Volksverdummung nach Maß – wie Herta Müllers Lügen salonfähig gemacht werden

21. Volksverdummung nach Maß – wie Herta Müllers Lügen salonfähig gemacht werden

In meinen Gesprächen mit Schriftstellerkollegen, in welchen ich mich immer wieder nach der Rezeption der Werke Herta Müllers erkundigte, vernahm ich oft die ignorante Replik:„Ich habe nichts von ihr gelesen!“
Offenbar teilen nicht alle Literaten und Leser die Begeisterung eines Michael Naumann, dem eigentlich alles gefällt, was von Herta Müller kommt.
Wer sich ein Bild von Herta Müller machen will, ohne bereits etwas von ihr gelesen zu haben, der lese nur diesen einen Artikel, der Herta Müller spiegelt, wie sie leibt und lebt.
Ihre Wesenheit scheint aus diesem Artikel hervor und ihr bestimmt einzigartiges literarisches Können, dass ihr schließlich den Nobelpreis eingebracht hat.
Es ist müßig, den in diesem Artikel transportierten Erfindungen und eigenen Mythisierungen auf den Grund gehen zu wollen, ihre Authentizität überprüfen zu wollen, denn fast alles ist abwegig, was sie an oppositionellen Aktivitäten zu berichten hat.
Trotzdem muss man es tun, auch mit Widerwillen und Unlust, Punkt für Punkt, eben weil die vielen kleinen Lügen nachgewiesen, offen gelegt werden müssen, wenn man am Ende auf die ganz große Lüge kommen will.
Ausgehend von meinen Erfahrungen mit der Arbeitswelt im kommunistischen Rumänien erscheint auch ihre Mobbing-Geschichte in dem Temeschburger Traktorenwerk „Technometal“ inszeniert und unglaubwürdig. Doch man muss kein ehemaliger Bürgerrechtler sein, auch kein Akademiker, um das Geschilderte zu beurteilen. Jeder Fabrikarbeiter ist in der Lage dazu, realistische Verhältnisse von rein erfunden Geschichten unterscheidend.
Herta Müller reflektiert ihre dreijährige Tätigkeit als Übersetzerin in einer großen Maschinenbaufabrik, wo auch viele Angehörige der deutschen Minderheit des Banats, als Landsleute aus Temeschburg und den umliegenden Gemeinden beschäftigt waren, in der Regel als Facharbeiter und Meister. Man kannte man sich persönlich, besonders die langjährig beschäftigen Deutschen wussten untereinander Bescheid, speziell, wer wo arbeitete und unter welchen Bedingungen. Die Kommunikation – schon aufgrund der gemeinsamen täglichen Bahnfahrt zum Arbeitsplatz – funktionierte gut.
Bisher ist mir kein Zeugnis bekannt, das von Herta Müllers wirken in der Fabrik künden würde.
Ist sie in den drei Jahren Berufstätigkeit dort wirklich nie gesichtet worden? Und fielen ihre spektakulären Aktionen – das zweitägige Weinen der Stigmatisierten, Ausgestoßenen, als Securitate-Agentin diffamierten angehenden Autorin auf der Treppe am helllichten Tag keinem Landsmann auf?
„Im dritten Jahr wurde ein »Protokollbüro« eingerichtet. Der Direktor versetzte mich dorthin zu zwei neu eingestellten Übersetzerinnen, eine für Französisch, eine für Englisch. Eine war die Frau eines Universitätsprofessors, von dem es schon zu meiner Studienzeit hieß, er sei ein Securist. Die andere war die Schwiegertochter des zweithöchsten Geheimdienstlers der Stadt. Den Schlüssel zum Aktenschrank hatten nur die beiden. Wenn ausländische Fachleute kamen, musste ich das Büro verlassen. Dann sollte ich offenbar für dieses Büro tauglich gemacht werden durch zwei Anwerbeversuche des Geheimdienstlers Stana. Nach der zweiten Verweigerung war der Abschiedsgruß:
»Es wird dir noch leidtun, wir ersäufen dich
im Fluss.«
Eines Morgens kam ich zur Arbeit, und meine Wörterbücher lagen vor der Bürotür auf dem Boden. Mein Platz gehörte einem Ingenieur, ich durfte das Büro nicht mehr betreten. Nach Hause gehen konnte ich nicht, man hätte mich sofort entlassen. Nun hatte ich keinen Tisch, keinen Stuhl. Zwei Tage lang saß ich trotzig die acht Stunden mit den Wörterbüchern auf einer Betontreppe zwischen dem Parterre und der ersten Etage, versuchte zu übersetzen, damit niemand sagen konnte, ich arbeite nicht. Die Büroleute gingen an mir
