Allerheiligen – Nachdenkliches und Kritisches zum Kreuz-Symbol in der Natur

Gedanken zu Allerheiligen 2011 nach einem Gang durch Bad Mergentheim und einer Relecture der Gedichte Lenaus.

Motto:

Meiner Toten dann gedenk ich,
Wild hervor die Träne bricht,
Und an deinen Busen senk ich
Mein umnachtet Angesicht.

Aus: Nikolaus Lenau, An die Melancholie

Ecce Homo – Memento.

Christus am Kreuz im Arkau-Wald, Bad Mergentheim.

Nikolaus Lenau:

Der Vogel auf dem Kreuz

Dort auf dem Kirchhofkreuze sang

Ein Vogel einsam; aber bald

Erhob er sich und schwang

Zurück sich in den grünen Wald.


 

Wie früher aus dem Frühlingschor

Schallt nun sein Lied so frei und wild;

Kein Vöglein noch verlor

Die Stimm am lieben Kreuzesbild.

Lenaus Werk ist Ausdruck eines intensiven Ringens mit dem Kreuz, um das Kreuz und schließlich – als Vorläufer des Dinoysikers Nietzsche – gegen das Kreuz.

Sühne-Kreuz in Bad Mergentheim vis-à-vis der St. Wolfgangskapelle an der Tauberbrücke.

Manch ein Toter fiel im Kampf um Freiheiten und Bürgerrechte bereits im 16. Jahrhundert zur Zeit der Bauernkriege.

Nach Erhebeungen, Revolten und Sympathie mit den aufrührerischen Bauern mussten die Mergentheimer Bürger, über Jahrhunderte überwiegend Untertanen des Deutschen Ordens, mehrfach Sühnekreuze errichten,

nachdem einige aus ihren Reihen exekutiert worden waren.

Die Kapelle St. Wolfgang in Bad Mergentheim

Blick in die St. Wolfgangskapelle.

Im Hintergrund an der Decke über dem Altar erkennt man die Zahl 1511.

Oben über dem Wappen: das Wappen der Stadt aus jener Zeit.

Aus diesem Wappen aus dem 16. Jahrhundert kristallisierte sich das aktuelle Wappen der Stadt Bad Mergentheim heraus.

In hoc signo …

Kreuz des Deutschen Ordens in der Schlosskirche in Bad Mergentheim,

ehemalige Residenz des Deutschen Ordens.

Herbst an der Tauber

Melancholischer Brücken-Heiliger auf der Tauberbrücke in

Bad Mergentheim.

Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sei inzwischen abgeschafft,

 sagt man.

Doch die Knechtung vieler Menschen durch das Kapital der Mächtigen geht weiter.

Die Gesellschaft ist heute ein Spielball des Kapitals.

 

Zur verwandten Thematik (Christentum in Taubertal) vgl. auch meinen Blog-Beitrag:

 

http://carl-gibson.blogspot.com/2011/04/steinigung-kreuzigung-damals-wie-heute.html

 

 

Ob jemand in seiner Entwicklung den Weg zum Kreuz findet und endgültig dabei bleibt

 oder

ob er die Umkehr schafft, die Wende,

das “Zurück zur Natur” – 

dies entscheidet der Einzelne selbst im Einklang mit seinem Gewissen und seiner Einbettung in kosmischer Harmonie.

 

Der Tao ist individuell.

 

Auch ich verehrte einmal das Kreuz,

das Kreuz der Christenheit,

das Malteser-Kreuz des Deutschen Ordens – 

damals in antikommunistischer Opposition während der Ceausescu-Diktatur in Rumänien,

als Kampf-Symbol,

als metaphysisches Gegengewicht zu

Hammer und Sichel .


Vgl. meine Beschreibung aus den Erinnerungen:

 

 

 

https://carlgibsongermany.wordpress.com/2011/01/23/agent-provocateur%E2%80%9C-vom-%E2%80%9Edeutschen-orden%E2%80%9C-zu-otto-von-bismarck/

 

bzw.

 

https://carlgibsongermany.wordpress.com/2011/01/23/im-%e2%80%9ezeichen-des-kreuzes%e2%80%9c/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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