Der Baum im Wald – Gedanken zum Werden und Vergehen in der Natur

Natürliches Absterben eines Baumes – Hallimaschpilze zersetzen das Holz

 

Gedanken über das Werden und Vergehen in der Natur – an Allerheiligen 2012

 

 

Alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht,

lehrt uns Mephisto in Goethes Faust.

 

 

Und doch – wenn es soweit ist,

wenn ein geliebtes, bewundertes, vertrautes Subjekt dahin scheidet oder scheiden muss,

dann macht uns das traurig,

gerade dann,

wenn wir einen Verlust erleiden,

wenn wir etwas verlieren,

zu dem wir einen besonderen Bezug haben,

eine Beziehung entwickelten.

Schlimm und schmerzhaft ist der Verlust eines geliebten Menschen,

der Kinder,

der Eltern, des Lebenspartners.

 

Andere verlieren ihr geliebtes Haustier,

die loyalen Begleiter durch einsame Tage ihrer tristen Existenz,

den Hund,

die Katze,

das Pferd …

 

das Mastschwein und die Weihnachtsgans, deren letzte Stunde geschlagen hat,

wenn es draußen vor der Tür kalt wird und des Menschen Bauch leer ist.

 

Schließlich verlieren wir mehr oder weniger bewusst weite Teile einer bisweilen noch intakten Natur,

den Baum am Straßenrand,

den Baum im Park,

den Baum im Wald,

Sinnobjekte, zu welchen einige von uns im konstruktiven Umgang mit der Natur auch in Beziehung traten, ein Verhältnis ausbauten.

 

 

Wer oft in den Wald geht und bewusster hinschaut, gewöhnt sich an den Mikrokosmos und Makrokosmos der Schöpfung,

an die kleinste Kreatur ebenso wie an die majestätischen Riesen,

die Jahrhunderte benötigen, um heran zu wachsen.

 

Eines Tages aber wird man feststellen,

dass das geliebte Objekt weg ist,

dass es gefällt am Boden liegt

und eine Lücke hinterlassen hat,

ein Loch, das uns traurig, ja melancholisch stimmt.

 

 

Mein Freund, der Baum … ist tot!

 

Machen wird ein trauriges Lied daraus á la Alexandra,

ein Chanson wie Reinhard Mey?

Oder fügen wir uns in das Unabänderliche?

Was bleibt uns Idealisten anderes übrig, als die vollendete Tatsache beklagend hinzunehmen!?

In Resignation?

 

Was bringt es uns mehr ein, wenn wir Missstände öffentlich ansprechen, sie anprangern als neue Gegner, Feinde?

 

 

Mors certa hora incerta,

lehrten die Alten.

 

Bei vielen Menschen bleibt die Stunde des eigenen Todes lange offen.

Im Wald,

besser gesagt im Forst, denn Bannwälder gibt es in Deutschland fast keine mehr,

entscheidet das Zeichen des Försters,

die Kerbe im Baumstamm.,

die er mit der Axt markiert.

 

Wer diese Sprache des angekündeten Todes zu lesen versteht,

der weiß,

dass die Stunde der schönsten Bäume im Wald bald geschlagen haben wird –

aus ökonomischen Interessen,

weil gutes Holz gutes Geld einbringt.

 

Der Wald ist heute ein Wirtschaftsfaktor und keine sentimentale Angelegenheit,

die uns die Tränen in die Augen treibt.

 

Als ich vor Monaten die Stigmata sah,

Wunden, aus denen Harz quoll,

machte ich Bilder davon,

dass Kommende ahnend.

 

Inzwischen ist es Gewissheit – die Riesen liegen gefällt am Boden.

 

 

„Das ist gut so“, meinte ein Bekannter, der sich mit Holz auskennt.

 

„Das ist eine Katastrophe“, meinte ein Biologie, der schon manch anderen Kahlschlag in der Region erlebt hat, so als hätte Wiebke im Wald gehaust.

 

 

Erinnert an ein Schlachtfeld

Gutes Holz

Da stand ein Nadelbaum

Ganze Arbeit

Ein Blick zum Himmel durch die Baumkrone eines Überlebenden

Das Werk im Licht

Schwarze Gallertpilze an Eichenstämmen aus dem Vorjahr

Ein paar schnell wachsende Douglasien sind noch da

Im Holz

Noch mehr Holz und gutes Geld

Licht und Schatten

Baumfällarbeiten

Es ist vollbracht

Nadelholzstamm

Laub im Sonnenlicht

Verrottender Baumstamm – Refugium für Reptilien

Eine Waldbewohnerin – Blindschleiche

Ein Bau mit mehreren Ausgängen im Wald

Schwamm

Christus am Waldrand – ermahnt und fordert

Respekt vor der Schöpfung und

dem Leben in allen Formen

Sturmopfer

Krone einer vom Wind gestürzten Eiche

Schwamm zersetzt Eichenstamm

Rosette der Natur- Schmetterlingsporling

Am Wegrand – das Bild hat sich inzwischen gewandelt

Aus drei mach zwei

Den Tode geweiht – inzwischen erledigt!

Judasohr-Kultur – sie schwand mit dem Baumschlag

Stigma – erinnert an die Wunden Christi am Wegrand

Der Baum

Sturmgefällt

Natürliche Zersetzung

Austernartige Pilze am Stamm

Die Krone … der Schöpfung … der Mensch?

Fotos und Copyright: Carl Gibson

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About carlgibsongermany

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