Politische Instrumentalisierung über Literaturpreise und Kunstförderung

 Authentizität, Originale oder billiges Plagiat – Grenzphänomene der Manipulation

Das ist ein Thema, das mir seit Jahren unter den Nägeln brennt, denn es hat viel mit “Meinungsmachen”, “Manipulation”, Instrumentalisierung”, Gängelung”, Steuerung, vor allem aber mit “Bevorzugung”, Unobjektivität, “Ungerechtigkeit” und willkürlicher “Machtumsetzung zu tun.

Mit Inhalten, Antworten, Lösungen will ich diesen Blog- Beitrag nicht ausfüllen, denn der Einzelne kann das nicht umfassend. Nur einige Stichworte will ich nennen, einige kurze Fragen stellen, gerade jetzt, wo die “Grenzen des Sponsorings” in das Bewusstsein der Allgemeinheit rückt,

wo auch über Kunst und Kultur Politik gemacht wird – und über eine oft “fragwürdige” Kunstförderung bzw. der Beschneidung von Fördermittel.

In diesem Land leben bestimmt zehntausend Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker, Essayisten, kreative  Journalisten, Sach- und Fachbuchautoren aller Art, die ihre Bücher veröffentlichen wollen. Jahrelang suchen sie nach einem Verlag, oft ohne einen zu finden und geraten dabei an Pseudoverlage, die die Notlage ausnutzen und gegen viel Bares den Weg zum „eigenen Buch“ möglich machen. Seit es BoD und ähnliche Selbstverlagsmöglichkeiten gibt, wurde – bei entsprechender Image-Einbüßung – eine gute Alternative geschaffen.

Trotzdem: Einige Autoren werden gefördert, andere nicht.

Einige Autoren werden  gezielt „gemacht“, andere dürfen bei diesem fragwürdigen, geist- wie kunstfeindlichen Prozedere zusehen und sich fragen, weshalb ist das so?

Frage: Welche Literatur ist  überhaupt „förderungswürdig“?

Wie muss diese Literatur beschaffen sein, um „gefördert“ zu werden?

Muss es „Fiktion“ sein, Gaukelei, Ersonnenes, Gesponnenes, Surreales oder Reales? Muss diese Art Literatur etwas mit „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“ zu tun haben?

Wie sprachgemäß oder wie sprachlich verschroben muss das Werk sein, um aufzufallen?

Wann ist ein Werk ein Plagiat?

Wo beginnt die eigene, geistige Leistung?

Und wo beginnt das profane, kommerzielle und dankwerliche  Hinzutun des Verlages, des Lektors, der Marketing-Abteilung, der vielleicht „bezahlten“ Rezensenten?

Wann ist ein Buch noch das alleinige Werk seines Autors – und wann wird es von Redaktionen, Lektoraten, Ghostrwritern gemacht?

Wann wir es forciert “gepusht” – und weshalb?

Um Geld damit zu verdienen? Um ein Geschäft zu machen?

Oder um Politik via Buch zu machen?

Werden Autoren und ihre Bücher gezielt „gemacht“, damit man sie nachher zu politischen Zwecken einsetzen kann, instrumentalisieren kann?

Wie relevant sind die Kriterien „literarischer Wertung“ bei potentieller „Förderung“?

Wer entscheidet?

Welche Jury entscheidet und nach welchen Kriterien?

Wie ausgewogen ist diese Jury?

Wer beruft sie?

Wie unabhängig sind die Juroren?

Jede dieser Fragen zieht weitere zehn Fragen nach sich – und beim kleinen Lyrik-Preis in der Provinz geht es nicht viel anders zu als in Stockholm, wo auch „Literatur-Preise“ vergeben werden.

Oft ist es leider so: Wer schon hat, dem wird noch gegeben!

Nur wenn einem gegeben wird, wird anderen etwas weggenommen, das ihne vom Gesamtouevre vieleicht zusteht – oder gemessen an Fragen der “moralischen Integrität“?

Wer nicht in der Diskussion ist, weil die „Protektion“ fehlt, der bleibt auch draußen vor der Tür, mag seine „Literatur“ oder sonstige Kunst noch so originell und großartig sein.

Doch ist „Protektion“ – gerade durch politische Entscheidungsträger – legitim in einer Demokratie?

Oder beginnt da bereits der „Filz“, das Wirken der „Seilschaft“, die „Klüngelei“?

Kultur- und Politik-Förderung liegen nicht weit auseinander – ein Hand fördert und wäscht die andere.

