster Linie für den westlichen Leser geschrieben, für den Deutschen, den Österreicher, den Schweizer, den Franzosen, der sich für das noch ferne Volk der Rumänen interessiert – aber auch für das Schicksal der deutschstämmigen Landsleute vor seiner Haustür, die unter den Völkern des Ostens aufwachsen und die Kriegsfolgen austragen mussten.
Das Buch soll eine geistige „Heranführung“ sein an eine noch junge europäische Nation, an das Kulturvolk der Rumänen, die durch die Jahrhunderte der Geschichte ihrer Selbstwerdung oft selbst Opfer mächtigerer Konstellationen waren, aber auch ein Element der inneren Versöhnung unter Deutschen.
Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen werden hier etwas von ihrem Ringen um die schwer zu wahrende, eigene „Identität“ wieder finden und einiges, was ihnen vielleicht „aus der Seele spricht“, während die genuinen Rumänen selbst, denen hier nochmals aus der Ferne die versöhnende Hand gereicht wird, gerade in „Allein in der Revolte“ mit der Perspektive eines Deutschen konfrontiert werden, der sie aus einer Minderheit heraus, aber auch von der eigenen kulturellen Warte aus betrachtet.
Keiner aus den im Werk thematisierten Völker und Volksgruppen wird nur Harmonisches vorfinden, dem er uneingeschränkt zustimmen kann – doch das liegt im Wesen der Sache. Im Blickpunkt des Autors steht, fern von schöngefärbtem Harmoniestreben, die tatsächlich erlebte realsozialistische Gesellschaft in ihrem Querschnitt darzustellen – immer aus der Perspektive des Ankämpfenden, des politisch Andersdenkenden, der manches anders sah, der aber auch heute weit davon entfernt ist, eine ideologische Abrechnung betreiben zu wollen.

Geisteswissenschaftlich betrachtet wird versucht, zusätzlich die Sicht des Philosophen einzubringen. Da dieser der historischen Wahrheit und dem Ethos mehr verpflichtet ist als der absolut frei und somit wertungsfrei gestaltende Dichter, wird er – bis zu einem gewissen Grad auch aus südosteuropäischer Sicht – politisch-gesellschaftlich doch wesentlich anders werten, indem er aufgrund seiner Erfahrungen existenzielle wie ethische Prioritäten setzt, wobei die Klarheit eines Descartes zum Vorbild wird:
Nicht Verdunkelung ist angesagt, kein Obskurantismus im neuen hermetischen Gewand des Irrealen, Surrealen und Unmoralischen, sondern ein spätaufklärerisches Erhellen – als Existenzerhellung und als Welterhellung.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Carl Gibson
Ketterberg 8
D-97980 Bad Mergentheim
Tel. 07931 99 27 176

Carl Gibson, M.A., geboren 1959 in Temeschburg, Rumänien, aufgewachsen im Banat. Von 1976 bis 1979 engagierte sich Gibson als Bürgerrechtler und Dissident in in Rumänien. Nach seiner Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland (1979) setzte er sich weiter für demokratische Strukturen in Rumänien ein und trat als Sprecher der SLOMR im Westen auf. Ab 1982 studierte er Politik, Geschichte und Philosophie an den Universitäten Erlangen-Nürnberg, Tübingen, Wien, Freiburg und Würzburg. Nach seinem Abschluss (Philosophie, Germanistik, Geschichte) arbeitete er als Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Carl Gibson veröffentlicht seit 1982 und ist journalistisch tätig. Neben wissenschaftlichen Buchpublikationen schreibt Gibson Essays. Gibson lebt seit 1992 überwiegend in Bad Mergentheim, wo er 1993 ein Institut für Wirtschaftsethik begründete, das 2005 zur philosophischen Praxis ausgeweitet wurde. Gibson publiziert auch online und betätigt sich als Blogger.

Veröffentlichungen:
Nikolaus Lenau, Leben – Werk – Wirkung. Heidelberg 1989, Carl Winter Universitätsverlag, Beiträge zur neueren deutschen Literaturgeschichte, Folge 3, Bd. 100.
Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur. Chronik und Testimonium einer tragischen Menschenrechtsbewegung in literarischen Skizzen, Essays, Bekenntnissen und Reflexionen, J. H. Röll Verlag, Dettelbach, 2008. 418 S. Mit 16 Tuschezeichnungen von Michael Blümel.

Aufsätze:
“Nietzsches Lenau-Rezeption” In: Sprachkunst,1986,
“Auftakt mit einer Bestie – oder: Zuckerbrot und Peitsche”, In: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik.
“Ion Caraion: Der Konflikt zwischen dem Bleibenden und dem Vergehenden.” In: Matrix. Zeitschrift für Literatur und Kunst. Herausgeber Traian Pop. Nr. 2
“Das kurze Aufleuchten von Widerstand. Die Gründung und Zerschlagung der ersten freien Gewerkschaft in Rumänien.” In: Horch und Guck: Zeitschrift zur kritischen Aufarbeitung der SED-Diktatur.
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(Die Gauck-Behörde hat den bereits Titel angeschafft.)
http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Bibliothek/Auswahl-Bibliographie/2013_neuerwerbungsliste_mai_juni.pdf?__blob=publicationFile

Von Freidorf aus in die Unfreiheit – Verschleppung Deutscher in die Sowjetunion

Die Deutschen in Rumänien hatten nach 1945 schlechte Karten. Generell galten sie als „Hitleristen“ und Faschisten. Als „Feinde des Vaterlandes“, also der neu entstehenden „Volksrepublik“, standen sie unter Generalverdacht. Wer seinerzeit als Volksfeind denunziert wurde – und jeder Deutsche war aufgrund seiner „ungesunden nationalen Herkunft“ ein potenzieller Volksfeind – war schnell im Gefängnis und manchmal rasch ein toter Mann. Gleichzeitig war dies die Zeit der von langer Hand noch vor Kriegsende in Moskau beschlossenen und vorbereiteten Deportationen. Von den mehr als vierhunderttausend Deutschen in Rumänien wurden ab Januar 1945, einem Befehl Stalins folgend, etwa siebzig- bis achtzigtausend Personen, Männer wie Frauen im arbeitsfähigen Alter, in die Zwangsarbeitslager der Sowjetunion deportiert, Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen. Unter ihnen war auch mein Vater; ein unbescholtener, kaum neunzehn Jahre zählender junger Mann, der nunmehr fünf Jahre seines Lebens in einem tristen Arbeitslager in der Dnepr-Region bei Kriwoj Rog in der heutigen Ukraine verbringen sollte – als Sühne für eine Schuld, die er nicht auf sich geladen hatte.. Nach dem Debakel bei Stalingrad im Jahr 1943 kämpften neu rekrutierte Volksdeutsche, nahezu 55 000 an der Zahl, – wie es oft plakativ hieß und heißt – freiwillig in Verbänden der Waffen-SS für das Deutsche Reich gegen den Bolschewismus, gerade an jenen Fronten, wo es am härtesten zuging. Entsprechend hoch waren die Opfer. Von den sechshundert eingezogenen sogenannten „Freiwilligen“ aus Sackelhausen fielen bis zum Kriegsende einhundertfünfzig Mann für Volk und Vaterland – und, mehr gedrängt als freiwillig, für einen von Anfang an kranken Führer sowie für Hitlers aberwitzige Wahnvorstellungen von germanischem Übermenschentum und Lebensraum im Osten.
Vater Jakob Gibson, 1926 in Sackelhausen geboren und dort aufgewachsen, ein junger Mann mit visionärem Blick und stets freundlichem Antlitz, war nicht unter den Eingezogenen – vielleicht, weil er ziemlich klein und schwächlich war; weil er nicht ausreichend nationalistisch fanatisiert war; vielleicht aber auch nur deshalb, weil er „kein Held“ sein wollte, zumindest nicht in einer Sache, die ihm fremd war und die nicht die eigene war. Doch büßen sollte er trotzdem als Teil der deutschen Minderheit – nach den sonderbaren Gesetzmäßigkeiten der Kollektivschuld der Attischen Tragödie, die einen Urahn fehlen und dann tausend Nachkommen büßen lässt, über Generationen hinweg! Schließlich hatten alle deutschen Siedler irgendwann gebüßt, seitdem die Ansiedlung sie zwischen die Nationen der Ungarn, Serben und Rumänen versetzt hatte. So betrachtet waren die Deutschen im Banat nicht weniger eine stigmatisierte Minderheit in Rumänien als die verfemten und auch heute noch verfolgten Zigeuner aus Hinterindien. Sie saßen alle im gleichen Boot – und viele genuine Rumänen, die keine Kommunisten waren, mit ihnen.
Der Zufall wollte es, dass Vater, dessen Familie im Herbst 1944 auf Geheiß der Wehrmacht nicht „heim ins Reich“ geflüchtet war, vielleicht deshalb, weil sie bereits eine Heimat hatten, zusammen mit weiteren einhundertvierundzwanzig Personen aus Sackelhausen zunächst zehn Kilometer zu Fuß nach Freidorf marschieren durfte – bei Wind und Wetter in der Eiseskälte eines Januarmorgens, damit nicht alle mitbekamen, was da vor sich ging. Viele bürgerliche Juden waren aus deutschen Städten ebenso still und leise aus ihren Betten geholt, im Morgengrauen zu den Zügen gebracht und dann in zweitausend Kilometer entfernte Vernichtungslager ins Baltikum verschickt worden. Das war bekannt. Doch die hehren Kommunisten, die eigentlich bessere und gerechtere Menschen sein wollten, waren sich nicht zu schade, das ganze „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ noch mehrfach zu wiederholen, getreu nach Plänen, die Stalin bereits ein Jahr zuvor selbst ausgeheckt hatte. Die Vergeltung an den Deutschen, wo immer man ihrer habhaft werden konnte, ob im Banat oder an der Wolga, hatte System. Die den Nazis in effizienter Diversion vielfach vorgeworfene „Menschenvernichtung in Arbeitslagern“ praktizierten die Kommunisten nun selbst; und dies sogar im Bewusstsein, das „moralische Recht“ auf der eigenen Seite zu wissen. Stramme Antifaschisten der ersten Stunde – sogar aus den Reihen der deutschen Minderheit – sahen die Dinge – mit den Linken der Bundesrepublik und den Offiziellen der DDR – ähnlich. Recht so sagten sie. Und einige ihrer Nachgeborenen Bert Brechts wiederholten die gleichen Worte, als sie die Pforte der roten Alma Mater überschritten gute zwanzig Jahre später. Was an jenem Januarmorgen 1946 geschehen war, interessierte sie nicht weiter.
Vater, ein Jüngling in den besten Jahren wie viele Millionen in der Wehrmacht, die gerade erst in blindem Gehorsam gen Osten marschiert waren, stapfte ergeben durch den Schnee, dem nahen Temeschburg entgegen, er, einer aus der Hundertschaft der anderen Opfer aus Sackelhausen, die nur des Verbrechens bezichtigt wurden, deutsche Zivilisten zu sein, Menschen, die sich ihrer Unschuld bewusst, nicht „heim ins Reich“ geflohen waren. Sie waren zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Fügung des Schicksals? Göttlicher Wille? Welcher Sinn stand dahinter, Unschuldige zum Schafott zu führen? In Freidorf endete für ihn – wie für alle anderen aus der Gruppe der zum Leiden Auserkorenen – jede Form von Freiheit! Oder, anders formuliert: Die Unfreiheiten und Qual eines fünfjährigen Martyriums in Straflager-Verbannung für eine fiktive, unbekannte Schuld, begann in zynischerweise in Freidorf. Von „Freidorf“ aus sollte es noch am gleichen Tag auf „Große Fahrt“ gehen – an den Dnepr, sozialistisch korrekt und human in einem Viehwaggon, in dessen Ecke ein kleines Loch für die Erledigung der Notdurft eingeschnitten worden war. Der Transport von neunzig Menschen, eingepfercht in einem Waggon mit zugenagelten Türen, kam zehn Tage später am Zielort an, in der Ukraine bei Kriwoj Rog. Wenn einer dem Stress schier unerträglicher Bedingungen nicht gewachsen war, der durfte ableben – wie die Juden auf dem Weg nach Lettland oder wie das Vieh auf neuzeitlichen Tiertransporten. Auch „Dezimierung“ war integraler Bestandteil der Vergeltung an den Deutschen.

Zu G. Ortinau

Dass er, das Opfer, die Dinge gerade so sah, vergleichbar mit Herta Müllers Haltung in „Niederungen“ zur gleichen Thematik und nicht anders, fand ich später in einer knappen Erzählung bestätigt, die Horst Fassel und Josef Schmidt in dem „Banater Lesebuch“ „An Donau und Theiß“ im Jahr 1986 veröffentlichten. Unter der Überschrift „Kleine Geschichte“ beschreibt Gerhard Ortinau die Situation seiner Geburt in der Verbannung: „Den Erzählungen meiner Eltern ist zu entnehmen, dass ich am späten Abend in einer Art schilfgedeckten Erdhütte geboren wurde. Im Zimmer befand sich das Wichtigste. Draußen hatten die Leute tagsüber Tunnels in den mannshohen Schnee geschaufelt, mittlerweile hatte sie aber der Sturm schon wieder zusammengewirbelt. (…) Ich erblickte am 17. März des Jahres 1953 in dem Weiler Movila Gildaului das Licht des Bărăgans. Alles andere erfuhr ich aus Büchern und aus Zeitungen: die Fehler, die Zufälle. Ich habe vieles begriffen, nicht aber meine Eltern. Sie, die sie ihre Erinnerungen haben, fragen immer noch: warum? Erklärt ihr es ihnen, sie könnten ansonsten noch einen Irrtum mit ins Grab nehmen. (Es wäre der einzige nicht, aber es wäre einer mehr.)“ Soweit Gerhard in der Rückschau, in einer Betrachtung, die er wohl nach unserem Zusammentreffen im Jahr 1980 in Berlin verfasste? Denn damals besaß er wohl noch keine Schreibmaschine, ein – im Text oben mit erwähntes –„Luxusgerät“, das im kommunistischen Rumänien während der Ceauşescu -Diktatur zu den verbotenen Dingen gehörte – wie Waffen, eben weil es eine Waffe war. Im Gegensatz zu seinen Eltern, die nicht aufhören wollten zu fragen, warum, kannte Gerhard, der aufgeklärte Dichter, die richtige Antwort. Dieses „Darum“ und ein „Deshalb“ markierten den Unterschied zwischen uns. Eine Gesamtverantwortung für eine deutsche Gesamtschuld lehnte ich aus meiner damaligen Erfahrungswelt heraus ab. Eigenverantwortlich sah ich nur mein Tun und die Taten meiner Vorväter aus meiner Familie, die rein waren und nichts Verwerfliches an sich hatten. Was konnte ich mehr verantworten als das eigene Handeln? Mit den Verbrechen des braunen Diktators hatte ich genau so wenig zu tun wie die kommunistischen Utopisten meines Umfelds mit den Gräueln des roten aus dem Kreml. Statt meine Energien „gegen die eigene Identität“ einzusetzen, konzentrierte ich mich auf die Bekämpfung der kommunistischen Ideologie und Gesellschaft, die mir in ihrem Wesen heuchlerisch und vielfach verlogen erschien.

Gebt Gedankenfreiheit – oder: von der unfreien Presse im real existierenden Sozialismus

Die rumäniendeutschen Politiker der Ceauşescu-Zeit sind alle tot: Nikolaus Berwanger, Ernst Breitenstein, Eduard Eisenburger. Der interessanteste von ihnen, der widersprüchlichste, war sicher Berwanger. Durch ihn konnten wir am Anfang der achtziger Jahre manches innerhalb des Adam-Müller-Guttenbrunn-Kreises machen, Regimekritisches, andererseits hat er auch manchen Schaden angerichtet. Was seine wirkliche Rolle war, lässt sich auch heute nicht feststellen, sagt Richard Wagner in einem Gespräch mit Stefan Sienerth. Damit ist eine Richtung markiert, die auf eine „höchst ambivalente Figur“ der Temeschburger Neuzeit verweist. Nikolaus Berwanger, Chefredakteur des deutschsprachigen Regionalblattes „Neue Banater Zeitung“, die er selbst mit dem Segen und unter der Ägide der kommunistischen Partei in die Welt hatte setzen dürfen, war zweifellos der Mittelpunkt des Wortgeschehens. Doch, wem diente und nutzte jene Miniaturzeitung mit dem Sitz in Temeschburg, die eine Alternative, doch kein regionales Gegengewicht zum landesweit erscheinenden Neuen Weg, darstellte?
Den Freunden der Mundart vielleicht? Die sich an ihrer literarisch unterhaltsamen Beilage erfreuten; an der „Pipatsch“, in welcher der leitende Redakteur, der auch ein Mundartdichter war, am liebsten eigene Beiträge druckte? Einem Temeschburger Bildungsbürger bot die NBZ kaum mehr als ein Mitteilungsblatt. Der Dialekt war ihm unzugänglich. Aber auch auf dem Land, wo es sehr verschiedene Dialekte gab, war es nicht immer einfach, das nachzuvollziehen, was gerade gedruckt wurde. Dessen ungeachtet war die Zeitung in gewissen Kreisen recht populär und wurde überwiegend in den Hecke- und Heidedörfern gelesen. Mir entsprach sie nicht, da sie neben der stark provinziellen Ausrichtung auch noch eine Tendenz ins Seichte aufwies und oft unkritisch im Unerheblichen verflachte. Heute behagt mir das zur Beilage zusammengeschrumpfte Blättchen noch weniger, da ich über dieses Medium, also von Rumänien aus von Richard Wagner angegriffen und verleumdet wurde, ein Blättchen, das von dem Aktionsgruppenkollegen Wagners Werner Kremm redigiert wird.
An dem damaligen Blatt, das immerhin einigen wenigen, weitgehend „angepassten“ Journalisten aus der Region eine gewisse, wenn auch nicht adäquate Wirkungsstätte bot und auch Mal den Beitrag eines frei Schaffenden abdruckte, störte mich seinerzeit nicht nur die kurzsichtige Innenschau, die einer Volksverdummung Vorschub leistete, sondern der grundsätzliche Aspekt, dass die NBZ als Presseorgan zu keinem Zeitpunkt wirklich frei war und nie an ein „journalistisches Ethos“ appellierte. Jetzt, nach drei Jahrzehnten ein solches von Redakteuren wie Werner Kremm einfordern zu wollen, der sich, fern von internationalem Presserecht weigerte, meine legitime „Gegendarstellung“ auf Wagners Replik zu drucken, wäre vergebliche Liebesmüh.
Es ist heute nur schwer vorstellbar, dass kritische und konsequente Journalisten wie taz- Autor William Totok, Horst Samson, Luzian Geier, Eduard Schneider und andere, die jahrelang in der Redaktion der NBZ agierten, dort zuständig für Literatur und Kultur, unter den gegebenen Verhältnissen über Jahre geistig überleben konnten – solange bis etwa Totok, offiziell als Übersetzer tätig, aus „Inkompetenz“ und „mangelndem patriotischen Geist“ rausgeworfen wurde. Die „Neue Banater Zeitung“ war ungeachtet einer gewissen Nischenexistenz genau so wenig souverän und frei wie die größere Tageszeitung aus Bukarest, der „Neue Weg“, in dessen Redaktionstuben mein Landsmann aus Sackelhausen Heinrich Lauer sein Brot verdiente. Beide Zeitungen deutscher Zunge und die Blätter aus Siebenbürgen waren genau so unfrei wie alle Zeitungen und Zeitschriften im Land oder im gesamten Ostblock. Schließlich waren Zeitungen und Zeitschriften „Instrumente der Meinungsbildung“, die sich nicht in Freiheit vollziehen sollte. Inzwischen ist einiges vom Ungeist des Journalismus in den Redaktionen westlicher Publikumszeitungen angekommen, wo es auch längst nicht mehr um „Wahrheit“ geht, sondern nur noch um die Durchsetzung bestimmter Positionen, die gerade opportun und zweckdienlich sind.
Wenn es gesellschaftspolitische Entwicklungen von hoher politischer Brisanz gab – wie bei der freien Gewerkschaftsgründung SLOMR in Bukarest und bald darauf durch uns in Temeschburg oder beim Ausbruch von Studentenunruhen – durfte einfach nicht berichtet werden. Realsozialistische Zeitungen waren reine Mittel der Machtausübung und des Machterhalts. An den Schalthebeln der Macht in den Zentralen saßen loyale Stützen des Systems, Handverlesene, die an der Partei- und Journalismushochschule „Stefan Gheorghiu“ ausgebildet worden waren, leider Gottes auch Deutsche.
KP- Mann Nikolaus Berwanger war eine der tragenden Säulen des Systems. Kraft seiner Position als „Chefredakteur“ und Vertrauensmann hatte er ein serviler Diener des Systems zu sein. Alle Bürger im Land, die sich des gesunden Menschenverstandes bedienten, wussten, dass die Partei alle Führungsfunktionen ausschließlich mit loyalen Kräften bestückt hatte, vom kleinen Meister in der Fabrik aufwärts bis zum „Direktor“, der auch nur Direktor sein durfte, wenn es der Partei gefiel. Persönlichkeiten, die auf die politische Meinungsbildung Einfluss nehmen konnten, die besondere Presseaufgaben umzusetzen hatten, wichtige Multiplikatoren wie er und seine leitenden Mitarbeiter, mussten „ganz auf Linie“ sein. Das waren die oft ungeschriebenen „Spielregeln“, ostblockweit – und das war allen bekannt. Überall im kommunistischen System war dies so – also war das auch jedermann bewusst, der in einem der osteuropäischen Staaten lebte und „offenen Auges durch seine Welt schritt“. Die potjomkinschen Fassaden waren da – man brauchte nur dahinter zu gucken!

„Gegen den Strom“? „Repräsentant“ ohne Legitimation und Kulturfunktionär im Auftrag

Da jede Medaille zwei Seiten hat und die komplexe Existenz eines Menschen in schwieriger Zeit viele Facetten aufweist, kann, je nach veränderter Perspektive, auch das hervor gekehrt werden, was andere nicht sahen. Es gab viele Möglichkeiten und Gründe, zum Kollaborateur zu werden und sich in individuelle Schuld zu verstricken, vor allem dann, wenn man erpressbar war. Und Schriftsteller und Dichter, die ihre Werke veröffentlicht sehen wollten, waren – viele Beispiele verweisen darauf – tatsächlich erpressbar.
In den Augen seiner damaligen Gefolgsleute und Anhänger war Berwanger ein sozialistisches Vorbild; eine Person, die sich aus einfachen Anfängen heraus auf der vielversprechenden Welle des Antifaschismus mit Parolen in eine soziale Stellung hochgedient hatte, die ihm Ehre und Macht verlieh; die ihm – im Rahmen einer tolerierten Narrenfreiheit – auch die Möglichkeit bot, „einiges für das Deutschtum in der Region zu tun, speziell für die Beibehaltung der deutschen Sprache und der deutschsprachigen Literatur.“ Einiges an guten und nützlichen Dingen hat Berwanger sicherlich auch bewirkt und umgesetzt, doch um welchen Preis? Manche, die ihm näher standen und auch den Kulturbetrieb der Stadt näher kannten, unter ihnen seine Protegierten und Mitarbeiter bei der NBZ, die heute allesamt in der Bundesrepublik leben, könnten und sollten, schon aus historischen Überlegungen heraus, seine Taten ansprechen und seine eventuellen Meriten aus heutiger Sicht bewerten. Reden wir doch darüber, was er „angerichtet“ hat!
Ein kleines Symposion zu dem Thema „Berwanger“ beim IKGS in München, dessen Essenzen eigentlich veröffentlicht werden sollten, brachte laut Presse nicht viel Neues. Das Thema wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Je nach Interessenlage wurde auch ich in den letzten Jahren kräftig munitioniert – von beiden Seiten, wobei es an gegenseitigen Verfehlungen und Schuldzuweisungen nicht mangelte. Der vielsagende und in manchen Punkten erhellende Briefwechsel Berwangers mit früheren „Genossen“ und Freunden – etwa mit Dieter Schlesak – verstaubt noch unausgewertet in den Literaturarchiven. Anderes unterliegt dem Datenschutz – Nahrung für neue Mythen.
Mir erschien Berwanger seinerzeit im Jahr 1978 aus meiner systemkritischen und deshalb nicht gerade objektiven Sicht nur als ein Typus, den die Rumänen „lichea“ nennen, als ein saturierter Bonze und ein systemtreuer Opportunist, der auch als willfähriger Literaturfunktionär agierte. Als solchen hat ihn selbst Richard Wagner in „Ausreiseantrag“ skizziert. Wagner, damals serviler Untertan seines Herrn, müsste es genau wissen. Er, der Lyriker, diente ihm, dem Chef, dem Chefredakteur und Mundartdichter, als Chauffeur!
Nur Berwanger heute posthum gar als „Schwimmer gegen den Strom“ stilisieren zu wollen, was auch schon erfolgt ist, übersteigt jedoch jeden Realitätssinn, jeden guten Geschmack, ist hochgradig absurd, eine Verhöhnung all jener, die unter solchen Handlangern der Diktatur bis in die Gefängnisse hinein zu leiden hatten. Wenn Berwanger „gegen den Strom“ schwamm – wogegen schwamm ich dann selbst in meinem jahrelangen Ankämpfen gegen Totalitarismus und kommunistische Diktatur? Etwas Aberwitzigeres lässt sich dem Titel dieses Buches „Gegen den Strom“ kaum noch entgegenstellen!? Berwanger, der, mit einem sehr bescheidenen Talent ausgestattet, selbst dichtete, menschlich sogar jovial und bisweilen vielleicht sogar integer sein konnte, war jedoch nicht nur ein serviler Zuträger des Systems und ein Literaturverwalter. Er war darüber hinaus – und das wird oft vergessen – ein „waschechter kommunistischer Politiker deutscher Nationalität“ mit klar definierten Aufgaben. Er war ein klarer Funktionsträger und der beratende Ansprechpartner der Kommunistischen Partei schlechthin, wenn es um Minderheitenangelegenheiten der Deutschen im Banat ging und Fragen, die uns alle betrafen, auch jenseits der Literatur und Kultur. In dieser Eigenschaft, das wussten wenige und vergaßen nach dem Umsturz viele Zeitgenossen, griff er direkt in die Existenz seiner donauschwäbischen und Temeschburger Landsleute ein und bestimmte ihr Schicksal mit.
Für die von ihm wahrgenommenen Aufgaben, die deutsche Minderheit im Banat kulturell und indirekt auch politisch zu vertreten, hatten viele ehemalige Banater überhaupt kein Verständnis, da sie zu keinem Zeitpunkt demokratisch legitimiert war. Mit den Wölfen zu heulen war eine Haltung, die vielen einfachen Menschen zutiefst fremd war, da das Mitjaulen nur den Schrecken verstärkt, den das Rudel verbreitet. Für mich, den politisch wie historisch Festgelegten, waren „Charaktere“, die „ihre Identität“ preisgaben, um ehrgeizig Karriere zu machen und ihre Selbstverwirklichung zu betreiben nicht mehr als seelenlose Vehikel der Macht, Marionetten im Tanz, die um den Despoten Ceauşescu rotierten.
Berwanger, dessen angebliche „antifaschistische Haltung“ ich durch keine entsprechenden Taten belegt und bestätigt sah, war nur einer unter den sanktionierenden Stützen des Systems – und er lebte gut dabei. Die Partei dankte es ihm und den anderen in ähnlicher Position mit Privilegien aller Art.
Immer wenn ich seinerzeit als Jugendlicher über diese Ungerechtigkeiten nachdachte, kam Wut auf und heftige Erregung. Verrat aus den eigenen Reihen? Da rebellierte es in mir. Doch Berwanger war nicht nur Journalist, Berufsantifaschist, Mundartdichter und Politiker; er war ein Tausendsassa und – man mag es gar nicht aussprechen – er repräsentierte sogar die „Kultur“ in der Region. Er, das Proletarierkind aus dem Zuckerfabrikhof in Freidorf, bestimmte über die Kultur eines ganzen Raumes, schlechthin über unsere Köpfe hinweg, selbst den Gang des Geistes in den Köpfen bestimmte er mit. Als Kultur-„Macher“ war er mir vor allem deshalb unerträglich, weil er, ähnlich der Schlange im Paradies, als verkappter Kulturimperialist auftrat, der andere, vor allem junge Künstler, die sich noch nicht festgelegt hatten, verlockend korrumpierte, einen Köder einsetzend, den die Partei genehmigt hatte.
Im Umfeld, wo er mir begegnete, kam ihm die von den Oberen auferlegte Aufgabe zu, den losen Kreis kreativer Menschen, die dichteten und schrieben, an sich zu ziehen, ihn zu binden und ihn so zu instrumentalisieren, dass von seinen Mitgliedern keine geistige Gefahr mehr ausgehe. Mich wunderte es nur, wie gerne die „sonst so kritischen Geister“ dem „Rattenfänger“ folgten.
Zuviel Macht war in seiner Person gebündelt. Er stand dem „Adam Müller Guttenbrunn-Kreis“ vor und bestimmte über diesen die Literaturpolitik der Region. An ihm vorbei konnte kaum ein Schriftsteller debütieren. Er war früher Lektor, Liktor und Zensor zugleich. Er war der Mann mit der großen Schere, von dem Heine spricht, er war der Metternich Lenaus. Er war die Kontrollinstanz, die das „Plazet“ aussprach, der allem seine Weihe und damit die indirekte Sanktion der Partei gab.
Während meiner seltenen Begegnungen mit diesem selbst ernannten Mäzen kam es zu keinen Erkenntnissen mit nachhaltiger Wirkung. Kurz: Berwanger beeindruckte mich nicht, da er nur durch seine Position präsent war, nicht aber als Persönlichkeit von Format. Vielmehr scheute ich ihn, da mir nichts einfiel, was ich mit ihm hätte erörtern können, ohne zu heucheln und ohne mich selbst verbiegen zu müssen.
Weshalb ich ihm und dem Kreis meine damals verfassten Texte vorenthalten habe, fragt man mich heute? Was hätte ich damals im Dialog erörtern können oder sollen? Mein „antistalinistisches Zeitromanprojekt“ vielleicht, „Die Flucht in die Heimat“, in welchem es um stalinistische Geschichtsschreibung und primär um die Verbrechen der Roten ging, um den Genozid an Deutschen? Wie hätte Berwanger das unzeitgemäße und ketzerische Werk aufgenommen? Hätte er geschwiegen? Oder hätte er doch gleich diskret zum Telefon gegriffen und kurz Hauptmann Pele oder Major Köppe von der „Securitate“ informiert, im typisch vorauseilenden Gehorsam und als potenzielle Empfehlung? Solch ein Risiko konnte ich nicht eingehen. Mir fehlte einfach das Vertrauen. Nie konnte ich herausfinden, ob er wirklich integer war.
Als „Mann des Systems“ unterhielt Berwanger exzellente Kontakte zum Geheimdienst „Securitate“, namentlich zu ihrem damaligen Chef Mortoiu. Er soll auch – in einem Anflug von schriftstellerischer Solidarität – einzelne Dichter, deren Verse gerade auf dem Prüfstand der Sicherheit standen, aus der Untersuchungshaft herausgeholt haben. Mag sein. Doch sollte man deshalb auch den verbrecherischen NS-Bonzen Hermann Göring sympathisch finden, nur weil er von den Vielen auf der „Liste zur Vernichtung im KZ“ einige Wenige gerettet hat – und dies vielleicht nur aus dem perversen Antrieb, um seine Macht voll auszukosten?
Aus solchen Überlegungen heraus verhielt ich mich Berwanger gegenüber stets reserviert, mied seinen Umgang, seine Nähe und reduzierte meine Rolle in dem weiten, losen Kreis auf die untätige Präsenz eines Statisten, der alles aus der relativen Ferne einer Ecke beobachtete und auf diese Weise seine Konsequenzen zog. Lieber im Obskuren ausharren, als mitschuldig werden an einem geistigen Verrat, der die Gesellschaft bedrohte.
Berwangers Verhalten erschien besonders dann hochgradig suspekt, wenn er, ungeachtet der Mangelgesellschaft, in der wir lebten, einem generösen Pascha gleich, im Bierkeller großzügige Bestellungen für alle aussprach und ebenso selbstgefällig wie leger die dicke Zeche beglich, aus welchen Mitteln auch immer. Entsprach das nicht einer „direkten Vereinnahmung“ junger Menschen? Einer Vorform zur Ermöglichung einer Buchproduktion? Wer konsequent war, hatte wenig Verständnis für solche Formen materiellen Bezirzens, die irgendwann in eine weitere Kollaboration münden konnten. Wer „A“ sagte, musste später auch „B“ sagen; zunächst zur „Partei“ – und dann, das vergaßen die Dichter, auch zur „Securitate“.
Selbst die erste Stufe der Mitarbeit über Vereinnahmung und Privilegien hatte nach meiner damaligen Auffassung bereits etwas „Verräterisches“ an sich. Zahlreiche Menschen aus meinem Umfeld lehnten diese Art des unterwürfigen und speichelleckerischen Vasallentums ebenfalls ab, weil es weitgehend dafür verantwortlich war, dass die Heuchelei im Land weiterhin triumphieren und regieren konnte. Es waren die Gleichen, die es ablehnten, der „einzigen Partei“ beizutreten und die vielen daraus folgenden Konsequenzen negativer Art ertrugen.
Berwanger, der zeitweise im bescheidenen Maße literarisch aktiv war, publizierte und irgendwann, nachdem ihn seine Minderheit verlassen hatte, noch vor seinen Schützlingen in der Bundesrepublik ankam, empfand sich selbst als Mäzen und Protektor junger Dichter, selbstherrlich und freigiebig wie ein barocker Fürst im Absolutismus. Dank seiner guten Kontakte zur Partei hat er auch die Edition des einen oder andern Lyrikbändchens ermöglicht. Wer waren die Nutznießer? Eine „Handvoll Leute“ aus dem Partei-Umfeld, deren Büchlein in kleiner Auflage allesamt gedruckt wurden, die aber auch die Preise der Jungendorganisation dieser totalitären Partei einheimsten – ohne Scham, „Preise“, die später andere Preise ermöglichen sollten! Als lohnte sich die unethische System-Kollaboration doch?
Über den literaturhistorischen Wert solcher Lyrikeditionen, die kaum ein Publikum fanden, mag man diskutieren. Vielleicht glaubte Berwanger daran, so auf dem richtigen Weg zu sein und im Rahmen seiner Möglichkeiten das herauszuholen, was machbar war. Ihm und seinem Umfeld standen alle Verlagstüren im sozialistischen Rumänien offen; und er durfte sich als einer der wenigen „ein paar Zwischentöne“ erlauben wie früher der Hofnarr am Königshof, „leise Kritik“, die anderen Akteuren sicher eine Verfolgung wegen „antisozialistischer Propaganda“ und somit „einige Jahre Haft“ eingebracht hätten, ganz nach dem Motto: Quod licet Iovi … Immerhin fand ich in einigen seiner kleinen, unerheblichen Geschichtlein aus dem realsozialistischen Alltag mit satirischem Unterton mehr „Kritik“ vor, als in Herta Müllers „Niederungen“, wo nur die „deutsche Gemeinschaft“ des Banats unter Anklage stand. Weshalb ließ Berwanger dieses Spott-Bändchen gegen das eigene Volk zu? Weshalb förderte er es gar direkt oder indirekt? Vielleicht um mit den rumänischen „Genossen“ aus der Kommunistischen Partei einmal genüsslich über die „dummen Deutschen“ im Land zu lachen?

Januskopf – Ein Bild im Wandel

Nikolaus Berwanger, der eigentlich erst sehr spät als „Poet“ debütierte, eigentlich als „Mundartdichter“, erst 1976, zu dem Zeitpunkt, als ich mit seinem erstmals Kreis in Berührung kam, wurde von der späteren „regionalen Literaturkritik“ recht schonend behandelt, verständnisvoll, ja gnädig – selbst von Personen, die unter dem von ihm gestützten System als Literaten zu leiden hatten wie Herbert Bockel, dessen Dissertation am Anfang der siebziger Jahre nach Faschismustendenzen untersucht wurde. Bockel, dem die zahlreichen ambivalenten und fragwürdigen Verhaltensweisen Berwangers sehr wohl bewusst sind, findet in einem 1997 gehaltenen, veröffentlichten Vortrag auch manches Positive und Lobenswerte an dem Mundartdichter, bisweilen auch ein paar tiefgründige Zeilen.
Berwanger, der glaubte, seine Zeit gelebt zu haben – und nicht sein Leben, wurde ein Opfer seiner Zeit, weil er ihren „Ungeist“ mittrug und sich vom billigen „Zeitgeist“ tragen ließ. Als er seine „herausgehobene Stellung des einzigartig Privilegierten“ doch noch aufgab, was für eine gewisse menschliche Größe spricht, für späte Einsicht und Reue – und von einer Besuchsreise in die Bundesrepublik nicht mehr nach Temeschburg zurück reiste – katapultierte er sich selbst in die Bedeutungslosigkeit und in die Isolation. Die Anfeindungen in der Bundesrepublik aus konservativen Kreisen gingen über die Würdigung der spärlichen Meriten hinaus. Die Kompromisshaltung des Paktierers, der aus dieser Haltung heraus vielleicht auch etwas an Gutem bewirken konnte, wurde von vielen ausgereisten Landsleuten genauso wenig verstanden und geachtet wie einst von mir im zarten Alter von achtzehn Jahren. Doch Berwanger wurde nicht nur von seinen früher oft übergangenen Landsleuten geschnitten, gar bestraft und von seinen marxistischen Zöglingen, die sich allesamt von ihm abwandten, sondern auch von der bundesrepublikanischen Gesellschaft, die ihn der Anonymität und der Bedeutungslosigkeit preisgab. Das Resultat war existenzielle Verbitterung, die aus einer späten, in der Bundesrepublik entstanden Lyrik herausgelesen werden kann. Nach seiner Flucht 1984 saß er nicht nur „zwischen den Stühlen“; er geriet sogar zwischen die gnadenlosen Mühlenräder aus Stein, die ihn letztendlich zermalmten. Ob er noch eine späte Würdigung erfahren wird für das Positive, was er in einem ausgefüllten Leben „zwischen den Fronten“ als „ehrlicher Makler“ geleistet hat? In seiner Heimatstadt Temeschburg hat man immerhin eine Straße nach ihm benannt, nicht in „Freidorf“, sondern zentral, im Herzen der Stadt. Wenn das nicht mehr ist, als nur der Wink einer alten Seilschaft? Viele Fragen bleiben offen – Raum für die Forschung!?
Ob eine aktive „Kollaboration“ der deutschen Minderheit mit der RKP überhaupt sein musste, um das Überleben der Kultur zu sichern und im Interesse vieler Menschen, das ist eine Grundsatzfrage, die hier nicht zu Ende diskutiert werden kann. War sie notwendig? Wie weit konnte, durfte man gehen? Wurde sie von den richtigen Personen wahrgenommen? Und hat Berwanger das Maximale herausgeholt, bevor er sich 1984 von den „Kommunisten“ endgültig absetzte? Ob er auch „über seinen Schatten springen“ konnte, ob er es „durfte“, um sich dabei „Freiheiten herauszunehmen“ wie andere Protegés in anderen Diktaturen, Narrenfreiheiten, die gar „Regimekritisches“ ermöglichten?“ Ob Berwanger gar die „schwere Last des Amtes“ nur aus „Altruismus“ angenommen hatte, um, sich selbst aufopfernd, für die „Deutschen im Banat Gutes zu tun“? Vielleicht! Vielleicht auch nicht! Ob er das, was er tat, vor seinem Gewissen rechtfertigen konnte? Später scheint er wirklich einiges bereut zu haben? Ob er nur da war, eingesprungen war, um einen „Schlimmeren an gleicher Stelle zu verhindern“?
Das alles sind Denküberlegungen beruhend auf Fakten, die jedem von uns, ob Schriftsteller, Dissident oder normaler Staatsbürger, mehr oder weniger bewusst waren. Vieles aber, was beim Wägen der Meriten und Verfehlungen wichtig wäre, ist noch nebulös und unbeantwortet. All das wird auch noch eine Weile im Bereich der Spekulation verbleiben, nicht zuletzt deshalb, weil enge Wegbegleiter, die Licht ins Dunkel bringen könnten, nur das zu seiner Person aussagen, was ihnen aktuell in den Kram passt, Leute wie Richard Wagner, die nicht „historisch aufklären“, sondern rücksichtslos bis impertinent die „Version“ und „Interpretation“ der Ereignisse in die Welt setzen, die den „eigenen Interessen“ dient. Das habe ich in meiner Auseinandersetzung mit ihm auch in der Sache Herta Müllers innerhalb von zwei Jahren immer wieder erfahren müssen.
„Regimekritisches“ jedenfalls hat – nach meinem Erkenntnisstand – weder Berwanger ermöglicht, noch einer aus dem kommunistischen Umfeld, am wenigsten der von ihm geförderte KP-Genosse Richard Wagner, der „kein Dissident“ sein wollte und deshalb mit der „Metapher“ opponiert haben will, nach eigener Aussage unter einer Tarnkappe versteckt. Grotesk! „Regimekritisches“!? Ein schönes Thema für eine Abhandlung, für eine Apotheose oder eine Apologie. Schon seit längerer Zeit warte ich auf einen Bericht über die regimekritischen Aktivitäten der Linksintellektuellen aus Berwangers Umfeld vor 1985. Bisher ist er ausgeblieben – vielleicht kommt er noch!
Ironie des Schicksals: Gerade diejenigen unter den linken Literaten, die Berwanger als Mäzen, Mentor und Protektor wohl am meisten verdanken, ignorieren ihn heute fast vollkommen und tun so, als ob sie ihn und seinen Kreis nie gekannt hätten. Undank ist der Welt Lohn – Unser oberster Repräsentant im Ceauşescu -Staat könnte ein Lied davon singen, auch eines von „kommunistischer Solidarität“, wenn er denn nicht bereits verstorben wäre. Bereit „auszupacken“ war er in jedem Fall, zumal er die Selbstinszenierungen, Stilisierungen und Retuschierungen gerade in der Vita von Herta Müller nach ihrer Ankunft 1987 in der BRD nicht mittragen wollte. In einem weitgehend nur Insidern bekannten Interview an entlegener Stelle in der Zeitschrift für Politik „Düsseldorfer Debatte“, namentlich in dem Gespräch mit Volker Kaukoreit, plaudert der einst mächtige Mann des Banats aus dem Nähkästchen und sagt dort mehr, als Herta Müller angenehm sein kann. Auszüge aus dem brisanten Dialog wurden von mir in der internationalen Presse mehrfach zitiert und kommentiert – trotzdem: Die Karawane zieht weiter … ohne dass bestimmte historische Details weite Kreise interessieren würden.
Nikolaus Berwanger, von mir und anderen Oppositionellen seinerzeit als reiner Funktionsträger der KP wahrgenommen, interessiert heute primär als „Zeitzeuge“. Da er eine Schlüsselposition innehatte, kann sein Schrifttum viel über das „Innenleben des Systems“ aussagen; darüber hinaus auch noch einiges zum literarischen Werdegang früherer Systemzöglinge, deren Lebenslauf gerade in Sachen Opportunismus und Kollaboration manche dunklen Stellen aufweist.
Weshalb er sich absetzte und wie es ihm gelang zu fliehen, ohne dass die „Securitate“ dem langjährigen Vertrauensmann der KP in hoher Stellung ein Mordkommando hinterherschickte, das ist eine andere Geschichte. Vielleicht gelang es ihm, sich zu arrangieren? Vielleicht baute man ihm eine „goldene Brücke“ und ließ ihn ziehen, wohl wissend, dass er zwischen den Fronten und in der Bedeutungslosigkeit landet? Wie auch immer! Fakt ist allerdings, dass Berwanger floh, als der Exodus der Deutschen im Banat über doppelte Freikaufzahlungen auf seinen Höhepunkt zustrebte. Ein interessanter Zeitpunkt, denn Herta Müller und ihr KP-Gatte Richard Wagner sagten damals noch „Nein“ zu einer Ausreise in die BRD. Sie wollten in Ceauşescus Staat bleiben!
Weshalb? Weil es ihnen dort schlecht ging? Weil sie verfolgt wurden? Weil sie gar gemartert wurden? Ganz im Gegenteil! Ceauşescu ließ sie reisen! Herta Müller kam seit 1984 bis zu ihrer Ausreise mehrfach in die Bundesrepublik, während ihr KP-Gatte 1985 zum Schriftstellerkongress nach Münster in Westfalen durfte – vier Jahre vor der Wende. Berwanger lief davon – seine Zöglinge Müller und Wagner blieben! Weshalb?

Carl Gibson wurde abgelichtet von Monika Nickel.

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Stuttgart im Herbst – Bilder aus der schwäbischen Hauptstadt rund um Kultur, Geschichte, Literatur

Stillleben im Herbst

Stillleben im Herbst

Ein Rundgang durch die Stadtmitte – ohne Worte.
Die Bilder sprechen für sich.

Der Schelling und der Hegel,
der Schiller und der Hauff,
das ist bei uns die Regel,
das fällt hier gar nicht auf.

Symbole

Symbole

Stiftskirche

Stiftskirche

Blick über Platenen in der Königsstraße auf den guten Stern über Stuttgart

Blick über Platenen in der Königsstraße auf den guten Stern über Stuttgart

Gedenken an den Widerstand von Dr. Eugen Bolz gegen die NS-Diktatur- Bronzeplastik von Alfred Hrdlicka

Gedenken an den Widerstand von Dr. Eugen Bolz gegen die NS-Diktatur- Bronzeplastik von Alfred Hrdlicka

Götterbote

Götterbote

Otto Dix im Kubus

Otto Dix im Kubus

Königsbau am Schlossplatz

Königsbau am Schlossplatz

Hirsch - Symbol und Wappentier

Hirsch – Symbol und Wappentier

Erinnerung an den Hitler-Attentäter und Widerstandskämpfer Graf von Stauffenberg

Erinnerung an den Hitler-Attentäter und Widerstandskämpfer Graf von Stauffenberg

Geburtsort des späteren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker - Neues Schloss

Geburtsort des späteren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker – Neues Schloss

Stillleben im Herbst

Stillleben im Herbst

Durchblick -veränderte Perspektive

Durchblick -veränderte Perspektive

Fernsehturm im Novembernebel

Fernsehturm im Novembernebel

Vor der Oper

Vor der Oper

Kunst und Bahnhof

Kunst und Bahnhof

Friedrich Schiller-Statue vor der Oper - visionär - der poeta laureatus von Vandalen beschädigt

Friedrich Schiller-Statue vor der Oper – visionär – der poeta laureatus von Vandalen beschädigt

Friedrich Schiller ohne Hand - von Vandalen beschädigt

Friedrich Schiller ohne Hand – von Vandalen beschädigt

Oper

Oper

Herbst in Stuttgart

Herbst in Stuttgart

Berliner Mauer, Rest,  in Stuttgart

Berliner Mauer, Rest, in Stuttgart

Autoren-Büchertisch, VS-Mitgliederversammlung im Ratskeller

Autoren-Büchertisch, VS-Mitgliederversammlung im Ratskeller

Über den Dingen - Philosoph GWF Hegel am Stuttgarter Rathaus

Über den Dingen – Philosoph GWF Hegel am Stuttgarter Rathaus

Stuttgarter Rathaus

Stuttgarter Rathaus

Stuttgardia am Ratskeller

Stuttgardia am Ratskeller

Brunnen vor der Stiftskirche

Brunnen vor der Stiftskirche

Inschrift

<img src="https://carlgibsongermany.files.wordpress.com/2012/12/dscf2200.jpg?w=168" alt="Stiftskirche Stiftskirche Frontalansicht

B

Stiftskirche,Seiten-Portal

Stiftskirche,Seiten-Portal

 Altes Schloss mit Flohmarkt

Altes Schloss mit Flohmarkt

Inschrift Widerstandsdenkmal von Ernst Bloch

Inschrift Widerstandsdenkmal von Ernst Bloch

Friedrich Schiller Denkmal

Friedrich Schiller Denkmal

Friedrich Schiller Denkmal, Detail

Friedrich Schiller Denkmal, Detail

Friedrich Schiller Denkmal, Detail

Friedrich Schiller Denkmal, Detail

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Landtag BW

Landtag BW

Ein Freund der Wahrheit -GWF Hegel-Büste, am Stuttgarter Rathaus

Ein Freund der Wahrheit -GWF Hegel-Büste, am Stuttgarter Rathaus

Wappen Königreich Württemberg - Initialen Fridericus Rex

Wappen Königreich Württemberg – Initialen Fridericus Rex

B

Widerstand Mahnmal gegen Gewalt und Terror

Widerstand Mahnmal gegen Gewalt und Terror

Ein Gesicht der "historischen Wahrheit" - Teilstück der "Berliner Mauer" ausgestellt in Stuttart

Ein Gesicht der “historischen Wahrheit” – Teilstück der “Berliner Mauer” ausgestellt in Stuttart

OperNeues Schloss Rückseite Wappen

[/caption]Plan der ehemaligen Carlsschule

Im Herbstnebel -  Der Bahnhof ist noch da

Im Herbstnebel –
Der Bahnhof ist noch da

Herbst im Park

Herbst im Park

Halleluja!

Halleluja!

Röhrenbrunnen am Markt

Röhrenbrunnen am Markt

Panta rhei - alles fließt, Röhrenbrunnen am Markt, Detail

Panta rhei – alles fließt, Röhrenbrunnen am Markt, Detail

Der neue Arbeitsplatz von fritz Kuhn -  Stuttgarter Rathaus

Der neue Arbeitsplatz von fritz Kuhn –
Stuttgarter Rathaus

Königreich Württemberg -Hoheitssymbole

Königreich Württemberg -Hoheitssymbole

Rest der 1944 zerstörten Carlsschule

Rest der 1944 zerstörten Carlsschule

Löwenstark - das Ländle!

Löwenstark – das Ländle!

Muße und Muse

Muße und Muse

Der Landtag von Baden-Württemberg

Der Landtag von Baden-Württemberg

Am Schlossplatz

Am Schlossplatz

Zum Schutz der Politiker und Ministerialbeamten?   Grimmiger Leu am Tor zum Neuen Schloss

Zum Schutz der Politiker und Ministerialbeamten?
Grimmiger Leu am Tor zum Neuen Schloss

Die schwäbischen Terracotta-Krieger?  (Stiftskirche Innen)

Die schwäbischen Terracotta-Krieger?
(Stiftskirche Innen)

Quo vadis?

Quo vadis?

Säulengang, Kollonaden, Königsbau

Säulengang, Kollonaden, Königsbau

Königlicher Zierbrunnen ohne Wasser

Königlicher Zierbrunnen ohne Wasser

Fotos und Copyright: Carl Gibson

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„DIE“ saubere „ZEIT“ und der „schmutzige Journalismus“ in Deutschland!? – Offener Brief an die Herausgeber des Magazins „DIE ZEIT“ – zur kritischen Herta Müller-Debatte

Offener Brief an die Herausgeber des Magazins „DIE ZEIT“

„DIE“ saubere „ZEIT“ und der „schmutzige Journalismus“ in Deutschland!?

DIE ZEIT aus Hamburg - Welch ein Vorbild!?

DIE ZEIT aus Hamburg – Welch ein Vorbild!?

http://www.fnweb.de/region/main-tauber/bad-mergentheim/carl-gibson-gegen-herta-muller-1.1251813

Werte Herausgeber,

Gibt es einen Unterschied zwischen der Berichterstattung der ZEIT und jener der BILD-Zeitung?

Das fragte ich mich oft – und kam zur Schlussfolgerung:

Ja, es gibt einen kleinen, feinen Unterschied zwischen beiden Blättern:

Die BILD-Zeitung ist ehrlicher!

Dafür ist DIE ZEIT umso heuchlerischer !

Nun, wie kam ich zu dieser Überzeugung?

Ich habe in einem konkreten Fall überprüft, wie es DIE ZEIT mit der Wahrheit hält und musste dabei feststellen, dass die ZEIT der Lüge ein breites Forum einräumt, während sie gleichzeitig die Wahrheit abwürgt, unterdrückt,

um die Lüge zu decken

und um vom eigenen Versagen abzulenken, dieses zu kaschieren, statt sich der offenen Debatte zu stellen.

DIE ZEIT betreibt unprofessionellen, unethischen, ja schmutzigen Journalismus – und wer dagegen hält, das Recht auf freie Meinungsäußerung einfordert, der wird mit Anwaltspost konfrontiert.

Ergo sollte DIE ZEIT sich selbst an die Nase fassen, statt breit über guten Journalismus die Werbetrommel zu rühren.

„Jedermann kehre vor seiner eigenen Tür“, las ich an einer Hausfront.

Das sollten die ZEIT-Herausgeber und Redakteure beherzigen, wenn sie mit ungleichem Maß messen, der frechen, unverhohlenen Lüge Raum geben und dabei im gleichen Atemzug die Wahrheitssuchenden ausbremsen.

Es ist ein Skandal, was sich DIE ZEIT geleistet hat,

ein noch nicht bekannt gewordener Fauxpas der Sonderklasse, der unethische Konsequenzen hatte und der noch zum Bumerang werden kann,

gerade weil die Glaubwürdigkeit der ZEIT eminent tangiert ist.

Fakt ist:

Ein ZEIT-Redakteur oder mehrere ZEIT-Redakteure haben an dem Lügen-Artikel, in welchem Herta Müller sich selbst erfindet, ihre Verfolgung im Kommunismus erdichtet und dabei sogar noch bei ihrem wohl schärfsten Kritiker Carl Gibson plagiatsverdächtig abkupfert „Die Securitate ist noch im Dienst“ kräftig mit gestrickt.

Trotzdem erschien dieser ominöse Team-Work-Artikel – mit der volksverhetzenden Zwischenüberschrift

„Die Verleumdung gehört zum Brauchtum der Banater Schwaben“

unter dem Namen der für den Literaturnobelpreis nominierten Herta Müller.

Wer ist für die zahlreichen Unwahrheiten in dem Artikel verantwortlich?

Herta Müller oder DIE ZEIT?

Wer hat die Urheberschaft an dem Ausspruch:

„Die Verleumdung gehört zum Brauchtum der Banater Schwaben“,

Herta Müller oder DIE ZEIT?

Das fragte ich damals vielfach öffentlich – und das frage ich auch heute noch, weil eine Antwort auf diese wichtige Frage noch aussteht.

Herta Müller hat bekanntlich den Nobelpreis für Literatur bekommen!

Nach meiner Auffassung wurde dieser Nobelpreis forciert und mit massiver Protektion durchgesetzt.

Herta Müller hätte diese symbolträchtige Auszeichnung und Ehrung nie erhalten, wenn DIE ZEIT die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Lügenartikel „Die Securitate ist noch im Dienst“ nicht willkürlich abgewürgt hätte.

Diesem moralischen Vorwurf muss sich die ZEIT stellen, wenn sie ihre künftige Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel setzen will.

DIE ZEIT hat vieles von meinen berechtigten Richtigstellungen zur Thematik gestrichen – aus welchen Gründen aus immer .

Trotzdem bemühe ich mich seit dem Zeitpunkt des Erscheinens des Lügenberichts um eine umfassende Wahrheitsfindung – bis zum heutigen Tag als Einzelkämpfer, als David gegen Goliath, als einsamer Rufer in der Wüste … und auf fast verlorenem Posten.

Seinerzeit appellierte ich mehrfach an DIE ZEIT-Redaktion.

Email an DIE ZEIT Online-Redaktion vom 31. Juli 2009

als Reaktion auf die Sperrung des Kommentators Carl Gibson auf der Seite DER ZEIT Online,

nachdem dieser eine Reihe von Richtigstellungen zum Lügen-Artikel von Herta Müller „Die Securitate ist noch im Dienst“ vorgenommen und veröffentlicht hatte.

„Sehr geehrter Herr Kuhn,

ich bin bereit, Ihnen alles zu beweisen und für jede meiner Aussagen Belege zu unterbreiten.

In welcher Form darf ich das tun?

Ich komme gern in die Redaktion und führe ein differenziertes Gespräch mit Ihnen oder Ihren Kollegen.

Mir geht es um die Sache. Ich bin ein Opfer der Diktatur, habe Ceausescu persönlich über die UNO verklagt – und mein Leben riskiert.

Damals war RW in der RKP.

Als Historiker habe ich meine Zeit dokumentiert und bin dabei auf viele offene Fragen gestoßen.

Seinerzeit, als wir 1979 in nach der Gründung der freien Gewerkschaft SLOMR in die Gefängnisse geworfen wurden, berichtete DIE ZEIT darüber.

Ich bin Ihrem Magazin verbunden und werde es auch bleiben, auch wenn jetzt in der Auseinandersetzung mit den rum(änischen) Kommunisten die Wogen etwas hoch gehen.

Ich bin für eine absolute Versachlichung der Diskussion.

Bitte publizieren Sie meinen offenen Brief an Herta Müller als eine Art Gegendarstellung der dort erlebten Realitäten – oder Teile daraus.

Es ist im Interesse der Öffentlichkeit, wenn die Geschichte adäquat aufgearbeitet wird.

Einige meiner Mistreiter liegen tot am Wegrand – ein wichtiger Zeitzeuge, der bei der UNO Klage gegen Ceausescu neben mir auftrat, wurde in den USA umgebracht.

Die Details finden Sie in meinem Buch “Symphonie der Freiheit” –

über books.google können Sie Einblick nehmen.

Es tut mir leid, dass die Sache eskaliert ist. Aber wir können alles wieder beheben, wenn wir den objektiven Diskurs erreichen.

Auf öffentliches “Streiten” kommt es mir nicht an.

Bitte besprechen Sie die Materie auch im Rahmen einer Redaktionskonferenz.

Danke!

Meine Mitwirkung ist Ihnen sicher.

H. Müller ist für Fiktion zuständig – politische Wirklichkeit wurde von Dissidenten abgedeckt, die bereit waren, den konkreten poltischen Kampf zu führen – für Menschenrechte und gegen die Diktatur.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass DIE ZEIT für diese Thematik kein offenes Ohr hat – die Opfer aus der Zelle ignoriert.

Bitte schalten Sie mein Account wieder frei – ich werde mich an alle Spielregeln halten.

Mit freundlichen Grüßen

Carl Gibson“

Ich solle mich auf meiner eigenen Homepage austoben, schrieb mir die ZEIT-Redaktion, in der Hoffnung, der Wirbel werde sich bald legen und Gras werde nicht nur über die Lügen von Herta Müller sondern auch über das eklatante journalistische Versagen der ZEIT-Redaktion wachsen.

Während ich die Debatte an anderen Stellen online weiter führte, u. a. in Beiträgen auf meinen Blogs, ging DIE ZEIT in der Materie Securitate auf Tauchstation.

Der Schwarze Peter blieb bei mir haften – ich hatte den Schaden als Mensch und Autor und dies nur, weil ich Unwahrheiten öffentlich richtig gestellt hatte.

Am 1. August 2012 hakte ich noch einmal nach und schrieb an DIE ZEIT:

Carl Gibson

Ketterberg 8

97980 Bad Mergentheim

tel. 07931 99 27 176

www.gibsonpr.de

Betr. Rehabilitation nach Stigmatisierung und Sperrung von Carl Gibson seit 2009 auf ZEIT Online

Sehr geehrter Herr Geschäftsführer Roepke,

sehr geehrter Herr Chefredakteur Blau,

im Juli 2099 veröffentlichte DIE ZEIT ONLINE einen Bericht – angeblich – aus der Feder der späteren Nobelpreiträgerin Herta Müller unter dem Titel”

Herta Müller über die Geheimpolizei

Die Securitate ist noch im Dienst

http://www.zeit.de/2009/31/Securitate

in welchem zahlreiche Unwahrheiten transportiert werden, unter anderem auch das m. E. volksverhetzende Zitat:

“Die Verleumdung gehört zum Brauchtum der Banater Schwaben”.

Ich habe seinerzeit auf den Gang zur Staatsanwaltschaft verzichtet und versucht, aus der Sicht eines ehemaligen Bürgerrechtlers, Banater Schwaben und eines tatsächlichen Opfers der Securitate mit Hafterfahrung die Materie korrekt zu kommentieren.

Mein “Offener Brief an Herta Müller” mit zahlreichen Details und Richtigstellungen wurde einfach entfernt.

Weitere Kommentare wurden zerstückelt, während die Vorwürfe gegen meine Person aus der Feder des zweiten Gatten von Herta Müller Richard Wagner heute noch im Internet auf Ihrer Seite aufrecht erhalten werden. (Siehe Anhang!)

Das Material finden Sie im Anhang in der Word-Datei.

Seinerzeit führte ich ein ausführliches Telefonat mit Ijoma Mangold. in welchem ich viele Insider-Informationen gab bzw. erläuterte, Fakten, die die Zeit-Redaktion nicht wissen konnte und erklärte mich darüber hinaus bereit, auch persönlich detailgerecht vertiefend zu informieren.

Trotzdem wurde ich daraufhin gesperrt und hatte keine Möglichkeit der Kontaktaufnahme über Email, da diese zurück kamen.

Da ich selbst seit 30 Jahren als Journalist arbeite, kann ich die Praxis der ZEIT nicht verstehen, der Position von Herta Müller unkritisch Priorität einzuräumen, während die Kritiker-Position eines antikommunistischen Dissidenten einfach abgewürgt wird.

Bis zum heutigen Datum steht nicht fest, was in dem o. g. Bericht von Herta Müller stammt und was von der ZEIT-Redaktion.

Das ist ein journalistisches Unding, das man vielleicht bei der BILD erwartet, wo die Beiträge anonym sind, aber nicht bei DIE ZEIT.

Wäre die Diskussion seinerzeit weiter geführt worden – eine “Herta Müller ” hatte sich bereits online angemeldet, wohl bereit einzugreifen – wäre es mit Sicherheit zu keiner Nobelpreisverleihung an Herta Müller gekommen.

Ergo griff die ZEIT in das Zeitgeschehen ein und beeinflusste so eine Entwicklung, zu der es nie hätte kommen dürfen.

In meinem “Offenen Brief an Herta Müller” hatte ich die “moralische Integrität” der Kandidatin in Frage gestellt – die Argumente, die die Welt hätte erfahren müssen, wurden so zurückgehalten, verhindert.

Dafür trägt die ZEIT die Verantwortung – auch moralisch.

Sie werden verstehen, dass ich diese Bevorzugung so nicht hinnehmen kann.

Wenn wir keinen Konsens finden, werde ich auf die Herausgeber der ZEIT zugehen und alles noch einmal öffentlich machen, bevor ich juristische Wege suche.

Hinzu kommt die Passage mit m. E. strafrechtlicher Relevanz, für die die Redaktion der ZEIT die Verantwortung übernommen hat.

Ich weise daraufhin, dass ich seit Juli 2009 mit dieser Stigmatisierung leben muss, mit einem “Makel”, der vom Herta Müller-Lager zur Diskreditierung meiner Person genutzt wurde – siehe u. a. den Richard Wagner Kommentar im Anhang.

Seitens der ZEIT erwarte ich – beginnend mit der Entsperrung – eine volle Rehabilitation und die Möglichkeit, meine Sicht der Dinge darzustellen.

Es kann nicht sein, dass ein Opfer des kommunistischen Systems in Deutschland zum Schweigen verdammt ist, während einst systemloyale und systemprivilegierte wie Herta Müller und ihr Gatte Richard Wagner das freie Wort verhindern.

Es darf nicht sein, dass DIE ZEIT zum Forum wird, Lügen in die Welt zu setzen.

Diese Angelegenheit ist für mich prinzipieller Natur. Deshalb werde ich – nach längeren gesundheitsbedingtem Schweigen – nun die Öffentlichkeit suchen.

In Erwartung Ihrer schriftlichen Stellungnahme

verbleibe ich mit kollegialen Grüßen

Carl Gibson,

Philosoph und Schriftsteller,

Mitglied im VS

http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson

Mehrere Wochen Funkstille. DIE ZEIT verweigerte sich.

Dann schrieb ich noch einmal:

Sehr geehrte Damen und Herren,

darf ich noch auf eine Antwort hoffen?

Vier Wochen sind ins Land gegangen – Urlaubszeit, das verstehe ich.

Ich bitte um eine kurze Nachricht – so oder so!

Falls keine Antwort erfolgt, behalte ich mir vor, mein Schreiben als “0ffenen Brief an die Herausgeber der Zeit” auf meinem Blog zu veröffentlichen.

Sie erreichen mich telefonisch (…) – ich bin gesprächsbereit und will die Sache aus der Welt schaffen, ohne Gerichte und Eskalation.

DIE ZEIT hat einen guten Ruf zu verlieren!

Mit freundlichen Grüßen

Carl Gibson

Vielen Dank!

(…)

Bitte übermitteln Sie trotzdem mein Email auch Chefredakteur Giovanni dir Lorenzo, da, wie betont, der Artikel zunächst in der Druckversion DIE ZEIT erscheinen ist.

Die Sache ist sehr wichtig.

(Kleine Tippfehler wurden nachträglich korrigiert)

Jetzt erst meldete sich eine vom Verlag beaufragte Anwaltskanzlei mit dem Tenor, ich hätte inzwischen genug geredet und solle nun endlich schweigen.

Meine Antwort an die Juristen der ZEIT  steht hier:

„Kanzlei

Dr. Heinrich Senft

Joachim Kersten

Jörg Nabert

Mathies von Eendenburg

Malte Wagener

Friederike Stinshof

Postfach 13 0851

Schlüterstraße 6

D-20146 HAMBURG

Email: (…)

Eine Frage der Ehre

20. September 2012

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Nabert,

Ihr Schreiben überrascht mich in der Tat, da ich das (bisher recht einseitige) „Gespräch“ a posteriori mit DIE ZEIT-Geschäftsführer Giovanni di Lorenzo bzw. mit den Chefredakteuren der ZEIT und DIE ZEIT Online Roepke und Blau suchte und zu führen gedachte.

In meinem Email vom 1. August appellierte ich an die verantwortlichen Journalisten, nachdem ich der Sekretärin von GF di Lorenzo die Brisanz der Thematik mündlich in ausführlicher Weise geschildert hatte.

Fünf Wochen geschah nichts – keine Reaktion seitens DIE ZEIT.

Erst mit meinem Nachhaken vom 4. September, verbunden mit dem Hinweis, ich werde die im o. g. Email kurz skizziert präsentierte Angelegenheit zu einem

„Offenen Brief an die Herausgeber des ZEIT-Magazins“

ausformulieren und veröffentlichen, kam das Schreiben Ihrer Kanzlei mit dem Hinweis, ich hätte – auch in anderen Foren -genug geredet und möge nun die Diskussion einstellen.

Wie darf ich das verstehen?

Als Androhung einer Klage?

Als Unterlassungsaufforderung?

Nach meiner Auffassung hat die Diskussion über Herta Müllers ZEIT-Artikel noch nicht einmal richtig begonnen, da DIE ZEIT eine differenzierte Erörterung der Securitate-Materie ohne Aussprach e abgewürgt hat. Da ist nicht der „ethische Journalismus“, den ich und andere von DIE ZEIT erwarten.

Ja, ich mache dem ZEIT-Magazin den Vorwurf, eine für die breite deutsche Öffentlichkeit wichtige Diskussion willkürlich abgewürgt zu haben,

aus welchen Gründen auch immer,

eine wichtige Debatte, die die Entscheidungsfindung des Nobelpreiskomitees in Stockholm möglicherweise beeinflusst haben könnte.

Nach wie vor vertrete ich die Überzeugung, dass bei erfolgter differenzierter Erörterung der Fakten aus dem skurrilen Bericht

„Die Securitate ist noch im Dienst“

Herta Müller den Nobelpreis für Literatur im Jahr 2009 nicht erhalten hätte.

Das ist auch für das Ausland interessant, da viele Nationen bei der Nobelpreisvergabe übergangen wurden und Herta Müller aufgrund ihrer höchst fragwürdigen moralischen Vergangenheit die hohe Ehrung nicht verdient.

Der Nobelpreis ist laut Alfred Nobels testamentarischer Festlegung ethischer Natur. Also ist er nicht für Mitläufer und aktive Propagandisten totalitärer Systeme gedacht.

Herta Müller aber war lange Zeit eine Nutznießerin und Privilegierte der Ceausescu-Diktatur.

(Ein kritischer Hinweis darauf aus meinem Werk

„Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur, 2008, der länger als ein Jahr im Internet auf Wikipedia zu lesen war, wurde unmittelbar nach der Nobelpreisvergabe 2009 aus Herta Müllers deutschem Wikipedia- Porträt herausgestrichen, wegretuschiert, einfach, entfernt!)

Wenn ich als ein Opfer der kommunistischen Diktatur darauf hinweise, dass Herta Müller in ihrem Artikel in DIE ZEIT offensichtliche Lügen verbreitet hat, dann kann ein Medium in einem demokratischen Rechtstaat mich nicht daran hindern, dies anzusprechen.

Mich auszusperren, um vom eigen Versagen abzulenken, erinnert an vordemokratische Zustände und ist der ZEIT nicht würdig.

Ja, ich werfe der ZEIT moralisches Versagen vor.

Moral ist nicht justiziabel.

Aber Volksverhetzung ist justiziabel.

Justiziabel ist auch die Diskreditierung meiner Person auf der Seite der ZEIT ONLINE durch den langjährigen Kommunisten und geistigen Brandstifter Richard Wagner, der meine Aussperrung auf DIE ZEIT ONLINE nachträglich einsetzte, um mich öffentlich zu diffamieren, namentlich auf der Seite

„Die Achse des Guten“ unter:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_gibsons_oder_die_banater_schwaben_ihre_selbsternannten_sprecher_und_uns/

Er verleumdete mich in seinem Kommentar auf DIE ZEIT ONLINE – und diese Verleumdung steht auch noch heute, am 18. September 2012 im Internet, während meine Antwort an diesen roten Genossen, der in Ceausescus Diktatur nach eigener Aussage „kein Dissident sein wollte“ von den Redakteuren der ZEIT gestrichen wurde.

Der aufrechte antikommunistische Bürgerrechtler Carl Gibson soll also auf der Seite der ZEIT Online schweigen,

während der langjährige aktive Befürworter des Kommunismus in Rumänien Richard Wagner, zweiter Ehemann von Herta Müller, mich als Opfer der Kommunistendiktatur verunglimpfen kann.

Ist das der Geist der ZEIT?

Es ist eine Frage der Ehre, dass ich dies nicht hinnehmen werde.

DIE ZEIT, die Lügen transportiert und Wahrheiten verhindert, hat für mich viel an Glaubwürdigkeit und moralischer Integrität verloren.

Ich kämpfe um meine Rehabilitation, ganz egal ob es politische oder geschäftliche Kreise stört oder Einflussnahmen durcheinanderbringt.

Ich werde es nicht hinnehmen, dass DIE ZEIT einer Person, namentlich Herta Müller ein Forum bietet, ihre persönliche Vendetta gegen Banater Schwaben zu führen, wobei Menschen und Werte meiner Heimat und Herkunft auf fragwürdige Weise in Misskredit gebracht werden.

Wie bereits betont, gedachte ich als ehemaliger Bürgerrechtler, Buchautor und Philosoph einen politisch-geistigen sowie ethischen Dialog zu führen, keine formaljuristische Debatte.

Ihr differenziertes Eingelesensein in die komplexe Herta Müller- bzw. Securitate-Materie voraussetzend, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Nabert,

bin ich auch bereit, die Diskussion mit Ihnen zu führen, auch auf literaturhistorischer und ästhetischer Ebene.

Die ZEIT-Redaktion um Ijoma Mangold war seinerzeit sicher überfordert, die Securitate-Materie in dem Herta Müller-Bericht zu vermitteln – wie aus der äußerst unprofessionellen , ja dilettantischen Handhabung der Materie zu erkennen ist, die in der impertinenten und weite Teile der deutschen Bevölkerung beleidigenden Sentenz gipfelt:

„Die Verleumdung gehört zum Brauchtum der Banater Schwaben?

Die Banater Schwaben sind Deutsche im Sinne des deutschen Grundgesetzes (GG) und kein Abschaum, mit dem man literarisch nach Gusto verfahren kann.

Für F.C. Delius vom SPIEGEL aus Hamburg war

das „Banat“,

inspiriert von der Lektüre des – von den Kommunisten prämierten – Herta Müller-Debütwerkes  „Niederungen“ nicht weniger als

„die Hölle auf Erden“.

Für mich, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Nabert, ist das Banat

„Heimat“,

also  ein Wert an sich.

Herta Müller hat diesen Wert an sich auch für andere Banater Schwaben trivialisiert und ad absurdum geführt – und damit die Gegenreaktionen aufrechter Deutscher auch aus den Reihen der Landsmannschaft auf sich gezogen.

Das war bereits 1982.

(Seinerzeit erfolgte in meinem Namen als Sprecher der ersten freien Gewerkschaft SLOMR in Osteuropa von Genf aus die UNO-Beschwerde gegen das Ceausescu-Regime, für mich unter Lebensgefahr, während Herta Müller und Richard Wagner, die sich später selbst als Oppositionelle inszenierten, mit der KP Ceausescus paktierten und ihr als ideologische Aktivisten und geistige Brandstifter angehörten, indem sie gegen ihre eigene deutsche Minderheit anschrieben und aus ihrem Kreis heraus die Verbrechen der Kommunisten seit Stalin, unter anderem die Deportationen der Volksdeutschen in die Sowjetunion und in den Baragan moralisch rechtfertigten.)

Meine Kritik an Herta Müller setzte erst im Jahr 2008 in meinem Werk „Symphonie der Freiheit“ ein, nach jahrelangem Quellenstudium und aufwendigen Forschungsarbeiten.

Wo bleibt die Empathie der ZEIT-Redakteure?

Wie wäre es, wenn jemand den Begriff „Banater Schwaben“ durch eine andere völkische Bezeichnung im gleichen Kontext ersetzen würde?

Etwa durch Hamburger Bürgerschaft oder Einwohner von Berlin oder Palästinenser, Kurden, Iren etc. etc.

Würden Sie sich als Hamburger Bürger noch länger wohlfühlen, wenn ein Belletrist Sie, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Nabert, á la Herta Müller verhöhnte, Ihre Werte permanent in den Dreck zieht und sie zu einer Art Untermensch abstempelt –

und dies noch aus dem Munde einer Person, deren fragwürdige „Literatur“ in einem totalitären System  von Kommunisten gefördert und prämiert wurde, die mit einem kommunistischen Scharfmacher und KP-Mitglied verheiratet war?

Fakt ist:

In DIE ZEIT wurde gehetzt (auch gegen mich!) – und die Saat dieser Hetze ist noch nicht aus der Welt.

Solange dieser Zustand anhält, werde ich öffentlich moralisch dagegen vorgehen.

Kein Gesetz der Bundesrepublik Deutschland wird mich abhalten, eine ethische Debatte zu führen.

Als Banater Schwabe bin ich unmittelbar betroffen, auch wenn ich nicht zur Landmannschaft der Banater Schwaben gehöre.

Sie werden verstehen, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Nabert,

dass ich Ihre Relativierung der Zwischenüberschrift nicht teilen kann.

Jeder, der lesen kann, liest, was dort steht.

Wenn ein Journalist nicht das meint, was er schreibt, dann hat er seinen Beruf verfehlt und seine Aussagen führen zur babylonischen Sprachverwirrung oder noch schlimmer:

zu Missverständnissen und Beleidigungen Unschuldiger im undifferenzierten über den Kamm scheren-

Herta Müllers „literarische“ Laufbahn begann mit dem Verhöhnen der Wertewelt der Banater Schwaben.

Zu Ihrer Information, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Nabert:

Frühe Kritik an diesen Provokationen kam von den Landsleuten vor Ort, aus Temeschburg bzw. aus dem schriftstellerisch-journalistischen Umfeld dort und erst später in den Publikationen der Landsmannschaft.

Persönlich hätte ich es begrüßt, wenn die Landsmannschaft der Banater Schwaben sich seinerzeit unmittelbar nach der Verunglimpfung der Banater Schwaben öffentlich verteidigt, den Staatsanwalt informiert hätte und vor Gericht gezogen wäre. (Es sollte aber bekannt sein, dass dieser Verein nur ca. 10 Prozent der ausgereisten Banater Schwaben in Deutschland vertritt.) Freie Bürger können und dürfen laut GG für sich selbst sprechen. Davon mache ich guten Gebrauch.

Sehr geehrter Herr Nabert,

in Ihrem Schreiben vom 11. September 2012 an Carl Gibson stellen Sie fest:

„Seit nunmehr drei Jahren führen Sie eine umfangreiche Diskussion über einen Satz, für den sich Ijoma Mangold im Namen der Redaktion

bereits im Juli 2009 entschuldigt hat. Unsere Mandantin möchte diese Diskussion nicht länger fortsetzen und bittet Sie deshalb, von weiteren Stellungnahmen zu diesem Thema abzusehen.“

 

Ich zitiere die Berichtigung in Druckfassung vom 30 Juli, DIE ZEIT Nr. 32), Zitat:

DIE ZEIT

Berichtigung:

S.54

„In Herta Müllers Artikel über die Aktivitäten des rumänischen Geheimdienstes (ZEIT Nr. 31/0 9) haben sich zwei Fehler eingeschlichen.

So wurde Herta Müller nicht in Poiana Brasov, sondern in Temeswar von zwei Männern in Empfang genommen.

Und es sind keineswegs die Banater Schwaben insgesamt, die der Verleumdung beschuldigt werden, sondern nur deren organisierte Landsmannschaft.“

Das ist der genaue Wortlaut, der als Berichtigung der ZEIT um die Welt ging. Wo, sehr geehrter Herr Nabert, erkennen Sie eine Entschuldigung?

Wie kann es sein, dass eine Nobelpreiskandidatin nicht mehr weiß, ob sie im Flachland, in der Banater Heimat, an ihrem Studienort Temeschburg von Securitate-Kräften in den Dreck gestoßen wurde oder im hunderte Kilometer entfernten Gebirge über dem siebenbürgischen Kronstadt?

Wie kann es sein, dass sie als Ort des Geschehens einen Bahnhof nennt, den es dort oben in den Bergen der Poina Brasov überhaupt nicht gibt?

In meiner mehr als dreijährigen Oppositionszeit gegen den Ceausescu-Kommunismus in den Jahren 1976 – 1979 bin ich mehrfach verhaftet, verprügelt und gefoltert worden. Doch im Gegensatz zu Herta Müller erinnere ich mich noch ganz genau, wann und wo das war und welche Folterknechte an den Taten beteiligt waren.

Details wie diese werfen ein bedenkliches Licht auf die Glaubwürdigkeit einer Person, die in ihrem Bericht nichts weiter präsentiert als ihre „subjektive, imaginierte Wahrnehmung“ bestimmter Ereignisse, wobei Tatsachen und Fiktion willkürlich mit einander vermischt werden.

In der „Berichtigung“ der ZEIT wird auch nichts darüber ausgesagt, wer die Fehler zu verantworten hat, wer der Autor des Hetzzitates ist oder das die zweite Fassung, namentlich die „überarbeitete“ Fassung des Artikel auf DIE ZEIT ONLINE etwa die Druckfassung ersetzt.

Das sind – nach meiner Auffassung – schwere Versäumnisse, die Grund genug sind, die Diskussion vertiefend weiter zu führen.

Es werden sich sicher investigativ orientierte Journalisten finden, die den Verdrehungen, Verzerrungen und Lügen auf den Grund gehen, die kritisch, ohne Rücksicht auf Protegés und Protektion unvoreingenommen und unabhängig recherchieren, um der Wahrheit zum Licht zu verhelfen, hier in Deutschland oder im Ausland, wo man meine Kritik an Herta Müller nach der überraschenden Nobelpreisvergabe ganz anders aufgenommen hat.

Die literaturhistorische, philosophische und politische Forschung wird ebenfalls ihren Beitrag leisten, hoffentlich auch von Rumänien aus, da die mit der Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit beschäftigten Rumänen ebenso von Müller-Vorwürfen betroffen sind.

DIE ZEIT erweist sich nur einen Bärendienst, wenn sie die Aufklärung der Materie zu verhindern sucht.

Errare umanum est!

DIE ZEIT-Herausgeber Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt hat seinerzeit in den letzten Tagen der NS-Diktatur als Deutscher und aktiver Wehrmachtsoffizier im Gerichtssaal mit ansehen müssen, wie der sogenannte Volksgerichtshof des NS-Schergen Freisler Widerstandskämpfer gegen das Hitler-Regime in einem schäbigen Schauprozess aburteilte.

Er nahm das hin, ohne zu opponieren, ohne aktiv gegen das offensichtliche Unrecht Position zu beziehen oder gar konkret zu agieren wie die aufrechten Charaktere um Graf von Stauffenberg.

Dadurch lud Helmut Schmidt eine moralische Schuld auf sich, die er vor einigen Jahren im Rahmen einer Rekrutenvereidigung vor dem Reichstag in Berlin öffentlich tilgte, indem er in der gehaltenen Rede vor dem gesamten deutschen Volk sein damaliges Versagen ansprach.

Herta Müller und ihr zweiter Ehemann Richard Wagner, ein Provinzpoet, der als KP-Mitglied, Ja- und Amen-Sager sowie Abnicker der Ceausescu-Diktatur auftrat –

in einer Zeit, wo ich im Gefängnis einsaß und verfolgt wurde, dichtete er,

„hier ist alles in ordnung“ –

haben ebenfalls massiv mit den Kommunisten Ceausescus paktiert.

Im Unterschied zu Kanzler a. D. Helmut Schmidt haben sie jedoch nie Reue gezeigt oder für ihr demagogisches, opportunistisches, antideutsches und unethisches Verhalten bei den Opfern um Entschuldigung gebeten.

Ganz im Gegenteil.

Wie Sie, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Nabert, aus den Kommentaren zum Herta Müller-Artikel „Die Securitate ist noch im Dienst“

ersehen können, werde ich von Richard Wagner frech verleumdet und sogar kriminalisiert, obwohl ich das Opfer der Kommunisten war und die RKP Ceausescus und Wagners der direkte Auftraggeber der Exekutive, des repressiven Geheimdienstes „Securitate“, eine Einrichtung des Terrors nach innen und nach außen,, die Herta Müller nur vom Hörensagen her kennt.

Mehr als drei Jahre lang wurde ich von der Securitate verfolgt, verhaftet, gefoltert, eingesperrt.

Und nun kommt die Systemnutznießerin und privilegierte Westreisende Herta Müller daher und stellt die Welt auf den Kopf, indem sie sich selbst als Opfer inszeniert und als angebliche Dissidentin Vorteile und Ehrungen einkassiert, die ihr nicht zustehen. Der Widerstand der echten Antikommunisten aus den Gefängniszellen Ceausescus wird rücksichtslos kleingeredet, ihre Vita wird ignoriert, nur damit man selbst die Position besetzen kann.

Was wusste Ijoma Mangold von all diesen Hintergründen?

Nicht viel, vielleicht nichts!

Er ließ sich eine Geschichte auftischen, in welcher gegen die Landsmannschaft der Banater Schwaben gewettert wurde, gegen einen Verein, der sich nicht wehren, verteidigen konnte, durfte oder wollte.

Hat er die hanebüchenen Storys hinterfragt, ihre Plausibilität redaktionell erörtert?

Wohl kaum!

Wie die „Frankfurter Rundschau“, die FAZ, „Focus“ , DER SPIEGEL“ und andere bekannte Blätter Herta Müllers Behauptungen nichtverifiziert übernahmen, so über nahm auch DIE ZEIT ungeprüft das Müller- Material und veröffentlichte es in einer Form, die einem unterdurchschnittlichen Schulaufsatz gleichkommt.

Schon damals fragte ich mich: Wer instrumentalisiert wen?

Und kann es sein, dass ein Blatt seinen Ruf riskiert, nur um über billige Effekthascherei kurz interessant zu wirken?

Wer hat ein Interesse daran, dass offensichtliche Absurditäten und Trivialitäten Verbreitung finden?

Seit dem ausführlichen Telefonat mit ZEIT-Feuilletonchef Ijoma Mangold,

 in welchem er mir zusagte, die ZEIT werde die Materie kritisch überprüfen bzw. man werde mir seitens der ZEIT die Möglichkeit einräumen, meine Beweise vorlegen und meine Sicht der Dinge explizit in Druck darzulegen, ist seitens der ZEIT-Redaktion nichts geschehen.

DIE ZEIT hat mir gegenüber eine Bringschuld, moralisch wie faktisch, da ich eine potenzielle Straftat zur Anzeige brachte.

Man behandelte die gewichtige Sache jedoch dilatorisch, ließ mich im Regen stehen und schob mir durch Sperrung auf ZEIT ONLINE den Schwarzen Peter zu, was dazu führte, dass ich, der Aufklärer, in der Öffentlichkeit stigmatisiert und negativ belastet dastand und immer noch dastehe.

Die Vertröstung durch Ijoma Mangold verlief im Sande.

Die Thematik „Volksverhetzung“ ist jedoch noch längst nicht aus der Welt, trotz halbherziger Richtigstellung.

Immer noch kann ich zur Staatsanwaltschaft gehen und die Sache anzeigen, da die Druckfassung weiterhin vorliegt und in dieser Form auch in die Forschung einfließt.

Um einen Konsens herbei zu führen, fordere ich den zugesagten Raum in den Kolumnen der ZEIT – ich will – etwa im Rahmen eines Interviews mit Ijoma Mangold oder einem anderen Redakteur – meine Sicht der Dinge darstellen und so meine Rehabilitation herbeiführen.

Wie bereits in meinen Kommentaren in DIE ZEIT betont, hat DIE ZEIT hat einen guten Ruf zu verlieren, vor allem dann,

wenn sie Partei ergreift,

wenn sie aufrichtige Bürgerrechtler und Dissidenten ausgrenzt,

ihnen einen Maulkorb erteilt,

ihre Richtigstellungen stoppt, streicht und sie endgültig sperrt, ihnen also die Möglichkeit nimmt, auch in andere Diskussionen kritisch einzugreifen.

Im SPIEGEL Online durfte ich zur Herta Müller- bzw. Securitate-Thematik meine Kommentare abgeben, auch in der FAZ, auch wenn gelegentlich gekürzt wurde, aber ohne so massiv diskriminiert zu werden wie in DIE ZEIT.

Was meine auf DIE ZEIT ONLINE angegebenen und dort redaktionell „entfernten“ Kommentare betrifft, die gelöscht wurden, obwohl ich der ZEIT die Beweisführung angeboten hatte:

Ich werde sie der weltweiten Öffentlichkeit erneut vorlegen daran erinnernd, dass die New York Times sich auch zu entscheiden hatte, als die Veröffentlichung der Watergate-Dokumente anstanden.