vorbei, stumm.“
Herta Müller ist also nicht beruflich in einem Wespennest gelandet, sondern im Spinnennetz der berüchtigten „Securitate“, die vorhatte, sie, gerade sie, als inoffizielle oder offizielle Mitarbeiterin anzuwerben. Wann ereignete sich das, in welchem Jahr?
Und weshalb hatte die Securitate es gerade auf eine Philologie-Absolventin abgesehen, der man doch wegen Prostitution mit arabischen Studenten schnell den Prozess hätte machen können? Was war wann?
Weshalb legt die inzwischen hoch geehrte Herta Müller nicht endlich einen lückenlosen Lebenslauf vor, dem man entnehmen kann, wann sie und wie lange im Kindergarten beschäftigt war, wann in der Fabrik und wann sie arbeitslos wurde – und jederzeit als Parasitin und Sozialschmarotzerin hätte verhaftet und eingesperrt werden können?
Weshalb belässt sie alles in der Spekulation? Nur um weiter erfinden, die eigene krumme Vita im neuen Licht uminterpretieren zu können?
Geht sie davon aus, dass der werte, nicht eingeweihte Leser ihr alles glaubt und nicht dem bösen Wolf aus der Fabel, der Securitate und ihren Agenten im Ausland, die es angeblich auch in den Reihen der deutschen Landsleute geben soll?
Ein kritischer Einblick in die Akte „Cristina“, die eine Rekonstruktion des Lebenslaufs von Herta Müller ermöglicht, kann Klarheit verschaffen. Doch als die Entscheidung in Stockholm anstand, als ich öffentlich eine Debatte über Herta Müllers Glaubwürdigkeit und Integrität führte, namentlich auch in DIE ZEIT online, als ich gestoppt und meine Argumente mit Macht abgewürgt und gestrichen, entfernt wurden, war die Akte „Cristina“ einer breiteren Öffentlichkeit so gut wie unbekannt.
Nur wenige Eingeweihte, so genannte bei der CNSAS akkreditierte Forscher, wussten, was darin stand – die gleichen Forscher, die auch rechtzeitig über Oskar Pastiors Securitae- IM- Tätigkeit Bescheid wussten. Doch diese „Forscher“ schwiegen aus unterschiedlichen Motiven, Gründe, die sie vor ihrem Gewissen zu verantworten haben und vor einer höheren Instanz. Ich studierte die Akte „Cristina“ erst im Oktober 2010 in den Räumen der rumänischen Gauck-Behörde CNSAS in Bukarest, also ein Jahr nach der Nobelpreisvergabe an Herta Müller – viel zu spät, um noch konkret zu intervenieren. Meine Worte davor waren Wind.
Doch die Wahrheit kommt nie zu spät.
„Ich nahm meine Wörterbücher und setzte mich wieder auf die Treppe. Diesmal weinte auch ich. Als ich in die Halle kam, um nach einem Wort zu fragen, pfiffen Arbeiter hinter mir her und riefen: »Securistin!« Es war ein Hexenkessel. Wie viele Spitzel es wohl in Jennys Büro und in der Halle
gegeben haben mag? Die Attacken waren per Anweisung nach unten gereicht worden, die Verleumdungen sollten mich zwingen, zu kündigen.
Herta Müller ist nach eigener Darstellung also ein Opfer der Securitate, eine Ausgestoßene, ein Mobbing – und Intrigenopfer – und das alles nur deshalb, weil sie einem Anwerbeversuch der Securitate widerstanden haben will?
Das ist höchst merkwürdig – und bestenfalls für Menschen plausibel, die diktatorische, totalitäre, kommunistische Verhältnisse nie selbst erlebt haben, die nicht wissen, wie ein repressiver Geheimdienst arbeitet und wie das echte Leben im Kommunismus pulsiert.
Mein Lebenslauf weist andere Erfahrungen als „Fabrikarbeiter“ auf. Sie sind ausführlich beschrieben in meinem Erinnerungswerk
„Symphonie der Freiheit“, 2008, in einem Buch, das von allen Gegnern der Aufklärung aus den Reihen der alten Bekanntschaften und Seilschaften totgeschwiegen werden sollte. Die Dokumente zur Thematik habe ich bereits vor Jahren im Internet veröffentlicht.