Und am Ende haben wir den alten Kreislauf, dass auf Kosten der Prinzipien und der Moral Geld verdient und Macht ausgeübt wird, rücksichtslos und zum Schaden der Demokratie.

Wer diese Kreise stören will, wird bekämpft, stigmatisiert, ausgegrenzt.

Ein weites Feld … Fontane, Grass und noch ein paar andere, die gefördert oder noch nicht gefördert wurden, können da mitreden.

Diese offenen Fragen, Denkanstöße (?)  für notorische Querdenker mögen vorerst genügen.

Die Vertiefung der Materie erfolgt in der Diskussion. Es sei denn, destruktive Zyniker grifen ein und machen die Debatte von Anfanf an zunichte.

(Apropos Destruktion: Es gibt viele “bezahlte” Zersetzer im Internet, die den Ungeist spielen, der stes verneint und die gegen Cash alles vernichten, was vernichtet werden kann, über Desinformation, Diskreditierung etc. Suum cuique.

Carl Gibson

Aus meinen Kommentaren dazu:

Fontane … natürlich über sein Werk, dem der Ausdruck “ein weites Feld” ( auch von Günter Grass zitiert!) entnommen ist.

Fontane kannte diese subtilen Perversionen der Medien-und Gesellschaftsmanipulation noch nicht. Damals war die Welt “fast” noch in Ordnung … in der Mark Brandenburg!

Apropos “Spitzfindigkeiten” bzw. destruktive Zynismen:
Mir ist aufgefallen, dass ich die Redewendung ” es brennt etwas “unter” den Nägeln” gebraucht habe, der Logik vertrauend – und nicht den ebenso gebräuchlichen Ausdruck: Es brennt “auf” den Nägeln!  Dort “unten” brennen in der Regel Krankheit und Schmutz: Ergo habe ich ein schmutzig-krankhaftes Thema exponiert? Haarspaltereien oder Substanz?
CG

Ich verweise auf die Existenz von “Netzwerken”, die da sind und die auch als Masse von Individuen eingreifen, wenn ein bestimmtes Ziel erreicht werden soll.
Dabei fällt nur wenigen kritischen Köpfen auf, dass ein solches “Ziel” durchaus die Individualität des Einzelnen aufhebt. Wenn etwa ein streitbarer Geist und Schriftseller wie F. C.  Delius, (den ich auf der Liste verzeichnet fand) etwas Bestimmtes zu sagen hat, dann soll er das doch explizit tun, statt in eine anonyme Menge zu flüchten.

So wird auch das vielleicht legitime und moralisch berechtigte “Ziel” entwertet.
Die lange Liste sagt mir nicht, wer für etwas ist und wer gegen etwas ist. Allerdings steht dort auch der einfache Zeitungsleser neben dem Etablierten.
Carl Gibson

Das “Forcieren” (push-en) einer Sache ist gerade das Problem.
Wenn eine ganz normale Publikation zu einem “Bestseller” gemacht wird, dann wird mit viel Aufwand ( Geld, Beziehungen, gekaufte Leistungen, Netzwerke etc.) dem Leser suggeriert, was er kaufen soll und was er lesen soll.

Das Geschäft zählt dabei ebenso wie die Manipulation des “Geschmacks”.

Da das breite Lese-Publikum in der Regel keinen eigenen Geschmack entwickelt, sagen ihm Fernseh- Vorleser und Literaturkritiker, was es gut zu finden hat, was es erwerben soll und was es als “up to date” verkünden soll.

Aus höchst mittelmäßiger Literatur wird da schon einmal ein “Nobelpreis”, der die Kosten wieder hereinspielt.
Marketing- PR- Strategien sind oft wichtiger als die “literarische Qualität”, die von wohlwollenden “Rezensenten” ( oft gegen Cash) attestiert wird, genauso wie Wirtschaft und Politik für fragwürdige Projekte immer “Gutachter” finden, die das bescheinigen, was erwartet wird.
Carl Gibson

Was die literarisch- sprachlich ästhetische Qualität von Herta Müllers Literatur betrifft, mögen sich Literaturexperten, Kritiker, Rezensenten etc. so ihre Gedanken machen, wenn sie unabhängig sind und nicht gerade für die Hausverlage der Autorin oder für ein Netzwerk ihrer Befürworter arbeiten.

Ich halte sie für eine Expressionismus- und Dadaismus-Epigonin 100 Jahre danach,

post festum also!


Mich beeindruckt ihr schmales Oeuvre nicht, das ich in keiner Weise als “nobelpreiswürdig ” ansehe.

