Fragen an Nobelpreisträgerin Herta Müller

Vorbemerkung:

                                                                        Audiatur et altera pars!? 

Große Denker, Schriftsteller und Literaten wie Martin Heidegger, Nobelpreisträger Günter Grass, Siegfried Lenz., Martin Walser, Walter Jens u. a. wurden immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, ihren Lebenslauf verfälscht und geschönt zu haben, indem unliebsame Stellen – etwa zur NS-Vergangenheit bzw. zur NSdAP- Mitgliedschaft übergangen oder gezielt weggelassen wurden.

Die Hinterfragung der „moralischen Integrität“ kostete  Martin Walser und Siegfried Lenz vielleicht die Nominierung der Bundesrepublik für den Literatur-Nobelpreis.

In Fall von Herta Müller blieb das kritische Nachfragen aus, bis ich im Jahr 2008 eine massive Debatte Überprüfungsdebatte lostrat, die bis nach Schweden hin kritisch verfolgt wurde, aber zu keinen Resultaten führte,

u. a, deshalb, weil meine aufklärenden Argumente „gestoppt“ und ausgebremst wurden, etwa in DIE ZEIT oder auf FAZ.Net.

SPIEGEL- Online ließ mich gewähren, eine ganze Woche lang.

Dann wurde die Diskussion (Herbst 2008) auch dort geschlossen.

Weshalb?

Interessierte können trotzdem alles an Pro und Contra Nobelpreisverleihung an Herta Müller nachlesen

 Im Visier der Securitate

Unter:

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,654169,00.html

Die zum Teil im Internet schwer auffindbaren Beiträge aus meiner Feder  bündele und veröffentliche ich hier noch einmal:

Fragen an Herta Müller


 

Der Lebenslauf von Herta Müller bis 1987 ist unvollständig.

Es fehlen genaue, überprüfbare Daten,wann, wo und in welcher Funktion sie bis zur Ausreise gearbeitet hat.

Ihre Abschlussarbeit an der Universität Temeswar ist angeblich unauffindbar.

Noch wichtiger: Wann und in welcher Form hat Herta Müller konkret opponiert?

Welchen Repressalien war sie konkret ausgesetzt?
Wer von der Securitate hat sie verhört und wann?

Weshalb war Herta Müller eine privilegierte West-Reisende, die mehrfach in die Bundesrepublik ausreisen durfte?

Weshalb durfte ihr Gatte Richard Wagner, seit 1972 Mitglied der Rum. Kommunistischen Partei und im Jahr 1985 immer noch in der gleichen Partei,
im Jahr 1985 in die BRD reisen – zum Schriftstellerkongress nach Münster und danach weiter 5 Wochen durch das Land,
während Rumänien unter Diktator Ceausescu bereits ruiniert am Boden lag und Flüchtlinge an der grünen Grenze totgeschlagen wurden?

War Herta Müller wirklich eine “Dissidentin”?
Und wurde sie tatsächlich verfolgt?

Ihr Mentor Nikolaus Berwanger, Banater Schwabe NR. 1, Vertrauensmann der Kommunisten, Chef der “Neuen Banater Zeitung” und des “Adam-Müller-Guttenbrunn- Literaturkreis” setzte sich im Jahr 1984 in die BRD ab.

In einem Interview in der Politik-Zeitschrift

“Düsseldorfer Debatte” mit Volker Kaukoreit
“Zwischen den Stühlen” 1988, Nr. 2

nimmt der Förderer jener jungen Literaten Nikolaus Berwanger (auch der so genannten “Aktionsgruppe Banat”) Stellung zur angeblichen Dissidenz von Herta Müller, indem er betont:

“Ebenso erstaunt bin ich zu hören, daß Herta Müller in Rumänien eine Dissidentin gewesen sein soll. Sie hat dort noch 1985 veröffentlicht.”Herta Müller erhält einen Preis des ZK des VKJ für ihren Debütband “Niederungen”, Kriterion Verlag 1982.
Nikolaus Berwanger findet es nicht richtig, dass die deutschen Autoren aus dem Umfeld der AG und des AMGK ihre in Rumänien ( von der KP ) erhaltenen Preise hier in der BRD verschweigen.