DIE ZEIT hat sich für die Version der Belletristin Herta Müller entschieden und gegen den Aufklärer und antikommunistischen Bürgerrechtler Carl Gibson.

Die Zukunft wird darüber entscheiden, ob diese Entscheidung richtig war oder ob aus Watergate ein Waterloo wird.

Die freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut, um das ich existenziell exponiert gekämpft habe – auch als David gegen Goliath im Kampf gegen die Securitate, während die systemkonformen Herta Müller und ihr Mann fürs Grobe, Richard Wagner, mit den roten Wölfen heulten.

Umwertung aller Werte – auch bei der ZEIT?

Die Gängelung des freien Wortes und der Meinung durch Medien ist eine Vorform der Zensur!

Wehret den Anfängen!

Das Wesen des Kämpfers ist der Kampf, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Nabert!

Bitte führen sie eine außergerichtliche Einigung zwischen den Parteien herbei, die meine volle Rehabilitation impliziert.

Das Nichthandeln der ZEIT führte geradezu zu meinem publizistischen Tätigwerden – nicht nur in eigener Sache, sondern auch aus prinzipiellen Gründen heraus.

Während meiner langjährigen Opposition gegen den Kommunismus in Rumänien habe ich aufrechte Charaktere erlebt, die – wie die deutschen Widerständler gegen Hitler – für ihre ethischen Überzeugungen in den Tod gingen, andere, die ihre Gesundheit opferten und ein Leben lang Stigmatisierung und Schmach erdulden mussten.

Als Gestapo, NKWD, KGB, Staatssicherheit und Securitate kamen, um sie zu verhaften, konnte keines dieser Opfer auf dem Weg zum Schafott wie Herta Müller  in ihrem o.g. ominösen Artikel) sagen:

„Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit“!

Wer so dumm und realitätsfremd daher redet, verhöhnt alle Opfer des Totalitarismus und führ jede aufrechte Ausarbeitung und Bewältigung totalitärer Vergangenheit an absurdum.

Den echten Opfern schulde ich meinen ethischen Protest.

Wenn wir keine gütliche Einigung erzielen, werde ich mich an die kritischen Magazine der Fernsehanstalten wenden und dort ein offenes Ohr suchen und die Materie ausführlich in einer kritischen Buchveröffentlichung zu Herta Müller  darstellen.

Auch werde ich die prinzipielle Auseinandersetzung mit den Netzwerken des Kommunismus und deren Helfershelfern in Deutschland solange führen, bis alle historischen Fakten aufgeklärt sind und  der Gerechtigkeit Genüge getan ist.

Öffentlich.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Carl Gibson

P.S. Alles, was ich schreibe, werde ich auch veröffentlichen.

Bitte lassen Sie dem Kollegen Ijoma Mangold eine Kopie dieses Schreibens zukommen, da seine Person darin mehrfach Erwähnung findet-

An die Adresse der ZEIT:

Diese Veröffentlichung erfolgt auch aus Gründen des Selbstschutzes und der Selbstverteidigung eines Opfers der kommunistischen Diktatur.

Mobbing, Stigmatisierung, Ausgrenzung machen krank, vor allem dann, wenn Unrecht und Lüge die Antriebe sind.

Um gesund und am Leben zu bleiben, nehme ich diesen ungleichen Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit wieder auf.

Eine differenzierte Argumentation über das bisher Gesagte und Festgestellte hinausgehend, werde ich noch nachreichen, damit die Welt erfährt, wer den Nobelpreis für Literatur 2009 erhalten hat und welchen fragwürdigen Anteil die ZEIT an diesem Ereignis hat.

Alles hat seine Zeit – die Lüge und die Aufklärung.

Steter Tropfen höhlt den Stein – und die gute Sonne bringt es an den Tag.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Carl Gibson

Anlagen:

Was die ZEIT Redaktion gestrichen hat:

Carl Gibson »
28.07.2009 um 18:20

5. Offener Brief an Herta Müller

Offener Brief an Herta Müller“ – aus der Feder eines Zeitzeugen und Opfers der Ceausescu-Diktatur In Ihrer jüngsten Selbstdarstellung in dem Magazin DIE ZEIT vom 23.07.2009. informieren Sie die bundesdeutsche Öffentlichkeit – fast beiläufig am Ende des langen Beitrags – auch darüber, dass eine „Akte“ des ehemaligen rumänischen Geheimdienstes „Securitate“ Sie als „systemtreue Kommunistin, skrupellose Agentin“ darstellt bzw.…

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Offener Brief an Herta Müller“ – aus der Feder eines Zeitzeugen und Opfers der Ceausescu-Diktatur

In Ihrer jüngsten Selbstdarstellung in dem Magazin DIE ZEIT vom 23.07.2009. informieren Sie die bundesdeutsche Öffentlichkeit – fast beiläufig am Ende des langen Beitrags – auch darüber,
dass eine „Akte“ des ehemaligen rumänischen Geheimdienstes „Securitate“ Sie als „systemtreue Kommunistin, skrupellose Agentin“
darstellt bzw. verunglimpft.
In den gleichen Beitrag sagen Sie, der Bundesnachrichtendienst BND hätte Sie unmittelbar nach Ihrer Einreise in die Bundesrepublik Deutschland 5 Tage lang verhört.
Diese beiden Aspekte werfen Fragen auf, kritische Fragen, die ich Ihnen öffentlich seit mehr als einem Jahr stelle.
Mit welchem Recht?
Diese Fragen stelle ich als kritischer Bundesbürger, der wissen will, wer die Bundesrepublik Deutschland als Nobelpreiskandidatin für Literatur in Stockholm repräsentiert.
Darüber hinaus frage ich aus der Position eines tatsächlichen Opfers der Ceausescu-Diktatur heraus, der für seine Überzeugungen ins kommunistische Gefängnis ging, während Sie noch mit der Rumänischen Kommunistischen Partei paktierten. Das war 1979.
Im Jahr 1981 brachte ich als Zeitzeuge und Sprecher der ersten freien Gewerkschaft in Osteuropa SLOMR eine UNO-Klage gegen das Ceausescu-Regime auf den Weg, zu einem Zeitpunkt,
als ihr Debütband „Niederungen“, den Sie, nach eigener Aussage aus einem Gefühl des Hasses heraus gegen ihre deutschen Landsleute im Banat geschrieben haben,
noch nicht veröffentlicht war.
Er erschien im Jahr 1982 mit dem Segen der Rumänischen Kommunisten in Bukarest und wurde mit dem Preis der Jungkommunisten (UTC/VKJ) ausgezeichnet und zusätzlich mit dem Debüt-Preis des Rumänischen Schriftsellerverbandes.
Aus der Sicht eines antikommunistischen Dissidenten, der die Diktatur nachweislich bekämpft hat, sind das sehr merkwürdige Fakten,
Fakten, die sowohl die Herausgeber der ZEIT als auch die Verantwortlichen bei der Konrad-Adenauer-Stiftung hellhörig machen sollten.

Im Herbst des Jahres 2006 habe ich eine Anfrage an Sie gerichtet, die Sie nicht beantwortet haben. Weshalb?
Vor einem Jahr habe ich Ihnen im Rahmen der Diskussion „Spitzelaffäre in Berlin“ erneut viele Fragen gestellt und dabei Ihre „moralische und politische Integrität“ hinterfragt.
Als Folge eines einschlägigen Beitrags zur Thematik in der „Siebenbürgischen Zeitung“ entwickelte sich eine einjährige Debatte in den Foren mit hohem Publikumsinteresse ( mehrere Zehntausend Klicks), in welcher ich viele grundsätzliche Fragen aufgeworfen habe,
unter anderen auch die Frage, was eine KAS-Stiftung wohl veranlasste, eine Schriftstellerin auszuzeichnen, die den „Hass“ als Motor ihrer Literatur definiert und die, seit ihrem Debüt, via Literatur gegen ihre eigenen Landsleute hetzt.
Darf gegen Teile des deutschen Volkes gehetzt werden, verehrter Herr Bundespräsident Köhler?
Ihre Reaktion darauf:
Sie drohten mir über Richard Wagner und zusammen mit ihm,
mit Anwälten und Gericht im Versuch, mir einen Maulkorb zu verpassen und mich mundtot zu machen.
Das funktioniert in einer Demokratie nicht, Frau Müller!
Alles, was ich an grundsätzlichen Dingen zur Opposition in Rumänien und auch zu Ihrer Rolle damals zu sagen hatte, ist in meinem Buch „Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur, Dettelbach 2008, ausgesagt.
Aus meiner Sicht sind Sie ein rücksichtsloser „Wendehals“, der sich seit der Ankunft in der BRD im Jahr 1987 eine neue Legende zugelegt hat in der Hoffnung, dass nie herauskommt, was vor 1987 in Rumänien war.
Sie sitzen im Glashaus und werfen mit Steinen!
Sie zeigen auf Securitate-Informanten (Antohi, Hoisie) und selbst im jüngsten Artikel auf den „Kulturbeauftragten“ der Landsmannschaft der Banater Schwaben in offensichtlicher Denunziation, wollen aber ihre eigene Vita nicht offen legen.

Das habe ich hundertmal gefordert, auch im Namen der Forschung – und vor allem deshalb, weil eine Vergangenheitsbewältigung nur so möglich ist.
Mich, den langjährigen Opponenten aus der Zelle, haben Ihre Geschichten in dem ZEIT –Artikel nicht überzeugt.
Weshalb belassen Sie alles in der Ambivalenz, das,
wonach ich vielfach fragte( und was auch partiell eingearbeitet wurde, ohne den Fragende zu nennen)?
Weshalb nennen Sie bei ihren aufklärenden Details nicht das genaue Datum, den Ort, die Personen? Wo sind die Beweise? Die Quellen?
Konkret, ich zitiere:
„In meiner Akte bin ich zwei verschiedene Personen.

Die eine heißt »Cristina«, ist Staatsfeind und wird bekämpft. Um diese
»Cristina« zu kompromittieren, wurde in der Fälscherwerkstatt
der Abteilung D (Desinformation) eine Attrappe fabriziert, mit
allen Zutaten, die mir am meisten schaden — systemtreue Kommunistin,
skrupellose Agentin. Wo immer ich hinkam, hatte ich
mit dieser Attrappe zu leben.
Sie wurde mir nicht nur hinterhergeschickt,
sie eilte mir auch voraus.
Obwohl ich von Anfang an
und immer nur gegen die Diktatur geschrieben habe, geht die
Attrappe bis heute ihre eigenen Wege. Sie hat sich verselbstständigt.
Obwohl die Diktatur seit 20 Jahren passe ist, irrlichtert
diese Attrappe umher.
Wie lange noch?“

Meine Fragen dazu:
Wie kam es, dass die Rumänen Ihnen die „Akte“ bei der CNSAS? Diesmal aushändigten,
obwohl Ihnen das jahrelang verweigert wurde?

Woher wissen Sie, dass die zweite Akte, die Sie als Kollaborateur der Securitate ausweist,
ein Machwerk der alten Securitate ist,
eine Fabrikation zur Desinformation,
zur Diversion?
Wer sagte Ihnen das?
Und wer lieferte den Beweis der „Fälschung“?

Was, außer Ihrem subjektiven Aussagen dazu, können wir im Westen überprüfen?

Seit wann werden Sie mit den Auswirkungen der „Attrappe“ hier im Westen konfrontiert?

Kann es sein, dass der BND als erster darauf reinfiel – und Sie und Ihren ehemaligen Gatten Richard Wagnerdeshalb 5 Tage lang befragte – gegen die Regel?

Oder war Richard Wagner verdächtig, weil er wie Sie auch – ein privilegierter Westreisender war (noch 1985, als das Land am Boden lag!) – und langjähriges Mitglied der RKP (1972-1985?)?

Und was ist mit „Cristina“, die angeblich ein „Staatsfeind“ gewesen sein soll?

Waren Sie ein „Staatsfeind“, Frau Herta Müller? Wirklich?

Was haben Sie überhaupt mit „Dissidenz“ zu tun?

Zur Dissidentin wurden Sie und Richard Wagner nach 1987 hier in der BRD vom „SPIEGEL“ gemacht,
inszeniert!

In Rumänien Ceausescus saßen sie im Schoß der einzigen Partei im Land
Und ließen sich fördern, ihr Büchlein drucken und prämieren,
während die eigentliche Dissidenten in den Gefängnissen saßen
oder schon umgebracht worden waren.

Als ich 1981 Ceausescu verklagte und der Terrorist Carlos beim Radiosender RFE seine 1 000 000-Dollar –Bombe hochgehen ließ,
hetzten sie gegen unsere Landsleute im Banat in dem Pamphlet „Niederungen“ (kurz vor der Edition),
während ich (der Kronzeuge der Klage gegen Ceausescu) die wahren Morddrohungen erhielt.

Dann kamen Sie in den Westen und berichteten zusammen mit Richard Wagner in der „Spiegel-Gespräch frech und ungeniert , in Rumänien hätte es keine Opposition gegeben.
Sie verleugneten uns damit, die Dissidenten aus der Zelle – und die Opfer des totalitären Systems, gegen das Sie – von Anfang an! – geschrieben haben wollen.
Wo waren Sie, als der Menschenrechtskampf nach der KSZE-Konferenz tobte?

Wo waren Sie, als genau vor 30 Jahren
als in Temeschburg die Regionalorganisation der SLOMR ( Freie Gewerkschaft rumänischer Arbeiter)
fast zwei Jahre vor Solidarnosc gegründet wurde?

Wir wurden verhafte, verurteilt, ins Gefängnis geworfen?

(Dokumentation im Internet – auch die UNO-Klage)

Wo waren Sie damals?

Im Jahr 2006 fragte ich Sie,
wann ihre angebliche Opposition begonnen hat.
Weshalb verschweigen sie uns das Datum?

Alle wirklichen Dissidenten während der Ceausescu-Diktatur wurden verfolgt, verhaftet, verurteilt?

Was haben Sie oder Richard Wagner Regimekritisches getan und wann?

Und weshalb wurden sie nicht echt verfolgt?

1979 wurden per Dekret 153 in wenigen Tagen 50 000 Menschen, so genannte „Parasiten“ verhaftet und in Gefängnisse geworfen.

Weshalb waren Sie nicht dabei?

Wo arbeiteten Sie damals – und wie lange?

Weshalb kann niemand Ihre angebliche Opposition bestätigen?

Mein engster Streitgefährte bei SLOMR wagt seit 30 Jahren keine Rückkehr nach Rumänien,
ich auch nicht,
weil Rechtsunsicherheit besteht –
Sie waren oft nach der Revolution in Rumänien!

Wie kommt das, wo Sie doch gerade vor einem Jahr noch dort verfolgt wurden?

Hatten Sie keine Bedenken, die KAS dorthin zu begleiten und dort zu lesen, wo doch die alte Securitate angeblich hinter Ihnen und Richard Wagner her ist?

Immer noch?

Kein Opfer kehr freiwillig an seine Folterstätte zurück – Sie aber doch?

Früher reisten Sie mit der Gnade der Kommunistischen Partei in den Westen, während Ihre Landsleute an der grünen Grenze totgeschlagen wurden.

Jetzt reisen Sie mit Vergnügen nach Rumänien, um dort über Ihre Verfolgung zu lesen und zu berichten?

Wer hat Sie wann verfolgt?
Wer hat Sie verhört?
Wann und wie lange?
Und was wollte der BND ( oder war es der Bundes-Verfassungsschutz?) in fünftägiger Befragung von Ihnen wissen?

Meine langjährige Dissidenz war hier gut bekannt – über die Botschaft und Menschrechtsorganisation bzw. die UNO.
Weshalb glaubte der BND Ihnen nicht und auch nicht KP Genosse Richard Wagner?

Ich habe bisher als Historiker gefragt, als Moralphilosoph, als ehemaliger Bürgerrechtler und Zeitzeuge – und ich werde weiter Fragen.

Die „Frankfurter Rundschau“ hat meine Antwort auf Ihren offenen Brief an den Leiter des Rumänischen Kulturinstituts (RKI) vor einem Jahr nicht veröffentlicht, vielleicht weil ich zu unbekannt war.
Das hat sich geändert. Inzwischen sind viele Tausend Menschen mit den kritischen Fragen vertraut – über den Radius der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen hinaus.
Wer die Argumente kennen lernen will, kann alle Diskusionen in den Foren nachlesen. Auf www.siebenbueger.de
Was in einem Jahr an Argumenten vorgetragen wurde, kann hier nicht wiederholt werden.
Aber die differenzierte Diskussion kommt noch.
Und auch die großen Zeitungen FAZ , die ZEIT, der SPIEGEL etc. werden sich diesmal nicht mehr entziehen können.
Ich habe immer wieder auf die innenpolitische Brisanz der Materie hingewiesen.
Es geht nicht an in einer Demokratie, dass das „Hass-Prinzip“ auch noch gehrt wird –
wie aus Unwissenheit heraus von der Konrad Adenauer-Stiftung,
die auch meine im letzten Jahr schriftlich gestellten Anfragen nicht mehr beantworten will.

Ich zitiere Ihre Worte, Frau Müller:

„Und die Briefkampagne der Securitate hat offenbar ein Eigenleben
entwickelt.
Als mir 2004 der Literaturpreis der Konrad-
Adenauer-Stiftung zugesprochen wurde, erhielt nicht nur die
Stiftung stapelweise Briefe mit den üblichen Verleumdungen.
Die Aktion steigerte sich diesmal ins Maßlose, auch das Präsidium
des Deutschen Bundestages, der damalige Ministerpräsident
Erwin Teufel, die Vorsitzende der Jury, Birgit Lermen,
und Joachim Gauck als Laudator erhielten Briefe, die mich als
Agentin, Mitglied der Kommunistischen Partei Rumäniens
und Nestbeschmutzerin verunglimpften.
Nachts Viertel vor
zwölf klingelte bei Birgit Lermen das Telefon, Punkt Mitternacht
bei Bernhard Vogel, dem Vorsitzenden der Stiftung,
und Viertel nach zwölf bei Joachim Gauck.
Schmähungen
und Drohungen, unterlegt mit dem Horst-Wessel-Lied. Diese
Anrufe kamen nächtelang, bis die Polizei den Anrufer durch
eine Fangschaltung ermittelte.
Die von der Fälscherwerkstatt erfundene
Person verselbstständigt sich“

Ihr ehemaliger Gatte Richard Wagner hat mich verdächtigt, einer dieser Briefeschreiber zu sein.
Die KAS könnte den Gegenbeweis liefern, das macht sie aber nicht. Weshalb?
Ich habe dementiert und darauf hingewiesen, dass meine Anfragen direkt an Sie, Frau Müller erst im Jahr 2006 erfolgte, als ich im Rahmen der Ausarbeitungen meines Erinnerungswerks „Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur“ auf viele Ungereimtheiten im Zusammenhang auch mit Ihrer angeblichen Dissidenz stieß.
In meiner Anfrage habe ich darauf hingewiesen, nie etwas mit der Landsmannschaft der Banater Schwaben zu tun gehabt zu haben. Jetzt vermuten Sie die Agenten der Securitate in den Reihen der Landsmannschaft – und Sie tun genau dass,
was Werner Kremm von der ADZ in Rumänien bzw. von der Banater Zeitung dort in seinem Drohartikel mit antisemtischen Unterton „Franzls Kumpan Judas“ angekündigt hat :Sie starten einen Heißen Herbst der Denunziationen, in der Hoffnung selbst reingewaschen zu werden – als Befreiungsschlag?
Sie eröffnen jetzt diesen Reigen mit der Denunziation des „Kulturbeauftragten“ der Landsmannschaft der Banater Schwaben – nach dem Motto:
Haltet den Dieb!
Diversion ist nicht immer effizient, Frau Müller.
Sie kann auch ins Auge gehen , wie jetzt, wo viele Köpfe kritische Fragen stellen werden.
Als Sie 1987 in die Bundesrepublik kamen, wurden Sie hier innenpolitisch instrumentalisiert, um dem konservativen lager eines auszuwischen.
Das begann mit der „Niederungen“-Rezension Ihre Bekannten F.C. Delius vom Spiegel, der nach der Lektüre ihrer Texte zur Schlussfolgerung kam, das Banat sie die „Hölle auf Erden“ mit dummen Menschen, die sich gegenseitig hassen.
Und im „siebenbürgischen Dorf“ dahinter sei es ähnlich! Hat Oskar Pastior Ihnen in diesem Punkt nicht widersprochen?
Sie fielen Ihren Landsleuten gezielt und mit Häme in den Rücken – und Sie beschleunigten den Exodus der Deutschen aus Rumänien, als sie in den Jahren 1984/85 mit den Rücken zur Wand standen und existentiell exponiert waren sowie in Massenpanik vor der Dezimierung über Assimilation bzw. vor der Aufgabe ihrer deutschen Identität.
Auch erschwerten sie die Integration dieser Stigmatisierten hier in der BRD.
Damals 1984/ 85 standen Sie und Richard Wagner stramm und unkritisch zur Rumänischen Kommunistischen Partei ( Wagner als Mitglied) des Diktators Nicolae Ceausescu,
obwohl das ganze Land auf den Abgrund zusteuerte.
Der Ingenieur Radu Filipescu streute nach dem Vorbild der „Weißen Rose“ und der Geschwister Scholl Flugblätter in Bukarest, wurde verhaftet, Jahre eingesperrt –
Und Sie komme dann daher und behaupten frech:
Eine Opposition habe es in Rumänien nicht gegeben,
trotz SLOMR,
trotz Bergarbeiterstreiks im Schiltal,
trotz Goma-Menschenrechtsbewegung in Gefolge der Chata 77.
Sie verleugneten die Dissidenz und den Widerstand der anderen,
um sich selbst zu inszenieren
wie in dem Märchen, wo der falsche Drachentöter die Zungen vorzeigt, um die Prinzessin zu freien.
Ich riskierte wirlich mein Leben, als ich die UNO-Klage gegen Ceausescu 1981 ermöglichte – und Sie?
Sie drohen mir, ich soll schweigen!
Das ist nicht hinnehmbar, Frau Müller und Herr Aktgenosse Wagner!
Anderen gedroht wurde im „Kommunismus“!
Als alter antikommunistischer Widerstandskämpfer lasse ich mir nicht drohen, auch nicht nach 30 Jahren
und auch nicht, wenn Sie Frau Müller,
von der CDU-nahen Konrad Adenauer-Stiftung, namentlich von Dr. Bernhard Vogel und von dem Herausgeber der ZEIT Michael Nauman von der SPD protegiert werden.
Die Wahrheit schulde ich den Opfern am Wegrand,
die es nicht zulassen, dass aus Unwissenheit und Ignoranz Dinge auf den Kopf gestellt werden.
Zu differenzierten Stellungnahmen bin ich bereit.
Auch behalte ich mir vor, diesen offenen Brief noch auszuweiten.
Als Journalist und Wissenschaftler, der an die Freiheit der Meinungsäußerung bzw. an die Freiheit von Forschung und Lehre glaubt, der für seine Überzeugungen und Menschrechte ins totalitäre Gefängnis ging, appelliere ich an die freie Presse in diesem Land, diesen „Offenen Brief an Herta Müller“ publik zu machen und zu verbreiten, indem die exponierten Thesen aufgegriffen und kritisch behandelt werden.
Carl Gibson, Zeitzeuge, Philosoph und Buchautor

1.     11. DIE ZEIT-Rückrufaktion der

DIE ZEIT-Rückrufaktion der Printausgabe wegen Herta Müllers volksverhetzenden Äußerungen?

Fehlerhafte Produkte werden zurückgerufen und vom Markt genommen, weil sie Menschleben gefährden?

Was ist mit den gefährdeten Seelen, wenn von deutschem Boden aus wieder zur Hetze aufgerufen wird, verehrter Herr Bundespräsident?

In der Printausgabe der ZEIT leistete sich die kontroversierte Schriftstellerin Herta Müller die ungeheuerliche volksverhetzende Aussage:

“Die Verleumdung gehört zum Brauchtum der Banater Schwaben”.

Es ist von amtlicher Seite zu prüfen, ob Herta Müller in ihrer Verleumdungskampagne gegen die Banater Schwaben als Teil des deutschen Volkes mit ihrer hetzerischen Äußerung gegen § 130 des Strafgesetzbuchs verstoßen hat.

DIE ZEIT hat in grob fahrlässiger Weise – und gegen den Geist eines ethischen Journalismus – diese Hetze transportiert und mitgetragen.

Eine Abänderung der Aussage in der Online-Fassung behebt die erste Aussage in der Druckfassung nicht.

Carl Gibson

  1. V                                                                                                                                        

Carl Gibson »
30.07.2009 um 14:36

13. „Verleumdung gehört zum

 „Verleumdung gehört zum Brauchtum der Banater Schwaben“ –

wer hat das gesagt, Herta Müller?
Oder wer?

Das ist Hetze!

So ging es gegen die Juden hier los, nach 1933 im NS-Staat –

deshalb will es die Verfassung dieses Staates, dass
“von deutschem Boden”

aus keine Hetze mehr ausgeht!

Ich habe 10 Semester Rechtswissenschaft studiert – in diesem, unserem Lande,
das “Grundgesetz” und das “Strafgesetzbuch”,
besonders § 130 : “Volksverhetzung”.

Herta Müller hat gegen beide Gesetzeswerke eklatant und öffentlich in mehreren Punkten verstoßen.

Jeder aufrechte Banater Schwabe,
der sich diese Pauschal-Verunglimpfung aus dem Munde einer höchst kontroversierten Schriftstellerin,
die nicht zum erstem Mal gehetzt hat,
nicht gefallen lassen will,
kann Herta Müller anzeigen.

So will es Recht und Gesetz.

DIE ZEIT hat da eine gewisse Mithaftung.
Die Details sind zu prüfen.

§130 Volksverhetzung

(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

1. Schriften (§ 11 Abs. 3), die zum Hass gegen Teile der Bevölkerung oder gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe aufstacheln, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordern oder die Menschenwürde anderer dadurch angreifen, dass Teile der Bevölkerung oder eine vorbezeichnete Gruppe beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden,

a) verbreitet,
b) öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,

Es wird zu prüfen sein, was Herta Müller sich im Verhältnis zu den abgekanzelten und stigmatisierten Banater Schwaben öffentlich geleistet hat.

Carl Gibson

Auf die Antwort auf meinen oben zitierten Offenen Brief an Herta Müller warte ich noch – wie auf meine Anfrage aus dem Jahr 2006 an Herta Müller
– wie lange noch?

Weshalb enthält Herta Müller der bundesdeutschen Öffentlichkeit einen ausführlichen Lebenslauf mit genauen Daten und Fakten?

Subjektive Aussagen reichen zu einer Anklage anderer bzw. zu einer a posteriori an den Haaren herbei gezogen “Dissidenz” nicht aus.

Herta Müller und Richard Wagner haben nichts mit “Dissidenz” und antikommunistischer Regimekritik während der Ceausescu-Diktatur zu tun.

Was hier seit 1984 der deutschen Öffentlichkeit präsentiert wird, ist Mythos und durch keine oppositionellen Widerstandsaktionen gedeckt.
Im Gefängnis waren andere.
Herta Müller und Richard Wagner ( von 1972 bis 1985 ) in der Rumänischen Kommunistischen Partei als Mitglied haben die RKP-Führung anerkannt und gestützt,
auch noch als das Land am Boden lag
und der Exodus der Deutschen fast vollzogen war.

Carl Gibson

(Kleine Tippfehler korrigiert.)

http://www.zeit.de/2009/31/Securitate

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  1.                 

Carl Gibson »
30.07.2009 um 22:19

19. Hallo Herr Richard

Hallo Herr Richard Wagner,

seit ihrer Drohung vor einem Jahr – in Rahmen der so genannten Spitzelaffäre in Berlin -einiges dazu nachzulesen auch auf

www.siebenbuerger.de

habe ich von Ihnen nicht mehr allzu viel gehört.

Bis auf den von Rumänien aus gesteuerten Artikel “Trittbrettfahrer”,

in welchem Sie mich und die freie Gewerkschaftsbewegung SLOMR in Temeschburg verunglimpfen.

Auch das kann alles nachgelesen werden.

Sie und Herta Müller haben darauf verzichtet, mich zu verklagen.

Weshalb?

Sie sprachen damals für sich und im Namen von Herta Müller?

In wessen Namen sprechen Sie diesmal – und mit wem reden Sie überhaupt?

Ich zitiere einen Abschnitt aus Ihren Ausführungen, den ich mit Interesse verfolgt habe:

“Ein anderer notorischer Leserbriefschreiber ist ein selbsternannter Führer einer Ausreisegewerkschaft.

Sein Lebenswerk vollbrachte er bereits mit achtzehn. Nun hat er seine Memoiren verfasst, und sie ähneln mehr Visionen als Erinnerungen.

Der Mann war seit 1980 nicht mehr in Rumänien.

Das hindert ihn aber nicht daran, sich unentwegt über unsere angebliche kommunistische Vergangenheit aufzuregen, als hätte er persönlich darunter zu leiden gehabt.

Herta Müller aber war nie Mitglied der KP, sie wurde vielmehr, wie man heute weiß, in einer konzertierten Aktion von Landsmannschaftsfunktionären und Securitate-Mitarbeitern zur Agentin des ZK erklärt, ein ziemlich origineller Titel, selbst für rumänische Verhältnisse.

Ob der Mann mit unserer kommunistischen Vergangenheit nach Italien fährt, ist mir nicht bekannt.

Nach Rumänien, sagt er, fährt er nicht.

Und seine Akte will er auch nicht sehen. Er will weder seine Akte sehen, noch unsere. Wahrscheinlich aus sehr unterschiedlichem Grund. Was er bei uns sucht, könnte er es vielleicht bei sich finden?

Nein, so weit wollen wir nicht gehen, und so nennen wir auch ihn, der Einfachheit halber, einen nützlichen Idioten. “

Wer da wohl gemeint ist?

Falls Sie sich auch diesmal mir Ihrer ehemaligen Gattin Herta Müller abgestimmt haben sollten, können Sie mir vielleicht auch mitteilen, wann die bundesdeutsche Öffentlichkeit mit einer Antwort auf meinen “Offenen Brief an Herta Müller ” rechnen kann.

Ich habe dort Fragen gestellt, die ich objektiv sachlich und jenseits jeder Fäkal-Terminologie diskutieren will.

Punkt für Punkt.

Ich habe öffentlich die “moralische und politische Integrität” von Herta Müller in Frage gestellt, weil ich ihre Version der Realitätsdarstellung als unwahrhaftig und unglaubwürdig ablehne.

Sie, Herr Richard Wagner, ein Poet, der die Diktatur mit der “Metapher” verändern wollte,
der ein “loyaler Kritiker” des real existierenden Kommunismus sein wollte,

Sie haben mir überhaupt nichts zu sagen.

Sie sind im Jahr 1972 in die Rumänische Kommunistische Partei eingetreten –

und Sie waren im Jahr 1985 immer noch in dieser Verbrecher-Partei,
die Auftraggeber des repressiven Apparats “Securitate” war.

Diese “Securitate” hat mich Jahre hindurch verfolgt .

Nach der Gründung der ersten freien Gewerkschaft SLOMR in Rumänien wurde ich als Initiator der Bewegung in Temeschburg verhaftet, verurteilt und für sechs Monate ins Gefängnis geworfen.

Das war 1979!

Wo waren Sie damals?

Im Westen angekommen, habe ich als Sprecher der unterdrückten freien Gewerkschaft rumänischer Werktätiger SLOMR eine UNÖ-Klage gegen das Ceausescu Regime auf den Weg gebracht – unter Lebensgefahr!

Wo waren Sie damals?

Sie standen zur Rumänischen Kommunistischen Partei

und noch im Herbst 1984 forderten Sie (während Herta Müller in der BRD weilte) “Privilegien ein.

1985 durften Sie in die Bundesrepublik reisen, während andere Landsleute an der grünen Grenze totgeschlagen wurden.

Und nun kommen Sie, verehrter Altkommunist, und wollen mir etwas von Widerstand erzählen – und von nützlichen Idioten?

Wo ist die ausführliche Vita von Herta Müller?

Als sie beide 1987 in den Westen kamen, in eine Welt, die Ihnen vorher zutiefst suspekt war,

haben Sie die “Dissidenz” vor Ihrer Zeit in Rumänien einfach geleugnet,
um sich dann selbst als Dissident zu inszenieren?

Wann, wo und wie haben Sie und Frau Müller opponiert?
Wo sind die Beweise?
Wo sind die Zeugen?

Wie wäre es mit einer öffentlichen Disputation, mir einer Podiumsdiskussion im Deutschen Fernsehen?

Sind Sie und Frau Herta Müller bereit dazu?

Ich bin bereit – meine Beweise sind überall im Internet abrufbar?
Wo finde ich Ihre Beweise?

Die Belege für Ihre Opposition?

Ich schrieb es Ihnen vor einem Jahr klar und deutlich – mit der Landsmannschaft habe ich nichts zu tun.
Ich bin auch in keiner Partei.

Aber ich bin ein Zeitzeuge, der seine Zeit kritisch dokumentiert.
Nach guter Sitte und wissenschaftlichem Brauch stütze ich mich auf Fakten und Beweise.

Legen Sie diese vor, Herr Wagner und Frau Müller.

Meine Anfrage an Frau Müller habe ich 2006 formuliert, vor der Niederschrift meiner Zeitdokumentation.
Auf die Antwort warte ich noch heute.

Wann erfolgt die Antwort auf meinen “Offenen Brief an Herta Müller”?

Wie lange will sie noch schweigen?

Carl Gibson

Tippfehler korrigiert

Frage: Weshalb hat die ZEIT das alles gestrichen?

johannes.kuhn »
30.07.2009 um 20:37

17. Stellungnahme Ijoma Mangold

Sehr geehrter Carl Gibson,
Ijoma Mangold hat uns gebeten, folgende Stellungnahme zu übermitteln:
——————
Sehr geehrte Leser,
ein Teil der Debatte über Herta Müllers Essay kann vollständig
vernachlässigt werden. Wie wir bereits in der aktuellen Ausgabe der “Zeit”
richtig gestellt haben, stammt die Formulierung über die “Verleumdung als
Teil des Brauchtums der Banater Schwaben” nicht von Herta Müller.

Dieser Zwischentitel war ein gedankenloses Versehen der Redaktion, das wir sehr
bedauern. Der Vorwurf, Herta Müller verleumde die Banater Schwaben, ist also
gegenstandslos.

Ijoma Mangold, Redaktion DIE ZEIT

DIE ZEIT,

DIE ZEIT,

Copyright: Carl Gibson

Das Gesamtwerk Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte

Das Gesamtwerk Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte7 ok

Carl Gibson Allein in der Revolte Titelbild

Das neue Buch von Carl Gibson

Vor wenigen Tagen ist erschienen:

Carl Gibson, Allein in der Revolte

Eine Jugend im Banat

Aufzeichnungen eines Andersdenkenden –Selbst erlebte Geschichte und Geschichten aus dem Securitate-Staat

J.H. Röll Verlag, Dettelbach, 409 S.
ISBN 978-3-89754-430-7

http://www.openpr.de/news/704256/Allein-in-der-Revolte-Carl-Gibsons-neues-Buch-ueber-die-kommunistische-Diktatur-in-Rumaenien.html

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte
Carl Gibson

carl Gibson, Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte, Titelbilder

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte Buckrückseite

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte

Nachdem bereits ím Jahr 2008 die “Symphonie der Freiheit” im gleichen Verlag erschienen war, wird jetzt der noch ausstehende Teil des Gesamtwerkes vorgelegt.

Die “Symphonie der Freiheit” ist nunmehr vollständig.

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der RevolteNeuerscheinung:
Carl Gibson

Weshalb wurde der zweite Band vor dem ersten publiziert?
Weil die wichtigen Inhalte absolute Priorität hatten.

Nun aber wächst doch noch zusammen, was zusammen gehört!

Die Graphik auf dem Titelbild (Kirche in Bukarest) stammt
von Michael Blümel,

das Foto auf der Buchrückseite wurde im Zentrum von Temeschburg
von Monika Nickel im Jahr 2009 aufgenommen.


Einige Kurzinfos aus dem Text auf der Buchrückseite:

Carl Gibson, M. A., Jahrgang 1959, Bürgerrechtler während der kommunistischen Diktatur in Rumänien, lebt als Philosoph, Historiker und Schriftsteller (VS) in Bad Mergentheim.

Mehrere Buchveröffentlichungen, Aufsätze, Essays. Zu seinen Hauptwerken zählen die literaturhistorische Dichter-Monographie: Lenau. Leben – Werk – Wirkung, Heidelberg, 1989 sowie die autobiographische Darstellung: Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur, Dettelbach 2008.

Ergänzend zur “Symphonie der Freiheit”, ein Erinnerungswerk, in welchem die Geschichte der ersten freien Gewerkschaft “SLOMR” im Ostblock aus der Insider-Sicht eines Dissidenten sowie die Bedingungen der politischen und kulturellen Opposition differenziert wie kritisch beschrieben werden, schildert der Autor nunmehr im Folgeband “Allein in der Revolte” seinen Weg in den antikommunistischen Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur.
Carl Gibson beschreibt das Phänomen des “real existierenden” Kommunismus aus der konkreten Erlebnisperspektive eines jungen Nonkonformisten in Temeschburg im Banat und erörtert dabei den Kampf um Menschenrechte sowie das Ringen der deutschen Minderheit um ethnische Identität.
Zeitgeschichtlich orientiert fragt der Autor nach den Ursachen und Gründen, die zum Exodus der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen aus Rumänien führten.

Die Neuerscheinung ist seit Februar 2013 auf dem Buchmarkt und überall im Buchhandel erhältlich, auch online u. a. hier:

http://www.amazon.de/Allein-Revolte–Eine-Jugend-Banat/dp/389754430X/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1362134956&sr=1-4

http://roell-verlag.de/shop/article_978-3-89754-430-7/Gibson,-Carl%3A-Allein-in-der-Revolte%3A-Eine-Jugend-im-Banat.-Aufzeichnungen-eines-Andersdenkenden-%E2%80%93-Selbst-erlebte-Geschichte-und-Geschichten-aus-dem-Securitate-Staat.html?pse=apq

Das Buch erscheint nach einer – fast dreijährigen – Verzögerung durch den Verlag.

Potenzielle Rezensenten bitte ich, Rezensionsexemplare direkt beim J.H. Röll Verlag in Dettelbach anzufordern.

Für eine Bekanntmachung meiner Buchpublikation auf einer Website oder Homepage bin ich dankbar.
In dem Buch steht das, was ich zum Banat und zur kommunistischen Diktatur zu sagen hatte.
Carl Gibson

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte
Carl Gibson

P.S.: Eine Weiterverbreitung dieser Informationen freut mich.

Kontaktdaten:
Carl Gibson
Ketterberg 8
97980 Bad Mergentheim
Telefon: 079731 99 27 176
Email: Gibsonpr@aol.com
Email: carlgibsongermany@gmail.com

Zur Person, zum Autor bzw. Bibliographie:
http://www.gibsonpr.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson_(Autor)

Auszüge aus dem Werk finden sich auf diesem Blog.
Soweit diese Erstinformationen – weitere Infos werden folgen.

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte 9
Carl Gibson

Carl Gibson wurde abgelichtet von Monika Nickel.

Rechtlicher Hinweis:

Alle Rechte für das Gesamtwerk (“Symphonie der Freiheit” und “Allein in der Revolte”) liegen beim Autor Carl Gibson.

Vervielfältigungen jeder Art, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Copyright: Carl Gibson

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David gegen Goliath … und Leviathan – Erfahrungen eines Dissidenten mit der Konrad -Adenauer-Stiftung der CDU bei der Kontestation des KAS-Literaturpreises an Herta Müller

Paktiert die Konrad -Adenauer-Stiftung der CDU mit ehemaligen Kommunisten? 

Hommage an George Orwell, "1984" - Big Brother is watching you! Collage Carl Gibson

Hommage an George Orwell, “1984” – Big Brother is watching you! Collage Carl Gibson

http://www.fnweb.de/region/main-tauber/bad-mergentheim/carl-gibson-gegen-herta-muller-1.1251813

Aufklärung schwer gemacht!?

Weshalb fördert, ehrt und würdigt die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU Kommunisten, Hassstifter und Denunzianten, während sie im gleichen Atemzug aufrichtige Widerstandskämpfer und Opfer des Kommunismus abweist, ohne sie angehört zu haben?

Vielleicht deshalb, weil die Entscheidungen innerhalb der angeblich vom Staatsicherheitsdienst der DDR unterwanderten Stiftung von aktivierten Schläfern getroffen werden, die sich immer noch im Dienst wähnen wie die alte „Securitate“ – und dies, obwohl die kommunistische Welt des ehemaligen Ostblock s inzwischen untergegangen ist?

Wäre es so, dann würde das merkwürdige Vorgehen einer bedeutenden deutschen demokratischen Einrichtung im Umgang mit kritischen Andersdenkenden einige offene Fragen erklären.

Fakt ist –

Im Land der Buchen und der Linden, im Land des deutschen Michel mit den blauen Augen glaubt man heute den ehemaligen totalitären Linken, Kommunisten, Opportunisten und geschickten Wendehälsen mehr als aufrechten Demokraten, die in schwerer Stunde die deutsche Identität , Kultur und Wertestruktur eben gegen linkstotalitäre, kommunistische Ideologien verteidigten.

Noch genau erinnere ich mich an den Tag. Es war während einer Autofahrt im Jahr 2004, als in Radio die Meldung verbreitet wurde, die aus den rumänischen Banat stammendende Schriftstellerin Herta Müller sei mit dem Literaturpreis der Konrad Adenauer-Stiftung ausgezeichnet worden. Diese einschneidende und deshalb vom Gehirn für alle Zeiten gespeicherte Meldung irritierte, mich zunächst spontan, dann aber auf Dauer, je mehr ich darüber nachdachte.

Wie konnte es sein, dass eine von den Kommunisten der Ceausescu-Diktatur geförderte Schriftstellerin, die außerdem noch mit einem Kommunisten deutscher Zunge verheiratet war, von einer deutschen konservativen Stiftung ausgezeichnet wurde, von einer demokratischen Institution, die durch öffentliche Gelder finanziert wird?

Der Leitspruch Konrad Adenauers kam mir in den Sinn:

„Wir wählen die Freiheit“

verbunden mit dem Wahlspruch der CDU

„Freiheit statt Sozialismus“.

Wie konnte es ferner sein, dass die auf die deutsche Identität und konservative Werte sehr bedachte CDU über die ihr nahestehende Konrad Adenauer-Stiftung (KAS) eine kontrovers diskutierte Autorin ehrte, die während ihrer Zeit in Rumänien in ihren Werk gegen die deutsche Kultur im Banat agierte – und dies zu einem Zeitpunkt als die in ihrer Identität bedrohten Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen im Überlebenskampf standen, in einer Agonie zwischen Ausharren und Exodus?

Meine Irritation klang nicht ab – die Materie beschäftigte mich weiter und – wie es sich noch herausstellen sollte – über Jahre.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung musste sich geirrt haben, dachte ich, und nahm mir vor, den Dingen auf den Grund zu gehen, nachzuforschen und bei der KAS nachzufragen.

Oder man hatte ihren Juroren Entscheidungskriterien zur Verfügung gestellt, die nicht den historischen Tatsachen entsprachen?

War die Konrad-Adenauer-Stiftung möglicherweise sogar instrumentalisiert worden, von gewissen Kreisen missbraucht worden, um so in der deutschen Öffentlichkeit nachhaltig diskreditiert da zu stehen?

Was bahnte sich da an – eine Verschwörung, ein Komplott?

Die erst später festgestellte Unterwanderung auch dieser Einrichtung durch Agenten der Staatssicherheit der DDR mit gezielter Deviationsabsicht hätte einiges erklärt.

Doch davon wusste ich seinerzeit noch nichts.

Um der Wahrheit näher zu kommen, musste ich also Kontakt zur Konrad Adenauer-Stiftung aufnehmen und konkrete Fragen stellen. Schließlich war zu erwarten, dass eine politisch-kulturelle Einrichtung des öffentlichen Lebens in der Bundesrepublik Deutschland, die sich für abendländische Werte in Deutschland und in Europa stark macht, die selbst osteuropäische Staaten auf den Weg in die Demokratie konstruktiv begleiten will, mir, dem ehemaligen Bürgerrechtler aus der Ceausescu-Diktatur Rede und Antwort geben würde. Der gesunde Menschenverstand legte das nahe – die individuelle wie politische Vernunft und die Gesetze der Logik.

In der Kommunistischen Welt – ein Blick ins das heutige China oder Russland verdeutlicht dies – war es üblich, Regimekritiker, Bürgerrechtler und Dissidenten ebenso abzuweisen wie kritische Staatsbürger, wenn der Einheitspartei unliebsame Themen öffentlich oder in Petitionen angesprochen wurden.

War es im Freien Westen anders?

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte mein volles Vertrauen, war ich doch – als ausgewiesenes Opfer des Kommunismus  und selbst im Westen noch viele Jahre agierender Menschenrechtsaktivist – kurzfristig der damals oppositionellen CDU ( Kurt Biedenkopfs in NRW, Dortmund) als Mitglied beigetreten, mich für idealistisch Freiheit und demokratische Werte einsetzend.

Also begann ich in den Jahren 2005 – 2006 damit den Dingen rund um Aufklärung und Widerstand noch tiefer auf den Grund zu gehen und kritisch zu recherchieren. Die Aufarbeitung meiner oppositionellen Tätigkeit stand an – und mit ihr das Klären zahlreicher offener Fragen im Zusammenhang mit der tatsächlichen oder fiktiven Opposition anderer Schriftsteller.

Konnte es sein, dass ich irrte?

Konnte es sein, dass jene Herta Müller, die bereits im Jahr 1994 – als rumänische Staatsbürgerin auf Westreise – im Öffentlich-rechtlichen Fernsehen der Bundesrepublik Deutschland ihren deutschen Landsleuten im Banat eine faschistoide Gesinnung unterstellt hatte, Meriten aufwies, von welchen ich noch nichts wusste?

Also nahm ich Nachforschungsarbeiten auf, begann mit der Ausarbeitung meiner Autobiographie über die Gründung der ersten größeren Freien Gewerkschaft (SLOMR) in Rumänien und schrieb gleichzeitig an die in Deutschland dank des KAS-Preises inzwischen etwas bekannter gewordenen Herta Müller, um Informationen aus erster Hand zu erhalten.

Ihr unvollständiger Lebenslauf hatte mich stutzig gemacht. Auch war es mir rätselhaft, weshalb eine demokratische Einrichtung wie die Konrad-Adenauer-Stiftung die biographischen Daten Herta Müllers weitgehend ungeprüft und unvollständig hingenommen hatte.

Ich hätte erwartet, dass Professor Günther Rüther, der die gesamte Dokumentation der KAS-Ehrung Herta Müllers verantwortet, zunächst gründlich akademisch-wissenschaftlich recherchiert und Unstimmigkeiten hinterfragt, bevor die biographischen Daten und Materialien abgesegnet und veröffentlicht werden.

Mir jedenfalls genügt der KAS-Lebenslauf Herta Müllers nicht.

Weitere Fragen stellen sich.

Waren Herta Müllers Verstrickungen mit dem kommunistischen Machtapparat an sich bzw. der Konrad Adenauer-Stiftung nicht bekannt – oder

wurden diese nur in retuschierter Form hingenommen, quasi aus Gründen der Staatsraison, um so eine Galionsfigur zu schmieden, ein Symbol zu kreieren, mit dem man künftig noch mehr vorhatte in der nationalen und Europapolitik?

Das retuschierte Wikipedia-Porträt von Herta Müller,

 aus welchem meine Kritik an ihr unmittelbar nach der Nobelpreisvergabe entfernt worden war, eine Kritik, die Jahre dort Bestand hatte,

spricht für höhere Mächte und Interventionen … auch im demokratischen Freien Westen.

Manchmal soll nicht sein, was nicht sein darf!

Und manchmal stößt der Nachforschende auf eine Mauer des Schweigens und der Verweigerung, was verwirrt, die Skepsis mehrt und Verschwörungstheoretiker auf den Plan ruft.

Um nichts Unredliches in die Welt zu setzen und um alle Missverständnisse a priori zu vermeiden, schrieb ich Herta Müller am 10. 10. 2006 folgendes:

„Sehr geehrte Frau Müller,

Ihr Verlag war so freundlich, den Kontakt zu Ihnen herzustellen.

Ich habe einige Ihrer Bücher gelesen und rezipiere sie in einer Publikation, die ich in absehbarer Zeit veröffentlichen werde. Ich schreibe an einem Werk, das von der Konzeption her ein wissenschaftlich fundiertes Werk ist, sich aber der literarischen Form bedient, also zwischen Belletristik und Sachbuch angesiedelt ist.

Nachdem ich schon seit Monaten keinen Kontakt zu Ihnen bekommen konnte, ich habe W. Totok angesprochen, mit dem ich in Diskussion bin und Dr. Sienerth, der eines Ihrer Gespräche veröffentlicht hat, melde ich mich direkt bei Ihnen.

Ich habe viele Fragen.

Ein Gespräch wäre mir sehr willkommen, auch ein Telefonat, in dem einiges erörtert werden könnte.

Wer bin ich – ein ehemaliger Dissident aus Temeschburg / Sackelhausen, ein Nachbar von Ortinau. Ich habe 1979 die Freie Gewerkschaft SLOMR in Temeschburg gegründet, organisiert, war 6 Monate in Haft, bin 3 Jahre von Pele verhört worden.

Nach meiner Ausreise 1979 habe ich als Sprecher der SLOMR das Regime in Bukarest über die CMT und BIT der UNO verklagt. (Dokumentation im Internet).

Über dieses Thema schreibe ich ein Buch. Die Geschichte der Bewegung mit autobiographischen Rückblendungen in die Welt der Kindheit nach Sackelhausen, über die Jugend in Temeschburg, über den AMG-Kreis, über Literatur, über Literaturrezeption, über Dissidenz, über deutsche Identität, über Heimat etc.

Von mir liegt die Monographie vor: Lenau. Leben – Werk – Wirkung, Heidelberg 1989.

Mehr über mich finden Sie im Internet unter gibsonpr.de

Die Auseinandersetzung mit der Materie implizierte notwendigerweise die Berücksichtigung Ihres Werkes, speziell der Niederungen bzw. Herztier in welchen ähnlich erlebte Phänomene anders dargestellt werden.

Ich habe einige Ihrer Thesen mit in die Diskussion aufgenommen. Dabei interessieren mich neben literaturästhetischen Fragestellungen vor allem die Aspekte der Dissidenz, vor allem jene vor Ihrer Ausreise.

Was war Ihnen und Richard Wagner bzw. anderen aus der Gruppe an konkreter regimekritischer Opposition und Dissidenz möglich?

Welche Aktionen fanden konkret statt?

Ich zitiere ein Dokument, ich welchem Sie noch 1985, als Rumänien am Boden lag, die Führungsrolle der RKP anerkennen.

Sind Sie gefoltert worden?

Was ist Mythos?

Was ist Wahrheit?

Wo beginnt die Fiktion?

Manche Werke sind nur mit dem entsprechenden Hintergrund zu verstehen.

Sie sind angefeindet worden.

Auch mir haben einige Sachen aus Niederungen Bauchschmerzen bereitet und einige schlechte Nächte. – vielleicht reden wir darüber?

Ich will nicht ungerecht rezipieren und Gehässigkeiten verbreiten.

Deshalb ist Aufklärung notwendig.

Ich gehe davon aus, dass Sie einiges in Ihrem späteren Werk zurechtgerückt haben.

Trotzdem, es bleiben viele Fragen – vielleicht kommunizieren wir darüber, bevor mein Buch erscheint.

Sollten Sie sich nicht melden, werde ich Ihre Haltung akzeptieren.

Ich habe das rezipiert, was mir erreichbar und möglich war.

Mit der Landsmannschaft habe ich nichts zu tun.

Es würde mich freuen, wenn Sie aus der Anonymität heraustreten würden und mit mir als einem Ihrer Leser reden würden – mit besten Wünschen

 Carl Gibson

 

P.S. Ich kannte zufällig eine H. Müller aus Nitzkydorf. Eine Hilde.“

Eine Antwort auf – wie es mir erschien – berechtigte Fragen bleib aus.

Herta Müller wollte mir nicht antworten, vielleicht weil bereits viel zu viele Ungereimtheiten und Mythen zirkulierten, an deren Aufklärung sie kein Interesse haben konnte.

Aus heutiger Sicht – und nachdem ich im Oktober 2010 in Bukarest bei der rumänischen Gauck-Behörde CNSAS neben meiner Securitate-Opfer-Akte auch die Akte Herta Müllers „Cristina“ ausgiebig einsehen und studieren konnte – steht für mich und objektiv fest, dass Herta Müller in zahlreichen Punkten die Unwahrheit gesagt und viele relevante Fakten verschwiegen bzw. verschleiert hat.

Weite Teile ihrer angeblichen Verfolgung sind frei erfunden.

Die Beweisführung ist heute jederzeit detailgerecht möglich.

Was früher Vermutung war, ist heute Gewissheit.

Diverse Preise – vom Preis der KAS bis hin zum Nobelpreis – können de facto als erschlichen angesehen werden – bei Vortäuschung von Ereignissen und Tatsachen, die es so nicht gegeben hat und die nicht der historischen Wahrheit entsprechen.

In diesem großen Puzzle von Wahrheit und Lüge, von Mythisierung, Verdrehung und gezielter Täuschung, musste ich mir über die Jahre jeden einzelnen Baustein der Aufklärung mühevoll erarbeiten.

Stigmatisierungen, Diffamierungen übelster Art, Diskreditierung, Isolation etc. mussten – bis hin zur gesundheitlichen Gefährdung – erduldet werden, um  bei schlechtesten Bedingungen und ohne jede Förderung – eine objektives Aufklärungswerk aufrecht zu erhalten, das immer noch nicht abgeschlossen ist.

Während ich Verlage anschrieb, weiter mit der Ausarbeitung meiner Autobiographie zum Thema Widerstand in der Ceausescu-Diktatur beschäftigt war und auf Herta Müllers Antwort wartete, suchte ich nach einer helfenden Hand, nach Unterstützung im Kampf gegen den inzwischen schon niedergerungenen geglaubten Kommunismus in Osteuropa.

An wen appellierte ich?

Als ehemaliger Gewerkschafter etwa an die sozialdemokratische Friedrich Ebert Stiftung der SPD?

Als liberaler Andersdenkender an die freiheitliche Naumann Stiftung der FDP?

Nein, als Aufklärer und Antikommunist appellierte ich an die christlich-konservative Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU, nicht zuletzt deshalb, weil ich – bei aller freiheitlichen, ja linksliberalen Gesinnung – mit ganzen Idealismus hinter dem christlich-abendländischen Demokratieverständnis stand, an der Idee des Humanum im Abendland festhaltend, auf Werten basierend auf Würde, Freiheit und Menschenrechte.

Also schrieb ich der Konrad-Adenauer-Stiftung, namentlich ihrem Leiter für Kultur Dr. Hans-Jörg Clement, am 22 .01 2006 folgendes:

Carl Gibson MA

Johann-Hammer -Str. 24

97980 Bad Mergentheim

Herrn Dr. Hans-Jörg Clement, Leiter Kultur

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Tiergartenstr.35

10785 Berlin                                                                         Bad Mergentheim, den 22 .01 2006

Anfrage:

Antrag auf Gewährung eines Arbeitsstipendiums für das Buchprojekt

„Gegen den Strom – Eine Symphonie der Freiheit“

Sehr geehrter Herr Dr. Clement,

sehr geehrte Damen und Herren des Beirats,

ich gehöre zu jenen Menschen, die für eine Idee gekämpft, gelitten und ihr Leben riskiert haben. Um etwas davon der Allgemeinheit zu vermitteln, habe ich, neben anderen Aktivitäten, ein Buch konzipiert, das ich gerne in einem Jahr abschließen und veröffentlichen will.

Um diese politisch historische Dokumentation mit authentischen Zeugnissen adäquat literarisch aufarbeiten zu können, wäre eine Schaffensfreiheit von mindestens einem Jahr notwendig, nach Möglichkeit auch ein Druckkostenzuschuss.

Ich habe bisher noch nie eine öffentliche Förderung in Anspruch genommen und alle bisherigen künstlerischen wie wissenschaftlichen Projekt im idealistischen Alleingang realisiert – und dabei noch die Existenz meiner Familie sichern müssen. Ich wäre froh, wenn ich diesmal auf Hilfe seitens der Adenauer-Stiftung hoffen könnte.

Ich stehe als Liberalkonservativer der CDU recht nahe und bin bereits 1980 in die Partei eingetreten. Während meiner freiberuflichen Tätigkeit hatte ich die Ehre, mehrfach mit Bundeskanzler a. D. Dr. Kohl und Mitgliedern seines ehemaligen Kabinetts zusammen zu treffen – habe bisher jedoch noch nie persönliche Kontakte für eigene Interessen genutzt.

– Hier einige Angaben zu meinem künstlerisch-literarischen wie wissenschaftlichen Werdegang.

Ich publiziere seit 1980, vielfach im journalistischen und kulturellen Bereich. 1982 war ich Mitherausgeber der bundesweiten Kulturzeitschrift „nomen“.

Meine wissenschaftliche Autorentätigkeit begann im Jahr 1986 mit einem Aufsatz zu Nietzsches Lenau-Rezeption, der von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in „Sprachkunst“ veröffentlicht wurde.

Es folgten die Monographie: Lenau. Leben, Werk, Wirkung. Heidelberg, 1989. – ein Werk mit der Qualität einer guten Dissertation, das mit viel Resonanz in der Forschung aufgenommen und besprochen wurde.

Ferner die ebenfalls positiv rezensierten kultur- und wirtschaftshistorischen Darstellungen: Bad Mergentheim und das Trinkwasser. Die Geschichte der Mergentheimer Trinkwasserversorgung. Oldenbourg Verlag, 1994,

und: Erdgas für Tauberfranken und Hohenlohe, Oldenbourg Verlag, 1999.

In den letzten Jahren begründete ich ferner die regionalgeschichtliche Reihe: Brunnen und Quellen in Tauberfranken. Band I: Ein Beitrag zur historischen Trinkwasserversorgung des Weinortes Markelsheim, Wesel Verlag Baden-Baden, erschien 2004. Band II : Die historische Trinkwasserversorgung der Bad Mergentheimer Ortschaften, Dörtel, Herbsthausen und Schönbühl, folgte im Jahr 2005 im gleichen Verlag.

Im Augenblick arbeite ich zusätzlich noch an einem Buch zur Geschichte der Stromversorgung im Taubertal, sowie an dem breiter angelegten, sehr forschungsintensiven Werk

„ Einsamkeit und Melancholie in Philosophie, Dichtung und moderner Gesellschaft“.

Absolute Priorität genießt jedoch das zeithistorische Projekt „Gegen den Strom – Eine Symphonie der Freiheit“, in welchem das freiheitliche Eintreten eines jungen Menschen in einer der grausamsten Diktaturen des Ostblocks dargestellt wird.

Es ist ein zeithistorische Dokument zur jüngsten europäischen Geschichte, das die Gründe für den Zerfall des Ostblocks aus konkreter Anschauung heraus darlegt. Es ist ein autobiographisches Zeugnis in einer literarisch wie ideengeschichtlich anspruchsvollen Form. Ist ein Projekt dieser Art förderungswürdig?

Weitere Auskünfte erteile ich gern!

Carl Gibson

P.S. Anlagen: Eine Kurzvita, ein Exposé als Abstrakt. Ausführliche Unterlagen lege ich gerne vor.“

Die höfliche Absage des KAS-Leiters Kultur Dr. Hans-Jörg Clement wurde bereits am 26. 01.2006 aufgesetzt und mir zugeschickt – mit einer formalen Begründung verbunden und dem Hinweis, die Stiftung sei von Mittelkürzungen betroffen.

Vielleicht war zu diesem Zeitpunkt schon absehbar, dass künftig die Mittel der KAS sinnvoller eingesetzt werden sollten, u. a. für die Reise des Vorsitzenden Dr. Bernhard Vogel ins rumänische Siebenbürgen, um dort mit der von der KAS prämierten Herta Müller, ihren ehemaligen kommunistischen Ehemann Richard Wagner und dem Securitate-Informanten Eginald Schlattner im Rahmen eines Symposions Europapolitik zu betreiben, während die echten Dissidenten der Ceausescu-Diktatur draußen vor der Tür zu bleiben hatten.

Doch davon ahnte ich im Jahr 2006 natürlich noch nichts.

In den Folgejahren der Ausarbeitung recherchierte ich weiter und stieß immer wieder auf neue Ungereimtheiten und ungeklärte Fragestellungen, die ich im Jahr 2008 – nach der Veröffentlichung meines Werkes „Symphonie der Freiheit“ – endlich geklärt habe wollte.

Darüber hinaus hatten einige öffentliche Debatten (Spitzelaffäre in Berlin) diese Notwendigkeit weiter nahegelegt.

Also schrieb ich erneut an die Konrad-Adenauer-Stiftung, wieder in der Hoffnung auf konstruktive Mitwirkung und Aufklärung:

„An die

Konrad Adenauer-Stiftung e.V.

53757 Sankt Augustin

Via Fax und Email

Sehr geehrte Frau Dr. Tandecki,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 5. August.

Leider hilft es mir nicht, die Sache aufzuklären.

Ich bitte um folgende Auskünfte:

  1. Welche Jury hat diese Entscheidung herbeigeführt?

Ich bitte um Zusammensetzung und die Namen der Juroren mit Funktion und Parteizugehörigkeit.

  1. Wurden auch Historiker, ehemalige Bürgerrechtler etc. gehört?

Welche?

Ich gehe davon aus, dass die KAS sich der „historischen Wahrheit“ verpflichtet fühlt und gemäß den demokratischen Spielregeln schon im eigenen Interesse an einer Aufklärung der Materie interessiert ist.

  1. Fakt ist:

Herta Müller war lange Jahre Nutznießerin der Ceausescu-Diktatur.

In dieser Zeit hat sie als „Nestbeschmutzerin“ (Terminus der literaturwissenschaftlichen Forschung) ihre bedrängten Landsleute (klassisches CDU-Wählerpotential) verunglimpft.

Nach meinem Wissensstand hat sie sich dafür nie entschuldigt.

  1. Nach meiner Auffassung ist ihre „Dissidenten-Vergangenheit“ inszeniert und nirgendwo belegt.

Damit sehe ich eine Irreführung und Täuschung der bundesdeutschen Öffentlichkeit als gegeben an, die von der KAS noch a posteriori sanktioniert wird.

  1. Ich habe die „Materie Herta Müller „ in meinem Buch

„Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur“, Dettelbach, 2008, bis zu einem gewissen Grad aufgeklärt.

Die KAS wollte das Projekt „nicht fördern“! (Siehe Anlage!)

  1. Anfrage:

Hat die KAS nun Fördermittel für Band 2 der Forschungsarbeit eines langjährigen Dissidenten gegen totalitäre Verhältnisse:

Gegen den Strom. Deutsche Identität und Exodus?

Ich werde die Diskussion dort differenziert weiter führen.

Wenn Frau Herta Müller, deren „literarische Leistung“ höchst umstritten ist, die Wahrheit auf ihrer Seite haben sollte, dann bedarf es keiner Verteidigung durch die KAS.

Ich bezweifle auch die moralische Integrität von Herta Müller, die sich nicht kritisch ihrer Vergangenheit stellt.

Die KAS hat als moralische Einrichtung eines demokratischen Staates vielmehr die Pflicht, darauf zu achten, dass mit der tatsächlichen Wahrheit kein Missbrauch getrieben wird.

Können wir auf einmal vergessen, dass Herta Müller die Rumänische Kommunistische Partei anerkannt hat, als das Land 1985 ruiniert am Boden lag?

  1. Will die KAS den Opportunismus, in dem ich persönlich den Untergang der Demokratie sehe, noch ermutigen?
  1. Verzeihen Sie, wenn ich mich als langjähriger Dissident, deutscher Patriot und christdemokratischer Staatsbürger so einfach nicht abwimmeln lasse.

Ich werde weitermachen – mit oder ohne die Unterstützung der KAS.

Nachbemerkung:

Im Ostblock war es üblich, dass sich Bürgerrechtler und Oppositionelle, die nicht gehört wurden, am Beispiel Jan Palachs in Prag 1968 orientiert – öffentlich anzündeten, um ein Signal zu setzen.

Die Verzweiflung ist auch heute groß, wo das Unrecht geehrt wird und die Welt auf dem Kopf steht. In den Weiten Deutschlands, wo die Stimmen der Demokraten im Nichts verhallen, ist es bald auch soweit.

Die CDU soll sich nicht wundern, wenn ihre arg enttäuschten Stammwähler aus Überdruss zu den Radikalen überlaufen!

Mit freundlichen Grüßen Carl Gibson

Anlagen“

Auf mein erstes Schreiben an die KAS-Zentrale am Rhein sowie auf die an den Präsidenten der KAS, Dr. Bernhard Vogel gesandten Emails, deren Text heute nicht mehr auffindbar ist, erfolgte eine ausweichende Antwort aus der Feder von Frau Dr. Daniela Tandecki, in welcher die KAS-Ehrung Herta Müllers in Berufung auf frühere Preise und auf das Votum der Juroren gerechtfertigt wird.

Ungeachtet meiner persönlichen Betroffenheit solle ich die Entscheidung respektieren, also nichtüberprüft hinnehmen und es dabei belassen.

Ein Journalist, der von einer Ungerechtigkeit erfährt, aber nichts tut, um sie abzuwenden, der ist kein Journalist, der hat seinen Beruf verfehlt.

Bei Dissidenten ist das ebenso. Sie muckten auf, als etwas faul war im Staate Dänemark!

Und jetzt, Anno Domini 2008, fordert die KAS das ehemalige Parteimitglied der CDU Carl Gibson auf, Ruhe zu geben, Unwahrheiten zu akzeptieren, keine kritischen Fragen zu stellen.

Im Kommunismus  – bei Ceausescu und Honecker -war das so üblich!

Doch in der Demokratie?

Ein Autor und Bürgerrechtler soll schweigen, damit andere ihr Lügenwerk vollenden können?

Aus meiner Sicht – eine Ungeheuerlichkeit,

ein Skandal erster Güte!

Ergo hakte ich nach und schrieb ergänzend folgendes:

“Carl Gibson

Johann Hammer-Str. 24

97980 Bad Mergentheim

An die Konrad Adenauer-Stiftung e.V.

53757 Sankt Augustin

Via Fax und Email

Sehr geehrte Frau Dr. Tandecki,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 5. August.

Leider hilft mir auch Ihre ausweichende Antwort vom 5. September nicht, die Sache aufzuklären.

Ich bitte vorab um eine prinzipielle Auskunft:

Sprechen Sie in dieser Materie für die gesamte KAS

und ist ihre ausweichende Stellungnahme mit dem Vorstand der KAS abgestimmt?

Der geschiedene Ehemann von Frau Herta Müller,

der Dichter Richard Wagner,

nach Auskunft des Literaturarchivs Marbach seit 1972 Mitglied der Rumänischen Kommunistischen Partei,

verdächtigt mich, an einer Kampagne gegen Herta Müller im Vorfeld der KAS-Preisverleihung teilgenommen zu haben.

Deshalb sehe ich die KAS in der Pflicht den Nachweis zu liefern,

dass diese unterstellerische Behauptung falsch ist.

Alles, was ich in einer politischen Diskussion zu sagen habe, erfolgte und erfolgt öffentlich und auf der Grundlage von Fakten.

Deshalb strebe ich eine „parlamentarische Anfrage“ in der Sache Herta Müller an, die der KAS eine unvollständige Vita vorgelegt hat (Lücken über ein Jahrzehnt).- und dabei höchst wahrscheinlich erhebliche Tatsachen (eine mögliche Zugehörigkeit zur Rumänischen Kommunistischen Partei) verschwiegen hat.

Sollten Ehrungen erschlichen worden sein, dann ist eine Aberkennung des Preises durch die KAS nur eine logische Konsequenz.

In einem Schreiben vom 10.10. 2006 habe ich Herta Müller gebeten, ihr Verhältnis zur RKP aufzuklären.

Die Schriftstellerin hat dazu keine Aussagen gemacht.

Nach meiner Auffassung von Moral und intellektueller Redlichkeit ist sie zu einer umfassenden Aufklärung verpflichtet, gerade gegenüber der bundesdeutschen Öffentlichkeit, deren Ehrung sie über die KAS annimmt.

Aus diesen Gründen bitte ich die KAS nochmals um folgende Auskünfte:

Welche Jury hat diese Entscheidung herbeigeführt – und mit welchem Votum? Ich bitte um Zusammensetzung und die Namen der Juroren mit Funktion

und „Parteizugehörigkeit“.

Wurden auch Historiker, Politologen, ehemalige Bürgerrechtler etc. gehört?

Welche?

Ich gehe davon aus, dass die KAS sich der „historischen Wahrheit“ verpflichtet fühlt und gemäß den demokratischen Spielregeln schon im eigenen Interesse an einer Aufklärung der Materie interessiert ist.

Fakt ist:

Herta Müller war lange Jahre Nutznießerin der Ceausescu-Diktatur.

In dieser Zeit hat sie als „Nestbeschmutzerin“ (Terminus der literaturwissenschaftlichen Forschung) ihre bedrängten Landsleute (klassisches CDU-Wählerpotential) verunglimpft. Nach meinem Wissensstand hat sie sich dafür nie entschuldigt.

Nach meiner Auffassung ist ihre „Dissidenten-Vergangenheit“ inszeniert und nirgendwo belegt. Damit sehe ich eine Irreführung und Täuschung der bundesdeutschen Öffentlichkeit als gegeben an, die von der KAS über den Preis noch a posteriori sanktioniert wird.

Ich habe die „Materie Herta Müller „ in meinem Buch „Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur“, Dettelbach, 2008, bis zu einem gewissen Grad aufgeklärt.

Die KAS wollte das Projekt „Nicht fördern!

Anfrage: Hat die KAS Fördermittel für Band 2 der Forschungsarbeit eines langjährigen Dissidenten gegen totalitäre Verhältnisse:

Gegen den Strom. Deutsche Identität und Exodus?

In meinem Schreiben vom 22. 1. 2006 an Dr. Clement erkundigte ich mich nach einem eventuellen Stipendium bzw. nach einem Zuschuss, der durchaus auch symbolischer Art hätte sein können.

Ich werde die Diskussion in Bd. 2 differenziert weiter führen.

Wenn Frau Herta Müller, deren „literarische Leistung“ höchst umstritten ist, die Wahrheit auf ihrer Seite haben sollte, dann bedarf es keiner Verteidigung durch die KAS.

Vor dem literarischen Experiment kommt immer noch die „moralische Integrität“ der Autorin bzw. die von ihr vermittelte politische Botschaft, die auch heute noch zum Teil polarisierend, spaltend und destruktiv ist.

Die KAS hat als moralische Einrichtung eines demokratischen Staates vielmehr die Pflicht, darauf zu achten, dass mit der tatsächlichen Wahrheit kein Missbrauch getrieben wird.

Können wir auf einmal vergessen, dass Herta Müller die Rumänische Kommunistische Partei anerkannt hat, als das Land 1985 ruiniert am Boden lag?

Will die KAS den „Opportunismus“, in dem ich persönlich den Untergang der Demokratie sehe, noch ermutigen?

Verzeihen Sie, wenn ich mich als langjähriger Dissident, deutscher Patriot und christdemokratischer Staatsbürger so einfach nicht abwimmeln lasse.

Der Literaturpreis der KAS ist an sich ein politischer Preis.

Ich werde weitermachen – mit oder ohne die Unterstützung der KAS.

Nachbemerkung: Im Ostblock war es üblich, dass sich Bürgerrechtler und Oppositionelle, die nicht gehört wurden, am Beispiel Jan Palachs im Prag 1968 orientiert – öffentlich anzündeten, um ein Signal zu setzen.

In den Weiten Deutschlands, wo die Stimmen der Demokraten im Nichts verhallen, ist es bald auch soweit.

Die CDU soll sich nicht wundern, wenn ihre arg enttäuschten Stammwähler aus Überdruss zu den Radikalen überlaufen!

Carl Gibson, Philosoph, ehem. Bürgerrechtler und anerkannter pol. Häftling

P.S. Ich behalte mir vor, diese Schreiben zu veröffentlichen.“

Heute, vier Jahre danach mache ich diese einseitige Korrespondenz bekannt.

Fakt ist auch heute:

Die Konrad-Adenauer-Stiftung und somit die CDU fördert ehemalige Linke, Antideutsche und Kommunisten

und lässt im gleichen Atemzug einen aufrechten antikommunistischen Dissidenten im Regen stehen,

ohne ihn anzuhören,

ohne seine Argumente zu prüfen.

Was ist das anderes als zynische Machtpolitik jenseits von Ethos und Moral?

 

Nun – wie ging die Debatte zu Ende?

Nachdem die KAS die Angelegenheit höchst dilatorisch behandelte, im Versuch, die Sache auszusitzen wie andere in höheren Sphären der Politik, den Kritiker zermürbend mundtot zu machen, griff ich zum Telefon und erkundigte mich nach dem Stand der Dinge.

Ich wurde von Pontius zu Pilatus geschickt und vertröstet.

Schließlich erreichte mich das Schreiben des Leiters Prof. Günther Rüther vom 10.09.2008 via PDF-Datei mit dem Hinweis, die Diskussion sei aus der Sicht der KAS nunmehr beendet. Man fühle sich nicht verpflichtet, auf meine gegen Herta Müller erhobenen Vorwürfe einzugehen oder die Entscheidung der Jury zu rechtfertigen.

Darüber hinaus hätte ich mich während meines Anrufs im Gespräch mit dem KAS-Mitarbeiter Kuklik in Stil und Ton vergriffen. Von weiteren Anfragen solle ich künftig absehen.

Soweit das Machtwort von Professor Günther Rüther, der mit keinem Wort auf meine berechtigten Fragen einging.

Apropos deplatzierter Stil in der telefonischen Auseinandersetzung mit verschiedenen Mitarbeitern des KAS –

Das ist eine Unterstellung, ein Vorwurf, der sich nicht beweisen lässt. Ich weise ihn mit aller Entschiedenheit zurück.

Trotzdem, der Ton macht die Musik. Die Erregtheit eines unmittelbar betroffenen Zeitzeugen, den man Wochen lang warten lässt und der mit höchst trivialen Argumenten abgewimmelt werden soll, ohne gehört zu werden, hört sich in den Ohren eines Angestellten, der nur Dienst nach Vorschrift tut, möglicherweis e merkwürdig an. In einer Debatte aber, wo es um Wahrheit und Lüge geht, um eine mögliche Täuschung der Öffentlichkeit, schließlich um die Frage, ob die KAS frühere Kommunisten fördert, um gleichzeitig überzeugte Demokraten und antikommunistische Widerstandskämpfer zu ignorieren, zählen die Fakten und die tatsächliche Aufklärung-

Dieser kritischen Aufklärung hat sich die Konrad Adenauer-Stiftung verweigert, indem sie den Dialog mit mir aus fadenscheinigen Gründen abwürgte.

Wollte sie nur vom eigenen Versagen ablenken?

Basta!

So geht die demokratische Einrichtung Konrad-Adenauer-Stiftung mit deutschen Staatsbürgern um, die ihr Recht auf Aufklärung dubioser Praktiken einfordern.

Wurde da bereits an einem großen Rad gedreht?

Hatte man bei der KAS und bei der CDU noch mehr mit Herta Müller vor?

Sie, die Systemloyale der Ceausescu-Diktatur, war nunmehr für den Nobelpreis nominiert.

Konnte der Nobelpreis auch durchgesetzt werden, wenn der echte Lebenslauf von Herta Müller der Allgemeinheit bekannt wurde?

Wohl kaum!

Ergo musste man Carl Gibson zum Schweigen bringen … und all die anderen kritischen „Leserbriefschreiber“, die schon vor Carl Gibson an die KAS geschrieben und Fakten angesprochen hatten!

Waren sie alle Instrumente und „nützliche Idioten“ der Securitate – zu denen sie von KP-Mitglied und Herta Müller-Gatte Richard Wagner öffentlich abgestempelt und angeprangert wurden?

Ich weiß nicht, was andere der KAS berichteten – ich weiß nur, dass die KAS meiner Argumentation nicht gefolgt ist und über ihren KAS-Preis erheblich politisch dazu beigetragen hat, dass Herta Müller auch den Nobelpreis erhielt und das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, obwohl ihre moralische Integrität nicht gegeben und ihr angeblicher Widerstand bzw. ihre Verfolgung im Kommunismus frei erfunden sind.

Ergo:

KAS und CDU müssen sich den Vorwurf einer moralischen Mitschuld gefallen lassen, einen Vorwurf, den ich als Mensch und Philosoph weiterhin erheben werde, weil die Spitze der Konrad-Adenauer-Stiftung und der CDU nachträglich von meinen Richtigstellungen erfuhren und trotzdem keine Konsequenzen zogen, eben deshalb, weil man sich als Teil eines Systems, das Fehler gemacht hat, nicht selbst belasten wollte.

Diese existenziell verständliche, an sich aber zutiefst zynische, ja machiavellistische Haltung werde ich nie hinnehmen. Ich werde solange öffentlich agieren, bis der Gerechtigkeit Genüge getan ist.

Mehr zur Materie auch unter:

Die Konrad Adenauer-Stiftung und die Kommunismus-Bewältigung in Rumänien

(Link zur Original-Diskussion im SbZ-Forum) unter:

http://www.siebenbuerger.de/forum/allgemein/795-die-konrad-adenauer_stiftung-und-die/

Ein Auszug aus meinen Kommentaren dort wird demnächst nachgereicht.

 Briefcollage

Bücher, Books, Publikationen von Carl Gibson

Täuschung und Irreführung durch Stilisierung, Beschönigung im Verschweigen erheblicher Tatsachen?

Damit alles seine Richtigkeit hat, hat die Konrad-Adenauer-Stiftung ihre Preisverleihung an Herta Müller dokumentiert. Verantwortlich für diese im Internet auffindbaren Dokumentation – und somit für ihre unbefriedigenden Inhalte – ist Professor Günther Rüther, derselbe deutsche Professor und KAS-Angestellte, der mir, dem antikommunistischen Bürgerrechtler das kritische Nachfragen untersagte, vielleicht aus deshalb, weil die vom ihm zu verantwortende KAS-Preis- Dokumentation einer kritischen Überprüfung nicht standhält.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat ihre Wunschvorstellungen darin dargestellt, Fakten hingebogen, geschönt, kurz inszeniert. Indem erhebliche Fakten präsentiert wurden, die nicht der historischen Wahrheit entsprechen und andere Tatsachen verschwiegen wurden, wurde die Öffentlichkeit getäuscht.
Wesentliche Ungereimtheiten, die mir damals im Jahr aufgefallen waren und die Argumentation meiner KAS-Nachfragen 2008 begründeten, können heute noch besser nachgewiesen werden, da – nach Akteneinsicht bei der rumänischen Gauck-Behörde CNSAS – weitere Daten zur Verfügung stehen.

Werfen wir einen Blick auf den Text der Ehrungsurkunde, wo es heißt Herta Müller sei 1987 aus der Ceausescu-Diktatur „geflohen“.
Fakt ist:
Die staatsloyale und von dem rumänischen Kommunisten geförderte Schriftstellerin Herta Müller, seinerzeit eine privilegierte Westreisende, wollte lange Jahre überhaupt nicht ausreisen.
Wer aus Rumänien „floh“, flüchtete, der flüchtete unter Lebensgefahr in der Regel über die Grüne Grenze. Ich selbst wurde an dieser grünen Grenze des ehemaligen Ostblocks zur Freien Welt bei einem Fluchtversuch aufgegriffen und gefoltert.
Andere Bekannte wurden totgeschlagen, in der Donau erschossen, einfach dahin gemordet.
Herta Müller aber reiste bequem mit einem Reisepass aus, nach dem sie mehrfach in der Bundesrepublik geweilt und die Spielregeln der Demokratie sowie der kapitalistischen Geldwirtschaft realitätsnah studiert hatte.
In der gleichen Urkunde heißt es weiter, Herta Müller habe sich in ihrem Werk mit der Diktatur auseinandergesetzt, sie habe gegen verordnetes Denken protestiert und den Aufbruch der nationalen Minderheiten begleitet. Das ist undifferenzierte Schönfärberei, sonst nichts.
Dass Herta Müller von „Hass“ getrieben „Niederungen“ veröffentlichte, Erzählungen, in welchen sie – statt gegen die Kommunisten gegen ihre deutsche, verfolgte Minderheit anschrieb, davon berichtet die Urkunde nichts.
Auch hört man dort nichts von den Preisen, die ihr die Kommunisten ihres Ehemannes Richard Wagner zuschanzten, um ihre Wühlarbeit gegen die eigene deutsche Minderheit im Banat zu stützen.
In der von der KAS in der Dokumentation veröffentlichten Vita Herta Müllers wird der ihr verliehene Preis der Jungkommunisten als Preis des Schriftstellerverbandes bezeichnet, eines Verbandes, dem sie nicht angehörte.
Aus meiner Sicht ist das Heuchelei seitens der Konrad-Adenauer-Stiftung, die sich ihr Bild willkürlich so zurechtlegt, wie es ihren Interessen und Zwecken behagt.
Aus heutiger Sicht erscheint dieses Prozedere als eine Art Reinwaschungsakt einer moralisch Besudelten, um sie für die anstehende Nobelpreis-Nominierung weiß zu waschen.
Das ist Machiavellismus vom Feinsten, der angeblich von der breiten Masse nicht durchschaut wird!?
Und doch wird es ins Auge gehen, mit und ohne Nobelpreis, weil eine moralisch nicht integere Person niemals weiß gewaschen werden kann.
Vor mir wurden, wenn Richard Wagner Hinweis auf eine Kampagne gegen Herta Müller zutrifft, bei der KAS wahrscheinlich andere anständige Banater Schwaben gestoppt, werte Staatsbürger, die nur über Fakten berichten und aufklären wollten?
So versteht die KAS der CDU Demokratie und den konstruktiven Dialog – als Wille zur Macht, rücksichtslos und willkürlich!?
Herta Müller, eine Opportunistin, die über Nacht die Fronten wechselte, nachdem die Titanic des Kommunismus den Eisberg gerammt und sie den Klang und Lockruf des Geldes vernommen hatte, wird von der Konrad Adenauer-Stiftung zur Heldin und Widerstandskämpferin stilisiert, obwohl kein einziger oppositioneller Akt dieser kontrovers diskutierten Schriftstellerin bekannt ist.
Die lächerliche Behauptung, sie hätte sich einer Securitate-Mitarbeit verweigert (und deshalb in der Fabrik Technometal als Übersetzerin arbeiten müssen)ist nur ein nicht verifizierbares Gerücht, mehr nicht, auch wenn es noch so oft wiederholt und in alle Welt hinaus posaunt wird.
Herta Müller ist eine Geschichten-Erzählerin mit blühender Fantasie, die ihre eigene Vergangenheit selbst erfindet.
Ja, statt sich der Geschichte zu stellen, der dubiosen Vergangenheit in Zusammenarbeit mit den Kommunisten, dem Pakt mit den roten Teufeln, wird alles, was nicht passt, ignoriert und verdrängt.
Herta Müller erfindet sich selbst – sie erfindet sich neu
und sie erfindet sich so, dass sie in eine Rolle hinein passt, die ihr andere zugedacht haben.
Steigbügelhalter, Knochennager aller Art, früher nützliche Idioten der Rumänischen Kommunistischen Partei und sogar Informanten des Geheimdienstes Securitate werden hinzugezogen, diese neuen Thesen via Mehrheitsbildung und Akklamation unkritisch zu stützen, indem sie – nach Art der Kommunisten und Post-Kommunisten Geschichte willkürlich uminterpretieren und so Geschichtsklitterung betreiben.
Authentische Zeitzeugen hingegen, die diesen Erfindungen widersprechen, Opfer des Kommunismus aus den Gefängnissen der Ceausescu-Diktatur, werden von der Konrad Adenauer-Stiftung abgehalten, ihr Testimonium zu formulieren und öffentlich zu machen, nur weil es den Zielsetzungen der Konrad Adenauer-Stiftung und der CDU widerspricht.
Auch mit Täuschung und Volksverdummung kann man Wahlen gewinnen.
Hauptsache, die breite Masse merkt nicht, was da gespielt und an welchem Rad da gedreht wird.
Ja, bei so viel destruktiver Energie und Verhinderungsbestreben – auch über bestimmte Medien – drängt sich der Begriff einer
„Herta Müller-Verschwörung“
auf, auch wenn diese Person nicht der Zweck ist, sondern nur das Mittel, den Endzweck zu erreichen.
Der Endzweck aber die der Wille zur Macht, die Sicherung der Macht und die konkrete Machtausübung in der innen- und Außenpolitik Deutschlands und Europas.
Die Gegner der CDU und die Ausländer werden noch darauf kommen, was da an konkreter Machtentfaltung vorexerziert wird – auch über Kultur oder „Literatur“!
Die Hoffnung, deutsche Schriftsteller würden aufmucken und gegen die einseitige Bevorzugung einer kontrovers diskutierten Literatin aus ihren Reihen protestieren, habe ich fast schon aufgegeben. Jeder macht seinen Kram und kümmert sich unpolitisch-apolitisch um eigene Belange, ohne sich groß zurückgesetzt, ja diskriminiert zu fühlen, selbst potenzielle Nobelpreiskandidatin, die bei der Nominierung übergangen wurden, schweigen.
Desto mehr aber hoffe ich auf die Stimme des kritischen Auslands, auf die Aufklärer-Nation Frankreich und auf die Intellektuellen dort, die sich nicht den Mund verbieten lassen wie die legalistischen Deutschen; ich hoffe auf kritische Stimmen aus Polen, wo man genau weiß, wo Widerstand gegen den Kommunismus bedeutet und wie es im ehemaligen Ostblock zuging, ferner hoffe ich auf die Intervention der Common-sense-Nationen in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Dort wird es eine kritische Nobelpreis-Nachlese geben, wo man auch über den Kulturimperialismus der Deutschen diskutieren wird, die sich mit der Nominierung und durchgesetzten Ehrung Herta Müllers möglicherweise einen Bärendienst erwiesen haben.
Die ganze Wahrheit wird noch an den Tag kommen, eben weil der kritische Sinn in den Demokratien des Westens funktioniert und auf Dauer nicht unterdrückt werden kann. Daran glaube ich fest und innerlich überzeugt.
Zurück zur KAS-Dokumentation, deren Text der Ehrungsurkunde viel Interpretationsspielraum zulässt. Je nach Sichtweise wird der Befürworter einen Aspekt betonen, der Kritiker eine anderen.
Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass sich für alles Gefälligkeitsgutachter finden lässt, Prosituierte des Geistes auch aus den Sphären der Alma Mater, die gegen entsprechendes Honorar das abliefern, was man von ihnen erwartet, auch wenn sie sich in der Welt des Kommunismus nicht auskennen und auch wenn sie ihr „wissenschaftliches Gewissen“ eine Weile auf Eis legen müssen.
Pecunia non olet – im Westen ebenso wenig wie in der korrupten Scheinwelt des real existierenden Sozialismus.
Doch was ist mit dem Lebenslauf von Herta Müller?
Darf man ein „Leben“ a posteriori verfälschen, nur um zu einem billigen Zweck zu gelangen?
Was wird aus den viel beschworenen abendländischen Werten, wenn die Hüter der Demokratie nach Lust und Laune lügen und täuschen?
Weshalb ist Herta Müllers Lebenslauf nicht vollständig?
Weshalb wird auch dort gemauschelt, verdreht, angepasst, zurechtgebogen, interpretiert, verschwiegen?
Weshalb werden Lücken übersprungen und Fakten, die nicht ins Konzept passen ignoriert?
Nur, weil gewisse Dinge nicht sein sollen, die nicht sein dürfen!?
Konkret nachgefragt:
Weshalb werden die kommunistischen Preise verschwiegen, die Herta Müller in der Ceausescu-Diktatur empfangen hat?
Weshalb wird ihre Ehe mit dem langjährigen Kommunisten Richard Wagner verschwiegen?
Weshalb werden ihre mehrfachen Westreisen Jahre vor ihrer Ausreise in die BRD verschwiegen?
Den Antworten auf diese von mir oft und öffentlich gestellten Fragen geht die Konrad Adenauer-Stiftung systematisch aus dem Wege.
Je genauer man hinschaut und je mehr man selbst recherchiert hat, desto deutlicher erscheint die Intention einer Deviation über Selektion. Der oberflächlich rezipierende Leser und Bürger soll durch eine pseudoplausible Auswahl in die Irre geführt und getauscht werden.
So arbeiteten die Kommunisten – mit Halbwahrheiten, die eigentlich Lügen sind. Das System des Belügens der breiten Bevölkerung hat inzwischen die freie Welt des Westens erreicht, steht in Blüte und scheint zu wuchern, auch durch meinungsbildende Manöver wie bei der Konrad-Adenauer-Stiftung und ähnlich orientierten Parteien oder Medien.
Kritische Intellektuelle, freie Geister, unabhängige Journalisten, querdenkende Autoren, souveräne Aufklärer aller Art werden isoliert, kastriert, wenn nötig diffamiert und in die Wüste geschickt oder in die Katakomben, wo ihr freies Wort kein Gehör findet, während die großen Lügner mit und ohne Auftrag auf dem Markt agieren und mit Trug und Täuschung die Köpfe des Volkes verwirren.
Ja, so funktioniert Demokratie in Deutschland Anno Domini 2012!