Was mich aber nachhaltig irritiert:
Als ich 1979 in Rumänien in der Zelle saß, als Andersdenkender und Dissident von Ceausescus Kommunisten und seiner Securitate verfolgt,
paktierte diese Herta Müller zusammen mit ihrem Gatten Richard Wagner ( lange RKP- Mitglied) mit dem Ceausescu- System.
Dabei wollte ich nur die “moralische Integrität von Herta Müller” zur Debatte stellen.

Als ich diese Tatsache 2009 in DIE ZEIT verkündete, wurde ich gesperrt, meine Beiträge auf ZEIT-Online wurden zum Teil “entfernt”, gekürzt, entstellt.

Wer für einen Nobelpreis nominiert wird, muss der deutschen Öffentlichkeit Auskunft geben, was vor der Einreise 1987 vorgefallen ist.


Eine vollständige Vita fehlt!

Aus meiner Sicht ist die Nobelpreisträgerin ein “Wendehals” –

und zu diesem Thema habe ich auch hier einen Blogbeitrag eingerichtet.
Jeder kann recherchieren und nachfragen!

Die Wahrheit wird nicht verborgen bleiben.

Literaturpreise bzw. Literatur- und Kunstförderung sind “intransparente” Bereiche.
Ein Schriftsteller profitiert davon, hundert andere gehen leer aus.

Ich wünsche, dass die betroffenen und übergangenen Autoren aufschreien und alles überprüfen.

Jeder, der selbst schreibt, weiß auch, was Herta Müllers Werk rein “literarisch”, textimmanent taugt.

Der moralische Aspekt, auf den ich als Zeitzeuge und aktiver Widerständler großen Wert lege, ist eine andere Sache.

Ich hoffe sehr, dass die kritischen Geister bald hinter die Fassaden blicken und die Potjomkinschen Dörfer der Herta Müller und ihrer Förderer durchschauen.
Carl Gibson (24.02.2010)

Sie sprechen mir aus dem Herzen, (…), wenn Sie schreiben:

“ich frage mich, warum nur schweigen so viele journalisten, anstatt nachzuhaken, zu hinterfragen?
für mich sind hier eine reihe ungeklärter fragen und lücken vorhanden.
warum nimmt herta müller nicht selbst stellung zu diesen schweren vorwürfen?
wer nichts zu verbergen hat und als dissidentin bzw. verfolgte gehandelt wird und in letzter zeit auch deutlich darüber spricht und andere diesbezgl. beschuldigt, hat doch rein gar nichts zu verbergen oder doch?
ein podiumsgespräch oder leserbriefe wären ein anfang.
Eine Menge Holz ist das?
Weshalb schweigen viele Kritiker zu Herta Müller?
Dieses “große Schweigen in Blätter-Wald” habe ich so noch nicht erlebt!
Marcel Reich-Ranicki will dazu keinen Kommentar abgeben,

wahrscheinlich sind zu viele renommierte redakteure, journalisten, kulturverantwortliche… sowie protegés involviert, sie haben vermutlich angst sich die blöße zu geben, anders kann ich mir dieses schweigen, diese blockade und mundttotmachen nicht erklären.

vielleicht würden auch bei einer reihe
politisch verantwortlicher strippenzieher die stuhlbeine ordentlich ins wanken geraten.”

Elke Heidereich aus nicht.

Übergangene Kollegen ( Siegfried Lenz, Martin Walser, Peter Handke) u. a. halten sich auch zurück .

Weshalb?

Wer Herta Müllers Literatur gut findet, ist der langjährige ZEIT-  Mitherausgeber Michael Naumann von der SPD,

der Mann, der Herta Müller in Stockholm nominiert hat.

Keine andere Autorin oder Autor wurde ( nach meiner Auffassung)  so “promotet” und “protegiert” wie eben diese Herta Müller aus dem rumänischen Banat,

von Kreisen der SPD und der CDU?
Weshalb?
Ich versuchte hier eine Diskussion anzuregen, die nach Kriterien literarischer Wertung, nach Förderungswürdigkeit, nach eventueller politischen Instrumentalisierung fragt – aber wie die Reaktionen zeigen, ist die Thematik etwas zu komplex?

Weshalb bekommt jemand einen Kultur-Preis?
Bei Daniel Barenboim (dazu habe ich einen Blogbeitrag hier erstellt) verstehe ich das gut:

Er setzt sich für “Versöhnung” von Arabern und Juden ein – via Musik!

Das was macht Herta Müller?

Sie trennt und spaltet von Anfang an, von 1982 bis heute.