“Bis zum 31. August 1984, als ich aus Temeswar abfuhr, hatte Herta Müller kein Schreibverbot. Sie erhielt in Rumänien insgesamt drei Preise.”

Diese Aussagen des wichtigsten Literatur-Mäzens im Banat zur Zeit der Ceausescu- Diktatur sind leider bisher überhört worden.

Die differenzierte Diskussion beginnt erst.

Als ehemaliger Bürgerrechtler während der Ceausescu- Diktatur bzw. als Mitbegründer der ersten freien Gewerkschaft rumänischer Werktätiger SLOMR habe ich einen “Offenen Brief an Herta Müller” formuliert – mit vielen Fragen, die noch nicht beantwortet sind.

Herta Müller hat die Fragen ihrer Kritiker bisher ignoriert.

Jetzt aber wird die Weltöffentlichkeit Fragen aufwerfen, in deren Mittelpunkt die “moralische und politische Integrität” der gestern mit dem Nobelpreis ausgezeichneten, kontroversierten Literatin steht.

Die Welt will wissen, was Sache ist.

William Totok, selbst bei Ceausescu in Haft und mit den Repressionsmethoden totalitärer Systeme wohl vertraut,
weiß,dass eine vollständige Vergangenheitsaufarbeitung und -bewältigung
nur auf der Grundlage von Fakten erfolgen kann, nicht auf Mythen.

Es nutzt nicht viel, einige Zitate zur Diskussion zu stellen, die eine angebliche Verfolgung attestieren – es kommt auf die Präsentation aller Dokumente an.

Herta Müllers unzulänglicher Versuch einer Selbstrechtfertigung in DIE ZEIT Nr.31, 2009, unter dem Titel ” Die Securitate ist noch im Dienst”, hat den Katalog der Fragen noch weiter ausgeweitet.

Carl Gibson

Moralische und politische Integrität – Nobelpreisvoraussetzung


Wenn Herta Müller die Fragen zu ihrem unvollständigen Lebenslauf vor 1987 vollständig beantwortet hätte,
wäre sie wohl kaum als Kandidatin für den Nobelpreis vorgeschlagen worden.

Die noch ausstehenden Fragen an Herta Müller habe ich im Jahr 2006 an die Autorin gerichtet.

Sie blieben unbeantwortet.
Vor einem Jahr habe ich diese Anfrage veröffentlicht.
Keine Reaktion.

Nach dem jüngsten (oben zitierten) Artikel in der ZEIT aus der Feder von Herta Müller habe ich einen “Offenen Brief an Herta Müller” mehrfach ins Internet gestellt.

Die vielen berechtigten, dort aufgeworfenen Fragen sind alle noch nicht beantwortet?

Meine Frage hier:

Darf Herta Müller die bundesdeutsche Öffentlichkeit mit Geschichten und subjektiven Aussagen konfrontieren,
ohne dass diese kritisch überprüft werden dürfen?

In dem schlecht redigierten ZEIT-Artikel gibt es eine Reihe von Unwahrheiten, Fehler und Behauptungen, die zum Teil öffentlich richtig gestellt werden mussten.

Wer in einer Diktatur gelebt hat, kennt die Gepflogenheiten eines totalitären Systems sehr genau:

Man kann sich nicht einer Verhaftung durch den Geheimdienst Securitate entziehen, indem man sagt:

Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit! –


wie von Herta Müller geschildert.

Wenn man aber an einer Stelle von zwei Securitate-Schergen in den Dreck gestoßen wurde – unbeteiligte Rumänen sahen dabei zu – dann wird man den Ort der Demütigung nie vergessen.

Herta Müller sagte, sie sei in der “Bahnhofshalle Poiana Brasov” in den Dreck gestoßen worden –
Grotesk!
In den Ski- und Erholungsgebiet auf 1000 Meter Höhe bei Kronstadt in Siebenbürgen existiert kein Bahnhof.

Also haben wir es in der Darstellung Herta Müllers, die ihre Verfolgung belegen soll, mit Potjomkischen Dörfern zu tun, mit Fassaden, kurz mit
Fiktion – und nicht mit Realität.
Das kann jeder in DIE ZEIT,Nr. 31 , 2009 nachlesen und selbst werten. Dort ist noch mehr.