Mehr zur Materie auch unter:
Die Konrad Adenauer-Stiftung und die Kommunismus-Bewältigung in Rumänien
(Link zur Original-Diskussion im SbZ-Forum) unter:
http://www.siebenbuerger.de/forum/allgemein/795-die-konrad-adenauer_stiftung-und-die/
Ein Auszug aus meinen spontanen Kommentaren aus der Situation heraus zur Thematik wird hier nachgereicht.

Fotos: Carl Gibson
©Carl Gibson

Link zur Original-Diskussion im SbZ-Forum unter:
http://www.siebenbuerger.de/forum/allgemein/795-die-konrad-adenauer_stiftung-und-die/

Die Konrad Adenauer-Stiftung und die Kommunismus-Bewältigung in Rumänien

(Meine Vorrede als Eröffnung der Diskussion im SbZ-Forum):
Die Konrad Adenauer-Stiftung macht Außenpolitik in Rumänien (?),ohne Lust, die kommunistische Vergangenheit der Ceausescu-Diktatur mit ansprechen und mit aufarbeiten zu wollen.
Ehemalige antikommunistische Widerstandskämpfer aus der Zeit der Ceausescu-Diktatur, Regimekritiker, Dissidenten werden nicht eingeladen, ja ausgegrenzt.
Stattdessen versichert sich die KAS der Mitwirkung ehemals systemloyaler Schriftsteller wie Herta Müller, Richard Wagner (lange RKP- Mitglied) und Eginald Schlattner (Schriftsteller-Denunziant.
Dient dieser auch als “private Außenpolitik” deutbare einseitige Aktionismus den Interessen der Bundesrepublik Deutschland bzw. der CDU/CSU?
Als antikommunistischer Widerstandskämpfer und Zeitzeuge fühle ich mich verpflichtet, diese Diskussion an die Öffentlichkeit zu bringen.
Ich zitiere hier die zwei ADZ –Artikel nach dem Wortlaut des “Banatblog” – mit meinen Kommentaren (dort) dazu. Die SbZ hat zur Thematik nach meinem Erkenntnisstand noch nichts berichtet? Oder? Was sagen die „Siebenbürger.de“- bzw. die SbZ-Leser zu diesem Thema?
Ist es richtig, die Verbrechen der Kommunisten unter den Teppich zu kehren, sie zu vergessen, sie ungeschehen zu machen?
Oder verhöhnt man so nur die Opfer des Kommunismus, jene 100 Millionen Tote, die diese zynische Weltanschauung weltweit gefordert hat?

Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien:
„Nicht hier tätig, um Klagen zu erheben, sondern um Entwicklungen zu unterstützen“
ADZ-Gespräch mit Dr. Bernhard Vogel, Präsident der Konrad-Adenauer-Stiftung
(…)

Wenn die CDU-nahe KAS in Hermannstadt/ Sibiu/Siebenbürgen/Rumänien eine Tagung über abendländische “Werte” veranstaltet, diese Konferenz jahrelang vorbereitet und dabei die potentiellen “Kritiker” der erwarteten Einheitsharmonie a priori “ausschließt”, dann ist das durchaus ein Thema, das die Benutzer der “Siebenbuerger.de” Plattform bzw. die Leser der Siebenbürgischen Zeitung Online interessieren sollte.
Das ist meine bescheidene Meinung!
“Banatblog” ist eine noch ganz junge Initiative eines jungen Mannes (keine landsmannschaftliche Plattform!) – und in der Tat mit noch wenig “user”. (Aber Sie können gern dort auf meine Kommentare antworten!)
Doch “banatblog” hat das Interview mit KAS Präsident Dr. Bernhard Vogel aus der ADZ reproduziert bzw. den Bericht von Frau Hanelore Baier aus der ADZ über die Konferenz wiedergegeben.
Da die Diskussion über die KAS-Konferenz in Hermannstadt hier bereits im Vorfeld der Tagung angeklungen war und kritische Fragen dazu auftauchten, ist es – aus meiner Sicht richtig – sie weiter zu führen.
Die Bürger der Bundesrepublik müssen wissen, was die KAS in Rumänien macht, mit wem sie sich umgibt und wie sie über abendländische “Werte” reden will, wenn die Verfechter gerade dieser “Werte” in schwerer Zeit heute dort ausgeschlossen werden.
(Nach meinem Wissen wird die Außenpolitik vom Kanzleramt gemacht und über das Auswärtige Amt durchgesetzt, nicht über einseitige, parteipolitisch gesteuerte Stiftungen.
Was die KAS in Rumänien tut, ob sie nach der Bewältigung des Kommunismus mit Basescu redet oder nur eitles “Shake hands“ betreibt, ist durchaus ein moralisches Problem und ein innenpolitisches noch dazu, gerade im Superwahljahr!
Wenn der CDU die Wähler davon laufen, dann kann sie sich bei der KAS erkundigen, weshalb das so ist!
Ich habe vor 30 Jahren als Schüler und CDU-Mitglied die Partei-Beiträge von meinem Schüler-Taschengeld bezahlt, nachdem ich Jahre in Opposition war, aus einem Idealismus heraus und überzeugt, dass die christlich-demokratischen “Werte” den Symbolen “Hammer und Sichel” entgegengehalten werden müssen.
Das sehe ich heute auch noch so, als Zeitzeuge, der davon überzeugt ist, dass der Kommunismus noch längst nicht besiegt ist.
Wenn in diesem Land die patriotischen Kräfte demontiert werden, auch indirekt, dann ist es mein legitimes Recht zu fragen, wer das tut und weshalb.
Carl Gibson.
Wie halten Sie es mit der Kommunismus-Bewältigung?
Erledigt sich die verbrecherische Sache des Kommunismus weltweit von selbst – wie in Russland über eine Oligarcho-Diktatur oder wie? Und was sind “Werte” wert, wenn “die” unglaubwürdig sind, “”die sie verfechten?
Umwertung aller Werte – und ein neuer Pakt mit dem Teufel?
Und noch etwas zum Thema:
Wie finden Sie das, was die KAS in Sibiu/Romania bei Weihrauch und Myrrhe dort veranstaltet?
(Wer so trefflich aus dem Verborgenen schimpfen kann, der hat sicher noch ein paar Argumente auf Lager, oder?)Adrian Paunescu lässt grüßen – und Corneliu Vadim Todor! Cantarea Romaniei! Wie wäre es mit der “hora unirii”? Als Groteske a la Eugen Ionesco? Die KAS, die loyalen Schriftsteller, Panegyriker und Dozenten, der ehemalige Flottenkommandant … Und alle singen im Chor:
„hai sa dam mina cu mina“…
“iarba rea din holde piara, piara dusmanii din tara…? Intre noi sa nu mai fie, decit flori si armonie!“
Das Eiapopeia vom Himmel, würde Heine sagen, in neuer Metamorphose …unkritisch vereint!
Und: Apropos “BESCHEIDENE” Meinung!
Sie haben gerade vis-á-vis das Beachten der “Ironie” bzw. der ironischen Brechung eingefordert! Achten Sie auch in meinem Sprachgebrauch darauf?!
Auf Argumente warte ich noch! Ganz egal von welcher Seite sie kommen! Ich habe hier nur einige objektive Dinge angesprochen, die mir wichtig erscheinen, – und die zum Himmel stinken aus der Sicht eines Demokraten, ungeachtet der Tatsache, dass sich Herta Müller und Richard Wagner – nach gusto!!! – instrumentalisieren lassen, wie es immer schon ihre Art war, chamäleonhaft, je nach Wind-Konstellation, einmal von den Kommunisten in der Ceausescu-Diktatur, dann von den Linken um F.C. Delius und Olaf Ihlau aus der “SPIEGEL”-Redaktion in Hamburg … und schließlich von der Konrad Adenauer-Stiftung wie Anno Domini 2004 bei der Literaturpreisvergabe für eine “antitotalitäre Grundhaltung” bzw. jetzt, 2009, geschehen in Hermannstadt/Sibiu in Rumänien.
Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich sing… oder? Wie soll es sogar Konrad Adenauer einmal formuliert haben: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern… Ich sehe die Dinge da etwas anders …Machiavelli total? Nein! Wenn wir die Prinzipien der demokratischen Grundordnung opfern – und nur noch opportun, nach “gusto” eben! – in den Tag leben in der Hoffnung auf einen zu flatternden Scheck – dann können wir die Demokratie bald ganz beerdigen.
Dann triumphieren die Panegyriker – und hinter ihnen neue Diktatoren. (… , die hier gegen mich einen verleumderischen “Thread” eröffneten) verkörpern das Destruktive Prinzip schlechthin, den “Geist”, der stets verneint, weil er nicht bejahen will. Den Geist der Dunkelmänner, die das Licht scheuen – das stolze Licht, das einst der Nacht den Rang und Raum streitig macht’- und die aus dem Dunkel mit Schmutz werfen! (Mit Nietzsche gesprochen: Das Ressentiment der Schlechtweggekommenen wirkt hier!)
Von ihm erwarte ich stets nur eine “neue” Replik, wie er meine Argumente ad absurdum führen will und wie er meine Position neu zu diskreditieren sucht.
Die KAS hat nach meiner Auffassung in der Realpolitik große Fehler gemacht und befindet sich seit dem Festhalten an Herta Müller auf dem Holzweg.
Herta Müller hat -nach eigener Aussage im Spiegel Interview 1987 nach ihrer Ankunft hier – explizit betont, dass der “Hass” die Triebfeder war, die sie die Schmähungen in “Niederungen” gegen ihre deutsche Landsleute aus dem Banat verfassen ließ. Jetzt kommt die KAS und ehrt das falsche Prinzip, den “Hass”, statt auf Versöhnung zu setzen.
Dort aber, wo “kommunistische Verbrechen” anzusprechen sind, vielfacher Terror und Mord, dort scheut die KAS die Aufklärung über Ansprache und verhält sich still – wie gerade jetzt in Sibiu.
Das lässt den aufrechten Patrioten in mir aufschreien!
Die CDU Wähler werden über das KAS-Verhalten scharf urteilen – mit ihren Stimmen an der Urne!
Richard Wagner ist – als ein kleiner Autor unter den poetae minores – vollkommen irrelevant, weil er unter Hammer und Sichel viel zu lange mit marschierte, während die Widerstandkämpfer in die Gefängnisse der Kommunisten geworfen wurden oder erbärmlich am Staatsterror der Securitate scheiterten.
Im letzten Jahr kam Herta Müller mit einer Geschichte aus Rumänien zurück:
Sie sei verfolgt worden!
Mal neugierig, wie ihr das Essen in Sibiu diesmal bekommen ist!
An der Seite des Verräters Eginald Schlattner!
Und ob es eine neue Geschichte gibt,
neue Mythen …
mit Gift im Becher und einem Dolch im Gewande…??? Neue Legenden und ein neuer Anstrich?
Was Privat-Außenpolitiker Dr. Berhard Vogel, Präsident der KAS, bei seinem Empfang und Shake hands mit Rumänien-Präsident Traian Basescu wohl angesprochen hat?
Sub rosa? Man versteht mich… In der deutschen Presse erfuhr ich nichts darüber? Carl Gibson.
(…)
Sie haben mir aus der Seele gesprochen, (…)- ich hätte nie gewagt, es so drastisch zu formulieren! Früher schon hegte ich den gelinden Verdacht – und ich äußerte ihn auch schon leicht vorsichtig weiter oben – dass ich es hier mit einer vielleicht sogar “professionellen Abteilung der alten Securitate” oder des neuen Desinformationsabteilung des SRI” (rum. Geheimdienst heute!) zu tun habe, denn immer, wenn ich gewichtige Argumente in die Diskussion einbrachte, waren schnelle Destrukteure da, um sie zu zersetzen … und um mich zu beschimpfen … zu diskreditieren … in den Schlamm zu ziehen … wie weiter oben: den selbsterklärten Helden und den Philosophen aus dem Banat etc … Die Sache wäre grotesk, wenn sie nicht zu ernst wäre. (…) hat mir öffentlich hier vorgeworfen, ich würde dieses Forum “schamlos missbrauchen”! Jetzt wird aber deutlich, wer das dieses Forum “wirklich” missbraucht. Meine Vita ist offen wie ein Buch – die Beweise stehen unter meiner “Bilddokumentation” auf meiner homepage unter http://www.gibsonpr.de
und sie sind weltweit von jedem Punkt der Erde aus abrufbar! Was aber wissen wir über (…) Herta Müller und andere? Fragen über Fragen? Ich habe immer daran geglaubt, dass die gute Sonne es doch noch an den Tag bringen wird – wie im Märchen, dass die Wahrheit uns frei machen wird – und dass, wie Herta Müller es formulierte”, Lügen kurze Beine haben – nur die Wahrheit sagt sie, hat keine! Wir werden ihr Beine machen! Haben Sie noch etwas von dem starken Tobak auf Lager?
Carl Gibson
(…)
Die obskure (…) hat ganz im Geiste des Kanalrattenjournalismus der obskuren Art den Thread “Carl Gibson verunglimpft R. Wagner und H. Müller” in die Welt gesetzt, wohl in der Hoffnung, dass mich diese Schlagzeile im Internet in den Augen nicht Informierter, halb Informierter oder Desinformierter “diskreditiert” bzw. dass doch etwas hängen bleibt – wie in allen Schmutzkampagnen. Die Beweise für meine “Verunglimpfung” ist die obskure Gestalt aus Bukarest wohnhaft im “Deutschen Dorf” (so ihre Angaben im Forum!) schuldig geblieben. Dummheit schützt vor Strafe nicht, (…)- darauf habe ich (…) deutlich hingewiesen? Ist das zu hoch für Sie?
(…) Oder ist ihm nach der Entlarvung die Lust am Gespött anderer vergangen? Was ich mich immer schon fragte: Wo kommt so viel Ceausescu-Diktatur und Kommunisten-Regimefreundlichkeit her, wenn da nicht irgendwo ein Verhältnis besteht? Cui bono? Carl Gibson
Wenn alles am Geld hängt – und alles zum Geld drängt, dann ist der gut dotierte Nobelpreis doch eine große Verlockung für gewisse Leute und Kreise?
Nur, kann man “Hass”-Autoren wie Herta Müller für eine solch hohe Auszeichnung im Namen der Bundesrepublik Deutschland nominieren, noch bevor sie widerrufen und sie sich von den destruktiven Prinzipien wie falschen Symbolen distanziert haben?
Wer freut sich am meisten, wenn der Dukaten im Kasten klingt …und das Seelenheil in die Hölle springt?
Da stinkt doch etwas im Staate …oder? P.S. Zur sonderbaren Chamäleon-Identität einzelner Desinformanten hier im Forum: Ich habe gerade etwas nach-recherchiert: Wenn (…) mit (…) identisch ist, dann schreibt er sich selbst! Großartig! (…) dann ist er hier als “Mann” und als “Frau unterwegs – oder, das fragte ich bereits früher – als androgyne Person – oder gar als Multi-Person, die von ihren vielen Identitäten nicht weiß oder wissen will! Jeder mache sich seinen Reim daraus – und jeder nehme sich in Acht, mit “Täuschern” zu kommunizieren! Denn Freunde der Wahrheit sind diese Täuscher nicht! Carl Gibson
Was wissen Sie von Verfolgung in einer verbrecherischen Diktatur durch Kommunisten, unterstützt von geistigen Brandstiftern und Helfershelfern aller Art, (…) – oder soll ich als alter Don wieder Dulcinea sagen, auf die Gefahr hin, dass “Igor” aus dem fernen England Ihnen zu Hilfe eilt, um sie vor meinem ungeheuerlichen Sexismus zu beschützen? Sie unterstellen mir “Paranoia”? Sie pathologisieren mich öffentlich? Sie, wohl eine, die nichts mehr zu verlieren hat? Gute Freunde, die über Jahre von Kommunisten verfolgt und gemartert wurden, leiden heute noch unter “Paranoia” – andere sind elendig zu Grunde gegangen, weil selbst die Welt der Freiheit den von den Kommunisten angerichteten Schaden an Leib und Seele nicht mehr ausbügeln konnte – sie scheiterten an “Paranoia”, auch weil die halb verblödete, halb des-informierte Welt hier ihre Botschaft nicht mehr hören wollte! Welche Ihrer Gehirnhäften tickt gerade – und welche ist im Augenblick abgestellt, (…) oder wie auch immer Sie – ewiges Chamäleon der Täuschung – auch heißen mögen! Schämen Sie sich eigentlich nicht, die Welt hier zum Narren zu halten? Don Carlos ist seit Anfang August 2008 “Carl Gibson” – auch wenn er als Don Carlos auftritt,
denn den Klick dahinter schafft jeder … was aber ist bei Ihnen zu finden – das Vakuum Ihrer Identität, Ihres “Geistes” und ihrer “Seele”, falls (…) ihnen zugesteht, so etwas zu haben… Marxisten negieren so etwas, auch wenn sie sich “Psycho-Logen” schimpfen! Der Kreis schließt sich … wer genau beobachtet und die “Stile” studiert, kennt euch alle … an euren Federn … und an Eurer Gesinnung! Carl Gibson.

Gleiches gesellt sich zu Gleichem! Eine fehlte noch im Bunde! Jetzt ist sie da! Worauf darf der Akzent gelegt werden, auf “Neid” oder auf “Hammel”? Und worauf sollte ein “Neidgefühl” ausgeprägt werden? Auf “falsche Federn”, “falsche Zungen” “falsche Fährten” – oder auf Bauchweh-Literatur? Carl Gibson.

Das edle Gastrecht hier auf “Siebenbürger.de” werde ich nicht missbrauchen, (…). Fast alles ist schon gesagt -bald wird es ruhiger werden! Doch solange noch obskure “Täuscher” hier unterwegs sind und die Leser verwirren mit gleich mehreren Identitäten, solange glaube ich ein Recht zu haben, Fakten darzustellen, die objektiv verifiziert werden können. Vielleicht langweile ich nur Sie – und viele andere wollen hören, was ein antikommunistischer Querulant und neuzeitlicher Philosoph zu sagen hat, der im Netz schriftstellert und so die Langeweile anderer vertreibt? Wo ich kommentiere, tut sich etwas! Man klickt und will hören, was sich tut – nur Sie wollen fernbleiben – und Sie können es nicht! Welch eine Herausforderung und Faszination, den Carl Gibson zu beschimpfen!
Durch die Präsentation von Fakten, entsteht Wissenschaft und Wahrheit! Wenn Sie aber glauben, dass meine Meinungsfreiheit hier an dieser Stelle beschnitten werden sollte, dann veranstalten Sie doch ein Plebiszit, in welchem die Majorität der Siebenbürger Sachsen entscheiden soll, ob der Gastredner aus dem entlegenen Banat weiter reden soll – oder ob er für immer schweigen soll!
Ich werde mich dem Votum der Mehrheit fügen!
Vielleicht erbarmt sich der “Igel” und übersetzt mir die nur zu 80 Prozent verstanden Zeilen Ihres Dialekts, damit ich nichts Falsches verstehe! Ihre Einschätzung der literarischen Qualität von Herta Müller und Richard Wagner dürfte auch Ihrem sonstigen Literaturgeschmack entsprechen.
Über Geschmack kann man nicht streiten – oder eben doch streiten!
Mit Ihnen will ich das hier nicht angehen. Bleiben Sie bei Ihrem Geschmack und lassen Sie mir bitte den meinen! Doch moralische und politische Implikationen und Auswirkungen von politischen Schriftstellern mit Mission gestern und heute gehen alle etwas an! Und zu diesem Thema habe ich noch manches zu sagen! Oder? Carl Gibson

Ist es richtig, dass die KAS mit Denunzianten wie Eginald Schlattner, Altkommunisten wie Richard Wagner und Systemprofiteuren wie Herta Müller in Hermannstadt/ Sibiu in Rumänien an einem Tisch sitzt und über “europäische Werte” spricht, während die Widerständler gegen den Kommunismus während der Ceausescu-Diktatur nicht einmal eingeladen werden, weil die KAS offensichtlich kein Interesse hat, über die Bewältigung der kommunistischen Vergangenheit in Rumänien zu sprechen.
Das war meine Ausgangsfrage! Was sagen (…) und … die anderen aus dem Busch dazu? Dazu hörte ich noch nichts!
Vor allen aber was meinen die aufrechten deutschen Patrioten zu dem Thema, die es noch scheuen, hier ihr Wort zu erheben?
Um ihre Stimme zu hören, eröffnete ich diese Diskussion! Was (…) etc. beizutragen haben, ist seit August 2008 sattsam allen an den Bildschirmen bekannt. Carl Gibson
(…) Aus Ihrer Sicht, (…), ist alles so in Ordnung, so wie es ist! Die Verbrechen der Kommunisten bleiben unangesprochen und ungesühnt! Über adäquate Sühne können wir anderswo reden! In einem neuen “Thread”!
Hier nur meine kurze Antwort:
Aus der Sicht der Opfer – und hier rede ich nicht pro domo und nicht nur für mich, sondern auch in Namen der Gestrandeten ohne Kreuz – sieht die Notwendigkeit der kritischen Kommunismus-Bewältigung anders aus.
Was wissen die in der Bundesrepublik aufgewachsenen KAS-Mitarbeiter von real existierenden Kommunismus? Von Opposition, Verfolgung etc.
Sie wollen auch nichts wissen!
Das weiß ich aus meinem Briefwechsel mit der KAS-Stiftung!
Fragen Sie doch einmal bei Hans Bergel nach, wie man sich fühlt, wenn ein Kollege einen anderen der Securitate und der langen Jilava-Haft auslieferte …. und dann nach München kommt, ohne Lust mit dem Opfer zu sprechen, auch nicht im Rahmen einer öffentlichen Lesung. Den Bericht zu Eginalds Schlattners Lesung finden Sie hier in der Siebenbürgischen Zeitung zum Nachlesen ( Das ganze Buch ist eine Lüge…) Was wissen Sie, (…), von der Betroffenheit der Kommunisten-Opfer? Herr (…), der nicht mit dem Georg Scherg verwandt ist?Der neben Bergel, Wolf von Aichelburg und zwei anderen Literaten aus Siebenbürgen von Schlattner freiwillig belastet wurde. Und was weiß ich von (…) und (…)? Nicht einmal das Geburtsdatum! Sie wollen in einem Atemzug Herta Müller, Richard Wagner, Eginald Schlattner für ihre eklatante Zeitverkennung und Fehler entschuldigen, indem sie sie mit Oskar Pastior und Dieter Schlesak gleichstellen?
Dieser Vergleich hinkt sehr!
Die beiden können doch selbst nach Canossa pilgern und öffentlich zu Kreuz kriechen, wenn sie erwarten, dass ihnen die Öffentlichkeit verzeiht? Herta Müller hat sich zu dem “Hass” bekannt, den sie mir boshaft unterstellen, (…)! (Haben Sie irgendetwas aus meinen Werken gelesen?
Auch nur eine Zeile? Und worauf begründet sich ihre analytische Kompetenz? Wo sind ihre Meriten, Leistungen? Jauchekübel ausgießen, (…), dass machen die Obskuren hier – und wenn sich einer gegen die “Verdreher” wendet, dann wird man ihm sein “Dreher”-Sein vor, sprich seine humil-proletarische Herkunft! Wie edel – und geschmacklos! Und immer aus dem Busch und hinter der Larve versteckt, damit auch niemand dahinter kommt, wer da mit Lehm wirft…) Schauen Sie nur auf das Datum der Ausreise von Pastior und Schlesak – und auf die viel zu späte Ankunft von Müller und Wagner, die 20 Jahre später kamen … das allein spricht Bände.
Weshalb wollte die Konrad Adenauer-Stiftung gerade diese hoch “kontroversierten” Zierden als schmückendes Beiwerk – und keine Substanz? Gibt es denn (außer mir!) nicht noch ein paar andere wahrhaftige Bürgerrechtler, die dort unter Rumänen (nicht unter Wölfen wie früher!) über europäische Werte reden, ohne gleich in die Hora einzustimmen?
Ich war seit 1979 nicht mehr im Land meiner Folterer.
Herta Müller fühlt sich dort wieder wohl, obwohl sie erst im letzten Jahr ebendort “verfolgt” wurde! Soviel zur späten Stunde – denn selbst die treuesten Leser werden müde! Carl Gibson.

Es ist ein falsches, ja verheerendes “politisches Signal” an die konservative Wählerschaft und an alle “gesunden” Patrioten, wenn eine über die CDU breit im Deutschen Volk verankerte Stiftung wie die KAS sich mit opportunistischen Wendehälsen und ehemaligen Profiteuren der Ceausescu-Diktatur an einen Tisch setzt und statt über Vergangenheitsaufarbeitung und Vergangenheitsbewältigung im real existierenden Sozialismus kritisch zu reden, über “europäische Werte” zu debattieren versucht!
Was soll die Alibi-Veranstaltung, wo es doch in Rumänien zunächst einmal darauf ankommt, den “Report zur Analyse der kommunistischen Diktatur in Rumänien” wissenschaftlich aufzuarbeiten, zu popularisieren und die Konsequenzen daraus politisch umzusetzen.
Was haben unglaubwürdige Hass-Autoren wie Herta Müller und Kommunisten-Mitläufer wie Richard Wagner mit “europäischen Werten” zu tun?
Sie, die Linken, durften ihre Werke mit kommunistischem Segen (mit dem Plazet der RKP!) in den Jahren 1975-1982 drucken, während ich, der deutsche Konservative, der schon damals an dem Wertesystem der Bundesrepublik Deutschland festhielt und es nach außen vertrat, als “Rechter” ideologisch in eine Ecke gestellt wurde, ohne jede Chance, auch nur eine literarische oder wissenschaftliche Schrift zu veröffentlichen.
Freiheit oder Sozialismus?
Konrad Adenauer, mein früheres Vorbild, würde sich im Grabe umdrehen, wenn er erfahren würde, was in seinem Namen so alles betrieben wird. Der einfache Rumäne hat eine Redensart: Von der Stelle, wohin ich spuckte, esse ich (später) nicht mehr!
Acolo unde scuip, eu nu mai minanc!
Der kleine Mann bleibt sich treu! Ein Leben lang!
Und was macht der wendige Intellektuelle auf der Suche nach seinem Vorteil?
Er wendet den Hals …und paktiert mit der anderen Seite, lässt sich instrumentalisieren und manipulieren …
und das alles zum Schaden der demokratischen Kultur in einer westlichen Demokratie.
So breitet sich die “Lüge” aus und verdrängt die Wahrheit in vielen Formen.
Das Debakel nach dem Zusammenbruch der Werte spüren dann alle unmittelbar an der eigenen Existenz – doch dann ist es zu spät!
Die Lüge muss im Ansatz ausgerottet werden – wie eine Krebszelle, sonst stirbt der Organismus!
Die Linken in Temeschburg aus dem Umfeld der so genannten Aktionsgruppe Banat lehnten seinerzeit das Modell BRD ab –ja sie verhöhnten es auch noch im Gefolge Wolf Biermanns!
Diese Haltung war mir seinerzeit zutiefst fremd und suspekt.
Heute wollen die opportunistischen Wendehälse ihre Jugendsünden vergessen – und die KAS weigert sich, diese Tatbestände zur Kenntnis zu nehmen, genauso wie die Verbrechen der Kommunisten unter den Teppich gekehrt werden sollen.
Da erhebe ich Protest und sage:
J’ accuse! Mit Zola,
ebenso wie ich es in der “Symphonie der Freiheit” exponiert habe, nur noch drastischer, denn inzwischen ist die Verstrickung bestimmter Literaten mit der Kommunistischen Partei in Rumänien und sogar mit der Securitate erwiesen.
Das hier ist eine Thematik von innenpolitischer Relevanz -und ein paar Stufen zu hoch für Kommentatoren wie (…). Auch in Sachen Kommentieren gibt es mehere Ligen. Zuerst kommt die Bildung, dann das Lesen … und irgendwann das Verstehen! Nur andere beschimpfen ohne Grundlage reicht nicht aus ( … )Bleiben Sie bei Ihrem ersten Decknamen, (…), unter dem sie viele Kommentatoren beleidigt und hinausgeekelt haben, lange vor meiner Präsenz hier. Das neue Federkleid (…) steht Ihnen nicht, weil doch das Wesen (des Pudels Kern!) das alte bleibt, trotz äußerlicher Metamorphose und neuer Pseudo-Namen! Jeder kann nur das weiter geben, was in ihm ist … und solange alle anderen Aufrechten schweigen, werden (…) … und mit Abstand die halbverdeckte Frau (…) ihre geistigen Ergüsse verbreiten, verdrehen und täuschen – und in dem Element wühlen, das ihr Wesen ausmacht. Carl Gibson.

nomen est omen,(…), – jeder definiert seine Identität gemäß seiner Identifikation mit Werten – Ich habe jetzt nur noch den bescheiden Namen meiner bürgerlichen Herkunft, Carl Gibson – doch dieser macht meine gesamte Identität aus, die vor fünfzig Jahren begann und heute noch nicht abgeschlossen ist, sondern offen bleibt, auch in der Auseinandersetzung mit (…) und anderen enigmatischen Erscheinungen. Erzählen sie uns doch etwas aus Ihrem “Heldenleben”, etwas von Ihren wissenschaftlichen Meriten, statt hier nur auf meine Herabwürdigung zu zielen, (…).Haben sie einen Namen – oder einen guten Ruf zu verlieren? Lebende “Helden” liebt kaum einer, weil er das Spiegelbild des eigenen Versagens nicht erträgt. Ich war seinerzeit kein Held, sondern ein einfacher Staatsbürger, der seine Meinung offen vertrat, der für seine Überzeugungen eintrat und der handelte. Das ist alles.
Der Wert des Handels und die Summe meiner existentiellen Leistung werden andere zu beurteilen haben; nicht jetzt, später einmal, wenn alle Fakten klar vorliegen und objektiv von nicht Beteiligten und nicht Betroffenen analysiert werden.
Waren nicht Sie es, (…), der mich auf die KAS-Konferenz in Sibiu mit Herta Müller und Richard Wagner als erster in diesem Forum aufmerksam machte? (…) Kommentieren sie doch die Thematik: Die KAS in Sibiu am Tisch mit alten Systemprofiteuren! Haben Sie auch dazu eine Meinung? Dann sehen wir einmal, ob mein Namensvetter “Karl” hier im Forum wieder ausrufen wird: Gut gebrüllt, (…)! Der vielfach hier gestartete Versuch, meine Aufklärungskampagne als “Neid-Kampagne” zu diskreditieren, wird mich nicht davon abhalten, fundamental wichtige und substanzielle Dinge von innenpolitischer Tragweite hier anzusprechen.
Haben Sie auch ein Gesicht, (…)? Oder verstärken Sie nur die Schar der Masken in diesem “Grand Macabre”? Carl Gibson.

“Gegen den Strom – Eine Symphonie der Freiheit” nannte ich meine Memoiren vor einigen Jahren provisorisch, nachdem ich mich durch gerungen hatte, sie überhaupt zu verfassen.
Allein gegen den Strom, (…), das war mein Leben. Lange war ich im Zweifel, ob ich es offen legen sollte. Und ich hätte es nie getan, wenn eine Herta Müller, die früher ihre Landsleute verhöhnte, um sich zu profilieren, nicht auch noch den “Widerstand” der wahrhaftigen Opponenten gegen die Kommunisten negiert hätte, um sich selbst in die Position einer “Dissidentin” zu rücken. An der Klarstellung der Berechtigung von Herta Müller, sich selbst als andere auszugeben, daran arbeite ich bis heute.
Mein Buch “Symphonie der Freiheit” ist kein Buch, das für den Markt geschrieben wurde. Es ist ein komplexes Buch – und es ist ein Buch, das vom normal gebildeten Leser nur schwer rezipiert werden kann, weil es viel Wissen voraussetzt.
Es ist teuer – und ich habe nichts von dem Verkauf. Darüber hinaus will ich Ihnen mittteilen, dass ich mich materiell ruiniert habe, um es zu schreiben. Ich habe meine Rücklagen für das Alter hergenommen und habe mir drei Jahre “Freiheit” dafür erkauft, um die “Symphonie der Freiheit” zu schreiben.
In dem Buch habe ich Dinge gesagt, die nach meiner Auffassung als bewusst lebender “Mensch”, als Agierender und als “Philosoph” gesagt werden müssen. Es sind meine existentiellen Erkenntnisse, meine Erfahrungen, meine subjektiven Erlebnisse und meine Gedanken zur geistigen Situation der Zeit, die ich dort niedergelegt habe. Das Buch ist dick und schwer zu lesen. Noch habe ich keinen “Cent” Ertrag davon gesehen.
Wenn ich trotzdem nicht 10 Büchlein daraus gemacht habe – etwa in der Art von Herta Müller – sondern nur ein Buch, dann deshalb, weil vieles, was ich zu sagen habe, in einer Einheit zu sehen ist.
Das Buch wird nie in großen Stückzahlen verkauft werden – da wollte ich auch nicht, sonst hätte ich es anders konzipiert, mit anderen Inhalten. Doch lesen Sie darin, dann werden Sie mich vielleicht besser verstehen. “Selbstvermarktung”, Marketing in eigener Sache, brauche ich nicht! Mir kommt es auch nicht darauf an, (…), “keine Eigentore” zu schießen.
Ich sage das, was gesagt werden muss. Und ich stelle Fragen, die gestellt werden müssen – über meine Interessen hinaus.
Als Philosoph bin ich seit früher Stunde ein Bewunderer der Epikureer und Stoiker, die als “Persönlichkeiten” (nicht als Obskurantisten!) im Verborgenen leben. Es reicht mir, durch den totgesagten Park zu schreiten, wenn die Blätter treiben … Auch habe ich das materielle Sein längst abgelegt – Geld ist eben nicht eine Möglichkeit der “Freiheit”, wie Dostojewski meint, sondern eher nach Tolstoi “eine neue Form der Sklaverei”.
Dicke Bücher mit schweren Inhalten wirken erst in der Zeit! Hier im Forum werde ich schwerlich viele Leser finden, die mein Buch ( – das zu jenen gehört, die geworfen tödlich wirken, wie mein alter akademischer Lehrer zu sagen pflegte!) kaufen und verbreiten werden. Immerhin erfahren einige, dass es mich gibt… und einige geistige Positionen hinter mir! Und auch Ihre Existenz hier im Forum hat einen höheren Sinn, (…)! Denn wie würde ich meine Worte an die Welt formulieren, wenn nicht die Masken der Maskerade da wären, um im großen Carne vale ihren Beitrag zu leisten! Alles ist wohl eingerichtet in der besten aller Welt – und der prästabilierten Harmonie!
Das sagt sich auch die KAS in ihrer Ja- und Amen-Sager-Konferenz mit dem Eiapopeia vom Himmel… während sich kritische Köpfe fragen, wissen die Verantwortlichen bei der KAS überhaupt noch, was sie tun! Carl Gibson

“protestantische Streitkultur” lobe ich mir, denn sie führt über freies Denken zu Einsichten, die ideologisch oft verbaut sind. Auf das “Humanum” kommt es an im zwischenmenschlichen Sein und in der Gesellschaft, nicht auf Zwang!
Wer “Werte” hat, (…), der braucht keinen staatlichen Zwang!
Er lebt sein apriorisches “Ethos” – und er lebt und handelt richtig, weil er seine “Werte” a priori verinnerlicht hat. (Wenn ein Kaufmann oder Banker nicht betrügen will, dann betrügt er auch nicht, weil er eine pragmatisch-christliche Ethik lebt, ohne der Gier und der Gewinnsucht zu verfallen.) Wenn der Staat es aber zulässt, dass betrügerische Systeme in seinem Wirkungsbereich wildern, dann versagt der Staat – und der kleine Mann ist als der Betrogene der Dumme!)Einsichten und das Durschauen des Wirkens von Lüge und Wahrheit führen letztendlich zu “innerer Wahrhaftigkeit” und “intellektueller Redlichkeit” – das sind Kategorien, die in unserer aus den Fugen geratenen Welt der Jetztzeit noch wichtiger sind als zu Zeiten Kants oder Nietzsches. Links und rechts aber sind antiquierte Schubladen – Jenseits von Gut und Böse (auch wenn sie aus hermeneutischen Gründen bzw. um des verkürzten Ausdrucks willen doch noch gebraucht werden, auch von mir!).
Voraussetzung für richtiges Denken in der Jetztzeit – und das gilt für Herta Müller, Richard Wagner und Eginald Schlattner ebenso wie für die Verantwortlichen der KAS – ist das Anerkennen früherer Fehler und das konsequente Lösen davon.
Einsicht, Reue, Neunentwurf – nach der Auffassung der Katharer ist die Welt nicht vollkommen “determiniert” – selbst der Teufel kann noch gerettet werden … wenn er sich denn von Bösen (vom teuflischen Sein) lossagt! Dies als metaphysische Replik zum materiellen Irrweg unserer Tage, (…)! Es ist der freie Geist, der alles wirkt und schafft, er ist die Kraft…

Große Dichtung, (…), wurde oft parodiert – auch ins Schwarze treffende Poesie – Dichtung wie Ihre, die bestimmte Leute ins Mark trifft und selbst ihr Nichts erschüttert.
Die Zeit der Gesichtslosen und anonymen Obskurantisten, die andere öffentliche Menschen aus dem Verborgenen heraus angreifen und mit ihrem harpiengleichen Auswurf besudeln, geht ihrem Ende entgegen.

Immer mehr Leser und Mitwirkende in diesem Forum melden sich mit ihrem vollen bürgerlichen Namen an – und sie stehen offen zu dem, was sie hier aussagen! So muss es sein in einer “offenen” und “freien” Gesellschaft!
Ich trat von Anfang an ohne zweites Gesicht hier an. Hinter Don Carlos, dem oft Verspotteten, stand immer Carl Gibson – mit Leib und Seele … und Geist! Verzeihen Sie mir, (…), wenn ich, Ihre Poesie jetzt “parodieren ” muss”, um sie so voll zu würdigen. Ab jetzt darf Ihr Poem, dem ein Dunkelmann zunächst ein Pamphlet auf mich voraus geschickt hatte, auch in der folgenden Variante zitiert werde:
Carl Gibson nie bereue !
streue Perlen vor die Säue.
Mancher spottet dir nur so
reicht doch nie an dein Niveau.

Steter Tropfen höhlt den Stein
eines Tages stehst du nicht allein,
in dem Forum, scheinbar blinden
wirst am Ende Früchte finden.

Säe Sämann deinen Samen
beachte nicht die Dornen ohne Namen.
Vieles verdirbt auf schlechter Erde
ein Einzelnes zum Segen werde.

Von der Stirne Heiß
durch der Arbeit Fleiß
teure Perlen Schweiß
vor die Säue schmeiß.

Stähl dein Schwert in offnem Feuer
der Drache dieses Ungeheuer
wird bekämpft und liegt darnieder.
und manche Mühle dreht sich wieder.

Und die Sau die Perlen schluckt,
unverdaut sie wieder spuckt,
Trotz dem Spötter, seinem Hohn
ernte deinen Lohn.

Verändert wurden nur zwei Worte! (…) wird vielleicht aufschreien – und wie schon vor zwei Jahren den Schutz der Anonymität einfordern. Doch diese Zeiten sind vorüber. Gehört wird nur, wer mit offenem Visier kämpft – und nicht der Heckenschütze aus dem Busch. Carl Gibson

(…)
Die Verwirrrung hier im Forum hört vielleicht dann auf, wenn sich einige geradlinige Charaktere von den dubiosen Pseudonamen lossagen, damit es nicht zu ungewollten Verwechslungen und Missverständnissen kommt.(Wie ich aus persönlichen Mitteilungen weiß, wurden einige aufrechte Kommentatoren persönlich angegriffen, beleidigt und aus dem Forum hinaus geekelt – das sollte aufhören.)
Die Zahl der CDU-Enttäuschten dürfte sehr hoch sein und noch anwachsen.
Manchmal führen sich auch große Volksparteien ad absurdum, wenn sie auf die falschen Führungspersönlichkeiten setzen – oder, wie in diesem Fall, den “falschen Symbolen” vertrauen und die “falschen politischen Signale” aussenden.
Als ein Freund aus dem antikommunistischen Widerstand im Fernsehen zusehen musste, wie der ehemalige US-Präsident George W. Busch den stalinistischen Monster-Palast Ceausescus betrat, der gleiche Präsident, der im Irak-Krieg Saddam Husseins Paläste hatte niederreißen lassen, um ein Signal der “Befreiung” und der “Freiheit” an die Welt auszusenden, verstand der Freund die Welt nicht mehr.
War alles vergessen, fragte er sich?
Und wissen die Lenker der Welt noch, was sie so unüberlegt mit falschen Gesten im falschen Umfeld anrichten?
Die Konrad Adenauer-Stiftung (KAS) an einem Tisch mit den Post-Kommunisten und mit Helfershelfern der alten Kommunisten Ceausescus?
Ich wollte es nicht glauben – und doch, es war so in Sibiu!
Wer konzipierte diese Konferenz?
Und mit welcher Zielsetzung wurde sie durchgeführt?
Will die CDU auf diese Weise das konservative Wählerpotential binden?
Oder verärgert sie ihre treuesten Wähler für immer? Carl Gibson.

Köstlich, (…), unübertreffbar köstlich! Sie haben den Humor und die Groteske in eine an sich tragische Konstellation eingebracht, tausend Dank dafür! Und damit die Nachwelt Ihren preziösen Beitrag – nach dem langen und abstinenten Schlummern seit dem 1. April und dem damaligen wenig amüsierenden “Fauxpas” – nicht vergessen soll, will ich ihn zitieren: (…) Einfach toll, auch außerhalb des Toll-Hauses! Wie ich sehe, haben Sie Adrian Paunescu, Corneliu Vadim Tudor, Mihai Beniuc und noch andere Hofdichter des “geliebtesten Sohnes des Vaterlandes”, des “Titanen der Titanen” noch mitbekommen –
Sie wissen also, was Kommunismus heißt, auch bei Kim in Korea, bei Mao in China, bei Fidel Castro – und eben bei unserem “Genie der Karpaten”, der sein Volk nur mit Securitate-Terror ruhig halten konnte? Kennen Sie auch den Dichter, der die real existierende Diktatur – unter der Tarnkappe versteckt – mit der “Metapher” verändern wollte? Er soll angeblich in Sibiu referiert haben, über “europäische Werte” vielleicht? Noch hat mir keiner gesagt, auch Frau Hannelore Baier aus Siebenbürgen in ihren ADZ -Bericht zur KAS-Konferenz in Sibiu/Hermannstadt “nicht”, was Richard Wagner, Herta Müller und Eginald Schlattner dort gelesen oder ideell zum Besten gegeben haben! Das Thema: Der Pakt mit dem roten Teufel vielleicht oder: Vom freiwilligen Verrat meiner Nächsten?
Und die “Frankfurter Rundschau” hat auch noch nicht darüber berichtet ( wie vor einem Jahr!), ob Herta Müller dort, im Land ihrer Geburt, erneut und schon wieder verfolgt worden ist … von wem auch immer!
Das absurde Theater ist noch nicht tot – vielleicht schreibt (…), nach seinem Pamphlet auf mich jetzt ein Stück “Über die freiwillige Rückkehr der Folterlammes auf das Schafott” oder etwas Ähnliches, damit die Leute und (…) etwas zum Lachen haben. Das Motiv mit Don Carlos in der Rolle des Don Quichotte und seiner Auseinandersetzung mit der Gehirnhälften abspalteten angebeteten Dulcinea ist – hier im Forum – leider schon verbraucht! Carl Gibson.

Habe ich in Augsburg etwas versäumt? Wie könnte ich überall sein, hier und dort? Wissen wir jetzt, mit welcher “Metapher” der mehr oder weniger dekadente oder in der Krise verharrende Staat zu reformieren ist, nach dem gescheiterten Modell des Weltkommunismus? An welche Götter glaubt Richard Wagner heute – und gibt es bald eine Götterdämmerung – auch jenseits von Bayreuth? Carl Gibson.

Die “Big Brother”-Titelbild-Figur auf meinem letzten Buch ist nicht “Leviathan”! Nicht der “Staat”, das kälteste aller Ungeheuer ( nach Nietzsche!) ist da dargestellt, sondern der “Repressionsapparat” des “totalitär gewordenen Staates”, die degenerierte “Securitate”, der “Staatssicherheitsdienst der DDR”, der “KGB der Sowjets” etc. erscheint dort bedrohlich hinter dem “agierenden Staatsbürger”, bereit, diesen in seinen Fängen zu fangen, ihn zu erwürgen und zu vernichten!
“Big brother is watching you” / Der Große Bruder beobachtet dich! – wie früher das “Auge Gottes” in der Kirche oder auf dem Messgewand des Priesters – ist inzwischen Realität geworden, jenseits von Ideologie, überall im Westen.Der Staat wird nicht gebraucht, wenn der Bürger bereits “Werte” hat. Diese fallen aber nicht vom Himmel, sondern sie müssen mühsam erlernt, erworben werden, beginnend mit der Selbsterziehung im frühen Alter. In der Schule fehlt der Ethik-Unterricht. Das ist ein großer Fehler! Wenn ich ein “Institut für Wirtschaftsethik” bereits 1992! (lange vor der großen Krise!)in die Welt gesetzt habe, dann deshalb, weil es gerade in der Wirtschaft auf ethisches Verhalten ankommt.
Das, was wir jetzt haben, an globalem Politiker- und Manager-Versagen, wollte ich verhindern … in gesundem Wettbewerb mit Patres und unausgelasteten Hochschulprofessoren, wobei die beiden Gruppen stets etwas besser im Geschäft waren als der kleine Einzelkämpfer aus Bad Mergentheim … Nicht den Massen, nicht den Vielen, von denen du sprichst, wollte ich ethisches Handeln vermitteln oder Werte, sondern den Leistungsträgern dieser Gesellschaft, den Eliten, die das Wegelagerertum der Jetztzeit im Ökonomischen praktiziert haben und es weiter praktizieren. Das Versagen dieses Staates besteht darin, dass er – wie über die BAFIN geschehen, das verbrecherische Tun bzw. das Banditentum aus anderen Staaten (USA) dieser Tage zulässt, beginnend mit den kleinen Betrügereien mit Rotlicht an der Metzgertheke, mit den vielen Mogelpackungen im Supermarkt, mit schlecht reglementierten Produkten in Versicherungs-und Finanzbereich, mit gefälschten Statistiken, geschönten Bilanzen, über Subventionen bis hin in das Ausplündern von Aktiengesellschaften und öffentlichen Unternehmen durch Manager – alles völlig legal, wobei die Allgemeinheit als Steuerzahler für die immensen Fehler von Wirtschaftsbossen und Berufspolitikern einsteht und haftet.
Die Fehler der Politiker von heute, können einen dramatischen Währungsverfall nach sich ziehen und zu einem Zusammenbrechen des Weltfinanzsystems führen. Wer sich das nicht vorstellen kann, der sollte sich in das Jahr 1922 versetzen, als im Deutschen Reich Milliardenbeträge für ein Brot ausgegeben wurden (wie heute in Zimbabwe bei Marxist Robert Mugabe!).Damals mussten die Städte “Notgeld” drucken, weil die Reichsdruckerei nicht mehr mit den Liefern nachkam. Viele verloren alles – Hab und Gut, Haus und Hof – guter Nährboden für Radikale aller Art von links und von rechts. Wir erleben gerade heute das eklatante Versagen des Staates überall in der westlichen Welt – und überall dort, wo die Globalisierung greift.
Das alles wäre nicht möglich gewesen, wenn die “Lüge” in vielen Ausprägungen und Formen sich nicht hätte “legal” ausbreiten können.
Wir ärgern uns über die Kosten der KAS-Konferenz in Sibiu und fragen uns, weshalb die KAS öffentliche Mittel dort “so” investiert!
Doch das Ganze wiederholt sich auf vielen Ebenen, national und global. Überall werden heute Werte mit Füßen getreten, weil das “höhere Bewusstsein für Werte ” fehlt – und weil Werte einfach fehlen, eben weil sie nie anerzogen und ausgeformt wurden. Der kleine Mann, der das alles wehrlos mit ansehen muss, verzweifelt dabei. Hobbes, Locke, Hume, Smith orientierten sich noch an der Antike, die “ethisch” ein Vorbild war. Wir nach Kant und der Aufklärung, fallen in den Urzustand zurück, in das Barbarentum ohne Ethos,in das “homo homini lupus”- Dasein, wo der Mensch dem Menschen ein Wolf ist. Sehr weit sind wir von Humanum entfernt, eben weil wir nicht mehr in der Lage sind, aus Philosophie und Geschichte die richtigen Schlüsse zu ziehen. Carl Gibson.

Politikum oder Skandal?
Es gibt Zwänge der Realpolitik. Wenn Kanzler Konrad Adenauer mit den Russen verhandelt, um die deutschen Kriegsgefangenen nach einem Jahrzehnt in Gulag-Haft frei zu bekommen, wenn die Bundeskanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl mit Kommunisten-Diktator Ceausescu reden, um die Ausreise der Siebenbürger Sachsen und der Banater Schwaben in kanalisierten Bahnen und über Kopfgeldzahlungen (Freikauf!) in die BRD zu ermöglichen, dann ist das Realpolitik, die von Zwängen, spezifischen politischen Situationen und Konstellationen bestimmt, ja diktiert wird.
Die Beispiele können fortgesetzt werden.
Wenn Franz Josef Strauß allerdings mit Erich Honecker spricht, um einen Milliarden-Kredit für die dahinsiechende DDR “einzufädeln”, dann grenzt das an “private” Außenpolitik.
Als solche wurde das eigenmächtige und politisch nicht ganz kluge Handeln von F.J. Strauß seinerzeit in der Bundesrepublik aufgenommen.
Ähnliche Empfindungen kamen bei mir hoch, als ich von Dr. Bernhard Vogels Initiative erfuhr, in seiner Eigenschaft als KAS-Präsident nach Rumänien zu reisen, um dort u. a. auch Präsident Basescu die Hand zu schütteln und mit kontroversierten Schriftstellern zu tafeln.

(Geharnischte Protest-Partei-Austrittsbriefe helfen da wenig, wo die politischen Zielsetzungen der großen Volkspartei intransparent und unnachvollziehbar werden.)
Beide Reisen, die von F.J. Strauß in die DDR seinerzeit, und diese des KAS-Präsidenten Vogel nach Sibiu, Rumänien sind vielschichtig. Doch frage ich mich mit vielen anderen politischen Beobachtern:
Musste diese KAS-Konferenz in dieser Form so sein?
Oder sendet die KAS doch “falsche Signale ” aus und setzt “falsche Zeichen”, mit höchst “ambivalenten” Gesten und Handlungen, die nicht mehr ganz verstanden werden, zumindest nicht von alten Wählern und Anhängern der CDU.

Noch ein Wort zu Ihrer Frage, (…)!Erziehen Sie ihr Kind nach Ihrem Ethos. Der Staat ist heute leider kein gutes Vorbild. Der Staat funktioniert auch nur deshalb, weil sich viele kleine “anständige” Leute an die Spieregeln halten, an ein intuitiv gefühltes, verinnerlichtes Ethos, das den 7 Jahren von Zuhause entspricht und das in Regel bei funktionierender Erziehung den jungen Menschen von den Eltern noch vor der Schule auf den Lebensweg mit gegeben wird.
Die Mächtigen in Wirtschaft und Politik heute durchbrechen dieses “Ethos”, insofern es überhaupt vorhanden ist, weil sie wissen, dass sie “ohne Strafe” ausgehen.
(In China drohen drakonische Strafen bei Kleinstvergehen: Der Diebstahl eines Sacks mit Zwiebeln kann schon die Todesstrafe nach sich ziehen, während im Westen Einzelindividuen Schäden bis zu 50 Milliarden US-Dollar herbeiführen können, deren Folgen Abertausende ins Unglück stürzen, und dabei noch glimpflich davonkommen.)
Das Versündigen und Fehler machen ist legal möglich, da systemimmanent!
Das Ergebnis davon ist ein allgemeiner Werte-Zerfall, der jederzeit in die ganz große Katastrophe führen kann. Es bedarf keiner neuzeitlichen “Kassandra”, um davor zu warnen. Denn sie ist schon vor der Tür. Carl Gibson.

Unkritisch kritisch? Eigenbericht der Konrad Adenauer Stiftung-Konferenz in Sibiu!
War es wirklich mehr als Friede, Freude, Eierkuchen und Zuckererbsen für Jedermann unter den zum Symposion Geladenen – und das selig seligmachende Eiapopeia im Himmel?
Heine hätte sich halbtot gelacht – und Nietzsche hätte das Ganze als ein Grand Macabre der Dekadenzgesellschaft bezeichnet?
Was war das eigentlich mehr als eine Tagung-vieler Ja-und -Amen-Sager mit dem Alibi-Hinweis, wir dürften (die Schrecken) der Vergangenheit ( nicht ganz!) vergessen?
Eine Verhöhnung der Opfer!
Wie schön – und wie versöhnlich aus anderer Sicht!?
Der “Hass”, der Herta Müller antrieb, um “Niederungen” gegen ihre Landsleute zu schreiben, war plötzlich vergessen und verrauscht – wie die Schrecken der Diktatur, die fast alle dort Anwesenden nur vom Hörensagen kannten … und fast alle stimmten ein in eine Versöhnungs-Symphonie der Freigewordenen, in den großen Zusammenklang ( der Nationen / und Um – und Neuwertung aller europäischen Werte…) –
Und nachdem Herta Müller “erneut” – zum wievielten Mal eigentlich? – von “ihrer” Verfolgung berichtet hatte,
wobei natürlich alle anderen Dissidenten und Widerstandskämpfer unerwähnt blieben, hatten alle Germanisten, Literaturdozenten, Berufspolitiker und sonstige zum “Symposion” auf Kosten des deutschen Steuerzahlers geladenen Experten ein gutes Gewissen, oder Frau Prof. Lermen und Herr Prof. Dr. Bernhard Vogel?
Schließlich wurde über “Literatur” diskutiert!
Und so nebenbei über Politik! Was vergessen wurde – wonach ich aber mit Nachdruck fragte!
Wer referierte dort über “europäische Werte”?

Welcher Philosoph von Rang?
Welcher Bürgerrechtler?
Welcher antikommunistische Oppositionelle?

Welcher kritische Kopf?

Es lasen ferner RKP-Mann alter Schule Richard Wagner und Kollegen-Denunziant Eginald Schlattner?
Worüber lasen Sie?
Jeder sollte den Eigen-Bericht der Konrad Adenauer-Stiftung kritisch lesen und sich fragen,
was diese Konferenz gekostet hat!
Und was sie an “konkreten”, greifbaren” Resultaten gebracht hat – außer “Spesen”?
Das steht nicht in dem Bericht!
Ob die FAZ nachfragt? Oder sonst wer aus der deutschen Presse?
Was hatten Richard Wagner (der Mann, der als Sekretär, Pressesprecher und Manager? von Herta Müller auch ihre Drohungen an mich weiter gibt!) und Schlattner dort überhaupt zu berichten?
Gab es keine anderen “unbelasteten” Kandidaten, die überhaupt nicht mit der Rumänischen Kommunistischen Partei (RKP) oder mit dem rumänischen Geheimdienst “Securitate” zusammengearbeitet hatten, nie?
Gab es keine Alternative zur Ceausescu-Systemprofiteurin Herta Müller, die immer noch ihr altes Gaukelspiel öffentlich weiter macht, trotz meines Aufschreis hier und dort?
Wer von der KAS hat “gerade diese Auswahl” der Konferenz-Teilnehmer zu verantworten?
Wer lud diese Teilnehmer ein?
Und vor allem, wer grenzte die “moralisch Berechtigten” Zeitzeugen aus schweren Zeiten aus?

Falsche Gesten und Signale, Lüge, falsche Moral, Heuchelei, politisches Versagen und ökonomische Katastrophen hängen unmittelbar zusammen. Deshalb wollte ich mit dieser Diskussion auf die innenpolitische Brisanz der KAS-Konferenz in Sibiu hinweisen. Was wir im Makropolitischen in dem unseligen Kausalzusammenhang: Terror-Anschläge am 11. September in den USA, völkerrechtlich nicht legitimer Krieg im Irak, Despotensturz und Befreiung über Gewalt, globaler Börsencrash in den letzten Jahren erleben mussten, führte zu einem Vertrauenseinbruch nicht nur in Amerika und in die Regierung Bush, sondern weltweit. Die globale Rezession, die wir heute erleben, ist ein Produkt der Vertrauenskrise mit finanziellen und ökonomischen Auswirkungen. Dem Versagen der Politik in diesem Land – das sich allein nicht gegen Makroentwicklungen stellen kann/ Siehe die Fakten vom Gipfel in Heiligendamm, gerade zum Stichwort Hedge-Fonds und Finanzkrise) ist darüber hinaus noch ein Produkt der Desinformation, die im Kleinen beginnt, etwa hier im Forum, blüht, wächst und gedeiht und irgendwann großen Schaden anrichtet. Deshalb war ich immer für vollständige Offenheit – bei der UNO in New York und im Sicherheitsrat ebenso wie hier im Forum. Es ist eine Frage des Prinzips! Carl Gibson.

Eine Menge Holz!
Da Sie ja schon eine Weile hier im Forum dabei sind, dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass ich in der Diskussion “KAS-Literatur-Preisvergabe an Herta Müller im Jahr 2004, in der “Nobelpreisnominierung von Herta Müller für die Bundesrepublik Deutschland bzw. im Zusammenhang mit allen anderen Preisvergaben immer auf eine Trennung
der politischen, der moralischen und der “literarischen” Ebenen plädiert habe. Lesen Sie doch alles weiter oben nach! Und vergessen Sie das Gelesene nicht, sonst kommen die alten Vorwürfe wieder. Zu meiner Vita: Lebensläufe konventioneller Natur ( wie sie bei Bewerbungen eingereicht werden) finden Sie im Netz, unter anderem unter: philosophers-today! Jeder, der mehr über mich wissen will, kann sich hundertfach informieren. Vor zwei Tagen sendete Radio ” Deutsche Welle” einen Bericht inkl. Interview mit mir in den rumänischen Sprachraum, Autor William Totok, ( 20 de ani…de la prabusirea … das nur so nebenbei, fiel mir erst gestern auf unter Ihrem Lieblings-Google-Suchzitat im Netz: Carl Gibson Symphonie der Freiheit. Siehe da, Sie können den Gang der Dinge nicht aufhalten! Sie können zwar und nach “Widersprüchen” in meinem Leben suchen, nur finden werden Sie keine. Denn ich habe geradlinig und konsequent gelebt – in allem, was ich getan habe. Zu ihrer Frage nach materiellen Implikationen:
Auch ein Philosoph muss essen, trinken, reisen, Steuern zahlen, das Brutto-Sozialprodukt ankurbeln, auch wenn er ein “Institut für Wirtschaftsethik” führt! Marketing, interkulturelles Management etc. – das alles machte ich früher, ab 1995 und weltweit!!! Damals hatte ich keine Zeit für die Mythen von Herta Müller und Co. Meine Klaviatur ist etwas breiter – und ich kann an vielen Fronten erfolgreich agieren. Doch was machen Sie, außer nach “Neidgründen ” zu schnüffeln? Machen Sie ruhig weiter! Vielleicht finden Sie noch einen “Tippfehler” meines Programmierers auf meiner Homepage? Wer nach goldnen Schätzen gräbt, und froh ist, wenn er Regenwürmer findet!!! Wie gleichen Sie in ihrer Haltung diesem Famulus “Wagner” aus Goethes Faust … Aber Sie sahen dort auch noch viele Dokumente aus dem Widerstand, aus meinem Leben, aus dem Banat, mich, umgeben von Freunden, mich, inmitten von Menschen, Was – haben Sie an gleichwertigen Dingen aufzuweisen? Noch Fragen! Carl Gibson
Apokalyptische Stimmungen werde ich hier keine verbreiten. Doch weil ich viel zu viel über die Zusammenhänge von Wirtschaft und Politik weiß, habe ich zum Themenkomplex Finanzkrise, Globalisierung etc. geschwiegen, obwohl ein Philosoph, der die “geistige Situation” seiner Zeit analysiert, dazu sehr viel zu sagen hat. (…)

Verfolgung?
Vor genau einem Jahr kehrte Herta Müller von einer Rumänien-Reise zurück, mit der alten “Story” im Gepäck, sie sei verfolgt worden!
Heute, ein Jahr danach, sitzt die gleiche Herta Müller in Sibiu im gleichen Rumänien an einer langen Tafel und lässt es sich gutgehen auf Kosten des deutschen Steuerzahlers, der auch einige Ihrer Preise finanziert hat, u. a. den der Konrad Adenauer Stiftung 2004 – und Herta Müller hat plötzlich keine “Angst” mehr in Rumänien.

Der Spuk ist weg! Die böse Securitate – ein Ammenmärchen?
Dafür liest Sie vor staunenden Ja-und Amen-Sagern, die man gleich fast allesamt mitgebracht hat, über ihre angebliche Verfolgung unter Ceausescu, während die tatsächlich Verfolgten der Securitate draußen vor der Tür bleiben,
ausgesperrt wie Hunde bzw. wie Schwarze während der Apartheid in Südafrika vor Mandela, weil ein paar “Etablierte” von der KAS nicht hören wollen, was die Andersdenkenden zu sagen haben.
Diese Diskussion, (…), begann mit der Frage, ob das “so” seine Richtigkeit hat! Was sagen Sie als deutscher Steuerzahler und vielleicht auch als aufrichtiger Patriot dazu, ohne mit der CDU sympathisieren zu müssen? Carl Gibson
Ich verweise auf mein Interview in der “Siebenbürgischen Zeitung”, wo ich die Thematik CNSAS (Rumänische Gauck bzw. Birthler-Behörde) angesprochen habe – im Zusammenhang mit dem Vorwurf Richard Wagners, ich hätte meine “Akte” noch nicht eingesehen und ich sei 30 Jahre nicht mehr in Rumänien gewesen. Meine mehrjährige Opposition ist vielfach belegt – und mehrere Dutzend Zeugen können darüber explizit Auskunft geben. Was in einer CNSAS-Akte steht (darüber schrieb ich auch in der Symphonie!) ist in meinem Fall sekundär. Ein ganzes Jahr müsste ich nach gegenwärtigen Gegebenheiten auf diese “Akte” warten – und ich müsste davon ausgehen, dass die Desinformationsabteilung der alten oder neuen Securitate sogar noch ein Kuckucksei darin versteckt haben könnte. Mit altem Papier und auf alten Schreibmaschinen lassen sich schnell sehr authentisch aussehende Dokumente fabrizieren, die gut geeignet sind, alte und neue Staatsfeinde zu diskreditieren. Doch nicht meine Verfolgung gilt es zu beweisen, sondern die von Herta Müller.
Nicht ich war in den letzten 30 Jahren mit diesem Verfolgungs-Bonus unterwegs und habe ein ungerechtfertigtes Image daraus stilisiert, sondern eben Herta Müller – mit fremden Federn … mit falschen Drachen-Zungen … die sie vorgezeigt hat und dabei die wahren Opponenten schlicht negierte-
(Siehe das Spiegel-Interview mit Herta Müller und Richard Wagner im Jahr 1987.) Dort steht es – schwarz auf weiß! Und was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen!
Von Frau Herta Müller erwarte ich Beweise, nicht von Lieschen Müller, auch nicht von der CNSAS oder von der SRI im neuen Gewand … Und von der KAS erwarte ich eine Antwort auf die Frage, weshalb sie alle belastenden Indizien ignoriert und weshalb sie sich nicht dem eigenen politischen Fehler stellt und ihn revidiert … Das in aller Kürze! Carl Gibson.
(…)
Scheinheiliges Aussitzen ist meine Sache nicht. Ich habe vor einem Jahr damit begonnen, Fragen grundsätzlicher Natur zu stellen, Fragen von innenpolitischer Tragweite, doch nicht mit der Lust, eine falsche Mine aufzusetzen und jenseits jeder Moral alles auszusitzen…mit störrisch stoischer Eselsgeduld … aber verzweifeln werde ich auch nicht. Von Haus aus bin ich unter Bauern und Gärtnern ausgewachsen – deshalb weiß ich auch, dass nicht alle Blütenträume reifen … und dass nicht alle ausgesäten Samen gleich aufgehen …und dass sie nicht wachsen können, wenn der Boden nicht bereitet ist … Der Boden, das ist unser träges Bewusstsein! Wenn die Samen keimen wie gute Gedanken, dann werden die Pflanzen sprießen, wachsen und gedeihen – und dann wird man auch Früchte ernten, wenn kein Hagelschlag dazwischen kommt oder eine alles begrabende Flut vor der Ernte.
Nur keine Bange, nervös werde ich nicht, auch wenn die KAS beharrlich schweigt wie ein Grab- Ich habe wieder gegoogelt und einen Hinweis darauf gesehen, dass die SbZ vielleicht doch noch etwas zur KAS-Konferenz mit Frau Herta Müller, Richard Wagner und Denunziant Eginald Schlattner berichtet. Dann geht die ganze Diskussion vor vorne los – oder? Carl Gibson.
(…)
Gerade blättere ich ein Beleg-Exemplar der neuesten “Siebenbürgischen Zeitung” durch – und was erblicken meine Augen? (Wie unlängst vermutet:) Einen kleinen Bericht zum Thema: Internationale Konferenz “Europa im Wandel”,klein darunter : “Hermannstadt” – und ein paar Hinweise,
“Eine von der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte internationale Konferenz zum Thema “Europa im Wandel: Literatur, Werte und europäische Identität hat in Hermannstadt vom 30. März bis 2 April stattgefunden”.
Selten ist eine Konferenz dieser Dimension so herunter gespielt worden.
Ministerpräsident a.D. Dr. Bernhard Vogel sprach über “abendländische Werte”.
“Die europäische Leitkultur” sei wichtig und die gemeinsame Basis der Völker seit der Antike über das Christentum bis zur Aufklärung. Worüber Eginald Schlattner, Herta Müller und Richard Wagner lasen oder referierten, schweigt sich der Bericht aus. Dafür kommt ein Hinweis auf den politischen Auftrag der KAS, die sich laut Satzung als “gemeinnützige Stiftung” auf “christlich-demokratischer Grundlage” für die “europäische Einigung” und internationale Verständigung einsetze.
Ist das so? Carl Gibson
(…)

“Symphonie der Freiheit”-Rezeption

Erfreulich zu hören, (…), dass Sie meine Symphonie in den Händen halten und dort über die Vergangenheitsbewältigung im gegenwärtigen Rumänien lesen. Sie sind einer der ersten bewussten Leser, denen die umfangreiche Dokumentations- und Recherche-Arbeit auffällt, die in einzelne Kapitel investiert wurde. Mein letztes Buch ist eben keine leicht produzierte “Belletristik”, sondern in vielen Bereichen harte Knochenarbeit, die auf langjährigen, intensiven Forschungsarbeiten beruht, u a. die Kapitel und Essays über die Dissidenz in Rumänien,
über Paul Goma,
über Mircea Dinescu – und vor allem
über Ion Caraion,
an dessen Schicksal den Fratze des Kommunismus am eindeutigsten abgelesen werden kann.
In der “Symphonie der Freiheit” ist alles “so” festgehalten, dass alle Daten und Fakten jederzeit und von jedermann “wissenschaftlich” überprüft werden können –
ganz im Gegensatz etwa zur intransparenten Vita von Herta Müller, die von Portrait zur Portrait immer neue Ungereimtheiten und offensichtliche Fehler aufweist, wobei selbst der Hausverlag keinen Wert auf exakte Aussage und Stimmigkeit legt.
Die “Fiktion” beginnt schon mit der Mystifizierung der eigenen Person – und noch keiner der wohlwollenden “Literaturkritiker” hat sich bereitgefunden, einige Diskrepanzen zu hinterfragen und aufzuklären.
Doch zurück zu Rumänien. Der innenpolitische Kampf zwischen vielen alten Kräften und wenigen Erneuern tobt auch heute noch in Bukarest – und die historische Forschung wird noch viel zu tun haben, um dem Westen klar zu machen, was dort abläuft.
Wenn die Konrad Adenauer-Stiftung (KAS) Ihrem Beispiel gefolgt wäre und auch in meinem Buch (und nicht nur dort!) einiges nachgelesen hätte, dann wäre die politisch falsche Signale aussendende Konferenz in Sibiu Anfang April 2009 “so” nicht angelaufen.
Fakt ist, die KAS “glaubt” ausschließlich Herta Müller!
Die Verantwortlichen der KAS (Hochbegabtenförderung!) sind davon überzeugt, Herta Müller sei in der Ceausescu-Diktatur verfolgt worden bzw. sie habe eine Mitarbeit mit der Securitate abgelehnt.
Wann erfolgte diese Ablehnung, vor 1984 oder danach?
Hinterfragt wurden diese “Eigenaussagen” von Herta Müller nie, auch nicht dann, als ich als einer der wenigen Fragenden überhaupt, berechtigte Fragen stellte.
Auf die Antworten von Frau Herta Müller warte ich noch heute.
Das ist in einer offenen, demokratischen Gesellschaft unzumutbar und skandalös, da Herta Müller mit “öffentlichen” Geldern gefördert wurde und wird.
Es ist nicht bekannt, in welcher Höhe.
Auch ist nicht bekannt, ob Herta Müller auch sonst – als Stipendiatin etwa – mit Steuergeldern gefördert wurde, bzw. ob die die Förderkriterien erfüllte.
Die Konrad Adenauer Stiftung glaubt einer kontroversierten Verfasserin von “schöngeistiger” Literatur (auch wenn die von “Hass” angetrieben wurde, Hetze fördert und gelegentlich alles andere als schöngeistig! ist) mehr, als den Zeitzeugen aus den Gefängnissen der Ceausescu-Diktatur.
Die eigentlichen Opfer des Kommunisten-Diktatur werden nicht einmal gehört!!!
Sie bleiben ausgesperrt – und sie werden stigmatisiert!
Wer betreibt hier also Hexenjagd und negative Inquisition, sprich Mystifikation?
Es ist bequemer so, ganz nach Vogel Strauß.
Nur kann sich die öffentliche Institution Konrad Adenauer Stiftung diese höchst einseitige Haltung auf Dauer leisten?
Es ist nicht, was nicht sein soll! Ahistorisch, agnostisch ist das!

Und was sagt Professor Rüther dazu?
Mit Carl Gibson reden wir von der KAS nicht – er hat sich im Ton vergriffen!
Und die KAS bei den Fakten und Taten?
Oder, Herr Professor?

Moralisch und politisch betrachtet ist dieses Vorgehen ein fatales Zeichen für die gesellschaftliche Kultur in diesem Land.
Die KAS ist fest davon überzeugt,
Herta Müller sei die Person, die Rumänien den Weg nach Europa ermöglicht und ebnet.
Was die Rumänen davon halten, hat die KAS wohl auch noch nicht erkundet.
Die KAS stützt sich in ihrer Haltung auf ein paar wohlwollende Stimmen von Literaturkritikern,
die Fiktion analysieren, ohne wissenschaftlich oder konkret in eigener Erfahrung über die “real sozialistische Wirklichkeit” in der Ceausescu-Diktatur Bescheid zu wissen.

Ich hätte viele “Feinde”, seitdem die “Symphonie der Freiheit” gedruckt vorliegt und wirkt, schreiben mir zugeneigte Leser. Und etablierte Journalisten, die noch keine Zeile meiner Symphonie gelesen haben, behaupten frech: Das ganze Buch sei eine Farce!
Woher wollen sie das wissen?
“Freunde” Herta Müllers aus dem linken Umfeld der Universität Temeschburg aber lassen mich wissen, ich sei ein “skrupelloser Scheindissident” -und wer Herta Müller angreife, greife alle aus der so genannten Aktionsgruppe an!
Es ist – wie bei den Drei Musketieren!
Nur schrieb Dumas einen Roman – dies aber ist “echt”, Anno Domini 2009, geschehen in der Bundesrepublik Deutschland,
im Land der Dichter und Denker,
im Land der Reformation,
nach der Aufklärung
und nach der Erfahrung von zwei totalitären Systemen!
Mit gefangen, mit gehangen? Nur weil einige “nicht immer freie” Zeitungschreiber- ihr Schicksal mit einer zurecht gelegten Meinung zu Herta Müllers Literatur verknüpfen, halten sie unbeirrt an den jahrelang verkündeten Einschätzungen und Interpretationen fest, ohne Lust, diese – angesichts neuer Fakten, die ein neuer Zeuge präsentiert – verifizieren und korrigieren zu wollen.
Es ist nicht bequem, eine festgefahrene Meinung zu revidieren – und leider Gottes folgen auch einige sonst gern “kritische” und “objektive” Akademiker dem gleichen Trend, weil sie nicht einsehen wollen, sich geirrt zu haben.
Doch mein Buch steht in der Regalen der Universitäten und einschlägigen Forschungseinrichtungen – also wird seine Botschaft nicht zu verhindern sein.
Das mehrfach angekündigte “Totschweigen” der “Symphonie der Freiheit” wird nicht stattfinden! Dafür hat nicht zuletzt dieses freie Forum hier gesorgt! Steter Tropfen höhlt den Stein – und die Wahrheit wird uns frei machen. Carl Gibson

Fotos: Carl Gibson

©Carl Gibson

Das Gesamtwerk Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte

Das Gesamtwerk Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte7 ok

Carl Gibson Allein in der Revolte Titelbild

Das neue Buch von Carl Gibson

Vor wenigen Tagen ist erschienen:

Carl Gibson, Allein in der Revolte

Eine Jugend im Banat

Aufzeichnungen eines Andersdenkenden –Selbst erlebte Geschichte und Geschichten aus dem Securitate-Staat

J.H. Röll Verlag, Dettelbach, 409 S.
ISBN 978-3-89754-430-7

http://www.openpr.de/news/704256/Allein-in-der-Revolte-Carl-Gibsons-neues-Buch-ueber-die-kommunistische-Diktatur-in-Rumaenien.html

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte
Carl Gibson

carl Gibson, Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte, Titelbilder

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte Buckrückseite

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte

Nachdem bereits ím Jahr 2008 die “Symphonie der Freiheit” im gleichen Verlag erschienen war, wird jetzt der noch ausstehende Teil des Gesamtwerkes vorgelegt.

Die “Symphonie der Freiheit” ist nunmehr vollständig.

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der RevolteNeuerscheinung:
Carl Gibson

Weshalb wurde der zweite Band vor dem ersten publiziert?
Weil die wichtigen Inhalte absolute Priorität hatten.

Nun aber wächst doch noch zusammen, was zusammen gehört!

Die Graphik auf dem Titelbild (Kirche in Bukarest) stammt
von Michael Blümel,

das Foto auf der Buchrückseite wurde im Zentrum von Temeschburg
von Monika Nickel im Jahr 2009 aufgenommen.


Einige Kurzinfos aus dem Text auf der Buchrückseite:

Carl Gibson, M. A., Jahrgang 1959, Bürgerrechtler während der kommunistischen Diktatur in Rumänien, lebt als Philosoph, Historiker und Schriftsteller (VS) in Bad Mergentheim.

Mehrere Buchveröffentlichungen, Aufsätze, Essays. Zu seinen Hauptwerken zählen die literaturhistorische Dichter-Monographie: Lenau. Leben – Werk – Wirkung, Heidelberg, 1989 sowie die autobiographische Darstellung: Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur, Dettelbach 2008.

Ergänzend zur “Symphonie der Freiheit”, ein Erinnerungswerk, in welchem die Geschichte der ersten freien Gewerkschaft “SLOMR” im Ostblock aus der Insider-Sicht eines Dissidenten sowie die Bedingungen der politischen und kulturellen Opposition differenziert wie kritisch beschrieben werden, schildert der Autor nunmehr im Folgeband “Allein in der Revolte” seinen Weg in den antikommunistischen Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur.
Carl Gibson beschreibt das Phänomen des “real existierenden” Kommunismus aus der konkreten Erlebnisperspektive eines jungen Nonkonformisten in Temeschburg im Banat und erörtert dabei den Kampf um Menschenrechte sowie das Ringen der deutschen Minderheit um ethnische Identität.
Zeitgeschichtlich orientiert fragt der Autor nach den Ursachen und Gründen, die zum Exodus der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen aus Rumänien führten.

Die Neuerscheinung ist seit Februar 2013 auf dem Buchmarkt und überall im Buchhandel erhältlich, auch online u. a. hier:

http://www.amazon.de/Allein-Revolte–Eine-Jugend-Banat/dp/389754430X/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1362134956&sr=1-4

http://roell-verlag.de/shop/article_978-3-89754-430-7/Gibson,-Carl%3A-Allein-in-der-Revolte%3A-Eine-Jugend-im-Banat.-Aufzeichnungen-eines-Andersdenkenden-%E2%80%93-Selbst-erlebte-Geschichte-und-Geschichten-aus-dem-Securitate-Staat.html?pse=apq

Das Buch erscheint nach einer – fast dreijährigen – Verzögerung durch den Verlag.

Potenzielle Rezensenten bitte ich, Rezensionsexemplare direkt beim J.H. Röll Verlag in Dettelbach anzufordern.

Für eine Bekanntmachung meiner Buchpublikation auf einer Website oder Homepage bin ich dankbar.
In dem Buch steht das, was ich zum Banat und zur kommunistischen Diktatur zu sagen hatte.
Carl Gibson

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte
Carl Gibson

P.S.: Eine Weiterverbreitung dieser Informationen freut mich.

Kontaktdaten:
Carl Gibson
Ketterberg 8
97980 Bad Mergentheim
Telefon: 079731 99 27 176
Email: Gibsonpr@aol.com
Email: carlgibsongermany@gmail.com

Zur Person, zum Autor bzw. Bibliographie:
http://www.gibsonpr.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson_(Autor)

Auszüge aus dem Werk finden sich auf diesem Blog.
Soweit diese Erstinformationen – weitere Infos werden folgen.

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte 9
Carl Gibson

Carl Gibson wurde abgelichtet von Monika Nickel.

Rechtlicher Hinweis:

Alle Rechte für das Gesamtwerk (“Symphonie der Freiheit” und “Allein in der Revolte”) liegen beim Autor Carl Gibson.

Vervielfältigungen jeder Art, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Copyright: Carl Gibson

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Brunnen – Zierbrunnen, Laufbrunnen, Schöpfbrunnen, Pumpbrunnen in deutschen Städten, Klöstern und Festungsanlagen

Brunnen und Quellen im süddeutschen Raum, im Elsass und in der Schweiz

Brunnen – ein Stück Kulturgeschichte. Sie prägen das Gesicht einer Stadt.

Und das Lebenselixier “Wasser” ist die conditio sine qua non, ohne die auf unserem Planeten nichts geht.

Wasser ist Leben.

Alles Leben kommt aus dem Wasser – und in das Wasser kehrt es wieder zurück.

Was Thales von Milet viele Jahrhunderte vor Christus lehrte,

was Aristoteles und Goethe ( in Faust) wiederholten, wird heute oft vergessen –

denn in unseren, klimatisch gemäßigten  Breiten existiert Süßwasser im Überfluss.

Gutes Trinkwasser ist hier ein Standard – in anderen Regionen der Welt aber ist es ein Kostbarkeit.

Am Brunnen vor dem Tore … im Dorf, in der Stadt … trafen und treffen sich die Menschen,

 im Gespräch, im Austausch, im Dialog

Panta rhei – alles fließt … nicht erst seit Heraklit

Die Menschen der Antike, Griechen, Römer, Juden, Araber – sie alle schätzten die Kultur des Wassers in allen Formen –

nur wir,

die verhätschelten Wohlstandsbürger der Nachkriegszeit,

 blicken verächtlich-verschwenderisch auf ein Gut herab, das zur Selbstverständlichkeit geworden ist,

auf das Wasser.

Bad Mergentheim an der Tauber,

Kur- und Heilbad, ehemalige Residenz des Deutschen Ordens

Ein springender Brunnen

 

Marienbrunnen in der Altstadt von Bad Mergentheim

Marienbrunnen, Detail

Marienbrunnen, Detail, Madonna mit Kind

Marienbrunnen, Detail: das Stadtwappen von Bad Mergentheim

Marienbrunnen in der Altstadt von Bad Mergentheim, Detail

Brunnen im Schlosshof, Bad Mergentheim

Der sogenannte Milchlingsbrunnen in der Altstadt von Bad Mergentheim

“Milchlingsbrunnen”, Detail

Altes Rathaus, Bad Mergentheim

Der Kiliansbrunnen in der Altstadt von Bad Mergentheim

Kiliansbrunnen, Detail

Kiliansbrunnen, Detail

Brunnen am Kurpark

Brunnen am Kurpark, Detail

Brunnen in Jagsthausen

Zierbrunnen in Buchen – im Winter wird das Wasser abgestellt.

Kloster Schöntal

Vier Röhren-Brunnen mit einem “Mohr” als Brunnenfigur im Klosterhof, der sogenannte Mohrenbrunnen.

Tiefbrunnen – heute ohne Funktion.

Originell – Ein Frosch am Brunnenrand

Kloster Schöntal

Zisterne, Burg Weibertreu, Weinsberg

Burg Weibertreu, Weinsberg

Kaysersberg, Elsass, Frankreich

Zierbrunnen , Kaysersberg, Elsass, Frankreich

Ziehbrunnen aus alten Tagen in Kaysersberg

Würzburg, Festung Marienberg

Der Main und die Weinberge von Würzburg

Der Turm im Burghof –  Vorratslager sichert Autarkie in Notzeiten.

Tiefbrunnen in der Festung Marienberg

Blick in einen der tiefsten Brunnen Deutschlands – er sicherte das Trinkwasser, ohne das keine Leben möglich ist.

Kloster Lorch

Vier-Röhren-Brunnen im Kloster Lorch

Kloster Lorch im Remstal – im Klosterhof

Vierzehnheiligen,

Die Basilika

Vierzehnheiligen in Franken

Brunnen vor Vierzehnheiligen

Burg Abenberg

Burg Abenberg ( bei Nürnberg)

Nicht alltäglicher Brunnen in der Burg Abenberg

Laufbrunnen in Hirsau

Schwäbisch Hall im Hohenloher Land

Die Treppe – Ort der Freilichtbühne

In Hall

Zierbrunnen mit drei Röhren in Hall  – rechts an der Wand der Pranger.

Drei-Röhren-Brunnen, Detail

Drei-Röhren-Brunnen, Detail

Drei-Röhren-Brunnen, Detail

Die Comburg bei Schwäbisch Hall

Vereister Brunnen auf der Comburg

Die Comburg bei Schwäbisch Hall

Seltene Bilder – Wasser im veränderten Aggregatzustand

Winter – Aus Wasser wird Eis

Brunnen auf der Comburg – vereist

Die Kirche der Comburg

Brackenheim

Zierbrunnen in Brackenheim

Archaische Brunnenfigur ziert den Stadtbrunnen – die herkulesähnliche Gestalt ist ein Hinweis darauf, dass nur selten historische Persönlichkeiten Brunnen schmücken,  vielmehr sind es mythische Gestalten oder Fantasiefiguren.

Profaner Brunnen im Hof des Klosters Maulbronn –

der berühmte Drei-Schalen-Brunnen wartet hinter dicken Klostermauern verborgen.

Doktor Faust ziert den Brunnen seiner Geburtsstadt Knittlingen

Doktor Faust, Detail

Im Fachwerkgebäude ist das Faustmuseum untergebracht.

