„Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit“ – zur nachhaltig erschütterten Glaubwürdigkeit von Herta Müller

9. „Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit“ – zur nachhaltig erschütterten Glaubwürdigkeit von Herta Müller
Motto:
Lügen haben kurze Beine, die Wahrheit hat keine.
Herta Müller

Es hört sich an wie ein schlechter Witz: Da kommen die Mannen der bösen Securitate Ceausescus und wollen Herta Müller verhaften.
Wie wehrt die Dame auf Reisen in der angeblichen Bahnhofshalle von Poiana Brasov (deutsch „Schulerau“) diesen Verhaftungsversuch des repressiven Geheimdienstes ab?
Wie entzieht sie sich der Verhaftung?
Mit einem neuen Abrakadabra mit der noch nirgendwo gehörten Zauberformel:
„Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit“!
Man höre und staune – der Geheimdienst eines totalitären Systems, einer kommunistischen Diktatur, will eine schutzlose Dame abführen und kann es nicht, weil er keinen Haftbefehl vorzeigen kann.
Grotesk, einfach lächerlich das Ganze, von Herta Müller in DIE ZEIT als echte Begebenheit geschildert, plastisch und rührselig, um Mitleid zu erregen, um eine „Verfolgung“ unter Ceausescu der deutschen Öffentlichkeit plausibel zu machen, ja zu beweisen.
Wie echt, wie glaubwürdig ist diese Szene?
In welcher Diktatur der Welt, scheren sich die Schergen der Geheimdienste um Legalität, gar um einen Haftbefehl, wenn es gilt, ein Opfer zu verhaften, einen Oppositionellen zur Strecke zu bringen?
Benötigte etwa die GESTAPO Hitlers einen gültigen Haftbefehl, um die Widerstandskämpfer aus dem Kreis der Geschwister Scholl (Weiße Rose) oder Graf von Stauffenbergs Mitverschwörer verhaften, verurteilen und umbringen zu lassen?
Kümmerten sich der sowjetische Geheimdienst KGB um einen Haftbefehl im Kampf etwa gegen Solschenizyn oder Sacharov?
Konnten die Bürgerrechtler und Dissidenten Vaclav Havel oder Arbeiterführer Lech Walesa sich ihren vielfachen Verhaftungen unterziehen, in schlichter Berufung auf das Vorzeigen eines gültigen, richterlich ausgestellten Haftbefehls?
Brauchte der Staatsicherheitsdienst der DDR einen Haftbefehl, um hunderte Bürgerrechtler und Oppositionelle in die Normannenstraße zu schleppen, sie zu verhören und sie schließlich nach Hohenschönhausen oder ins „Gelbe Elend“ nach Bautzen zu verfrachten?
Konnte ich seinerzeit 1977 -1979 während meinen mehrfachen Verhaftungen durch die Securitate Ceausescus, durch Miliz und Grenzpolizei das Vorzeigen eines regulären Haftbefehls einfordern?
Nein, das konnte ich nicht!
Und keine Gestapo, kein KGB, keine Stasi und auch keine „Securitate“ benötigten einen Haftbefehl, um Menschen von der Straße weg zu verhaften und hinter Gitter zu bringen.
Wunder dieser Art erlebt nur die fantasiebegabte Belletristin Herta Müller, aber nicht in Lourdes oder sonst wo an einem heiligen Ort, sondern eben im Wolkenkuckucksheim der frei erfundenen Bahnhofshalle von Poiana Brasov, in den Südkarpaten über Kronstadt (rumänisch Brasov),eben dort, wo es diese ominöse Halle überhaupt nicht gibt.
Dort oben im siebenbürgischen Bergland zwischen Skifahrern und Wölfen verkehren allenfalls noch ein paar Gämsen oder Bergziegen, aber keine Züge wie etwa am Fuße des Matterhorns in der idyllischen Schweiz.
Ergo gibt es dort oben zwischen dem Wolken auch keine „Bahnhöfe“ und keine Bahnhofshallen!
Als der Schwindel mit diesem sonderbaren „Ort des Geschehens“ einer breiten Öffentlichkeit auffiel,
als die ganze Welt in der seriös liberalen DIE ZEIT las,
wie mutig die moderne Heroine Herta Müller aus Nitzkydorf im Banat die Schergen der bösen Securitate abwehrt haben will,
dabei angeblich sogar noch in den Dreck gestoßen wurde und viel zu leiden hatte,