Deshalb sei an dieser Stelle nur kurz festgehalten: Nachdem ich als achtzehnjähriger Hilfsarbeiter der Menschenrechtsbewegung des Schriftstellers Paul Goma in Bukarest beigetreten war, wurde mir anschließend in der 6 000 Mitarbeiter zählenden Trikotwarenfabrik 1. Juni in Temeschburg der öffentliche Prozess gemacht.
Ein Gremium aus Mitgliedern der Rumänischen Kommunistischen Partei, der örtlichen Securitate und der Betriebsleitung stellte mich vor ein „Tribunal der Arbeiter“, um mein antisozialistisches Verhalten zu kritisieren.
Nach heftiger Debatte solidarisierten sich die Arbeiter mit mir und mit meinen Positionen. Der ideologisch motivierte Schauprozess musste abgebrochen. Dann wurde ich entlassen – ohne Kündigung, ohne Entlassungsschreiben.
Eine Möglichkeit, auf irgendeiner Treppe im Betrieb zwei Tage öffentlich zu weinen hatte ich nicht.
Auch gingen meine rumänischen Kollegen und meine Landsleute in dem Betrieb nicht achtlos an mir vorbei.
Auch wollte mich kein Securitate-Mitarbeiter je anwerben. Ich war ein Oppositioneller, ein deklarierter Antikommunist – und jedermann wusste Bescheid.
Dumme Frage:
Weshalb kann ich meine Opposition vielfach beweisen und Herta Müller ihre angebliche Verfolgung in Fabrik, Kindergarten, offener Straße nicht?
Weshalb wird den vielen Lesern nicht bewusst, dass diese viel und schwer verfolgte Autorin noch 1984 in Rumänien ihre Geschichten veröffentlichen konnte und die die Bundesrepublik reisen konnte,
während ich als antikommunistischer Dissident vom Westen aus unter Lebensgefahr eine UNO-Beschwerde gegen das verbrecherische Ceausescu-Regime betrieb?
Herta Müller beschimpfte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die reaktionäre Mentalität ihrer deutschen Landsleute aus dem Banat, nachdem sie das „deutsche Dorf“ im Banat – wie F. C. Delius vom SPIEGEL feststellte, als eine Art Reich des Bösen ausgemacht hatte, als die Hölle auf Erden.
Nun, im Jahr 2008, hatte sich Herta Müllers Feindbild geändert – es waren diesmal nicht mehr die deutschen Faschisten im Banater Dorf, sondern der berüchtigte Geheimdienst des nieder gerungenen Diktators Ceausescu, die wieder belebte dämonische und noch weiter zu dämonisierende Securitate, eine Einrichtung, die wohl nicht in öffentlichen Statements widersprechen würde!
Und das Reich des Bösen, das war nun – wo man selbst ins konservative Lager gewechselt war – die sozialistische Fabrik, wo – wie in Nordkorea oder Rotchina – die Betriebslautsprecher patriotische Lieder erklingen lassen, um den Fünfjahresplan anzukurbeln.
Alles wird von Herta Müller so hingebogen und verdreht, dass es gerade jetzt passt, in der Annahme die betriebene Volksverdummung sei legitim, die Menschen seien denkfaul und nur mit einem Kurzzeitgedächtnis ausgestattet.
Welches Bild hat Herta Müller von ihren Lesern im deutschsprachigen Raum? Wie es scheint, mutet sie ihnen auch die absurdesten Ammenmärchen zu, plumpe, unglaubwürdige Trivialitäten, die von der Chefredaktion und Literatur-Redaktion der ZEIT auch noch abgesegnet und gedeckt werden.
Wenn alle anderen Behauptungen in diesem Bericht so windig und unglaubwürdig sind wie die erfunden Reisen, Folterungen, Verhöre, dann
: Gute Nacht, Deutschland!
Das kommt fast einem Freispruch für alle Beschuldigten, auch wenn diese selbst Fehler gemacht haben, indem sie zuließen, dass sich obskure Gestalten in ihre Institutionen einschlichen.
Weshalb funktioniert das Lügenwerk von Herta Müller trotzdem, unabhängig von der Dauer-Werbekampagne ihrer Verlage und Förderer, deren Umsätze steigt, je besser ihre Autorin dasteht?
Es gibt da zwei Gruppen von Helfern und Helfershelfern, die – zu meiner großen Enttäuschung – mithelfen, die Lüge am Leben zu erhalten:
Die Gruppe der Mitwisser, unter ihnen manche Professoren, Doktoren, Journalisten, Schriftsteller, die zu Ceausescus Zeiten in der rumänischen Diktatur auch nur Karriere machen konnten, weil sie das rote Parteibuch in der Tasche hatten, systemloyal waren und unkritisch mitmachten, nur um das eigene Wohl zu sichern.