Festung Wülzburg (bei Weißenburg in Bayern)

Festungstor

http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BClzburg

Zisterne, eine von vielen im Mauerbereich

Brunnenanlage, Detail

Gedenksteine erinnern an Flucht und Vertreibung der Deutschen

aus den östlichen Siedlungsgebieten nach 1945.

Die Mauern der bedeutenden Festung

Die Festung diente als Gefangenenlager – dementsprechend groß war die Wasserversorgungsanlage dimensioniert und für mehrere Tausend Insassen ausgelegt.

Ein prominenter Häftling in der Festung Wülzburg war der General und spätere Präsident Frankreichs Charles de Gaulle.

Vor dem Rathaus in Weißenburg – ein Zierbrunnen!

Am Brunnen, Burg Hornberg

Röhrenbrunnen in Erbach im Odenwald

Zierbrunnen vor dem Rathaus in Volkach am Main

Typisch für Franken – ein schmucker Brunnen am Markt aus Muschelkalk oder Sandstein

Ebenso typisch – die Patrona bavariae, die Gottesmutter mit dem Christuskind.

Die Mainschleife von der Vogelsburg aus betrachtet

In Mainbernheim zur Osterzeit

Brunnen des Weinorts Iphofen am Fuße des Steigerwalds im österlichen Schmuck

Röhrenbrunnen in Hirsau im Schwarzwald

Vor Wertheim fließt die Tauber in den Main

Der Engelsbrunnen – ein Schöpfbrunnen aus der Renaissancezeit in Wertheim

Rothenburg ob der Tauber

Zierbrunnen in Rothenburg ob der Tauber.

Rothenburg ist eine Brunnenstadt.

Wie in anderen ehemaligen Freien Reichsstädten auch,

zeigt das Bürgertum, was es hat: Prachtbauten und Prunkbrunnen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Rothenburg_ob_der_Tauber

Prunkbrunnen im Herzen der Stadt Rothenburg am Marktplatz

Drachentöter Sankt Georg als Brunnenfigur

Das ist Rothenburg: zwei Türme, ein Fachwerkhaus und davor

ein Brunnen.

Geschmückter Stadtbrunnen

Laufbrunnen im ehemaligen Judenviertel

Die andere Sicht

Zierbrunnen, veränderte Persepktive (stadtauswärts)

Brunnen, Detail

Brunnenfigur

Ein weiterer Brunnen in Rothenburg

Brunnengottheit – Fabelwesen

Weikersheim

an der Romantischen Straße

Brunnen im Rosenpark

Das Schloss in Weikersheim

Zierbrunnen, Stadtmitte

Brunnen und Schloss

Einsamer Zecher – in Weikersheim an der Tauber

Brunnen in Weikersheim, Detail

Evangelische Kirche

Barockfiguren im Schlosspark

Freiburg im Breisgau

Brunnen in Freiburg im Breisgau

Zierbrunnen auf dem Markplatz in Freiburg

Waldenburg in Hohenlohe

Blick auf die Hohenloher Ebene von Waldenburg aus

Brunnen mit Phönix-Darstellung in Waldenburg

Schalenbrunnen in der Burg

Geschmückter Stadtbrunnen in Miltenberg am Main

Schwanen-Brunnen im Elsass

Stadtbrunnen in Münster, Elsass

Basel

Je reicher die Stadt, desto schöner die Brunnen

In der Altstadt von Basel gibt es einige davon

Zierbrunnen in Basel

Detail

Archaischer Laufbrunnen in Wolfsberg, Garina,  Banater Bergland, Rumänien

Brunnen in meiner Geburtsstadt Temeschburg, Timisoara, Rumänien.

Artesischer Brunnen vor dem Dom in Temeschburg

Überlebensgroß – die Berliner Pumpe!

Brunnen in Berlin, Zentrum

Brunnen in Berlin – Alexanderplatz

Brunnen in Berlin – Alexanderplatz, Detail

Zierbrunnen in Rottweil am Neckar

Brunnen in Ellwangen


Brunnen in Ellwangen

Brunnen in Alpirsbach

Brunnen in Ansbach

Brunnen in Lorsch in der Pfalz

Brunnen in Regensburg

Brunnen in Donauwörth

Brunnen in Donauwörth, Detail

Alter Pumpbrunnen, Waldenburg

Zierbrunnen in Nördlingen

Zierbrunnen in Nördlingen, Detail

Brunnen, Niedernhall – Salzsieder am Werk.

Aus dem Kochen (Verdampfen) der Sole entsteht “Koch-Salz”

Brunnen ( vor der Firma Gemü), Niedernhall, Detail

Bad Wimpfen

Zierbrunnen in Bad Wimpfen

Mächtiger Turm in der reizvollen Staufer-Stadt Bad Wimpfen am Neckar

Turm, Detail

Röhrenbrunnen in Bad Wimpfen

Burg Neuhaus bei Igersheim

Runie, Alte Festungsmauer Mauer, Detail

Umrisse verweisen auf einstige Größe

Festungsbrunnen

Der Tiefbrunnen – er sicherte die Wasserversorgung und Autarkie

Blick in die Tiefe

Farne im Brunnenschacht

Carl Gibson – Bücher zum Thema Wasser:

Carl Gibson, Publikationen zum Thema Brunnen, Trinkwasser.

Fotos: Carl Gibson

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Hundert Jahre russisch-sowjetische Geschichte zur Präsidentenwahl – Demokratie oder Diktatur?

Die „Matroschka“ – sowjetische Geschichte im Zeitraffer

 

Aus der Moskauer Puppenkiste – Hommage und Politsatire dargestellt in Wort und Bild als besinnende Relecture zur Präsidentenwahl in Russland am 4. März 2912.

 

 

Michael Gorbatschow geht voran – in eine neue Zeit!?

 

Michael Gorbatschow – vom späten Triumph der Freiheit

 

Glück stellt sich dann ein, wenn Wunder wahr werden, wenn lange geträumte Träume in Erfüllung gehen, wenn sich Wünsche und Aspirationen realisieren, wenn ein großes Fernziel erreicht ist und wenn entrückte Ideale Wirklichkeit werden.

An einem solchen Glücksmoment durfte ich gleich zweimal teilhaben in einem kurzen Leben. Im Jahr 1979, als nach jahrelangem Ringen um bürgerliche Freiheiten und Menschenrechte in einer der bittersten Diktaturen Osteuropas mein Ausbruch in die Welt der Freiheit möglich wurde – und dann ganze zehn Jahre später, in jenem denkwürdigen Herbst des Jahres 1989 noch einmal, als die Völker Osteuropas fast über Nacht die lange ertragene Tyrannei einer totalitären Weltanschauung abschüttelten und frei wurden.

Welthistorische Ereignisse rollten damals vor uns allen ab, fesselnd wie auf einer Kinoleinwand – doch sehr real und diesmal nicht tragisch wie in den verheerenden Weltkriegen und in den weitaus negativ verlaufenden Entwicklungen im Osten Europas während der Nachkriegszeit, sondern aufwärtsgerichtet im Geist der Freiheit auf eine vielversprechende Zukunft hin – als Wandel zum Guten. Nahezu unerreichbare Ziele und Ideale wurden Wirklichkeit. Alles, was in den selbst noch intensivst erlebten Tagen des Kalten Krieges unerschütterlich und für Tausende Jahre zementiert schien, stürzte, innerlich morsch geworden, über Nacht. Ein finsterer Despot wankte und fiel. Und vor meinen Augen vollzog sich im fernen Bukarest der Sturz der letzten Diktatur in Osteuropa, eine Gewaltherrschaft, die meine Existenz über Jahre geprägt und bestimmt hatte. Bald darauf wurde ich noch Zeuge des Zusammenbruchs des gesamten kommunistischen Systems in der sich auflösenden Sowjetunion, ja weltweit, einer Willkürherrschaft, die über Jahrzehnte den Frieden der Welt bedroht hatte. Freudig erschüttert und mit bebenden Herzen erlebte ich in kurzer Zeit gesellschaftliche Umbrüche kaum gekannten Ausmaßes, an dessen Ende die politische Freiheit und Selbstbestimmung ganzer Völker stand.

Der Motor dieser Realität gewordenen Utopie war Michail Gorbatschow. Er entfesselte die Lawine, deren Wucht das moralisch fragwürdige Gebäude des Weltkommunismus zum Einsturz brachte, indem er die „Menschlichkeit in die Realpolitik einführte“ – und indem er überall dort menschlich handelte, wo früher die Staatsraison waltete, die kühl berechnende Macht. Durch sein beherztes Handeln im Zaudern, die Mittel der Repression in voller Wucht einzusetzen wie seinerzeit Breschnew 1968 in Prag, wurde der damalige Präsident der Sowjetunion notwendigerweise zum unfreiwilligen Totengräber einer alten Struktur – und aus der Sicht konservativer Kommunisten sogar zum Verräter an den Idealen und Errungenschaften der einst glorreichen Arbeiterrevolution. Für Millionen Unterdrückte und Geknechtete des kommunistischen Machtbereichs jedoch avancierte er zum unbestrittenen Begründer, ja zum „Vater der Freiheit“ im Europa der Nachkriegszeit. Gorbatschow wurde, um es in pathetischer Würdigung eines symphonischen Kunstwerks auf den Punkt zu bringen, zur „Conditio sine qua non“ der Freiheit in Osteuropa. Ohne diese Persönlichkeit der Weltgeschichte sehe unser blauer Planet heute anders aus.

 

Michael Gorbatschow als Puppe.

Warten auf … den Retter!

 

Als sich vor nicht all zu langer Zeit, im Jahr 2003, erstmals die Gelegenheit bot, diesem „Retter der Welt“, denn nicht viel weniger war er in meinen Augen, von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten, Tuchfühlung aufzunehmen und ihm vielleicht im innigsten Dank für das Unterlassene die Hand zu schütteln, nutzte ich den Tag und die Gunst der Stunde und reiste nach Ludwigsburg.

Ludwigsburg, der königliche Lustgarten Württembergs, war eine vertraute Stadt. Früher, während den Anfängen meiner Studienzeit um 1983, als unsere Kulturzeitschrift nomen konzipiert und ediert wurde, kam ich regelmäßig in die alte Residenz. Nicht zum eigenen Plaisir oder um dem mondänen Lustwandeln zu frönen, das seit der Säkularisation auch die bürgerlichen Schichten des Volkes erfasst hat, noch um das architektonische Erbe eines rücksichtslosen Autokraten zu bewundern, der seine Untertanen bis nach Amerika verkauft hatte. Damals lockte das schöne Ludwigsburg eher als Stätte der Literatur, als künstlerischer Ort, wo sich Gleichgesinnte trafen, Intellektuelle und kreative Köpfe aller Art, hauptsächlich aber Literaturschaffende, Schriftsteller, Dichter und Kritiker. Sie kamen aus ganz Südwestdeutschland und hatten sich zu einer losen literarischen Gruppierung zusammengefunden, die unter dem bescheidenen Namen „Literateam“ fast so bekannt wurde wie anno dazumal die Schwäbische Dichterschule um Uhland, Schwab, Kerner und Lenau, dem schwarz gefiederten Raben aus Ungarn.

Alle paar Wochen trafen wir in uns ungezwungen in einer Schenke in der Innenstadt. In Lesungen wurden eigene Kreationen dargeboten. Die Teilnehmer diskutierten gemeinsamen Editionen, Anthologien und anstehende Projekte. Wie in solchen Kreisen üblich, lamentierten, polemisierten und stritten sie untereinander – doch mehr über literarische als über gesellschaftliche Themen und ganz im Geist einer dialektischen Streitkultur, die auf Erkenntnisgewinn setzt, ohne dabei persönliche Animositäten und künstlerische Rivalitäten hervor zu kehren. Kurz, alle lebten und erlebten das literarische Kunstwerk im kommunikativen Miteinander und im Dialog. Da mich seinerzeit als literarischer Ressortleiter der Zeitschrift nomen überwiegend Fragen und Kriterien literaturwissenschaftlicher Wertung beschäftigten, wurde ich von den meisten aktiven Lyrikern und Prosaisten des Kreises als „Kritiker“ wahrgenommen. Herbert, den Freund fürs Leben, hatte ich in jenem Umfeld zum ersten Mal als eigenwilligen Gedankenlyriker erlebt – und seine siebzehnjährige Tochter Iris, heute eine zunehmend bekannter werdende Malerin, die damals gerade mit dem Dichten begann. Doch das war zwanzig Jahre her!

Inzwischen war viel Wasser den Neckar hinab geströmt, und die Welt hatte sich in einer Art verändert, wie ich es mir, als ich noch im Kerker saß, in hoffnungsvollsten Vorstellungen nie hätte ausmalen können. Aus Ludwigsburg, der beschaulichen Barockresidenz mit Nebengebäuden, war eine richtige Stadt geworden. Und wie alle richtigen Städte der Neuzeit wirkte sie im Alltag unmusisch und laut. Wo war die prunkvolle Schlossanlage? Irgendwo hinter profanen Zweckbauten verborgen. Es dauerte eine Weile, bis ich sie wieder gefunden hatte. Zielstrebig steuerte ich auf die Veranstaltungshalle zu, wo das große Ereignis stattfinden sollte. Eine Viertelstunde später fand ich mich dann in einem großen Saal wieder, inmitten von Menschen, deren Blick erwartungsvoll auf ein Podest gerichtet war, das weiter unten auf der breiten Bühne aufgebaut den Mittelpunkt markierte. Sie warteten … und ich wartete mir ihnen, doch nicht wie früher so oft auf die rettende Hand der Gottheit, auf den „Deus ex machina“, sondern auf eine Gestalt aus Fleisch und Blut, auf einen Heros der Neuzeit und auf einen Charakter, der meinen Glauben an das Humanum bestärkt und mein Hoffen auf Wunder intensiviert hatte.

Neben mir ein bekanntes Gesicht – Michael, ein befreundeter Ökologe aus Bad Mergentheim, der als Umweltaktivist über einen Naturschutzverband die Einladungen zu der anstehenden Ehrung erhalten hatte. Nur galt die Ehrung nicht ihm, noch dem Erzengel mit dem Flammenschwert. Geehrt werden sollte „hier und jetzt“ der wohl bekannteste Namensvetter der Neuzeit – der andere Michael, jene politische Persönlichkeit von Weltformat, die seit Jahren nicht nur die Deutschen in den Bann geschlagen hatte – Michael Gorbatschow!

Eigentlich stand er seit seinem etwas ruhmlosen Abgang nicht mehr ganz so oft im Rampenlicht. Jelzin, der spätere Präsident des wie Phönix neu aus der Asche der Geschichte emporgestiegenen Russland, hatte ihn gedemütigt und entthront, indem er ihm Russland aus der Sowjetunion entführte. Ein Kaiser ohne Imperium war Michael Gorbatschow, als er ruhmlos abtreten musste wie schon andere Cäsaren vor ihm. Und trotzdem! Im Bewusstsein der Menschen blieb er präsent – als welthistorische Größe, die die Rosenspur der Neunten ermöglicht hatte. Zumindest in meinem Bewusstsein war dies so. Ein Zufall? Während des Wartens versuchte ich zurückzudenken und Gorbatschow in die lange Reihe der Führungspersönlichkeiten einzureihen, die das Gesicht der Sowjetunion seit den Tagen der Oktoberrevolution bestimmt hatten. Lenin, Stalin … Gorbatschow! Wo stand er in der Hierarchie? Er, der erste unter den Namen, der mir beim Aussprechen keinen Schrecken einjagte?

 

Russische und sowjetische Staatschefs im 20. Jahrhundert.

 

Die „Matroschka“ – sowjetische Geschichte im Zeitraffer

 

Entzündet an einem Reisesouvenir aus Moskau, hatte ich mich gerade erst vor wenigen Tagen mit dieser überragenden Persönlichkeit der Zeitgeschichte beschäftigt und, ein naives Abbild in den Händen haltend, über Gorbatschows Rolle in der Geschichte nachgedacht. Während eines Mittagmahls bei guten Freunden in Wachbach war mir ein originelles Mitbringsel aus Russland aufgefallen, ein Volkskunstwerk aus dem neuen, vielfach veränderten Russland. Es war eine Matroschka, im Westen auch als Babuschka bekannt – ein enigmatisches Präsent, das eines ist und auch keines ist, weil es bei näherem Erkunden in immer kleinere Gestaltungen zerfällt wie die Ringe einer Zwiebel in der schälenden Hand. Ideen kommen auf und verfliegen mit jedem neuen Bild. Vielleicht, um auf diese heiter amüsante Weise eine philosophisch tiefsinnige Botschaft zu vermitteln als leiser Hinweis auf die Vergänglichkeit der Dinge, die da nur flüchtig sind, um zu verkümmern und bald im Nichts zu entschwinden, je mehr man sich Kern und Wesenheit nähert.

Nur verkörperte jene Babuschka in meinem Händen nicht wie gewöhnlich eine altrussische Puppenmatrone im Bauerngewand, sondern, die identitätsbestimmende Tradition krass parodierend, eine politische Variation. Auf jeder Hülle erschien das Konterfei eines Führers der einst „glorreichen Sowjetunion“, beginnend mit dem Revolutionär Lenin bis in die neueste Zeit mit Präsident Vladimir Putin als Endpunkt. Putin, der neue starke Mann Moskaus auch heute noch, von dem sogar zu befürchten ist, dass er das Rad der Geschichte noch einmal zurückdrehen könnte, als Winzling! War das kein Sakrileg? Oder verwies die frivole Parodie auf die neue Freiheit hinter den Kremlmauern?

 

Putin – der starke Mann in Russland.

Als ich das grell bemalte Riesenei aus leichtem Ahornholz zu entpacken begann und angestrengt mit etwas Geschick die naiv bemalten Weichholzschalen staunend auseinandernahm, fühlte ich mich in eine Zeitmaschine versetzt, die mich rasend schnell ein Jahrhundert zurückkatapultierte, hinein in die Zeit der Oktoberrevolution, wo der Winterpalast gestürmt und alle Romanows bald danach unmenschlich exekutiert worden waren; schon fühlte ich mich zurück- und hinein versetzt in das postzaristische Russland Lenins, Trotzkis und Stalins, wo einst eine für viele Millionen Osteuropäer verhängnisvolle Entwicklung ihren Anfang genommen hatte.

Indem es Lenin nach Russland lotste und den bolschewistischen Aufruhr mit substanziellen Geldmitteln stützte, hatte das Deutsche Reich als Geburtshelfer einer neuen Ära mitgewirkt. Unbeabsichtigt hatte es dabei mitgeholfen, die Weltanschauung des Kommunismus für viele Jahrzehnte zu instaurieren, kurz bevor es selbst an sozialistischem Streben und kommunistischen Umtrieben zerbrach. Es quietschte beim Drehen der Eierschalen aus Lindenholz. Und jeder Schauerton brachte neue Gesichter hervor – neue Physiognomien mit neuen Bildern und hundert Assoziationen.

Es war ein Ausflug in die „Geschichte der Sowjetunion“ im Zeitraffertempo, was sich mir darbot: rote Geschichte, blutrote und blutige Geschichte: Den Anfang als dickstes Ei machte „Lenin“, der Ahnherr und Begründer der Sowjetunion und ihr unbestrittenes ideologisches Haupt, Vorbild für Generationen bis zum Fall des Weltreiches in jüngster Zeit! Er bildete übergroß und mächtig die äußere Hülle des synthetischen Zwiebelrings. Sein Schädel hatte die Größe eines Straußeneis.

 

Lenin – geschrumpft …

wie die Ideogie des Welt-Kommunismus.

In Wladimir Iljitschs hohlem Bauch folgte dann, immer noch gewaltig erhaben als Ei eines Aasgeiers, die eigentliche Ausgeburt der bolschewistischen Revolution: der Menschheitsverbrecher avant la lettre „Stalin“. Die Fratze des Stählernen ließ mich zurückschrecken – als Albtraum: „Väterchen Stalin“, bei dessen erlösendem Tod Millionen weinten, war ein zynischer Tyrann übelster Ausprägung, ein Diktator ohne Erbarmen, der unter den hundert Völkern der Sowjetunion noch schlimmer gewütet hatte als außerhalb der Staatsgrenzen im Krieg. Es war das schnauzbärtige Zerrbild des Bösen als Gesicht eines Diktators, der nur noch mit einem „Untermenschen der Menschheitsgeschichte“ verglichen werden kann, mit einem Wahldeutschen, dessen Name in den Ohren ganzer Völker so schrecklich klingt wie alles, was mit Stalinismus assoziiert wird, in den eigenen. Wer war der größere Verbrecher: Hitler oder Stalin? Eine Frage der Perspektive, auch aus historischer Sicht? Die gesamte Biografie dieses menschlichen Zerrbildes war eine Verbrechergeschichte – von Anfang an. Und der „Terror“, den er verbreitete, selbst im Kreis seiner engsten Angehörigen war schlimmer als die Angst vor dem Tod.

 

Stalin

Vaterländischer Held und Menschheitsverbrecher!?

Aus sicherer Distanz heraus setzte ich die Entblätterung fort. Dem Stählernen folgte die rein physisch imponierende Puppe eines Apparatschiks mit freundlichem Gesicht. Es war der immerhin schon weitaus liberalere Chruschtschow, der ungeachtet uneingeschränkter Parteiloyalität trotzdem den Mut aufbrachte, die vielfachen Verbrechen Stalins offen zu legen, eine Vergangenheitsbewältigung anzuregen und den Entstalinisierungsprozess einzuleiten. Chruschtschow, ein agrarischer Mensch, der dem Bauer und dem Rindvieh näher stand als orthodoxer Marxistendoktrin, hatte eingesehen, dass eine Weiterentwicklung der Sowjetunion nur nach Überwindung des stalinistischen Systems durch breite gesellschaftliche Reformen erreichbar ist. Ideologisch zwar weniger verbohrt als seine Vorgänger und nach wie vor schnöder Machtpolitiker des Kalten Krieges brachte er die Welt an den Rand eines alles vernichtenden Atomkriegs. Doch durch ihn wurde auch das „Phänomen Solschenizyn“ möglich – und mit dessen Wirken eine Welle der Aufklärung über die Welt des Kommunismus hinter dem Eisernen Vorhang, ein erster Anflug von Glasnost und Perestroika. Ahnten meine Gastgeber, was in meinem Kopf vorging, im Schädel eines Entsprungenen? Wohl kaum! Wer die Heilslehre des Kommunismus nicht auf eigener Haut erlebt hat, der kann auch nicht wissen, was der Kommunismus wirklich war. Sowjetischer Imperialismus und osteuropäische Geschichte sind für viele Menschen des Westens unbekannte, siebenfach versiegelte Themen.

 

Chruschtschow – Njet oder Da?

Das bemalte Lindenholz wurde leichter.

Die nächste Enthüllung förderte Leonid Breschnew an das Licht der Welt, einen behäbigen Partei- und Staatschef, der als kühler Machtzyniker alten Schlages in die Geschichte einging. Er stand für den Status quo im Ostblock, für das lodernde Prag und für einen auf Ewigkeiten zementierten Weltkommunismus. Stets hatte ich in ihm nur ein lebendes Fossil gesehen, eine Mumie, deren mentale Trägheit und Unbeweglichkeit für die Kontinuität der Unterdrückung im gesamten Ostblock verantwortlich war. Er war der gnadenlose Puppenspieler, der die Marionetten tanzen ließ, Ceauşescu und Honecker, Gierek, Husak, Kadar und Schivkov – alle nach seiner Façon! Panzer und brennende Märtyrer – das war sein Vermächtnis!

 

Leonid Breschnew

An meinen Augen huschten noch einige Schreckensgesichter vorbei, Führer der Sowjetunion, doch Figuren des Übergangs wie der einstige KGB-Chef Andropow und der Parteisoldat Tschernenko. Ihre Namen waren so blass wie ihre Taten. Kaum einer erinnert sich noch ihrer flüchtigen Erscheinung.

Tschernenko

Erst spät in der Zeitordnung immer deutlicher zusammenschrumpfender Puppenfiguren erschien als Kulminationspunkt dieses Ritus der Enthüllungen der Mann mit dem Stigma am Haupt, der Gezeichnete, an dem mein Blick viel länger haften blieb. Der Auserwählte? Es war die einzige Ikone mit humanem Antlitz: „Michael Gorbatschow“.

 

Michael Gorbatschow und die Tradition

Nur war er in jener Puppen-Ordnung bereits winzig ausgefallen, verschwindend klein, zum Taubenei reduziert, zum Friedenstauben-Ei und kaum noch zu unterscheiden von den ihm nachfolgenden Jelzin und Putin.

Was hatten die von seiner wahren Größe?

Nichts!

Boris Jelzin

Boris Jelzin, der Restaurator Russlands, der alten Macht als Reich der politischen und wirtschaftlichen Ohnmacht, schien als schmächtiger Schrumpfkopf durchaus seinem „historischen Wert“ zu entsprechen. Wenn ich an ihn dachte, sah ich das Bild einer angeheiterten, sinnenfreudigen Barockgestalt, die unter den Augen eines lachenden Bill Clinton dionysisch enthemmt auftanzt und nach dem Ewig Weiblichen greift, statt nach den Sternen.

Doch ich erinnerte mich auch des überzeugten Halbdemokraten, der irgendwann einmal auch wahre Größe gezeigt hatte, in einer glücklichen Stunde der Geschichte, als er mutig antrat und vom Panzer aus von idealistischen Antrieben bestimmt zum Widerstand gegen totalitäre Restaurationsbestrebungen aufrief, während sein Ziehsohn Putin, der unbemerkt die Stalin-Statuen ausgraben und aufs Podest stellen ließ, mir künftige Rätsel aufgab. Als „Mann des alten Systems“ und der KGB-Ordnung stützte er mit Geld und Macht den Stall, aus dem er kam, den Geheimdienst, das mächtige Militär dahinter, die eigenen Familien und ein Heer von neuen Oligarchen, während die große arme Menge applaudieren durfte wie eh und je.

Alle Ikonen russischer Neuzeit standen bald vor mir in Reih und Glied auf dem weißen Tischtuch als makabre „Geschichte der Sowjetunion“ von Alpha bis Omega. Doch mich faszinierte nur eine Puppe: die mit dem Zeichen!

War er der Auserwählte? Der von Gott Gesandte, der Retter? Michael – nomen est omen, auch in diesem Fall? Lange betrachtete ich die Gestalt in der merkwürdigen Ordnung, die die Werte verschob. Eine Ironie der Geschichte?

Gorbatschow als Endpunkt? Oder stand er für einen neuen Anfang, für ein demokratisches Russland und für ein Entlassen der Völker in die Souveränität und Freiheit? Manche, die den Untergang der großen Sowjetunion bedauerten, waren anderer Meinung.

 

Ein Gezeichneter – Gorbatschow.

 

Wer zu „Späth“ kommt, den bestraft kein Leben!

 

Jetzt, im Saal, in der Erwartung der historischen Ausnahmepersönlichkeit, waren die Reflexionen wieder präsent. Etwas unruhig sah mich um. Der Einklang freudiger Erwartung bestimmte die Menschen im Saal. Viele der Anwesenden hatten die gerade erst abgelaufenen Entwicklungen noch nicht vergessen. Die Emotionen waren noch wach und drängten sich wieder auf. Der Fall der Mauer – das Ende des Reiches des Bösen. Sie alle hatten die Abläufe der Wiedervereinigung erlebt, auf ihre Weise, mit deutschen Augen und mit deutschem Herzen erfühlt. Und weil es Deutsche waren, interpretierten sie auch den Lauf der Geschichte, die ihnen die nationale Einheit wieder schenkte, nicht nur rational, vielmehr aus dem Gefühl heraus. Plötzlich wurde es still im Festsaal.

Unten, vor den Augen der Menge, betrat Michail Gorbatschow die Bühne. Frei und souverän als große Gestalt der modernsten Weltgeschichte.

Nach Hegel und Nietzsche bestimmten die großen historischen Individuen den Lauf der Weltgeschichte – die Cesare Borgias der Neuzeit, die Napoleons … War Michael Gorbatschow einer von ihnen? Oder entsprach er doch eher dem Typus des großen Humanisten nach dem Renaissancemenschen, der aus tieferen ideellen Beweggründen wirkt und schafft?

Freundlich in die Menge lächelnd und gewandt schritt er über die Bühne zum Podest hin, wo er nach erfolgter Laudatio auch zu den Menschen sprechen sollte. Doch wer würdigte seine Verdienste hier und heute? Späth, Lothar Späth? Einer, der diesmal nicht zu spät kam und dafür auch nicht vom Leben bestraft wurde? Fast hätte ich ihn vergessen, denn neben Gorbatschow wirkte der oft gut gelaunte und witzige Ministerpräsident der Badener und Schwaben außer Dienst, den ich sonst sehr schätzte, so nebensächlich und fast trivial!

Gorbatschow bestach und war so bescheiden und menschlich wie immer. Einige seiner tieferen Züge, die auf ihre Weise mein Schreckensbild des Russen korrigierten, hatten mich immer schon berührt. Sie hatte ihn mir, den seinerzeit mächtigsten Mann des kommunistischen Weltreiches, in unbestimmter Erinnerung an den eigenen Vater, intuitiv sympathisch erscheinen lassen, von Anfang an, bereits zu einem Zeitpunkt, als andere in ihm noch den „cleveren“ Public Relations-Künstler sahen, ihn gar in die Nähe des NS-Demagogen Joseph Goebbels rückten.

Mit dem Herzen sehen, ihn über die eigene Wesenheit zu erfassen, das schien mir bei Michael Gorbatschow der wahre Weg zu sein. Gorbatschow war mir einst im Traum erschienen, gleich nach seinem Antritt als Lenker des Sowjetreiches, wohl als Projektion eigener Erwartungen – als herbeigewünschter messianischer Hoffnungsträger, als positive Rettergestalt, als weißer Ritter, voller Zuversicht, in fernster Erinnerung an den triumphierenden Erzengel Michael, der sich über die Bestie erhebt, zu dem ich oft als junger Ministrant in der Dorfkirche hochgesehen hatte, wenn ich frühmorgens auf Knien die Litanei absolvierte. Das Humane seines Wesens erwuchs aus dem Gesicht, dessen milder, Vertrauen schaffender Ausdruck die künftigen politischen Handlungen schon vorwegzunehmen schien. Und jetzt stand dieser Hoffnungsträger, an dem zeitweise das Schicksal Europas, ja selbst der Welt hing, als später Triumphator vor uns.

Michael, mein Begleiter neben mir, strahlte – auch ich war tief erregt. Die Macht des Augenblicks nahm alle ein. Manch ein Anwesender aus Ludwigsburg und der Region um Stuttgart hätte das Idol gerne umarmt, nicht nur Frauen, und ihm, dem Russen, die Hände geschüttelt. Die alte Völkerfeindschaft zweier Weltkriege schien für alle Zeiten vergessen und aufgelöst. Es war wie eine freie „Unio mystica“ der Masse mit einer Idee – ein Zusammenfall der Gegensätze, eine „Coincidentia Oppositorum“ lange getrennter Welten. Enthusiasmus lag in der Luft – unmittelbare Begeisterung.

 

Vom Zar zu Putin.

 

Sprache der Herzen

 

Die Menge applaudierte, als er seine Appelle vortrug und zu den Menschen sprach, spontan und natürlich – aus dem Herzen. Sein Ruhm war ihm vorausgeeilt wie seine Taten, die diesen begründeten. Es war ein cäsarisches Auftreten im freundschaftlichen Forum. Michael Gorbatschow hatte schon gesiegt und gewonnen, bevor er gekommen war. Jetzt ging es nur noch um das Ernten der reifen Früchte, um den späten Lorbeer, der ihm hier – wie überall im wiedervereinten Deutschland – zufiel, während ihm der Dank der Heimat versagt blieb.

Hier im liberalen Südwesten war er wirklich willkommen. Seine entspannte und erfüllte Mimik verriet es, dass er dies auch fühlte. Hier, in Deutschland, war er zwar nicht daheim, doch zumindest in einer Wahlheimat und unter Menschen, die ihm zugetan waren. Wieder warf ich meinem Begleiter Michael einen nach Bestätigung der eigenen Gefühle zielenden Blick zu, ohne dabei weiter an die Namenskoinzidenz zu denken oder an die mythische Rettergestalt der Bibel. Michaels gütiges Gesicht strahlte vor heller Begeisterung, ohne sich im Ausdruck von anderen entzückten Gesichtern abzuheben; ob jung oder alt – die unmittelbare Freude war greifbar. Es war ein kurzes Aufleuchten der Humanität in einer immer noch schwer verfahrenen, wenn auch schon besser gewordenen Welt. Eine natürliche Begeisterung erfüllte den Saal, in dem eigentlich nichts ablief, in dem sich nichts ereignete als ein „Akt des Bestaunens“ und des „Staunens über den Gang der Geschichte“, deren Fortgang nicht nur von Ideen bewegt wird, sondern auch vom Gefühl für das Richtige zum richtigen Zeitpunkt aus dem Geist des Humanum.

Die ganze Gestimmtheit des Raumes wurde nur von einer Person getragen, von einer weltgeschichtlichen Größe, die mit der gleichen Natürlichkeit in die deutsche Provinzstadt gekommen war, wie sie den heimatlichen Kaukasus bereiste. Gorbatschow, ein Ausstrahlungsphänomen an sich, wirkte durch die bloße Präsenz. Ein Nimbus war da, der nicht gesehen, doch gefühlt wurde. Die Herzlichkeit der Menschen verwies darauf.

Vielleicht hätte Hegel beim Anblick der Menschen in diesen Hallen das Walten des Weltgeistes vermutet und Kant den Wink von den Sternen auf den ewigen Frieden. Für Augenblicke schienen sich göttlicher Weltwille und Individualwille zu durchströmen zu einem harmonischen Ganzen, aus welchem das Böse gebannt war. Eine Illusion? Die Menschen hielten den Atem an – überall gelöste Spannung. Etwas vom Hauch der großen Geschichte durchwehte den Saal und erfüllte für kurze Zeit die ehemalige Residenzstadt, die schon manche gekrönte Häupter gesehen hatte, selbst Tyrannen und heimische Sklavenhändler.

Als der Ritus der Ehrung vollzogen war, löste sich die allgegenwärtige Spannung in stürmischen Ovationen – wie nach einer großen Operngala. Die Menschen klatschten rauschenden Beifall und tobten teilweise vor Verzückung – und dies lange Jahre nach Gorbatschows relativ glanzlosem Abtritt. Sie würdigten damit auf ihre Weise die Tat einer Persönlichkeit, die der Weltgeschichte einen neuen Lauf gegeben hatte. Immer noch beeindruckt und gebannt von der besonderen Stimmung im Saal überflog ich die Menge und musterte intuitiv die aufgehellten Gesichter – es waren überwiegend schwäbische, deutsche Gesichter. Und was ich erkennen konnte, das war Dankbarkeit; reinste, innigste Dankbarkeit.

Die Menschen um mich herum, junge und alte Leute, bunt gemischt, mit Videokameras und Fotoapparaten ausgestattet, beeilten sich, den „Nachklang der Weltgeschichte“ für immer einzufangen, das hautnahe Erleben eines besonderen Menschen, der das Gesicht der Welt zum Positiven hin nachhaltig verändert hatte. Sie blickten auf einen leicht gerührten, immer noch sehr menschlichen, ehemaligen Staatschef der Sowjetunion, auf einen Charakter aus einer Welt, die Präsident Reagan als das Reich des Bösen bezeichnet hatte.

Und sie sahen Bilder: Vielleicht sahen sie vor ihrem geistigen Auge, wie der Stacheldraht durchschnitten wurde, wie Grenzen durchlässig wurden – und sie erlebten vielleicht in innerer Sicht, wie Steine wankten und wie die Mauer fiel; und sie fühlten, wie die große Freiheit, getragen von beethovenscher Musik, sich ihren Weg bahnt: „Freiheit schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium“ … Friedrich Schiller, der Sohn aus dem kleinen Marbach am Neckar gleich um die Ecke, hatte in Worten verdichtet, was Beethoven inspirierte, lange nachdem Schiller der unfreien Karlsschule entflohen war. Dieser humanistische Geist großer Individuen wirkte hier – Gut und Böse in Versöhnung erlösend.

Weltgeschichtliche Ereignisse wurden für Sekunden zurückgeholt und erfüllten die Herzen der Menschen. Viele waren gerührt – auch ich, ein Abgebrühter, dessen Tränensäcke fast schon ausgetrocknet waren. Schließlich gehörte ich mit zu jenen, deren Ideal sich erfüllt hatte, zu jenen, die die Freiheit schauen durften, auch das Gelobte Land, das andere Eden, die es betreten und genießen durften über die allseits präsente Freiheit. Das war eine späte Satisfaktion der Geschichte – eine Genugtuung der menschlichen Existenz: das Realität gewordene Humanum.

Der ehemalige Staats- und Parteichef der bereits aufgelösten und in viele Einzelstaaten zerfallenen Sowjetunion Michael Gorbatschow war als Haupt seiner Stiftung nach Ludwigsburg gekommen, um für diese einen Preis, eine Ehrung, entgegen zu nehmen. Er kam für das „Grüne Kreuz“, das er als ökologische Initiative alternativ zum „Roten Kreuz“ begründet hatte, um den Menschen zu signalisieren, dass unsere gesamte Welt noch viel mehr Mitverantwortung für unsere lebenswichtige Natur und Umwelt nötig hat. Diese Initiative sah er ganz in der Tradition der gesamtpolitischen Verantwortung für die Welt, die ihm einst als Staatsmann wichtig war; und die ihn bewogen hatte, so zu handeln, wie er handelte, indem er für die Sache der Freiheit eintrat und sie in seinem Einflussbereich ermöglichte. Das Grüne Kreuz, dessen Symbolik bei mir so manche Assoziationen wachrief, fand den höflichen Beifall der schon lange ökologisch sensibilisierten Menschen – doch ihre eigentliche Begeisterung galt dem großen Staatsmann, der als Apologet und Vollender politischer Freiheit in die Weltgeschichte eingehen wird.

 

Die Zeit der Chamäleons ist angebrochen – aus frommen Kommunisten wurden orthodoxe Kapitalisten.

P.S. Die oben beschriebene “Matroschka” war nicht mehr aufzufinden – inzwischen gehen die Uhren anders in Russland – doch die Russen haben ihren Humor bewahrt.


 
 

©Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten

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Muss Bundespräsident Christian Wulff zurücktreten? Skandal erschüttert deutsches Präsidialamt – “moralische Integrität” und Werte im Alten Europa

GELD oder MORAL? Werte und Wertewandel in Europa.

Mit kleinen Schritten in den verhängnisvollen Kreislauf von Bestechlichkeit und Bestechung:

Pecunia non olet!? Oder?

  Deutsche Flagge im Wind

Der Fall Christian Wulff aus moralischer, staatsphilosophischer und wirtschaftsethischer Sicht.

Chronologie der Halbwahrheiten und Lügen aus Schloss Bellevue, Berlin

Schloss Bellevue – Sitz des Bundespräsidenten in Berlin. Hier residiert – immer noch – der moralische Versager Christian Wulff.

  Deutsches Parlament, Berlin

Quo vadis, Germania?

“Jeder hat seinen Preis”, sagt man … seit Jahrtausenden.

Auch die Mächtigen,

ja gerade die Mächtigen,

weil sie die Macht haben und

weil sie Einfluss ausüben können.

Die Mächtigen steuern den Gang und Lauf der politischen Entscheidungen über Einflussnahme, ganz egal ob sie Berlusconi, Chirac, Kohl, Bush oder Wulff heißen, in der Freien Welt ebenso wie im fernen Japan, bei Putin in Russland oder in Saudi Arabien.

Geld regiert, mehr Geld regiert noch besser.

Und Geld stinkt nicht!

Das wussten schon die Römer! Oder stinkt Geld doch?

Was ist los im Bundespräsidialamt – nach dem disharmonischen Abgang Horst Köhlers im Zorn?

Horst Köhler schied aus dem Amt, weil ihm die “moralische Integrität” wichtig war, weil ihm die “moralische Integrität” über alles ging!

Und Christian Wulff, der Realpolitiker und Moralapostel aus der CDU?

Als Berufspolitiker, Beamter und Ministerpräsident musste er sich der Tasache bewusst sein, dass ein “günstig” verzinstes Privatdarlehen einen “Vorteil” darstellt!

Weshalb ging er nicht zur Bank – wie jeder kleine Mann?

Geben ist seliger, denn nehmen, sagt man!

Aber man erwartet etwas! Eine Gegenleistung!?

So beginnt der Kreislauf von Bestechlichkeit und Bestechung! 

Sind deutsche Beamte bestechlich?

Unterscheiden wir uns in Deutschland nur noch graduell von “oligarschischen Systemen” à la Russland, wo mit viel Geld brutale Politik gemacht wird?

Zur Verdeutlichung der Thematik eine kleine Geschichte aus meiner Studenten- bzw. Hilfwissenschaftler-Zeit in Würzburg, (wo ich seinerzeit als nebenberuflicher Wissenschaftler Mitarbeitervereidigt” wurde; später dann noch einmal als “wissenschaftlicher Mitarbeiter” der Stadt Bad Mergentheim.

Seinerzeit nahm ich die Pflichten ernst, getreu meinem Vorbild Prof. Dr. Theo Meyer an der Uni, dessen Assistent ich war.

Eines Tages kam ein Student aus Asien in die Sprechstunde von Professor Meyer- mit Promotionsabsicht. Er brachte – im Einklang mit den heimatlichen  Sitten seines Geburtslandes – einige kleine Geschenke mit, einige Teebeutel als Aufmerksamkeit gedacht.

Professor Meyer, der ein überzeugter Demokrat und treuer Beamter war,  reichte das fast wertlose “Geschenk” unmittelbar danach an das Sekretariat weiter, mit dem Hinweis,

das Beamtengesetz des Bundes bzw. des Freistaates Bayern gestatte keinerlei Vorteilsannahme.

Kleine Geschenke erhalten bekanntlich die Freundschaft, sagt man!

Was ist klein? Was ist groß?

Millardenbetrüger (Flowtec-Skandal) in Baden-Würtemberg sollen einem Finanzbeamten einen nagelneuen VW-Golf vor die Tür gestellt haben?( Siehe: FlowTex-Skandal: http://de.wikipedia.org/wiki/FlowTex )

Das  ist Korruption!

Wo beginnt sie?

Wie klein dürfen die Geschenke sein?

Der Student aus Asien, sonst im Literaturwissenschftlichen kaum begabt, wollte als Doktorand aufgenommen werden!Mehr nicht! Der Tee war nur ein Mittel zum Zweck – wie bei Machiavelli und Cesare Borgia!

Was dachte sich  Christian Wulff dabei, als es ihm um seinen Vorteil ging?

Wollte und wie wollte er sich revanchieren?

Und kannte Christian Wulff als Ministerpräsident von Niedersachen das Beamtenrecht?

Bestimmt!

Und doch war ihm der Vorteil wichtig, das eigene Wohlergehen im eigenen Haus, in der Hoffnung,

dass alles im Verborgenen bleiben würde.

Dass die Sache mit dem günstigen Privatkredit von einem Unternehmer weder rechtlich noch moralisch einwandfrei war, dass musste der Mann, der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland werden wollte und wurde, wissen.

(Gab es eine geheimes Zusatzprotokoll im Vertrag? )

Was ist die Gegenleistung eines Ministerpräsidenten, ja eines Bundespräsidenten, der einem Unternehmer “noch eine Gefälligkeit schuldet”.

Wo bleibt der gesunde Menschenverstand des sonst so empathischen CDU-Politikers Christian Wulff?

Was wird aus einer “moralischen Integrität”, wenn er mit soch einem Negativ-Beispiel vorangeht …

und sich nicht einmal etwas Böses dabei denkt?

Honi soit qui mal y pense!

Die Moral von der Geschicht:

Bundespräsident Wulff wird wohl zurücktreten müssen

auch wenn er sich noch ziert wie einst Karl-Theodor zu Guttenberg, der berühmteste Plagiator Europas, heute Bestseller-Autor, der seinerzeit noch auf “moralische Entrüstung” setzte.

Was der “kleine Mann” zu halten hat, dass muss auch der Bundespräsident in der Demokratie

oder:

Quod licet Jovi non licet bovi?

 Wulff hat moralisch eklatant versagt – er muss die Konsequenzen ziehen und gehen.

Das schuldet er der demokratischen Kultur in diesem Land.

Worum stelle ich als freier Bürger diese Fragen öffentlich?

Ein Philosoph muss fragen stellen, kritische Fragen, wenn gelogen und getäuscht wird, aber jeder andere kritische Bürger muss es auch!

(Nicht wie ein Bekannter, der während seines Beamtendaseins in Loyalität zum Staat seine Meinung verbarg und der nun auch heute solche Themen nur in den eigenen Wänden im vertrauten Kreis erörtert – aus Sorge um die Altersversorgung!)

Wenn wir den Weg der kleinen Schritte in die Korruption in Deutschland billigen,

werden wir dort landen,

wo Berlusconi, Papandreu, Putin und andere ihre Nationen hinführten –

im Sumpf –

in mafiotischen Strukturen, die das Ende der Demokratie bedeuten.

 Europas Flagge im Sturm

Inzwischen steht wohl fest, dass der CDU-Politiker Christian Wulff seinerzeit gegen das Ministergesetz des Landes Niedersachsen verstoßen hat.

Nach dem Gesetz darf ein Ministerpräsident keine verbilligten Darlehen in Anspruch nehmen.Das ging bereits durch die öffentlich-rechtlichen Medien.

Der bekannte Staatsrechtler ( und Parteienkritiker)Professor Hans von Arnim hat sich bereits dezidiert dazu geäußert und die entsprechende Passage kommentiert.

Nach seiner Auffassung hat Christian Wulff in der Tat gegen das Ministergesetz verstoßen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Herbert_von_Arnim

Der “geldwerte Vorteil”, den Finanzbeamte oft dem “kleinen Mann” in allen möglichen Konstellationen andichten und nachweisen wollen, ist hier im Fall Wulff eindeutig zu erkennen.

Christian Wulff ging nicht wie jeder andere Bürger auch zur Sparkasse oder zur Volksbank, um sich ein Darlehen zu besorgen,

sondern zu einem privaten Sponsor, der bereit war, ihn zu fördern – mit privaten Mitteln!

Das mag in einer Bakschisch-Republik wie Pakistan oder Afghanistan üblich sein, aber nicht in der Bundesrepublik Deutschland Anno Domini 2010.

Wer verkennt den Interessenkonflikt?So wird die politische Kultur zerstört!

Christian Wulff hat sich  ( erneut) empfänglich gezeigt,

ohne moralische Skrupel,

ohne zu bedenken, dass ein Mensch und Politiker zwischen Moral und Geld entscheiden muss.

Somit kleinen Gesten und Gefälligkeitenbeginnt die Korruption, auch in Deutschland.

Und es war nicht das erste Mal, dass Wulff gut gemeinte Gefälligkeiten annahm,

Privilegien, die Gegengefälligkeiten erwarten lassen als Kompensation.

Den Flug erster Klasse glich Wulff finanziell erst aus, als die Angelegenheit publik wurde.

“Der nicht ertappte Dieb ist ein ehrlicher Mann”, besagt ein Sprichwort.

 So agiert also unser Bundespräsident.

Lothar Späth, ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg trat zurück, 

als seine von der Wirtschaft gesponserten Flüge bekannt wurden.

Er handelte moralisch und entschied sich für die Wirtschaft, aber gegen die Politik,

weil die Amoralität in der Politik im demokratischen Staat nicht geduldet werden darf.

Christian Wulff aber klebt am seinem Bundespräsidenten-Sessel,

ohne die Tragweite seiner nicht moralischen Handlung zu erkennen.

Das ist politisch kurzsichtig und zeugt von einem rücksichtslosen Willen zur Macht, im Grunde aber schadet solch ein Verhalten dem Präsidenten-Amt und dem Staat, der demokratischen Republik.

Es kommt jetzt nicht mehr darauf an, wie der Ältestenrat des Landtages von Niedersachsen das Verhalten des Bundespräsidenten Christian Wulff wertet oder was die – oft heuchlerische – Opposition dazu meint.

Fakt ist:

Die moralische Ebene reicht aus, um einen Rücktritt zu begründen – über strafrechtliche Implikationen hinaus.

Europa ist ein System der Werte, das nur bestehen kann,

wenn die Werte als politische Basis erhalten bleiben.

Werden die Werte der Gemeinschaft durch unprinzipielle Praktiken einzelner Politiker oder Parteien torpediert und destruiert, dann ist Europa als Gemeinschaft bald am Ende.

P.S. am 19. Dezember 2011:

Einige Politiker aus dem CDU- und FDP-Lager wollen den – aus ihrer Sicht wohl unmündigen – Bürgern bzw. dem Wählervolk klarmachen, es sei nicht besonedrs spektakulär,

den Präsidenten der Republik ( mit Anhang?) in Privatgemächern über Tage und Wochen “umsonst” zu beherbergen, zu versorgen, zu verwöhnen etc.

Wer kennt die Leute aus der Finanzbranche, die Wulff bewirteten … und dies in der Zeit nach der globalen Finanzkrise mit Bankenrettungen auf Steuerzahlerkosten?

Ist das kein unmitelbarer Lobbyismus a la USA?

In der Wirtschaft  ist das bei Geschäftsanbahnungen so üblich, besonders im Ausland, weil man ein “Gegengeschäft” erwartet, Profite erwartet.

Aber in derPolitik?

Wohin führt das Ganze, wenn solche Politik-Praktiken nun auch in Deutschland Schule machen?

Wertewandel auch hier?

Ins Negative?

Wollen wir etwa die “Werte”, die in Griechenland bei Geschäftsabschlüssen im Rüstungsbereich bei Mitwirkung einzelner Spitzenpolitiker (Minister) üblich waren, nun auch in Deutschland, ja europaweit “salonfähig” machen?

Es ist ein Skandal!

Allein der Gestus, Einladungen dieser Art mehrfach angenommen zu haben reicht aus, um Christian Wulffs Rücktritt als Bundespräsident moralisch zu legitimieren.

Viele Menschen in Deutschland leben ein Leben lang in extremer Armut und unter Verzicht, 

weil sie den “aufrechten Gang” nicht aufgeben wollen,

weil sie sie nicht verbiegen wollen,

weil sie es ablehnen, auch nur einen Teebeutel als “Geschenk” anzunehmen,

weil ihnen Anstand und Würde wichtig sind,

und weil sie – über das Christentum hinaus – humane Werte anders definieren als der christliche Politiker Christian Wulff,

der immer noch kein Unrechtsbewusstsein an den Tag legt und den Rücktritt vom hohen Amt im Staat ablehnt.

Ich schäme mich in einem Land zu leben, wo die Politik – aus reiner Machterhaltung heraus  – schamlos wird!

Solch einen Zynismus konnte der Begründer dieser Geisteshaltung Diogenes von Sinope sich bestimmt nicht vorstellen!

Ergänzung am 20. Dezember 2011:

Inzwischen wurde bekannt, dass der umstrittene Finanzakteur Carsten Maschmeyer

http://de.wikipedia.org/wiki/Carsten_Maschmeyer

die Verbreitung eines Buches über Christian Wulff über Zeitungsanzeigen in fünfstelliger Höhe (42 000 Euro) gefördert haben sollen.

Das ist ein Versuch der Vereinnahmung eines Spitzenpolitikers und ein nicht ganz legitimer Eingriff in die politische Meinungsbildung während des Wahlkampfes..

Es ist ein Beweis, dass einige Kreise der Wirtschaft von ganz bestimmten Politikern etwas erwarten.

In den Vereinigten Staaten ist die Praxis des Lobbyismus üblich und offen – hier in Deutschland hingegen fehlt noch viel Transparenz oder wie der ehemalige Präsident Michail Gorbatschow es einst für die Sowjetunion forderte:    

GLASNOST und PERESTROIKA.

Bundespräsident Christian Wullf, dessen Glaubwürdigkeit inzwischen beschädigt ist, 

sollte sich öffentlich äußern!

Noch vor der Weihnachtsansprache!

Doch es geht nicht nur um die Person des Berufspolitikers Christian Wulff –

es geht vielmehr um das Prinzip,

um die mögliche Vereinahmung von Politikern bzw. Volksvertretern durch Konzerne und bestimmte Kreise der Wirtschaft.

Die “moralische Entrüstung” der Kollegen – auch aus der Opposition – ist recht gering, weil manch einer “im Nebenberuf” und über “Mandate” mit der Wirtschaft “verbandelt” ist und nicht unerheblich dazu verdient. 

21. Dezember: Die Wahrheit kommt scheibchenweise ans Tageslicht.

Bundespräsident Wulff hat nun doch selbst mit dem “Freund” und privaten Darlehensgeber verhandelt.

Daraufhin war dieser im Tross des Präsidenten auf einer Auslandsreise in Asien (China, Indien).

Zufall? Wer es glaubt, wird selig!

Weshalb hat AWD-Gründer und Multimillionär Carsten Marschmeyer nicht den Betrag von 43 000 Euro in die Veröffentlichung von Büchern mittelloser Autoren gesteckt oder sonstige Kunst oder Wissenschaft gefördert, sondern ein PR-“Werk” über den Politiker Christian Wulff?

Das Unwort “Hannover-Connection” macht schon die Runde, selbst in der ARD.

Einzelne Akteure aus der Wirtschaft versuchen es ungeniert, deutsche Spitzenpolitiker zu korrumpieren, zu vereinnahmen – nach Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, der auch von  Carsten Marschmeyer gesponsert wurde, nun auch ChristianWulff!?

Die aus Kripo-Verhören bekannte Salami-Taktik, nur zuzugeben,  was gerade faktisch belegt und bewiesen wurde, wird Wulff weiter in Bedrängnis bringen, seine Glaubwürdigkeit endgültig zerrütten, dem Amt und der politischen Kultur schaden und die allgemeine Politikverdrossenheit erhöhen.

Die Unterstützer-Stimmen (u. a. aus der Klientelpartei FDP und aus der CSU) verhallen fast ungehört. Während Graswurzeljournalisten und kleine Blogger mit ihrem Dagegehalten kaum Resonanz finden, werden zumindest die kritischen Positionen des Staatsrechtlers Hans Herbert von Arnim (Link oben)  ernstgenommen.

Harren wir  also der Dinge, die da noch kommen werden und warten wir auf “neue Enthüllungen” und “neue Erkenntnisse” – bzw. auf konsequentes Handeln danach.

Jetzt, wo Kardinal Meisner aus Köln, ein ranghoher Repräsentant der Katholischen Kirche, in Wulff nur noch einen “armen Sünder” erkennt, der sich hat bestechen lassen, scheint es endgültig aus zu sein für den deutschen Bundespräsidenten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Meisner

Die Katholische Kirche Deutschlands scheint wohl eine möglicherweise heuchlerische “Weihnachtsansprache” des Bundespräsidenten Christian Wulff nicht mittragen zu wollen!?

Also bleibt nur noch die “Resignation” im eigentlichen Sinne des Wortes – und politisch: der Rücktritt!

Inzwischen überschlagen sich die Ereignisse:

Laut Staatsanwaltschaft Hannover sollen neun Bundesbürger Strafanzeige gegen Bundespräsident Christian Wulff gestellt haben.

Sie scheinen das Handeln des Staatsoberhaupts zu missbilligen, namentlich das Annehmen eines vergünstigten Darlehens als Staatsdiener und die Gratis-Urlaubsaufenthalte bei Bekannten im Ausland.

Für viele aus dem Millionen-Heer der Beamten in diesem Staat wären ähnliche Handlungsweisen existenzbedrohend gewesen, solches Vorgehen wäre scharf geandet worden und hätte zum Verlust der Stellung geführt. ( Siehe die Geschichte mit dem Teebeutel weiter oben).

Vor dem Gesetz sind doch alle gleich – oder?

Zusatz-Kommentar am 3. Januar 2011 auf der Blog & Chat-Seite des ZDF; dort schrieb ich folgenden Kurzkommentar:

 

http://www.heute.de/ZDFforum/foren/heute/F7676/msg3093468.php

Maulkorb für Journalisten? – Druck schafft Gegendruck

Horst Köhler ging, weil er Moral hatte.

Christian Wulff muss gehen, weil er keine Moral hat –
bzw. nur eine Selbstbedienungsmoral.

Er klebt an der Macht und will sie behalten, obwohl er – unglaubwürdig geworden – der Bundesrepublik schadet.

Schlimm ist, dass Wulff den deutschen Journalisten einen Maulkorb verpassen will!

Druck aus dem Präsidialamt? Das erinnert an die Willkür autoritärer Systeme und ist zutiefst undemokratisch.

Seit bekannt ist, dass Wulff Vorteile annahm, fordere ich seinen Rücktritt. Auch fühle mich nicht mehr vertreten und schäme mich für diese Art der Amtsführung.

[…]

Deutsche und europäische Werte basieren auf “moralischer Integrität” – verfällt diese, dann wird die politische Kultur ihr bald folgen.

Zum Stand der Dinge am 4. Januar 2012:

Auf der Seite des ZDF habe ich ( als mündiger Bürger) gerade den Rücktritt Christian Wulffs als Bundespräsident eingefordert.

Ja, es reicht!

Die Angelegenheit ist zu ernst, um sie nur “humoresk” anzugehen. Es mag sein, dass Schriftstellern vergeben wird, wenn sie gelegentlich lügen oder ihre “moralische Integrität” nicht genau  überprüft werden  kann. Bei”Volksvertretern” aber gelten andere Maßstäbe, jenseits von Fiktion. Dort zählen Fakten und Handlungsweisen.

“Der Rücktritt Christian Wullfs als Bundespräsident ist überfällig

Christian Wulff  ist das Kaninchen, das von Kanzlerin Angela Merkel aus dem Hut gezaubert und ins hohe Amt katapultiert wurde – aus Gründen der Staatsräson und gegen erheblichen Widerstand selbst aus den eigenen Reihen.

Wulff, ein bis dahin eher blasser und unpopulärer Landespolitiker, wurde zum “ersten Diener im Staat” erhoben, nachdem der aufmüpfige, im Volk aber respektierte und populäre Vorgänger Horst Köhler aus prinzipiellen Überlegungen zurückgetreten war.

Was machte Wulff aus dem Amt?

Er nutzte es, um Privilegien für sich durchzusetzen. Die Vergütung eines Bundespräsidenten reichte ihm wohl nicht? Hybrishaft wollte er schnell mehr. Und hybrishaft verstieg er sich, indem er Druck ausübte und gegen im Grundgesetz verankerte Rechte verstieß, Bürgerrechte, als deren Verteidiger er hätte auftreten müssen. Sein Handeln disqualifiziert ihn, das Amt des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland länger auszuüben.

Wullfs Rücktritt fordere ich öffentlich auf meinen Blogs seit dem 17. Dezember.

Seit der Bekanntgabe der Druckausübung auf die freie Presse mehren sich die Rücktrittsforderungen – selbst aus den eigenen Reihen.

Präsident Wulff ist durch seine Nichtaufklärung zur Karikatur verkommen, ja zur „Witzfigur“ ( laut Vera Lengsfeld, CDU).

Aus Dutzenden – hier – veröffentlichten Kommentaren zur Thematik spricht Enttäuschung. Viele Bürger teilen die Sorge, bisher gültige Werte und Normen könnten zerfallen und mit ihnen die gesamte politische Kultur in diesem demokratischen Staat.

Wie argumentieren die Verteidigger Wullfs? Sie verweisen auf das „Menschliche-Allzumenschliche“ nach dem Motto: „Nobody is perfect“!

Ja, auch ein Bundespräsident ist ein Mensch, aber auch einer „mit Prinzipien“!?

Wer an Anstand und Würde festhält, scheidet aus dem Amt, wenn es zu Interessenkonflikten kommt, insofern er ein Gewissen hat. Alles andere ist zynisch, rücksichtlos und vom unbedingten Willen zur Macht geleitet – das führt, als Deutsche wissen wir es, zur Aushöhlung der Demokratie  und weg vom Rechtsstaat. 

Die Enttäuschung der Bürger ist echt – Wulff, der einst im Fall Gerhard Schröder – Gazprom (2006?) mit erhobebem Zeigefinger an Ethos und Moral appellierte, sollte nun auf die Stimme des Volkes hören und endlich zurücktreten.”

Nach dem Interview mit Christian Wulff:

Der Bundespräsident hat Gesetzesverstöße zurückgewiesen. Doch wo bleibt die “moralische Integrität”? Die beiden Journalisten Schausten (ZDF) und Deppendorf (ARD) hätten fragen sollen, ob Wulff “moralisch versagt hat. Danach wurde leider nicht gefragt. Das Amt des Bundespräsidenten aber lebt von der “moralischen Integrität”. In dieser Debatte geht es um Werte, um Ethik und Moral als Grundlage demokratischer Politik.

Wulff hat abgebrüht heuchlerisch und aalglatt routiniert versucht, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf zu ziehen – wie einst Lügen-Baron Münchhausen. Mich hat das deutsche Staatsoberhaupt nicht überzeugt. Wulff soll zurücktreten.

5. Januar 2012:

Laut einer repräsentativen Umfrage der ARD lehnt die Hälfte der Bundesdeutschen (50 Prozent) Wulff als Bundespräsident inzwischen ab. Ergo sollte er abtreten.

Im Internet, wo sich die kritischen Köpfe tummlen und ihre “Meinung” noch relativ “frei äußern, lehnen nahezu 90 Prozent der Kommentatoren  diesen selbstherrlichen und selbstgerechten Präsidenten ab, der sich in eine Opfer-Rolle hinein stilisiert.

Christian Wulff hat ein “moralisches Problem” – vox populi vox dei –

Christian Wulff sollte auf die Stimme des Volkes hören und den politischen Willen des Souveräns respektieren – noch vor einem möglichen “impeachment”!

Ein Hauch von “Watergate” über Deutschland – Wulff hat die “moralische Tragweite” seiner Verfehlungen noch nicht erkannt – http://www.heute.de/ZDFforum/foren/heute/F7676/msg3095312.php – wo bleiben die Stimmen der Moralapostel aus den Kirchen und die Interpretationen der Staatsrechtler und Moralphilolophen der Alma Mater? Von der Politik ist nicht viel zu hoffen – denn viele Abgeordnete sitzen im gleichen Boot mit ähnlichen moralischen Implikationen.

Die Bild-Zeitung will die Mailbox mit der Botschaft Wulffs veröffentlichen. Der Bundespräsident sitzt nun in der Falle, eine Situation, die er im Interview selbst provoziert hat. Stimmt er der Veröffentlichung nicht zu, wird er gänzlich unglaubwürdig.

Wer sich mit der Bild-Zeitung anlegt, hat schon verspielt, auch wenn es der “Präsident” ist – das ist ein ” A priori”, denn bei der “Bild” sitzen die Meinungsmacher der Nation, Akteure, die – nicht ohne Eigeninteresse und politische Hintergedanken – die breiten Massen erreichen.

Apropos Bundespräsident der Bundesrepublik: gemessen an der Macht-Stellung des amerikanischen oder französischen Präsidenten ist das deutsche Staatsoberhaupt lediglich ein – hoch dotierter – Zeremonienmeister.

6. Januar 2012 – Drei König:

Die Maskerade in Berlin geht weiter. Bundespräsident Wulff ignoriert das deutsche Volk und macht, was er will. So ging es einst in den kommunistischen Dikaturen des Ostblocks zu, in der Sowjetunion und in den Bananenrepubliken Lateinamerikas und Afrikas, wo das Volk einfach übergangen wurde.

Der selbstherrliche Berlusconi stellte Italien auf den Kopf und führte – flankiert vom Werteverfall in Griechenland  – Europa an den Abgrund, indem die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen torpediert wurden.

Jetzt macht Christian Wulff von der CDU ähnliche Dinge in Deutschland. Er führt die Werte der Demokratie ad absurdum und schafft es sogar apolitische Bürger zu täuschen.

Kritische Journalisten halten dagegen – jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten. Obwohl ich schon längst nichts mehr sagen will, mache ich weiter, hier auf meinen Blogs und in den Kommentaren auf der Seite des ZDF und auf Facebook.

Viele Menschen flüchten in den Sarkasmus, aus Enttäuschung, aus Resignation – doch wir sind das Volk und dürfen nicht aufgeben. Das lehrt uns die Geschichte.

Unser Bundespräsident Christian Wulff lügt und lügt und lügt –
vor 11 Millionen vor den Bildschirmen der ARD und ZDF – ohne Konsequenzen?
„Lügen haben kurze Beine“, sagt man im Volksmund!
Und bereits im Kindergarten singen die Kleinen: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, wenn er auch die Wahrheit spricht“ –

Von “Moral” hält ein „Wolf im Schafsfell“ bekanntlich nicht viel – auch nachdem die Gesellschaft erkannt hat, dass sie den „Bock zum Gärtner“ gemacht hat.
Wenn die Politikerkaste (mit  möglicherweise ähnlichem „Dreck am Stecken“) diesen notorischen Lügner und Täuscher nicht abwählen will, dann soll es das Volk tun – in einer Volksbefragung, sonst leidet bald die gesamte Republik.
Christian Wulff repräsentiert die Bundesreplik Deutschland nich mehr mit „Anstand und Würde“. Politiker, die ihn trotzdem decken, billigen die „Lüge“ und tragen die Lügen mit. Die Verabschiedung von „Werten“, von Ethos und Moral aber führt Deutschland und Europa in den Untergang.

Soviel nur ganz kurz, nachdem Bild-Zeitung und “BW-Bank” der Darstellung des Bundespräsidenten im Fernsehinterview widersprochen haben.

Die Angelegenheit ist ernst – wann hat das Volk endlich “die Schnauze voll”?
Stehen Politiker über den Dingen – und einige “Juristen” gar über den Gesetzen? George Orwells Big Brother lässt grüßen … und die Willkürherrschaft moderner Diktaturen!
Sind wir noch das Volk? Der Souverän?

Die Kanzlerin stellte sich heute demonstrativ hinter Wulff – nach meiner Einschätzung ist das falsch.

Man soll nie in ein fallendes Messer greifen ( never touch a falling knife) und auch nie ein totes Pferd reiten sagt man in Amerika, an der Wall Street und im Indianerzelt der Sioux in den Black Hills , North Dakota.

Wulff jetzt noch zu stützen, ist m. E. ein großer Fehler der sonst so klugen und tüchtigen “Eisernen Kanzlerin” Angela Merkel – ich befürchte, sie wird mit Wulff stürzen!

Dann haben wir neben der Staatskrise auch noch eine Regierungskrise!

Ist Angela Merkel amtsmüde und will sie sich so galant verabschieden?

Weitere Kommentare bei Facebook und auf ZDF ( moderiert, sie erscheinen leider nicht zeitnah, sondern manchmal mehr als 24 Stunden verzögert)  unter:

Maulkorb für Journalisten:

http://www.heute.de/ZDFforum/foren/heute/F7676/msg3093468.php

Pecunia non olet:

http://www.heute.de/ZDFforum/foren/heute/F7676/msg3094411.php

Vox populi vox dei:

http://www.heute.de/ZDFforum/foren/heute/F7676/msg3093945.php

Präsident Wulffs Rücktritt ist überfällig:

http://www.heute.de/ZDFforum/foren/heute/F7676/msg3095312.php

Ja, es reicht:

http://www.heute.de/ZDFforum/foren/heute/F7676/msg3095693.php

Die Heuchelei im Schloss Bellevue geht munter weiter. Christian Wulff tut so, als sei nichts geschehen.

Der Bundespräsident will zur Tagesordnung übergehen und weitermachen, einfach so,

obwohl die Hälfte aller Deutschen – das sind mehr als 40 Millionen Bürger – ihn als Staatsoberhaupt ablehnen.

Er habe einen “schweren Fehler” eingestanden – basta!

Das ist zynisch.

Das ist gewissenlos.

So regierten Honecker und Ceausescu.

Ein Glück nur, dass die freie Meinungsäußerung in diesem Land noch funktioniert.

Hier ein weiterer Kommentar auf der Seite des Zweiten Deutschen Fernsehens ( ZDF) aus meiner Feder:

Lügen haben kurze Beine:

http://www.heute.de/ZDFforum/foren/heute/F7676/msg3096836.php

7. Januar 2012:

Die Parteispitzen von CDU, CSU und FDP, das bürgerliche Lager also, suchen angeblich bereits nach einem Nachfolger für Christian Wulff. Gut so – es geht nicht anders.

Iustitia fundamentum regnorum? Nicht nur Recht und Gesetz bilden die Grundlagen der Regentschaft im Staat, sondern Moral, Ethos und die Summe der Werte, Naturrecht, Menschenrecht und göttliches Recht, die alle der “positiven Setzung” vorausgehen. Das sollte der Jurist Wulff wissen. Kein Staat kann sich ein Staatsoberhaupt leisten, das nicht mehr glaubwürdig ist. Wenn das oberste “Vorbild” im Staat, der Präsident, gegen “traditionelle Werte” verstößt, gegen Normen, die  er selbst hochgehalten hat, dann lassen sich diese bürgerlichen Werte in der Gesellschaft nicht mehr vermitteln – das führt zu Sodom und Gomorra und zu Anarchie. 

Sigmar Gabriel von der SPD hat den Namen Joachim Gauck als Präsidentschaftskandidat und Wulff-Nachfolger wieder ins Spiel gebracht, für den Fall, dass dieser resigniert.

Eine gute Alternative!?

Joachim Gauck als Bundespräsident – das wäre ein Zeichen der inneren Versöhnung nach der krassen Zäsur, die jetzt durch das deutsche Volk geht.

Gauck würde ganz Ostdeutschland erheblich aufwerten – und die friedliche Wiedervereinigung der Deutschen. 

Gauck hat das Format einer Persönlichkeit mit „Charisma und Augenmaß“, während  ChristianWulff nur ein blasser, hochgedienter Berufspolitiker war und ist.

Die Polen setzten  auf Lech Walesa, die Tschechen auf Vaclav Havel und machten die weltweit geachteten, ehemaligen Bürgerrechtler zu ihren Präsidenten, eben um ein Zeichen zu setzen:

Prinzipien gegen Opportunismus.

Joachim Gauck stand zwar nicht an der Spitze der Bürgerrechtsbewegung in der ehemaligen DDR, aber er war immerhin eine Persönlichkeit der antikommunistischen Opposition und ein kritischer Vertreter der evangelischen Kirche.

Wulff hatte seine Chance – er hat sie elend  in einem Akt von Hybris verspielt, indem er die Meinungsfreiheit, eine heiliges Recht in der Demokratie, über Druckausübung gängeln wollte. So hat er nicht nur das Heer der Journalisten gegen sich aufgebracht, sondern fast die Hälfte des deutschen Volkes.  

Wir brauchen einen weitaus besseren Präsidenten in Deutschland als Wulff, wenn Politikverdrossenheit und Radikalisierung nicht noch weiter zunehmen sollen. Die Kommunisten riefen ihre Gegner einst selbst auf den Plan, indem sie Gesetze beugten und Werte missachteten. Die Entwicklung droht nun in Deutschland ebenso, ja in ganz Europa, wenn es so weitergeht wie im Fall Wulff.

Zum Thema Amtenthebungsverfahren ( in Amerika: Impeachment):

Impeachment? –

Vor Tagen verwies auch ich auf diese Möglichkeit.

Homo homini lupus – der Mensch ist dem Menschen ein Wulf ( nach Hobbes).

Ein Hauch von “Watergate” liegt in der Luft. Nixon, der selbstherrliche Gesetzesbrecher als US-Präsident, wollte seinerzeit auch mit Einflussnahme via Druck verhinderm, das die ganze Wahrheit ans Licht kommt. Nichts als die “volle Wahrheit” zählt. Keine Manöver, keine Täuschung, keine spitzfindige Interpretation.

Es ist gut, dass sich viel Bürger zur Wehr setzen. Demokraten müssen agieren – über die eigenen vier Wände hinaus – öffentlich und im Klartext der “offenen Gesellschaft”.

8. Januar 2012:

Wulff bleibt uneinsichtig – er will seine Vergehen aussitzen, noch mit dem Segen der Abgeordneten  des deutschen Bundestages.

Die Demonstration gestern – mit dem gezeigten Schuh – vor Schloss Bellevue hat den abgebrühten Berufspolitiker wohl nicht beeindruckt.

Ungeniert macht er weiter – schamlos! Zynisch!

Eine Schande für das Amt und für Deutschland.

Jetzt ziehen wir mit dem jemen gleich? Oder?

Wulffs Versagen imAmt  -Alles Schnee von gestern?

Ich jedenfalls werde nichts vergessen – und einige alte Schuhe habe ich auch noch. 

Wollen wir  das Erschleichen von Ämtern und Privilegien sowie die Gaunerei in der Politik hoffähig machen? Aussitzen geht nicht – das ist nicht länger akzeptel, nicht zu tolerieren.

Sonst verweigern bald alle anderen Staatsdiener auch Pflicht und Gehorsam.

Was wird dann aus diesem Land – ein Refugium für Amigos? Ein Sodom oder Babylon?

10. 12. 2012 –

Einige Reaktionen meinerseits ( auf Facebook) auf die Berichterstattung von WELT ONLINE zu neuen Entwicklungen im Fall Wulff:

Investigativer Journalismus machte „Watergate“ möglich – die gute Sonne und kritische Journalisten werden noch einige verborgene Fakten und Wahrheiten an den Tag bringen.

Buenos dias, Amigos? Beziehungen und Netzwerke zwischen Wirtschaft und Politik – very welcome?

Sag’ mir, wer dein “Freund” ist … und ich sage dir, wer du bist!

Eine alte Weisheit … Nietzsche würde sagen, zu viel “Gemeinschaft” macht irgendwann gemein … und Putins „Freund“ Schröder: Wasch mir den Pelz, doch mach mich nicht nass … wer unter Wölfe geht, muss mit ihnen heulen – honi soit qui mal y pense.

Das Problem ist: Zu viele Politiker haben “Dreck am Stecken”. Deshalb traut sich kaum einer, Wulffs Rücktritt laut zu fordern.

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus,

besagt ein Sprichwort – und die Wölfe verstehen sich gut, solange die Hackordnung stimmt und jeder seine Vorteile hat – alles Kalkül in der Politik – es bestimmt der Wille zur Macht, nicht zur Moral!

Transparenz? Glasnost und Perestroika auch in Deutschland?

Im russischen Wort “Glas- nost” steckt das deutsche Wort „Glas“ – also Durchsichtigkeit in allen Bereichen der Gesellschaft?

Glück und Glas – wie schnell bricht das, Herr Wulff!?

  

 Der Reichstag mit der gläsernen Kuppel

Der “Reichstag” in Berlin hat eine „gläserne Kuppel“ – ein Zeichen für Transparenz und Volksnähe. Christian Wulff – was hat er zu verbergen? Und die anderen Politiker in Amt und Würden? 

Diese Affäre ist nicht auszusitzen – das hohe Amt hat bereits Schaden genommen – und mit ihm die Republik.

Tacheles reden ist angesagt, schon lange, Klartext!

Wir brauchen eine Katharsis in der Politik, eine Reinigung:

der Persilschein – das ist die “moralische Integrität”jedes Bürgers und Politikers im Amt –

Deutschland, ein Lügenmärchen?

Das brauchen wir nicht!

Die Selbstbedienungsmentalität der Politiker ist eine Sackgasse –

Selbstversorgung, Nepotismus, Klüngelei, Filz, Vitamin B, Protektion, etc.  –

das kennen wir aus dem Vatikan der Borgias, aus der FDP und aus den Bananenrepubliken der Welt. In Deutschland sollte die moralische Messlatte höher liegen als in den Bunga-Bunga- Staaten Süd-Europas. 

  Reiter-Standbild Friedrichs II.

Spießrutenlaufen in Berlin, Schloss Bellevue Anno Domi 2012 –

Friedrich der Große lässt grüßen!

Der Empfang des Diplomatischen Corps – eine peinliche Groteske.

Wulff mutet sich und uns viel zu – doch das Spiel ist aus.

Wer zockt, muss auch verlieren können und endlich abtreten.

Wulff diskreditiert die eigene Partei CDU und die Kanzlerin dahinter.

Es ist zu befürchten, dass CDU und FDP morgen wieder die legitimen Fragen der SPD blockieren werden im Versuch, alles unter den Teppich zu kehren.

Das ist ein bürgerlicher Werteverfall, der sich gewaschen hat.

Das kann nur ins Auge gehen – für das gesamte konservative Lager.

Die FDP, eine Klientelpartei” in Auflösung”, inzwischen nennt man sie auch die 2-Prozent-Partei, führt sich selbst ad absurdum.

Die 400 Antworten, die Wulff dem Volk noch nachreichen wollte, bleibt er vorerst schuldig. 

Er tut so, “als ob”! Ungeniert und schamlos!

Kritischer Bürger auf der Suche nach den “Volksvertretern” und den abhanden gekommenen Werten.

Quo vadis, Germania?

11. Januar 2012:

Ja, quo vadis, Germania? Wohin gehst Du, treibst Du, Deutschland?

Wohin lenken Dich die Walter der Gesellschaft jenseits von Glaubwürdigkeit und Vertrauen? Auf Irrwege wie einst oder in eine lichte Zukunft?

Wulff hat sein – dem deutschen Volk gegebene – Wort gebrochen – aus der in ARD und ZDF vor 11 Millionen Deutschen  zugesagten Transparenz und Offenlegung aller Details wird  wohl nichts?

Ist Wulff als Bundespräsident noch tragbar?

Eine tragische Groteske, die nur Komiker belustigt? Le Grand Macabre?

Ich werde die heikle Materie, die „grundsätzlicher Natur ist“ und an der das Schicksal Deutschlands hängt, weiter beobachten und fortschreiben – bis zur Lösung.

„Weshalb machst du das“, werden einige fragen.

Weil ich davon überzeugt bin, dass Schriftsteller und Philosophen sich einmischen sollten, wenn Unrecht geschieht, wenn Vertrauen verspielt und Werte vernichtet werden – aus reinem Machterhalt heraus.

Das Allgemeinwohl und die Geschicke der Gesellschaft dürfen nicht allein Berufspolitikeren überlassen werden – alle Bürger müssen wachsam bleiben und die Politik an den Taten müssen.

Wer wortbrüchig wird, muss gehen – sonst diskreditiert er durch sein amoralisches Verhalten  auch die Anständigen in der Politik.

Zum Thema Witze und Satire gegen Wulff, die die Spötter gar ins Gefängnis bringen können:

Das erinnert fatal an die Praktiken von Stasi, Securitate und KGB im Kommunismus –

wer verhöhnt hier wen? Wulff das Volk oder das Volk den Bundespräsidenten?

Über die Präsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog, Karl Carstens zirkulierten keine Witze – und es gab auch keine Vorwürfe.

Weshalb wohl?

Wenn Harald Schmidt in der ARD nach Gusto spotten darf, dann dürfen es auch die Bundesbürger im Netz … mit Witz und Geist, doch nicht unterhalb der Gürtellinie –

Der von Christian Wulff ausgelöste Werteverfall schadet der “Republik” mehr als beißender Spott als freie Meinungsäußerung.

Wollen wir zurück in die Gängelung durch den Staat und seine repressiven Organe?

“Hering, Hering, so fett wie der Göring” – das rief ein mutiger Fischhändler in Hamburg, bis die Gestapo anrückte.

Die Nazis vertrugen nämlich keinen Spott – und doch gab es mutige Bürger, die gegen Heuchelei und Lug in Politik und Gesellschaft ankämpften.

Viele, auch  im kommunistischen Osteuropa, bezahlten ihre aufrechte Haltung mit ihrem Leben – oder sie gingen für ihre Überzeugung ins Gefängnis und ins KZ.

12. Januar 2012:

Wulff klebt immer noch am Amtssessel, in der CDU bröckelt die Solidarität,Folgekandidaten werden genannt und man besinnt sich auf die moralischen Paradigmen Theodor Heuss sowie Richard von Weizsäcker. Es rumort im Reichstag …  in der Presse und im Volk:

Richard von Weizsäcker – die hohe Messlatte in Sachen Moral!

Wie weit ist Christian Wulff von diesem Paradigma entfernt!?

Die Welt ist zwar komplexer geworden, doch auf die Moral können wir nicht verzichten.

Wulff soll endlich die Konsequenzen aus seinem vielfach fehlerhaften Verhalten ziehen und zurücktreten.

Die Zeit ist längst reif und der Rücktritt überfällig.

Christian Wulff agiert wie Karl Theodor zu Guttenberg: Er bleibt so lange im Amt, bis man ihn hinauswirft! –

Über diese Geschichte wird nie Gras wachsen.

Vox populi vox dei?

Nur die Arroganten und Selbstherrlichen in der Politik verkennen die Stimmung im Volk, die auch von ihren Abgeordneten ausgesprochen werden muss.

Brauchen wir in Deutschland Politiker vom Typus  des Karl Theodor zu Guttenberg und Christian Wulff?

Ich nicht. Sonst müssten all diejenigen, die ihr Leben in Anstand und Würde lebten, sich selbst infrage stellen.

Den einen wirft man zur Vordertür hinaus und zur Hintertür will er bald wieder hinein – das ist die frech ungenierte Manifestation des Willens zur Macht in der Politik jenseits von Ethos und Moral.

So agierte – frei nach Machiavelli – Silvio Berlusconi zum Schaden der Republik Italien.

Demagogie vom Feinsten!

Wollen wir das Modell auch in Deutschland wiederholen?

Das Feuer lodert seit Wochen – wo bleibt die Feuerwehr?

In der Tat – einige dieser Typen und Prototypen werden sicher in die Geschichte eingehen,

Gerhard Schröder, ehemaliger Bundeskanzler,

Freund Putins und längst in russischen Diensten,

Christian Wulff …

und andere … – nur als was?

Bei soviel Eigenlob der Niedersachsen Landesvertretung in Berlin sollte man stutzig werden …

Deutsche Nationalflagge über Schloss Bellevue

Theodor Heuss – der erste deutsche Bundespräsident:

(Detail, Heuss-Denkmal in Brackenheim)

Zum Stand der Dinge am 21. Januar 2012.Immerhin fordern inzwischen die GRÜNEN aus Niedersachsen Wulffs Rücktritt,

nach neuen Enthüllungen.

Und Gregor Gysi von DIE LINKE schließt sich an.

Was für mich seit dem 17. Dezember feststeht, setzt sich langsam auch auf politischer Ebene durch. Christian Wulff sollte abtreten, er sollte von Bord gehen, auch wenn er  nie ein Lotse war.

Die Harmonisten aus der Koalition ( à la Kauder) finden wenig Anklang – nur noch ein Drittel der Bundesdeutschen steht angeblich zu Bundespräsident Wulff, während die SPD in Niedersachsen gar eine Klage gegen den noch amtierenden Präsidenten ins Auge fasst.

Typen und Prototypen? (Mein Kommentar dazu steht oben!)

Was unterscheidet einige Niedersachsen von den alleskönnenden Schwaben?

Sie sprechen hochdeutsch, sonst können sie nicht viel! 

23. Januar 2012:

Christian Wulffs seltsamer Umgang mit der Wahrheit irritiert seit Wochen weite Teile der bundesdeutschen Bevölkerung.

Und trotzdem macht der Bundespräsident auf die gleiche Art weiter – zum Schaden der politischen Kultur in Deutschland.

Mit scheinheiliger Mine beteuert Wulff, auch als Ministerpräsident immer “nach bestem Wissen und Gewissen” ausgesagt zu haben. Dies, eigentlich eine leicht durchschaubare Allzweck-Ausrede und Floskel, wird zur “salvatorischen Klausel” für alles, was vorher schon unwahr war und was jetzt als unwahr, als gelogen, feststeht.

Bundespräsident Christian Wulff klammert sich immer noch an juristische Spitzfindigkeiten plumper Art, zu einem Zeitpunkt, wo längst intellektuelle Redlichkeit  und innere Wahrhaftigkeit angesagt wären.

Das schafft noch mehr Verdruss und Überdruss an einem zähen Berufspolitiker, der trotz vielfacher Fehler nicht aus dem Amt weichen will. Moralisch betrachtet ist das ein Debakel für die gesamte Republik, die in die Radikalisierung führt.

Einige Bürgerrechtler und Dissidenten haben im Kommunismus erfahren, wie ein System sich seine Gegner heran zieht, züchtet, durch eigenes Versagen und Inkompetenz – das haben wir nun in Europa ( Griechenland, Italien) und leider auch schon in Deutschland – wollen wir die Messlatte der Moral einige Stufen absenken — bis zur Bunga Bunga -Gesellschaft?

Apropos Politiker- Kommentare zur Causa Wulff:

DIE LINKE hält sich bemerkenswert schüchtern zurück – nur Renate Künast von den GRÜNEN redete Klartext und legte gestern ( 22 Jan.) Wulff nahe, so bald wie möglich aus dem Amt zu scheiden.

Kanzlerin Angela Merkel stützt ihren Kandidaten Wulff  immer noch – aus Gründen der Staatsraison, das ist m. E. ein großer Fehler. Sie könnte mit Wulff stürzen!

Wenn ein Politiker als Verfechter von Werten und Moral bis ins höchste Amt im Staat aufsteigt, und später – aus Eigensucht und Machtgier –  die gleichen Werte desavouiert, destruiert, dann muss er abtreten.

Schon die Bereitwilligkeit, Geschenke und Privilegien aller Art annehmen zu wollen, reicht für einen Rücktritt.

Wohin Käuflichkeit, Bestechlichkeit, Korruption, Vitamin B, Filz, Klüngelei, Nepotismus etc. führen, haben uns die Kommunisten und ihre Nachfolger ausreichend bewiesen – in die Entrechtung der Opfer, die das Nachsehen haben.

Der Ehrliche ist der Dumme – und der nicht ertappte Dieb ist ein ehrlicher Mann!

Nur Wulff wurde beim Lügen mehrfach erwischt, gestellt – also weg mit ihm aus Schloss Bellevue!

“Moralische Integrität” ist ein Apriori in der Demokratie. Was Willkür bedeutet, wissen einige von uns – als wehret den Anfägen … und der Fisch stinkt vom Kopf her … nicht nur  auf dem Balkan!

 31. Januar 2012:

Neue Enthüllungen der ARD in der Causa Wulff schaden dem Amt und der Republik. Anschuldigen und Rücktrittforderungen – aus den Reihen der Grünen – werden schärfer. Es wird immer peinlicher – So steuert man kein Schiff in schwerer See!

Dieser “Kapitän” sollte endlich  “von Bord gehen” und die tragisch-komische Maskerade beenden!