Fazit: Wer in der Ceausescu- Diktatur konkret opponierte, wurde brutal verfolgt, verhaftet, verurteilt und landete im Gefängnis.

Herta Müller hatte bis 1985 keine Repressalien zu erdulden.
Ihr Gatte Richard Wagner wollte – nach eigener Aussage – kein “Dissident sein, eher ein loyaler Kritiker, was immer das in einer Diktatur sein soll, (…)!
Mit der Metapher kann man keine Diktatur verändern – aber mit konkreten politischen Aktionen wie SLOMR, der ersten freien Gewerkschaft in Osteuropa 1979.
In den Jahren 1981-1984 habe ich als Sprecher dieser SLOMR im Westen über die CMT (Confederation Mondial du Travail) und das BIT der UNO eine völkerrechtliche Klage gegen das Ceausescu- Regime auf den Weg gebracht. Unter Lebensgefahr. Ein Novum damals, mitten im Kalten Krieg.
Herta Müller und Richard Wagner standen damals noch loyal zum System.

Ein Nobelpreis macht Unwahrheiten nicht wahrer.

Herta Müller wird der Welt antworten müssen.
Carl Gibson, Zeitzeuge,
ehemaliger politischer Häftling in der Ceausescu-Dikatur

Kritische Recherche und wissenschaftliche Analyse sind angesagt


 

Werte Leser, kritische Kommentatoren,
Freunde der Aufklärung,
(…),

viel Feind, viel Ehr’?

Gerade habe ich mitbekommen, dass einige Kreise bemüht sind, mein Wikipedia- Porträt zu “löschen”.


Das nehme ich zur Kenntnis!

So wie ich viele Dinge zur Kenntnis genommen habe, die aus obskuren Kanälen ( der alten und neuen Securitate) an Diskreditierungsmaßnahmen gegen mich im Westen gestartet wurden.
(…), “Selbstbeweihräucherung” ist mir fremd –
so fremd wie alle Formen der Lüge und Heuchelei!

Nur muss ich leider, da ich nicht im Namen anderer Opfer zu sprechen befugt bin, als Zeitzeuge und authentischer “Dissident” über die eigenen Taten und Erlebnisse (Fakten) sprechen,
mein “Testimonium” niederlegen, das die Forschung dann kritisch überprüfen kann. Jederzeit.

Ich stehe zu allem, was ich geschrieben und gesagt habe!

(…), mir geht es nicht um Namen, um Kreuzzüge ideologischer Art:
Mir geht es um das “Prinzip”,
sprich:
Um realistische Phänomenbeschreibung der Ereignisse in einem totalitären System der Sonderklasse,
in
der höchst repressiven Ceausescu- Diktatur, die ich nicht – wie Herta Müller – vom Hörensagen kenne, sondern als den Kerkern und Folterstuben der Securitate.

Sie und (…) können alle die von mir gestellten Fragen auch stellen! Das ist legitim!

Nicht ich muss das sein, der nach Moral, Sitte, Anstand, Würde, Gerechtigkeit etc. fragt (als Philosoph … zufällig mit Diplom und praktisch tätig!; es geht um die Fragen
” an sich”,die beantwortet werden müssen.

In den Foren habe ich Tausenden den Unterschied zwischen “Fiktion” und “Realität” deutlich gemacht.

In “Belletristik” suche ich nicht nach Realität bzw. nach realistischer Zeitaussage,
aber sehr wohl in den “Interviews” zur geistigen Situation der ZEIT, bzw. in “Essays”.
Dort will ich keine “erfundene Wahrnehmung” vorfinden,
keine Potjomkinschen Dörfer,
sondern nur nackte, realistische “Fakten”, auf deren Grundlage die Vergangenheitsaufarbeitung möglich sein muss.

Herta Müller hat gesagt, dass die Dummheit und Rückständigkeit ihrer Banater Landsleute
ihr erst den
“HASS”

eingegeben hätten, um “Niederungen” (1982)zu schreiben.

Bekam sie für diese ausgrenzende, spaltende Negativ-Prinzip des Hasses nun den Nobelpreis?

Das ist hier die Frage!