(Gerade jetzt wird wieder ein früherer IM der Securitate an den Pranger gestellt,

ohne dass sich bisher auch nur einer der Beschuldigten wehren konnte – bis zu einem gewissen Grad wurde Werner Söllner gehört, der inzwischen als Leiter des hessischen Literaturforums zurückgetreten ist.)

Die Materie “Securitate” ist kompliziert und fern, für jüngere Bundesbürger, die auch das Stasi-Phänomen nicht mehr kennen, kaum noch nachzuvollziehen.

Dieter Schlesaks Artikel (es sind mehrere hier? auf Freitag) sind profund und vielsagend. Einen habe ich kommentiert.

Was macht gerade Herta Müllers Literatur förderungswürdig – und was ist “nobelpreiswürdig” an ihrem Schaffen?
Die Antworten stehen noch aus.

Wer fragt gerade nach Literatur- und Kunstförderung angesichts von brisanten Themen wie “Afghanistan- Engagement” oder “Hartz IV”- Debatte, “Sexueller Missbrauch” etc.?

Dass die “große Lüge” oft erst mit “kleinen Lügen” beginnt, mit dem Wegfall von Ethos und Moral, wird gerade wieder vergessen.

CG

“Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit” –

dass soll, nach ihrer eigenen Aussage Herta Müller zur berüchtigten Securitate gesagt haben, als diese kam, um sie zu verhaften.
Unglaubwürdige Aussagen dieser Art, die nichts mit der real sozialistischen Wirklichkeit zu tun haben, können Sie in dem Artikel “Die Securitate ist noch im Dienst” in dem Magazin DIE ZEIT vom 23. Juli 2009 nachlesen.
In der höchst eigenwilligen Selbstdarstellung aus der “angeblichen” Feder von Herta Müller finden sich noch mehr Behauptungen,

etwa die Story, sie sei im in der Bahnhofshalle Poaina Brasov von Securitate- Schergen niedergeschlagen worden.

Märchen sind das.
Im dem Bergkurort bei Kronstadt (Brasov) in Siebenbürgen existiert überhaupt kein Bahnhof.
Herta Müller hat ihn erfunden – und sie hat noch viel mehr erfunden!

Ihre gesamte “Verfolgung” ist erfunden.

Echte Dissidenz, Opposition und Widerstand anderer gegen die Ceausescu-Diktatur wird so ad absurdum geführt und verhöhnt.

Wie wäre es mit “Beweisen” und mit einem ausführlichen Lebenslauf, der der Forschung die Möglichkeit bietet, die eine oder andere subjektive Behauptung zu überprüfen und den Dingen auf den Grund zu gehen?
In dem Blogbeitrag “Maulkorb für Kritiker – der forcierte Nobelpreis” hier auf Freitag sage ich noch mehr dazu.

DIE ZEIT hat mir das Aufklären auf ihren Seiten untersagt –

meine Kommentare zur Thematik auf FAZ.net werden “aus irgendwelchen Gründen” im Netz nicht gefunden.
Carl Gibson

Die gesamte Diskussion – mit Gegenargumenten – ist nachzulesen auf

http://www.freitag.de/community/blogs/carl-gibson/literatur-preise-und-kunstfoerderung—grenzphaenomene-der-manipulation

Ich springe also  jetzt – nicht etwa opportunistisch auf ein Thema (Plagiat, Plagiatsvorwurf) ein, sondern bin seit Juli 2008 mit den damit zusammenhängenden Komplex „moralische Integrität“ von Autoren  aktiv publizistisch konfrontiert.

Inzwischen treibt die Plagiatsvorwurf- Diskussion im Fall von Bundesminister Carl Theodor von Guttenberg seltsame Blüten.

Autoritäten wie Gregor Gysi von DIE LINKE äußern sich in Fernseh- Interviews zu Thema „moralische Integrität“, Gysi, eine Person, die in den Alten der BstU ( Gauck-Behörde) als IM Sekretär der Stasitätigkeit –Spitzeltätigkeit de facto überführt ist.

Lüge und Deviation haben viele Formen – „literarische“, „wissenschaftliche“ und politische.

In medias res – und ad rem!

Gehen wir den Dingen auf den Grund.

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About carlgibsongermany

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One Response to Politische Instrumentalisierung über Literaturpreise und Kunstförderung

  1. Friedrich says:

    “Atlantik oder Levante – Schlüsselmächte und Schlüssel zur Macht”

    Ich habe fast 20 Jahre daran gearbeitet, die großen Verlage wollten es noch nicht einmal kennen lernen! Wie soll man so eine Chance auf einen Buchpreis haben, wenn man noch nicht mal in die Buchhandlugnen kommt, weil man zu einem kleinen Verlag gehen musste….

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