Als Herta Müller als Kandidatin der Bundesrepublik Deutschland für den “Nobelpreis für Literatur” vorgeschlagen wurde, habe ich in unzähligen Beiträgen und Kommentaren nach ihrer “moralischen Integrität” gefragt, weil ich davon ausging, dass die öffentlichen Repräsentanten Deutschlands unbedingt moralisch integer sein müssen, weil sie die gesamte Nation vertreten – vor den Augen der Welt, Günter Grass ebenso wie Herta Müller.

Der gleiche Maßstab ist nach meiner Auffassung von Ethos und Moral besonders an Politiker anzulegen, da sie mit ihrer gesamten Integrität für die “Demokratie” stehen.

Werden Politikerbiografien fragwüdig – wie etwa im Fall Berlusconi – dann scheitert mit dem Werteverfall irgendwann das “demokratische System”.

Nachtrag:

Zum Thema Interessenkonflikte, Lobbyismus bzw. Verzahnung von Wirtschaft und Politik vergleiche auch meinen Beitrag:

http://carl-gibson.blogspot.com/2011/04/pecunia-non-olet-was-kostet-die.html

Erst will man den kleinen Finger und dann … die ganze Hand!

Warnendes Beispiel: Das, was Silvio Berlusconi aus der Republik Italien gemacht hat!

Zur Auflockerung …nach all der Abstraktion … hier einige weitere Bilder aus Berlin:

Geschichte – Politik – Kultur … und mehr – das bietet

BERLIN,

die Metropole der Deutschen.

Hier sind einige Gelegentheitsaufnahmen,

bestimmt für diejenigen, die nicht oder nicht allzu oft nach Berlin kommen.

Schloss Bellevue fehlt – damals machte die Residenz des Bundespräsidenten noch keine Schlagzeilen.

Gedächtniskirche am Kurfürstendamm

Wir sind das Volk – oder?

Menschheitsgenie Alexander von Humbolt – in Südmarika kennt ihn jedes Kind,

in Deutschland wird er noch weitgehend verkannt.

Der Fernsehturm am Alexanderplatz  – höher als der von RIAS im Westen:

Prestigebau der DDR.

Aus Ruinen erhoben und der Zukuft zugewandt – ein Luxushotel der Sonderklasse.

Ex nihilo nihil – aus dem Nichts entstanden? – Prachtbauten der Wirtschaft und Finanzwelt.

Das Geld regiert wieder.

An der Spree – im Hinterhof der Politik.

Ein springender Brunnen im Zentrum der Hauptsstadt

Berliner Pumpe – Wasser ist Leben, auch in Berlin.

The gate is open – am Brandenburger Tor.

Michael Gorbatschow hat es möglich gemacht.

Der Reichstag

Hier schaltet und waltet die “Eiserne Kanzlerin” Angela Merkel immer noch klug und geschickt,

bisweilen aber auch – wie gerade in der Causa Wullf – mehr schlecht als recht – über die Geschicke Deutschlands in Europa.

Vor dem Reichtagsgebäude warten die Bürger.

Der Dom an der Spree

Der Dom zu Berlin, Detail.

Den deutschen Volke – Bauwerk mit wechselvoller Geschichte – Hort der Demokratie!?

Vor der Alexander von Humboldt-Universität im ehemaligen Ost-Berlin.

Ungarn und Deutsche verbindet die gemeinsame Überwindung des Kommunismus.

Fridericus rex hoch zu Ross – König aller Preußen!

Abstraktion des Schreckens als Kunstwerk –

Gedenkstätte und Mahnmal für die Opfer der NS-Zeit.

Karl Marx und Friedrich Engels – die Ideologen des Kommunismus –

Vermächtnis der DDR-Kunst in Erz gegossen.

Futuristischer Alltag in Berlin unweit des KU-Damms.

Memento – Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewalt.

Sowjetisches Kriegerdenkmal

erinnert an den Sieg der Roten Armee über Hitler-Deutschland

sowie an

die angeblich 55 Millionen Opfer der Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs.

Ein springender Brunnen am Alexanderplatz

Bürger warten vor dem Reichstag auf Einlaß –

Die gläserne Kuppel fasziniert … und die Transparenz im Deutschen Bundestag.

Unter den Linden

Vor der Uni im ehemaligen Ostteil der Stadt.

Kunst in der U-Bahn – öffentlich, nicht im Tresor – typisch für die “offene Gesellschaft”?

Konsumtempel – KDW.

Der Rausch geht weiter – auch mit dem Euro und nach der Wiedervereinigung.

Gedächtniskirche – Detail

Traditionelle Kunst irgendwo in Berlin

Modernistisches Glashaus in Berlin 

erinnert an die Sentenz:

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Am Alexanderplatz – das Ratshaus.

Mahnmal –

Stelen aus schwarzem Granit erinnern an die Schrecken der NS-Diktatur,

an die Opfer von Hass, Gewalt, Krieg und Größenwahn.

Moderner Bau in Berlin

Kirche am Alexanderplatz

Zum Ende und  Neubeginn auf Schloss Bellevue:

 

Am 17. Februar, zwei Monate nach der Eröffnung dieses Blogbeitrags mit Rücktrittsforderung, trat Christian Wulff zurück.

Zum Thema ist alles gesagt, vielfach gesagt.

Mein Kandidat war Joachim Gauck.

Auf Gaucks Facebook-Seite sprach ich mich bereits vor  Wochen für ihn aus. Nun ist er der Kandidat der Vielen aus dem Volk – als substanzielles Gegengewicht zu Wulff.

Trotzdem: Kontroversen bleiben.

Nicht immer wurden jene, die an vorderster Front gegen die Kommunisten kämpften und für ihre Überzeugungen ins Gefängnis gingen, später anerkannt und geehrt. Manchmal machten “Wendehälse” das Rennen, ohne dass ihr verlogenes Treiben durchschaut worden wäre. Gauck hat viele Feinde, vor allem in den Reihen der Stasi und der SED – ehemalige Spitzel diffamieren ihn immer noch, doch selten mit offenem Visier – Gauck steht für viele aufrichtige Bürgerrechtler  und für die Aufrechten in der ehemaligen DDR. Er wird der bessere Präsident sein – auch wenn er nicht perfekt ist.

 

6. März 2012

“Ehrensold” für Christian Wulff?

Laut einer Umfrage sagen 84 Prozent der Deutschen dazu: Nein!

Was kümmert das Wulff?

Für ihn ist die Staatskasse ein Selbsbedienungsladen!

Er will sogar nach Dienstwagen, Chauffeur und Sekretariat – also ca. 500 000 Euro jährlich bis zum Lebensende –

Und dies für eklatantes moralisches Versagen?

Auch will Wulff mit dem Großen Zapfenstreich verabschiedet werden.

Eine Frage der Ehre!

Der  Große Zapfenstreich für einen unehrenhaft aus dem Amt geschiedenen?

Wulff hat keine Scham – und wohl nur Privilegien im Sinn.

Das ist schnöder, ungenierter Egoismus, unwürdig für einen Spitzenpolitiker und für den Repräsentaten einer westlichen Demokratie.

Werte und Moral interessieren Wulff wohl überhaupt nicht mehr, noch das Los von Millionen Sozialhilfeempfängern, die unverschuldet doch aufrecht ihr Schicksal ohne Arbeit täglich ertragen müssen.

Wulff will, was ihm angeblich zusteht!

Doch was steht einem moralischen Versager überhaupt zu?

In einer luziden Stellungnahme stellt Altbundeskanzler Helmut Schmidt fest,

Christian Wulff habe dem Amt des Bundespräsidenten erheblich geschadet.

Durch sein Verhalten habe er gar die gesamte politische Klasse deklassiert.

Dafür den Großen Zapfenstreich? 

Plagiator Karl Theodor zu Guttenberg lieferte den Präzedenzfall ab – doch die Vorgänger Wullfs im Präsidialamt gehen eindeutig auf Distanz. 

Ein Zapfenstreich für den unmoralisch agierenden Wulff führt nach meiner Auffassung zu einer Pervertierung der nationalen Symbole.

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Monika Nickel und Carl Gibson

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Mein lieber Schwan – Fotos aus Deutschland, Frankreich und aus der Schweiz

Schwäne an Flüssen und Seen – Reisebilder vom Rhein, Main, Bodensee, aus Bayern, Basel, und Metz.

Königlich – der Schwan!

Anmut, Grazie, Schönheit!

  Foto mit Seltenheitswert

 

In memoriam König Ludwig II.

an der Stelle bei Berg am Starnberger See, wo König Ludwig von Bayern vermutlich den Freitod wählte und ertrank, erscheint ein Schwan am sturmdurchwühlten See.

Der Königsvogel senkt melancholisch sein Haupt, so als wollte er dem Lieblingsmonarchen der Bayern eine letzte Reverenz erweisen  – Empathie mit einem Schöngeist, der sein Leben der Ästhetik widmete.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_II._(Bayern)

Ob ein Schwanengesang erklang?

Die Schwäne stehen auch heute noch treu zum Schwanenritter.

Drei Schwäne

 im Rhein bei Breisach im Breisgau

Der Rhein bei Breisach von der französischen Seite aus betrachtet.

Schwan und Möwen.

Symbol und Faszination,

quer durch die Kulturen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4ne

Schwäne und Möwe im Flug

Pralles Leben am Oberrhein

Schwäne am Mainufer in Miltenberg – Schwäne sind treu. Sie bleiben – anders als die menschen – ein Leben lang zusammen, bis zum Schwangesang, bis in den Tod.

Unter der Mainbrücke in Miltenberg

Ferne verwandte – die nicht länger “hässlichen” Entlein am Rhein in Basel

Der Rhein und die Rheinbrücke in Basel

Schwan-Familie am Starnberger See

Am Starnberger See

Das hässliche, junge Entlein mausert sich zum majestätischen Königsvogel Schwan.

Der Bodensee – ein Garten Eden für Schwäne und andere Wasservögel.

Am Bodensee bei Langenargen – Mensch und Kreatur in gegenseitiger Betrachtung.

Schwäne in Metz

Der Dom zu Metz ( Detail), Lothringen, Frankreich

Drei Schwäne in Metz

König Ludwigs Märchenschloss Linderhof

 Schwäne im Märchenschlosshof

 Der Linderhof

Identifikation?

König Ludwig II. liebte Schwäne.

Auch die Mythologie dahinter.

Wer die Schönheit angeschaut mit Augen …

Schöngeist Ludwig II. wusste, was er wollte:

unmittelbar erlebbare Schönheit in Kunst und Natur.

Kriege jedenfalls wollte der Erzromantiker keine.

Schwäne am Traunsee, Österreich

Schwan im See, in Hintergrund: der Traunstein.

Karma-Bewusstsein – Mitleid und Mitleiden mit der Mitschöpfung,

gesehen in Luzern, Schweiz.

August Graf von Platen

Tristan

Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ist dem Tode schon anheim gegeben,
Wird für keinen Dienst auf Erden taugen,
Und doch wird er vor dem Tode beben,
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen.

Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe,
Denn ein Thor nur kann auf Erden hoffen,
Zu genügen einem solchen Triebe.
Wen der Pfeil des Schönen je getroffen,
Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe!

Was er wünscht, das ist ihm nie geworden,
Und die Stunden, die das Leben spinnen,
Sind nur Mörder, die gemach ihn morden:
Was er will, das wird er nie gewinnen,
Was er wünscht, das ist ihm nie geworden.

Ach, er möchte wie ein Quell versiechen,
Jedem Hauch der Luft ein Gift entsaugen
Und den Tod aus jeder Blume riechen:
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ach, er möchte wie ein Quell versiechen!

Standbild des Schöngeistes August Graf von Platen in seiner Geburtsstadt Ansbach.

http://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Platen-Hallerm%C3%BCnde

Sublimierte Schönheit und kaschierte Homoerotik verbindet Platen mit König Ludwig II.,

auch im Schwanen-Mythos,

der bereits in Parzival Wolfram von Eschenbachs vorkommt.

Standbild des Parzival-Dichters und Minnesängers

Wolfram von Eschenbach

in dem nach ihm benannten Ort

Wolframs Eschenbach unweit von Ansbach.  

http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_von_Eschenbach

Schwan bei der Reinigung

Schwan und Blässhuhn

Schwan im Breitenauer See

Schwan im seichten Gewässer

Schwan im Altmühlsee

In trauter Zweisamkeit

Martin Luther ( in Weißenburg) – der “Schwan”!

Im Protestantismus gilt Reformator Luther als Schwan – nach einem ausspruch des Jan Hus kurz vor seiner Verbrennung in Konstanz am Bodenssee.

 

Das Bild des Schwans zieht sich durch Kunst und Kultur,

als Wappentier in der Heraldik,

als Bild, als Symbol, als Metapher,  

als Motiv in Literatur, Oper und Ballett

u. a.

Lohengrin von Richard Wagner

http://de.wikipedia.org/wiki/Lohengrin

 “der sterbende Schwan” sowie als “Schwanengesang” vieler Tonsetzer in Klassik und Moderne.

Bei König Ludwig II. , der sich selbst als Schwanenritter empfand und darstellen ließ, fließen einzelne Motive zu einer Einheit von sublimierter Anmut und Schönkeit zusammen.

Fotos: Monika Nickel und Carl Gibson

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Gigaprojekt Bahnhof-Umbau “Stuttgart 21″ – “mehr Demokratie wagen” via “Volksbefragung”? Glosse oder Posse?

Mehr Demokratie wagen?

Was bin ich? – ein “Hirsch”?

Selbst der majestätische Hirsch, eines der Wappentiere Baden-Württembergs, ist “gegen” Stuttgart 21.

Motto:

“Der Schiller und der Hegel,

der Uhland und der Hauff,

 das ist bei uns die Regel,

 das fällt uns gar nicht auf!”

Ja, so kennt man sie, die Schwaben in Baden-Württemberg.

Selbstbewusst sind sie – und sie können alles, außer Hochdeutsch, sagen sie von sich selbst.

Aber stimmt das noch? Beherrschen die Schwaben auch das folgerichtige Denken, so wie es von schwäbischen Größen der Literatur – und Geistesgeschichte vorexerziert wurde?

Schiller, Hölderlin, Hegel, Schelling, Uhland, Hauff und andere “schwäbische Dichter” waren allesamt aufgeklärte Geister, die “hochdeutsch” schrieben und trotzdem nach den Gesetzen der Logik dachten, selbst in der Poesie und im Märchen.

Womit aber werden wir heute konfrontiert?

Mit einer Denkblockade der Berufspolitiker, die bald in eine babylonische Sprachverwirrung führen wird.

JA ist NEIN

und Nein ist JA?

Wem es in Schilda zulangweilig wird, der reise ins Ländle, genauer in die Landeshaupstadt Stuttgart. Dort ist immer etwas los – heiße Köpfe finden dort Abkühlung durch Wasserwerfer der Polizei, wenn es den sein muss.

 Die Volksbefragung am 27. November 2011 wird den Turmbau zu Babel in den Schatten stellen – und die Verwirrung wird groß sein im Schwabenländle, obwohl Schwaben und Alemannen sprachlich nicht zu weit auseinander liegen.

Aber was veranstalten die Politiker – einen Circus, der Schildas Ruhm verblassen lässt!?

Mache Leute verstehen nur noch: Bahnhof,

andere begreifen gar nichts mehr!

Also wollen wir nun mehr Demokratie wagen?

Schön und gut – aber wie?

 Vor wenigen Tagen fand ich sie im Briefkasten vor:

Die Einladung des Landes Baden-Württemberg über “Stuttgart 21” im Rahmen einer “Volksbefragung” abzustimmen.

Was war das? Neue Zeiten?

Urdemokratische Gepflogenheiten, wie ich sie bisher nur aus Appenzell in der Schweiz kannten, nun auch im “liberal” apostrophierten Südweststaat?

Und dies ein Beispiel, gar ein Paradigma für Gesamtdeutschland?

Ich warf einen Blick auf den Auszug aus dem Gesetzestext – und verstand in der Tat nur “Bahnhof”!

Wofür sollte ich sein – und wogegen?

der Text – ein Buch mit sieben Siegeln, gerade für Nichtjuristen,

für Baden-Württemberger, die nun über etwas abstimmen sollen,

was sie überhaupt nicht kennen

oder

was sie nur vom Hörensagen kennen.

Wer ist betroffen? Wer nicht?

Als die Deutsche Einheit vollzogen wurde,

wurde ich nicht befragt!

Als die gute alte Deutsche Mark als Preis für die Einheit zugunsten der Hasardeur-Währung “Euro” aufgegeben wurde,

fragte mich auch niemand.

Doch jetzt – soll ich über Stuttgart 21 mitbestimmen, urdemokratisch wie bei Wilhem Tell?

Quo vadis Suttgart – Hoch vom Podest herab blickt Friedrich Schiller, Schwaben-Dichter und Tell-Schöpfer, auf das Treiben der Projekt Befürworter und Gegner.

Um was geht es eigentlich?

Der Hauptbahnhof Stuttgart – ein historischer Kopfbahnhof von Weltformat.

 Bahnhof-Detail:

“Der gute Stern” über Stuttgart –

Logo eines Weltunternehmens

und die genaue Uhrzeit:

Es ist noch vor Zwölf.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_21

Der Zufall wollte es, dass ich wieder einmal im Zug saß – auf dem Weg von Bad Mergentheim in die Landeshauptstadt zur Mitgliederversammlung des Deutschen Schriftstellerverbandes (VS) im Ratskeller.

Im Zug, wo man immer wieder Leute trifft, traf ich auf einen alten Bekannten. Wir sprachen über die anstehende “Volksbefragung” bzw. “Volksabstimmung” und über das Giga-Projekt.

Fotografiere ruhig auch den Bahnhof“, meinte der Bekannte, ergänzend:

wer weiß, ob er bald noch steht …”.

Und schau dir die Zelte der Protestler an, gleich neben dem Bahnhof an …”


Das hatte ich auch so vorgehabt … und trotz Nebel die Kamera mitgenommen –

die Sonne wolltes dann,

dass einiges noch dokumentiert wurde,

dass die Wahrheit an den Tag kommt:

 Herbst im Park in Stuttgart

Mehrere Hundert Bäume sollen gefällt werden, um das Projekt Stuttgart 21 möglich zu machen.

Aus ökologischer Sicht ist das eine Katastrophe, denn der alte Baumbestannd braucht ein Jahrzehnt, um nachzuwachsen.  

Der Landtag – hier fallen die politischen End- Entscheidungen nach dem Plebiszit.

Was die Schwarzen und die Roten beschlossen hatten will

Ministerpräsident Kretschmann

mit seinen Grünen im Bund mit der SPD und dem Volk nun kippen.

Internationaler Protest formt sich – das ist kein Ferienlager der Pioniere und Pfadfinder, sondern die Heimstätte aufmüpfiger Bürger,

die gegen willkürliche Entscheidungen und vollendete Tatsachen der Politik aufstehen.

Hier sitzt die Stuttgarter Börse und hier entfaltet sich die destruktive Macht der Banken, die von Großprojekten immer profitieren.

 Das Aufklärungs-Plakat der Umbau-Befürworter

Sie wollen weiter bauen und gutes Geld, Milliarden, dem schon geflossenen hinterherwerfen.

Für die Zukunft, für den modernen Technologie-Standort Stuttgart. (Argumentation Kanzlerin Merkel)

Das Groß-Projekt polarisiert und spaltet.

Wie soll ich mich entscheiden?

Weshalb sollen alle Wahlberechtigten in Baden-Württemberg entscheiden?

Wer ist wirklich unmittelbar betroffen?

Und sollten nicht nur die Betroffenen entscheiden?


Fragen über Fragen.

Appell an Ministerpräsident Kretschmann (Die Grünen)

das Blatt doch noch zu wenden.

Kann der brav gewordene Revoluzzer aus Sigmaringen den verfahrenen Karren aus dem Dreck ziehen?

In diesen heiligen Hallen winkt vielleicht göttlicher Beistand und höherere Inspiration.

In Stuttgart war viel los am 12. November 2011.

Türken sammelten für die jüngsten Erbbebenopfer in ihrer Heimat,

Exil-Syrer demostrierten gegen das Blutbad von Diktator Assad

(siehe Blogbeitrag oben)

und Aktivisten klärten überall auf

zu : Stuttgart 21 – Pro und Contra.

Exil-Syrer demonstrieren gegen die Gewaltherrschaft des Assad-Regimes in Syrien.

Im Ratskeller in unmittelbarer Nähe tagten die Dichter – auch im Sorge um dikatorische Verhältnisse in Weißrussland und Ungarn.

Über den Bahnhof debattierte man dort nicht.

Die Lyriker jammerten … über die fehlenden Leser … und das fehlende Geld.

Die Proteste vor der Haustür, am Markt, am Königsbau, am Bahnhof

interssierten wohl kaum. Die Schnauze voll? Auch von Plebiszit und mehr Demokratie?

Zeltlager wie bei Winnetou –

die Protestbewegung ist quicklebendig und aktiv,

eine Kundegebung jagt die andere …

und die Betroffenen aus Stuttgart und der Region hören interessiert zu.

Die Entscheidung der Staatsmacht, Polizei mit Wasserwerfern gegen friedliche Bürger einzusetzen, war unklug und hat polarisiert.

Auf dem Rückweg dachte ich noch über viele Dinge nach … und ich erinnerte mich:

Waren da nicht einmal drei junge Leute, Existenzgründer,

die die Idee hatten,

die Gleise nach unten zu verlegen,

um Raum zu gewinnen für die Stadt Stuttgart?

War es nicht so, dass den drei Existenzgründern das Projekt abgeluchst wurde –

für eine Handvoll Dollar?

Zwei Jahrzehnte waren ins Land gegangen –

und nun sollte ich aus Bad Mergentheim entscheiden, was im mehr als 100 Kilometer entfernten Stuttgart getan oder gelassen werden sollte?

Fragen über Fragen!

Den Text zur Volksbefragung finde ich nicht mehr – ich wollte ihn hier eingescannt veröffentlichen.

 Die Oper in Stuttgart

Zuletzt sah ich hier Beethovens “Fidelio”, eine Oper über  Freiheit und Widerstand. In diesem heißen Herbst steht “Don Giovanni” auf dem Spielplan – Mozart, doch die Musik spielt anderswo.

Etwas von dem großem Batzen Geld, etwas von dem öffentlichen Anteil an den 4 Milliarden Gesamtkosten, könnten Gesselschaft und Kultur, Schriftsteller, Maler und Musiker gut gebrauchen.

Blick auf den Bahnhof in Stuttgart von idyllischen Schlossgarten aus.

Während meiner Studienzeit in Freiburg und Tübingen kam ich oft hier durch.

Vieles war in der Landeshauptstadt so geblieben, wie ich es einst erlebt hatte, auch im Bahnhofsinnern.

Doch konnte ich mir wirlich ein Bild machen, um vernünftig abzustimmen?

Gute Argumente sprachen für das Ausbau-Projekt,

andere eben so berechtigte Argumente sprachen dagegen.

Und die Volksbefragung selbst war an sich auch “richtig”, 

im Prinzip,

zugleich war sie aber auch eine Posse,

eine Farce, ein Groteske der Sonderklasse á la Schilda

Theater auf der Straße,

eine Tragödie mit komischen Zügen.

Der Hauptbahnhof Stuttgart

– von den Wunden, die der Abriss-Bagger am Nordflügel bereits geschlagen hatte, sah ich nichts.

Auf dem Weg vom Ratskeller zum Bahnhof kam ich an der “Stauffenberg – Ausstellung” vorbei. Neugierig warf ich einen Blick in den Raum – er war menschenleer.

Kein Besucher interssierte sich für “Widerstand”,

weil das Recht auf Widerstand heute in Deutschland zur Selbstverständlichkeit geworden ist – ebenso wie der hohe Wert Freiheit.

Wir dürfen heute widersprechen, Widerstand leisten und frei abstimmen,

auch in Stuttgart und über die Zukunft von Stuttgart.

Post scriptum:

 Nun habe ich den verlegten Zettel zur Volksabstimmung am 27. November doch noch gefunden, im Papiermüll;

hier ist der Text, über den ich und andere bald entscheiden sollen:

Nach dem Abschluss meiner geisteswissenschaftlichen Studien im Jahr 1991 habe ich weiter studiert, VWL, Psychologie und namentlich 12 Semester Rechtswissenschaft an der Universität Würzburg, so lange, bis der Freistaat Bayern Studiengebühren einführte und ich mir das Weitermachen nicht mehr leisten konnte.

Trotzdem: Die Sache oben verstehe ich nicht

ebenso wie Altkanzler Helmut Schmidt als Volkswirt seine Stromabrechnung nicht verstand.

Ergo entscheide über etwas, was Du nur am Rande über die Medien mitbekommen hast, ohne die Details zu kennen.

Das ist Demokratie – oder Pseudo-Entscheidungsfreiheit.

In Stuttgart habe ich mir ein “Bild gemacht”, einen Eindruck erhalten – und bin doch so klug wie zuvor.

Nachtrag vom 18. November 2011.

heute kam wieder Post von Ministerpräsident Kretschmann und seiner grün-roten Landesregierung zum Thema “babylonische Sprach- und Denkverwirrung” bzw. zum Thema Chaos im Zirkus und circulus viciosus.

Ich weiß es nicht – war der Nachtrag so vorgesehen … oder hat der Aufschrei der Bevölkerung in Baden und Württemberg die nachträgliche Auflärung provoziert, gar gefordert?

Jetzt liegt eine ganze Abhandlung vor – Plebiszitäres für Einsteiger!

Ministerpräsident Kretschmann will seinen Landsleuten mehr demokratische Kultur beibringen-

einmal Revoluzzer, immer Revoluzzer?

Hier ist das Opus – auch für die Schwaben in Augsburg und Übersee … und für alle anderen Bundesländer, die mehr Demokratie wagen wollen.

Altkanzler Willy Brandt hätte seine Freude daran … das schwarz-gelbe Ländle steht Kopf … und der Hirsch röhrt dem Löwen vor dem Schloss zu:

“Was bin ich?”

Jetzt weiß sicher jeder, wo er sein Kreuzlein zu machen hat.

Bei soviel Aufklärung und Argumentation im Pro und Contra kommt mir ein Spottgedicht von Nikolaus Lenau in den Sinn,

eines Dichters aus Östereich-Ungarn, der der “schwäbischen Dichterschule “ um Uhland, Justinus Kerner und Gustav “Schwab” ( nomen est omen) sehr nahe stand:

Auf einen Professor philosophiae

 Seht ihr den Mann mit stäubender Perücke?

Wie sprudelt ihm die hochgelahrte Kehle!

Seht, an der morschen Syllogismenkrücke

Hinkt Gott in seine Welt; die Menschenseele

Ist ewig, denn sie ist aus einem Stücke!

 

Und daß der Argumente keines fehle,

Hat er ein weises ergo noch gesprochen:

Der Mensch ist frei, die Fesseln sind gebrochen!

Lenau, der oft in Stuttgart weilte, dem “Neste”, wie er die Stadt um 1832 empfand, bezog sich auf den Typus des Schulphilosophen an der Alma Mater seiner Zeit –

wie gleichen unsere Politiker den Gauklern des deutschen Idealismus!?

Das Ergo des Herrn Kretschmann aus der Landesregierung fehlt noch –

also packen wir’s an,

so oder so!

 
 

Wieder zurück in Bad Mergentheim musste ich über einiges nachdenken:

 

ich, der unmündige Deutsche,

dem man wohl keine politische Reife zutraut ( aus historischen Gründen, das versteht sich),

hätte liebend gern über die “Deutsche Einheit” abgestimmt,

über ein “Europa der Einigung” oder der “Vaterländer”,

über die Abgabe von Souveränität an eine intransparente Monster-Kommission,

über ein “Vereintes Europa”,

über eine solide, stabile D-Mark oder ein Wackel-Euro mit Enteignugsarantie

 und kaschierter Inflation

über Globalisierung,

über die Beschränkung der Bankenmacht,

über Systemrelevanz,

über Krieg und Frieden in Namen der Völker Europas,

über kriegerische NATO-Einsätze,

über Ethik und Moral in der bundesdeutschen und europäischen Gesellschaft,

über die Unlust mit Berlusconis in einem Boot zu setzen,

über Korruption und Nepotismus,

über Monopolstrukturen und erpresserische Konzerne,

über das Vertrauen zwischen den Menschen und Staaten,

über den Verlust der Glaubwürdigkeit,

über Werte,

über Freiheit und Menschenrechte,

über die Würde.

 

Darüber befragte und belehrte mich keiner – aber die “politische Kultur” kommt ja noch,

jenseits des Filzes,

dort, wo der neue Humanismus anfängt.

 

Zurück zu Stuttgart 21:

 

Mein Respekt gilt den Aktiven des Widerstands,

die im konkreten Handeln dagegen hielten,

  Kopf und Kragen riskierten,

die im Wassertstrahl des Panzerwagens der Polizei ihr Augenlicht verloren,

die Widerstand auf der eigenen Haut erlebten.

 

Zur Aufklärung in der Provinz:

 

In Bad Mergentheim wird auf Plakaten den potenziellen Abstimmen und Wählern

klar gemacht, dass JA Nein ist.

 

Ein paar Meter weiter verweist ein Plakat auf

 

Bruno Jonas,

der am 25. November nach Bad Mergentheim kommt,

 

vielleicht um seine Sicht der Dinge darzustellen.

http://www.bruno-jonas.de/

 

Ein Bruder Barnabas weiß aus bayerischer Erfahrung heraus natürlich,

dass JA  in Wirklichkeit NEIN bedeutet

und NEIN eigentlich JA.  

 

Mögen die Politiker bald auch zur höheren Einsicht gelangen.

 
 

Kunsttempel – Galerie der Stadt Stuttgart.

Innen ist man liberal – außen eher kleinlich und spröde.

Am Sitz der Weisheit –

Die Alten Griechen befragten das Orakel von Delphi,

wenn es um wichtige, existenzielle Entscheidungen ging.

 

“Erkenne dich selbst” im Landtag von BadenWürttemberg?

Weit gefehlt!

Politiker wissen immer, was gut und recht ist für das Wohl des Kleinen Mannes.

 

Ergo kommt die Entscheidung von oben her – auch wenn sie nicht immer weise ist.

 

Der Fisch stinkt vom Kopf her … sagt man in einigen Kulturen.

Vox populi – vox dei

– hier ruft der röhrende Hirsch das Volk der Schwaben und Alemannen zur Abstimmung!

Monarchisch absolutistischer Glanz und Gloria –

in der City der Stadt Stuttgart.

Aber:

tempora mutantur …

 

Monumental:

Ein Hauptbahnhof derSonderklasse,

der zum Teil niedergerissen werden soll.

Ein zünftiger Schwabenstreich à la Schilda

oder nur bloße Unvernunft?

Deleatur – nach der Maxime und Praxis der Diktatoren auf dem Forum Romanum in Rom

und der Pharaonen im Alten Ägyten.

Bahnhof Stuttgart … esse delendam.

 

Tempus fugit – die Stunden eilen …

um 12 Uhr wird das Mittagessen serviert.

im Rathaus von Stuttgart,

im Keller, wo die Dichter hocken

und im unweiten Landtag der Politikerkaste.

Bei einem Nickerchen im Sessel kommen dann große Gedanken und Visionen

von noch größerer Zukunft und rollenden Rädern unter Sternen.

Einsame Lichtgestalt über den Dächern der Landeshauptstadt Stuttgart –

die Bahn bringt uns den Göttern näher!

Meinungs- und Religionsfreiheit in Deutschland:

In den Straßen von Stuttgart unmittelbar neben dem Rathaus der schwäbischen Metropole –

ein Missionar beim Predigen.

Wer Ohren hat,  der höre

Einsamer Rufer in der Wüste – seine Stimme verhallt wie die Stimmen der Vielen bei “Stuttgart 21″.

 

Für Freiheit und Menschenrechte in Syrien engagierte Bürger am 12. November 2011 in Stuttgart –

Was verbindet diese Menschen mit der “Occupy Wall Street”-Bewegung in New York sowie in den gesamten USA mit den Bürgern neben dem Bahnhofsgelände?

Der legitime Protest in freier Gesellschaft.

Blut floss in den USA erst gestern, noch mehr in Syrien – und leider auch im sonst so friedlichen Ländle, weil der Staat es so will und anordnet.

Detail am “Hirsch” vor dem Schloss – “Nein” zu Stuttgart 21

Er steht noch … aber wie lange?

“Fest gemauert in der Erden
Steht der Bau aus Stein gebrannt.
Balde muss was Neues werden.
Frisch Gesellen, seid zur Hand.

Von der Stirne heiß
Rinnen muß der Schweiß,
Soll das Werk den Meister loben,
Doch der Segen kommt von oben.

 

Zum Werke, daß wir ernst bereiten,
Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
Wenn gute Reden sie begleiten,
Dann fließt die Arbeit munter fort.

So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,
Was durch die schwache Kraft entspringt,
Den schlechten Mann muß man verachten,
Der nie bedacht, was er vollbringt.

Das ist’s ja, was den Menschen zieret,
Und dazu ward ihm der Verstand,
Daß er im innern Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.”

(Frei nach Friedrich von Schiller, Das Lied von der Glocke.)

Mögen die Politiker im Landtag Schillers Worte nachlesen und einiges dabei bedenken bevor sie ihr Schläfchen wagen.

Nachtrag am 28. November 2011:

 

Nun haben die vielen Ja und Amen-Sager, die sonst immer zustimmen, doch “Nein” gesagt und somit den Weiterbau plebiszitär abgesegnet!

 

Was Richling dazu meint?  

Der Geiz-Appell hat gewirkt:

Wozu 1 500 Millionen einfach wegwerfen, wenn man schlechtem Geld noch gutes hinterherwerfen kann?

Weitere 4 000 – 5000 Millionen?

Unsummen!

 

Dafür bekommen die Akteure Planungs- und Aktionssicherheit  … und die Stuttgarter ein babylonisches Bauwerk mit Tiefe.

 

Die “Demokratie”, sagt man, habe durch das Plebsizit neuen Auftrieb bekommen – in der Provinz!

Und im Bund?
 

 

Alle Fotos: Carl Gibson

 

 

 
 

 
 
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Pilze im deutschen Wald suchen und erleben

Mushrooms in the German Forrest and Central Europe (especially in  the south of Germany, in the Black Forrest, Odenwald, Spessart, Schwäbischer Wald, Hohenlohe)

 

Das Jahr 2010 war ein großartiges Pilzjahr. Endlich einmal  konnte man Steinpilze finden, ausreichende Mengen, um sich satt zu essen essen und einige zu trocknen – für die Soße im Winter.

Pilze, eine eigene Gattung, sind überall anzutreffen, auf Wiesen (Feld-Egerling/ Champignon), in Parks (Tintlinge), am Wegrand beim Spaziergang, vor allem aber im Wald.

Einige Pilzsorten sind essbar und wohlschmeckend,

andere sind tödlich giftig.

Regel: Nur wer sich wirklich auskennt, sollte Pilze zum Essen sammeln.

Der Fliegenpilz.

Er ist nicht zum Verzehr geeignet.

Teuflisch schön ist er und verführerisch.

Wie sangen wir schon als Kind:

“Ein Männlein steht im Walde

ganz still und stumm

es hat vor lauter Purpur

ein Mäntlein um.”

Steinpilz im Schwarzwald

Parasolpilze – essbar, solange sie zart und frisch sind.

Pilzkolonie (Stockschwämmchen?)- eher ein Genuss für die Kamera als für den Kochtopf. 

Klebriger Hörnling – eher schön als schmackhaft.

Flaschenstäublinge – sie sind genießbar, solange sie jung,und prall sind.

Perlpilz

Wer bin ich?

Ein Pilz bahnt sich seinen Weg ans Licht.

Auch Schnecken lieben Pilze.

Nacktschnecke an der Arbeit- hier im Wald richtet sie keinen Schaden an und sollte geschont werden.

Weinberg-Schnecke auf der Suche nach einer Pilz-Mahlzeit.

Zersetzung der Zersetzer – typisch für die Nahrungskette und den Kreislauf der Natur.

Die Guten ins Körbchen – die anderen bleiben im Wald.

Vorsicht bzw. Warnung:

Edle Speisepilze können leicht mit giftigen Pilzen verwechselt werden, etwa der “Waldchampignon” mit dem “Pantherpilz”

Selbst Erfahrene und Profis können sich täuschen.

Bestimmungsbücher oder Bestimmungen in Apotheken helfen weiter.

Mein Rezept:

Ich vermeide Lamellen-Pilze.

Die giftigsten Pilze  überhaupt ( Weißer und grüner Knollenblätterpilz so wie der Pantherpilz) haben auf der Unterseite des Hutes Lamellen. 

Fortsetzung folgt weiter oben auf diesem Blog:

http://carlgibsonsnaturundleben-blog.blogspot.com/2011/08/steinpilze-im-deutschen-wald-die.html

http://carlgibsonsnaturundleben-blog.blogspot.com/2011/08/wald-pilze-vor-der-kamera-faszination.html

http://carlgibsonsnaturundleben-blog.blogspot.com/2011/08/pilze-in-deutschen-waldern.html

Aus der Dunkelheit ans Licht

Ein Pilz schlüpft aus dem Unterholz.

Es gibt Hobbys, die gefährlich sind. Sie können ins Auge gehen. Bergsteigen, Klettern, Fallschirmspringen, die Wahrheit sagen – und der Umgang mit “gefährlichen Dingen” aller Art.

Pilze gehören dazu.

Wer sich auf Pilze einlässt, muss kein Hasardeur sein; aber er sollte sich auskennen und Risiken vermeiden.

Hier sind einige nützliche Links, die den Genuss ermöglichen und vor Vergiftungen bewahren:

http://de.wikipedia.org/wiki/Speisepilz

Noch wichtiger:

http://de.wikipedia.org/wiki/Giftpilz

Erst kundig machen, dannn sammeln!

Flaschenstäublinge

Klebriger Hörnling

Zwei Nacktschnecken bei der Mahlzeit

In luftiger Höhe – ein Röhrlimg auf dem Baumstumpf.

Käfer im Wald

Schön ist er – und giftig: der Fliegenpilz.

Röhrling an der Baumwurzel.

Unter Fichten und Tannen – Röhrlinge.

Pilze (hier Hallimasch?) sprießen auch auf Lichtungen, wo vor Jahren Bäume gefällt wurden.

Perlpilz

Pilze gehören in einen luftigen Korb, nicht in die Plastik-Tüte, da sie dort schwitzen und Gifte ausbilden können.

Hexenröhrlinge

Perlpilz – wohlschmeckender Speisepilz.

Fliegenpilze – die Farben können leicht variieren.

Zerfallende Trichterlinge.

Solche Pilze sollten nicht achtlos zertreten werden.

Verantwortungsvolle Pilzdreunde tragen nur das aus dem Wald,

was sie noch am gleichen Tag verzehren.

Genau hinsehen

Im jungen Stadium kann man edele Speisepilze mit ihren ( auch giftigen) Doppelgängern verwechseln.

Ein Gallenröhrling in der Steinpilz-Pfanne macht alle Pilze bitter.

Boviste im Reisig auf der Lichtung –

Sind sie genießbar oder nicht? Da scheiden sich die Geister!

Das Schöne hat viele Erscheinungsformen – hier: Vogelbeerenstruach am Waldrand in Hohenlohe.

Den Steinpilzen widme ich einen eigen Blogbeitrag:

http://carlgibsonsnaturundleben-blog.blogspot.com/2011/08/steinpilze-im-deutschen-wald-die.html

Pilze – Bescheuniger des Zerfalls.

Pilze lieben Feuchtigkeit und Wärme – und sie sprießen nahezu überall im deutschen Wald

fast das ganze Jahr hindurch

in Laub- und Mischwäldern,

vor allem aber in jungen Nadelholzbeständen und im Hochwald.

Ein Genuss für Naturfreunde, Ästehten und Feinschmecker.

Steinpilz – die Krönung des Pilzgenusses.

Fliegenpilz

Austernartige Pilze

Waldchampignon oder Perlspilz (?)  Ähnlichkeit mit dem Panther-Pilz ( tödlich giftig)

Fliegenpilz, frühes Stadium

Lamellen-Pilz

Röhrling

Trichterling

Pilzkolonie am verrottenden Baumholz

Hypertropher Pilz ( vermutlich ungenießbar)

Pilze (Schwämme) zersetzen Baumstumpf

Baumpilz

Der Schwarzwald – ideale Pilzlandschaft.

Steinpilz-Kolonie im jungen Fichtenbestand.

Funde dieser Art lassen das Herz jedes Pilzsammlers höher schlagen.

Die auf diesem Blog veröffentlichten Pilzfotos wurden überwiegend in den Wäldern der Hohenloher Gegend aufgenommen.

Wo suchte ich bisher Pilze – und welche Pilzsorten konnte ich finden?

Im Remstal ( Nadelwald) zwischen Schorndorf und Schwäbisch-Gmünd: Steinpilze, Rörlinge,

im Gramschatzer Wald nördlich von Würzburg: Parasolpilze, Safranschirmpilz, weiße, hochgiftige Knollenblätterpilze,

im Schwarzwald zwischen Freudenstadt und Basel: Steinpilze, Röhrlinge aller Art,

im Odenwald und Spessart nördlich von Eberbach gen Hesseneck: Pfifferlinge, Maronenröhrlinge, Steinpilze,

im Montafon in den österreichischen Alpen bei Gargellen: Röhrlinge, Steinpilze,

im Thüringer Wald: Steinpilze, Röhrlinge.

Am Wegrand bei Spaziergängen im Taubergrund: Tintlinge, Flaschstäublinge, Trichterlinge,

auf Wiesen und in Parks: Egerlinge, (Feldchampignons),

in Hohenlohe:Waldchampignons, Pilze aller Art.

Steinpilze kann man trocknen.

Seit meiner Kindheit faszinieren mich Pilze. Im Banat gab es nur wenige Sorten, die ich zu Gesicht bekam. In der Regel war es der Feld-Egerling, auch Champignon genannt, der auf der Hutweide vorkam, wo die Schafe der Rumänen weideten.

Gerade gestern entdeckte ich einen dieser Wiesen-Champignons auf einem Waldweg, inmitten von kleinen Steichchen in harter Erde.

Er hatte sich diesen Un-Ort ausgesucht.

Pilze werfen viele Fragen auf – und sie faszinieren, eben weil sie auch täuschen können und weil sie den Menschen an eine Grenze führen, wo der Zufall regiert und über Leben und Sternben entscheidet.

Letzte Gewißheit gibt es nicht – ein Bitterpilz unter vielen Steinpilzen macht die gesamte Pilzpfanne bitter.

Ein Giftpilz unter anderen Mischpilzen kann unser Leben beenden.

Deshalb ist Vorsicht angesagt!

Mir begegneten oft Pilzsucher, die “nur” Steinpilze sammelten.

Sie wollten kein Risiko eingehen.

Der Steinpilz hat eine fast unverwechselbare Form – und gibt Sicherheit.

Außerdem schmeckt er hervorragend!

Steinpilze im Nadelwald

Guter Grund zum Frohlocken – wer solche Stellen findet, braucht nicht lange zu suchen:

die Abendmahlzeit ist gerettet!

Steinpilze – das Wurzelwerk (Myzel) sollte immer im Wald verbleiben,

damit Nachkommen entstehen.

Dinner für Zwei!?

Steinpilze kann man in Scheiben schneiden und “panieren”

oder klassisch in Butter mit Zweibeln anbraten und mit Sahne abrunden –

in teuren Restaurants gibt es oft nur Zwiebeln mit Petersilienlaub und einen Hauch von Steinpilzen

statt “Pilze satt”.

Edler Steinpilz –

in den Jahren nach dem Atom-Supergau in Tschernobyl 1986 war das Pilzesammeln gesundheitsgefährlich, da sehr viel radioaktives Material in Pilzen und Wild angereichert wurde.

Auch heute ist das Wild in bestimmten Regionen noch belastet,

wohl auch die Pilze.

Also: Genuß in Maßen!

wer sich nicht selbst einen Nimbus zulegen will, um zu erstrahlen wie eine Madonna,

der sollte nur das aus der Natur mittnehmen, was einer Gesundheit und seinem wohlbefinden zuträglich ist.

In bestimmten Gegenden gibt es Mengenbeschränkungen für das Sammeln von “Schwammerl”.

Welch ein Anblick – ein Glücksgefühl!

Die einen suchen mit geriger Hand nach goldnen Schätzen

und sind dann froh,

wenn sie Regenwürmer finden,

die anderen waschen Gold aus dem Fluss,

sie spielen Lotto

oder in Las Vegas,

sie suchen auf dem Meeresboden nach Münzen und Amphoren,

sie gehen an die Börse

auf der Suche nach Efüllung und Lebensglück:

Andere freuen sich, wennsie einen Steinpilz zu Gesicht bekommen in Vorfreude auf die lukullischen Genüsse danach.

So verschieden wie die Pilze sind, so unterschiedlich sind die Menschen!

Einsamer Steinpilz im Wald, der bald in Zweisamkeit leben wird.

Noch kennt er seine endgültige Bestimmung nicht:

Was hat die Vorsehung mit ihm vor?

Wird eine Schnecke nahen und ihn in seine Elemente auflösen

oder

wird er im Bauch eines Philosophen landen

und

der Menschheit so zu höherer Erkenntnis verhelfen?

Miteinander – diese Steinpilze in zivilisierter Kultur sind geselliger als manche Menschen.

Krumm oder gerade – wohlschmeckend sind sie beide!

Riesen-Pilz vor dem Zerfall:

außen hui,

innen pfui!?

Manchmal ist der Wurm drin – auch das hat die Natur so gewollt.

Pilze zerfallen schon nach tagen, auch ohne fremde Einwirkung.

Steinpilze – Bild ohne Worte.

Zwillinge?

Klein aber fein!

Steinpilze vor dem Putzen und Trocknen,

An einem luftigen Ort  im Schatten lassen sich Steinpilze gut trocknen – für die Soße im Winter.

Die Ernte aus der Überfülle der Natur.

Danke!

In den meisten Jahren meines Pilzsammlerdaseins fand ich kaum einen Steinpilz.

Die beiden letzten Jahre brachten die Wende – und die Freude ist immer wieder neu!

Nach den einmaligen Steinpilzfunden in den letzten Wochen zog es uns noch mehrfach in den Wald.

Erstaunlich:

Die Steinpilze waren auf einen Schlag wie vom Erdboden verschwunden.

Dafür sprossen die “Gallenröhrlinge” in großer Zahl.

Ein Hinweis auf die Bitterkeit des Daseins?

Da keiner die Bitterpilze mitnimmt, bekommt man viele davon zu Gesicht, in klassischer Ausprägung und in skurrilen Erscheinungsformen.

Alles hat seine Zeit, auch in der Natur.

Eine kleine Nacktschnecke frisst sich durch den zarten Perlpilz.

Der Pilz-Wald:

ein Schlaraffenland aus der Sicht der Schnecken und Käfer.

Ihnen ist sogar manches “Gift” egal.

Ist das nun der tödliche “Kollenblätterpilz” oder nicht?

Letzte Gewissheit ist beim Hobby-Sammlen kaum zu erzielen.

Im Zweifel: den Pilz ignorieren, stehen lassen, aber nicht unbedingt zertreten oder zerstören, da sonst die Waldflora leidet.

Was ist das – ein Scheidenstreifling?

Verwechslungen essbarer Pilze mit hochgiftigen Artgensossen, hier etwa mit dem Pantherpilz, sind vor allem dann möglich, wenn man die Giftigen noch nie zu Gesicht bekommen hat. Oft fehlen sie auch in Bestimmungsbüchern.

Nützliche Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pantherpilz

http://de.wikipedia.org/wiki/Wulstlinge

Gallenröhrling, auch “Bitterpilz” genannt,

der Doppelgänger der edlen Steinpilze.

Auf den ersten Blick erscheint er wie ein Steinpilz, er schmeckt aber bitter und ist ungenießbar.

Erst sammeln und danach daheim bestimmen und putzen?

Bestimmt nicht!

Wenn unterschiedlich erfahrene Pilz-Freunde ihre Funde in einen Korb werfen, dann kann es sein, dass Pilze zerbrechen und Stiel oder Hut des Gallenröhrlings unter die Steinpilze geraten.

Das verdirbt den Schmaus

und alle Arbeit war umsonst!

Riesiger Lamellen-Pilz am Waldrand.

Samtfuß-Krempling – Schönheit in Brauntönen.

i

Schmetterlingsporling –

im Reisig, dort wo Baumstämme über Jahre vor sich hinfaulen,

ist er anzutreffen,

bunt und ungenießbar.

Baumpilz am morschen Stamm

Käfer in seinem Element.

Was treibt, was lockt uns hinaus in den Wald zum Pilzesammlen?

Allein die Lust, einen selbstgefundenen Steinpilz zur Mahlzeit zu verarbeiten,

die Delikatesse zu genießen?

Es ist mehr!

Es ist das Erkenntnisinteresse,

die Lust zu erfahren,

was die Natur an Vielfalt hervorbirngt,

das Beobachten des Werdens und Vergehens,

das Nachdenken über Sein und Zeit,

über den Kreislauf der Atome und Elemente in der Natur.

Sein oder Nicht-Sein: darüber kann ein Pilz entscheiden.

Hexenröhrling –

der rot-bunte Stiel scheint eine Warnung der Natur.

Das gelbe Fleisch verfärbt sich an der Schnittstelle sofort dunkelblau.

Es fällt schwer, diesen Pilz als genießbar anzusehen. 

Bitterpilz

Das wussten schon die Römer – dem Limes entlang kann man sie finden,

im Schwäbisch-Fränkischen Wald ebenso wie im Odenwald

oder in den Alpen.

Nadelwald im süddeutschen Raum – hier pulsiert das Leben in vielen Formen.

Brombeerstrauch mit reifen Früchten – sie hängen nicht zu hoch.

Trotzdem:

Spitze Dornen sowie die Angst vor Zecken und dem Fuchsbandwurm halten manche Wanderer davon ab, nach den Leckerbissen zu greifen.

Die Vögel des Waldes danken dafür.

Im Dunkel des Waldes sprießen Pilze heran – verwachsen im Miteinander.

Pilze – sie sind alt wie die Welt und erscheinen in großer Vielfalt.

Jungwald

Die Feuchtigkeit des See-Ufers (hier: der Ebni See) begünstigt das Pilz-Wachstum.

Die süßen Früchte – hoch oben im Sonnenlicht!

Ein gelegentlicher Blick nach oben enstpannt die Nackenmuskulatur und vermittelt neue Perspektiven.

Der Wald:

Ort der Einkehr und der peripathetischen Medidation,

ein Gegenpol der Ruhe zur stresserzeugenden Gesellschaft.

Professionelle Pilzsucher haben ihre Stellen – geheime Plätze, wo sie das finden, wonach die Laien suchen.

Kaum einer wird seine Fundstellen verraten!

Und doch – es gibt keine Gewähr dafür, dass einer in den Wald geht und tatsächlich mit “reicher Beute” zurückkehrt.

Pilze suchen hat viel mit Glück zu tun – und mit zahlreichen Zufällen;

denn  dort, wo gestern noch Pilze sprossen, kann heute gähnende Leere sein.

Kenner wissen, wo sie suchen sollen

bzw.

wo nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit Pilze wachsen könnten.

Dieser “Perl-Pilz” macht seinem Namen viel Ehre!

Die Natur bringt individuelle Strukturen hervor – faszinierende Schönheit,

ein ästhetisches Erlebnis.

Reisig-Schneise im Nadelwald.

Auf beiden Seiten fiindet man in der Regel Pilze,

wenn es längere Zeit warm und feucht ist.

Steinpilze – eine Pracht.

Welch ein Steinpilz!

Solch ein Treffer – und die Abendmahlzeit ist gerettet,

wen er denn nicht “verwumt” ist.

In der Regel ist in großen Steinpilzen bereits der “Wurm drin”.

Die feinen Maden kann man sehen, wenn der Stiel durchschnitten und gegen das Licht gehalten wird.

Das dämpft die Freude.

Mahlzeit! – Die Schnecke ist fündig geworden.

Bitterer, ungenießbarer Gallenröhrling am idyllischen Ort – fast könnte er als Steinpilz durchgehen.

Weiter unten zum Vergleich : die edlen Verwandten:

Steinpilze besonderer Güte

Jüngere und reifere Perlpilze.

Sie sind schmackhaft aber zum Trocknen kaum geeignet.

Hallimasch in der Gruppe

Fliegenpilze – jung und schon giftig.

Im Augenblick haben die Gallenröhrlinge die edlen Steinpilze abgelöst.

Es scheint, als wolle die Natur Unerfahrene vor Verwechslungen bewahren.

Die Welt der Pilze – ein Universum für sich. 

Pilzkultur

Hüle bzw. Feuchbiotop im Wald

Großer Korallenpilz

Gallenröhrling

Auch das ist kein Steinpilz, sondern ein Doppelgänger (Bitterpilz)

Der Gallenröhrling sprießt dort empor, wo es ihm gefällt.

Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht!

Eine Lebensweisheit, die auch der angehende Pilzsammler beherzigen sollte.

Die einen sammeln nur Steinpilze,

die anderen Maronenröhrlinge,

Flaschenstäublinge,

Parasolpilze,

Pfifferlinge,

Ritterlinge,

Champignons,

Stockschwämmchen,

Perlpilze und vieles mehr.

Pilze zubereiten – ein Experiment?

Flaschenstäubling

Flaschenstäublinge – (jung essbar)

Überreifer Flaschenstäubling kurz vor dem Sporenaustritt

(giftig)

Sporen-Austritt bei Berührung

Feuchte Waldlandschaft – ideal für Pilze

Laubfrosch (in der Bild-Mitte) – gut getarnt.

Auch er liebt die Feuchtigkeit. 

Nackter Ritterling

Pilzkultur

Schlanke Gallenröhrlinge

Fast ein Steinpilz – der Gallenröhrling

Hexenröhrling

Mooshügel

Licht ist Leben

Alle Fotos: Monika Nickel

Das ist die Fortsetzung von: http://carlgibsonsnaturundleben-blog.blogspot.com/2011/08/pilzzeit-pilze-in-heimischen-waldern.html

Dort weitere Details und Warnhinweise.

Alle Fotos: Monika Nickel

©Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten.

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Baptist Nicolae Radoi im antikommunistischen Widerstand – Mythos ALRC

Irgendwo in der Bibel kann man sie nachlesen – die Geschichte vom “verlorenen Schaf”, das glücklich zurück zur Herde findet.Ein Gleichnis!?

Ja, wenn man längst Verlorenes wieder findet, ist die Freude groß.

Die Kirche freut sich, wenn ein reuiger Sünder zurück findet in den Schoß der Mutter.

Die Gesellschaft freut sich, wenn alte Kommunisten zu Wertkonservativen mutieren, wenn opporunistische Wendehälse ihre geistigen Schandtaten von gestern vergessen wollen.

Ich freue mich, einen “alten Freund” aus der Gefängniszelle wieder zu finden,

den ich mehr als 30 Jahre vermisst hatte:

Nicolae Radoi,

im Gefängnis Popa Sapca von Temeschburg (Timisoara) war dieser Baptist und Widerstandskämpfer gegen die Kommunisten Ceausescus mein “Paketgenosse”.

Gestern rief er mich an, aus San Antonio in Texas, USA,  wo er – zu Glück und Wohlstand gelangt – seit 1981 lebt.

Wir redeten eine gute Stunde miteinander und tauschten Erinnerungen aus.

Auf seinem Blog hat er jüngst eine Geschichte veröffentlicht, wie er mich vor dem Gummiknüppel eines sadistischen Wächters bewahrte, der mich verprügeln wollte, nachdem ich während des Wachdienstes in der Nacht in der 13-Mann Zelle eingeschalfen war.

Das war 1979. Das alles hatte ich längst vergessen.

Er nicht.

Nicolae Radoi klärt weiter auf und berichtet heute auf seinem Blog über die Unterwanderung des ALRC ( des Komitees zur Verteiding des Christentums in Rumänien, das er mitgeründet hatte) und über die weiteren Machenschaften der Securitate bis zum heutigen Tag.

Er musste seinerzeit ausreisen.

Nach dem Fall des Kommunis mus in Osteuropa kehrte Radoi 1990 nach Temeschburg zurück,

wo die “Antikommunistische Proklamation” auf den Weg gebracht wurde, sieben Jahre vor dem tatsächlichen Struz der Kommunisten im Land.

Nicolae Radoi hielt damals eine feurige Rede:

“Jos comunismul”

“Nieder mit dem Kommunismus”:

http://www.youtube.com/watch?v=6vI-6kbE_xY&feature=related

Radoi erwähnt seineLeiden in der stalinistischen Gefängniszelle in Temeschburg, wo er mit den “Jungs von der SLOMR” einsaß – “baietii de la SLMR” ( gemeint sind die SLOMR-Gründer in Temeschburg Erwin Ludwig und Carl Gibson).

Foto: Carl Gibson

Litfaßsäule mit der antikommunistischen “Proklamation von Temeschburg”.

Temeschburg, die Großstadt im Westen Rumäniens, wo im Herbst 1989 die “blutige Revolution” gegen die kommunistische Diktatur von Nicolae Ceausescu einsetzte, war die erste Stadt im Land, die sich vom “Kommunismus” als Ideologie der Welterlösung für alle Zeiten distanzierte.

In meinem Buch “Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur” widmete ich dem alten Freund und Leidensgenossen aus der Zelle, dem Schäfer Nicolae Radoi, gleich zwei Kapitel.

Wir werden uns treffen, Erinnerungen und Fakten austauschen sowei Versäumtes nachholen.

“wenn Gott will” … so redete “Lae

Wohlan! – “Gott hat es gwollt” – deus vult” ( Schlachtruf der Kreuzfahrer im Heiligen Land!),

dass wir uns wiederfanden.

Das Schaf fand zur Herde. Eine schöne Allegorie.

Nicolae Radoi war ein sehr erfolgreicher Schäfer im Banater Bergland.

Wie kam der Kontakt zustande?

Über den Banatblog unter:

http://www.banatblog.eu/banater-autoren-carl-gibson-symphonie-der-freiheit/comment-page-3#comment-16601

Radoi schrieb dort folgendes:

“Draga Carl Gibson,

Am gasit comentariul d-voastra la addressa :

http://istoriabanatului.wordpress.com/2010/04/01/mircea-rusnac-contributii-banatene-la-miscarea-de-opozitie-religioasa-anticomunista-a-l-r-c-1978/

am ramas impresionat de ce a-ti scris si vreau sa ne intilnim.

telefon meu este : 1(830) 688 – 0050

scriemi pe blogul meu: http://www.radoinicolae.blogspot.com/

felictari pentru carte:

Radoi Nicolae, eu locuiesc acum in san antonio, Texas.

aceste rinduri au fost scrise de un prieten de al meu Tarziu Ioan, din NEW YORK”

Bereits vor Jahren hatte ich angeregt, die Materie ALRC ausgiebiger zu erforschen, nachdem im

“Report zur Analyse der kommunistischen Dikatur in Rumänien”

des Historikers und Präsidenten-Reportkoordinators Vladimir Tismaneanu, Professor an der Universität Maryland, USA, und seiner 50 Autoren einiges über ALRC und SLOMR geschrieben worden war.

http://tismaneanu.wordpress.com/

Der Historiker Mircea Rusnac nahm die Arbeit auf und publizierte zwei Arbeiten,

eine über ALRC:

http://istoriabanatului.wordpress.com/2010/04/01/mircea-rusnac-contributii-banatene-la-miscarea-de-opozitie-religioasa-anticomunista-a-l-r-c-1978/

und eine über SLOMR in Temeschburg (Timisoara) Banat, Rumänien:

http://istoriabanatului.wordpress.com/2010/02/21/mircea-rusnac-s-l-o-m-r-sindicatul-liber-al-oamenilor-muncii-din-romania-1979-aspecte-banatene/

.

Foto: Carl Gibson

Denkmal für die Opfer der antikommunistischen Revolution von 1989,

die in Temeschburg ihren Anfang nahm.

Im Hintergrund die Oper. 

Auszug aus meinem Buch “Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur“:

Ein Hirte aus dem Bergland – oder: Von der Freiheit, für seinen Glauben einzustehen

Deus  vult!

Schlachtruf der Kreuzfahrer

In der Zelle herrschte eine natürliche Fluktuation. Von Zeit zu Zeit wurde ein Häftling ent-lassen oder nach schwer zu erratenden Kriterien verlegt. Andere kamen hinzu, unter ihnen auch so genannte Zuträger und Petzer, die gezielt eingeschleust wurden, um den wach-habenden Offizieren zu berichten, was in der Zelle ablief und was diskutiert wurde. Die In-formationen der Erpressten konnten dann für weitere Erpressungen eingesetzt werden. Im Rahmen eines solchen Austausches wurde eines Tages ein Häftling in meine Zelle verlegt, dessen Nähe ich bald suchen und mit dem ich mich auch rasch anfreunden sollte.

Er war ein Mann wie ein Bär; groß, etwas korpulent, gutmütig und unscheinbar, ein Rund-kopf mit Mondgesicht und blonden Haaren. Das Haupt einer Großfamilie mit vier, fünf Kindern hatte eine einjährige Gefängnishaft abzusitzen, obwohl ihm keine eigentliche Straf-tat vorzuwerfen war. Dieser Hüne hieß Nicolae mit Vornamen wie der geliebteste Sohn des Vaterlandes, Staatschef Ceausescu, wie Nick aus Bukarest und wie jener Clown aus dem Gerichtssaal, dessen Verdikt unser Hiersein zur Folge hatte. Er war ein fromm gewordener Christ, ein Neoprotestant und als Baptist ein Glaubensbruder des amtierenden amerikani-schen Präsidenten Carter – für uns war er nur Lae.

Nach einem Saulus-Paulus Erlebnis hatte Lae sein sinnlich sündhaftes Leben aufgeben und war, erleuchtet durch die feurigen Zungen zu Pfingsten, auf den Pfad der Tugend zurück-gekehrt. Wie einst ein späterer amerikanischer Präsident hatte er einen neuen Pfad beschritten und sein Seelenheil bei einem Gott hinter den Sternen gefunden. Der Alkohol, dem er zeitweise verfallen war, hieß nunmehr Satan. Inzwischen war aus ihm ein wahrer Christ geworden, ein pietätvoller Christ, ein geläuterter Phönix, wahrhaftig verändert der Asche entstiegen. Das Christentum im Verständnis der Baptisten war nunmehr seine einzige geistige wie religiöse Heimat; und Christus war für ihn der persönliche Gott überhaupt, während der Teufel, den er früher konkret in Rausch und Zorn erfahren hatte, ihm hier noch genauso präsent war als die leibhaftige Verkörperung des Bösen im Gefängnisumfeld. Sein Gottesbegriff und seine naive Religiosität erinnerten mich an mein frühes Suchen als Kind, als ich mir in der Auseinandersetzung mit dem katholischen Religionsunterricht mein Gottesbild zurechtzulegen versuchte und mich fragte, wie die Schlange ins Paradies kam.

Was hatte Lae eigentlich verbrochen? Gegen welche Gesetze hatte er verstoßen? Er war, wie ich es aus seinen mehrfachen Schilderungen erfahren hatte, während eines Gottes-dienstes zusammen mit anderen Glaubensbrüdern recht heftig an die Securitate geraten, die herbei geeilt war, um eine nicht genehmigte religiöse Feier zu unterbinden. Mutig und ent-schlossen hatte er – nach dem Vorbild Christi im Tempel – die rüden Staatsdiener einfach aus dem selbst errichteten Gotteshaus hinaus geworfen. Einfach so, aus dem unmittelbaren Gefühl heraus. Selbst die Frauen der Gemeinschaft hatten sich auf die Atheisten gestürzt und entschlossen die Kultstätte verteidigt. Für diesen Widerstand gegen die Staatgewalt war er dann zusammen mit zwei weiteren Baptistenführern verurteilt und mit Haft bestraft wor-den. Das war seine Geschichte, zumindest die Version, die er im Gespräch mit mir zum Bes-ten gab. Denn noch vertraute er mir nicht ganz. Vielleicht wollte ich ihn ja nur aushören? In Wirklichkeit hatte er viel mehr auf dem Kerbholz.

Nicolae Radoi war einer der neun Gründungsmitglieder des Christlichen Komitees zur Ver-teidigung der Glaubens- und Gewissensfreiheit in Rumänien, einer kaum erst ins Leben ge-rufenen oppositionellen Organisation, die sich der schweizerischen Christian Solidarity In-ternational angeschlossen hatte. Zwei weitere Mitglieder, die Baptistenprediger Petre Co-carteu und Dimitrie Ianculovici, waren ebenfalls hier, nur in anderen Zellen. Ihre Grün-dungsaktion war als ein politischer Akt interpretiert worden, der sich gegen das kommunis-tische Regime richtete. Darüber schwieg Lae zunächst, obwohl er wusste, dass wir beide ei-gentlich politische Häftlinge waren, eine Spezies, die es offiziell gar nicht geben durfte.

„Gibt es ein Recht auf Widerstand, ein natürliches Widerstandrecht, Lae?“ fragte ich ihn, nachdem er mir die Rauswurfaktion lebhaft ausgemalt hatte.

„Es gibt sogar eine Pflicht zum Widerstand!“ brach es aus ihm hervor. Seine Augen leuchte-ten vor Begeisterung. Die feurigen Zungen von Pfingsten, ein Fest das wie alle anderen oh-ne Spur an uns Häftlingen vorüber zog, nährten ihn scheinbar immer noch.

„Immer, wenn die Staatsmacht die Menschenrechte mit Füßen tritt, müssen wir Bürger ein-schreiten und unsere biblisch angestammten Rechte verteidigen. Christus, der Herr, hat es uns vorgemacht und uns gezeigt, wie wir handeln müssen! Schau in die Bibel – die Heilige Schrift hat auf alle Fragen eine Antwort! Sie ist das Gesetz. Nach ihren Vorgaben müssen wir handeln. Lese darin, und du wirst meine Worte verstehen.“

Foto: Carl Gibson

Die alte Bastei aus der k. u. k. -Zeit – Treffpunkt Andersdenkender, Ort der “Konspiration” und der Aushorchung durch Spitzel der Securitate.

Religiöse Dissidenz – oder: Von der Vision einer freien Kirche in einem freien Land

Da Lae bereits einige Zeit in Erwins Zelle verbracht und sich dort mit ihm angefreundet hat-te, kannte er unseren nonkonformistischen Werdegang bereits. Und er wusste genau, wes-halb wir saßen. Nur er redete nicht gern darüber, weil ihm das Politisieren nicht lag. Wir verstanden uns auf Anhieb, ohne dass es bedurfte eines tieferen Kennenlernens bedurft hätte – denn wir waren nicht nur gemeinsame Passionsgefährten; sondern wir waren auch, obwohl die Bezeichnung offiziell peinlichst vermieden wurde, faktisch allesamt politisch Verurteilte und als solche miteinander solidarisch.

Trotzdem witterte Lae, der eher von religiösen Impulsen bestimmt wurde als von ideo-logischen, in mir den Ungläubigen, den frivolen Ketzer, der gern auch Mal einzelne Bibel-geschichten verhöhnte, während er in meinem Gefährten den Bruder sah. Intellektuelle Aus-einandersetzungen waren ihm fremd. Vor allem das Gefasel von monotheistischen und dualistischen Weltinterpretationen, von zoroastrischen, manichäischen oder anthropo-sophischen Deutungen wollte er nicht hören. Er hatte seine Linie – und das genügte.

„Lae“, sprach ich ihn während eines ruhigen Moments an, „mir ist beim Duschen einer dei-ner Glaubensbrüder begegnet; ein kleines drahtiges Männlein, mit langem Kopf und starkem Bartwuchs. Er berichtete mir von den oppositionellen Abläufen draußen…und hatte Nach-richten aus Bukarest und aus Paris? Wer war diese fragile Gestalt?“

„Das kann nur Dimitrie Ianculovici gewesen sein! Einer unserer besten Prediger in Karan-sebesch. Wir kennen uns seit Jahren. Treu ist er und absolut zuverlässig! Du kannst ihm blind vertrauen.“

„Weshalb hat man ihn eingesperrt?“, bohrte ich weiter.

„Es hat mit unserer Vereinigung zu tun, mit dem Komitee zur Selbstverteidigung der Chris-ten. Wir haben es zusammen mit unserem Freund Pavel Nicolescu, den sie schon nach New York abgeschoben haben, und einigen anderen Baptisten aus der Region gegründet. Petre Cocarteu, unser anderer Prediger, ist auch hier. Er wird bald entlassen werden – und dann bin hoffentlich auch ich dran. Die Securitate hat unseren Zusammenschluss längst aufgelöst. Sie dulden keine Form der Opposition, auch keine religiöse. Jetzt wollen sie uns in alle Winde zerstreuen…unsere Vereinigungen unterbinden, die Gemeinschaft der Gläubigen zerschlagen… aber wir werden uns wieder treffen, feiern, singen…und neue Zentren grün-den, auch ohne ihre Zustimmung, wenn der Herr es so will! Du weißt, ich bin Hirte und weiß, wie man eine Herde zusammen hält…manchmal braucht man auch ein paar Hunde dazu. Gott hat uns den Weg gezeigt. Wir werden nicht wanken, sondern weitermachen, so wie die ersten Christen in den Löwenkäfigen der Römer! Damals wurden die Urchristen von Diktatoren verfolgt. Von Nero, Caligula, selbst von Mark Aurel, dem Philosophen im Kai-sergewand. Heute ist es nicht viel anders, heut sind wir Baptisten dran, nachdem man die griechisch-katholischen Christen schon ausgerottet hat. Stalin, dieser Teufel, hat den Hass gesät! Und unsere Kommunisten hier, seine Helfershelfer von Anfang an, machen in seinem Sinne weiter mit ihren Verfolgungen. Sie wollen eine reine atheistische Gesellschaft auf-bauen, eine Welt, die ohne Gott auskommt, ohne göttliches Recht und ohne Menschenrechte für alle! Sie hetzen nun wieder gegen uns in der Presse, verunglimpfen und verspotten uns als einfältige und rückständige Menschen! Doch wir vertrauen auf das Gute…und wir hof-fen auf Amerika! Präsident Carter, der, wie du vielleicht schon erfahren hast, ein be-kennender Baptist ist und ein exzellenter Prediger noch dazu, wird uns nicht verlassen – wie auch Gott uns nicht im Stich lassen wird!“

Aus Laes Ausführungen war deutlich herauszuhören, dass er sich als Teil einer religiösen Bewegung verstand, die sich dem atheistischen System widersetzte. Doch Lae war nicht der Theoretiker der Bewegung, die auch orthodoxe Christen und vermutlich auch ungarische Katholiken mit einbezog, sondern nur ein wuchtiges Mitglied des Ganzen, ein Fels in der Brandung, der ihrer Dissidentengruppe noch mehr Gleichgewicht und Stabilität gab. Die denkerische Vorarbeit war schon früher von Iosif Ton geleistet worden, einem freisinnigen Baptisten, der in England studiert hatte und danach heimgekehrt war, ferner von Nicolescu und Cocarteu, den beiden Predigern des Kreises. Ohne die denkerische Vorarbeit, die in un-serem Fall im OTB-Kreis von dem Alten und dem Musiker geleistet wurde, wäre eine dau-erhafte oppositionelle Struktur nicht möglich gewesen. Es bedurfte dieser mehrjährigen Vorarbeit, um das entsprechende Bewusstsein des Ankämpfenden zu formen. Doch Lae ging der politischen Diskussion aus dem Weg, wohl aus Furcht, Cocarteu und Ianculovici irgendwie belasten zu können. Wir waren nach wie vor belauscht mit Ohr und Blick – und im Grunde konnte keiner dem anderen Vertrauen.

Lae selbst war angewiesen worden, über die vertraulichen Gespräche mit mir zu berichten. Davon erfuhr ich erst unmittelbar vor seiner Entlassung. Unsere theologischen Debatten hingegen waren weitaus unverfänglicher, nicht zu letzt deshalb, weil sie von lauschenden Ohren weder richtig verstanden, noch umfassend wiedergegeben werden konnten.

„Meinst du, Lae, es ist göttlicher Wille, dass wir hier im Kerker sitzen? Dass man uns der Freiheit beraubt und uns der Angst und dem Schrecken preisgibt? Kann Gott das wollen?“ provozierte ich weiter, um auszutesten, wo Laes Toleranz endete. Lae hatte weder etwas von Epikur gelesen, noch von Dostojewski oder Nietzsche. Was kümmerte ihn die Theodizee?

„Quäle mich nicht mit solchen Sachen!“, gab er ungehalten zurück. „Was Gott tut, ist gut getan. Wir müssen daran glauben. Und nicht immer unsinnige Fragen stellen wie kleine Kinder, die noch nichts von der Welt verstehen. Zweifle nicht an Gott, glaube an ihn. Gott ist unsere Stütze, auch hier in der Zelle. Nur durch ihn werden wir Erlösung finden. Und wenn er will, dass wir hier eine Weile leiden, dann wird das richtig sein. Wir können den letzten Sinn der Dinge nicht durchschauen. Wir können auch nicht in Gottes Plan eingreifen. Die Allmacht brauchen wir nicht zu erkennen; wir können sie fühlen.“

Laes Argumente überzeugtem mich zwar nicht ganz – doch ich wollte nicht weiter den Ad-vocatus diaboli spielen und, wie ein Naphta auf dem magischen Berg, in ihn dringen, um ei-ne Rechtfertigung Gottes, einen Gottesbeweis oder eine Begründung des Bösen in der Welt zu hören. Hinweise, die gegen eine prästabilierte Harmonie und gegen eine höheren Sinn der Schöpfung sprachen, gab es viele vor unseren Augen als Unrecht und Leiden. Nicht zuletzt waren unsere Biographien ein Teil davon.

Lae war überzeugt, die unselige Zeit des Kommunismus würde irgendwann zu Ende sein, wenn Gott in seiner Weisheit und Güte dies so beschlossen hatte. Vielleicht führte er, dass ein anderer Erzengel nahen würde, ein andere Michael, der den Weg dazu bereiten würde. Wenn alles vorherbestimmt war, dann war jener Michael schon unterwegs – aus der Wüste nach Moskau und von dort in die Welt.

Während ich ein weltanschaulicher Skeptiker blieb, bereit, an allem zu zweifeln, nur nicht an der eigenen Individualität, und damals dem Pantheismus näher stand als mono-theistischen und dualistischen Weltanschauungen, hielt Lae unerschütterlich an einer persönlichen Gottesvorstellung fest, an seinem Christus, der Gewissheit geworden war. Mit etwas Neid bewunderte ich Laes Naivität, hinter der sich ein fester Glaube verbarg und ein hohes Maß an kosmischer Geborgenheit, konnte sie aber nicht übernehmen, da mir die religiöse Innerlichkeit fehlte. Man ist entweder zum Homo religiosus geboren oder zum aufgeklärten Freidenker bestimmt. Trotz der Einsicht in die tiefere Notwendigkeit eines festen Glaubens gerade hier in der Enge der Zelle konnte ich nicht aus meiner Haut heraus. Das war immer schon so. Rationalität und Einsicht konnten keinen Glauben hervorbringen. Ich war eben kein Augustinus, kein asketischer Anachoret, auch kein Mystiker, der Jesus als das Prinzip der universellen Liebe verinnerlicht hat, sondern ein aufgeklärter Mensch der Jetztzeit, der die Gottferne auf seine Art zu bewältigen hatte; über die bloße Vernunft und über das folgerichtige Denken. Religiöser Fanatismus und Fundamentalismus empfand ich als Sackgasse, als der Freiheit entgegengesetzte Prinzipien, die die Welt unsicherer machten. Einige weltpolitische Ereignisse, die mich noch vor der Verhaftung betroffen gemacht, ja geschockt hatten, verwiesen darauf. In Pakistan wurde der reformerisch orientierte Zulfilkar Ali Bhutto von rechtskonservativen Putschisten unter General Zia ul-Haq gestürzt und am Tag unserer Verhaftung am Strang hingerichtet – eine Diktatur mehr auf der Welt. Und in den instabilen Iran, der den Schah verjagt hatte, kehrte ein anderer finsterer Retter zurück: Ayatollah Chomeini. Doch von den kommenden Entwicklungen, die das Ende des Baptistenidols und Menschenrechtlers Jimmy Carter einleiten sollte, ahnten wir beide in der tiefsten Abgeschiedenheit einer rumänischen Gefängniszelle noch nichts.

Im Gegensatz zu mir hatte Lae hatte sogar zwei Seelen in seiner Brust, Wesenheiten, die grundverschieden waren und doch nicht auseinanderstrebten und ihn zerrissen, sondern in eigener Eintracht im Ausgleich bestehen konnten. Die eine Seele führte ihn hinauf, mehr im Glauben als im Erkenntnisstreben, hin in höhere Sphären des Metaphysischen, die Andere aber band ihn an die Scholle, von der er seit Generationen lebte. Einerseits war er der bibel-feste Hirte, der seine Lämmer weidete, der konservativ fühlte und ein familien- und gemein-schaftsbezogenes, gottgefälliges Leben führte, zu dem er nicht viel mehr brauchte als ein paar Freunde, seine Glaubensbrüder und die intakte Natur des Banater Berglands auf dem Munte Semenic; andererseits fuhr er mit einer schwarzen Wolga, eine Marke, die eigentlich nur Parteibonzen zur Verfügung stehen sollte, durch die Gegend und arbeitete noch als Fernfahrer, selbst im westlichen Ausland. Solange seine kopfstarke Familie zurück blieb, durfte er die Grenzen passieren. Das weitete seinen Horizont und verschaffte ihm Einblicke in die demokratischen Wertestrukturen des Westens, die den meisten Rumänen verborgen blieben. Da er seine beiden Welten gut miteinander zu verbinden verstand und darüber hin-aus auch noch ein tüchtiger Mann war, gelang es ihm, in kurzer Zeit ein beachtliches Ver-mögen aufzubauen. Er wurde zum Millionär, und dies vor der galoppierenden Inflation, die sich später mit dem zunehmenden wirtschaftlichen Niedergang Rumäniens einstellte.

Privater Wohlstand jedoch war den Kommunisten ein Dorn im Auge, reizte sie und forderte sie heraus. In einem Staat, wo alle gleich arm sein sollten, ausgenommen Parteimitglieder, die privilegiert über eigene Kanäle versorgt wurden, galt ein wohlhabender Bürger als Pro-vokation, als Herausforderung der sozialistischen Gesellschaft. Schließlich hatte man doch gerade erst mit großem Aufwand alle bürgerlichen Strukturen des alten Klassenfeindes zer-schlagen – und jetzt regte sich die private Initiative erneut…und war sogar effizienter und erfolgreicher als die sozialistische Kolchos- und Planwirtschaft. Eine Ungeheuerlichkeit! Konnte das mit rechten Dingen zugehen? Oder waren diese antisozialistischen Empor-kömmlinge nichts anderes als Räuber, die sich aus dem Volkseigentum bedienten? Freche Diebe, die sich auf Kosten anderer und der Volksgemeinschaft bereicherten? Dagegen gab es strenge Gesetze!

Lae hatte ein großes Haus, eine wohlgenährte Familie, zeitweise sogar eine Mercedes-Limousine und noch einen stattlichen Batzen auf der einzigen Bank im Land – bei der staat-lichen CEC! Bestimmt hatte er auch noch einiges im Strohsack oder irgendwo im Berg ver-graben. Die Tatsache, dass er auch noch ein Baptist war, ein religiöser Sektierer, der sich von der gleichgeschalteten Orthodoxen Kirche absetze, der die aufgeklärte, atheistische Weltanschauung ablehnte, um an einer rückständigen Gottesvorstellung festzuhalten, mach-te ihn doppelt verdächtig.

„Alles, was sie auf meinem Hof gesehen haben, hat ihnen natürlich nicht gefallen“, erzählte mir der Riese, dessen Unterarm kräftiger war als mein Oberschenkel, im Vertrauen.

„Sie sind eines Tages zu viert bei mir angerückt, mit einem Buchalter, und haben mich zur Rede gestellt, wo das Ganze her sei. Sie wollten mich natürlich brennen, kriminalisieren, einsperren – doch ich habe genau nachweisen können, woher der Besitz stammt. Ich habe ihnen meine Lohnzettel als Fernfahrer vorgelegt. Dann habe ihnen ausführlich erklärt, was ein Hirte so alles erarbeiten kann, wenn er gut wirtschaftet. Du weißt es sicherlich! Wir Ru-mänen sind ein Hirtenvolk! Die Mioritza kündet davon! Drei Landesteile – drei Hirten…Die Schafe durchziehen unser Leben und unsere Literatur wie die Esel unsere Politik, seit Jahr-hunderten! Wir Rumänen verstehen etwas von Schafwirtschaft… Bei der Prüfung habe ich den Leuten von der Geheimpolizei und der Partei genau dargelegt, wie viele Lämmer im Jahr aus einer Herde von sechshundert Schafen hervorgehen, wie diese vermarktet werden, was die Wolle einbringt, was mit der Milch geschieht und wie unser guter Käse entsteht, wie er gelagert und zu welchen Preisen er auf dem Markt verkauft wird…ich habe alles schwarz auf Weiß dargelegt, und ihnen alles vorgerechnet, präzise, mit spitzem Stift. Schließlich mussten die Burschen die Zahlen anerkennen und abziehen, ohne mich wegen illegaler Be-reicherung einlochen zu können. Das war ein Glück. Denn eine ungerechtfertigte Be-reicherung hätte mir ein paar Jahre mehr eingebracht. Also bin ich heilfroh, nur als Christ verurteilt worden zu sein! Als bescheidener Märtyrer unseres Glaubens, für christlichen Widerstand gegen Hammer und Sichel, im Einsatz für das Kreuz! Für eine Abwehrhaltung, für Notwehr gegen die Allmacht eines ideologieblinden Staates! Wenn Gott will, werden die feurigen Zungen auch noch andere erfassen und ihnen den rechten Weg weisen!“

Lae war kein großer Redner; doch seine Worte hatten Substanz. Er war gut doppelt so alt wie ich und weitaus reicher an Lebenserfahrung.

Nach Laes Ausführungen wurde mir schlagartig bewusst, dass auch meine Eltern, die im privaten Sektor mehr erwirtschafteten als über das offizielle Einkommen herein kam, eben-falls jederzeit mit solchen Anschuldigungen konfrontiert werden konnten. Noch gefährdeter waren jene Gemüsebauern aus Triebswetter, woher meine damalige Freundin Edith stammte und Richard, der über die Donau entkommen war, die mit Paprika ein Vermögen verdienten. Da es im Land kein Steuersystem gab, und die Erlöse aus dem Verkauf der Produkte, nach Abzug von Maut und Standgebühren, fast dem Reingewinn gleichkamen, schwammen ein-zelne Erzeuger im Geld. Das repressive System scheute es jedoch nicht, gerade in den Rei-hen der deutschen Minderheit durchzugreifen, wenn nur der leiseste Verdacht einer illegalen Tätigkeit aufkam. Unterschlagung und Bestechung waren ähnliche Delikte, wo man gern nach einem deutschen Sündenbock suchte. Wenn die Situation es hergab, suchte die Polizei gezielt nach einem Baptisten, einem Deutschen, einem Ungarn oder einem Anderen, um ei-ne Straftat zu rechtfertigen und zu ahnden. Blond und Schwarzbraun galten als verdächtige Farben. Allein in meinem persönlichen Umfeld gab es Beispiele dafür.

Was wurde aus Lae, in dessen Biographie sich so viele Abgründe des totalitären Systems spiegelten? Was wurde aus dem fromm gewordenen, religiösen Dissidenten, der mit seinen Glaubensbrüdern von einer freien Kirche in einem freien Staat träumte? So hatten sie ihr I-deal in einer Erklärung selbst definiert. Sie gingen dorthin, wo die Religionsfreiheit sehr großzügig gehandhabt wird; sie gingen nach Nordamerika und dienten dort im Rahmen ihrer Gemeinschaft ihrem Gott auf ihre Weise. Zumindest einigen von ihnen gelang der Aus-bruch. Die Gründungsmitglieder des Komitees zur Verteidigung der Religionsfreiheit im Rumänien, die Prediger Pavel Nicolescu und Petre Cocarteu, lehren auch heute noch das Wort Gottes im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dimitrie Ianculovici, wesentlich sensibler und zerbrechlicher als seine Mitstreiter, verfiel, in der freien Welt angelangt, der Depression, dann dem Alkohol und irrt heute, nachdem er seit vielen Jahren seine Frau ver-lor, haltlos durch die nächtlichen Pubs von New York – als Opfer der Freiheit oder als Op-fer eines totalitären Systems, das ihm die Geborgenheit seiner Heimat raubte.

Und Lae? Der Bär aus dem Banater Bergland? Was ist aus ihm geworden? Erwin besuchte ihn, als ich schon längst das Land verlassen hatte, oben auf dem Semenic, im Kreis seiner Lieben, wo gerade mit Gästen und Glaubensbrüdern aus dem Ausland Gottesdienst gefeiert wurde. Sie wollten ihn gleich dort behalten – als Teil der Gemeinschaft. Doch dann ver-schlug es Lae doch noch nach Kalifornien, wo sich seine Spur zunächst verlor. Andere Mit-glieder der religiösen Dissidenzbewegung, die an der Seite der Ausgewanderten gestritten hatten, war weniger Glück hold. Wie aus dem Präsidialreport zur Analyse der Diktatur in Rumänien hervorgeht, starben einige von ihnen unter rätselhaften Umständen, nicht anders als weitere Systemgegner, die einfach beseitigt wurden. „Gott ist groß“, sagte Lae, „und Leid und Ungerechtigkeit stammen von den Menschen!“ Durfte ich ihm da widersprechen?”

Der Dom in Temeschburg heute

Mehr zur Banater Geschichte und Opposition hier auf diem Blog bzw.  unter

http://istoriabanatului.wordpress.com/2010/04/01/mircea-rusnac-contributii-banatene-la-miscarea-de-opozitie-religioasa-anticomunista-a-l-r-c-1978/

Weiteres über Nicolae Radoi und seine Auflärung als Zeitzeuge auf seinem Blog ( in rumänischer Sprache) unter:

http://radoinicolae.blogspot.com/

Die Oppositionszeit vereint uns – von der Securitate-Folterstube, übers “Gericht” bis in die Gefängniszelle.

Für Herta Müller war die Securitate-Verfolgung ein literarisches Sujet – für uns war alles echt.

Und der Löwe hat damals noch Zähne.