Hier in der Bundesrepublik machen sie weiter, ohne Gewissensbisse, obwohl sie wissen müssten, dass das Lügenwerk nicht ewig anhält.
Sie alle haben auf ihre Weise mitgewirkt, jenseits von Ethos und Moral, meine Aufklärung zu verhindern.
Die Argumentation oben zu Herta Müllers Münchhausiaden hätte auch von ihnen kommen können; doch sind sie wohl zu feige zur Wahrheit, nicht nur weil sie keine Kämpfer waren und sind, sondern auch aus Ehrfurcht vor einem Bundesverdienstkreuz, das für Lügen vergeben wurde und vor einem Nobelpreis, der erschlichen und forciert wurde, wobei andere Nationen ohne Lobby in Stockholm das Nachsehen hatten.
Ich hoffe sehr, dass Literaturnationen wie Frankreich, Italien, Großbritannien, die USA, Russland, Polen, Israel, die arabischen und afrikanischen Staaten alles noch einmal kritisch unter die Lupe nehmen, diesen großen Bluff, der nur durch Instrumentalisierung, Manipulation und intensive Lobbyarbeit erreicht werden konnte, um über gezielte Geldinvestitionen noch mehr Geld und Macht zu erreichen.
Die zweite Gruppe – das sind die etablierten Medien, die so genannten Mainstream-Medium, die genau das machen, was einem bestimmten Personenkreis nutzt.
Ich danke Gott, dass es das Internet und das ich meine Gedanken nicht für mich behalten muss.
Meine Bücher hat man auf intrigante Weise zu diffamieren versucht, beginnend mit meiner Monographie „Lenau. Leben – Werk – Wirkung“, das (neben der Studie von Isidor Sadger) das ( laut WorldCat Identities) das weltweit am weitesten verbreitete Buch über den Spätromantiker Nikolaus Lenau ist, bis hin zur „Symphonie der Freiheit“, ein Werk, in welchem die bisher wohl schärfste und ausführlichte Kritik an Herta Müller und ihrem Umfeld (gemeint ist die so genannte Aktionsgruppe Banat) formuliert wurde.
Wie wurden NS-Staat in Deutschland und kommunistische Diktaturen in der Sowjetunion und in Osteuropa möglich?
Es wurde gelogen, von Anfang an.
Einige wussten es wohl – und schwiegen trotzdem.
So ist es auch im Fall Herta Müller, dessen verheerende Tragweite immer noch nicht erkannt wird.
Inzwischen wissen viele Bescheid, auch in den höchsten Sphären der Politik.
Doch sie lassen die Lüge am Leben, tragen sie mit, machen sich mitschuldig und opfern dafür die Werte der Demokratie.
Das fordert das Widerstandrecht des Einzelnen heraus, der die Pflicht hat, dagegen zu handeln, wenn Unrecht geschieht.
Durch Nichtstun wird die Tyrannis möglich!
Der Arzt hat mir untersagt, mich weiter mit dieser Materie auseinanderzusetzen, da die Aufregung über diese bodenlose Ungeniertheit, über diesen Zynismus den Blutdruck in nicht erahnte Höhen treibt.
Doch es nützt nichts, die frechen Lügen, Verdrehungen, Entstellungen müssen so oft angesprochen werden, bis ein kritisches Medium die Debatte aufgreift und dafür sorgt, dass die volle Wahrheit ans Licht kommt. Erst dann kann Ruhe einkehren – und erst dann kann auch ich meinen Frieden finden. Jeder echte, aufrichtige Journalist muss so handeln.
Ein Journalist, der von Ungerechtigkeiten erfährt, aber aus opportunistischen Gründen nichts tut, der den Dingen nicht auf den Grund geht, der sich nicht um die volle Wahrheit bemüht, diese nicht ans Licht bringt, der ist kein Journalist.

Ende

http://www.fnweb.de/region/main-tauber/bad-mergentheim/carl-gibson-gegen-herta-muller-1.1251813

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte
Carl Gibson

carl Gibson, Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte, Titelbilder

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte Buckrückseite

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte

Copyright: Carl Gibson
Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel

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