Der lange Weg zur Wahrheit – neue Enthüllungen in der Causa Wulff

Vorteilsannahme, Begünstigung, Plaisir?

Suum cuique?

Honi soit qui mal y pense!

Deutschland hat sein Watergate – kommt bald das Impeachment?

 

Das deutsche Bundesland Niedersachsen macht Werbung für sich selbst, am Gitter der Landesvertretung in Berlin.

Flotte Sprüche?

 Oder ist Substanz dahinter?

Wer nicht wirbt, der stirbt … heißt es im Volksmund!

Und:

Klappern gehört zum Geschäft,

je bunter und schriller, desto besser!

Modern times auch in Wirtschaft und Politik?

Und das Ethos – es bleibt auf auf der Strecke.

Skrupel?

Fehlanzeige!

Rücksichtslosigkeit und schnöder Egoismus machen sich breit – nach dem Motto:

homo homini lupus

oder

Wenn es mir gut geht, dann geht es dem Staat auch gut!

So denken die ein Prozent US-Millionäre auch!

In der Tat – einige dieser “Typen und Prototypen” werden bestimmt auch  in die Geschichte eingehen,

etwa Gerhard Schröder, SPD,

Niedersachse, Ministerpräsident von Niedersachsen und

ehemaliger Bundeskanzler,

Freund Putins und längst in russischen Diensten,

vielleicht auch Christian Wulff, CDU, der aktuelle Bundespräsident …

und andere … – nur als was?

Bei soviel Eigenlob der Niedersachsen-Landesvertretung in Berlin sollte man stutzig werden …

Heute, am 2. Februar 2012, wurde bekannt,

dass die Firma AUDI, Teil des VW-Konzerns, dem Bundespräsidenten angeblich einen Prototypen AUDI viele Monate lang praktisch kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

Manchmal fahren Typen auch Prototypen –

als “Werbeträger”,

ohne sich auch nur etwas dabei zu denken.

Christian Wulff war kraft seines Amtes als Ministerpräsident von Niedersachsen lange im Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns.

Ergo tat man sich gegenseitig Gutes,

ohne Rücksicht auf Ethik und Wirtschaftsetik.

Honi soit qui mal y pense!

 

AUDI-Werbung am Potsdamer Platz, Berlin.

Kapitalismus pur – überlebensgroße Werbung der Leistungsgesellschaft.

Die einen sagen:

Vorsprung durch Technik!

Die anderen meinen:

 Vorsprung durch Werbung,

durch Marketing,

durch rücksichtsloses Marketing,

….

durch Vereinnahmung und Lobbyismus!

Was dachten sich die Marketing-Strategen von VW und AUDI, als sie Christian Wulff und seiner Gattin ein Statussymbol zur Verfügung stellten, das angeblich noch nicht einmal auf dem Markt war?

Und an was dachte Bundespräsident Wulff, als er das wertvolle Präsent annahm? An sein Vergnügen? Eine Frage der Ehre!

Was ist das Amt im Staat – ein Selbstdedienungsladen?

Auch ich fahre einen AUDI 3, Baujahr 1999, Kilometerstand

320 000, inzwischen mit Austauschmotor.

Als ich vor einigen Jahren einen Verschleißteilschaden bei AUDI reklamierte, wurde ich kulanterweise barsch abgewiesen –

Politiker aber erhalten Luxusfahrzeuge umsonst!?

Was ist los in dieser Republik?

Ist der Präsident noch der erste Diener seines Staates?

  

Quadriga, Brandenburger Tor, Berlin

 

Friedrich der Große, der absolutistische Monarch, empfand sich als der “erste Diener seines Staates” – daraus entstand das, was man später als “preußische Pflichtethik” definiert hat.

Solche “Tugenden” sind uns inzwischen abhanden gekommen.

Das “Amt” – ein Selbstbedienungsladen?

Ist der aktuelle Bundespräsident noch ein Vorbild?

Weite Teile des deutschen Volkes sind von diesem Präsidenten enttäuscht und halten ihn laut Umfragen für unehrlich.

 

Reiter-Standbild Friedrichs des Großen in Berlin.

Nach Immanuel Kant, der den aufgeklärten Monarchen Friedrich II. verehrte, soll jeder so verantwortungsvoll handeln, dass die Maxime seines Handelns zum allgemeinen Gesetz erhoben werden könnte – das ist der kategorische Imperativ.

Christian Wulff wird dieser ethischen Forderung nicht gerecht – Wulff verschleiert und täuscht; er führt mit seinem Verhalten weg von der ganzen Wahrheit.

Das ist nicht zumutbar.

Als der große Staatsmann und Reichsgründer Otto von Bismarck seine Politik nicht mehr durchsetzen konnte, trat er ab und ging von Bord – Wulff aber klebt am Amt wie bisher kein anderer deutscher Politiker der jüngsten Geschichte.

Das ist verheerend für die politische Kultur in diesem Land.

Otto von Bismarck -Standbild, Detail, Berlin, Tiergarten

 

Ja, quo vadis, Germania?

Wohin gehst Du, Deutschland?