während die wenig empathischen, ja teilnahmslosen Rumänen am angeblichen Bahnsteig dieser Demütigung durch Staatsorgane zusahen,
als die Welt anfing,
entweder das Wunder mit dem Haftbefehl in Frage zu stellen
oder
die Glaubwürdigkeit der rumäniendeutschen „Erzählerin“ Herta Müller und ihre fragwürdigen „Erfahrungen mit dem Terror“
reagierte Herta Müller blitzschnell und bekundete in einer privaten Email ihre Unschuld mit dem Hinweis,
der ZEIT-Redakteur Ijoma Mangold hätte ihr diese unglaublichen Geschichten in ihren Artikel hinein redigiert.
Ein Skandal?
Also hat nicht etwa Herta Müller die groteske Münchhausiade ohne Humor erfunden, sondern ein fantasiebegabter ZEIT-Redakteur?
Ergo schreiben die ZEIT-Redakteure die Artikel der Autoren?
Ijoma Mangold, der bekannte Literaturkritiker und spätere ZDF-Vorleser ist nach Herta Müllers Email-Aussage somit der Erfinder der ominösen
„Bahnhofshalle von Poiana Brasov“!
Hat der ZEIT-Literatur-Redakteur Ijoma Mangold vielleicht die ganze absurde Geschichte erfunden und aus dem „Locus amoenus“ einen „Locus terribilis“ gemacht?
Wer das glaubt, wird selig!
Ich glaube das jedenfalls nicht.
Nach meiner Auffassung setzt Herta Müller plumpe Lügengeschichten á la Baron von Münchhausen in die Welt, nur alles andere als souverän witzig, vielmehr verbohrt und tierisch ernst.
Selbst ein Eugen Ionesco hätte keine Freude an dieser absurden Szene gehabt, die seine rumänischen Landsleute darüber hinaus auch noch en bloc desavouiert und als passiv-feige denunziert.
(Noch haben die Rumänen sich gegen diese Art der Negativ-Vereinnahmung nicht zur Wehr gesetzt!)
Einige kritische Fragen zur angeblichen Rolle des ZEIT-Redakteurs mögen erlaubt sein, zu seiner Ehrenrettung!
Wie soll Ijoma Mangold, ein Journalist, der wahrscheinlich nie in Rumänien gewesen ist, solch ein abstruses Hirngespinst überhaupt aushecken können?
Hat Ijoma Mangold etwa auch die Sentenz:
„Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit“!
erfunden?
Ist er allein für die gesamte Absurdität der Situation verantwortlich oder stecken noch andere ZEIT-Redakteure dahinter?
Hat Ijoma Mangold vielleicht die gesamte Szene, diese Fahrt ins Nichts, frei erfunden und noch viel mehr… bis hin zum m. E. volksverhetzenden Verleumdungszitat als Zwischenüberschrift:
„Die Verleumdung gehört zum Brauchtum der Banater Schwaben“?
Hat Ijoma Mangold wirklich am Artikel Herta Müllers mit geschustert, der de facto und ausschließlich unter dem Namen Herta Müllers erschien?
Wenn ja, welchen Anteil hat Ijoma Mangold daran?
An Ijoma Mangolds journalistischen Sündenfall kann ich nicht recht glauben. Auch kann ich mir kaum vorstellen, dass der mir nach wie vor sympathische Ijoma Mangold denunziatorisch initiativ geworden wäre und die Volksgruppe der Banater Schwaben gebrandmarkt hätte, einfach so aus Spaß an der Freude wie andere Pseudo-Journalisten Verfemte und Verfolgte im „Stürmer“?
Endgültige Klarheit wäre jedoch nur nach erfolgter Strafanzeige unter Eid vor Gericht zu erreichen, wo man auch Einblick in das Originalmanuskript nehmen müsste, bevor weitere Verdächtigungen in die Welt gesetzt werden.
(Seinerzeit, als die wilde Debatte tobte, wurde ich mehrfach von ganz unterschiedlichen Kreisen öffentlich aufgefordert, Strafanzeige gegen Herta Müller odergegen das ZEIT Magazin zustellen.
Gleichzeitig wurde ich auch mehrfach abgehalten es zu tun, zunächst von einem Schriftstellerkollegen, der mit anderen betroffen Kollegen eine „Resolution“ ausarbeiten und veröffentlichen wollte, dann aus dem Bekanntenkreis, wo mir neutrale Personen zusagten, den Schritt zum Staatsanwalt ohne mein Zutun machen zu wollen, aus Rücksicht auf meine Exponiertheit. Geschehen ist nichts – aus vielen Gründen.)