Nach einem “kurzen Prozess” ohne “Verteidiger” in “öffentlicher Verhandlung”

mit ausschließlich Securitate- und Miliz-Kader als Zuschauer und Publikum,

wurden Erwin Ludwig und Carl Gibson in das Gefängnis Popa Sapca

( nur 300 Meter von Gericht und der Securitate-Zentrale am damaligen Leontin-Salajan Boulevard entfernt) eingeliefert.

Foto: Carl Gibson

Im neuen Glanz – Die “Folterkammer der Securitate” am damaligen Leontin Salajan- Boulevard. heute.

Nach “Stalinisten” benannte Straßen wurden inzwischen in Rückbesinnung auf bürgerliche und monarchische Traditionen umbenannt, Fassaden wurden neu gestrichen –

das Innenleben der Gebäude ist aber oft noch identisch mit dem der Geist der alten Zeit. 

 Polizei und Miliz (links im Bild) nutzen das Bollwerk der Unterdrückung und massiver Menschrechtsverletzungen weiter. 

Foto: Carl Gibson

Das Gericht (Dikasterialgebäude) in Temeschburg, Banat heute.

Hinter diesen Mauern wurden Erwin Ludwig und Carl Gibson,

die Gründer der “Freien Gewerkschaft rumänischer Werktätiger “SLOMR”  in Timisoara

am 6. April 1979 zu je sechs Monaten Gefängnishaft verurteilt.

Weiterführendes zur SLOMR:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sindicatul_Liber_al_Oamenilor_Muncii_din_Rom%C3%A2nia

bzw: http://istoriabanatului.wordpress.com/2010/02/21/mircea-rusnac-s-l-o-m-r-sindicatul-liber-al-oamenilor-muncii-din-romania-1979-aspecte-banatene/

http://en.wikipedia.org/wiki/SLOMR

http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Gewerkschaften_(Osteuropa)

http://origin.europalibera.org/content/article/1458425.html (Audio)

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4191832,00.html

Foto: Carl Gibson

Der “Knast” oder “Bau” in der Popa Sapca-Straße, heute –

Das Gefängnis, wo immer schon “politische Häftlinge” einsaßen.

Eine Tafel am Eingang erinnert heute daran.

Hier saß auch Nicolae Radoi ein.

Ein seltenes Foto – Freunde weigerten sich mehrfach, die Haftanstalt auf meine Bitte hin zu fotografieren;

die Angst vor Repressalien steckt immer noch in den Knochen ehemaliger Staatsbürger.

 

In den Westen gerettete Bilder zu Nicolae Radois Vita/ Curriculum:

 

 

Die Kommunisten haben uns alles genommen,

Haus und Hof,

materielle und immaterielle Güter,

tatsächliche Werte,

 

einigen nahmen sie die Ehre,

anderen die Würde.

 

Ein paar Erinnerungen blieben,

auch an Nicolae Radoi ( aus besseren Tagen).

In Rumänien war er ein reicher Mann – als er 1980 in Amerika ankam, hatte er nicht einmal das Geld, um seine Familie zu ernähren.

 

Es war wie bei Hiob – Gott gab ihm viel

und nahm ihm alles wieder

über die Geißel des Kommunismus –

 

und nun – im “Land der unbegrenzten Möglichkeiten”,

gab ihm Gott alles wieder zurück!?

 

Erinnerungen – Amintiri:

 

 

Treffen auf dem Semenic.

 

Der Hüne in derMitte ist Nicolae Radoi,

neben ihm oben: SLOMR-Mitgebründer Erwin Ludwig.

 

 

 

Die Gefährten aus der Gefängniszelle,

Baptist und Widerständler Nicolae Radoi

und Erwin Ludwig von der “freien Gewerkschft rumänischer Arbeiter” “SLOMR”,

der ersten in Osteuropa,

ein Jahr vor “Solidarnosc” in Polen.

 

 

 

Picknick auf dem Semenic im Banater Bergland.

 

 

Unter Freunden

 

– Solidarität der Verfolgten.

 

Im Hintergrund ein PKW der Marke “Wolga”,

Laes Wohlstandsausweis nach außen.

Aus dem “Reichtum” wollten die Kommunisten ihm einen Strick drehen, siehe Kapitel oben.

 

 

Der gleich Kreis – als die Begegnung stattfand, Monate nach unserer Entlassung aus dem Gefängnis,

weilte ich bereits in der Bundesrepublik.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hommage an den deutschen Widerstand gegen die Hitler-Diktatur – in memoriam 20. Juli 1944

Allein in der Gedenkstätte Plötzensee –  in Berlin

Neuzeitliches Requiem – Sprech-Drama mit Trauermusik,

in memoriam.


                                                                       Es lebe die Freiheit! Hans Scholl


Der sittliche Wert eines Menschen beginnt erst dort, wo er bereit ist für seine Überzeugung sein Leben hin zu geben.

Henning von Tresckow am 21. Juli 1944.



Es ist Zeit, dass jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muss sich bewusst sein, dass er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterlässt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem eigenen Gewissen.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg

http://de.wikipedia.org/wiki/Attentat_vom_20._Juli_1944


Es gibt Orte, wohin man nicht gerne geht, weil einem das eigene schlechte Gewissen im Wege steht; Orte des Grauens, vor denen man zurückschreckt, wenn man sich den Terror vergegenwärtigt, der von ihnen ausging. Vergessen wird dabei, dass es auch Orte sind, wo die Würde des Menschen, der Anstand und die sittliche Haltung am greifbarsten werden, trotz des Schreckens. Ein solcher Ort ist die Gedenkstätte Plötzensee; ein ehemaliges Gestapo-Gefängnis, in welchem in ganz kurzer Zeit nahezu dreitausend Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und die Hitlerdiktatur in menschenverachtender Weise hingerichtet wurden, darunter illustre Charaktere, die heute das Gewissen der Nation verkörpern und das bessere Deutschland repräsentieren.

Dorthin wollte ich allein gehen. Es wurde ein individueller, ein aufwühlender Gang, denn das eigene Gehirn hatte vieles noch nicht bewältigt. Als ich nach Deutschland kam, kam ich aus einer langen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Sie hatte meinen Werdegang deutlich mitgeprägt. Und ich kam aus einer Widerstandsbewegung gegen ein totalitäres System. Nur bewältigt war noch gar nichts. Dafür waren die historischen Abläufe zu vielschichtig und zu komplex. Mir fehlte die geistige Durchdringung der Gesamtmaterie und noch mancher historische Baustein, um die Abläufe im deutschen Widerstand gegen Hitler bis hin zum Attentat am 20. Juli ganz zu verstehen. Einiges hatte ich mir bereits erarbeitet.

Mit unbestimmtem Grauen betrat ich die Anlage – als ein Eingeweihter in Sachen Menschenvernichtung. Sie hatte etwas von einer Schlachtbank, die an den Großen Terror während der Endtage der Französischen Revolution erinnerte. Die Guillotine, deren Anschaffung Hitler persönlich angeregt hatte, um das systematische Abschlachten von Menschen in industrieller Weise zu ermöglichen, war nicht mehr zu sehen. Sie war entfernt worden, um die Empfindungen der Nachwelt zu schonen. Nur die Haken waren noch da an einem Stahlträger – wie in einer Metzgerei – an denen die edelsten Köpfe der Nation aufgehängt worden waren, beim Kerzenschein und selbst in der Nacht, während draußen Bomben fielen.

Nun stand ich stand da, nach Jahrzehnten, und schaute in einen Raum, in dem es nichts zu sehen gab bis auf wenige Symbole des Schreckens, die zum Nachdenken anregen sollten, erfüllt von Bitterkeit und Grausen. Biographien einiger der Opfer rollten vor mir ab, individuelle Leidensgeschichten, Einzeltragödien mit Namen, deren Wohlklang ich schon im fernen Temeschburg vernommen hatte, ohne Details zu kennen; Namen aus dem Umfeld des Kreisauer Kreises und aus dem militärischen Widerstand gegen Hitler. Während ich starr da stand und stumm ins Leere blickte, drängten sich mir spärliche Bilder auf, verschwommene, vom Gehirn künstlich zusammengefügte Szenen aus dem Leben jener Charaktere, die hier hingemordet worden waren, nachdem sie ein perverses Polittribunal unter Rechtsbeugung im Schnellverfahren zum Tode verurteilt hatte.

Berthold Graf von Stauffenberg war in diesem Hinrichtungsschuppen würdelos erhängt worden; und mit ihm Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg und Korvettenkapitän Alfred Kranzfelder, nachdem der so genannte Volksgerichtshof ihnen einen schnellen Prozess gemacht und sie abgeurteilt hatte.

Ein kurzer Prozess? Leider wusste ich, was das war – den ich hatte selbst einen erleben müssen, mit glücklicherem Ausgang! Kein echter Vergleich – aber eine Ahnung davon.

Claus Schenk von Stauffenberg war bereits am 20. Juli – nach dem Scheitern des Attentats auf den Diktator Hitler – von einem Erschießungskommando in Berlin erschossen wurden. Mit ihm starben auf die gleiche Weise seine Mitverschwörer Albrecht Mertz von Quirnheim, Friedrich Olbricht und Hans-Bernd Haeften. Viele weitere Widerstandskämpfer folgten. Bevor Claus von Stauffenberg erschossen worden war, hatte er noch ausrufen können: Es lebe das geheiligte Deutschland!

Jetzt stand ich an der Stelle, wo Ströme Blut geflossen waren – so lange, bis die Guillotine versagte.

Dann wurde gehängt, makaber im Schein der Fackel.

Im Licht der Bombenfeuer und im Kampfgetöse des Zusammenbruchs waren die aufrichtigsten und wahrhaftigsten eines Volkes einfach aufgeknüpft worden wie Strolche und Tagediebe im rechtsfreien Raum!

Viele Unbeteiligte ahnten nichts davon. Viele Informierte blickten weg. Manche sahen zu. Und manche agierten, blind, fanatisiert oder aus reiner Bosheit heraus. Dass sich immer Menschen fanden, die bereit waren, andere Menschen umzubringen, einfach hinzumorden … Der Mensch – die Krone der Schöpfung? Und das im Volk der Dichter und Denker?

Wie dünn war das kulturelle Substrat wirklich? Wann wurde der Mensch zur Bestie? Auch darüber hatte ich bis zum Exzess, bis zur Grenze der Verzweiflung räsoniert, ohne eine Antwort zu finden.

In meiner Rückschau sah ich Helmuth James Graf von Moltke, den aufgeklärten Urgroßneffen des preußischen Feldherrn, der auf seinem Gut in Schlesien den Kreisauer Kreis begründet und am Leben gehalten hatte. Sein Tun war auf ein demokratisches Deutschland nach Hitler gerichtet. Und er handelte, vom Gewissen getrieben. An einem dieser Haken vor mir musste er unwürdig sterben.

Dann sah ich Adam von Trott zu Solz, den Spross einer alten Diplomatenfamilie, der bereits 1939 im Widerstand agierte und als Diplomat in London und New York um Kontakte zu den dortigen Regierungen bemüht war, aber überhört wurde. Weder in England, das, wie man heute weiß, damals vor der Münchner Konferenz den Krieg noch hätte verhindern können, wenn es Hitler mit einer Kriegsandrohung Einhalt geboten hätte, noch in Amerika war er ernst genommen worden. Vielleicht, weil er sehr früh opponierte. Aber verhöhnt wurde er und zynisch abgewiesen, als die Logik des Krieges ihrer Autodynamik verfiel. Also flog er auf und musste hängen, weil das Unrechtssystem der Braunen Diktatur es so befahl.

Und ich sah Peter Graf Yorck von Wartenburg und Hans von Dohnanyi, zwei andere konservative Intellektuelle, Widerstandskämpfer frühester Stunde, die sterben mussten, damit ein kranker Diktator weiter leben und im Endkampf nochmals Millionen Menschen in den Tod schicken konnte.

Weiter sah ich vor meinem geistige Auge Carl Friedrich Goerdeler, den aufrechten konservativen Politiker und Widerständler, gedemütigt vor dem Volksgericht stehen, einem schreienden Richter Freisler ausgeliefert, der mit der gleichen Dämonie schrie wie Hitler geiferte.

Goerdeler sollte nach Hitlers Sturz der künftige Reichskanzler sein. Da, wo ich jetzt stand, wurde er enthauptet, nachdem seine schon angefertigten Minister-Listen den Schlächtern weitere Opfer ans Messer geliefert hatten. Wie gut, dass unsere Liste nicht gefunden worden war. Listen, das sind oft Todeslisten ….

Die Reihe der aufrechten Charaktere, die nur an dieser Stelle von Verbrechern hingemordet wurden, fern von Recht und Gesetz, fern von Gnade, wollte kein Ende nehmen. Es gab doch aufrechte Deutsche, die, ihrem Gewissen folgend, in schwerer Zeit das Richtige taten. Manche von Anfang an; andere wie die Hitlerattentäter Henning von Tresckow und Claus von Stauffenberg später, nachdem die Menschheitsverbrechen, die aus der Logik des Krieges resultieren, die verbrecherischen Führerbefehle aus dem Bunker und der befohlene Mord an Frauen und Kindern nicht mehr zu rechtfertigen waren. Aber sie handelten aus höherer Einsicht und von wahrer Verantwortung für Volk und Vaterland getrieben!

Die Tat Stauffenbergs hatte mich immer schon beschäftigt; schon damals, als unser kleiner Widerstandskreis sich formierte, in den Tagen der Untersuchungshaft und in den langen Nächten des Gefängnisaufenthalts.

Jetzt war ich hier am Ufer der Spree in Plötzensee, am Ort des Geschehens. Hier war, Stunden nach dem Attentat, die Operation Walküre angelaufen, der Auftakt zu einem Staatsstreich, der ein demokratisches und freies Deutschland begründen sollte. Eine Reihe ungünstiger Zufälle und befehlsblinde Offiziere – wie der von Hitler zum Generalmajor beförderte Ernst Otto Remer, dem ich bald darauf unter anderen Umständen begegnete – führten zum Scheitern des letzten großen Aufbegehrens für Freiheit und Gerechtigkeit. Während Revisionisten wie Remer, der die Widerstandskämpfer um Graf von Stauffenberg öffentlich als Vaterlandsverräter bezeichnet hatte, Hetze und Hass verbreitend weiterlebten und bis ins hohe Alter hin der weltanschaulichen Haltung ihrer persönlichen Glanzzeit treu blieben, mussten die eigentlichen Widerstandskämpfer und mit ihnen ungezählte andere aufrichtige Deutsche, die an dem politischen Umsturz mitgewirkt hatten, ihr Leben lassen, während ihre Familien in Sippenhaft genommen und lange diskriminiert wurden. War das gerecht? Nach Remers Putschvereitelung forderten die kommenden Monate des fortgesetzten Krieges an allen Fronten mehr deutsche Opfer als die Kriegsjahre seit dem Ausbruch.

Etwas von dieser schier unbegreiflichen Tragik rollte in meinem Gedächtnis ab, nach Szenen, die ich aus Büchern kannte, aus Dokumentationen und vom Bildschirm. Viel Mut war bewiesen worden in einem Aufstand des Gewissens gegen massives Unrecht: Ich sah Trott zu Solz’ entschlossene Selbstbehauptung gegenüber dem Scheusal Freisler, und sah, wie Erwin von Witzleben von derselben Bestie in Robe niedergeschrieen wurde.

Das Bildnis Dietrich Bonhoeffers einsam in der Zelle sitzend, drängte sich mir auf, ein Christ vor Gott, in Gebete, in Verse vertieft, Zeilen eines geistigen Vermächtnisses aufsetzend, den Blick voller Zuversicht zum Himmel erhoben.

Miserere domine! Und dann hörte ich erneut, klar wie die Posaunen von Jericho, die leitmotivische Mahnung des Claus von Stauffenberg:

Es lebe das geheiligte Deutschland!

An diesem Ort verblutete das andere Deutschland; seine Edelsten und Besten ließen hier ihr Leben im bewussten Opfergang für das gesamte deutsche Volk, um ihm, dem geopferten Phönix, nach dem Zusammenbruch eine Reinwaschung zu ermöglichen von den Menschheitsverbrechen, in die es der dämonische Diktator Hitler gestürzt hatte und ein österliches Wiederauferstehen.

Doch war Stauffenbergs Tat repräsentativ für den deutschen Widerstand gegen Hitler kein letztes müdes Aufbäumen kurz vor dem Untergang, als das Gewissen gegen das maßlose Unrecht und Leid aufbegehrte, sondern eine bewusste Gegnerschaft, ein luzider Widerstand gegen ein totalitäres System, der von frühester Stunde an da war und konsequent durch gehalten wurde – bis in den Tod.

Es entspricht nicht der historischen Wahrheit, wie vor allem im Osten Europas immer wieder behauptet worden war, das gesamte deutsche Volk hätte geschlossen hinter Hitler gestanden, es hätte seine Aggressionspolitik mitgetragen, sein Hegemoniestreben, seinen Imperialismus; und es hätte seine Verbrechen gedeckt.

Richtig ist, dass es aus dem deutschen Volk heraus einen höchst beachtlichen Widerstand gegen Hitler gab – und dies von Anfang an aus Prinzip, lange noch bevor die schlimmen Wahrheiten bekannt wurden.

Wie vom Teufel persönlich beschützt, überlebte der Führer vierzig Anschläge! Eine makabre Groteske des Zufalls, eine Undenkbarkeit! Und Ceauşescu, dem wir kleine Dissidenten nichts entgegen zu setzen hatten, was mit der Operation Walküre vergleichbar gewesen wäre? Keinen!

Doch vom systematischen Kampf gegen Hitler wusste selbst ich, der historisch interessierte Europäer, der westliche Medien auswertete, wenn sie erreichbar waren, im fernen Banat fast nichts.

Erst späte westliche Quellen und die intensive Beschäftigung mit der Materie über Jahre erschlossen mir die volle Dimension des deutschen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, der von allen Teilen der Bevölkerung getragen wurde, vom einfachen Mann aus den Volk wie Georg Elser im Münchner Bierkeller bis in die Spitzen der Wehrmacht zu Persönlichkeiten wie General Ludwig Beck, dem Gehirn des versuchten Staatsstreichs vom 20. Juli.

General Beck durchschaute die kriminellen Machenschaften Hitlers schon sehr früh und setzte seit 1938, also noch vor dem Einmarsch in die Tschechoslowakei, alles daran, den Widerstand gegen Hitler zu fördern, um den Diktator von der Macht zu entfernen. Die Generalität unterstützte ihn – nur England zögerte, als um Mitwirkung angesucht wurde. Wenn wir euch gegenüber so aufrichtig gewesen wären wir ihr im Gespräch mit uns, dann hätten Hitlers imperialistische Expansion, der Zweite Weltkrieg und mit ihm 55 Millionen Opfer vermieden werden können, bekennen die Briten heute offenherzig. Sie haben ihre moralischen Hausaufgaben inzwischen fast erledigt und einiges zur Vergangenheitsbewältigung beigetragen.

Auf andere kommt dieser Komplex noch zu – auch auf die Rumänen!

An dieser matten Stelle in der ehemaligen Reichshauptstadt Berlin starben für ihr Vaterland – aus einer ethischen Überzeugung und tiefer protestantischer Gesinnung heraus – innerhalb von Monaten fast dreitausend Menschen. Unter den Opfern waren auch herausragende Repräsentanten der militärischen Elite: Erwin von Witzleben und Karl Heinrich von Stülpnagel. Sie opferten ihr Leben für höhere Werte, für Gerechtigkeit, politische Freiheit und Vaterlandsliebe.

Erwin von Witzleben war als Generalfeldmarschall der ranghöchste Soldat, der von den Nationalsozialisten ermordet wurde, nachdem sie auch ihn, den General der noch vor Jahren als erster jene verhängnisvolle Vereidigung der Wehrmacht auf den Führer durchgeführt hatte, öffentlich degradiert, vor den Volksgerichtshof gezerrt und in einem schäbigen Schauprozess, ohne Hosenriemen der Lächerlichkeit preisgegeben, entwürdigt, beleidigt und gedemütigt hatten.

Erwin von Witzleben, dessen Stammbaum bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, ging bereits 1934 auf Distanz zu Hitler. Die Ermordung Ernst Röhms auf Befehl Hitlers, wobei Teile der Wehrmacht mit involviert und somit instrumentalisiert wurden, sowie die ebenfalls von Hitler angeordneten und öffentlich im Reichstag verteidigten Ermordungen der Generale von Schleicher und von Bredow bei krasser Hinwegsetzung über die geltenden Gesetze hatten ausgereicht, um diese Haltung, die er mit General Beck, General von Stülpnagel, mit Henning von Tresckow und anderen oppositionellen Militärs teilte, herbei zu führen.

Erwin von Witzlebens Plan, den Usurpator Hitler bereits 1938, also zu einem Zeitpunkt von der Macht zu entfernen, als Europa noch nicht an allen Ecken brannte, scheiterte an einem dummen Zufall der Geschichte – an der Beschwichtigungspolitik der Engländer, am Appeasement Chaimberlains und dem verhängnisvollen Münchner Abkommen, das die Tschechoslowakei dem Diktator auslieferte und ihn mit diesem – so genannten diplomatischen – Erfolg nach innen hin stärkte; der Opposition hingegen jeden Wind aus den Segeln nahm. General Halder und von Witzleben konnten bei entsprechender politischer Kulisse ihren Plan, Hitler verhaften zu lassen nicht durchsetzen. Die späteren Blitzkriegerfolge in Polen und Frankreich erzielten den gleichen Effekt und zementierten noch den Mythos der Unfehlbarkeit.

Auch der gemeinsame Plan General von Stülpnagels, damals Oberkommandierender der Wehrmacht in Frankreich, und von Generalfeldmarschall Erwin Rommel, der die Abwehrmaßnahmen einer drohenden Invasion am Kanal koordinierte, Hitler zu einer Besichtigung der Wehranlagen nach Westfrankreich zu locken, um ihn dort durch loyale Truppen der Wehrmacht verhaften zu lassen, scheiterte an einem dummen Zufall. Hitler, der bis dahin immer wieder Gründe finden konnte, nicht nach Frankreich zu reisen, blieb endgültig fern, nachdem eine nach England gelenkte V 1 versehentlich im Abwehrgebiet einschlug.

Nach dem gescheiterten Staatsstreich von 20. Juli nahmen sich General von Beck, Generalfeldmarschall Rommel, Henning von Tresckow und andere Mitverschwörer selbst das Leben, nicht zuletzt, um keine anderen Mitwisser in drohenden Verhören zu belasten. Heinrich Karl von Stülpnagel richtete seine Pistole an die Schläfe und schoss sich durch den Kopf. Er überlebte schwer verwundet – und wurde wahrscheinlich noch von der Gestapo gefoltert bevor er in dieser Halle an diesem Haken wie ein Strauchdieb erhängt wurde.

Wie er starb hier, wo meine Füße ruhten, der andere aufrechte Soldat, der nach einem Umsturz die Führung der Wehrmacht übernommen hätte: Erwin von Witzleben. Wie viel menschliche Größe war hier verrauscht, hier vor mir?

Wie konnte ich alle würdigen und die Erinnerung an ihre altruistischen Taten wach halten? Und das große Aufbegehren jedes einzelnen Opponenten, jedes offenen Regimekritikers ins rechte Licht rücken? Die Taten von Tausenden, die gegen das Unrecht aufstanden und ihr Leben hingaben, um es zu beseitigen?

Wo war jetzt die heitere Gelassenheit eines Dietrich Bonhoeffer, der mit Gottvertrauen zuversichtlich in den Tod ging, in der Hoffnung auf das wahre Leben? Tragische Betroffenheit überkam mich – und ein spätes Schaudern vor der Dämonie des Bösen, auf die ich keine Antwort fand. Wie viele einfältige Leute hatte ich über das Böse plaudern hören, philosophisch abstrakt und ironisch wie Mephisto in Faust. Das Böse der Geschichte war echt und immer noch real. Gleichzeitig spürte ich aber auch etwas von der Macht des Ethos, das über Jahre aufrechterhalten und von ganz unterschiedlichren Charakteren vorgelebt wurde.

An solchen Taten verblasste das eigene Tun. Doch die Botschaft der Geschichte ist eindeutig – der Mensch muss in jeder Situation am Humanum festhalten und alles menschenmögliche tun, um es zu beschützen. Die Würde des Menschen, Freiheit und Gerechtigkeit sind Grundwerte, die über allem positiven Recht angesiedelt sein müssen – auf nationaler wie auf internationaler Ebene. Die Verfassung der Bundesrepublik ist eine nationale Antwort darauf – die Charta der Vereinten Nationen die Antwort der Völkergemeinschaft.

Wir hatten auch einiges erlebt in unserer Auseinandersetzung mit dem repressiven System einer Diktatur. Doch was waren unsere Erlebnisse gemessen an der Tragik, die an dieser Stelle kulminierte und im Vergleich mit dem Grauen in den Konzentrationslagern mit dem millionenfachen Tod, Leid und Schrecken, der sich im Anonymen und Namenlosen vollzog?

Das Böse hatte wieder einmal über das Gute und Gerechte triumphiert. Und das Feige über Mut und Tapferkeit! Die gesamte Weltordnung schien für alle Zeiten erschüttert. Wie schwer war es doch, in kritischer Zeit aufrecht zu gehen?

Vor dem schweren Gang an den Unort hatte ich mir eine Liste besorgt – schon wieder eine Liste – mit den Namen der Beteiligten des nationalen Aufstandes vom 20. Juli 1944, die für die Sache der Freiheit ihr Leben hingegeben hatten. Darunter waren viele illustre Persönlichkeiten bis hin zu legendären Gestalten wie Feldmarschall Erwin Rommel. Jede von ihnen wirkte als Vorbild. Und jede von ihnen verdient eine würdige Auseinandersetzung. Denn hinter jedem individuellen Einsatz für Freiheit und Demokratie bei Preisgabe des eigenen Lebens steht eine schwere Gewissensentscheidung, ein Golgotha-Erlebnis, zu dem in schwerer Zeit nur die wenigsten Menschen fähig waren.

Noch einmal sah ich zu den Haken hin und erkannte dort die Gnade meines Schicksals durch die späte Geburt. Wäre das Baumeln dort am Haken mein Los gewesen, wenn ich einige Jahrzehnte früher gelebt hätte? Wie hätte ich mich entschieden? Hätten mein Patriotismus und mein Ethos ausgereicht, um dort zu hängen?

Berechtigte Zweifel kamen auf … Wir hatten es einfacher! Wir wussten, wo wir zu stehen hatten und wo wir standen! Dafür musste ich dankbar sein. Die Zweifel an der eigenen Festigkeit wurden deutlicher, je mehr ich über die innere Entscheidungssituation der Widerständler nachdachte. An ihrer Entschlossenheit verblasste die meine. Als ich ging, ging ich in tiefer Betroffenheit, doch unerfüllt über den Verlauf der Geschichte.


Auszug aus dem Werk: Carl Gibson, Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur. 2008.

Parts of the Berlin Wall in South Germany - now an "anticommunist monument

Parts of the Berlin Wall in South Germany - now an "anticommunist monument

Foto: Monika Nickel

Auf den braunen Totalitarismus folgte der rote – Reste der “Berliner Mauer”,

entdeckt:

1000 Kilometer südlich der deutschen Hauptstadt

irgenwo in Südbaden – sie erinnern und mahnen.

Die Opfer der beiden Diktaturen auf deutschem Boden im 20. Jahrhundert sollen nicht umsonst gewesen sein.

 

 

 

 

 

 

 

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Koryphäen der Einsamkeit und Melancholie in Philosophie und Dichtung aus Antike, Renaissance und Moderne, von Ovid und Seneca zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche – demnächst auf dem Buchmarkt und im Buchhandel

Einsamkeit und schöpferische Freiheit

Der bisher an dieser Stelle veröffentlichte Beitrag wurde
fünf Jahre lang der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die neue, überarbeitete Text-Fassung ist in dem inzwischen abgeschlossenen Werk enthalten.
Das über 500 Seiten umfassende Buch ist im Druck und wird in wenigen Tagen vorliegen,
unter dem Titel:

Carl Gibson

Koryphäen
der
Einsamkeit und Melancholie
in
Philosophie und Dichtung
aus Antike, Renaissance und Moderne,
von Ovid und Seneca
zu Schopenhauer, Lenau und Nietzsche

Motivik europäischer Geistesgeschichte und anthropologische Phänomenbeschreibung – Existenzmodell „Einsamkeit“ als „conditio sine qua non“ geistig-künstlerischen Schaffens
Mit Beiträgen zu:

Epikur, Cicero, Augustinus, Petrarca, Meister Eckhart, Heinrich Seuse, Ficino, Pico della Mirandola, Lorenzo de’ Medici, Michelangelo, Leonardo da Vinci, Savonarola, Robert Burton, Montaigne, Jean-Jacques Rousseau, Chamfort, J. G. Zimmermann, Kant, Jaspers und Heidegger,

dargestellt in Aufsätzen, Interpretationen und wissenschaftlichen Essays

1. Auflage, Juli 2015
Copyright © Carl Gibson 2015
Bad Mergentheim
Alle Rechte vorbehalten.

ISBN: 978-3-00-049939-5

Aus der Reihe:
Schriften zur Literatur, Philosophie, Geistesgeschichte
und Kritisches zum Zeitgeschehen. Bd. 2, 2015

Herausgegeben vom
Institut zur Aufklärung und Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa, Bad Mergentheim

Bestellungen direkt beim Autor Carl Gibson
Email: carlgibsongermany@gmail.com
– oder regulär über den Buchhandel.

(Der Preis wird noch festgesetzt, ca. 55 Euro.)

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Atomkraftwerke vor dem Aus – Gedanken zur Zukunft der Stromversorgung in Deutschland und in Europa

 Ein sorgenvoller Blick auf das Atomkraftwerk “Fessenheim” im Elsaß an der deutsch-französischen Grenze

Nach der Kernschmelze im Atomreaktor von Tschernobyl hing das Schicksal Europas an einem seidenen Faden.Wenn die radiokative Masse durchgebrochen wäre und das Grundwasser erreicht hätte, wäre es zu einer gigantischen Explosion gekommen, die Millionen Opfer gefordert hätte.

Ganz Europa wäre radiokativ verstrahlt worden – für alle Zeiten unbewohnbar!

Tausende Menschenleben mussten 1986 geopfert werden, um die größte Katastrophe zu vermeiden. Diese Menschenopfer wären umsonst gewesen, wenn Politik und Wirtschaft keine nachaltigen Konsequenzen aus dem einmaligen Unglück ziehen würden.

Was haben wir aus dem Tschernobyl-Unglück gelernt?

Wie es scheint, nicht viel.

Die Verkettung unglücklicher Umstände zeigt nun in Japan, dass die als “sicher” apostrophierte Atomtechnologie in Wirklichkeit nicht beherrschbar ist.

Wir in Deutschland und Europa leben seit Jahrzehnten mit der Atomenergie, weil man uns eingeredet hat, sie sei unverzichtbar.

Der Zufall wollte es, dass ich in den letzten drei Jahrzenten im Angesicht der Atomenergie leben musste –

in Sorge, in Skepsis, aber auch im Vertrauen, dass wir wissen, was wir tun und dass die Öffentlichkeit nicht hinters “Licht geführt” und belogen wird.

Inzwischen habe ich da meine Zweifel.

Im Jahr der Tschernobyl-Katastrophe studierte und lebte in in der Gegend von Würzburg, am Main – vor den Augen: Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld.

Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld am Main vom Naturschutzgebiet aus betrachtet.

Was alles so gedeiht in intakter Natur!

http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Grafenrheinfeld

Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld

Blick auf den Main von der Vogelsburg (bei Volkach) aus,

ca. 15 Kilometer vom AKW entfernt.

Hier wächst der köstliche Frankenwein,

flußaufwärts dampft das AKW.

Idyllisch- die Mainschleife

AKW Grafenrheinfeld südlich von Schweinfurt

Vom Hochsitz aus betrachtet ändert sich manche Perspektive.

Die Frage stellt sich:

Wer ist mehr radioaktiv verstrahlt nach einer Nacht auf der Pirsch:

der Jager

oder die Wildsau im Busch,

die die Tschernobyl-Eicheln gefressen hat?

Weidmanns Heil und fette Beute!

Hochspannungsleitung vom AKW in die Region Franken

bzw. zum Industrie-Standort Schweinfurt

Oft und interessiert musterte ich das Atomkraftwerk Grafenrheinfeldvon außen, ohne zu ahnen, dass ich später auch einmal beruflich mit der Darstellung “elektrischer Energie” konfrontiert werden würde.

Später fuhr ich auf dem Weg über den Stromberg in den Schwarzwald gelegentlich am AKW Neckarwestheim vorbei, im Hinterkopf die vielen Millionen Steuergelder an die winzige Gemeinde in den schwäbischen Weinbergen, die sich einen Bürgermeister leistete, der – lange vor der Finanzkrise – einen großen Teil davon in den Sand setzte. Nach den Anschlägen vom 11. September in den USA, die ich über das Fernsehen live miterlebt hatte, passierte ich fast täglich das inzwischen stillgelegte AKW Obrigheim am Neckar, immer in Sorge,

Terroristen könnten dies Ziel ausspähen oder gar ein Flugzeug auf das exponierte AKW stürzen. Die Sorge, mit den Auswirkungen der Energieversorgung über Atomkraft leben zu müssen, wachgehalten durch die Spätfolgen von Tschernobyl in der verstrahlten und verseuchten Umwelt, war stets allpräsent.

 AKW Obrigheim, stillgelegt

In meinem unmittelbaren Umfeld waren weitere Atomkraftwerke, Philipsburg bei Karlsruhe und Biblis in der Pfalz, die aufgrund der Dichte beunruhigten.

Am instensivsten aber beschäfigte mich das gewaltige Atomkraftwerk Fessenheim, am Rhein, auf französischer Seite beginnend mit meiner Studienzeit 1983 in Freiburg bis zum heutigen Tag. Da ich oft in der Region weilte, habe ich auch manches fotografisch dokumentiert.

Wenn Deutschland alle seine Atomkraftwerke abschalten würde, wären wir dann sicherer – mit Fessenheim vor der Haustür … und weiteren Atomkraftwerken in der Schweiz … und in anderen europäischen Staaten?

Keinesfalls – Radioaktivität kennt keine Grenzen.

Ein Supergau – wie er in Tschernobyl drohte – kann die gesamte Welt verseuchen und unbewohnbar machen.

Aus dieser Einsicht heraus wurden – ausgehend von Michael Gorbatschows Initiative – Atomwaffen stark reduziert.

Stromleiteitung in Südbaden

Stromleiteitung in Südbaden

Der Rhein bei Fessenheim

Der Rhein bei FessenheimDas Rheintal – Blick gen Fessenheim

Allegorie der Elektrizität am Bau des Elektrizitätswerkes Fessenheim, wo früher nur mit Wasserkraft elektrischer Strom erzeugt wurde.

Konventionelle Stromerzeugung mit Wasserkraft 1953 – 1956 .

Ein Teil des französischen Atomstroms wird nach Deutschland abgeleitet.

Kurze Wege bedeuten geringe Verluste und ermöglichen einen günstigen Einkaufpreis für die “saubere Energie” Strom, ohne den in unserer modernen Gesellschaft fast nichts mehr funktioniert.

Kaplan- Turbine – ausgestellt von der EDF am Werk Fessenheim.

Verbrauchte Brennstäbe exponiert niemand – als tickende Zeitbomben werden sie tief in der Erde versteckt, als Erbe für unsere Nachfahren.

Das Atomkraftwerk Fessenheim von der französischen Seite aus betrachtet. Die beiden mächtigen Kühltürme sind nicht zu sehen. Die Anlage ist äußerlich mit Stacheldraht und Technologie aller Art gut gesichert.

Bedenklich: Das Atomkraftwerk liegt im Rheingraben und somit in einer erdbebengefährdeten Zone.

Mehr zum störungsanfälligen AKW Fessenheim unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Fessenheim

Strom kommt aus der Steckdose, sagt man. Tatsächlich bestehen starke Abhängigkeiten von elektrischer Energie: Computer, Internet, Industrie, Heizung, Kühlung, Licht etc. sind ohne elektrische Energie fast undenkbar.

Der Zivilisationsgrad einer Gesellschaft hänge von der Höhe des individuellen Stromkonsums ab, sagt man.

“Mehr Licht” – Die Geschichte der Stromversorgung in Bad Mergentheim, Buchtitel von Carl Gibson.

Das Projekt beschäftigte mich ein Jahrzent hindurch – es zeigt den Weg der Elektrizität durch das 20. Jahrhundert hindurch, beginnend mit dem Ende der Petroleumlampen, durch die Zeit der Weltkriege bis in die Moderne.

Schaufel-Turbine vermutlich aus dem alten Wasserkraftwerk Fessenheim

Stromauf- und abwärts wird noch viel “Strom” konventionell erzeugt.

Ausrangierter Generator aus dem E-Werk Fessenheim?

Das idyllische Städtchen Staufen im Markgräfler Land an Fuße des Hochschwarzwaldes – nur ca. 15 Km von Fessenheim entfernt. Aufnahme aus glücklicheren Tagen.

Inzwischen weisen zahlreiche historische Häuser und Bauten Risse auf, die nach geothermischen Bohrungen durch das Aufblähen von Erdschichten entstanden.

Ähnliche Geothermie-Bohrungen in der nahen schweizerischen Großstadt Basel hatten sogar ein kleineres “Erdbeben” ausgelöst,

das ist ein Hinweis darauf, wie anfällig der “Rheingraben” ist.

Was wird aus Fessenheim, wenn in dem großen Atomkraftwerk ähnliche Risse auftreten sollten?

Inzwischen gibt es Konsequenzen in Deutschland – das AKW Neckarwestheim wird stillgelegt. Ein erster Schritt in den Ausstieg aus der Atomenergie.

Doch werden unsere europäischen Nachbarn mitziehen? Etwa die Schweiz, die sehr viel elektrische Energie aus Wasserkraft produziert und – wie Frankreich – Strom exportiert?

Weshalb leisten sich die Schweizer überhaupt Kernkraftwerke  – nur aus einer ausgeprägten Technikgläubigkeit heraus?

Die atomare Gefahr kann nur gebannt werden, wenn weltweit auf die kriegerische und friedliche Nutzung der Kernenergie verzichtet wird.

Das neue Bewusstsein dazu reift heran.

Auf elektrische Energie zu einem fairen Preis muss nicht verzichtet werden – alternative Energiegewinnungsmöglichkeiten stehen bereit und können noch ausgebaut werden.

Der Präzedenzfall “Tschernobyl” hat es deutlich gemacht – in der Atomwirtschaft und Atompolitik der Staaten kommt es auf Offenheit an,

auf Glasnost und Perestoika in allen Bereichen.

In der damaligen Sowjetunion wurden nicht nur zahlreiche Lügen verbreitet,

auch die Bertroffenen wurden nicht informiert, nicht aufgeklärt, sondern verheizt.

Alle , die mit nacktem Körper und der Strahlung ausgesetzt  am Reaktorbau arbeiteten, starben unmittelbar danach.

Tausende Minenarbeiter wurden – für eine Prämie von 100 Rubel – in den sicheren Strahlentod geschickt.

Ist das alles schon vergessen?

Tausende gaben ihr Leben, um die Sowjetunion und Europa vor der Auslöschung zu bewahren. Wie dankt das Vaterland es den Überlebenden, den täglich Todgeweihten?

man lässt sie in bitterer Armut dahinsiechen!

Wie gleicht diese Intransparenz den gegenwärtigen Verhältnissen im “hermetischen Japan”,

wo eine kleine, doch überaus mächtige Atomlobby das Sagen hat.

Japan ist von der Atomenergie stark abhängig, ebenso wie unser Nachbar Frankreich, der zu 80% Atomstrom verbraucht, während in Deutschland nur ca. 25 Prozent Atomenergie genutzt wird.

In Frankreich ist es der Staat selbst, der die Atomkraftwerke betreibt.

Fessenheim – im Rheingraben zwischen Vogesen und Schwarzwald.

Ist das Atomkraftwerk ausreichend gegen Rhein-Hochwasser geschützt?

Auch danach fragen Umweltschützer und betroffene Anlieger aus der Bundesrepublik seit vielen Jahren.

“Modern Times” auch in der Konversions-Gegend Eschbach – Hardheim. Eine moderne Müllverbrennungsanlage,  fast idyllisch, die Kühltürme des Atomkraftwerks Fessenheim im Elsaß.

Panta rhei? Alles fließt, auch die Atome in der Stromleitung von Frankreich in Richtung Schwarzwald. Kulturlandschaft mit Reben und elekrrischer Energie.

Im Elsaß sieht es vergleichbar aus.

Was wird aus der schönen Gegend zwischen Basel und Karlsruhe mit historischen Städten wie Freiburg und Straßburg, wenn es zu einem größerern Störfall in Fessenheim kommen würde?

Taube Ohren in Frankreich – in Deutschland aber tut sich etwas, auch in Sachen “Verantwortung” und “vorausschauendes Denken”.

Naturkatastrophen (Erdbeben, Überschwemmungen etc.) sind – wie die Entwicklungen im japanischen Fukushima zeigen – nicht voraussehbar und kalkulierbar.

Bei einem Störfall unmittelbar betroffen – die Öko-Hochburg Freiburg im Breisgau.

Bei Eschbach im Markgräflerland

Das “Castell” im Anrainer-Ort Eschbach im Markgräfler Land.

Leben mit dem Restrisiko, lautet die Devise.

Wie es heißt, stehen Jodtabletten für die Bevölkerung im Umfeld von Fessenheim bereit, für den Fall des Falles!? Idylle im beschaulichen Eschbach – wie lange noch?

Strom-Welten.

Bessere Leitung und Speicherung können den Ausstieg aus der Atomenergie fördern.

In der Freiburger Öko-Region setzt man verstärkt   auf Solar- und Windenergie. (Leitungen für alternative Energien sind inzwischen knapp.)

Nur vier große Konzerne teilen den “deutschen Strom-Markt” unter sich auf – und sie bestimmen die Preise,

während die ca. 800 Stadtwerke am Ende der Kette stehen und dem Preisdiktat trotz Wettbewerb und Deregulierung ausgeliefert sind.

Die Zeche zahlt der Endverbraucher – auch über die an sich ungerechten Umlagen für die Solar-Förderung.

Aus ethischer Sicht ist die Atomenergie verwerflich.

Die Sicht der großen Kirchen dazu habe ich noch nicht vernommen.

Nachtrag:

Mein auch auf www.carl-gibson.blogspot.com veröffentlichter Bericht oben wurde mehrfach von mir überarbeitet und erweitert. Neben diversen Ergänzungen fügte ich folgenden wichtigen Link ein, der auch auf Störfälle und Mängel des AKWs verweist:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Fessenheim

Apropos “Vertuschung” und “Aktionismus” in der Politik.

Das Übel von Tschernobyl bestand nicht nur in ausgesetzter Radioaktivität – schlimmer noch waren die Vertuschungen und Lügen der Offiziellen.

Die Ganze Welt wurde lange im Dunkeln gehalten – noch länger die Betroffenen in der Sowjetunion.

Jetzt geht es in Japan (Fukushima) genau so weiter, weil die fatalistisch-disziplinierte Bevölkerung dort das so hinnimmt.

Inzwischen ist bekannt, dass die IAEO die Mängel  der Atomkraftwerke in Japan seit Jahren kennt.

Wenn es zum Supergau in Fukushima kommen sollte, dann trägt die Politik eine gewaltige Mitschuld.

Da dies in Deutschland eingesehen wurde, rudern die deutschen Politiker jetzt massiv zurück, im Versuch, ihrem Atom-Lobbyismus von gestern wieder gut zu machen.

Wird die Atom-Nation Frankreich folgen?

Nachtrag am 11.04.2011:

In den letzten Tagen ereignete sich wieder ein Zwischenfall im französischen Kernkraftwerk “Fessenheim”, der durch die Nachrichten ging. Gestern protestierten mehrere Tausend Demonstranten aus dem Dreiländereck Deutschland – Frankreich – Schweiz  friedfertig gegen Kernenergie und forderten das Abschalten der alten Anlage AKW Fessenheim.

Die Alternative zur Kernenergie ist ein Energiemix aus regenerativen Energieformen, namentlich aus Windenergie, Solarenergie und Wasserkraft.

 Foto: Monika Nickel

Solarzellenanlage “auf der grünen Wiese” und Windkrafträder in trauter Harmonie vereint in der Region Bad Mergentheim – Würzburg.

Ähnlich große  Solaranlagen, die bis zu Tausend Haushalte versorgen können, existieren bereits seit Jahren, u.a. im Industriepark Eschbach – Hardtheim unweit von Fessenheim.

Viel Potenzial bietet in Zukunft die sauberste aller Energieformen, die Wasserkraft, nicht nur in Pumpspeicherkraftwerken, sondern auch in kleinen Anlagen an Flußläufen, mögliche Projekte, die bisher von Kommunal- und Landespolitikern zur Freude der Atomlobby verhindert wurden.

Einen Beitrag zu Pumpspeicherkraftwerken werde ich noch nachreichen.

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Europa, USA und die Diktatoren der Welt – brauchen wir einen neuen Krieg im Namen der Freiheit?

Brauchen wir einen neuen Krieg im Namen der Moral, des Rechts und der Gerechtigkeit?

Durchsetzung von “Freiheit und Demokratie” – ein vorgeschobener “Kriegsgrund”?

Anmerkungen zum Missbrauch ethisch- moralischer Positionen in der Machtpolitik und zur Inkonsequenz politischen Handelns

 

 Die Heuchelei schreit wieder zum Himmel, nicht nur in der deutschen Innenpolitik, wo man Moral und Unmoral nicht mehr recht auseinander zu halten weiß.

 Auch in der Außenpolitik bahnen sich unerfreuliche Entwicklungen an.

Ein möglicher Krieg steht ins Haus –

und wieder gibt es Kräfte, die einen weiteren Krieg vom Zaun brechen wollen,

mit unübersehbaren folgen für den Nahen Osten,

für die Energieversorgung der Welt,

für die politische Stabilität in Europa, auf das unübersehbare Flüchtlingsströme zukommen werden.

Hunderttausende können die freien Grenzen gen Norden passieren, vielleicht sogar Millionen, Unterdrückte des Schwarzen Kontinents, um deren Los sich bisher keine Völkergemeinschaft (UNO) gekümmert hat.

Wieder wird nach einem Kriegsgrund gesucht.

Die USA entdecken erneut ihre geistig-moralische Mission als „Leitnation der Freiheit“ –

 und Präsident Barack Obama will angeblich nicht mehr weiter zusehen, wie ein Volk um seine Freiheit und dabei von einem rücksichtslosen Diktator blutig unterdrückt, ja vernichtet wird.

 Welch ein Sinneswandel!

 Ganz Afrika ist eine Diktatur!

Und alle Diktaturen und Diktatoren wurden bisher hingenommen,

aus Gründen der Staatsraison,

aus Gründen der Energieversorgung,

aus Geschäftsinteressen,

ja sogar aus Bequemlichkeit,

weil die mehr oder weniger gemäßigten bzw. rabiaten Diktatoren Nordafrikas Europa über Jahrzehnte vor den direkten Auswirkungen des Exodus aus Afrika bewahrten.

Doppelzüngig war vieles, was sich Europa in den letzten Jahren und Jahrzehnten leistete.

 Statt eigene Machtpolitiker jenseits der Moral in die Schranken zu weisen – wie Silvio Berlusconi in Italien, der gern auch mit Oberst Gaddafi verkehrte, pflegten Europäer und Nordamerikaner ein „business as usual“, oft jenseits von Gut und Böse ( Stichwort Zweiter Golfkrieg!).

 Dass es „Diktatoren“ in Nordafrika gab, wurde der Öffentlichkeit erst bewusst gemacht, als es opportun war, diese aus dem Amt zu verjagen.

(Ab diesem Zeitpunkt änderte sich auch der Sprachgebrauch in den Medien – aus den oft euphemistischen Umschreibungen „Despoten“ und „autoritären Regimen“ wurden Diktatoren, Tyrannen, Diktaturen!)

Das Tunesien Ben Alis war immer schon eine Diktatur.

Im Jahr 1992 war ich dort, bereiste das Land, das von einem Despoten mit repressiven Mitteln still gehalten wurde.

Europa nahm das hin – ohne zu murren, weil es den Interessen Europas entsprach.

 1998 bereiste ich Ägypten – ein unsicheres Land,.schon damals.

Mehrere Dutzend Westeuropäer wurden von radikalisierten Islamisten vor dem Hatschepsut- Tempel niedergemetzelt.

Sie waren wehrlos ihren Mördern ausgesetzt.

Es gab Anschläge vor dem Ägyptischen Museum, nahe dem Tahir Platz, wo unlängst die großen Demonstrationen stattfanden.

Präsident Hosni Mubarak wurde aus dem Amt gejagt!

Er wurde auch vom Westen fallen gelassen, obwohl er seit dem Attentat-Tod von Anwar el Sadat der Mann des Westens in der brisanten Region war,

der Garant des Friedens,

des Staus quo im Nahen Osten und am Suez,

auch wenn er innenpolitisch hart durchgreifen musste, um islamistische Bewegungen klein zu halten.

Wenn der Mohr seine Schuldigkeit getan hat,

dann darf der Mohr,

dann muss der Mohr gehen.

 

Das galt für Saddam Hussein im Irak, der lange als Bollwerk gegen den Iran der Ajatollas vom Westen gehätschelt und gepflegt wurde,

und

das gilt auch für Oberst und „Revolutionsführer“ Gaddafi im ölreichen Libyen, den dienstältesten Diktatoren in der Region, den manche Journalisten auch für den dümmsten und rücksichtslosesten aus der Schar der Gewaltherrscher und Tyrannen Afrikas halten.

 Es ist erfreulich zu hören, dass Deutschland „gegen ein militärisches Eingreifen“ der NATO in Libyen ist.

Im Zweiten Golfkrieg, der auf den Aussagen eines einzigen Lügners beruhte und ohne „völkerrechtliches Mandat“ ausgetragen wurde, war Deutschland auch gegen einen Krieg,

im Prinzip,

ungeachtet „uneingeschränkter Solidarität mit den USA“.

Trotzdem musste auch Deutschland diesen Krieg im Irak mittragen und mit den Auswirkungen leben.

 Dabei wurde bewusst, dass auch der freie Westen anderen Gegenden der Welt „Freiheit und Demokratie“ nicht aufzwingen kann, weder in Irak,

noch in Afghanistan … oder in Iran und Nordkorea.

 Krieg darf nicht länger ein Mittel der Politik sein –

schon gar nicht nach den negativen Erfahrungen in Irak und Afghanistan, wo – nach ungezählten Opfertoten aus der Zivilbevölkerung – heute immer noch Bürgerkrieg herrscht.

Europa und die USA haben ihre Lektion in Sachen „Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten andere Staaten“ ( eine Lieblingsfloskel des Völkerrechts aus dem Vokabular ehemaliger Ostblock –Diktatoren ) bis zu einen Grad begriffen.

Sie wissen, dass man sich mit Russland und China nicht anlegen kann,

weder ökonomisch-finanziell, noch kriegerisch.

Diese Zeiten sind vorbei.

 Aber anderswo Macht demonstrieren – wie im Wüstenstaat Libyen?

 Und das noch in Berufung auf moralische Positionen – um Freiheit und Demokratie zum Durchbruch zu verhelfen!

Ein Hohn!

Hoffentlich hält die deutsche Außenpolitik diesmal erfolgreich dagegen.

Carl Gibson

Nachbemerkung am 13. März 2011:

 Das Einrichten und Durchsetzen einer “Flugverbotszone” über Libyen durch die NATO bedeutet Krieg.

 Oberst Gaddafi, fanatisiert wie ein Saddam Hussein, wird sich zur Wehr, setzen,

weil auch er wohl die Selbstmythisierung anstrebt – und damit das Eingehen in die Geschichte als Held der arabischen Nation.

 Der Krieg kann übergreifen

und er kann über neue Länder und Unruheherde (Syrien, Libanon, Emirate, Saudi Arabien etc.) die Sicherheit und Integrität Israels bedrohen.

 Krieg schüren ist unverantwortlich.

 Darüber hinaus ist das Plazet der Arabischen Liga für eine solche Aktion zweischneidig,

die “moralische Argumentation” der westlichen Staaten bzw. der USA hingegen heuchlerisch,

 da bei enstprechend konsequentem Vorgehen halb Afrika von Diktatoren befreit werden müsste.

Als mehr als eine Million Menschen in Schwarzafrika (Uganda) im Huthu/Tutsi-Konflikt ihr Leben lassen mussten, blickte die UNO weg,

ebenso die Moralisten aus Westeuropa, vielleicht aus deshalb, weil es in jener Region weder Öl, noch Erdgas, noch sonstige wertvolle Rohstoffe und Bodenschätze zu holen gab.

Wer ist der nächste auf der Liste der zu befreienden Staaten?

Iran?

Krieg sollte nach 1945 nicht weiter ein Mittel der Politik sein.

 Auch kein Mittel der Ablenkung – etwa von hausgemachten Problemen in den USA, auch im Alten Europa, wie von den Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, Krisen, die bald wieder akut und vernichtend sein können.

Nachtrag am 18. März 2011.

Die Resolution, eine Flugverbotszone über Libyen einzurichten, hat den Sicherheitsrat der UNO passiert.

Die kriegslüsternen Nation (USA, Großbritannien, Frankreich) haben sich durchgesetzt und weitreichende Maßnahmen durchgedrückt – es kann also Krieg geben in Libyen, völkerrechtlich legitimiert.

Und dies, um Freiheit und Demokratie durchzusetzen,

um einen Diktator zu stürzen?

Eine Pseudo-Moral ist das, nackte Heuchelei.

Deutschland macht bei Kriegshandlungen nicht mit und wird keine Truppen nach Nordafrika entsenden.

 Gut so.

Die Russen waren für die Resolution – weshalb? Weil sie von dem steigenden Ölpreis profitieren werden, wenn es denn zu Krieg und Eskalation kommt.

Die Chinesen waren dagegen.

Weshalb? Weil sie das Rohöl kaufen müssen.

Und Frankreich  – was macht die Grande Nation unter dem kleinen starken Mann Sarkozy, der Napoleon Bonaparte kompensatorisch nachzueifern scheint – sie betreibt eine abenteuerliche Kriegsdiplomatie, die genau so verwegen ist wie die eigenwillige Atompolitik der Franzosen – auf Kosten der Sicherheit der Nachbarn.

Sonderbar – diese geeinte Europa.

Möge uns ein Waffengang erspart bleiben – und mit ihm die gefährlichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, denn ein steigender Ölpreis wird – in Vernindung mit dem Straucheln der Japanischen Wirtschaft und den Auswirkungen der globalen Finanzkrise – die Weltkonjunktur abwürgen.

Nachtrag am 19.03. 2011.

US-Präsident Barack Obamas “moralische Argumentation”, im Namen von Freiheit und Demokratie an der Seite der Schwachen (Anti-Gaddafi-Rebellen)  in den Krieg zu ziehen,

um letztendlich den Diktator zu stützen,

ist zutiefst heuchlerisch und entspricht der oft praktizierten Art im Weißen Haus, die amerikanische Öffentlichkeit hinters Licht zu führen.

Gesagt wird, was populär ist, was gut klingt.

Nicht anders ist es in der bundesdeutschen SPD, wo einzelne Demagogen (rote Heidi) im Bundestag nun die Enthaltung Deutschlands kritisieren.

Auch das ist unehrlich und bigott.

Mit Krieg wird man in der Arabischen Welt keine abendländischen Werte einführen, schon gar nicht, wenn man die Arabische Liga zu instrumentalisieren sucht. 

Fakt ist:

Wer immer an der Seite der Rebellen gegen Gaddafi eingreift, der verletzt und torpediert das Völkerrecht.

 Wenn das Völkerrecht  (International Law) – eine höhere Ethik auf zwischenstaatlicher Ebene –  nicht mehr gebraucht wird,

dann soll man es abschaffen, um anschließend nach Gusto Kriege führen zu können – als

Bürgerkriegspartei, wo immer es passt.

“Diktatoren” sollten aus den eigenen Reihen gestürzt werden, aus dem eigenen Volk heraus – wie es Brutus und Wilhelm Tell taten.

Tyrannenmord und Widerstandsrecht haben eine lange Tradition –

im Abendland seit der Antike in Griechenland und Rom, ebenso in der Arabischen Welt.

Es bedarf keine äußeren Intervention.

Und wenn eine Supermacht wie die USA – flankiert von einigen kriegslüsternen Helfern – antritt, um einen Diktatur zu beseitigen, dann muss dies konsequenterweise mit allen Diktatoren der Welt geschehen.

Da kommt noch viel Liquidierungsarbeit auf USA und NATO zu.

Krieg ist Vernichtung –

Blicken wir doch kritisch in den Irak, um zu sehen, was die Beseitigung des Gewaltherrschers Saddam Hussein dem Volk und der Welt gebracht hat :

 Chaos, Terror, Bürgerkrieg, instabile Verhältnisse und vielfacher Tod.

 Die USA hat sich geirrt – und ausbaden müssen diesen Irrtum – wie schon so oft in der Geschichte – die Völker.

 Es ist gut, dass Deutschland sich in die Angelegenheit heraus hält.

 Guido Westerwelle macht diesmal im Auftrag von Kanzlerin Angela Merkel eine gute Arbeit.

Hut ab!

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Umwertung aller Werte – Abschied von der Moral? Deutschland auf dem Weg in die Bunga-Bunga-Gesellschaft?

 

 
 
 

"Die Wahrheit wird euch frei machen" - Aufschrift an der Fassade der Universität Freiburg, Jesus, Bibel

"Die Wahrheit wird euch frei machen" - Aufschrift an der Fassade der Universität Freiburg, Jesus, Bibel

 

 

Anstand und Würde, politische Kultur und Moral – zu Minister Karl-Theodor zu Guttenbergs unvermeidlichem Rücktritt

Werden Täuschung und Lüge salonfähig?

Überdeckt ein großer Skandal die vielen kleinen Skandale?

Bundespräsident Horst Köhler trat zurück, weil er die politische Heuchelei in Berlin nicht mehr mittragen wollte.

Lothar Späth trat als Ministerpräsident von Baden-Württemberg zurück, weil er im Privatjet von Managern aus der Wirtschaft mitgeflogen war.

Die französische Außenministerin trat heute zurück, weil sie im Flugzeug eines Bekannten von Tunesiens ehemaligem Diktator Ben Ali im Urlaub mitgeflogen war.

Die politische Kultur in Deutschland, in Frankreich verlangte nach diesen Konsequenzen.

Doch was macht Karl-Theodor zu Guttenberg, ein Minister, der des geistigen Diebstahls überführt wurde?

Er klebt an seinem Amt, obwohl es weitaus gravierendere Gründe gibt, von Amt und Mandat zurückzutreten.

Wo bleiben Anstand und Würde?

Was wird aus der politischen Kultur im demokratischen Deutschland nach der Erfahrung totalitärer Systeme – der roten und der braunen?

Darf die Politik sich von allgemein verbindlichen Werten und Normen lösen, nur aus Gründen des Machterhalts und des status quo?

Diebstahl – in welcher Form auch immer – ist eine Straftat und kein Kavaliersdelikt.

„Täuschung“ und „Lüge“ aber heben alle Wertstrukturen der Gesellschaft auf.

Wenn die Lüge sanktioniert wird, befindet sich Deutschland auf dem Weg in die

“Bunga-Bunga- Gesellschaft”

eines Silvio Berlusconi,

der die gesamte politische Kaste in Verruf bringt!

Was ist das, “Bunga-Bunga-Gesellschaft”,

wurde ich vor Tagen öffentlich gefragt,

gerade nachdem Silvio Berlusconi, ein Politiker und Staatschef mit mehreren Strafverfahren am Hals und williger Kumpan von Diktator Gaddafi um des Geldes willen, 

Italien auf den Kopf gestellt hatte.

Ein “Sodom und Gomorra”, war meine spontane Antwort; so nannte man die Usurpator-Welt jenseits von Recht und Gesetz der Machtmenschen vom Format eines Cesare Borgia in früheren Zeiten. 

 Wem kann man heute noch glauben?

Die Hauspartei CSU stellt sich hinter ihren bisherigen Vorzeige-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg,

ohne erkennen zu wollen, dass dieser Minister seit vielen Monaten schwere Fehler macht ( siehe meinen Beitrag mit Rücktrittsforderung unten!)

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist falsch beraten, an einem Minister festzuhalten, der – wie ein mutmaßlicher Straftäter im Verhör – nur das zugibt, was man ihm beweisen kann,

ein Minister, der von einem Tag zum anderen seine Meinung ändert – und seine Moral.

Was wird aus der Glaubwürdigkeit – nicht nur der des Ministers bei der Truppe – sondern aller Politiker überhaupt, wenn sie die Gesinnung wechseln wie die Unterhosen?

So opfern wir die politische Kultur in diesen Land!

Die Werte dieser Gesellschaft sind in Gefahr!

Das erkennen nicht nur die wenigen „Philosophen“ im Land der Dichter und Denker, die sowieso kaum einer hört, sondern auch alle mit „gesundem Menschenverstand“ ausgestatteten Bürger der Bundesrepublik Deutschland.

Die Angelegenheit eines notwendigen Rücktritts von Karl-Theodor zu Guttenberg ist von europäischer, ja von globaler Bedeutung.

Die  politische Tragweite muss allen bewusst werden.

Europa leistet sich einen Staatsmann Silvio Berlusconi, der nicht nur Italien in Verruf bringt, sondern die gesamte Europäische Union.

Wie soll die Korruption in Osteuropa (Rumänien, Bulgarien, Griechenland) bekämpft werden, wenn jede Ethik und Moral außer Kraft gesetzt wird?

Adel verpflichtet!

Bildung verpflichtet auch – wenn wir sie ad absurdum führen via Täuschung und Lüge, dann zerbrechen auch die Werte der Leistungsgesellschaft, die auf Bildung fußt.

Die Werte der Antike, des Abendlandes, des Christentums, der Reformation, des Humanismus, der Aufklärung etc.  werden  verhöhnt, ja aufgelöst

wenn „Vorbilder“ lügen,

wenn geistige und politische Autoritäten lügen.

Umwertung aller Werte?

Es reicht schon, wenn Dichter lügen … und philosophierende Dichter seit Platon …und nach Nietzsche!

Die Konsequenzen der Lügen in der Politik bedeuten oft Krieg,

wie etwa der „Zweite Golfkrieg auf Lügen aufgebaut war.

Wie wollen wir Europäer die Ablösung von Diktatoren fordern, wenn wir aus Gründen der Staatsräson mit den gleichen Diktatoren paktieren – und das über Jahrzehnte,

zunächst in Osteuropa, dann in Afrika und in China.

Wehret den Anfängen – die Heuchelei ist durchschaut,

auch wenn gewisse Medien noch Stimmung für eine Sache machen, die längst verloren ist.

Die moralische Tragweite der Situation muss von den Verantwortlichen der Regierung erkannt werden, sonst wird der politische Schaden irreparabel sein.

Dies – als einsame Stimme eines oft stummen Rufers – , der sich der Petition der 23 000 aufrecht Agierenden aus „Forschung und Lehre“ anschließt.

Bundesforschungsministerin Prof. Dr. A. Schavan ( ordentlich promoviert und habilitiert) rudert schon kräftig zurück –  sie schämt sich öffentlich!

Möge  Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr bald folgen und ihren – bisher populären – Minister abberufen,

aus prinzipiellen Gründen, um der Moral willen, ohne die die abendländische, christliche Wertegemeinschaft dem Untergang geweiht ist.

Carl Gibson

Zur verwandten Thematik veröffentlichte  ich die folgenden Blog-Beiträge auf www.freitag.de

Politiker und Moral

Ein “Politiker” – was ist das?

Ein Repräsentant des Volkes, der über die Geschicke des Staates und seiner Mitmenschen entscheidet, so wie es ihm gerade in den Sinn kommt?

Nach Gusto?

Oder wie es gerade “opportun” ist?

Ist ein Politiker also ein Opportunist, der das Fähnlein dorthin dreht, woher der Wind weht?

Gar ein Demagoge, der dem Volk auf den Mund schaut, um ihm dann nach dem Mund zu reden?

Die aktuelle Debatte, wo ein Politiker auftritt und gegen weite Teile des Volkes wettert,

weil sie nicht so wollen, wie er will, zwingt uns,

der Berufs-Politiker-Kaste den “Spiegel” vorzuhalten und zu fragen,

ob ein Ethos ihr Handeln bestimmt, langfristige, fundierte Werte,

oder ob es doch nur ein gauklerisches Seiltanzen ist,

immer wendig, immer flexibel, bereit, so zu handeln, wie es die Situation

(und die politische Vernunft – nach Augenmaß und Verantwortung)

gerade verlangt?

„Gute Leute“ gehen nicht in die Politik, hört man gelegentlich!

Ist das so?

Dann haben wir nur das Gegenteil davon in der Politik!

Und wo sind die guten Leute?

In der Wirtschaft?

In der Wissenschaft?

In der Kunst?

In der Versenkung?

Im Untergrund? Resignativ in der Einsamkeit?

Nur weil sie sich „nicht verbiegen“ wollen?

Weil sie an einem Ethos festhalten wollen?

An Werten, die heute als antiquiert gelten? 

Mancher Politiker von heute hat kein Problem damit.

Unbeschwert reist er von einer Wahlveranstaltung zur anderen und sagt seinen Wählerpublikum gerade das, was es hören will, dickfellig und ungeniert, nach dem Motto:

„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“.

Wenn es gerade opportun ist, gegen gewisse Bevölkerungsschichten zu hetzen,

dann wird eben gehetzt, demagogisch und rücksichtslos,

Hauptsache es amortisiert sich anderswo.

Wen scheren heute noch „Charisma und Augenmaß“?

Der Politiker – ein „hehrer Geist“ , eine „moralische Autorität“?

Wie frei ist ein Politiker noch – und wie souverän?

Und was ist er ohne die Partei, die ihn nominiert hat – als autarke “Persönlichkeit”?

Wem “dient” er?

Der Partei,

die ihn gemacht hat, die immer Recht hat, 

oder etwa den Interessen des Volkes

vielleicht auch  nur sich selbst, indem er unter altruistischem Deckmantel eigene Interessen verfolgt,

die eigene Überversorgung,

wobei die saturierten Deutschen, den es immer noch sehr gut geht, bei allem Jammern und Wehklagen,

ihren Politikern unkritisch zujubeln und das mittragen, was von ihren so genannten Repräsentanten beschlossen wird?

 Was ist mit den “Anhängigkeiten” und “Interessenkonflikten” der Abgeordneten und der Berufspolitiker allgemein?

Sollten diese nicht über noch viel mehr „Transparenz“ a priori unmöglich gemacht werden? Glasnost und Perestroika auch bei uns?

Gehören Parteispenden nicht gänzlich abgeschafft?

Die kleinen und die großen Summen?

Stimulieren große Summen zu mehr politischen Engagement?

 Cui bono?“

(Beitrag vom 21.02.2010 )

Nachbemerkung am 28. Februar 2011: Diese „grundsätzlichen Fragen“ sind alle noch gültig – und, wie die Plagiats-Affäre Karl-Theodor zu Guttenberg zeigt, höchst brisant und aktuell.

Kollateralschaden – muss Verteidigungsminister zu Guttenberg gehen?

(Dieser Beitrag wurde am 19.03.2010 veröffentlicht.)

Nichts ist gut in Afghanistan –

so brachte es die gegangene EKD-Vorsitzende Bischöfin Käßmann auf den Punkt.

Die Koalition der Willigen aber sah das anders – und mit ihr das Deutsche Parlament … bis auf DIE LINKE.

Nur die Linken waren gegen die Staatsraison, gegen einen Krieg am Hindukusch?

Was sagte SPD-Mann Struck bereits vor Jahren:

Deutschland ( und damit meinte er Freiheiten und Werte) werde künftig auch am Hindukusch verteidigt – aktiv im Krieg!

Ist Krieg also erneut ein Mittel der Politik,

auch wenn man sich bemüht, das Un-Wort Krieg (gerade aus deutscher Sicht!)

euphemistisch zu umschreiben.

Heute haben wir diesen Krieg!

Und wir  führen diesen schmutzigen Krieg bis hin zu den Kollateralschäden, die wir hinnehmen müssen, weil der Deutsche Bundestag es mehrheitlich so will.

Das Volk wurde nicht gefragt – wie so oft!

Ein Plebiszit zum Krieg?

Wer will nach der Erfahrung von zwei Weltkriegen, von Totalitarismus

und 55 000 000 Millionen Opfern allein im Zweiten Weltkrieg wieder Krieg führen?

Und wozu fragen?

Kriege führt man – über Krieg redet man nicht!

Wir haben doch Abgeordnete, gewählte Volksvertreter, die nur ihrem Gewissen verantwortlich sind.

Sie wissen schon, was sie tun!

Oder :

SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN!?

Krieg ist stets ein schmutziges Geschäft – es gab mehr als 180 Tote, zivile Opfer in einer überhasteten Aktion! Überrascht? Wer einen Krieg beschließt, man die Opfer einkalkulieren, inklusive Kollateralschäden – wie im Irak- Krieg ( freundliches Feuer!) – ein Irrtum, Pech gehabt!

180 Opfer gab es im Irak an einem Tag ! Und an vielen Tagen! 

Wen kümmerte es? Wen kümmert es heute?

Gelegentlich höre ich einen Song von Reinhard Mey – zum Thema “Afghanistan”, einfühlsam interpretiert und kritisch wie immer:

Ein Rekrut Kai ist mit einem Hilfstransport unterwegs an den Hindukusch … mit einer Transall der Bundeswehr … der Transporter wird über einem Mohnfeld abgeschossen. Kai ist tot.

Das Ministerium informiert die Angehörigen –

Kai starb den Heldentod für Volk und Vaterland,

für Freiheit und Demokratie …

und der Bundestag erhöht das Truppenkontingent am Hindukusch … damit noch besser verteidigt werden kann.

 Was sagt der Hartz IV-Empfänger dazu?

Werden auch seine Werte am Hindukusch verteidigt?

Was hat er zu verlieren?

Und dahinter: Das Kriegs-Völkerrecht!

Wie kann ein Krieg “sauber” geführt werden?

Wie kann etwas, was a priori “schmutzig” und mit Leichen von Unschuldigen gepflastert ist, “sauber geführt werden?

Dann und wann wird deshalb gelogen – Notlügen sind das!

Einer belastet den anderen, einer entlastet den anderen, indem neue Notlügen verbreitet werden, Desinformation, statt objektiver Information.

Jetzt wackelt der Sessel des Bundesverteidigungsministers – aber selbst wenn er geht, wird der Krieg dadurch sauberer und legitimer?

Wenn ein auch noch so populärer Politiker verheizt wird, ersetzt ihn ein anderer.

 Er nimmt seine Mehrfachversorgung und scheidet im schlimmsten Fall aus, geht in die Politik, wird Manager, Berater … Lobbyist … Ausgesorgt hat er immer!

 Was aber wird aus dem toten Familienvater, der einst antrat, um die Bundesrepublik an der Landesgrenze zu verteidigen?

Wer ersetzt ihn?

Was wird aus den Traumatisierten, aus den Versehrten? Ein Sozialfall?

Carl Gibson

 Nachbemerkung am 28. Februar 2011:

Wo gehobelt wird, fallen Späne, sagt man!

Man sagt auch, die Kleinen hänge man,

die Großen lasse man laufen ….

Im Fall Karl-Theodor zu Guttenberg gibt es nur noch eine Möglichkeit:

Rücktritt.

Der Minister muss zurücktreten, um die Werte, für die er selbst stand, zu retten und mit diesen die „politische Kultur“ in Deutschland und in Europa.  

Carl Gibson, Philosoph und Zeitkritiker

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Herta Müller – Hass als Antrieb literarischen Schaffens. Argumente und Fakten – aus Carl Gibsons Wiener Kommentaren

Herta Müller –  Hass als Antrieb literarischen Schaffens.

Argumente und Fakten – aus Carl Gibsons “Wiener Kommentaren”.

  

Vorbemerkung:

Es ist schon sehr sonderbar.

Ein ehemaliger Regimekritiker der Ceausescu-Diktatur und Zeitzeuge aus der kommunistischen Gefängniszelle, Bürger der BRD seit 1979, muss – quasi wie Odysseus ein zweites Mal ins Exil gehen – und ins benachbarte Österreich ausweichen, wenn er seine freie Meinung zu Opportunismus und zum Wendehals-Verhalten von ehemaligen Systemloyalen und Mitgliedern der Kommunistischen Partei des Diktators Ceausescu öffentlich kundtun will.

  

Die einst kritischen, ja liberalen Blätter DIE ZEIT, Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Frankfurter Rundschau, DER SPIEGEL etc. drucken Carl Gibsons Beiträge nur partiell ab oder sie verweigern gewisse aufklärende Tatsachen-Darstellungen ganz, wenn er sagen will, welche Realiäten er auf eigener Haut erlebt hat und wie sich die Wahrheit (Logos) vom Mythos unterscheidet.

  

In “Die Presse” aus Wien durfte ich bisher frei reden!

  

Wie kommt es zu dieser Diskrepanz?

Ist Herta Müller sakrosankt?

Darf zu ihrem Leben und Werk  in Deutschland keine kritische Nachfrage erfolgen?

Cui bono?

  

„Die Presse“, Wien:

http://diepresse.com/home/kultur/literatur/513750/ReichRanicki_Kein-Kommentar

 Hass als Motor literarischen Schaffens

 

“DER SPIEGEL“: Interview mit H. MÜLLER  (und Richard Wagner):

 “Ja, genau diese muffige spießige Provinzialität hat mir den Haß eingegeben, mit dem ich die “Niederungen” schreiben konnte”. (1987)

 
Immer wieder fragte ich, wie F.C. Delius in seiner “Niederungen”-Rezension im “Spiegel “(1984)darauf kommen konnte, das Banat als “Hölle auf Erden” mit gegenseitig sich hassenden Menschen zu verunglimpfen.

Später las ich das „SPIEGEL-Interview“ nach, welches Herta Müller und Richard Wagner – dem diesmal höchst unkritischen Nachrichten-Magazin – kurz nach ihrer Ankunft in der nicht sehr heiß geliebten Bundesrepublik Deutschland (1987) gaben.
Dabei stellte ich fest, was früher nur zu ahnen war:

Herta Müller selbst war es, die F.C. Delius auf den „Haß“ brachte; nur vergaß Delius seinerzeit ( etwa 3 Jahre vorher, dieses Detail in seiner “Niederungen”-Rezension im “Spiegel” zu erwähnen!
 

Nach Herta Müller ist also ihr Debüt-Bändchen „Niederungen“ nichts anderes als
eine Frucht des Hasses!


Wie ehrlich und vielsagend!
2004 kommt die Konrad Adenauer Stiftung daher und prämiert eine Schriftstellerin, die nicht die “Liebe” als den Antrieb aller Dinge ansieht – im christlichen Sinne etwa,
sondern den destruktiven Hass!

Der Nobelpreis setzt jetzt dem Ganzen die Krone auf.

Wird damit die idealistisch-ethische Forderung Alfred Nobels erfüllt?
Die in meinen “Offenen Brief an Herta Müller” formulierten Fragen zur dunklen Vita vor 1987 sind alle noch offen. Carl Gibson

Stefansdom in Wien

Stefansdom in Wien

Zum Artikel:

Literaturnobelpreis für Herta Müller

 

 Mythen. Legenden und Märchen der Selbststilisierung 

(04.02.2010 09:04)

Hallo (…), Herta Müller entzieht sich der Securitate- Verhaftung mit den Worten:

“Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit”!

Damit verhöhnt sie alle Opfer einer Diktatur – weltweit.

Sie kennt die Securitate vom Hörensagen.

Sie ist nicht verfolgt worden und hat mit Regimekritik und Dissidenz nichts zu tun. Herta Müller hat der Welt einen ausführlichen und lückenlosen Lebenslauf vorenthalten.

Weshalb?

Was war vor ihrer Ausreise 1987? Jeder “kritische” Journalist oder Forscher kann und sollte die Frage stellen:

Wann, wo, wie und von wem sind sie verfolgt worden, Frau Müller?

Wo sind die Beweise?

Sie ist nicht der Securitate ans Messer geliefert worden. Bisher kennt die Welt nur ihre Sicht, wo Fiktion und Realität vermischt werden, bewusst oder unbewusst.

Echte Dissidenten wurden noch nicht gehört.

Aber das wird sich ändern. Hoffentlich greift “Die Presse” das Sujet bald auf.

Berwanger war der Mentor von Herta Müller, “Niederungen” richtete sich gegen die Banater Schwaben, nicht gegen Ceausescu, den Kommunismus oder die RKP.

Müllers Gatte, der Dichter Richard Wagner, war damals in der RKP, ohne Lust, ein “Dissident” sein zu wollen.

Herta Müllers Antikommunismus setzte erst vom sicheren Hafen Berlin aus ein, während wir, verehrtes (…), Leib und Leben in Opposition und Gefängnis riskierten. Mein Name ist unwichtig – es gibt viele andere Zeitzeugen. Machen Sie sich kundig und fragen Sie weiter kritisch nach. Carl Gibson, ehem. Bürgerrechtler und Autor.

Link: https://diepresse.com/home/kultur/literatur/513745/index.do

Zu:

Literatur-Nobelpreis: Herta Müllers “Werk ist ein Kampf”

 

 Moral ein Opfer der Staatsräson 

 (12.12.2009 09:16)

Friedensnobelpreisträger US Präsident Barack Obama rechtfertigt als die Kriegsführung in Afghanistan, im Irak ,die Philosophie von Guantanamo mit dem Argument, so den Frieden sichern zu wollen.

Krieg als Mittel der Politik und der Moral?

Eine sonderbare Ethik ist das nach den Erfahrungen des Totalitarismus in Europa.
Wer wundert es wenn bei Herta Müller nicht tiefer nach der moralischen Integrität gefragt wird.

Was hat sie mit dem konkreten Widerstand gegen die Ceausescu- Diktatur zu tun?

Gar nichts!

Sie war systemloyal, durfte ihr Büchlein drucken, wurde nicht zensiert, war privilegiert, mehrfach in den Westen zu reisen.

Brav kehrte sie an die Stätte zurück, wo sie angeblich von Banater Schwaben und Securitate verfolgt worden sein soll.

Sie liefert uns “subjektive Aussagen, Behauptungen, ohne Beweise vorzulegen.

Nach meiner Auffassung wurde dieser – massiv protegierte – Nobelpreis erschlichen – auf Kosten von Literaten wie Lenz und Walser. Carl Gibson, ehem. Bürgerrechtler und Autor.

 Link: http://diepresse.com/home/kultur/literatur/527391/LiteraturNobelpreis_Herta-Muellers-Werk-ist-ein-Kampf

Blick auf die Hofburg in Wien

Blick auf die Hofburg in Wien

 

Zu:

Wirbel um Absage von Herta-Müller-Lesung in Frankfurt

 

 

PR-Gag zur Auflagensteigerung?

(12.12.2009 07:37)

Zur Glaubwürdigkeit eines Täters aus der Sicht des Opfers:

Jedes Opfer würde die Täter gern dort sehen, wo sie hingehören, auf die Anklagebank vor Gericht und dann der gerechten Strafe zugeführt, (…)!

Nur will die Welt auch hören, was die Täter – an Fakten – zu berichten haben, ganz egal ob sie Eichmann oder eben Radu Tinu heißen?

Selbst Kronzeugen der Mafia reden.

Hören wir uns an, was die Täter-Seite zu sagen hat, dann analysieren und werten wir.

Den Nobelpreis an Müller habe ich auf der ARD-Seite kommentiert.

Audiatur et altera pars? CG

Link: http://diepresse.com/home/kultur/literatur/522544/Wirbel-um-Absage-von-HertaMuellerLesung-in-Frankfurt-

 

Zu:

Wirbel um Absage von Herta-Müller-Lesung in Frankfurt

 

 PR-Gag zur Auflagensteigerung? 

(22.11.2009 14:38)

Jede auch noch so abstruse Meldung scheint legitim, um Herta Müller in den Schlagzeilen zu halten – zwecks Auflagensteigerung?

 Honi soit qui mal y pense!

Herta Müller, die früher von den Kommunisten Ceausescus geehrt wurde, wird jetzt von den in der ZEIT jüngst noch wüst beschimpften “Vertriebenen” geehrt!

 Werfelpreis.

Was macht sie daraus.

Sie greift die Evangelische Kirche der Siebenbürger Sachsen AB an und wirft ihr vor, mit Ceausescus Regime paktiert bzw. sie 1989 vom Kirchentag in Deutschland ausgeladen zu haben – und das bei der Ehrung in der Paulskirche.

Die Ungereimheiten mit den Beweisen kann sie nicht aufklären – die EK dementiert.

 Viele Christen erfahren, wie die Atheistin H. Müller mit der “Wahrheit” umgeht.

Aber es schadet ihr nicht. Sie bleibt in den Medien.

Dann kommt der Ex- Securitate- Chef aus Temeswar Radu Tinu und sagt im Interview in der Zeitung “Adevarul”, Müller hätte eine “Psychose” , sie würde viel fabulieren, ihr Prosawerk “Niederungen” sei nicht zensiert worden , einige Szenen irreal etc.- aber der schwarze Teufel von der bösen Securitate ist ja unglaubwürdig!

In “Faust” sagt Mephistopheles manche Wahrheit – aber das ist Dichtung!

Und Herta Müller hat es nicht so mit den Klassikern und der Realität!

In Deutschland ist es kaum noch möglich, einen kritischen Kommentar zu Herta Müller abzugeben.

Man fürchtet die Frage, ob der Nobelpreis gar erschlichen wurde. Carl Gibson, ehemaliger Bürgerrechtler und politischer Häftling in der Ceausescu-Dikatur.

Link: http://diepresse.com/home/kultur/literatur/522544/Wirbel-um-Absage-von-HertaMuellerLesung-in-Frankfurt-

Zu:

“Literatur im Herbst” steht im Zeichen des Mauerfalls

 Raum für “freie Geister” oder Weiheveranstaltung der Ja- und Amen-Sager 

 (05.11.2009 15:36)

An der Literatur Herta Müllers scheiden sich die Geister.

Ihre “Sprache” ist so umstritten wie ihre Art, “Wahrheiten” zu erfinden, ihr eigenwilliger Umgang mit, „Fiktion“,Fakten, Realität.

 Vielfach habe ich ihre “moralisch-politische Integrität” bzw. den literaturhistorischen Wert ihres engen Oeuvres hinterfragt,

nachzulesen auf www.siebenbuerger.de .

Wurde “Atemschaukel” gemacht, ja “gepuscht”?.

Die wohlwollenden Rezensionen waren wohl schon vor der Edition angefertigt? Das Buch wurde es von allen Seiten hochgelobt – pünktlich zur Entscheidung der Jury in Stockholm.

Mit PR nachhelfen? Modernes Marketing, praktiziert a la Günter Grass?

Übergangen wurden die Giganten deutschsprachiger Gegenwartsliteratur

Martin Walser,

Siegfried Lenz,

Peter Handke.

So wurde der Nobelpreis forciert – von Leuten wie Michael Naumann ( ZEIT), der Müller – in der ZEIT eingeordnet zwischen “Kitsch” und “Weltliteratur” nachhaltig stark protegierte, nachdem sie aus dem Verborgenen heraus 1999 nominiert worden war.

Wofür?

Kritiker erwarteten, dass dann eine Debatte zur Vita der Kontroversierten ausgetragen wird.

Das war nicht der Fall.

Die „freien Geister“ kuschten, schwiegen.

Ergo trugen sie alles mit.

Dafür wurden freche Kritiker mit „Maulkörben“ belegt, ausgebremst.

Die ZEIT selbst stoppte ihre Diskussion zur Selbst-Apologie von Müller, nachdem das fragile „Dissidenten“- Image zu bröckeln begann.

Fein!

Der “Spiegel” zog später so nach. Alles auf dem Weg zur Errichtung einer Meinungsdiktatur. Carl Gibson

Link: http://diepresse.com/home/kultur/literatur/519236/Literatur-im-Herbst-steht-im-Zeichen-des-Mauerfalls

Am Hofgarten in Wien

Am Hofgarten in Wien

Zu:

Der Literaturmonat und ein bisschen mehr Freiheit

  

Alles Müller oder was?

 

 

(03.11.2009 13:38)

Und ist überall, wo Müller drauf steht auch immer nur Müller drin?

Das fragen sich Kenner der Materie, Herr (…)!
Hat Richard Wagner Herta Müllers Werk entschieden beeinflusst, mitgeprägt, gar gesteuert, gemanaged? Und wie kommt es, dass bei Herta Müller eine arge Diskrepanz zwischen “gesprochenem Wort” (Diskussion, Live-Interview ) und Geschriebenem besteht? (Beweis:ORF- Runde)

Mischt da noch jemand mit, über den Lektor hinaus? R. Wagner hat mir auch im Namen von Herta Müller mit Anwälten und Gericht gedroht, in der Hoffnung, mich von kritischen Fragen abzuhalten.

Teamwerk?

Geteilte Rollen und Aufgaben?

Wagner übernahm die Auseinandersetzung – auch mit mir, um den Nobelpreis nicht zu gefährden.

Die Rechnung ging auf!

Ist er der größere Kopf?

Zweifellos, Herr (…). Er beherrscht die logische Argumentation, aber auch die Ambivalenz, Wahrheiten zu verschweigen.

Zwischen 1972 – 1985 war er in der Rumänischen Kommunistischen Verbrecher-Partei Ceausescus – ein Makel!

Schlecht für den Nobelpreis, kaum weg retuschierbar!

Doch war die Jelinek nicht in der KPÖ?

Zweierlei Maß?

Giganten der deutschen Literatur wurden für Müller übergangen – nicht nur Milosevic- Freund Peter Handke, auch Martin Walser und Siegfried Lenz, weil ihr Name aus einer NSDAP-Liste aufgetaucht war wie der von Dieter Hildebrandt.

Wehren konnten sie sich nicht.

Protegiert von Michael Naumann (ZEIT) machte Herta das Rennen- zur Verblüffung der Welt.