Wohin lenken Dich die Walter der Gesellschaft jenseits von Glaubwürdigkeit und Vertrauen?

Christian Wulff hat sein – dem deutschen Volk gegebene – Wort gebrochen – aus der in ARD und ZDF vor 11 Millionen Deutschen  zugesagten Transparenz und Offenlegung aller Details wird  wohl nichts?

Ist Wulff als Bundespräsident noch tragbar?

Eine tragische Groteske, die nur Komiker belustigt? Le Grand Macabre?

Da die heikle Materie „grundsätzlicher Natur ist“ und an ihr das Schicksal Deutschlands hängt, werde ich sie weiter kritisch beobachten und fortschreiben – bis zur Lösung.

„Weshalb machst du das“, werden einige fragen.

Weil ich davon überzeugt bin, dass Schriftsteller und Philosophen sich einmischen sollten, wenn Unrecht geschieht, wenn Vertrauen verspielt und Werte vernichtet werden – aus reinem Machterhalt heraus.

Als Herta Müller als Kandidatin der Bundesrepublik Deutschland für den “Nobelpreis für Literatur” vorgeschlagen wurde, habe ich ein Jahr hindurch ( 2008/2009) in unzähligen Presse-Beiträgen und Online-Kommentaren nach ihrer “moralischen Integrität” gefragt,

weil ich davon ausging, dass die öffentlichen Repräsentanten Deutschlands unbedingt moralisch integer sein müssen, da sie die gesamte Nation vertreten – vor den Augen der Welt,

Günter Grass ebenso wie Herta Müller.

Viele Menschen gaben in schweren Zeiten ihr Leben hin, um vor sich zu bestehen, um an der Moralität festzuhalten – als Zeichen für andere.

Wenn wir nun diese Moralität preisgeben, sie auf dem Altar der Staatsräson opfern, dann führt das geradezu in die Unmoral, in das Sodom und Gomorra des Werteverfalls, in die Rücksichtslosigkeit des Willens zur Macht, der in seinem Wesen demokratieverneinend ist. 

Durchsetzen konnte ich mich seinerzeit nicht, u. a. deshalb, weil etwa einige etablierte Medien wie DIE ZEIT oder die FAZ meine Sicht der Dinge mit einem Maulkorb belegten, um so ihre Sicht durchzusetzen.

Es mag sein, dass man einigen Wendehälsen aus der Literaturszene mehr moralische Ambivalenz zugesteht als einem Spitzenpolitiker.

Doch was taugt ein Bundespräsident, der keine moralische Autorität hat, dessen Wort nicht mehr viel gilt, weil es von Anfang an bezweifelt wird?

Alle richtungweisenden, moralisch verbindlichen Erklärungen des Staatsoberhaupts werden so fragwürdig und verkehren sich in ihr Gegenteil.

“Moral” wird zur Bigotterie, zur Heuchelei, zur Farce -und aus dem Fundament des demokratischen Staates werden tönerne Füße und rieselnder Sand.

Der Überdruss an Lügen und die überbordende Heuchelei in der Politik führen letztendlich zur Politikverdrossenheit der Massen und ermutigen die Radikalisierung einzelner Bürger, die sich nicht mehr repräsentiert sehen.

Erkennt Bundespräsident Wulff diese Implikationen?

Erkennt er überhaupt die Tragweite seines moralischen Versagens?

Der gleiche Maßstab von Ethos und Moral, mit dem die geistigen Eliten einer Nation gemessen werden, ist besonders an Politiker anzulegen, da sie mit ihrer gesamten Integrität für die “Demokratie” stehen.

Werden Politikerbiografien fragwüdig – wie etwa im Fall Berlusconi – dann scheitert mit dem Werteverfall irgendwann das “demokratische System”.

Diese Negativ-Entwicklung dürfen wir nicht tatenlos hinnehmen – da ist kritische Meinungsäußerung und konkretes öffentliches Agieren angesagt.

Wehret den Anfängen!

Aktuelle Bilder aus Berlin:

Berliner Rabenvogel –

ein Rabe hackt dem anderen kein Auge aus, sagt man …

Und ein Politiker mit Dreck am Stecken hütet sich,

aus dem Glashaus heraus mit Steinen zu werfen.

Skandalumwittert – das deutsche Präsidialamt.

Holocaust-Denkmal – Stätte der Moral und Besinnung!

Die Opfer mahnen!

An der Spree auf dem Weg zu Schloss Bellevue auf der Suche nach mehr Licht.

Relikte der Berliner Mauer

mit historischen Hintergrundinformationen am Potsdamer Platz. Für Kommunisten in der DDR, in Osteuropa und in der UdSSR waren Kategorien wie “Wahrheit” und “Moral” unwichtig – die Lüge triumphierte und der eigene Vorteil – und heute?

Beton, bunt bemalt – The Wall! Die Berliner Mauer!

Mauer-Reminiszenz in Berlin

Erinnerung aus besseren Tagen – die Siegessäule

Ein Blick gen Osten

The Gate is open now! Am Brandenburger Tor.

Das Brandenburger Tor

Brandenburger Tor – Detail

Das Kanzleramt – Hier waltet Angela Merkel

Das Feuer lodert schon lange – doch die Feuerwehr lässt auf sich warten.