Hat Herta Müller schließlich die Endfassung des Artikels vor der Veröffentlichung gelesen und abgesegnet, also endgültig autorisiert, ein Vorgang, der von jedem seriösen Autor zu erwarten ist?
All diese Fragen stellte ich bereits in den Monaten Juli, August, September, Oktober des Jahres 2009 in öffentlicher Debatte auch als Kommentator in DIE ZEIT Online, bevor ich dort mit Macht ausgebremst wurde, indem meine Kommentare entweder ganz gestrichen oder gekürzt und entstellt wieder gegeben wurden.
Heute ist alles noch offen – wer log damals:
Herta Müller oder DIEZEIT?
Wer lügt heute immer noch?
Nach meiner Überzeugung lügt Herta Müller, weil die Logik und der gesunde Menschenverstand gegen die Autorenschaft von Ijoma Mangold sprechen.
Können wir im Fall Herta Müller Verstand und Vernunft außer Kraft setzen, ohne der Wahrheit auf den Grund zu gehen?
Ich kann das nicht!
Herta Müllers ZEIT-Artikel „Die Securitate ist noch im Dienst“ ist starker Tobak, eine echte Zumutung gerade für Menschen, die in einer Diktatur gelebt haben.
Für Opfer totalitärer Systeme ist Herta Müllers Machwerk die Verhöhnung
schlechthin, den ihr vollkommen deplatzierter und höchst unglaubwürdiger Satz:
„Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit“!
führt jeden echten Widerstand gegen Diktaturen ad absurdum.
DIE ZEIT Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, mit verantwortlich für alles, was in dem Wochenmagazin DIE ZEIT geschrieben steht, oder ein Geschäftsführer des Verlages beauftragten eine Anwaltskanzlei, mich, Carl Gibson, von einer weiteren Debatte dieses obskuren Themas abzuhalten.
Sind die Ammenmärchen und tolldreisten Geschichten der Herta Müller der ZEIT peinlich geworden?
Doch statt sich der geistigen Debatte zu stellen, statt das intellektuell auszubaden, was man sich aus eigener redaktioneller Inkompetenz eingebrockt hat, im Dissens zu einem ethischen, verantwortungsvollen Journalismus eines Blattes mit Niveau, setzt DIE ZEIT ein Druckmittel ein, um den kleinen David zur Räson zu rufen!
Ja, ich zittere jetzt schon –
genauso wie ich erzitterte, als mir Herta Müller und Richard Wagner im Sommer 2008 mit Anwälten und Gericht drohten,
nachdem ich die in der „Symphonie der Freiheit“ geübte Kritik an ihren denunziatorischen Verhalten öffentlich im ethischen Kontext wiederholte, die „moralische Integrität“ Herta Müllers in Frage stellend.
Nun, meine Herren Herausgeber und Redakteure der ZEIT, wer jahrelang gegen die Securitate gekämpft hat, gegen den bissigen Löwen, als er noch Zähne hatte, wer – im Gegensatz zur vom sicheren Hafen aus tobendenden Phantastin Herta Müller – mehrfach echte Folter erdulden und in Gefängniszellen täglich um sein Leben bangen musste, der schreckt nicht vor Drohgebärden hochbezahlter Anwälte zurück, schon gar nicht in einer mit Grundrechten ausgestatteten Demokratie.
Hätte ich mich schon damals der Macht der Mächtigen gebeugt, dann hätte ich glatt in der Ceausescu-Diktatur weiter leben können.
Die Glaubwürdigkeit von Herta Müller wird noch deutlicher erschüttert werden, je weiter man in ihrer unlogischen und verzerrten Selbstdarstellung im ZEIT-Artikel „Die Securitate ist noch im Dienst“ ins Detail geht und eine kritische Überprüfung vornimmt.
In dem Bericht, der mit der Darstellung physischer Verfolgung beginnt, um politische Verfolgung zu begründen, ist eine weitere Verhaftungsszene enthalten, die arge Diskrepanzen erkenn lässt und auf mangelnde innere Wahrhaftigkeit der Autorin hinweist.