Es war mir nicht möglich, das “fragend” zu verhindern. Carl Gibson

Link: http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/516155/Der-Literaturmonat-und-ein-bisschen-mehr-Freiheit

Zu:

Literatur-Nobelpreis geht an Herta Müller

 Wie wichtig ist die moralisch-politische Integrität bei Nobelpreisträgern 

(15.10.2009 18:27)

Alfred Nobel hat in seinem Testament klare, ethische Vorgaben gemacht:

Wer mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wird, muss seinen ethisch- idealistischen Erwartungen gerecht werden,

er muss Höchstes leisten, auch auf moralischer Ebene.
Deswegen habe ich die politische und moralische Integrität von Herta Müller innerhalb einer mehr als einjährigen Debatte hinterfragt mit dem Hinweis darauf, dass ihre Vergangenheit während der Ceausescu- Diktatur weder der Wissenschaft noch der Öffentlichkeit bekannt sein dürfte.

In Schweden gab es vor einem Jahr eine Diskussion darüber.
Die noble Jury hörte nichts davon, wohl weil sie nichts hören wollte.
Muss die “moralisch-politische Integrität” einer Person nicht der rein “ästhetisch-literarischen” Wertung voraus gehen,

 quasi als conditio sine qua non?

Das nahm ich an!
Doch die Jury fragte wohl nicht nach der Vergangenheit von Herta Müller und wertete ihr Werk erst seit 1987?

Ist das legitim?

Müssten wir dann nicht auch die einst systemloyalen DDR-Schriftsteller mit dem gleichen Maß messen?
Wie begründet die Jury ihre Entscheidung:

“mit der Verdichtung der Poesie und der Sachlichkeit von Prosa die Landschaft der Heimatlosigkeit beschreibt” –

was ist das?
Herta Müller, mit einem schmalen, sehr kontrovers diskutierten Oeuvre nun auf einer Stufe mit Thomas Mann – und jenseits aller ethischen Wertung?
Es wird noch eine Nacharbeit geben, nicht nur im Akademischen.

Die Recherchen beginnen erst – und das weltweit. Carl Gibson

Das Parlament am Ring, Wien

Das Parlament am Ring, Wien

Zu:

Dinescu: “Man überlebt, wie bei Ceausescu”

 

Zensur in der Ceausescu-Diktatur 

 

(15.10.2009 15:16)
Die “Zensur” wurde in Rumänien im Jahr 1978 “offiziell” abgeschafft.

Ceausescu beklagte es später auf dem Schriftstellerkongress von allen literarisch Schaffenden in SV, diesen Schritt getan und das “Zensieren” von Literatur gesetzlich unterbunden zu haben.

Der Klassiker Ion Caraion schrieb darüber.

Wie soll Herta Müllers Debütwerk “Niederungen” dann zensiert worden sein – und von wem?

Lektoriert wurde es von Personen, die heute im Westen leben ( insofern sie nicht tot sind wie Rolf Bossert aus dem Freundeskreis der so genannten Aktionsgruppe Banat).

Diese Lektoren können auch heute noch befragt werden.
Nach meinen Informationen enthält der in Rumänien im Kriterion Verlag 1982 edierte Band sogar zwei Texte mehr als der 1984 im Rotbuch erschienene.

Wer, außer dem Lektor, könnte Beschneidungen an dem Text vorgenommen haben – die Rumänische Kommunistische Partei oder die Securitate etwa?

Das sind klare Fragen! Wo sind die Antworten darauf?

Wer sich fragt, weshalb die Kurzgeschichten gerade bei den einfachen Leuten aus dem Banat Protest hervorriefen, der lese doch etwa die “Grabrede” nach.
Die Ehre einfacher Menschen wurde tangiert. Das führte zu Ablehnung und Kritik.
Eine “Kampagne “gegen Herta Müller aber hat es im Banat nie gegeben.

Auch wurden Herta Müller und Richard Wagner nie von ihren Landsleuten im Banat verfolgt, wie im “Spiegel-Interview” 1987 in den Raum gestellt. Das sind Mythen.
Carl Gibson

Link:

Zu:

Deutscher Buchpreis geht an Kathrin Schmidt

 

Herta Müller – ein “Wendehals”? Maulkorb für Kritiker

 

(14.10.2009 09:32)
Darf man eine Ikone angreifen, gar in Frage stellen?
Als Herta Müller im Juli 2008 Kollegen denunzierte, in vielen Punkten schlechthin Unwahrheiten verbreitete, habe ich öffentlich dagegen gehalten, eineinhalb Jahre,
beginnend mit der “Spitzel-Affäre in Berlin”.
Alles nachzulesen in: Foren der
Siebenbürgischen Zeitung.
Die Frankfurter Rundschau druckte mein damals verfasstes Memorandum nicht.
Solche Zensur-Gepflogenheiten hätte ich in einer Diktatur erwartet,
im Ceausescu- Kommunismus, gegen den ich aktiv opponierte,
aber nicht in einer europäische Demokratie, wo die freie Meinung durch die Verfassung geschützt ist.

Jetzt geht man noch weiter!
Auf Wikipedia wurde mein Porträt dort zerstückelt!
Nach dem Willen der Zensoren dort, bin ich kein “Philosoph” mehr, auch kein “Schriftsteller”!

DIE ZEIT- Online veröffentlichte zwar meinen “Offenen Brief an Herta Müller”, wo ich eine Reihe von Fehlern nachgewiesen hatte,
nachdem sie meine Kommentare mit Hinweisen auf “Redundanz” gekürzt hatte.

Dann “löschte ” sie die gesamte öffentliche Aufklärungsschrift, ohne Lust, die Beweise zu konsultieren, die ich der ZEIT-Redaktion vorlegen wollte.


Noch schlimmer:

 Meine offene Kritik an Herta Müller, aufgenommen in dem Werk “Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu Dettelbach, 2008, 418 Seiten,wurde einfach “eliminiert” – wie im Absolutismus Heines und Lenaus zur Metternich- Zeit.

Deleatur!

 Carl Gibson

Link: http://diepresse.com/home/kultur/literatur/514590/Deutscher-Buchpreis-geht-an-Kathrin-Schmidt-

 

Zu:

Herta Müller erhält Franz-Werfel-Menschenrechtspreis

 

Eklatanter Fehlgriff und falsches Signal

 

(14.10.2009 08:37)

Der “Dissidenten”-Mythos wirkt!

Es ist wie mit dem Wolf im Schafsfell:

Seit Herta Müller ist Westen ist, wird sie als “Dissidentin” wahrgenommen – und das obwohl sie viele Jahre eine “Systemloyale ” war, die sich an die Spielregeln der Ceausescu- Diktatur gehalten, die vom System profitierte, nicht zuletzt, weil sie den Banater Schwaben in der Stunde der Agonie und des Exodus in den Rücken fiel!
Das scheint alles vergessen!
Wer fragt heute schon nach Beweisen!
Kritische Wissenschaft?
Die Thesen, ihr Debütband “Niederungen” sei “zensiert” worden, sie sei von der Securitate verfolgt worden, ja sogar von ihren Landsleuten, sind allesamt nicht bewiesen.
H. Müller begann erst damit, Ceausescu zu beschimpfen, als sie im Westen in Sicherheit war.
Verfolgt, in Haft, gar umgebracht wurden andere.
Den kritischen Fragen zu ihrer dunklen Vita vor 1987 hat sich die Nobelpreisträgerin nie gestellt. Fragt einer danach, wird ihm in Deutschland der Mund verboten.

Diese Erfahrung mache ich seit Monaten, obwohl ich eine “Nobelpreis- Kandidatin” kritisch ins Visier nahm, – aus der Sicht des wahren Dissidenten aus der Gefängniszelle.
Herta Müller hat “Geschichten” erzählt, Märchen

viel “erfundene Wahrnehmung” geliefert,

ohne dabei “Fiktion” und “Wahrheit” auseinander zu halten sind.
Jetzt, nach dem Preis, sollen die Kritiker schweigen!

Doch wie weit ist es mit der Demokratie her, wenn das freie Wort abgeschnitten wird – mit Maulkorb!?

J’accuse,  

sage ich hier mit Zola! Carl Gibson

Link: http://diepresse.com/home/kultur/literatur/514718/Herta-Mueller-erhaelt-FranzWerfelMenschenrechtspreis-

Zu:

Dinescu: “Man überlebt, wie bei Ceausescu”

Stop für Müller Kritiker?

Kehraus vor der Buchmesse

(13.10.2009 16:49)

Die Österreicher sollten es nicht zulassen, dass es mit diesen “Lobhudeleien” so weiter geht.
Zur Zeit von Diktator Ceausescu, als seine Hofdichter Adrian Paunescu und Corneliu Vadim Tudor ( beide sind heute Senatoren) aus einem mittelmäßigen Kommunisten den “Titan der Titanen ” formten, das “Genie der Karpaten”, den geliebtesten Sohn des Volkes etc.
ließ sich Herta Müller von den gleichen Kommunisten 3 Preise geben – und ihr Büchlein ” Niederungen” drucken, wie sie später sagte:

getrieben vom “Hass” gegen die Banater Schwaben.
Kaiserin Maria Theresia hat die Banater Schwaben und alle anderen Donauschwaben im Kronland Ungarn angesiedelt – mit Plänen von Wien aus.
Temeschburg (Klein Wien!) war bis zur Zerschlagung de k. u. k Doppelmonarchie eine fast ausschließlich von Deutschen besiedelte Stadt.

Ceausescu brachte den Exodus!

Und Herta Müller griff seinerzeit (1982) ihre mit dem Rücken zur Wand stehenden Banater Landsleute an!

Dafür wurde sie prämiert? Cui bono?
Wie groß war der Aufschrei, als die angebliche “Nestbeschmutzerin” Elfriede Jelinek den Nobelpreis bekam?!
Den gleichen moralischen Impetus und Kritizismus wünsche ich mir jetzt bei Herta Müller.
Mir, dem Autor von “Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu- Diktatur wurde vielfach ein Maulkorb erteilt.

Jetzt kann ich nur hoffen, dass noch ein paar Aufrechte da sind, die reden.
Ja, “Die Presse” aus Wien sollte kritisch berichten, sie ist näher am Geschehen als die Deutschen. Carl Gibson, Autor

Link: http://diepresse.com/home/kultur/literatur/514267/Dinescu_Man-ueberlebt-wie-bei-Ceausescu

Zu:

Literaturnobelpreis für Herta Müller

 

 

  Mythen. Legenden und Märchen der Selbststilisierung

 

(12.10.2009 09:22)

Wann und in welcher Form hat Herta Müller konkret opponiert?
Welchen Repressalien war sie konkret ausgesetzt?
Wer von der Securitate hat sie verhört und wann?
Weshalb war H. Müller eine privilegierte West-Reisende, die mehrfach in die Bundesrepublik reisen durfte?
Weshalb durfte ihr Gatte Richard Wagner, seit 1972 Mitglied der Rum. Kommunistischen Partei und im Jahr 1985 immer noch in dem gleichen Verbrecher-Verein,
im Jahr 1985 in die BRD reisen – zum Schriftstellerkongress nach Münster und danach weiter 5 Wochen durch das Land,
während Rumänien unter Diktator Ceausescu bereits ruiniert am Boden lag und Flüchtlinge an der grünen Grenze totgeschlagen wurden?
War Herta Müller wirklich eine “Dissidentin”?
Und wurde sie tatsächlich verfolgt?
Ihr Mentor Nikolaus Berwanger, Banater Schwabe NR. 1, Vertrauensmann der Kommunisten, Chef der “Neuen Banater Zeitung” und des “Adam-Müller-Guttenbrunn- Literaturkreis” setzte sich im Jahr 1984 in die BRD ab.
In einem Interview in der Politik-Zeitschrift “Düsseldorfer Debatte” mit Volker Kaukoreit “Zwischen den Stühlen” 1988, Nr. 2
nimmt der Förderer jener jungen Literaten N. Berwanger( auch der so genannten “Aktionsgruppe Banat”) Stellung zur angeblichen Dissidenz von H. Müller, indem er betont:
“Ebenso erstaunt bin ich zu hören, daß Herta Müller in Rumänien eine Dissidentin gewesen sein soll. Sie hat dort noch 1985 veröffentlicht.”

Bis 1984 hatte Herta Müller kein Publikationsverbot. Carl Gibson

Link: http://diepresse.com/home/kultur/literatur/513745/Literaturnobelpreis-fuer-Herta-Mueller

Zu:

Dinescu: “Man überlebt, wie bei Ceausescu”

 

 

http://diepresse.com/home/kultur/literatur/514267/Dinescu_Man-ueberlebt-wie-bei-Ceausescu

 

 

Andersdenkende, “Dissidenten” und echte Rebellen

 

(12.10.2009 09:06)

Im Gegensatz zu Herta Müller, die nichts und auch gar nichts mit Dissidenz oder Opposition gegen Ceausescu zu tun hat,

ganz im Gegenteil,

sie war eine Nutznießerin des Systems – sie hat dann nach ihrer Ausreise 1987 opportunistisch das Lager gewechselt, ist der leidenschaftliche Dinescu ein echter “Abweichler”.
Auch er war Mitglied der KP des Diktators Ceausescu.

Aber er machte den Mund auf und meinte, in Rumänien laufe die Wahrheit mit gespaltenem Schädel herum.
Er war Nobelpreis- Kandidat, vorgeschlagen von dem exilierten Eugen Ionesco.

Als Mann der ersten Stunde wollte er Veränderungen herbeiführen – nach der Revolution 1989, wurde aber von Iliescu ins Glied zurückgedrängt. nachdem die Feigenblatt-Funktion erfüllt war. Post-Kommunist Ion Iliescu machte weitere 7 Jahre weiter.

Dinescu setzte sich für die rum. Gauck-Behörde CNSAS ein und forderte die Offenlegung der Securitate- Akten, damit die Vergangenheitsaufarbeitung erfolgen kann.

In meinem Buch zum Widerstand gegen die Ceausescu- Diktatur habe ich ihm (Mircea Dinescu) ein ganzes Kapitel gewidmet.
Im Gegensatz zur Nobelpreisträgerin, die nur Negatives über Rumänien zu berichten weiß, schreibt Dinescu auf seine sympathische, gewinnende Art sehr positiv und trotzdem kritisch.

Er ist glaubwürdig, Herta Müller, die Fiktion und Realität nach Lust und Laune mischt. ist es nicht.

Wer etwas über das postkommunistische Rumänien erfahren will, der lese hier genau; das sind Essenzen, keine Mythen und Legenden! Ein Unterschied zu HM!
Carl Gibson

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3908&Alias=wzo&cob=442966&Page11899=3

27.10.2009 20:08:24

Hass als Motor literarischen Schaffens

 

Nach Herta Müllers Aussage im Spiegel-Interview 1987 bald nach der Ankunft im Westen, war es der “Hass”, der sie antrieb “Niederungen” gegen ihre als rückständig empfundenen Banater Landsleute zu schreiben.

Rezensent F.C. Delius sah dann – inspiriert von Müller im von Wien aus unter Kaiserin Maria Theresia kolonisierten Banat nicht weniger als die “Hölle auf Erden”. Die Deutschen befanden sich damals in Agonie und Exodus, bedroht von Ceausescu, der über die “Systematisierung der Dörfer” die Deutschen assimilieren wollte.

In dieser besonders exponierten, existenziellen, die kulturelle wie nationale Identität bedrohenden Situation fiel Herta Müller ihren Landsleuten in den Rücken – sie griff sie an, statt die Kommunisten Ceausescus zu kritisieren.

Wer soll ihr 1982 ediertes Buch zensiert haben nach der Abschaffung der Zensur 1978 in Rumänien?

Sie durfte mehrfach in den Westen reisen, 1984, ihr Mann Wagner noch 1985 – wer hat sie dann verfolgt, wo und wie? Ein Lob an Autor und Zeitung: Einen der wenigen kritischen Berichte zu diesem Preis las ich hier. Carl Gibson  (27.10.2009)

Nobelpreis – Maulkorb für Aufklärer

Hätte Herta Müller den Nobelpreis überhaupt bekommen, wenn die Diskussion über ihre “moralische und politische Integrität” nicht verhindert worden wäre?
Ihre jüngste Selbstapologie in DIE ZEIT Nr.31, Druckfassung, strotzt von Fehlern und Ungereimtheiten aller Art. Es steht nicht einmal fest, was von der Autorin stammt und was von der Redaktion.
Fehler wurden nur zum Teil in der Online-Fassung berichtigt.
DIE ZEIT würgte die von ihr entfachte Diskussion zur “Securitate” einfach ab, kürzte meine Kommentare, löschte die Gegendarstellung im “Offenen Brief an Herta Müller” – und erteilte mir Schreibverbot!
Wie sollte die Jury in Stockholm dann kritische Argumente erfahren?
Vor einem Jahr wurden in dem schwedischen Blog Dr. Bodil Zalesky meine Argumente gegen Herta Müller diskutiert – an entlegener Stelle.
Jetzt halten sich beharrlich Mythen und Legenden, die Herta Müllers “Widerstand” begründen sollen – leider wissenschaftlich unverifiziert. Carl Gibson (12.10.2009)

Die Links zum Literatur-Blog in Schweden:

http://bodilzalesky.com/blog/2008/10/13/fran-bokmassan-om-sprak-och-identitet/

http://bodilzalesky.com/blog/2008/11/10/arvet-fran-kommunismen-en-rumansk-tysk-angiverihistoria/

Richtigstellung Falsche Autorenschaft

“Herta Müller kritisierte deren Einladung in einem offenen Brief. In der Folge warf der aus dem Banat stammende Historiker, Philosoph und Literat Carl Gibson der Schriftstellerin vor, ihr Buch “Symphonie der Freiheit” sei ein Zeugnis für ihre Systemloyalität unter dem Ceausescu- Regime.”

Diese Angaben sind falsch.

Richtig ist:

 

Der Autor des Buches

“Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu- Diktatur,

Dettelbach 2008,

 

ist Carl Gibson.

Ich bin ein ehemaliger Bürgerrechtler und habe in der zitierten Diskussion (nachzulesen unter http://www.siebenbueger.de) bzw. auf dem Wikipedia- Porträt seinerzeit die “moralische und politische Integrität” von Herta Müller hinterfragt.
Nach ihrem Artikel “Die Securitate ist noch im Dienst” in der ZEIT Nr. 31, verfasste ich einen “Offenen Brief an Herta Müller”, der bisher unbeantwortet ist.
Als Mitbegründer der (ersten) freien Gewerkschaft rumänischer Werktätiger SLOMR war ich 1979 in Rumänien in Haft. Aus der Sicht des aktiv agierenden Dissidenten heraus habe ich einige kritische Fragen zur Vita von Herta Müller bis zu ihrer Ausreise im Jahr 1987 gestellt,die noch nicht beantwortet sind. Carl Gibson, Autor (08.10.2009 )

Soweit die Kommentare aus Wien.

Anno Domini 26. Februar 2011 sind die oben angesprochen Fragen allesamt noch offen.

 

Vor der Universität Wien - Carl Gibson studierte hier im Jahr 1983 Politik

Vor der Universität Wien - Carl Gibson studierte hier im Jahr 1983 Politik

 

 

 

 

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Das doppelte Kommunismus-Opfer Oskar Pastior – Moralische Integrität”, Plagiat, Heuchelei, sanktionierte Lügen

 

Antwort auf die Oskar-Pastior- Apologie 

aus der Feder seiner Schwester  Anne-Sabine Pastior


Ehre, wem Ehre gebührt!

Wer darf den ersten Stein werfen, Frau Anne-Sabine Pastior?

Richard Wagner, Poet aus Perjamosch, bestimmt nicht!

Richard Wagner war sein halbes Leben in Rumänien in der Rumänischen Kommunistischen Partei, von 1972 bis 1985.

Oskar Pastior aber war nicht in der Partei,

doch der Dichter aus Siebenbürgen war –

wie mein Vater (5 Jahre nach Kriwoj Rog , Ukraine) deportiert –

ein eindeutiges und mehrfaches Opfer des Kommunismus …

und danach noch ein Opfer der Securitate.

Etwas wird immer wieder vergessen:

Die Rumänische Kommunistische Partei (RKP) war der Auftraggeber der Securitate –
die Securitate führte nur die Verbrecher-Befehle aus.

Ohne opportunistische Mitglieder und Mitläufer wie Richard Wagner u. a, hätte es die Rumänische Kimmunistische Partei von Altstalinist G. Gheorghiu Dej und Diktator Nicolae Ceausescu nie gegeben.

(Wen wundert es noch, wenn Herta Müller und Richard Wagner seit ihrer Kehre 1987 im Westen nur gegen die Securiate schimpfen,

nie aber gegen den Kommunismus an sich!!!)

  

Ist das Dämonisieren der fernen, unerreichbaren, in der Geschichte schon verschwundenen “Securitate” nicht gar ein Versuch, von den noch schändlicheren Verbrechen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR abzulenken, Untaten, die zum großen Teil weder aufgekärt, noch aufgearbeitet, bestraft und gesühnt sind?

Der kürzlich verstorbene rumänische Widerstandskämpfer und Held Vasile Paraschiv,

Mitwirkender der freien Gewerkschaft rumänischer Arbeiter SLOMR im Jahr 1979,

trat 1968 aus der RKP aus,

aus Enttäuschung über den falschen Kurs der Einheitspartei,

vier Jahre bevor Wagner eintrat. Und er lehnte – ihm Gegensatz zu den von Kommunisten geförderten wie geehrten Wagner und Müller – jede Ehrung selbst durch Postkommunisten ab. Einen Orden von Präsident Traian Basescu nahm der Widerständler einfach nicht an. 

Und nun kommt der Wendehals aus Perjamosch daher und spielt sich als „Moralapostel“ auf –

er will tatsächlichen Opfern des Regimes die Leviten lesen, posthum sogar. Dabei vergisst Wagner, dass er sich selbst nie für sein Mitwirken in der als kriminell ausgewiesen Organisation RKP (Tismaneanu-Report) entschuldigt hat.

(Siehe dazu die Schipftirade Richard Wagner gegen mich auf der “Achse des Guten” des Herrn Hendryk M. Broder, der mir die gegendarstellung verweigert bzw. auf DIE ZEIT-Online.)

 Ich erinnere an die so genannte “Spitzelaffäre in Berlin” –  in der SbZ – wo einiges begann … und wo ich an dieser Stelle erstmals fragte, wer den ersten Stein werfen darf!

http://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/8033-spitzelaffaere-in-berlin.html

Dort heißt es:

 “Der Banater Schriftsteller Carl Gibson stellte sich in einem Kommentar der Siebenbürgischen Zeitung gegenüber ebenfalls gegen seine Kolle­gin Müller und schreibt von einer „gewissen Verblüffung“ angesichts des „ethischen Auf­ruhrs“. „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“, so Gibson, der Herta Müller als „angeblich Verfolgte des Ceauşescu-Regimes“ bezeichnet und ihren offenen Brief angesichts ihrer eigenen Vergangenheitsbewältigung, die noch viele Fragen offen lasse, als „dreist und deplatziert“ empfindet. „Selbstinszenierung, ja Selbstmythisierung“ wirft Gibson Müller vor und zieht das Fazit: „Aufklärung tut Not! Ein moralischer Zeigefinger dort, wo selbst keine moralische Integrität ist, kommt der Täuschung der Öffentlichkeit nahe und ist auch ein ,Skandal‘!“

Bestimmt sind das nicht die Mitläufer der Kommunisten wie Richard Wagner und seine damalige Gattin Herta Müller – beide waren systemprivilegiert und durften 1984/85 in den Westen reisen – in die BRD,

sogar nach Paris.

In der Akte “Cristina”, die Richard Wagner nach Gusto verwaltet und der Presse nur vorgekaute Häppchen weiter reicht, die auch unkritisch übernommen werden,

können diese gut versteckten “Jugendsünden” nachgelesen werden.

Was haben die „alten Kameraden“ aus der Wehrmacht und die „roten Socken“ aus RKP, SED, KPdSU etc. gemeinsam? –

Nach dem Zusammenbruch ihrer Ideologie und ihre mit Leichen gepflasterten Weltreiches der Massenbeglückung und Erlösung sind sie alle „unschuldig“!?

Sie stellten und stellen sich untereinander, gegenseitig „Persilscheine“ aus,

in welchen ihre angeblich „weiße Weste“ allen bekannt gemacht wird,

ohne „Gang nach Canossa“, ohne Katharsis, ohne Läuterung, ohne Reue.

Wer früher schon log, kann auch heute weiter lügen – in einer Gesellschaft, wo das Lügen keine Konsequenzen hat,
wo die Moral beerdigt wurde!

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Mein Handeln von gestern?

Wozu Ehre und Moral, wenn es gilt, den Willen zu Macht zu vollenden und die Macht zu erhalten?

Die Tagepolitik lehr es uns – das Vorbild der Politiker – mit Charisma und Augenmaß:

ein Ausbund der Tugend Karl- Theodor zu Guttenberg!

Der nicht erwischte Dieb ist ein ehrlicher Mann!

Und wenn der Dieb dann doch erwischt wird, meint zu Guttenberg,

dann tut es ihm Leid!

Herta Müller tat es vielleicht auch Leid, sich so dumm der Securitate widersetzt zu haben

( Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit!!!)

oder

in der nicht existenten Bahnhofshalle von Poiana Brasov von Securitate –Schergen niedergeschlagen worden zu sein.

Was ist das Dichter-Wort noch wert?

Wer war Opfer, wer Täter?

Wer war mehrfaches Opfer?

Verdrängen dürfen wir diese Fragen nicht, wie gelegentlich von Nichtbetroffenen gefordert.

Ganz im Gegenteil – alles muss aufgeklärt und differenziert beantwortet werden.

Auch die von mir hier schon oft gestellte Frage:

Wie hoch ist der Anteil Oskar Pastiors am Nobelpreis?

Wie viel Ideelles, Konzeptionelles, Wortmaterial etc. verdankt Herta
Müller ihrem „Freund Oskar Pastior“,

von dem sie sich so moralisch entrüstet abgesetzt hat, nachdem die IM-Vergangeheit des Dichters bekannt wurde.

Das Wort „Plagiat“ hat inzwischen einen anderen Klang!

Auch das forderte ich mehrfach: Nicht nur in der Wissenschaft sollten wir nach Plagiaten Ausschau halten, sondern auch in der „schöngeistigen Literatur“ – 


Mich kostete seinerzeit eine von obskuren Kräften vermutlich in Auftrag gegebene Negativ-Rezension meines Werkes über Lenau die Promotion, den Dr. Grad,

während andere „mit fremden Federn“ geschmückt weiter machen, viel Geld verdienen, da noch nicht erkannt wurde, dass es hierbei nur um des „Kaisers neue Kleider“ geht.

Ein Hohn auf Wahrheit, Anstand und Würde ist das!

Damit alles stimmt, wird auch noch ein Kreuz verliehen … für den Kampf gegen das Kreuz!

In meinem Werk „Symphonie der Freiheit“ habe ich am Fall des Expressionisten und rumänischen Klassikers der Moderne Ion Caraion, den ich persönlich kannte und übersetzte, gezeigt, wie ein Feingeist nach 11 Jahren stalinistischer Kerker- und Folterhaft zum IM- und Opfer wird – aus reiner Selbsterhaltung heraus.

Bei Oskar Pastior war es nicht anders – auch das habe ich mehrfach dargestellt.

Als geben wir des Kaisers das zurück, was des Kaisers ist, Frau Anne-Sabine Pastior –

herzlichen Dank für Ihre Apologie.

Mögen die Siebenbürger Sachen – und nicht nur sie – endlich erkennen, was Sache ist.

Ich würde es begrüßen, wenn Experten der Oskar Pastior- Forschung die Pastior-Anklänge aus Herta Müllers „Atemschaukel“ akribisch erforschen und offenlegen würden, damit

  

die Dimension der Beeinflussung Herta Müllers durch Oskar Pastiors Vorarbeit deutlich wird.

Systemprofiteure und Mitläufer wie Richard Wagner aber, der seiner früheren Gattin Herta Müller „moralische“ und politische Integrität bescheinigt, sollten sich zurückhalten, die Auflösung der Oskar-Pastior –Stiftung zu fordern.

Cui bono?


Meines Erachtens zählt Richard Wagner zu den „poetae minores“ der Jetztzeit, die es tausendfach an der Zahl gibt. Heine würde sagen, er soll in ganz Perjamosch bekannt sein, vielleicht sogar banatweit  … und man wolle ihm eine Statue errichten , nicht auf dem grünen Hügel in Bayreuth, aber in den Niederungen  … und aus Holz … mit einem Täfelchen darunter …und der Aufschrift: Diesen Ort nicht beschmutzen …

Herta Müller und Richard Wagner sind bisher gut damit gefahren, andere (selbst tastsächliche Opfer der Securitate) mit Schmutz  und Steinen zu bewerfen .

  

(Mich reihte Richard Wagner sogar in die Reihen der Securitate und der Cosa Nostra ein! Siehe: DIE ZEIT Online), nur weil an unbequeme Wahrheiten aus der kommunistischen Vergangeheit erinnert wurde? 

Dafür wurden sie sogar geehrt und ausgezeichnet – verkehrte Welt?

Beide sollten sich in Acht nehmen – die allen Forschern zugängliche Akte „Cristina“ spricht Bände – und sie legt manches Verschwiegene aus der „retuschierten Vita“ offen.

Die Beweise sind da.

Warten wir es ab, bis der Bumerang zurück fliegt.

Hochmut kommt vor den Fall – in der Politik …

und in der Literatur ,

denn Lügen haben kurze Beine, die Wahrheit hat keine – also müssen wir ihr Beine machen!

Was ist sonst noch zur Materie zu sagen habe, steht auf meinen blogs. Carl Gibson

Foto. Carl Gibson

Wehrkirche in Grossau, Siebenbürgen –

  

Deutsche Identität, Glaube, Anstand und Würde mussten 800 Jahre hindurch verteidigt werden –

also wehrt euch auch heute, nach dem Exodus!

Foto. Carl Gibson

Deutsches Kulturgut in Hermannstadt (Sibiu) heute –

Blick in die Friedrich-Schiller-Buchandlung in Hermannstadt, eines der Bände im Regal ist

Carl Gibsons “Symphonie der Freiheit”.

Foto. Carl Gibson

Hermannstadt einst – Malerei auf der Wand einer Frühstückspension in Sibiu 

Foto: Carl Gibson

In Kronstadt, Brasov – Blick auf die “Zinne”. 

Einige Kilometer dahinter: Die berühmte Poiana Brasov, wo der ominöse “Bahnhof” aus der ZEIT-Geschichte gewesen sein soll. Im Rahmen einer Rumänienrundreise (1977) erlebte ich die Schulerau (Poiana Brasov) in ganzer Schönheit.

 Außer Herta Müller hat dort oben noch niemand Züge gesichtet.

“erfundene Wahrnehmung” – das Ganze? Auch das angebliche Martyrium dahinter?

Nachtrag: Zu dem in “Die Presse”, Wien erschienenen Artikel  

Wie sich Oskar Pastior auf den Teufel eingelassen hat

Autor Norbert Mayer unter:

http://diepresse.com/home/meinung/feuilleton/mayergegengift/610936/Wie-sich-Oskar-Pastior-auf-den-Teufel-eingelassen-hat

schrieb ich folgende Kommentare:

Divide et impera

Vergessen wir eines nicht: Die gesamte Maskerade um “Diversion”, Denunziation”, Diskreditierung”, “Subversion”, “Diffamierung” etc. ist eigentlich ein “Nebenkriegsschauplatz”, gezielt eröffnet, um von den “wahren Schuldigen” aus der Securitate abzulenken.

Die echten Akteure von Terror und Verfolgung während der Ceausescu- Diktatur, heute oft in Amt und Würden als “patron” und “business men” lachen sich ins Fäustchen, wenn sich nun Dichter, Schriftsteller, echte und angebliche “Dissidenten” bekriegen.

Es war Nobelpreisträgerin Herta Müller selbst, die den unseligen Reigen eröffnete, in dem sie in DIE ZEIT gegen „kleine Fische“ wetterte, gegen IMs, dann gegen die Landsmannschaft der Banater Schwaben, später gegen Repräsentanten der Evangelische Kirche der Siebenbürger Sachsen A. B., statt gegen die Rumänische Kommunistische Partei ihres damaligen Gatten Richard Wagner vorzugehen, der dieser verbrecherischen Partei von 1972 – 1985 angehörte.

Die RKP von Diktator Ceausescu war die politische Kraft im Land und somit der direkte Auftraggeber der „Securitate“. Alles vergessen?

Schlesak betont, die „Securitate“ hätte ihm eine Täter-Akte“ untergeschoben. Sie sei gefälscht.

Herta Müller sagte das auch im Hinblick auf ihre Akte „Cristina“, die allerdings erst 1983 angelegt wurde, nachdem ihr Debütband „Niederungen“ bereist 1972 erschien – nicht ohne das Plazet der Offiziellen? Die CNSAS-Akten – ein Labyrinth? Bestimmt! Ich habe meine Opfer-Akte eingesehen, kann deshalb vergleichen.

 

bzw.

Securitate-Akten bei der CNSAS – (Rumänische Gauck-Behörde)

Zum Thema:

Akteneinsicht bei der CNSAS, das ist die rumänische Gauck- bzw. Birthler-Behörde zur Aufarbeitung der Securitate-Akten,

habe ich einen Erfahrungsbericht geschrieben, der heute veröffentlicht wurde, in: Siebenbürgische Zeitung Online, Deutschland. Es ist gefährlich und oft irreführend, aus einzelnen Akten von Opfern oder Tätern “nur zu zitieren”.

Der potenziellen Instrumentalisierung sind so Tür und Tor geöffnet. Die Akten-Interpretationen sollten Fachleuten vorbehalten bleiben, da durch a priori Verdächtigungen großer Flurschaden angerichtet werden kann, gerade etwa bei Fällen wie Dieter Schlesak, dem die Securitate auch eine “Täter”-Akte untergeschoben hat bzw. bei Herta Müller, Akte “Cristina”. Auszüge verfälschen, da jeder nur das zitiert, was ihm gerade in den Kram passt.

Differenziertheit ist angesagt.

Es wäre wünschenswert, wenn “Die Presse” , die näher an der Ostblock- und Kommunismusforschung- Materie dran ist, die Thematik ausloten und vertiefen würde.

Carl Gibson,Historiker, ehemaliger Bürgerrechtler während der Ceausescu- Diktatur, Bad Mergentheim, Deutschland”

Ende des Zitats.

In dem Artikel ist davon die Rede, “Atemschaukel” sei in Zusammenarbeit entstanden, quasi als Ko-Produktion.

Was stammt nun vom wem?

Wieviel verdankt Herta Müller dem Freund Oskar Pastior, von dem sie sich lossagte.

Wie ist die Quellensituation und wie verlief die Genese – legitime Fragen, die jeder Literaturwissenschaftler stellen darf und soll.

Ich fragte bereits danach, als das für die Nobelpreisvergabe vielleicht ausschlaggebende Werk noch nicht auf dem Markt war, aber in den Händen ausgewählter Rezensenten.

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“Moralische Integrität” – Carl Gibsons Kommentare zu Herta Müllers Debütband „Niederungen“

 

Vorbemerkung: Nicht nur “Philosophen” müssen permanent nach der “Wahrheit” fragen;

auch “Zeitzeugen” haben die Pflicht, über Realitäten so authentisch wie möglich zu berichten, so wie sie die Dinge und Entwicklungen erlebt haben.

Diesem moralischen Auftrag stelle ich mich nunmehr seit fünf Jahren öffentlich, indem ich eine Überprüfung der “moralischen Integrität” hoch geehrter Personen einfordere – als Zeitzeuge und als Philosoph.

Große deutsche Schriftsteller, unter ihnen Nobelpreisträger Günter Grass, Siegfried Lenz, Martin Walser, Walter Jens wurden mit dem Vorwurf konfrontiert, ihre Vita durch Weglassungen wichtiger Aspekte und Details geschönt, ja verfälscht  zu haben. Das Nachfragen muss auch bei Herta Müller möglich sein. Seitdem ich es aufgenommen habe, ihre Vergangenheit kritisch zu durchleuchten, erlebe ich unzählige Attacken auf meine Person.

Was liegt näher, als die Person des Fragenden zu diskreditieren – so oder so!

Das Mittel der Stasi der DDR: ZERSETZUNG!

Aus der Anonymität heraus. Niemand soll erfahren, wer an der Schraube dreht.

Eine solche Zersetzungskampagne erlebte ich auf “Freitag”.

Nachdem bald bekannt geworden war, dass ich auf der linken Plattform „Der Freitag“ kommentiere, stellte eine bis dahin noch nicht in Erscheinung getretene „Anonyme“ einen Beitrag ein, „All diese Niederungen“ – und bald darauf forderten mich andere Berufene auf, den Beitrag der Neuen zu kommentieren.

Zufall das alles?

Eine Provokation?

Wurde da jemand gezielt auf mich angesetzt, um mich zu provozieren, meine kritischen Kräfte zu binden, abzulenken, gar zu diskreditieren?

Einfach so?

Oder verdienten gewisse Personen auf diese Art ihr Geld?

Die wahren Absichten dieser Buschkrieger aus dem Verborgenen konnte ich nie herausfinden.

Nur eines wurde deutlich:

Sie sprachen für Herta Müller und Richard Wagner.

Und sie agierten – wie alle anderen Anonymen in anderen Foren – gegen mich,

hinter einer Maske versteckt,

ohne ihre Identität, ihren Namen offen zu legen,

wie Heckenschützen aus dem Versteck des Hochsitzes!

Auch so kann man einen geistigen Dialog führen.

Die Redaktion des Freitag hat die überdeutlichen Aufforderungen zum Kommentieren schnell wieder gelöscht.

Die Diskussion ging trotzdem weiter, auch deshalb, weil ich umgehend einige meiner partiell bereits veröffentlichten Niederungen- Interpretationen zur Diskussion stellte:

http://www.freitag.de/community/blogs/galut/all-diese-niederungen-von-herta-mueller

Was ich ab März 2010 dort veröffentlichte, ist auch heute noch gültig.

04.03.2010 um 20:33

(…) und (…), vor allem aber für diejenigen kritischen Leser, die auf das “audiatur et altera pars” einen besonderen Wert legen. In der Diskussion mit Ingo Arend hier auf Freitag heute wollte ich einen Auszug dieser Art noch vermeiden – jetzt wurde er “provoziert”.
Eine gute Grundlage, für eine differenzierte Diskussion. Ich zitiere aus einem MS mit Interpretationen zum Werk “Niederungen” der Nobelpreisträgerin Herta Müller, aus der Sicht eines Interpreten “aus dem anderen Lager”:

Diskrepantes Sein – „ Grabrede“

Es gibt Geschichten, in welchen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenfallen; Vergangenheit als Vergangenheitsbewältigung über Abrechnung, Gegenwart als Zäsur und Zukunft als Neuentwurf. Es sind Schlüsselgeschichten, aus welchen die essenzielle Haltung zur Welt deutlich hervorscheint. Eine solche Geschichte ist die „Grabrede“, ein Auftakt zu einer Serie von Abrechnungen mit einem Milieu, das in seiner Gesamtheit als eine zu überwindende und nicht zu beklagende „Welt von Gestern“ angesehen wird. Zur Handlung der Kurzgeschichte: „Vater lag in einem Sarg mitten im Zimmer.“ Das war typisch im Banat des Jahres 1968 – zweihundert Jahre nach der Ansiedlung deutscher Siedler in einem Landstrich, der lange zur k. u. k. Monarchie gehörte. Im Banat wurde auch nach dem Prager Frühling nicht „anonym“ gestorben, sondern persönlich im Kreis der mitleidenden Familie. Und auch der Abschied war fast immer persönlich, oft begleitet von der ganzen Gemeinde – als letzte Ehrbezeugung für ein hart, doch aufrecht gelebtes Leben. Bis zur Bestattung im Familiengrab auf dem historisch gewachsenen Friedhof ruhte der Tote aufgebahrt auf einem Tisch in der Kammer, wo er fast sein ganzes Dasein verbracht hatte, betrauert und beweint von Verwandten und Freunden. Tausendfaches Rosenkranzgemurmel begleitet den Abschied von dem Toten noch vor den Requiem in der Kirche. Selbst ein Schuft wurde so in den Hades geleitet, denn der Tod hatte immer etwas Erhabenes, das die Sünden vergessen ließ. Verzeihen verweist auf menschliche Größe.
Nur manchmal wurde der Abschied zur Abrechnung und zum Bruch. Das Ich der Kurzgeschichte, eine weibliche Person wohl noch unter dreißig, schaut über die Leiche des Vaters hinweg auf die Bilder an der Wand, die Lebensstationen des wenige geliebten, ja gehassten Toten einfangen – Bilder wie im Zeitraffer kurz vor einem Nahtoderlebnis. Ein Film läuft ab, Kindheit, Heirat, Soldaten, profanes Arbeiterdasein. Nur „waren alle diese Bilder falsch“! Eine Existenz als Lebenslüge? Der eigene Vater ein Schwindler, ein Täuscher, ein Gaukler, der eine „Als-ob-Existenz“ vorlebt und damit die Seele des eigenen Kindes belastet, verfälscht? Und die Tochter? Ein Opfer dieses falschen Seins?
Das Ich empfindet es so – und die literarische Umsetzung wird noch intensiviert auf dem Dorffriedhof vor der Grablegung. Bevor die lieblichen Überreste für alle Zeit der Natur übergeben werden in der Hoffnung, dass die gerettete Seele von guten Gebeten geleitet zu höheren Sphären aufsteigt, haben noch zwei Totengräber ihren Austritt, zwei „kleine, wankende“ und „betrunkene Männchen“, die noch reden, bevor sie den Sarg im Grab versenken. Vor den Augen der versammelten „Gemeinde“ sprechen sie – dies fiktiven Gestalten oder gar „Zeitzeugen“ – das Ich an, reden „Klartext“ ,packen aus, klären auf – und geben – enthemmt von Alkohol – Wahrheiten preis, die nicht jeder hören will, belastende Wahrheiten, die in direkter Konfrontation eine Vergangenheitsaufarbeitung einleiten. Das Ich und die gesamte versammelte Trauergemeinde müssen Dinge hören, die sie eigentlich nie hören wollten: Fakten, Wahrheiten, Gerüchte, Verleumdungen?

„Dein Vater hat viele Tote auf dem Gewissen, sagte eines der betrunkenen Männchen. Ich sagte: Er war im Krieg. Für fünfundzwanzig Tote hat er eine Auszeichnung bekommen. Er hat mehrere Auszeichnungen mitgebracht. In einem Rübenfeld hat er eine Frau vergewaltigt, sagte das Männchen. Zusammen mit vier anderen Soldaten. (…) Es war eine Russin.“
Wer ist das graue Männchen, der aus dem ehemaligen SS-Mitglied einen negativen Helden, ja Massenmörder macht?
Spricht da ein veritabler Zeitzeuge, der ein authentisches Testimonium ablegt, einer dabei war im Schützengraben vor Stalingrad oder doch nur ein boshafter Denunziant in fremdem Auftrag?
War er bei den in den Raum gestellten Verbrechen, die hier aus einer subjektiven Betroffenheit heraus literarisch fiktiv in die Welt gesetzt werden, wirklich dabei als Augenzeuge. Sind Anklage und Anschuldigungen echt und so in der Realität erfolgt oder bloße Konstruktionen einer begabten Fantasie? Setzt hier bereits eine Vergangenheitsaufarbeitung ein, die als Vergangenheitsbewältigung zugleich Selbstbefreiung ist? Oder richtet sich dieses „Gerede“ – wie es Heidegger nach Nietzsche in „Sein und Zeit“ definiert nicht gar gegen die „deutsche Gemeinschaft“ der Trauernden, die ums Grab versammelt einem der Ihren nachweint?
Die schriftstellerische Freiheit lässt es zu, solch fiktionale Gebilde zu entwerfen, ganz egal ob sie traumhafter Natur sind oder mit realistischen Hintergrund. Die Interpreten sind zur Deutung aufgerufen, aber auch zum Fragen nach Intention und Motivation der Szene.
Satz für Satz nehmen die belastenden Indizien zu. Der Vater entpuppt sich in weiteren Aussagen nicht nur als ein ungehemmter Massenmörder in einem grausamen, weltanschaulich motivierten Vernichtungskrieg im Osten jenseits des Völkerrechts; auch im bürgerlichen Leben danach in Friedenszeiten in der sozialistischen Gesellschaft erscheint er als Ehebrecher und Schuft. Sein Verderbtsein, seine Sittenlosigkeit und seine Untugenden erreichen das Ich der Erzählung, die eigene Tochter, als Vorwurf. „Dann kam ein runzeliges dürres Weib auf mich zu, spuckte auf die Erde und sagte pfui zu mir.“
Die „deutsche Gemeinschaft“ vor Ort, das wird zunehmend deutlicher, lehnt auch die Tochter des Verderbten ab. Also ist es nur allzu natürlich, wenn sich die Ausgegrenzte, die Stigmatisierte, gegen die eigene Dorfgemeinschaft auflehnt und aus der Enge zu entfliehen versucht, aus der Determiniertheit durch das falsche Vorbild des Vaters in die Freiheit der Selbstdefinition und des Selbstentwurfs und der Selbstentfaltung.
Da ist eine natürliche Gegenreaktion auf eine Bedrohung – und somit auch ein emanzipatorischer Akt, vor allem aus weiblicher Sicht. Individuum gegen Gesellschaft. Ein uralter Konflikt, der sich seit der attischen Tragödie durch die abendländische Literatur zieht.
Doch wie erscheint die gesittete Gesellschaft in der Erzählung, jene Welt der Ordnung, die den Vielen im Banat seit ihrer Ansiedlung unter schwierigen Bedingen das Überleben sicherte? Wie du mir, so ich dir! Und was in den Wald hinein gerufen wird, schallt aus ihm im Echo hervor – gebrochen und verzerrt: und doch auch echt.
Die familiär und gesellschaftlich Abgestempelte, in die Ecke gestellte und an die Wand gedrückte Individualität schlägt zurück, verletzt wie ein wildes Tier; zunächst ohnmächtig und verbittert, dann zunehmend selbstbewusster und sogar mit einem Hauch von Vergeltungslust – eine „Vendetta“- Gestimmtheit kommt auf, Rachegefühle und Gelüste. Die Rache ist süß, sagt man und mit orgiastischen Satisfaktionen verbunden.
Trotzig aufmucken, wehrhaft sein, kämpfen, zurückschlagen – das sind alles gesunde Reaktionen der Selbstbefreiung, die irgendwann zu einem autarken Individuum führen können, wenn man denn auch einen gesunden Sinn für das „Maß der Vergeltung“ behält. Die Verhältnismäßigkeit entscheidet auch über den Ausgang einer Konfliktsituation.
Die Dorfgemeinschaft erscheint in dieser Kurzgeschichte als bedrohende Masse, als eine Summe von unreflektierten Einzelmenschen, die das Anderssein eines Mitmenschen nicht gelten lassen wollen, die den Andersdenkenden bedrohen und „das Gewehr“ auf ihn richten, bereit, Ketzer und Außenseiter jederzeit abzuschießen, besonders Tabu-Brecher und so genannte „Nestbeschmutzer“. Die historisch gewachsene Gemeinde, für viele eine existenzerhaltende Einheit, rechtfertigt sich: „Wir sind stolz auf unsere Gemeinde. Unsere Tüchtigkeit bewahrt und vor dem Untergang. Wir lassen uns nicht beschimpfen, sagte er. Im Namen unserer deutschen Gemeinde wirst du zum Tode verurteilt. Alle richteten ihre Gewehre auf mich. In meinem Kopf war ein betäubender Knall. Ich fiel um und erreichte den Boden nicht. Ich blieb quer über ihren Köpfen in der Luft liegen.“

Die deutsche Gesellschaft und Gemeinschaft im Banater Dorf wird zum Feindbild erhoben – ihr Wertesystem, aus linksintellektueller Sicht kleinbürgerlich, spießig, heuchlerisch, faschistoid oder mit latenten Hang zum Faschismus, wird abgelehnt, weil es der freien Selbstentfaltung des kreativen Individuums, des Schaffenden in allen Bereichen der Existenz, zuwiderläuft. Wo andere die Geborgenheit fanden, ein Gefühl von Heimat und deutscher Identität, sahen einige Extremdenker die Dinge anders. Die Konsequenz bedeutete Zäsur, Bruch mit der nicht mehr geliebten „Werte – Welt der Vorväter“, eben weil der letzte große Krieg neue Fakten geschaffen hatte – und neue Formen von Verantwortung und Schuld.
Der Feind ist ausgemacht in der Grabrede: Es ist die eigene Herkunft und die eigene Gemeinschaft, nicht etwa ein fremder, viel mächtiger Feind hinter und über der Gemeinschaft in der realsozialistischen Gesellschaft. Es ist nicht die Kommunistenpartei im alles bestimmenden Staat, in der Diktatur, sondern der kleine Mann von nebenan, der Repräsentant der deutschen Gemeinschaft mit seinem kargen Brauchtum und seinem schmalen kulturellen Substrat, der Nachbar, der den alten Sitten folgend treu mit am Grab steht und einen dicken Stein auf den Sarg legt.
Die Abrechnung schreitet am „Schlachttisch“ fort. Kaschiert von individueller Trauer – ich werde ein Leben lang Schwarz tragen – vollzieht sich die persönliche Kasteiung und Demütigung der Mutter, die ihren überlangen „Zopf“ abschneidet. Der „Zopf“ wird dann zeremoniell verbrannt – und die Zivilisation wird auch im Banat eingeführt, fast dreihundert Jahre nach jener Geste Peters des Großen, die sein Russland revolutionierte. Neue Werte machen sich breit im Banat – und die Kultur verdrängt bald auch die Zivilisation. Die Alte Ordnung hat ausgedient; sie muss abdanken und gehen.
Doch worin besteht die neue Welt der neuen Menschen – und was setzt die Anklage dem Vergehenden entgegen?
Wodurch definiert sich das Neue? Nur durch die Abgrenzung und Absetzung vom Alten, ohne neue Inhalte?
Das Vaterbild – extreme Negativität: ein gewissenloser Befehlsempfänger und vermeintlicher Massenmörder, ein Schuft gar durch und durch, der die Mutter schlägt, arrogant, höchst gewalttätig und dumm, unkritisch und denkunfähig. Und die Mutter? „Meine Mutter ist ein vermummtes Weib“, charakterisiert die Autorin introduktiv ihre leibliche Mutter, im ersten Satz der dritten Kurzgeschichte in dem „Niederungen“-Bändchen, gleich nach der von manchen als skandalös empfundene Posse „Das schwäbische Bad“.
Die Mutter ist eine Frau, die vom Vater systematisch verprügelt wird und die aus einer falsch verstandenen Autorität heraus das Erfahrene weiter gibt, indem sie die eigene Tochter schlägt, nur weil diese nicht flink genug Befehle ausführt – und dabei eine sich erst formende Seele zerbricht. Aus einer berechtigten inneren Revolte und aus dem psychischen Aufruhr heraus stellt sich dann auch eine Zurückweisung der Mutter ein. Die ablehnende Haltung gegenüber dem Verhalten der Mutter, der praktisch keine Individualität, kein Selbstsein zugestanden wird, weil ihr das Selbstbewusstsein fehlt und die aufrechte Haltung einer souveränen und emanzipierten Frau, korrespondiert mit der Zurückweisung des Säufer-Vaters, der zudem noch früher einer „verbrecherischen Organisation“ angehörte. Mutter und Vater werden zu Rollen reduziert, zu Negativ – Charakteren und Trägern von Unwerten – sie heben sich somit selbst auf.
Nur beschränkt sich dieses „Sodom und Gomorra“ auf die kleinste gemeinschaftliche Einheit, auf die eigene Familie, nicht aber auf die gesamte deutsche Dorfgemeinschaft. Die desolaten, zerrütteten Verhältnisse im Elternhaus zerbrechen die zarte Seele und schädigen das Kind irreparabel. Diese zwei auf allen Ebenen versagenden Elternteile produzieren das „Opfer“, nicht die weitgehend unbeteiligte Dorfgesellschaft drum herum.
Das Dorfmilieu mit seinen Sitten und seinem alten Brauchtum ist kein determinierender Faktor schlechthin, im Gegenteil sogar ein Korrektiv, weil das Kind in der Gemeinschaft des Banater Dorfes sogar aufgefangen wird. Der frühe Feind der Autorin Herta Müller – und dieser feine Unterschied sollte gerade von denjenigen besonders beachtet werden, die das Dorfleben im Banat nicht aus unmittelbarer Anschauung kennen- ist ihr eigenes Unzuhause, ihre Ungeborgenheit in der Familie von Anfang an, nicht aber die „deutsche Gemeinschaft“ an sich.

In ihrem unmittelbaren Umfeld, in der Familie, wurde sie zum „Opfer“ gemacht und gezwungen, sich gegen eine feindliche Außenwelt zu behaupten. Das Banater Dorf aber, das so war wie es war, war ihr eigentlicher Feind nicht. Sie distanzierte sich auch nicht von Anfang an vom deutschen Dorf und der deutschen Wertegemeinschaft – etwa wie ich es vollzog, als ich früh unspektakulär in die Stadt aufmachte.
Herta Müller, die gerne ein paar unpassende biografische Details verschweigt, weil sie dem stilisierten Image gefährlich werden können, machte eine gute Weile mit. Solange es opportun war, lebte sie ganz konventionell „am Arsch der Welt“, wie sie es selbst einmal definierte, schlief in gestärkter Bettwäsche, tanzte um die Bütt „Kerwei“, heiratete eine donauschwäbischen Ingenieur – und distanzierte sich von dem langweiligen Landleben in Nitzkydorf erst, nachdem ihr die Linken aus der Aktionsgruppe Banat einiges von den segnenden und selig machenden Wirkungen des Marxismus-Leninismus erzählt, sie zur Literatur-Fabrikation animiert und zur Kritik an der verzopft-muffigen Welt ihrer Väter aufgerufen hatten.
Mit ihrem Debütband stürzte sie sich in einen Kampf, der bald Autodynamik entwickelte und die Blindheit des Nebelscharmützels, bekämpfte einen vermeintlichen Gegner und ignorierte dabei den „eigentlichen Feind“, den ihre geistig wenig differenzierten banatschwäbischen Landsleute seit dem Zusammenbruch 1945 und dem aufziehenden Stalinismus mit politischen Verbrechen aller Art, Agrarreform und Deportationen längst in der „Kommunistischen Partei“ ausgemacht hatten.
Dass es damals so war, wollte sie – im Gegensatz zum reuigen Berwanger – bisher noch nicht zugeben – eben weil sie die Dinge – aus ihrer schon verinnerlichten Opfer-Perspektive – anders sah und weil sie lieber das angeblich spießig deutsche Dorfmilieu als die realsozialistische Gesellschaft drum herum zu verdammen liebte.

Aus der Absetzung von diesen Unwerten extremer Negativität konstruiert die Autorin dann ihren Gegenentwurf – eine mythopoetische Welt des Irrealen, Makabren und Unästhetischen, in welchem sie selbst integraler Teil des Mythos ist, ganze hundert Jahre nach Baudelaire, Lautreamont, nach den Dadaisten und Surrealisten!
Und die literaturhistorisch unsensible Fach- wie Banausenwelt ist tief beeindruckt! Ein neuer alter Ton, eine neue alte Wahrnehmung und eine neue alte Sprache in selbstauflösender Form. Dabei erreichen einige Passagen in den „Niederungen“ wahrhaftig einsame Höhen!
Als Herta Müller dann im Jahr 1985/86? Während eines Fernsehauftritts nach ihrem Verhältnis zu ihren Landsleuten im Banat gefragt wurde, hatte sie – und das ist mir noch sehr gut im Gedächtnis verhaftet – keine Schwierigkeit damit, die rückständige, als faschistoid bezeichnete Denkweise der Banater Schwaben denunzierend herauszustellen. Auf die Frage, ob sie gewisse politische Entwicklungen in der gegen Perestroika und Glasnost ausgerichteten Ceausescu- Diktatur auch in Rumänien ansprechen werde, entgegnet sie forsch, sie werde sich den Mund keinesfalls verbieten lassen.
Einen Beweis dafür, dass sie Letzteres eingehalten oder gar konkret gegen die Kommunisten in dem höchst zerrütteten Land opponiert hat, ist mir nicht bekannt. Opponiert haben andere, die allerdings all Zukunft braucht Herkunft, werte(r) wolkenlos, genauer das bekannte: Ja, ich weiß woher ich stamme (ungesättigt gleich der Flamme glühe und verzehr ich mich … (frei nach F. Nietzsche!).
Carl Gibson
Vom Überdruss am interesselosen Wohlgefallen –

und

von der neuen Sehnsucht nach Fäkalität

„Wer die Schönheit angeschaut mit Augen, ist dem Tode schon anheim gegeben, wird zum wahren Leben nicht mehr taugen“, dichtet August Graf von Platen in einem berühmten Sonett.
Damit nicht alle der Schönheit verfallen und dekadent dahinsiechen, hielt Herta Müller in ihren „Niederungen“ mit einigen Appetithäppchen dagegen, naturalistisch plastisch wie in den Frühphasen des Expressionismus in einem sonderbaren Delektieren an Fäkalität:
„Ich wischte mir mit dem Klopapier trotzdem den Hintern ab und schaute dann in den Ausschnitt, und sah den Kot, in dem weiße Würmer krochen. Ich sah die kleinen schwarzen Kotknollen und wusste, dass Großmutter wieder Verstopfung hat, und sah den lichtgelben Kot meines Vaters und den rötlichen Kot meiner Mutter. Ich suchte nach dem Kot meines Großvaters, und Mutter schrie meinen Namen in den Hof“.
Wenige Seiten später wird auch das allzumenschliche Urinieren geschildert – ein literarisch verewigtes Männeken – Piss im Banat: „Ich sah Heini, wie er den Nachttopf in der Hand hielt und mit eingeknickten Knien dastand. Und mit der anderen Hand hielt er sein Glied. Es war sehr weiß im Schein des Blitzes.
Ich musste auch pissen. Ich stand auf und setzte mich über den Topf, und ich zog den Bauch ein, um das Geräusch des Urins zu verhindern. Aber es wurde immer lauter unter mir, ich hatte keine Kraft, ich konnte es nicht mehr tröpfeln lassen. Es rann lauwarm aus mir. Es rauschte. Heini rief mich zu sich ins Bett.“ Den „Furz“, den „Hodenbruch „ des Großvaters und die „Hämorrhoiden“ der Mutter erwähnte Herta Müller an anderer Stelle. Ob das alles auch beschrieben worden wäre, wenn die Autorin gewusst hätte, dass die Fäkalität literarisch schon längst vorweggenommen war, etwa bei dem Exzentriker Salvador Dali?
Eine Urin- und Kotspur zieht sich leitmotivisch durch die gesamte, sprachlich höchst bescheidene und nur mit dem Instrumentarium der Kurzgeschichte gestalteten Erzählung. Die Miniaturbeobachtung, darunter viel Triviales und Banales, steht neben der psychologischen Decouvrierung im „Klartext“. Schein und Sein mischen sich, ebenso tatsächliche Existenz und Traumwelt. Wo das Gehirn des Interpreten nicht mehr folgen kann, spricht man gern von „erfundener Wahrnehmung“, also von etwas, was keiner logischen Erklärung bedarf.
Das Resultat: Eine Kindheit nicht im Garten Eden, sondern in Sodom und Gomorra! Wen wundert da der Aufschrei des Opfers, die Klage und Anklage? Die Welt des Banats ist Scheiße! Doch an sich – und nicht etwa, weil die alles bestimmende kommunistische Weltanschauung versagt hat.
Also werden die schönen und angenehmen Seiten der Kindheit und Jugend von Exkrementen überdeckt, vom kalkweißen „Schiss“ der Singvögel ebenso wie von dem eklig Gekotzten der Katze und der ausgekotzten Leber des alkoholabhängigen Vaters, der selbst ein vielfaches Opfer ist und andere zum Opfer macht. Das Grauen herrschte also im Banat?
Wird die Ausnahme zur Regel? Und das Versagen Einzelner zum Versagen der Gemeinschaft? Was ist wahr an den Schilderungen? Und was ist typisch? Wer kann was erkennen? Und wenn es weder wahr noch typisch sein muss, weshalb reden Rezensenten dann überhaupt von der rückständigen Welt des Banats? Zufällig bricht F. C. Delius das Trockenklo – Zitat gerade dort ab, wo die oben zitierte Beschreibung der Kotarten beginnt. Oder war es doch nicht zufällig? Wurde es dem sonst überkritischen Schriftsteller – Kollegen zu fäkal, selbst dem „Spiegel“? Diejenigen, die im Banat gelebt haben und zudem noch etwas von Literatur und Philosophie verstehen, werden Grenzen ausmachen können. Sie werden genau unterscheiden, wo die Realität endet und wo die Übertreibung, die Überspitzung der Phänomene beginnen, wo das fast schon krankhafte Borderlinertum, das dem kreativ schwärmenden Schriftsteller erlaubt ist, einsetzt und endet.
Der normale deutsche Leser wird aber schwerlich in der Lage sein, die ihm fremde, exotisch und skurril erscheinende Welt an sich zu erfassen; er wird nur das Exotische, das Skurrile sehen, aber nicht die tatsächliche Realität dahinter. Deshalb erfolgte ein empörter Aufschrei der verkannten deutschen Gemeinschaft als Reaktion auf die literarisch formulierte Anklage, die dann noch von willigen Vasallen wie F. C. Delius im Klartext auf den Punkt gebracht wird.

Der Aufschrei der Betroffenen vor Ort im Banat erfolgte unmittelbar nach der Erstedition im Kriterion Verlag und entlud sich in einer Serie missbilligender Berichte und Leserbriefe in dem deutschsprachigen Temeschburger Blatt „Neue Banater Zeitung“.
Der gleich aufkommende und wohl auch mündlich vor Ort formulierte Verdacht, dieser Erstling der noch gänzlich unbekannten Autorin stamme aus den Werkstätten des Propagandaministeriums der Kommunisten in Bukarest lag nahe. Im Westen war es der Landsmannschaft der Banater Schwaben nahestehende Autoren, die darüber schrieben. Schließlich war die Ehre einer deutschen Gemeinschaft berührt, Menschen, aufrechte Charaktere, fühlten sich angegriffen und gekränkt.
Und F. C. Delius war wohl informiert rüber über die Empörung aus der konservativen Ecke, als er Ende 1984 die von ihm dem Rowohlt Verlag vermittelte Textfassung von „Niederungen“ gezielt aufs Treppchen hob; nicht nur aus Solidarität mit einer schreibenden unbekannten Bekannten, sondern auch, um – nach guter „Spiegel“- Tradition – den strammen Patrioten aus dem konservativen Lager eines auszuwischen.

Politisierung und Instrumentalisierung einer „besonderen Situation“

In seinen für bundesdeutsche Ohren geschriebenen Generalisierungen macht Delius die „Ausnahme“ – das asoziale, von alltäglicher Gewalt bestimmte Milieu einer zerrütteten Familie – zur „Regel“ und politisiert eine scheinbar unpolitische Beschreibung, wobei der Rezensent die „besondere Situation vor Ort“ und die Auswirkungen der mehr oder weniger gezielt betrieben Attacke auf das angeblich rückständige, in Deutschtümelei versunkene Dorf eklatant verkennt. War das nur Unkenntnis der Verhältnisse oder schlichte Provokation? Der bundesdeutsche und westliche Leser wird die in „Niederungen“ geschilderte Welt des Banats nie voll verstehen können, weil er sie nicht mit allen Sinnen und tiefen emotionalen Empfinden erlebt oder durchlitten hat. Er wird die „spezifische Situation“ einer nationalen Minderheit in der Agonie nicht verstehen, weil er sie nicht verstehen kann. Das ist ein Faktum.
Der eigentliche Skandal aber besteht darin, dass die mehr oder weniger reale und zum Teil unrealistisch dargestellte Leidensgeschichte eines Opfers von Dritten gezielt instrumentalisiert und bewusst missbraucht wird, um eine politische Hetzkampagne loszutreten, die sich gegen einen Teil des deutschen Volkes richtet. Hier wird Literatur zum politischen Instrument. Darf gegen einzelne Teile des deutschen Volkes öffentlich gehetzt werden, verehrter Herr Bundespräsident? Und dies bei eklatantem Missbrauch eines Opfers?
F. C. Delius und der „Spiegel“ benutzten die an sich schon problematischen Erzählungen in Herta Müllers „Niederungen“, um gleich eine Kampagne gegen das konservative Lager, gegen Vertriebene und gegen die rechte Presse loszutreten, ganz im Geiste der längst schon laufenden Kampagne gegen Franz Josef Strauß, gegen die bayerische Politik und zuletzt gegen alle Bayern.
Das war salonfähig damals im Kalten Krieg anno 1982-1984 in der Bundespolitik – und ich, der nationalliberale Deutsche und ehemalige Bürgerrechtler, war mittendrin, doch engagiert im christlich-konservativen Lager.
Die Konservativen mit zu treffen und zu diskreditieren, war aus der Delius – Spiegel-Sicht gerade recht – Herta Müller wurde dabei ein Mittel zum Zweck, als Person und als Schreibende!
Und sie ließ es willfährig mit sich geschehen, wurde sie doch bekannt dabei. Die mephistophelischen Erzschurken in diesem Trauerspiel der Moderne, dessen zersetzende und spaltende Wirkung auch heute noch unversöhnlich anhält, aber waren über F. C. Delius’ Feder die linken Akteure aus der Spiegelredaktion in ihrem damaligen Kampf gegen die Protagonisten der katholischen Reaktion Strauß und Kohl.
Wie sehr Herta Müller innenpolitisch den Sozialisten genutzt und der christlich-sozialen Union geschadet hat, ist dem politisch Verantwortlichen der CDU-nahen KAS – Stiftung heute – zwei Jahrzehnte danach – völlig unbekannt.
Als die Konrad Adenauer – Stiftung im Jahr 2004 ihren Literatur-Preis gerade an die kontroversierte Herta Müller vergab, war sie – dem Verdikt ihrer „Juroren“ voll vertrauend, viel zu uninformiert und damit unfähig, diese wahren politischen Implikationen, Zusammenhänge und Auswirkungen zu erkennen – und unser werter Bundespräsident weiß wohl kaum von der immer noch andauernden Wirkung der Hetze und Spaltung in einer Zeit, die – über den Alten Kontinent hinaus – nach symphonischem Zusammenklang, nach Versöhnung ruft.
Herta Müller ließ sich 1984 willig von Linken instrumentalisieren und 2004 von Konservativen auszeichnen, ohne sich gegen einseitige Vereinnahmung zu wehren. Pecunia non olet? Und ist das nicht nackter Opportunismus vom alten Schlage nach dem Motto: „Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich sing?
Die Kommunisten unter Diktator Ceausescu hatten es auch so gehalten – und die einst zugesagte „Loyalität“ über getarnte Securitate – Drohbriefe eingefordert, nachdem „ die Treu’ gebrochen“ und der Ring entzwei gesprungen war, nachdem die Geförderte ihre Meinung geändert und ihren Hals gewendet hatte. Wo stand und wo steht Herta Müller nun wirklich? Links wie früher – oder inzwischen gar rechts? Oder mimt sie eine Hetaera Esmeralda der Literatur, die ungeachtet moralischer Wertungs – Kategorien, es mit jedermann kann, mit den Linken und mit den Konservativen, Hauptsache es klingelt in der Kiste wie beim Ablasshandel.
Ihre Landsleute, die inzwischen durch die vielen Auszeichnungen und Ehrungen verwirrt sind, wissen auch nicht mehr so recht, woran sie nun glauben sollen. Sollen sie stolz auf Herta Müller, weil sie das Banat etwas bekannter gemacht hat, wenn auch negativ als „Unort“? Oder sollen sie sie weiterhin ablehnen und verachten, weil die vernichtenden Botschaften von Hetze und Spaltung immer noch im Raum stehen und Herta Müller es ablehnt, sich öffentlich davon zu distanzieren.

Als die Autorin 1982/84 das Spiel der Kommunisten in ihrer alten Heimat und das der Linken in Deutschland mitmachte, lud sie, moralisch betrachtet, Schuld auf sich, weil sie seinerzeit „als moralische Instanz“ das totalitäre System vor Ort und sein Verbrecher-Regime, das Andersdenkende verfolgte, hätte bekämpfen müssen.
Das hat sie nicht getan. So wurde sie bekannt und auch aufs Treppchen gehoben, doch nicht an sich und für literarische Verdienste – denn wo wären diese in „Niederungen“ zu finden, verehrte Germanisten? – sondern für ihre höchst einseitige Antihaltung gegenüber den Konservativen, die aus ultralinker Sicht gerne in die Ecke der ewig-gestrigen Altfaschisten gestellt wurden.
Ihre sonderbare Wahrnehmung und ihre Art, Realität und Fantasiegebilde zu mischen und zu vermengen, positiv wohlwollend „Brechung“ genannt, negativ aber nur „Verzerrung“ von Wahrheit, sind künstlerisch legitime Mittel der Darstellung. Nur auf den Gegenstand der „deutschen Identität“ bezogen sind sie unzulässig, weil sie destruktiv und zersetzend wirken.
Das macht die für arglose Außenstehende scheinbar unpolitische Materie hochpolitisch und moralisch.
In „Niederungen“ wird eine höchst individuelle, subjektive Perspektive absolut gesetzt und anklagend in die Welt hinaus posaunt – als emanzipatorische Enthüllung eines angeblichen Opfers! Doch ist das Ich der Geschichten identisch mit der Autorin. Sind die dort exponierten existenziellen Erfahrungen tatsächlich so erlebt worden? Oder sind auch sie nur fiktionale Imagination? Wer bewusst Literatur produziert, wer nicht nur einfach so darauf los schreibt, ohne die Folgen zu bedenken, wer nicht naiv schreibt und einseitig, der darf Ursache und Wirkung nicht vermengen. Er muss die Konsequenzen seines Tuns im Auge behalten, gerade wenn Literatur moralisch und politisch wird. In diesem Punkt hat Herta Müller – bestimmt von den ihr lange fremden Paradigmen der marxistischen Aktionsgruppe Banat – von Anfang an versagt. Die Einseitigkeit der frühen Stunde spaltet noch heute. Herta Müller nahm den – anfangs noch psychologisch berechtigten – Kampf gegen die deutsche Gemeinde auf und kämpfte – beginnend mir einem Abgesang in einer Grabrede – an falscher Front.
Der gesamte Band „Niederungen“ ist eine Dokumentation ihrer einseitigen Schlacht gegen die „deutsche Identität“. Sie kämpfte ihren oft unverstandenen Kampf über zwei Jahrzehnte – und sie kämpft ihn mit gleicher Vehemenz immer noch, ohne sich kritisch zu fragen, ob sie nicht von Anfang an das falsche Pferd aufzäumte und es zu Tode ritt.
Einer, der den gleichen Kampf der Selbstemanzipation auch gehen musste, ohne radikale Zäsur zur Herkunft, und ohne die Wurzeln zur eigenen Identität abzuschneiden, weiß, dass der „eigentliche Feind“ in einem ganz anderen Lager zu suchen war.
Wer – nach erfolgter Selbstemanzipation – bewusst am Scheideweg ankam, konnte klare Realitäten und Prinzipien erkennen und auseinanderhalten. Er konnte sich entscheiden.
Der „wahre Feind“ der Literatur, des freien Geistes und der individuellen Selbstentfaltung in allen Formen lauerte in verborgener Stellung und sah höhnisch lachend der Selbstzerfleischung des Deutschtums im Banat und in Siebenbürgen zu, bereit es Exodus und Vernichtung preiszugeben – für immer. Einige Katalysatoren beschleunigten diesen Untergang.

Figaro im Banat
„Deutscher Scheitel und deutscher Schnurrbart“ –
 

 

Ein Hohn auf das Deutschtum

oder
vom Untergang des Abendlandes am Tor zur Walachei

Hetze kann in vielen Erscheinungsformen daher schleichen und unterschiedlich motiviert sein. Sie kann direkt sein, plump und dumm. Sie kann aber auch unbedacht sein und ihre Wirkung falsch einschätzen und verkennen. Der eine will provozieren und aufrütteln, der andere kostet nur den Ärger der Betroffenen aus und den Schmerz der Verletzten.
Ihr habt mich verletzt – auf welche Art auch immer. Also schlage ich zurück und verletze euch auch – herber und gerade dort, wo es am meisten schmerzt, an eurer empfindlichsten und verletzlichsten Stelle, an jenem Punkt der euch am heiligsten ist – an eurer Identität.
So etwa kann ein sensibler Geist empfinden, wenn er die oben genannte Kurzgeschichte liest – und wenn er aus der „Perspektive des Betroffenen“ und Verletzten liest.
Viel wird nicht erzählt. Das wenige Worte reichen aus, um zu verletzen.
Der Ort der Handlung: Ein Friseurladen irgendwo im deutschen Siedlungsgebiet in Rumänien, im Banat wahrscheinlich – oder in dem nicht weniger „rückständigen“ siebenbürgischen Dorf, oben in Sathmar an der ungarischen Grenze, in der Dobrudscha am Schwarzen Meer oder gar in den Niederungen von Nitzkydorf oder Perjamosch?
Die Handlung selbst: Eine männliche Figur taumelt und stolpert durch eine kafkaeske Situation mit expressionistischen Elementen in einen Friseurladen, wo alte Leute vor sich hindösen und wartet dort auf den Haarschnitt:
„Deutscher Scheitel? Fragte der Friseur“ (…)
„Deutschen Scheitel und deutschen Schnurrbart, sagte der Mann“.

Ein unscheinbarer Dialog, denkt man heute – und so dachte man damals mitten in der Bundesrepublik aus der Geborgenheit des deutschen Volkes heraus mit einem Schmunzeln auf den Lippen, lange nach Heine und Nietzsche.

Nur im Banat hatten die gleichen Worte einen ganz anderen Klang – denn die Betroffenen vernahmen sie in der Exponiertheit mitten im Exodus zu einem Zeitpunkt, wo die Auslöschung des Deutschtums in Rumänien unmittelbar abrollte.
Herta Müller, die Polkatänzerin von gestern, scherte sich nicht mehr darum, seitdem sie dem Nest entflohen und in der fortschrittlichen Stadt angekommen – aus welchem Gründen auch immer.
Und Unbetroffene aus der Bundesrepublik, Leute wie C. F. Delius, scherte vieles auch nicht. Was von den einen als einen unmittelbare Angriff auf ihr Sein, auf ihre Identität, ja als Existenz gefährdender „Dolchstoß“ empfunden wurde, war für andere „Nichtbetroffenen“ aus dem ferne Ausland, für Berufsspötter und Kritiker vom Dienst, nur „literarische Ironie“, beißender Sarkasmus, blanker Zynismus, frechster Hohn und Spott bestenfalls blanker Zynismus der herberen Art.
Die Autorin forcierte den Ausdruck. Kein Mensch im deutschen Dorf des Banats sagte „deutscher“ Scheitel im Friseurladen; noch weniger sagte einer „deutscher“ Schnurrbart. Wer dort lebte, weiß es und kann es bestätigen. Keiner sagte es, nicht nur weil es tautologisch gewesen wäre, sondern sogar hochgradig absurd, denn im deutsche Friseurladen und beim deutschen Friseur, fanden sich in der Regel nur deutsche Kunden ein, jedenfalls war das in Sackelhausen so, in einer Gemeinde, die um 1945 fast zu hundert Prozent aus Nachkommen deutscher Siedler bestand und 4 200 Einwohner zählte.
Ob in unweiten Nitzkydorf, wo unser letzter Priester, der katholische Dechant Dr. Franz Kräuter herstammte, die Uhren anders gingen, mag dahingestellt bleiben. Wahrscheinlich ist das nicht.
Wenn die Autorin gerade dort bohrte, wo es am schmerzvollsten war, dann deshalb, weil sie einen bestimmten Nerv treffen wollte, das Mark der Identität, den Haupt- und Lebensnerv der deutschen Minderheit in exponierter Lage vor der physischen Vernichtung, eine Lebensader, die allerdings kein „Tabu“ war!

Aus der Sicht derjenigen, die an ihrer nationalen Identität festhielten, und das waren eben die Viele, die große Mehrheit unter den Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen, die nicht mit der Kommunistischen Partei paktierten, kam diese Attacke einer gezielten Hetze gleich. In ihrem natürlichen Sein getroffen, schrieen sie auf – und der schmerzvolle Aufschrei ertönt noch heute. Und was war mit den Parteimitgliedern aus der schreibenden Zunft, mit Leuten wie Richard Wagner, dem Lebenspartner der Schriftstellerin Herta Müller, der damals noch loyal zur kommunistischen Monopol-Partei stand und – nach eigenem Bekenntnis „kein Dissident sein wollte“ – was war mit diesen Paktieren und Seelenverkäufern, mit jener „Minderheit in der Minderheit“, die die „Gerechtigkeit“ schon damals gepachtet zu haben glaubten?
Sie fühlten anders – und sie fühlen auch heute noch anders. Nur wollen sie vieles, was damals wahr war, vergessen und ungeschehen machen, Gras über alles wachsen lassen und keine schlafenden Hunde wecken.
Und wer lachte sich damals ins Fäustchen, als „Niederungen“ die Gemüter erregte?
Die Parteikader der Kommunisten und ihre Handlanger bei der Securitate, weil die verhassten Deutschen – in Exodus und Agonie begriffen – sich jetzt auch noch selbst zerfleischten.
Ob Herta Müller die „besondere Situation“ verkannte?
Oder ob sie gezielt zum Todesstoß mit ausholte und den Untergang des Abendlandes vor der Pforte zur Walachei mit besiegelte?
Ob ihr Gewissen sie damals antrieb – oder nur das Ressentiment des Schlechtweggekommenen, das aus einer vielleicht frühkindlichen, vielleicht permanenten Verletzung herrührte?
Sie hat es wohl nie bereut und mit dem Hass, den sie provozierte, gelebt, bis zum heutigen Tag, ohne zu widerrufen und ohne sich von einem und ihrem destruktiven Prinzip zu distanzieren.
Wer, wie die Konrad Adenauer- Stiftung, ihre damalige Haltung ehrte und die Positionen im Frühwerk mit einbezog, der ehrte zugleich das destruktive Prinzip und setzte – politisch betrachtet – das falsche Signal.
Eine eventuelle Ehrung der kontroversierten Schriftstellerin Herta Müller mit dem Nobelpreis für Literatur, immerhin ist sie als Kandidatin der Bundesrepublik Deutschland nominiert, würde aus dem politischen Schaden einen wahrhaftigen Erdrutsch mit noch verheerenderen Wirkungen machen. Deshalb tut Aufklärung Not, bevor das Kind, das bereits in den Brunnen gefallen ist, überhaupt nicht mehr gerettet werden kann.
Doch wie ging es tatsächlich in einen Friseurladen zu, etwa in Sackelhausen? Wie war das mit dem „Scheitel“?
Alle Knaben meiner Jugendzeit trugen den „Scheitel“ links, obwohl einige von uns wussten, dass der Führer des Reiches Adolf Hitler den „Scheitel“ rechts trug. Wer auf dem Friseurstuhl Platz nahm, hatte die Auswahl zwischen zwei Klassikern: „Füllen- Frisur“, auch Füllen- Frisur“ genannt oder „Scheitel“. Den boshaft konstruierten Ausdruck „Deutscher Scheitel“ habe ich nie vernommen.
Der Friseursalon war eine Nachrichtenbörse, ein Ort geistiger Auseinandersetzung im gepflegte Pro und Contra, ebenso ein Raum, wo viel über Geschichte, über die Erfahrungen aus zwei Weltkriegen und über die Kriegsfolgen, Flucht, Vertreibung, Deportation und Wiederaufbau lebhaft diskutiert wurde.
„Klein aber mein“, fasste Vetter Peter seine Deutschland- Kritik zusammen, indem er auf sein Häuschen verwies, das er mit seinen zehn Fingern aufgebaut hatte. „In Deutschland kommt kein Brot auf den Tisch“, stellte er fest, um dann endgültig ablehnend zu resümieren:

„Wo kein Brot ist, da ist auch sonst nichts zu erwarten.“ Also war Deutschland keine Thema für ihn bis zu dem Tag, wo er sich es dann doch noch anders überlegte. Wer fragte schon nach seinem „Opportunismus“. Schließlich war er doch nur ein Figaro, auf dessen „moralische und politische Integrität es nicht weiter ankam – und kein Schriftsteller mit Vorbildfunktion!
Bei Vetter Hans auf dem Friseurstuhl hörte sich das ganz anders an. Kaum hatte ich Platz genommen, vernahm ich die eine Frage: „Wann fahren wir nach Deutschland?“ Sprich: „Wann wird unsere Ausreise endlich bevorstehen?“ Dieses eine Thema wurde als Leitmotiv in unendlichen Variationen abgehandelt, über Jahre hindurch und verdrängte jeden anderen Diskussionsstoff. Wenn mein Blick über den imprägnierten Bretter-Fußboden huschte, fielen mir dort zwei verkrüppelte Füße auf, die in einem paar schweren, arg verkürzten Lederschuhen steckten. Die fehlenden Zehen erinnerten an die Strapazen des Russlandfeldzugs, denn Vetter Hans an der Seite reichsdeutscher Kameraden doch noch durchgestanden hatte – seine Hoffnung und seine gesamte Zuversicht richteten sich seinerzeit auf ein Leben in Freiheit in dem Land seiner Wahl – und das war Deutschland.
Das Ziel und der Weg, dorthin zu gelangen, verband uns und bestimmte unsere Gedankengänge bis zu dem Tag, als wir uns im Jahr 1980 auf deutschen Boden in Freiheit wieder begegneten, gute drei Jahre vor „Niederungen“ und dem Höhepunkt des Exodus der deutschen Minderheit in Rumänien.
„Was fällt, soll man auch noch stoßen!“ Herta Müller hat dieses zynische Nietzsche-Zitat auf ihre Weise umgesetzt, indem sie – auch ohne Nietzsche zu kennen – über deutsche Scheitel und deutsche Schnurrbärte schrieb – und ebenso frivol witzig über ein „schwäbische(s) Bad“.

Politische Naivität oder böse Absicht
Wenn ein Schriftsteller angreift, karikiert und pointiert überzeichnet, verfolgt er immer einen Zweck. Und die Mittel, diesen Zweck zu erlangen, müssen ihm bewusst sein.
Das gilt auch für die kaum eine Seite lange Kurzgeschichte „Das schwäbische Bad“ aus dem schmalen Debüt-Bändchen „Niederungen“.
Um die verheerende Wirkung dieser gezielten Provokation zur Unzeit und am falschen Ort zu veranschaulichen, muss die eine „völkische Bezeichnung“, das Schwäbische, nur durch eine andere völkische Festlegung ersetzt werden, etwa durch „rumänisch“, „russisch“ oder durch eine stigmatisierende Bezeichnung von religiösen oder nichteuropäischen Minderheiten; und schon wird der offensive Hetzcharakter der Kleinsterzählung deutlich.
Nicht ein Individuum wird da verhöhnt oder ein typisches Milieu, sondern gleich eine ganze Volksgruppe und dahinter ein ganzes Volk.
 

 

Ganz egal, ob Herta Müller, das „Deutsche“ überzeichnet und gezielt verhöhnt – wie in der Figaro-Posse oder nur das „Schwäbische“ – und dabei das „Donau-Schwäbische oder das Banat-Schwäbische“ meint:
Sie hetzt mit dieser Vorgehensweise, mit diesem deplatzierten Stil – und sie spaltet! Dies aber zu einer „historischen Unzeit“, nämlich im Todeskampf der deutschen Minderheit im Banat und in Siebenbürgen, die unmittelbar davor stehen, über den forcierten Exodus ihre nationale Identität zu verlieren und ihr physisches Fortbestehen als nationale Minderheit für immer aufgeben zu müssen.
Durch das Einbüßen der spezifischen siebenbürgisch-sächsischen Identität oder der Banater Identität und der Heimat, wird der exponierte Einzelmensch zum Stigmatisierten, der als Gezeichneter mit Integrationsschwierigkeiten zu rechnen hat.
Wer aus Sodom und Gomorra herstammt, hat unter zivilisierten Kulturvölkern einen schweren Stand. Unschuldige werden so getroffen – und in der Bundesrepublik ausgegrenzt. „Das sind diejenigen aus der Trocken-Klo-Landschaft und den „schwäbischen“ Suhlkübel …“
Doch daran dachte die weit vorausschauende Autorin kaum. Sie hatte da noch eine Rechnung offen bei der deutschen Dorfgemeinschaft, die es anders wollte als sie selbst – und dieser Gemeinschaft, an deren Sitten und Gebräuchen sie nur widerwillig eine Weile teilnahm, gezwungen mit einem Kirchweih-Strauß in der Hand um die Bütt Polka zu tanzen, wollte sie es nun heimzahlen, indem sie das „Schwäbische“ an sich verunglimpfte, den Schiller und den Hegel, den Uhland und den Hauff, wie auch das Deutsche mit seinem Wesen, an dem einst die Welt genesen sollte.
„Jeder kehre vor seiner eigenen Tür“ las ich an der Pforte eines freisinnigen Rottweilers, der mit dem weisen Spruch vielleicht noch etwas mittelalterlichen Anstand in unsere heuchlerische Zeit herüber retten wollte.
Herta Müller, von Kind auf mit harter Arbeit vertraut, griff zu einem eisernen Besen und fegte vor der Tür ihres etwas aus den Fugen geraten Hauses – doch wie der Zauberlehrling in Goethes Ballade fegte sie wilder und wilder werdend auch den Kuhstall, den Saustall , dann über den eigenen Hof hinaus noch die Gasse, das ganze Dorf, ja die ganze Region … und selbst die Nation, wenn ihr kein Hexenmeister Einhalt gebietet. Was die Heilige Johanna nicht schaffte, das schafft vielleicht noch Herta Müller! Wäre es auch anders gegangen?
Mit Sicherheit! Wer die als spießig empfundene Welt der Kleinbürger missbilligte, konnte frei wegtreten und jene kleine Welt sich selbst überlassen, ohne ihre Menschen zu verunsichern, zu trennen, zu spalten und über Jahrzehnte gegeneinander aufzubringen und revanchistischem Hass das Wort zu reden.
So etwa habe ich es seinerzeit gehalten – und als ich mich leise von der Dorfwelt verabschiedet, um eine eigene Bahn zu schreiten. Als ich damals schied, in natürlicher Wegentwicklung, ging ich ohne Zäsur, ohne Zorn und ohne andere mit dem Schmutz zu bewerfen, den die eigene unbefriedete Seele ausgebildet hatte.