Quo vadis, Germania?

Über den Dingen – die Nationalflagge der wiedervereinten Deutschen.

Schlaff herabhängend und symptomatisch:

das Sternenbanner Europas.

Ein Suchender draußen vor der Tür – Wo bleiben Moral und Gerechtigkeit?

Typen und Prototypen –

Sigmar Gabriel von der SPD, auch ein Niedersachse, spricht inzwischen von der “Type im Bundespräsidialamt” –

typisch für Niedersachsen?

Was kann der kleine Mann angesichts dieser Entwicklungen tun? Er kann sich wehren, etwa als frier Blogger im Internet, auch wenn das einer Sisyphusarbeit gleichkommt.

Doch es ist besser als nichts tun, dem Werteverfall tatenlos resignativ zusehend.

Zum Ende und  Neuanfang auf Schloss Bellevue:

 

Am 17. Februar, zwei Monate nach der Eröffnung dieses Blogbeitrags mit Rücktrittsforderung, trat Christian Wulff zurück.

 

Zum Thema ist alles gesagt, vielfach gesagt.

 

Mein Kandidat war Joachim Gauck.

Auf Gaucks Facebook-Seite sprach ich mich bereits vor  Wochen für ihn aus. Nun ist er der Kandidat der Vielen aus dem Volk – als substanzielles Gegengewicht zu Wulff.

Trotzdem: Kontroversen bleiben.

 

Nicht immer wurden jene, die an vorderster Front gegen die Kommunisten kämpften und für ihre Überzeugungen ins Gefängnis gingen, später anerkannt und geehrt. Manchmal machten “Wendehälse” das Rennen, ohne dass ihr verlogenes Treiben durchschaut worden wäre. Gauck hat viele Feinde, vor allem in den Reihen der Stasi und der SED – ehemalige Spitzel diffamieren ihn immer noch, doch selten mit offenem Visier – Gauck steht für viele aufrichtige Bürgerrechtler  und für die Aufrechten in der ehemaligen DDR. Er wird der bessere Präsident sein – auch wenn er nicht perfekt ist.

 

Zum Thema Ehrensold für Christian Wulff:

1. März 2012:

“Ehrensold”? Wofür?

“Abgangsprämie” wäre besser!

 Welcher Staatsanwalt ermittelt gegen einen Mann von Ehre?

Ein “Wulff-Vertrauter” im Präsidialamt schaffte mit einer vorschnellen Genehmingung von 199 000 Euro Brutto Ehrensold lebenslänglich für Wulff vollendete Tatsachen – welch eine Demokratie!

Wenn nun noch Sekretariatskosten , Dienstwagen etc. dazu kommen kostet Wulff den Steuerzahler abgeblich 500 000 Euro im Jahr – Peanuts in einer Zeit, wo Milliarden verschwendet werden.

So belohnt die BRD treue Dienste in schwerer Zeit!

Hören wir auf, mit moralischem Zeigefinger nach Moskau, Rom oder Athen zu deuten – der Werteverfall hat uns längst eingeholt – Umwertung aller Werte?

6. März 2012

“Ehrensold” für Christian Wulff?

Laut einer Umfrage sagen 84 Prozent der Deutschen dazu: Nein!

Was kümmert das Wulff?

Für ihn ist die Staatskasse ein Selbsbedienungsladen!

Er will sogar nach Dienstwagen, Chauffeur und Sekretariat – also ca. 500 000 Euro jährlich bis zum Lebensende –

Und dies für eklatantes moralisches Versagen?

Auch will Wulff mit dem Großen Zapfenstreich verabschiedet werden.

Eine Frage der Ehre!

Der  Große Zapfenstreich für einen unehrenhaft aus dem Amt geschiedenen?

Wulff hat keine Scham – und wohl nur Privilegien im Sinn.

Das ist schnöder, ungenierter Egoismus, unwürdig für einen Spitzenpolitiker und für den Repräsentaten einer westlichen Demokratie.

Werte und Moral interessieren Wulff wohl überhaupt nicht mehr, noch das Los von Millionen Sozialhilfeempfängern, die unverschuldet doch aufrecht ihr Schicksal ohne Arbeit täglich ertragen müssen.

Wulff will, was ihm angeblich zusteht!

Doch was steht einem moralischen Versager überhaupt zu?

 

In einer luziden Stellungnahme stellt Altbundeskanzler Helmut Schmidt fest,

Christian Wulff habe dem Amt des Bundespräsidenten erheblich geschadet.

Durch sein Verhalten habe er gar die gesamte politische Klasse deklassiert.

Dafür den Großen Zapfenstreich? 

Plagiator Karl Theodor zu Guttenberg lieferte den Präzedenzfall ab – doch die Vorgänger Wullfs im Präsidialamt gehen eindeutig auf Distanz. 

Ein Zapfenstreich für den unmoralisch agierenden Wulff führt nach meiner Auffassung zu einer Pervertierung der nationalen Symbole.

 

 

 

 

 
 

 

Fotos: Monika Nickel und Carl Gibson

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