Herta Müller berichtet weiter unten, sie sei an ihrem Studien- und Wohnort Temeschburg einfach so am helllichten Tag von der Straße weg provisorisch verhaftet, anschließend in eine obskure Katakombe gezerrt, dort verhört, erneut körperlich malträtiert, ja gefoltert und schließlich bedroht worden:
„Man brauchte keine Vorladung,
fischte mich einfach von der Straße ab. Ich war auf dem
Weg zum Friseur und wurde von einem Polizisten durch eine
schmale Blechtür ins Souterrain eines Studentenwohnheims
gebracht. Drei Männer in Zivil saßen an einem Tisch. Ein kleiner
knochiger war der Chef. Er verlangte meinen Ausweis, sagte:
»Na, du Hure, sehen wir uns schon wieder.« Ich hatte ihn noch
nie gesehen. Mit acht arabischen Studenten sollte ich Sex gehabt
und mich mit Strumpfhosen und Kosmetika bezahlen lassen
haben. Ich kannte keinen einzigen arabischen Studenten. Aber
der Verhörer meinte, als ich das sagte: »Wenn wir wollen, finden
wir auch 20 Araber als Zeugen. Wirst sehen, es wird ein exzellenter
Prozess.« Ständig warf er meinen Ausweis zu Boden, ich
musste mich bücken und ihn aufheben. An die 30 bis 40 Mal.
Wenn ich langsamer wurde, trat er mir ins Kreuz. Hinter der Tür
schrie eine Frauenstimme. Folter oder Vergewaltigung, hoffentlich
nur ein Tonband, dachte ich. Dann musste ich acht hart
gekochte Eier und grüne Zwiebeln mit Salz essen. Ich würgte das
Zeug hinunter. Danach öffnete der Knochige die Blechtür, warf
meinen Ausweis hinaus und trat mir in den Hintern. Ich fiel mit
dem Gesicht ins Gras neben ein Gestrüpp. Ich kotzte, ohne den
Kopf zu heben. Ohne mich zu beeilen, nahm ich den Ausweis
und ging wieder nach Hause. Das Abfischen von der Straße weg
machte mehr Angst als eine Vorladung. Niemand wusste, wo
man ist. Man hätte verschwinden, nie wiederauftauchen oder,
wie damals angedroht, als Wasserleiche aus dem Fluss gezogen
werden können. Es hätte geheißen: Suizid.
Kein Verhör steht in den Akten, keine
Vorladung und kein Abfischen.“
Nun, das ist der Erzählstil einer Nobelpreisträgerin, deren Verdienste um die deutsche Sprache bereits im Vorfeld in Deutschland von irgendwelchen Experten prämiert worden waren.
Bevor ich noch die Beweisführung antreten werde, dass Herta Müller diese sonderbare Szene essenziell aus einem Kapitel meines Werkes „Symphonie der Freiheit“ schamlos abgekupfert hat, begnüge ich mich an dieser Stelle mit der Feststellung:
Herta Müller ist also doch verhaftet worden!
Nicht wie Josef K. im „Prozess“ bei Kafka, existenzialistisch absurd, nein, sondern nur so, realistisch von der Straße „abgefischt“ von einer Autorität des kommunistischen Systems.
Doch weshalb hat sie nicht auch in diesem Fall ihre Zauberformel bemüht und ausgerufen:
„Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit“!
Hatte sie ihr Pentagramm nicht dabei, ihren Bannspruch vergessen?
Was stimmt nun eigentlich,
die Verhaftungsszene aus der Bahnhofshalle in den siebenbürgischen Bergen über Kronstadt
oder
die spontane Verhaftung in den Straßen von Temeschburg im Banat?
Oder stimmt gar nichts?
Ist das alles bloß erfunden, um dem ahnungslosen deutschen Leser eine moderne Terrorgeschichte aufzutischen, die indirekt belegen soll, dass Herta Müller in der Tat verfolgt wurde, viel physisch gelitten hat und ein authentisches Opfer der Diktatur ist.
Bravo!

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte
Carl Gibson

carl Gibson, Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte, Titelbilder

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte Buckrückseite

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte

Copyright: Carl Gibson
Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel

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