Herta Müller lieferte mit dem Tenor ihres Debütbändchens, dass gewissen Kreisen in der Bundesrepublik ins politische Konzept passte, eine gute Vorlage, um instrumentalisiert zu werden und um über dieses – wie man früher zu sagen pflegte „Mach-Werk“ – eine Diskreditierungskampagne gegen konservative Kreise in der Bundesrepublik loszutreten. Schließlich war alles, was das konservative Lager um CSU-Chef Strauß und CDU-Zugpferd Kohl schadete, legitim. Machiavelli hatte es so vorgesehen – und die literarische Landschaft lieferte die Mittel dazu.
Herta Müller wurde bekannt; bekannt als eine Schriftstellerin, die polarisiert, die Gräben aufreißt und die Menschen gegeneinander aufbringt.
Heute, 25 Jahre nach dem Erscheinen ihres Pamphlets gegen die deutschen Landsleute, ist der erhobene Vorwurf, die Vereinnahmung und Instrumentalisierung durch Dritte voll akzeptiert zu haben, ohne sich je von der verhängnisvollen Botschaft der Hetze und Spaltung zu distanzieren, immer noch legitim.
Sie hat die öffentlichen Preisgelder in nicht unerheblicher Höhe genutzt, um weiter zu denunzieren und zu trennen, statt zu versöhnen.
Dieses negative Prinzip sanktioniert und sogar noch prämiert zu haben, ist der große politische Fehler gerade der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Es wird auch noch zu überprüfen sein, ob bestimmte Meriten nicht durch das Verschweigen erheblicher Tatsachen erschlichen wurden. Sollte dies der Fall sein, sollte Herta Müller etwa eine langjährige Mitgliedschaft in der Rumänischen Kommunistischen Partei verschwiegen haben, dann hat die Autorin jede politische und moralische Integrität eingebüßt – und ist als öffentliche Respektsperson und als Kandidatin der Bundesrepublik Deutschland für den Literatur-Nobelpreis nicht mehr tragbar.

Ablenkungsmanöver nach Art der Securitate:

Mit der immer wieder ins Rampenlicht gerückten „Securitate“- Thematik lenkt Herta Müller gezielt vom eigentlichen Konflikt ab, nämlich von der Auseinandersetzung des rumänischen Staatsbürgers ganz gleich welcher Nationalität mit den politisch Verantwortlichen in der autoritären, später sogar totalitären „sozialistischen Republik, namentlich mit der einzigen Partei im Land, mit der Rumänischen Kommunistischen Partei.
Das sie – und nur sie – der Grund allen Übels ist in Rumänien seit 1945 erfährt man nirgendwo in Herta Müllers Werk.
Sie fokussiert immer nur auf die Exekutive, auf die Securitate, weniger auf die genauso verbrecherische „Polizei“, dort „Militz“ genannt, auf die Justiz oder gar auf die Legislative, sprich auf die RKP.
Auf die Aufarbeitung und Bewältigung der nationalsozialistischen Vergangenheit bezogen würde das bedeuten, die ideologische, weltanschauliche Struktur des ganzen Unheils, die NSDAP würde verschont bleiben, während das Interesse der Forschung sich lediglich auf die Vergehen und Verbrechen der „Gestapo“ oder der „SS“ konzentrierte. Eine groteske Vorstellung. Doch in der anderen Diskussion wird das bisher so gehandhabt und auch akzeptiert.
Sie lenkt die Scharmützel der Auseinandersetzung in ihren literarischen Werken bewusst auf einen „Nebenkriegsschauplatz“, möglicherweise um die eigene mehr oder weniger direkte und substanzielle Verstrickung in die später von den Rumänen selbst als „illegale und verbrecherische“ Organisation eingestufte „RKP“ zu verschleiern.
Soll der „freiwillige“ Pakt mit dem Teufel soll verschwiegen werden?
Ein realsozialistisches Vorgehen auch hier! Die Kommunisten des Ostblocks waren wahre Meister darin, Potjomkinsche Fassaden zu errichten und die Täuschung zum Weltprinzip zu erheben. Einige Schriftsteller, ferne Nepoten des Fürsten Potjomkin, folgten dieser Methode gerne und dehnten die Täuschung auf alles aus, was zum literarischen Sujet erhoben wurde, in einer verhängnisvollen „Vermengung und Vermischung von Wahrheit und Lüge“. Jetzt wird es langsam Zeit, die Schleier der Maja zu lüften und den Dingen auf den Grund zu gehen, die Phänomene röntgenhaft zu durchleuchten, sie differenziert anzusprechen und die Lügen zu entlarven – aus Liebe zu den reinen Tatsachen … und zur nackten Wahrheit!
Carl Gibson (04.03.2010)

“Erschlagen” will ich mit Argumenten bestimmt keinen der Leser, aber zum Nachdenken anregen.
Einige Auszüge aus “Niederungen” werden aus einer Sicht kommentiert, die der Bundesbürger nicht kennen kann.
Der ehemalige Bürger der DDR hingegen versteht die Materie besser, weil er weiß, was erlebter Totalitarismus ist.

Stellen Sie sich vor, (…):

Da kommt die böse Securitate und will Herta Müller verhaften. Wie wehrt sie sich?

Mit dem Satz:
“Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit”!

Erklären sie das einem Bürger der DDR aus Opposition und Widerstand, der weiß, was ein Stasi-Kontakt bedeutet, der weiß, wie es im der Stasi-Folterzelle zugeht oder wie es im Stasi-Gefängnis aussieht!
Er wird sie verlachen!
Wenn die Gestapo kommt, die Stasi oder die Securitate, dann kann man nicht einfach sagen:
“Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit”.

Der im Rechtsstaat lebende Bundesbürger mag das gutgläubig hinnehmen, aber nicht einer aus der totalitaristischen Zelle.
Dieser Satz allein verhöhnt den gesamten Widerstand im Ostblock.

Wenn Dr. van Helsinck Dracula mit dem Kreuz oder einen Vampir mit Knoblauch bannt, dann ist das belustigende “Fiktion”.
Herta Müllers “Fiktion”, lit. wiss. “erfundene Wahrnehmung” erhebt aber den Anspruch, etwas mit real sozialistischer Wirklichkeit zu tun zu haben.
Carl Gibson

Wie viel “Ahnung” haben Sie von dem Leben in der Ceausescu-Diktatur? Woher beziehen Sie ihr Wissen? Wie wäre es mit einem Klarnamen, damit ich erkennen kann, wer hier Einschätzungen einstellt, die gewisse Realitäten verkennen? In Herta Müllers “Niederungen” gibt es überhaupt keine Kritik an den real sozialistischen Wirklichkeiten während der kommunistischen Diktatur. Wo haben Sie diese her? Herta Müller hat gegen die “deutsche Gemeinde” im Banat geschrieben, nicht aber gegen die Kommunisten, die ihr Buch gefördert und überhaupt erst möglich gemacht haben. Lesen Sie erst, was ich oben geschrieben habe, dann können wir gerne in die Details gehen! Carl Gibson

“unsäglich”? Aus Ihrer Sicht vielleicht! Ich hatte Ihnen vor einigen Tagen auf ihre “rumänischen Sätze” geantwortet.
Mit dem “Bekanntheitsgrad von Herta Müller” ist es nicht weit her. Ihre Büchlein lagen wie Blei in den Regalen und wurden angeboten wie Sauerbier – bis zum Nobelpreis.
Nachdem “Atemschaukel” gepusht wurde, hat sich einiges geändert. So werden Namen gemacht.
Zu “Niederungen” – oben habe ich einiges interpretiert – natürlich aus meiner Sicht, aus der Perspektive des tatsächlich Verfolgten, der die Zellen und Foltermethoden der Securitate nicht nur vom Hörensagen kennt – wie Herta Müller.
C. G.

ich freue mich zu hören, dass Sie – nun neugierig gemacht und angeregt – die Herta Müller-Lektüre aufnehmen werden.

Zu meinem Wikipedia- Porträt:


Es wurde kurz nach der Nobelpreisverkündung zerhackt, verkürzt entstellt,

weil es einen Hinweis enthielt, der “schlecht für’s Geschäft” war, nämlich die Feststellung, dass ich in meinem Buch “Symphonie der Freiheit” Herta Müller vorwerfe, eine Nutznießerin des Ceausescu-Regimes gewesen zu sein. Einige Leute hätten mein Porträt in der freien Enzyklopädie am liebsten ganz “entfernt”, “gelöscht”.
Während ich fort “reduziert”, eingedampft wurde, wurde das Porträt Herta Müllers etwas aufgemöbelt, nach dem Vorbild ihres Selbstdarstellungs- und Selbstrechtfertigungs-Artikels “Die Securitate ist noch im Dienst” aus DIE ZEIT vom 23. Juli 2009, wo auch nachträglich “Unpassendes” einfach weggelassen, verändert und anderes retuschiert wurde.
Trotzdem: Meine Vita ist lückenlos und für jedermann nachvollziehbar.
Die Vita von Herta Müller hingegen weist noch manches “schwarze Loch” auf.
Das Schließen dieser Löcher durch Herta Müller, das ich seit 2006 fordere, könnte auch die Fragen klären, ob sie wirklich verfolgt wurde, wann das gewesen sein soll, wer sie verfolgt hat und in welcher Form.
Wir alle hier können in kritischer Diskussion zur Wahrheitsfindung beitragen.
Dies, insofern wir davon ausgehen, das “moralische und politische Integrität” eine Voraussetzung für die Nobelpreisnominierung sein sollen.
Carl Gibson

Jedem das Seine. Über Geschmack kann man streiten – oder eben “nicht” streiten. Jeder soll lesen und selbst zu einer Einschätzung gelangen.
Immerhin wurde diese Art zu schreiben mit einem Nobelpreis für Literatur gewürdigt.
Herta Müller steht nun auf einer Stufe mit Thomas Mann. Schlecht für Thomas Mann?
Legen wir doch den Roman jenseits jeder Romantheorie ohne Anfang und ohne Ende “Herztier” mit “viel erfundener Wahrnehmung” neben den “Zauberberg” oder den “Doktor Faustus” … oder die “Buddenbrooks”, eine ihrer Erzählungen neben “Tod in Venedig” oder “Tonio Kröger”, einen ihren so genannten Essays oder Auszüge aus ihrer so genannten “Poetik” neben die essayistisch-poetologisch-musikalischen Essays von Thomas Mann, vergleichen wir dann auch die Interview-Statements etc.

Vielleicht fällt uns dann etwas auf, das vielleicht, was die Franzosen (Flaubert) die “petite difference” nennen.
Carl Gibson

Aus der “Betroffenheit” heraus liest man anders!
Nicht zu verkennen: Die “besondere Situation” der Angefeindeten.
Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen befanden sich damals in Agonie – mitten im Exodus.
Diktator Ceausescu wollte in seiner Dörfer- Systematisierung die deutschen Siedlungen schleifen lassen und die Deutschen aus den Dörfern in Städte umsiedeln, um sie so zu “assimilieren” und so ihre “kulturelle Identität” auszulöschen.
“So” wurden die Menschen aus dem Land getrieben.
Die BRD bezahlte ein Kopfgeld von ca. 8 000 DM pro Person. Die Verunsicherten Ausreisewilligen verdoppelten den Betrag, indem sie sich das Geld (auf Pump) von Verwandten aus dem Westen besorgten, um die Ausreise zu beschleunigen.
Torschlusspanik. Keiner wollte der letzte sein. Das war 1982, im Jahr als Herta Müllers Angriff auf das Deutschtum im Banat “Niederungen” erschien.
Die bundesdeutsche Fassung im Rotbuch-Verlag erschein 1984. Das war der Exodus der Deutschen aus Rumänien auf dem Höhepunkt. Die letzten ausreisewilligen Deutschen (ohne Bakschisch- Möglichkeiten) mussten bis zur blutigen Revolution im Dezember 1989 warten auf ihre Ausreise warten. Sie konnten erst (nach dem Fall der Mauer) bzw. nach Ceausescus Sturz das Land verlassen – ca. 100 000 Personen.
Herta Müller, die privilegierte Westreisende, aber kam schon 1987 – ganz legal – und ohne Bakschisch!
Wie kam das?

Carl Gibson

Sie wissen es vielleicht – ich wollte diesen Nobelpreis verhindern, nicht nur aus literarischen Gründen, sondern weil ich die “moralische und politische Integrität” von Herta Müller nicht bewiesen vorfand.
Zur Nominierung in Stockholm. Kaum einer wusste davon. Als ich die Sache ansprach, hieß es oft nur: Vor Herta Müller kommen noch hundert andere!
Man hat ihre Literatur und die Nominierung – in meinem Umfeld – nicht ernst genommen.
Was las ich jüngst im “Eulenspiegel”?
Von Nobelpreisträger Günter Grass wäre zu erwarten, dass er endlich mit dem Schreiben aufhöre. Bei Herta Müller aber wäre es wünschenswert gewesen, wenn sie nie damit begonnen hätte.
Die Meinungen gehen also auseinander, Herta Müller ist eine kontroversierte Autorin. Was von ihrem Werk literaturhistorisch Bestand haben wird, wird sich noch zeigen. Den Preis kann man ihr nicht mehr nehmen, aber ihr Werk wird man in der Forschung kritisch unter die Lupe nehmen – weltweit.
Was meinte doch Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki zu diesem Nobelpreis?
Kein Kommentar!
Das ist mehr als tausend Worte!
Carl Gibson

Denunziation, Hetze, Spaltung sind geradezu Spezialitäten von Herta Müller. Sie debütierte mit diesen skandalösen Praktiken und zog sich den Ruf einer “Nestbeschmutzerin” zu, lange vor meiner Zeit. (Ich war damals noch mit konkreter Opposition gegen Ceausescu beschäftigt, auch vom Westen aus, wo ich eine UNO-Klage gegen den roten Diktator auf den Weg brachte, als SLOMR- Sprecher und Kronzeuge der Verfolgung von echten Dissidenten.) Schauen Sie sich bitte folgende Passage näher an, bitte mit etwas Empathie für einen, der mit dem Rücken zur Wand steht, bedroht von einem verbrecherischen System:

“Dein Vater hat viele Tote auf dem Gewissen, sagte eines der betrunkenen Männchen. Ich sagte: Er war im Krieg. Für fünfundzwanzig Tote hat er eine Auszeichnung bekommen. Er hat mehrere Auszeichnungen mitgebracht. In einem Rübenfeld hat er eine Frau vergewaltigt, sagte das Männchen. Zusammen mit vier anderen Soldaten. (…) Es war eine Russin.“

Wer ist das graue Männchen, der aus dem ehemaligen SS-Mitglied einen negativen Helden, ja Massenmörder macht?
Spricht da ein veritabler Zeitzeuge, der ein authentisches Testimonium ablegt, einer dabei war im Schützengraben vor Stalingrad oder doch nur ein boshafter Denunziant in fremdem Auftrag?

(…)
Die Dorfgemeinschaft erscheint in dieser Kurzgeschichte als bedrohende Masse, als eine Summe von unreflektierten Einzelmenschen, die das Anderssein eines Mitmenschen nicht gelten lassen wollen, die den Andersdenkenden bedrohen und „das Gewehr“ auf ihn richten, bereit, Ketzer und Außenseiter jederzeit abzuschießen, besonders Tabu- Brecher und so genannte „Nestbeschmutzer“. Die historisch gewachsene Gemeinde, für viele eine existenzerhaltende Einheit, rechtfertigt sich:

Wir sind stolz auf unsere Gemeinde. Unsere Tüchtigkeit bewahrt und vor dem Untergang. Wir lassen uns nicht beschimpfen, sagte er. Im Namen unserer deutschen Gemeinde wirst du zum Tode verurteilt. Alle richteten ihre Gewehre auf mich. In meinem Kopf war ein betäubender Knall. Ich fiel um und erreichte den Boden nicht. Ich blieb quer über ihren Köpfen in der Luft liegen.“
Die deutsche Gesellschaft und Gemeinschaft im Banater Dorf wird zum Feindbild erhoben – ihr Wertesystem, aus linksintellektueller Sicht kleinbürgerlich, spießig, heuchlerisch, faschistoid oder mit latenten Hang zum Faschismus, wird abgelehnt, weil es der freien Selbstentfaltung des kreativen Individuums, des Schaffenden in allen Bereichen der Existenz, zuwiderläuft. Wo andere die Geborgenheit fanden, ein Gefühl von Heimat und deutscher Identität, sahen einige Extremdenker die Dinge anders. Die Konsequenz bedeutete Zäsur, Bruch mit der nicht mehr geliebten „Werte-Welt der Vorväter“, eben weil der letzte große Krieg neue Fakten geschaffen hatte – und neue Formen von Verantwortung und Schuld.”
 

 

Bitte beachten Sie die Zitate aus “Niederungen”/ Grabrede.

Carl Gibson

(…)schreibt oben: “Sie stellen eine unverhohlene Kritik der nationalkommunistischen Diktatur in Rumänien dar. Die Geschichten zeigen Herta Müller damit genau von der politischen Seite her, die ihr bzw. ihrem Werk von ignoranten Kritikern abgesprochen wird.”
Ein Mythos ist das. Herta Müller war keine Kommunismuskritikerin, sondern eine Nutznießerin des Systems. Man kann “Kritik”, die man heute gerne hätte, auch a posteriori “an den Haaren herbeiziehen”. Das reicht für die Tagespresse, aber nicht für die Wissenschaft.
Man meint auch, Herta Müller sei verfolgt worden. Auch das ist ein Mythos.
Weshalb sollte die Rumänische Kommunistische Partei im Jahr 1982 – mitten im Kalten Krieg – und noch Jahre vor dem Auftreten Gorbatschows in der Sowjetunion als Reformer – ein Buch zulassen, gar fördern, das systemkritisch ist?
Herta Müller durfte mehrfach in den Westen reisen (um 1984) und ihr Gatte, Dichter und RKP- Mitglied Richard Wagner, – heute auf der “Achse des Guten” neokonservativ aktiv – durfte es auch (1985). Beide kehrten freiwillig an der Ort ihrer Verfolgung zurück. Weshalb?
Carl Gibson

Ich habe Sie zitiert und das Zitat kommentiert. Zum “Privaten” – ich will nur objektiv wissen, ob Sie nach Alter, Herkunft, Erfahrung etc. über Totalitarismus informiert sind. Interpretiert habe ich oben “relevante” Passagen – einer an den Haaren herbeigezogenen “Regimekritik” werde ich nicht folgen, da ich eine andere Vorstellung von Opposition habe.
Carl Gibson

Die drei von Ihnen erwähnten Geschichtlein sind aus meiner Sicht schlechthin irrelevant. Opposition gegen Securitate und gegen die Kommunistische Partei Ceausescus war etwas anderes. Was wissen Sie davon, (…)?

Herta Müller war mit einem Mitglied der Rumänischen Kommunistischen Partei verheiratet!
Wer soll sie denn verfolgt haben?
Weshalb blieb sie 1984 nicht hier im Westen?
Das sind relevante Fragen, (…)!

@ (…): Sie schreiben:

“warum recherchieren nicht namhafte journalisten oder
andere in der öffentlichkeit agierende personen?
es scheint in der at einige wiedersprüche im leben der herta müller zu geben.
liebe herta müller, klären sie uns auf, helfen sie uns durch dieses dickicht vieler offener und irreführender fragen, wir ergreifen gerne ihre hand um aus diesem labyrinth zu kommen.

ich schlage eine offene tv-runde: bestehend aus ehemaligen ceausecu-oppositionellen, rumänischen schriftstellern (wie z.b. schlesak), historikern…
und vor allem kritischen, vorbehaltslosen, unbefangenen moderatoren/innen vor.”

Vielleicht kommt es dazu. Auf DIE ZEIT- Online bin ich gesperrt, bei SPIEGEL- Online werden einige Beiträge aus meiner Feder nicht veröffentlicht, meine kritischen Kommentare in FAZ.net werden im Internet nicht gefunden – dagegen gehalten habe ich jedoch von Bukarest (Romania Libera) bis in die USA (ABC-Sender). Viele kritische Kommentare wurden in Wien veröffentlicht, in “Die Presse”, auch auf der ARD-Seite, Report- Magazin aus Mainz des SWR.
Eine öffentliche Debatte aber kann hier auf Freitag beginnen – das ist die richtige Adresse für den kritischen Dialog mitten in Berlin, am Puls der Zeit und der Demokratie (freie Meinungsäußerung!)
Carl Gibson

Wo bleibt der DDR-Widerstand in dieser Debatte? Bürgerrechtler, Opponenten, Widerstandskämpfer gegen die SED-Diktatur könnten hier “ihre” (objektivierende) Sicht” der Dinge einbringen und den einen oder anderen Mythos bzw. Selbst-Mythisierung überprüfen.
Schließlich geht es nicht nur um “Literatur”, sondern auch um Politik und Ethos.
Carl Gibson

Bisher musste ich aus den Katakomben rufen, wo mich keiner hören konnte,
während Herta Müller ihr Forum in der ZEIT hatte, auf dem Markt, wo sie mit lauter Stimme ihre Sicht der Dinge propagieren durfte, obwohl diese in vielen Punkten nichts mit der historischen Wahrheit zu tun haben.

Ist das gerecht, (..)?
Der DDR-Widerstand wird sich noch melden!
Hunderte Namen aus allen Bereichen der Gesellschaft bilden diesen Widerstand gegen die SED-Diktatur und gegen das “Unrechte” in der Deutschen “Demokratischen” Republik.

Geschichte schreibt man nicht an einem Tag.
Voltaire brauchte seine Zeit, um hunderte Briefe in einer Sache (Apologie) zu schreiben, Emile Zola ebenso.

Selbst der “deutsche Widerstand” gegen Hitler brauchte Jahre, um ein Ohr und Akzeptanz zu finden.
So ist das mit den Andersdenkenden im Kampf gegen das Establishment.

Herta Müller ist heute als Mittel ein Teil dieses Establishments.
Carl Gibson

ich vertraue Ihrem kritischen Urteil und bin bereit solche Vorwürfe wie oben zu ertragen – bis zur Gegenprobe.

Hier einige Links, auch in Sachen “indirekte” Zensur, Beeinflussung, Manipulation:

community.zeit.de/commentsection/url/2009/31/Securitate

www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,654169,00.html

Mein “Offener Brief an Herta Müller” ist auf

www.siebenbuerger.de
abrufbar (allgemeines Forum), ebenso die Debatten zum Thema Herta Müller und Richard Wagner, die dort länger als ein Jahr intensiv und kontrovers geführt wurden.
Dort auch diverse Artikel zu meiner Opposition.
Weitere Links folgen gleich. Carl Gibson

Zur Securitate- Thematik bzw. zum angeblichen Widerstand von Herta Müller /Verweigerung einer Mitarbeit sei empfohlen hier auf Freitag:

www.freitag.de/community/blogs/schlesak/die-securitate-ihre-foltermethoden-ihre-dissidenten-und-informanten

Romancier Dieter Schlesak ( Capesius, der Auschwitzapotheker) ist ein genauer Kenner der Materie und Literat von Rang. Er floh 1969 aus Rumänien und kennt die Materie als Insider mit eigener Securitate- Erfahrung als Verfolgter.

Zusätzlich zur “Siebenbürgischen Zeitung” empfehle ich einen Blick auf
www.banatblog.eu
mit zahlreichen Debatten zur Thematik (Securitate, Denunziation, IMs, Herta Müller, Richard Wagner, Banat, Nobelpreisrezeption etc.)
Freuden des Googelns empfehle ich das Verknüpfen der Begriffe und Namen – tausende Treffer warten auf kritische Analyse und Auswertung.
Carl Gibson

in meinem Buch “Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur, Dettelbach 2008 geht es auf 418 eng beschrieben Seiten im großen Format um die Dokumentation der ersten freien Gewerkschaftsbewegung in Osteuropa, fast zwei Jahre vor Solidarnosc in Polen.

Als Organisator dieser Menschenrechts- bzw. Bürgerbewegung musste ich damals ins Gefängnis.
In meinen Buch ist die kulturelle Dissidenz nur ein Randthema innerhalb der “Dissidenz” überhaupt – und die deutschen Dichter bzw. Schriftsteller werden nur in wenigen Kapitel tangiert ( keine 5% der Materie!)
Ergo schrieb ich das Buch nicht “gegen” Herta Müller!
Aber ignorieren konnte ich die Materie auch nicht, weil Herta Müller und Richard Wagner in dem SPIEGEL-Interview aus dem Jahr 1987 nach ihrer Ankunft hier jede “Dissidenz” in Rumänien leugneten, sich aber als “doppelt” Verfolgte ausgaben,
verfolgt von den Banater Schwaben und von der Securitate Ceausescus.

Das sind Märchen, Herr Friedland.
Jeder kann im Internet in mein Buch über www. books.google.de

 Einblick nehmen.

Das Buch ist nicht für einen großen Leserkreis geschrieben und hat mir noch keine materiellen Vorteile eingebracht.
Es ist das Testimonium eines Zeitzeugen, der die Ceausescu-Diktatur anders erlebt hat als Herta Müller sie schildert.
Jeder ist frei, meine Sachen zu lesen oder die Literatur von Herta Müller.
Mir geht es um konkrete Vergangenheitsaufarbeitung und -bewältigung, um historische Fakten, um Realität, um Moral, um Ethos, nicht um “Fiktion”.

Bd.2 habe ich seit fast zwei Jahren zurückgestellt, um diese Debatte führen zu können. Aufklärung ist angesagt, da Herta Müller mit ihren Denunziationen fortfährt, selbst aber keinen Lebenslauf vorlegt, obwohl es – nach ihrer Aussage in dem ZEIT-Artikel eine Securitate- Akte gibt, die sie als “Agentin” dieser Securitate darstellt.
Was ist wahr?
Was ist falsch?
Was ist gefälscht?
Wir werden es herausfinden, Herr Friedland.
Carl Gibson

(…)who? Sie reden hier wie der Blinde von der Sonne, unterstellen mir “heiße Luft!” Wo sind Ihre “Ergüsse”, ihre Meriten?

Sind Sie freiwillig hier oder in “Mission” unterwegs, um den Absatz anzukurbeln?

Das alles hatte ich schon hundertfach: Ablenkung, Desinformation, Akzidens, statt Substanz.
So einfach ist das nicht. Die kritischen Köpfe hier werden selbst zu einer Einschätzung gelangen, sie müssen sich nur das ansehen, was die Zensoren bei der ZEIT von meiner Kommentare noch übriggelassen haben. Das reicht schon aus, denn das spricht Bände.
Carl Gibson

Freiheit, Freiheit, Freiheit! –
 
 

 

schreit Mel Gibson in „Braveheart“!

Und Carl Gibson schreit:

Wahrheit, Wahrheit, Wahrheit!

Apropos ideologische Konsequenz:

Aus einigen enthusiastischen Linken wurden später stramme Konservative.
Andererseits wurden aus ehemals Konservativen mit zunehmendem Alter und Einsicht in die Wirklichkeiten wahrhaftige Linke.
Darüber sollten gewisse Leute einmal nachdenken.
Den Ignoranten rate ich meinen Text zu lesen, den Links zu folgen … und mit dem Nachdenken zu beginnen.
Carl Gibson

Herta Müller und ihr ehemaliger Gatte Richard Wagner, heute beide Wahl-Berliner, haben die linke Weltanschauung verraten. Früher einmal links ( Wagner gar Mitglied der RKP)stehen sie heute im antikommunistischen Langer und wettern als stramme Konservative gegen etwas, wogegen sie früher in der Ceausescu-Diktatur hätten opponieren müssen.
Damals arrangierten sie sich mit den Machthabenden – heute ist alles vergessen und wird verdreht, so wie es gerade passt, a la (…):
Der “Widerstand”, den man gerne hätte, wird via forcierter Interpretation an den Haaren herbei gezogen.
Bisher hat das gut gereicht, da in der Tat niemand tiefer gegraben hat, um nachzufragen ,was konkret vor 1987 war.

Weshalb durften beide frei in den Westen reisen, während andere an der grünen Grenze erschlagen wurden?
Weshalb durften beide 1987 galant ausreisen?

Den Text oben habe ich auch für Spezialisten wie Ingo Arend hier eingestellt – es ist aber nur “eine” Sicht der Dinge, mehr nicht.

Mich überrascht die Zurückhaltung hier, mitten in Berlin! Hat denn niemand mehr von Herta Müller gelesen?

Reden wir doch konkret über ihr Oeuvre!
Was ist Fiktion, was ist Realität?

Was ist mit den Interviews?

Erwarten wir da auch nur “Fiktion”?
Oder wollen wir wissen, was wahr war und ist?

Herta Müller denunzierte am laufenden Band! Der ZEIT-Artikel ist voll von Denunziation!

 Die ZEIT weigerte sich aber, die Gegendarstellung eines Betroffenen zur drucken.

Weshalb?

Weshalb bekommt die Lüge eine große Plattform – auf dem Markt, vor den Menschen?

Und weshalb müssen die echten Dissidenten und Widerständler aus den Katakomben schreien?

Viel Stoff für “Freitag”!
Wer mehr wissen will, muss recherchieren, berichten!

Weshalb stützt eine FAZ die Lüge?
Weshalb kapitulieren linke Kreise vor der Allmacht der Konservativen in Sachen Lobby?

Der von mir verlinkte ZEIT-Artikel, gespickt mit Lügen aller Art (Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit!!! etc. etc.)ist ein guter Einstieg.

Jedem anderen Schriftsteller hätte diese Art Bericht das Genick gebrochen – nicht aber Herta Müller!

Der Filz und die Heuchelei stinken zum Himmel.
Aber wir haben nichts Besseres verdient, wenn wir das nicht ändern.
Die obskuren (…) lachen sich ins Fäustchen und streichen den Lohn ein.
Carl Gibson (von unterwegs)

Die Frage ist, ob eine “geistige Autorität” auch “moralisch integer sein muss oder nicht.
In diesen Tagen von Sodom und Gomorra in Kirche und Gesellschaft erscheint uns die eine oder andere “kleine Lüge” noch tragbar. Man schaut weg, abgelenkt von den vielen großen Lügen wie Globalisierung, Krieg, Verletzung der Menschenrechte selbst in demokratischen Staaten etc.
Wie viele “schwarze Flecken” erträgt eine weiße Weste – und wie groß dürfen die schwarzen Flecken sein bis das Weiß verschwindet?

Am Anfang stehen Werte wie Wahrheit, Moral, Vertrauen. Werden sie in kleinen Schritten aufgegeben, dann machen sich Heuchelei und Lüge breit, die einen gesellschaftlichen Niedergang nach sich ziehen.
Die echte Diskussion hat noch nicht richtig begonnen.
Carl Gibson

Die Wahrheit steht weder links noch rechts. Gewisse Dinge sind einfach nur wahr oder falsch. Wer, wie gewisse Autoren, Wahrheit und Lüge vermengt, Fiktion als Realität verbreitet, der verfälscht Realität und Geschichte.
Dadurch entsteht ein falsches Bild von Menschen und Zeiten, ein Zerrbild, das zur Kultivierung von Hass, Hetze und Spaltung genutzt wird.
Wer genauer hin schaut und hinter die potjomkischen Fassaden blickt, sollte eigentlich erkennen, was Täuschung ist und wo Mythen regieren.
Carl Gibson

wenn wir Ethos, Moral, Wahrheit, Vertrauen andere Werte aufgeben, dann wird aus unserer Gesellschaft ein großer Saustall, ein Sodom und Gomorra, wie es vielleicht vor der Sintflut existierte. dahinter ein allmächtiger Staat, wo der Wille zur Macht regiert und die Kraft des Stärkeren.

Wollen wir das – nach den Erfahrungen der braunen und der roten Diktatur hier in Deutschland und anderswo?

Apropos “Nestbeschmutzung”!
Der Begriff stammt nicht von mir. Er ist alt und wurde auf Herta Müller bezogen, als sie “Niederungen” vorlegte (1982).

Das habe ich oben kommentiert.

Doch wir müssen differenzieren: Wenn Thomas Bernhard oder Elfriede Jelinek (Nobelpreisträgerin) Missstände der österreichischen Gesellschaft anprangern, dann ist das legitim, weil die intakte Struktur des österreichischen Volkes oder Staates durch diese “konstruktive” Kritik nicht existenziell tangiert wird, ganz im Gegenteil!
Dieses “den Finger in die Wunde legen” kann sogar heilsam wirken und zur Behebung der Missstände führen.

Herta Müller aber kritisierte eine existenziell bedrohte Minderheit in Agonie und Exodus mit dem Rücken zur Wand, bedroht von einem verrückt gewordenen Diktator Ceausescu. Das ist ein kleiner, feiner Unterschied.

Herta Müller hätte aber die real sozialistische Gesellschaft anprangern, kritisieren können.
Das hat sie nicht getan.

Jetzt so etwas wie Kritik an den Haaren herbei ziehen zu wollen, ist einfach lächerlich, auch wenn sich Helfer und Helfershelfer finden, die ihr beim Zementieren ihrer Selbstmythisierung helfen – bis hin zum Fernsehen!

Kritisch betrachtet wird nichts davon Bestand haben. Carl Gibson

wer etwas zu sagen hat, der kann es “offen” sagen.

In einer “offenen Gesellschaft” sollte es keine Tabus geben.
Soviel “Anstand” und Ehre sollte auch da sein, dass kein anonymer Obskurantist andere Teilnehmer stigmatisiert, verunglimpft oder mit Schmutz bewirft.

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mir Steinen werfen.


Herta Müller hat öffentlich einige Namen genannt und diesen Personen eine Securitate- Mitarbeit vorgeworfen. Sie hat aber vergessen offenzulegen, in welchem Verhältnis sie zur Securitate stand.

Wer sagt uns,was an ihrer Akte “echt und was daran “falsch” ist?

Wer andere denunziert und öffentlich diskreditiert, der sollte die eigene Vita offen legen.
Herta Müller hat das noch nicht getan.
Also werden viele offene Fragen vorerst noch unbeantwortet bleiben. Ist das gut so?

Zum Einstieg in die Materie Herta Müller empfehle ich ihre Selbstdarstellung in der ZEIT.
Ein Teil des Artikels soll von ihr selbst stammen – ein anderer Teil stammt vermutlich aus der Feder eines ZEIT-Redakteurs.
Wer welchem Teil geschrieben ist noch nicht geklärt.

Von dem ZEIT-Artikel “Die Securitate ist noch im Dienst” existieren zwei Varianten, eine erste Druckfassung” – und eine “retuschierte” Onlinefassung.
So etwas nennt sich kritischer Journalismus a la ZEIT.
Carl Gibson

Im Science-Fiction-Roman sind der Erfindung keine Grenzen gesetzt. Je fantasievoller ein Werk ausfällt,desto besser. Nur hat diese irdische Welt mit ihren Unzulänglichkeiten wenig mit kosmischen Sphären zu tun.
Aus Herta Müllers “erfundener Wahrnehmung” entstehen Welten, die fern der tatsächlichen Wirklichkeit angesiedelt sind. Es sind zum Teil surreale “Zerrbilder” des Banats, der Banater Schwaben, der Verhältnisse in Rumänien und der dämonisierten Securitate. Das Banat, “die Hölle auf Erden” (F. C. Delius in einer “Niederungen”-Rezension im SPIEGEL 1984), die rückständig verzopften, sich gegenseitig hassenden Banater Schwaben, feige Rumänen und eine irreale Securitate ( aus der Imagination konstruiert), das sind Bilder, die die Vorstellung der bundesdeutschen Lesers ohne Totalitarismus- Erfahrung prägen. Gutgläubig nimmt er sie als real hin. “Ambivalente”, nebulöse Aussagen in Interviews zur Vita von Herta Müller vor 1987 verstärken diese Zerrbilder noch und verfälschen die historische Wahrheit vollkommen.
Sonderbar:

Es war der “Hass”, der Herta Müller antrieb, “Niederungen” zu schreiben,

nicht die Liebe oder die Nächstenliebe.

Carl Gibson

Offensichtlich will man bestimmte Wahrheiten” einfach nicht zur Kenntnis nehmen, schon gar nicht verbreiten!
Wenn ein Autor einer großen Tageszeitung aus Frankfurt (FAZ) bestimmte Varianten, Positionen zur Herta Müller-Securitate- Akte “Cristina” einfach übernimmt und sie “unkritisch” weiter transportiert, veröffentlicht, ohne ihren Wahrheitsgehalt kritisch überprüft zu haben, dann grenzt das an journalistische Fahrlässigkeit jenseits eines Berufsethos.
Wo bleiben “kritischer und investigativer Journalismus”?
Widerstand via “Kommentar” auf FAZ.net ist zwecklos, da diese Kommentare von Suchmaschinen nicht gefunden werden – big brother lässt grüßen!

DIE ZEIT eröffnet eine Diskussion zum Thema “Securitate” via Herta Müller- Artikel vom 23. Juli 2009. Als es dann brenzlich wird und manche Leser kritische Kommentare publizieren, eliminiert man diese über ein “Deleatur”, macht tabula rasa – und stoppt die Debatte schon nach wenigen Tagen! (damit das Versagen der ZEIT und der Autorin Herta Müller nicht deutlich wird und Kreise zieht!)

Ach, wie hatte man den Honecker- und Ceausescu- Staat beschimpft, als der Staat und die eine Partei die Medien gängelten!

Und jetzt? Jetzt üben wir uns ein in “vorauseilenden Gehorsam” wie im Absolutismus!

Die großen Zeitungen zensieren sich selbst
– und filtern ihre Vorstellung von “Wahrheit” und “Presse-bzw Meinungsfreiheit” so, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

So wird der Einzelne unfrei und desinformiert
– so wird eine “bestimmte Politik” durchaus “gemacht”, die nur gewissen Kreisen dient.

Das Schäbige daran: Auch Kunst, Kultur, Literatur sind Mittel dazu.
Und einige Künstler machen auch noch mit.
Der “aufrechte Gang”? Auch ein Mythos!
Carl Gibson

Das sollten wir Herta Müller ins Stammbuch schreiben!
Der Auftakt ihrer Angriffe erfolgte in “Niederungen” gegen die eigenen Landsleute aus dem Banat!
Dann nach der Ausreise griff Herta Müller von sicheren Hafen Westberlin” aus Ceausescu an und nannte ihn einen Idioten,
dann polemisierte sie gegen die “Securitate” im fernen Rumänien, dass sie gerade hatte gnädig verlassen dürfen ( ohne “echt”verfolgt gewesen zu sein) – und schließlich hier gegen angebliche Helfer und Helfershelfer dieser dämonisierten “Securitate”.

Ihr ehemaliger Gatte, RKP- Mann Richard Wagner, zählt sogar mich, das eindeutige Opfer, zu diesem finstern Geheimdienst-Imperium und rückt mich in die Nähe der Verbrecherorganisation Costa Nostra. Solche Verunglimpfungen wurden auf der ZEIT-Seite nicht eliminiert – und sind wohl immer noch dort nachzulesen.

Die letzten Angriffe von Herta Müller in dem ZEIT-Artikel “Die Securitate ist noch im Dienst” vom 23. Juli 2009 (weiter oben verlinkt! richteten sich gegen die “Landsmannschaft der Banater Schwaben” mit dem Diktum “Die Verleumdung gehört zum Brauchtum der Banater Schwaben”,
gegen einzelne Mitarbeiter dieses winzigen Vertriebenen-Verbandes, ferner gegen die Evangelische Kirche der Siebenbürger Sachsen A.B. von der Paulskirche aus –

allen wird eine Securitate -Mitwirkung (IM Tätigkeit) nachgesagt;
weitere Opfer der von Herta Müller betriebenen Angriffe:
Dichter Werner Söllner, Journalist Franz Schleich (siehe dazu die ARD-SWR-Report Sendung)und Lehrer Grosz aus Oppenheim.
Die Steinigung durch Herta Müller geht weiter – und die Opfer können sich nicht wehren.

Korrekt, das alles?

Wer wirft hier den ersten Stein?
Wenn Herta Müller wirklich auch ein Opfer war, dann soll sie beweisen, wann diese angebliche Verfolgung einsetzte, wie sie ablief, wer sie verfolgte und wie sich diese Verfolgung zu den Privilegien verhielt, die sie im sozialistischen Rumänien genießen durfte (Buch-Publikation, Westreisen etc.).

Carl Gibson

es gibt echte Dissidenten, Oppositionelle, Widerständler – sie kommen aus dem Volk, agieren, stellen sich gegen Unrecht, gehen für ihre Überzeugungen ins Gefängnis, opfern gar ihr Leben, für ein Idee, für die “Freiheit”, “Gerechtigkeit”, Wahrheit.

Dann gibt es da noch einige “Trittbrettfahrer der Dissidenz” –
solange sie systemloyal sind und vom System profitieren, wollen sie es sich nicht mit der Diktatur verderben. Sie drücken beide Augen zu und machen mit beim großen Verbrechen, indem sie es dulden und billigen.
Später, wenn der Drache erschlagen ist, kommen sie aus der Höhle hervor, präsentieren die Zungen des Ungeheuers, das andere erschlagen haben – und wollen plötzlich auch als “Dissidenten” gelten.

Herta Müller und Richard Wagner von der RKP haben nichts mit Dissidenz oder Widerstand in Rumänien zu tun, nicht einmal mit “kultureller” Opposition.

Sie waren Partei und auf der Seite der Macht.
Im Westen wurden sie als Widerständler inszeniert, in Wahrheit aber sind es lediglich Pseudo-Dissidenten.
Herta Müller kennt das Gefängnis, Folter etc. vom Hörensagen. Ihre “Securitate” ist pure Fiktion.

Die KP-Leute, die mich als Gründer der freien Gewerkschaft SLOMR verhaften, aburteilen und ins Gefängnis werfen ließen, waren in einer Partei mit Richard Wagner, dem Gatten von Herta Müller.
Herta Müller war also mit der KP verheiratet.

Und wer war “Schwert und Schild der Partei” in der DDR und bei Ceausescu – die Stasi, die in der Ceausescu-Diktatur “Securitate” hieß.

KP und Securitate bildeten dort die Machtstruktur . Sie waren eine Einheit.

Wer zur KP stand, billigte auch die Securitate.

Noch im Jahr 1985 appellierten Herta Müller und Richard Wagner an die Unterstützung der RKP, um weitere Privilegien durchzusetzen!
Politisch naiv?
Auch diese Materie habe ich abgehandelt.

Weshalb scheuen diese Pseudo-Dissidenten die Konfrontation von Angesicht zu Angesicht im Fernsehen?
haben sie etwas zu verbergen?
Gehen ihnen die Argumente aus?

Das deutsche Fernsehen wurde von Herta Müller instrumentalisiert, um angebliche Securitate-IMs zu entlarven, Zeitzeugen der anderen Seite oder die Opfer selbst wurden nicht gehört! Weshalb?

Wie lange hält die Protektion noch? In wessen Interesse wird Herta Müller von konservativen Händen protegiert? Cui bono?

Die Linken sollten ein vitales Selbst-Interesse haben, diese Frage aufzuklären.
Mein “Offener Brief an Herta Müller” abrufbar unter:

www.siebenbuerger.de/forum/allgemein/863-offener-brief-an-herta-mueller-aus/seite10.html

ist immer noch nicht beantwortet.
Was zwei Jahre lang zum Thema öffentlich diskutiert wurde, ist im Forum

 www.siebenbuerger.de

nachzulesen, mit vielen Beiträgen von Personen, die die Verhältnisse im kommunistischen Rumänien aus eigener Erfahrung kennen.
Carl Gibson

Es gibt Leute, Magnus, die bringen es fertig, immer auf der Seite der “Guten” zu stehen.

Sie wenden den Hals, so wie es gerade passt!
Vor jeder Schlacht, lassen sie eine Daunenfeder fallen, damit sie sehen, woher der Wind weht.
Solche Leute heulen gerne mit den Wölfen und sie machen dort mit, wo es etwas abzustauben gibt.

Ich rede in diesem Zusammenhang vom “Wendehals-Prinzip”!

Wozu Anstand und Würde?
Wozu konsequent zu einer Weltanschauung stehen? Der Mensch ist ein Entwicklungswesen!
Man ist flexibel und geht mit der Zeit! Mit ihrem Geist oder auch Ungeist!
Und wenn es opportun ist, dann schlägt man sich – politisch korrekt – auf die Seite der “Guten”.

Richard Wagner war früher auch schon politisch korrekt, systemloyal und wollte auf keinen Fall als “Dissident” gelten, aber mit der Metapher eine Diktatur verändern, statt politisch anzukämpfen.

Dazu habe ich einiges geschrieben in meinem Buch. Vielleicht bringt jemand eine “Leseprobe” wie  (…) bei Müller und Wagner.
Zu Wagner gibt es hier auf Freitag seit gestern eine eigene Diskussion – dafür hat ebenfalls “(…)” gesorgt, der Blogger, der sein Antlitz nicht lüften will, unter:

www.freitag.de/community/blogs/galut/vom-sieg-der-metapher-anmerkungen-zu-richard-wagners-frueher-lyrik

Ich habe die Sache kommentiert. Wagner und Müller standen dieser BRD früher sehr skeptisch gegenüber – heute aber sagt uns der gewandelte Altkommunist, was Sache ist, in einer Polemik “Jetzt reicht’s” oder so ähnlich … aus der Sicht des Wolfs im Schafspelz … politisch korrekt natürlich – lupus in fabula?
Carl Gibson

Mann kann auch genial lügen und täuschen –
die Nepoten des Fürsten Potjomkin wissen davon, die Baron von Münchhausens und Felix Krulls der Jetztzeit!

Die Welt will betrogen sein!
Also betrügen wir sie!

Der Puppenspieler zieht die Fäden – und die Marionetten tanzen.

Die Welt steht auf dem Kopf, die Lüge regiert und der Tanz um das goldene Kalb geht weiter.
Alles hat seinen Preis – Umwertung aller Werte zu einem neuen Sodom und Gomorra?

Warten wir, nein, nicht auf Godot, sondern auf eine neue Sintflut!?

Der Fisch stinkt vom Kopf her, heißt es in einigen Kulturen.
Wird die Wahrheit uns noch frei machen?
Carl Gibson

Das sind ja ganz neue Töne und Erkenntnisse, . Kann es sein, dass wir doch bald zu den Fakten zurückkehren?
Zu Richard Wagner: Seinen Schreibstil, der nach meiner Auffassung von Entwicklungslosigkeit bestimmt wird und seinen “Erfolg” als Autor will ich hier nicht beurteilen.
Mir reicht die geistige Wende vom Linken und Marxisten (KP-Mitglied) zum Konservativen, der auf der Achse des Guten schreibt.
Das fiese an jener Achse: Man kann die Statements der Auguren dort zur Kenntnis nehmen, aber man kann ihnen nicht antworten, es sei denn, man schickt ihnen ein Email.
Auch das ist eine Form der Kommunikation – nur hat die kritische Öffentlichkeit keinen Anteil an dem Austausch.
Was mich tangiert:
Richard Wagner hat mir im Namen von Herta Müller mit Anwälten und Gericht gedroht – und er hat mich damit zu Tode erschreckt! Feine Geister diese Leute, die von Kollegen eine Maulkorb einfordern, nur weil sie unbequeme Fragen stellen.
Dieser Poet Richard Wagner, neuerdings auch Hobbyphilosoph,hat mich mehrfach von Rumänien aus in den Blatt “Banater Zeitung”, Beilage zur Allgemeinen Deutschen Zeitung (ADZ) angegriffen, ohne dass der zuständige Redakteur Werner Kremm dort meine “Gegendarstellung” gedruckt hätte. W. Kremm ist ein alter Gefährte aus der so genannten Aktionsgruppe Banat, einer, der es vorzog in Rumänien zu bleiben.
Sein Artikel “Franzls Kumpan Judas”, ein mit antisemitischem Vokabular versetzter Bericht, bildet den Auftakt bzw. die Ankündigung einer Serie von “Enthüllungen” ehemaliger Securitate- IMs, einen Prozess, den wir inzwischen fast schon hinter uns haben – mit viel Schlamm.
Richard Wagner ist für Herta Müller aktiv, im wirtschaftlichen Zusammenspiel, obwohl er im Jahr 1989 von ihr geschieden wurde.
Jetzt verwaltet er ihre “Akte Cristina” und gibt das an die Presse weiter, was ihm behagt, allerdings mit der von ihm mit gelieferten Interpretation, die dann unkritisch in Zeitungen wie die FAZ im Namen anderer Autoren weiter transportiert wird.
Auf kleinere Forum-Betreiber aber übt Richard Wagner Druck aus, wenn etwa aus meiner Feder Kommentare veröffentlicht werden, die ihm und Herta Müller nicht behagen.
Der mir angedrohte Prozess steht noch aus.
Carl Gibson

Satire ist immer gut!

Wenn ich im “Eulenspiegel” lese, manch ein kritischer Kopf erwarte inzwischen, dass Nobelpreisträger Günter Grass mit dem Schreiben aufhöre und wünschte, Herta Müller hätte nie damit angefangen, dann ist Essenzielles satirisch auf den Punkt gebracht.
Auch mich hat man hier schon einen Satiriker genannt, um mich in eine (unseriöse) Ecke zu stellen – aber ich nahm es als Ehrung auf und an. Satire enthüllt und brandmarkt schärfer als jeder tierische Ernst.
Aber es gibt auch Grenzen des Spotts – dort wo die Betroffenheit der Opfer einsetzt, ist es mit dem Spaß vorbei. Über totalitäre Menschenrechtsverletzungen und KZs kann man keine Späße machen – da wird es existenziell, ernst und vor allem moralisch.
Wenn es auf Vergangenheitsaufarbeitung und Vergangenheitsbewältigung ankommt, dann ist geschichtsverfälschende Literatur nur deplatziert.
Herta Müller hat sich auch in Satire versucht, im “schwäbischen Bad”! Und was hat sie bewirkt, geerntet?
Gekränkte, beleidigte Menschen, die sich in ihrer Identität in Frage gestellt fühlten.
Carl Gibson

In der so genannten Aktionsgruppe Banat (ein lockerer Freundeskreis unterschiedlicher Individuen ohne Statuten,Programm, Kodex etc.) und ohne eigentliche “politische” Aktion gab es Leute, die auch “Stalin” gut fanden, weil sie im jugendlichen Alter eine geschönte Biographie des roten Diktators gelesen und von seinen Verbrechen vor allem am russischen Volk und anderen Völkern der Sowjetunion noch nichts gehört hatten.

Was finden Sie so toll?

Das Wenden des Halses und 180 Grad?

Den Wandel des Kommunisten zum Kommunismuskritiker und Antikommunisten?

Oder die Methoden, der Unwahrheit zum Durchbruch zu verhelfen, auch über sanfte Drohung?
Carl Gibson

Fehlanzeige auf breiter Front – Desinformation pur!

Woher beziehen Sie Ihre “Informationen”?
Diese sind genau so falsch wie die “Informationen” des Rezensenten Stefan Lüddemann aus Berlin.

Richtig ist: Die oben von Ihnen ( und dem Rezensenten) als “neu” angepriesenen Geschichtlein sind “nicht neu”.
Sie erschienen bereits in Bukarest in der Edition von 1982 (Erstedition)- deshalb kannte ich sie bereits … wie ich Ihnen oben schon vor Tagen schrieb.
Herta Müllers Debütwerk “Niederungen” ist nicht zensiert worden.

Das ist blanke Fehlinformation, die jetzt gestreut wird ( oben sagte ich das schon!)

Lügen wir, was das Zeug hält!
Und munitionieren wir den Rezensenten mit falschen Fakten, damit er diese gutgläubig in Umlauf bringt.

Herr Lüddemann hätte bei mir anfragen können – und andere Journalisten auch.
Aber wozu?

Wenn Herta Müller sagt, ihr Werk sei zensiert worden, dann nimmt man das so hin, obwohl es nicht stimmt.
Carl Gibson

Noch besser wäre zu wissen, wann Herta Müllers “Regimekritik” begonnen hat, werter (…).
Wann erfolgte der Anwerbe-Versuch der Securitate?
War das 1976, gleich nach dem Studium?
Oder doch erst 1986, nachdem sie zusammen mit ihrem zweiten Gatten Wagner einen Ausreiseantrag in die BRD stellte?
Diese 10 Jahre Differenz würden einiges erklären.
Unkrititischen Umgang mit der Herta Müller-Akte Cristina fand ich in der FAZ vor,

vor allem aber in DIE ZEIT.
Ich habe den Eindruck, dass einige Redakteure, Autoren, Journalisten das tun müssen, was ihnen von höherer Warte aus aufgetragen wird – in Gleichschaltung wie bei Ceausescu, Honecker und in anderen totalitären Staaten.

Noch ein Wort zu den Gatten von Herta Müller (Details auf www.banatblog.eu ). In erster Ehe war sie mit einem Ingenieur Karl verheiratet, ein Banater Schwabe – ihr dritter Ehemann heißt angeblich Henry Merkel. Beide dürften Biographen, Interpreten, Literaturhistoriker weniger interessieren als Richard Wagner (1984-1989 mit H. M. verheiratet), der möglicherweise auf die Genese von Herta Müllers Werk eingewirkt hat, konzeptionell, ideell, sogar ideologisch-strategisch?

Editiert wegen eines Verstoßes gegen die AGB. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen.
Mich interessiert ein komplette Vita Herta Müllers vor 1987,weil sie für diese Zeit eine Dissidenz reklamiert, die nie stattgefunden hat.
Ebenso wurde ihr Werk nicht “zensiert”.
Bisher aber glaubt man ihr, nicht mir.
Carl Gibson

 

Autor (…) sieht inzwischen etwas klarer – und er wird noch viel klarer sehen, was Sache ist, wenn er hinter die Potjomkinschen Fassaden blickt, recherchiert, analysiert, wertet – und mit eigenen Antlitz und Namen hinter den Aussagen steht.

(…) hat sich geäußert unter:
www.freitag.de/community/blogs/ingo-arend/zivilcourage–das-beispiel-guenter-grass

Wenn neue Fakten auftauchen oder ein neuer Zeuge vor Gericht, werden die Karten neu gemischt – dann können vermeintliche geistig-moralische Autoritäten schnell vom hohen Ross stürzen … ganz nach dem Motto: Wer hoch steigt, kann tief fallen.

Carl Gibson

“Die allererste Ausgabe der „Niederungen“ war 1982 in dem deutschsprachigen Untergrund-Verlag Kriterion in Bukarest erschienen; für die Rotbuch-Fassung hatte die junge Autorin das Manuskript aus Rumänien herausschmuggeln können. Was ihre Leser in Deutschland damals nichts wussten: statt der fünfzehn Prosaminiaturen, die sich um die knapp achtzigseitige Titelgeschichte „Niederungen“ gruppierten, gab es derer neunzehn; darüber hinaus waren Kürzungen auch innerhalb der einzelnen Kapitel vorgenommen und die Reihenfolge verändert worden. Diese Änderungen blieben in den zahlreichen Auflagen, die das Buch in den folgenden Jahren erfuhr, bestehen – bis jetzt. Denn jetzt erscheint im Hanser Verlag erstmals die vollständige Ausgabe der „Niederungen“ inklusive der vier bislang fehlenden Kapitel. Außerdem hat Herta Müller den gesamten Text noch einmal durchgesehen und korrigiert, die Streichungen überprüft und teilweise rückgängig gemacht.”

Ihr Link funktioniert nicht!
Das gilt auch für die Desinformation, die Sie hier betreiben.
Das Beste ist – Sie wissen nicht, wovon Sie reden.

Die drei Geschichten, die nach Ihrer Auffassung so politisch brisant sein sollen,
sind 1982 in Rumänien erschienen,
namentlich “Damals im Mai”, “Inge” und “Herr Wultschmann”!

Von wegen, Zensur!

Ich habe die Originalausgabe vor mir.

Panegyrische Rezensionen, Lobhudeleien im Waschmittel- Werbung- Stil überraschen mich nicht.
Jeder Verlag vermarktet sein Produkt so gut er kann und verdummt seine Kunden so gut es kann. Das ist Kapitalismus jenseits von Moral.
Literatur macht da keine Ausnahme.

Was meint die Rezensentin mit “Untergrund-Verlag” – das eben ist die Volksverdummung!

Der Kriterion Verlag war ein großer Verlag in Bukarest, darauf spezialisiert, Bücher in deutscher Sprache zu verlegen, offiziell … und nicht wie oben suggeriert als Samisdat!
Wenn solche Taktiken eingesetzt werden, sehe ich das als Versuch an, im Trüben zu fischen und die Leser hinters Licht führen zu wollen.
 

 

“FAZ.net” – das ist die Adresse, wo meine kritischen Kommentare nur partiell zugelassen werden, aber für Suchmaschinen im Netz unauffindbar bleiben.

So viele Zufälle kann es gar nicht geben! Und Sie, wer immer Sie auch sein mögen, machen da mit.

Im Retuschieren und a posteriori Abändern kennt sich Herta Müller aus, nach dem Muster des ZEIT-Artikels. Was nicht in den Kram passt, wird einfach umgeschrieben, weggelassen, hinzu gefügt, solange, bis es passt!
Nobelpreiswürdig – auch diese Methode!
Carl Gibson

Was spricht gegen einen ausführlichen Lebenslauf von Herta Müller vor 1987?

Wer, wie Herta Müller, andere öffentlich und sogar noch im deutschen Fernsehen bezichtigt, ein Mitarbeiter (IM) und Zuträger der Securitate zu sein (Fälle Schleich, Grosz etc.), der sollte das eigene Verhältnis zur Securitate und Rumänischen Kommunistische Partei klären.
Carl Gibson
In der SWR-Sendung Report aus Mainz hörte ich keine kritische Gegenfrage.
Stützt auch das Öffentliche Fernsehen nur noch eine Mainstream-Meinung?
Ein Fall für “Freitag”?

Nachtrag:

Darf das öffentlich-rechtliche Fernsehen der Bundesrepublik Partei ergreifen?

Einseitige Fernsehberichterstattung:

www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=5704264/139929c/index.html

Mit einem ( selbstredenden ) Herta Müller-Interview

Ich habe die Materie mehrfach kritisch kommentiert:

Der Spitzel und die Nobelpreisträgerin – Wie ein befreundeter Schriftsteller Herta Müller an die Securitate auslieferte

www.swr.de/forum/read.php?2,42723

Cui bono? Das ist der Versuch, eine angebliche “Dissidenz” von Herta Müller zu belegen bzw. den Verfolgungsmythos zu zementieren. (Ausgehend von der Überlegung, bei einem nur oberflächlich informierten Bundesbürger bleibe wenigstens ein Hauch von Verfolgung hängen! Auch so wird Meinung gemacht!)
Carl Gibson

Anonymus. Sie sind offensichtlich mit der Materie überfordert.
Weshalb sollte die rumänische Regierung, die Rumänische Kommunistische Partei und die Securitate “Niederungen” als Druck in deutscher Sprache ermöglichen und dazu noch mit den 3 Geschichten (Damals in Mai, Inge, Herr Wulschtmann) , wenn das Buch von Herta Müller sie belasten würde?
Wo bleibt die Logik?

Weshalb sollte man solch ein Büchlein, das in Wirklichkeit nur den Kommunisten Ceausescus genutzt hat, weil es gegen die Banater Schwaben geschrieben wurde, auch noch nach Deutschland schmuggeln müssen?
Eine Räuberpistolengeschichte ist das, die die Realitäten verfälscht, nur um interessant zu erscheinen. (James Bond 0007 lässt grüßen!)

Und weshalb sollte man hier in Deutschland, wo doch alles frei ist, gerade diese drei (nach Ihrer Auffassung) “brisanten” Texte weglassen wollen, wenn man doch gerade die Regimekritik der Autorin beweisen will? Im Jahr 1984!

Wo bleibt Ihre Logik, (…)?
Wenn sie hinter Ihrem Blog-Text oben stehen könnten und ihn kompetent vertreten könnten, dann müssen sie uns allen ihren werten Namen nicht vorenthalten, verschweigen – und mich dabei aus dem Obskuren heraus beleidigen.
Sie haben mich oben einen gescheiterten Dozenten genannt – und Herrn (…), dessen Identität über seinen hier mehrfach verlinkten Blog bekannt ist, als meinen “Kumpan” bezeichnet.

Die Art, wie Sie schreiben, verweist darauf, dass Sie selbst aus Rumänien stammen.

Wenn Sie für Herta Müller und Richard Wagner eintreten wollen, dann bitte nicht auf die Art “alter Seilschaften” wie wir sie von Stasi und Securitate kennen, und wie Sie sie mir unterstellen, sondern offen.

Die Wahrheit wird nicht lange verborgen bleiben –

jeder, der denken kann, kann auch meine Argumente nachvollziehen.

Für den  Fall, dass es Ihnen noch nicht aufgefallen sein sollte. Kommentatoren wie (…) argumentieren nach rein logischen Gesichtspunkten, geleitet vom gesunden Menschenverstand, auch wenn beide gewisse Details aus dem Umfeld von Herta Müller, Richard Wagner und meiner Person in Temeschburg im Banat nicht genau und aus eigener Anschauung kennen.

Carl Gibson

Da liegen Sie aber sehr falsch, (…), erst informieren, dann Behauptungen aufstellen. Details zur Materie unter:

www.banatblog.eu/banater-autoren-carl-gibson-symphonie-der-freiheit/

Was sagt Paul Goma über Carl Gibson
unter:

paulgoma.free.fr/paulgoma_pdf/pdf/LRP_JURNAL_2009_intreg.pdf
S. 665, (6. November)

:“Cred aproape tot ce a spus Carl Gibson.

Il cunosc … de 33 ani, stiu ca e un pasionat – dar nu mincinos: und nedreptatit, un ranit, un om care a suferit cu adverat de ciomagul Securitatii timisorene – dar nu un veninos.

Judecatiile despre Herta Müller si Richard Wagner sunt adevarate, interventia lui intarindu-mi certitudinea de impostorat a “Actiunii banatene” in general a componentiilor ei, in special.

Mai aveam oarecari indoieli, fata de informatiile provenite de la romani, dar iata, acum dinspre svabii lor vin. Iar ticalosia lor cea de neiertat:

 

acuzatia, in bloc, a comunitatii svabesti (prin extindere si sasesti) de nazism”.

Der rumänische Dissident Nr. 1, Paul Goma, auch “rumänischer Solschenizyn” genannt, glaubt SLOMR- Mitbegründer Carl Gibson, dem antikommunistischen Gefängnis-Gefährten,
und nicht Herta Müller
oder Richard Wagner.

Auch das sollte bekannt werden.
Carl Gibson

Einsichtig rudert  zurück! Recht so, (…):

“Für eine Dissidentin halte ich HM trotz der politischen Bezüge ihrer Erzählungen nicht.”

Da haben Sie etwas erfasst.
Herta Müller und Richard Wagner haben in der Tat nichts mit “Dissidenz”, “Widerstand” oder “Opposition” im kommunistischen Rumänien Ceausescus zu tun.
Sie waren systemloyal und wurden vom System gefördert – bis zu ihrer immer noch galanten und großzügig gewährten Ausreise.

Doch ist Herta Müller auch

“moralisch integer”?
 

Wenn wir diese Frage an Günter Grass richten, der auch einen Nobelpreis erhalten hat, dann müssen wir auch bei Herta Müller fragen, ob sie mit Steinen werfen darf,
ob gerade sie den “moralischen Zeigefinger” erheben und andere aburteilen, stigmatisieren, ausgrenzen darf.
Wer Christa Wolf oder anderen “Systemloyalität” vorwirft, muss den gleichen Maßstab auch an Herta Müller legen, auch wenn sie bisher übermäßig protegiert wurde.
(…)schreibt:

 

“5. Dass Herr Gibson einen regelrechten Feldzug gegen sie führt, werden auch Sie nicht bestreiten wollen, oder?”

Ist dieser moralische Feldzug legitim oder nicht?
Es gibt Leute, die stehen ein Leben lang zu Anstand, Würde, Moral – und gehen für ihre Überzeugungen bis ins KZ oder in der Tod.

Dann aber gilt es noch die “Wendehälse”, die sich mit der Macht arrangieren.

Wasser predigen, aber Wein trinken!

Dass hat man lauthals Frau Bischöfin Käßmann vorgeworfen!

Sie zog die Konsequenzen aus einer herbeigeführten Affäre und trat als EKD-Vorsitzende zurück.

Mir geht es nicht um eine Vendetta, sondern lediglich um die Überprüfung der Frage, ob Herta Müllers geistige und politische Autorität “moralisch” gedeckt ist.

Die Beweise fehlen.
Ihre Vita vor 1987 liegt nicht vor.
Jeder kann sich das Video oben ansehen, seine Schlüsse ziehen, nach Belegen und Beweisen fragen.
Meine Kommentare auf SWR Report aus Mainz lesen.

Hinter der “Literatur” steht das Handeln in der Gesellschaft.
Genauso wie wir wissen wollen, ob “Moralapostel der Nation” Günter Grass bei der SS war oder gar ein Nazi, so müssen wir wissen,
ob Herta Müller den roten Totalitarismus von Anfang an bekämpft hat oder nicht bzw.
ob sie die kommunistischen Verbrechen Ceausescus eine gute Weile toleriert und mitgetragen hat.

Schließlich war sie seit 1984 mit dem KP-Genossen Richard Wagner verheiratet, ergo auch mit der RKP und ihrem Schild und Schwert Securitate.

Entweder man ist mit dem Regime oder man ist dagegen als Mensch und Geist.
Die große Masse musste apolitisch sein und mitlaufen!
Aber eine geistige Autorität?

Denken Sie weiter scharf nach!
Erinnern Sie sich … an Verfolgung … Entrechtung … Exodus! Und an die Wahrheit, die uns frei machen wird!
Carl Gibson

Wie kam es nur, dass die so arg verfolgte Herta Müller mehrfach ausreiste und mehrfach nach 1984 heim in die Ceausescu-Diktatur kehrte?

Schreibverbot?
Ihr Mentor Nikolaus Berwanger, Chef der Banater Zeitung und erster Repräsentant der Banater Schwaben, Kommunist, RKP- Vertrauensmann und Antifaschist, Leiter des “Adam-Müller-Guttenbrunn-Literatur- Kreises” in Temeschburg, sagt in einem Gespräch im Jahr 1988 (Düsseldorfer Debatte)
Herta Müller hätte bis zu seiner Absetzung aus dem kommunistischen Paradies (August 1984) kein Schreibverbot gehabt.

Das Buch “Niederungen” sei zwischen dem Kriterion- Verlag Bukarest und dem Rotbuch-Verlag regulär ausgehandelt worden!

Also keine Räuberpistole, wie sie Herta Müller schildert mit Manuskript-Schmuggel a la James Bonf 0007!

Nikolaus Berwanger sagt ferner:

Es wundere ihn, dass Herta Müller als “Dissidentin” in der BRD wahrgenommen werde.

Wer lügt da – und wer sagt die Wahrheit?

In dem Interview mit Berwanger wird auch deutlich, dass “Niederungen” mit dem Preis der Jungkommunisten ausgezeichnet worden ist.
Er, Berwanger, finde es nicht gut, dass Herta Müller und Richard Wagner ihre in Rumänien von den Kommunisten erhaltenen Preise “verschweigen”!

Ich fand das auch nicht gut!
Noch weniger gut fand ich es, dass Richard Wagner seine RKP- Mitgliedschaft von 1972-1985 verschwieg!

Erst dokumentieren, (…), dann argumentieren.
Die Forschung wird Herta Müller all diese Diskrepanzen noch vor die Nase halten!
Und ich werde weiter ihre “moralische Integrität” überprüfen.

Carl Gibson

P.S. (…)  schreibt:

“Sie war keine Dissidentin, weil sie meines Wissens an keinerlei politischen Aktionen teilgenommen, keine öffentlich bekannten politischen Forderungen gestellt und auch keiner bekannten oppositionellen Gruppierung angehört hatte.
Doch verfolgt wurde sie, nachdem sie sich weigerte, mit dem Geheimdienst mitzuarbeiten. Sie wurde wiederholt verhört – was für eine psychische und physische Gewalt man ihr angetan hatte, weiss nur sie selbst und ihr engeres Umfeld. Sie wurde bespitzelt, abgehört, in ihrer Wohnung wurden Wanzen angebracht. Sie hatte Veröffentlichungsverbot (soweit ich weiss). Was ist das alles, wenn es keine Verfolgung ist?”

Und noch etwas: Wann “verweigerte” sie sich der Securitate – 1976, gleich nach dem Studium und vor den Westreisen?

Oder erst 10 Jahre später, kurz vor der Ausreiseentscheidung 1986?

Das ist wichtig!
Carl Gibson

Im Schach heißt das: Schachmatt!

Aber das ist schon lange so, nur ist die Lüge lauter als die leise Wahrheit.
Die Lüge hat eine Plattform,
die Wahrheit muss aus Katakomben rufen.

Ich freue mich, Magnus, dass Du hier kritisch alles mit verfolgst!
In der Antike ging es vom Mythos zum Logos!
Heute geht es vom Logos zum Mythos!

Man hat die äußerst gerissene und zum Teil rücksichtlose wie intelligente “Securitate” als tumbe Bauerntölpeltruppe darzustellen versucht – etwa wie den deutschen Soldaten im Sowjet-Propaganda-Film. So war das nicht.
Die “Securitate” war topfit und mit besten Mitteln ausgestattet.

Wenn sie ein Ziel verfolgte erreichten sie es auch. Herta Müller kennt diesen Repressionsapparat nur vom Hörensagen.

Typisch ihre Aussage bei einer angeblichen versuchten Verhaftung durch diese böse Securitate:

“Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit”!

Mit diesen Worten will sie sich gewehrt haben!
Ja, so kann man den Widerstand in jeder Diktatur ad absurdum führen!

Zur Vertiefung empfehle ich den ominösen ZEIT-Artikel aus der angeblichen Feder von Herta Müller “Die Securitate ist noch im Dienst”, oben von mir verlinkt.

Herta Müller berichtet, wie sie in der Bahnhofshalle eines Luftkurorts auf ca. 1000 Meter Höhe (Poiana Brasov) /bei Kronstadt in Siebenbürgen von Schergen der Securitate zusammengeschlagen worden sein soll.

Der Witz dabei: Dort oben existiert überhaupt kein Bahnhof!

Herta Müller erfindet “Realitäten”, die eigentlich nur “Fiktionen” sind.
Die Literaturwissenschaft spricht da von “erfundener Wahrnehmung”!

Herta Müller hat viel erfunden. Sie hat Realität und Fiktion gemischt. Nicht nur im Roman, auch in den Interviews, wo man ja Wahrheit erwartet, keine Dichtung.

Dürfen Dichter lügen?
Eine alte Frage seit Platon!

Nietzsche hat sie oft gestellt und sie in “Zarathustra” vielfach beantwortet, perspektivisch gebunden.

Ich frage heute, dürfen Dichter immer lügen?
Und sind wir hier und heute hier in Deutschland dem Menschlich- Allzumenschlichen schon so verhaftet, dass wir bereits “jenseits von Gut und Böse” stehen,
ergo die “Moral” beerdigt haben,

bei Günter Grass
und bei Herta Müller?

Carl Gibson

Vanitas vanitatum vanitas, alles ist vergänglich, Magnus, auch einige gefährliche Gedanken im “thread”, wenn er für manche zum “threat” wird.

Hundert Jahre nach Nietzsche müssen wir mit dem Hammer philosophieren, wenn auch nicht mehr gegen “Hammer und Sichel”.
Gefährliches Denken ist auch heute suspekt, vor allem das Stöbern nach der “Wahrheit”, die keiner hören will.

Was schrieb Herta Müller: Lügen haben kurze Beine, die Wahrheit hat keine!

Aber wir werden ihr Beine machen!

Carl Gibson

P.S. Apropos speichern:Ich speichere seit Jahren,mehrfach, gerade um nachzuweisen, was die etablierten Mainstream- Medien so alles “streichen”, “entfernen”, nicht veröffentlichen etc.

Ja, in zwei Jahrzehnten ist viel Wasser den Main hinab geflossen – und über Rhein und Donau ins weite Meer. Europa hat sich verändert – der Ostblock und die Sowjetunion sind zusammengebrochen.
Das Lager der Guten und Bösen hat sich auch gewandelt – aber die historische Wahrheit muss ans Licht, einiges kommt früher, anderes später.

Ich ging erst an die Öffentlichkeit, nachdem alles aufgeschrieben war und das dicke Buch über Freiheit in einige Ecken der Welt gestreut wurde und nun in den Bibliotheken steht. Dort kann man vieles nachlesen. Die kleine Auflage verbindet mich auch mit Nietzsche.
Ein Trost: Mein Buch kann über books.google auch im Internet eingesehen und gelesen werden, gut für Leute, die es nicht kaufen können. Es ist ein “Testimonium authenticum” – ich sage das, was ich erlebt habe.
Andere, etwa Herta Müller, berichten von dem, was ihr Umfeld erlebt hat.

Hier noch ein Link zur Materie für Interessierte:
www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/interviews/8708-carl-gibson-legitimer-protest-gegen.html

Ungeachtet aller Desinformation, Protektion etc. wird sich die Wahrheit durchsetzen, daran glaube ich. Je mehr kritische Köpfe mitdenken, desto besser.
Carl Gibson

(…)Sie tun hier so, “als ob” Sie ein Insider wären, der über die Rivalitäten und Intrigen innerhalb von RKP und Securitate gut informiert ist. Wann haben Sie Rumänien verlassen, wie alt sind Sie, wer sind Sie, da Sie mich hier als “Ahnungslosen” hinstellen wollen?

Ich zitiere ihr Ablenkungsmanöver:

“Das verwundert nur den, der die damaligen Zustände nicht kennt. Herrn Gibsons Dissidenz in allen Ehren: er verließ das Land 1978 (79?) kaum zwanzigjährig. Heute beurteilt er die damaligen Zustände mit seinem Wissen von damals und seinen Gefühlen von heute. Doch hinter die Kulissen der Macht sah er damals schon nicht und was und wie sich das Land dann nach 1980 entwickelte, kennt er nur vom Hörensagen. Kämpfe innerhalb der Parteistruktur? Rivalität zwischen Geheimdienst und Parteiapparat? Woher soll Herr Gibson davon gehört haben? Er sieht nur einige widersprüchlich erscheinende Phänomene, erblickt aber nicht die wesentlichen Punkte, die zur Erklärung dieser Widersprüchlichkeit notwendig sind.”
Fakt ist: Seit Herbst 1979 bis Winter 1989 (Rumänische Revolution und Sturz von Diktator Ceausescu) war ich oppositionell aktiv.
 

 

Im Jahr 1981 habe ich als Sprecher der Freien Gewerkschaft rumänischer Werktätiger SLOMR über die CMT eine UNO-Klage gegen Diktator Ceausescu auf den Weg gebracht:

de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson

Details zur UNO-Klage

www.webfusion.ilo.org/public/db/standards/normes/libsynd/LSGetParasByCase.cfm?PARA=2657&FILE=1066&hdroff=1&DISPLAY=CONCLUSION,BACKGROUND

Das erfolgte unter Lebensgefahr für mich und meine Familie.

Herta Müller und Richard Wagner standen damals noch viele Jahre stramm zur Rumänischen Kommunistischen Partei.
Den Feind sahen sie in der “deutschen Gemeinde” der Banater Schwaben (ganz oben habe ich das kommentiert!)

Lesen Sie, was Paul Goma über meine Person gesagt hat. Er glaubt mir und nicht Herta Müller und Richard Wagner.

Beide änderten Meinung und Strategie erst nach dem Abgang ihres Förderers und irdischen Schutzengels (vor der Securitate- Kralle), also erst nach 1985.

Carl Gibson

Sie haben wohl das “Wesen” einer öffentlichen Blog- Diskussion verkannt, (…)?

Wenn Sie sich privat austauschen wollen, wählen Sie bitte ein diskreteres Medium.

Hier reden Sie völlig unqualifiziert über meine Person!

Das ist typisch für Anonyme, die aus der Verborgenheit heraus allerlei Desinformation betreiben.
Der interessierte Leser will Fakten hören, keine Gerüchte, kein Gerede.

Carl Gibson

Frau (…) hat die Debatte ins Metaphysische gesteigert und etwas verlagert auf:

www.freitag.de/kultur/1010-rumaenien-top-intellektuelle

Bitte den zweitletzten Beitrag beachten.

Der besagt alles.
Carl Gibson

(…) schreibt:

“Warum man sie nicht ausbürgerte? Ja, mein Gott, man müsste sich die Secuakten der Frau ansehen. Aber Frau HM hat sie sich wenigstens angesehen. Bestimmt gab es Diskussionen darüber, doch aus irgendeinem Grund entschied man anders.
(Nebenbei:
Herr Gibson weigert sich, nach Bukarest zu fahren und Einsicht in seine Akte zu verlangen. Wenn ihm da nicht einer zuvorkommt…)”

Dazu habe ich schon mehrfach öffentlich erklärt:
Im Gegensatz zu Herta Müller und Richard Wagner bedarf es in meinem Falle keiner ominösen ( echten, gefälschten) Securitate- Dossiers bzw. “Akten”, um meine langjährige Dissidenz zu beweisen.
Ich war ein halbes Jahr im Gefängnis – das ist Beweis genug, neben den vielen Dokumenten ( auch im Internet!).
Eine Schar vor Zeitzeugen steht bereit, alles zu bezeugen, was mit der freien Gewerkschaftsgründung SLOMR im Jahr 1979 zusammenhängt, das Davor und das Danach.

Gerade erst publiziert ( in rumänischer Sprache, eine kurze Geschichte der SLOMR (Freie Gewerkschaft rumänischer Werktätiger) im Jahr 1979, fast zwei Jahre vor “Solidarnosc” in Polen:

istoriabanatului.wordpress.com/2010/02/21/mircea-rusnac-s-l-o-m-r-sindicatul-liber-al-oamenilor-muncii-din-romania-1979-aspecte-banatene/

In meinem dicken Buch habe ich meine vollständige Rehabilitation gefordert.

Doch Präsident Traian Basescu ist wohl taub auf einem Ohr?

Herta Müllers “Securitate”-Akte “Cristina” ist eine Farce für sich, da keiner weiß, was echt an ihr ist und was falsch bzw. gefälscht.

Carl Gibson

Luzid argumentiert, Magnus – und vielen Dank für die Einladung! Ich bin zu jedem Treffen bereit. Dass Klarheit in die Materie bringt. Wenn (…) aus dem Verborgenen heraus treten und kommen sollte, würde ich dabei sein.
In der Diskussion

www.freitag.de/kultur/1010-rumaenien-top-intellektuelle

habe ich an Deine Kompetenz als Sprachexperte appelliert und einen Link zu einem schwedischen Blog gesetzt, wo im Zusammenhang mit meiner Kritik an Herta Müller auch über das Verhältnis zu Günter Grass diskutiert wird. Das war im Herbst 2008, ein Jahr vor der Nobelpreisverleihung.
Ich hoffte auf die Klarsicht der Schweden und auf skandinavischen Kritizismus. Offensichtlich hat das Nobelpreiskomitee nicht mitgelesen.
Wenn wir die moralische Integrität von Nobelpreisträger Günter Grass hinterfragen,
dann ist es auch legitim, die Moralität oder Pseudo-Moral von Herta Müller zu hinterfragen.

Die Schweden haben damit kein Problem, !

Sie dazu den Blog:

bodilzalesky.com/blog/2008/11/10/arvet-fran-kommunismen-en-rumansk-tysk-angiverihistoria/

Ich habe seinerzeit versucht, die Schweden von der Notwendigkeit der Debatte über die “moralische Integrität” einer Nobelpreis- Kandidatur zu überzeugen, im Versuch die Kandidatur von Herta Müller kritisch zu verifizieren.

Die Schweden übernahmen meine Herta Müller- Kritik aus Wikipedia.

Nach der Nobelpreisvergabe – wurde wie nach dem Willen schleifender Pharaonen und Cäsaren – meine Kritik aus dem Herta Müller Porträt “entfernt”,
weg retuschiert – wie in der ZEIT,

und wie einst bei den Kommunisten!
Carl Gibson

Du bist hier auf ein Thema von hoher innenpolitischer Brisanz gestoßen, Magnus!

Ob Dichter lügen dürfen?
Ob Nobelpreisträger lügen dürfen?

Ob wir die Moral beerdigen dürfen, aber im Sinne unserer heuchlerischen Moral anderen Krieg und Vernichtung bringen dürfen?

Einige Leute, die sich nicht vom oberflächlichen “panem et circensis- Treiben” unserer Politik ablenken lassen, werden noch merken, was hier gespielt wird.

Du darfst in Deinem Blog alles von mir zitieren, was Du im Internet aus meiner Feder findest.

Die Materie Herta Müller und wie sie instrumentalisiert wurde (Verschwörungstheorie!?) ist nur der Einstieg in den Sumpf.
Wie tief und stinkend er ist, wird sich erst herausstellen.

Carl Gibson

Seit fast zwei Jahren kämpfe ich öffentlich gegen ein Netzwerk, das die Interessen von Herta Müller vertritt, gegen Berufene? Oder Unberufene.
Fast alle, die mich auf in den Foren der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben mit Argumenten untere der Gürtellinie bekämpften, verleumdeten, beschimpften etc. waren „anonym“ – wie „(…)“ hier, die eine Thematik aufgreift, die sie nicht beherrscht, aber munter Desinformation und Ablenkung betreibt mit zum Teil diskriminierenden und mich beleidigenden Verdrehungen und Formulierungen.
Um die öffentliche Debatte führen zu können, musste ich Bd. 2 der „Symphonie der Freiheit“ unter den Titel „Gegen den Strom. Deutsche Identität und Exodus“ zurück stellen.
Hier einige Links, wo Argumente und Anfeindungen nachgelesen werden können, auch aus Kampagnen, die Richard Wagner von Rumänien aus ( wo ich nicht widersprechen konnte) gegen mich betrieb.

www.siebenbuerger.de/forum/allgemein/795-die-konrad-adenauer_stiftung-und-die/

www.siebenbuerger.de/forum/allgemein/863-offener-brief-an-herta-mueller-aus/

www.siebenbuerger.de/forum/allgemein/736-richard-wagner-verunglimpft-carl-gibson/seite15.html

www.banatblog.eu/banater-autoren-carl-gibson-symphonie-der-freiheit/

Jeder bilde sich frei seine Meinung.
Carl Gibson

Des Pudels Kern erscheint hinter der Frage:
Weshalb wurde Herta Müller auf’s Treppchen gehoben?

Aus literarischen Gründen?
Aus politischen Überlegungen, Strategien?

Das ist die 100. 000 -Dollar Frage, Magnus!

Weshalb wollten CDU und SPD, dass Herta Müller das Rennen machte?

Weshalb wurden Siegfried Lenz (jugendliches NSDAP-Mitglied?),
Martin Walser (angeblich ebenfalls jung in der NASDAP?) H. M.  Enzensberger etc. nicht einmal nominiert?

War diese Nobelpreis- Entscheidung eine “antideutsche” ( wie Du bei Böll und Grass annimmst) – oder eine “pro- deutsche) im Sinne der Rehabilitierung der deutschen Vertriebenen aus den Ostgebieten?

Dazu habe ich hier auf Freitag eine Diskussion in die Welt gesetzt unter:

www.freitag.de/community/blogs/carl-gibson/heimatvertriebene-und-machtpolitik—falsche-symbole-und-signale

Je mehr Fakten bekannt werden, desto klarer werden die Strategien und Zielsetzungen der Strippenzieher.

Carl Gibson

Es gibt da einen Ausspruch von Jean-Paul Sartre zum Nobelpreiskomitee und den Entscheidungskriterien dort: Wer von diesen Leuten auserwählt wird, der sollte seine geistigen Bestände überprüfen.
(Das ist fast so drastisch, wie Du es oben formuliert hast.)

Im Jahr 1984 schrieb ich einen Essay unter den Titel “Nobelpreise – Eine Form der Manipulation” und publizierte ihn in dem Literaturmagazin “Vis-à-vis” aus Berlin.
Dass meine Landsmännin Herta Müller aus dem rumänischen Teil des Banats einmal diese hohe Auszeichnung erhalten würde, wofür eigentlich, konnte ich mir damals noch nicht vorstellen, denn die privilegierte Westreisende Herta Müller war gerade dabei, den Banater Schwaben durch die Bank faschistoide Gesinnung zu unterstellen ( im deutschen Fernsehen sogar – mit mir als exponiertem Zuhörer!).(1984)
Sie nahm den deutschen Literaturpreis an – und kehrte in Ceausescus Schoß zurück, mehrfach sogar!

Arg verfolgt?Wohl kaum!
Alles schon vergessen?

Nach F. C.  Delius war das “Banat” die “Hölle auf Erden” , eine Gegend mit stumpfsinnigen Menschen, die sich gegenseitig hassen.
Darauf kam Delius in seiner Niederungen- Rezension, im SPRIEGEL (1984), nachdem er Herta Müllers Ergüsse gelesen hatte.

Nach eigener Aussage von Herta Müller war es der “Hass” auf ihren banatschwäbischen Landsleute, der sie antrieb “Niederungen” zu schreiben.

Was wissen die Leute aus Stockholm davon, die sie prämierten?
Und was wusste Michael Naumann davon, der sie nominierte?
Mein öffentliches Aufklären und Dagegenhalten verpuffte wie der Ruf eines Propheten in der Wüste.

Carl Gibson

Herta Müller steht heute auf einer Stufe mit Thomas Mann!
Schlecht für Thomas Mann?

Oder schlecht für den Nobelpreis überhaupt?

Wo sind die Werke von Herta Müller, die auch nur im entferntesten Sinn einen Vergleich mit dem “Zauberberg”, “Doktor Faustus”, mit den “Buddenbrooks”, den Essays zur Kultur, Geistesgeschichte und Politik oder den Erzählungen “Tod in Venedig”, “Tonio Kröger” etc. standhalten?

Diese Auszeichnung – eine Farce, literarisch betrachtet?
Moralisch gar ein Skandal?

Walser und Lenz haben in vier, fünf Jahrzehnten Schriftstellerei ein immenses Werk geschaffen – beide wurden mit Preisen überhäuft, aber nicht in Stockholm nominiert?

Ob ihnen die NSDAP-Debatte geschadet hat?

Als Herta Müller den “roten Totalitarismus”, der mir vor ihren Augen Gefängnishaft für echte Opposition einbrachte (1979), tolerierte und billigte, war sie ein paar Jahre älter und reifer? als die Jugendlichen Lenz und Walser in der brauen Zeit!

Alles vergessen?

Carl Gibson

Das Schlimme an der ganzen Angelegenheit:
Die Intransparenz!

Einige Leute sind sich einig und drücken ihre Favoriten durch.

Was ich noch nicht eruiert habe: Die englischen Buchmacher nehmen ja Wetten auf alle