Carl Gibson
SPIEGEL-Leser avant la lettre – seit 1976 ( Bild-Dokumentation in Internet von jedermann abrufbar!)

Dem SPIEGEL verdanke ich meinen Einstieg in die antikommunistische Opposition gegen Ceausescu.(1976 – 1979 in Rumänien)

Exodus in Agonie zwecks national-kultureller Identitätserhaltung


Das Eingangszitat von William Totok, das Herta Müllers Kritizismus belegen soll, ist missverständlich.

Herta Müller kritisierte in ihrem Erstling nicht die real sozialistische Gesellschaft der Ceausescu- Diktatur, sondern das Dorfleben in deutschen Dorf im Banat.

Die Dorfgemeinschaft erscheint in der „Niederungen“-Kurzgeschichte “Grabrede” als bedrohende Masse, als eine Summe von unreflektierten Einzelmenschen, die das Anderssein eines Mitmenschen nicht gelten lassen wollen, die den Andersdenkenden bedrohen und „das Gewehr“ auf ihn richten, bereit, Ketzer und Außenseiter jederzeit abzuschießen, besonders Tabu-Brecher und so genannte „Nestbeschmutzer“.

Die historisch gewachsene Gemeinde, für viele eine existenzerhaltende Einheit, rechtfertigt sich:

„Wir sind stolz auf unsere Gemeinde. Unsere Tüchtigkeit bewahrt uns vor dem Untergang. Wir lassen uns nicht beschimpfen, sagte er.
Im Namen unserer deutschen Gemeinde wirst du zum Tode verurteilt. Alle richteten ihre Gewehre auf mich. In meinem Kopf war ein betäubender Knall. Ich fiel um und erreichte den Boden nicht. Ich blieb quer über ihren Köpfen in der Luft liegen.“

(Zitat aus der „Grabrede“, Niederungen, Ausgabe 1984 von Herta Müller)

Die deutsche Gesellschaft und Gemeinschaft im Banater Dorf wird zum Feindbild erhoben – ihr Wertesystem, aus linksintellektueller Sicht kleinbürgerlich, spießig, heuchlerisch, faschistoid oder mit latenten Hang zum Faschismus, wird abgelehnt, weil es der freien Selbstentfaltung des kreativen Individuums, des Schaffenden in allen Bereichen der Existenz, zuwiderläuft.

Wo andere die “Geborgenheit” fanden, ein Gefühl von Heimat und “deutscher Identität”, sahen einige linke Extremdenker um 1975-1980 die Dinge in Rumänien anders.

Die Konsequenz bedeutete Zäsur, Bruch mit der nicht mehr geliebten „Werte-Welt der Vorväter“, eben weil der letzte große Krieg neue Fakten geschaffen hatte – und neue Formen von Verantwortung und Schuld. Der Feind ist ausgemacht in der Grabrede:

Es ist die “eigene Herkunft” und die “eigene Gemeinschaft”,nicht etwa ein fremder, viel mächtiger Feind hinter und über der Gemeinschaft in der realsozialistischen Gesellschaft.
Es ist nicht die Kommunistenpartei im alles bestimmenden Staat, in der Diktatur, sondern der kleine Mann von nebenan, der “Repräsentant der deutschen Gemeinschaft” mit seinem kargen Brauchtum und seinem schmalen kulturellen Substrat, der Nachbar, der den alten Sitten folgend treu mit am Grab steht und einen dicken Stein auf den Sarg legt.
Das, (…), interpretiere ich aus der “Grabrede” – unabhängig von der Landsmannschaft der Banater Schwaben. Carl Gibson

Versöhnung statt Spaltung


 

Ich persönlich hätte es begrüßt, wenn Herta Müller bereits zum Zeitpunkt ihrer Nominierung als Kandidatin für den Literatur-Nobelpreis ihren Frieden mit den deutschen Landsleuten aus dem Banat gemacht hätte; und wenn alle offenen Fragen durch das Vorlegen einer umfassenden, lückenlosen Vita ad acta gelegt worden wären.

Das ist leider nicht geschehen.
Deshalb bleiben viele Frage offen. Weiter oben habe ich einige formuliert.
Etwa die Frage nach der Zensur von “Niederungen”. In Rumänien wurde die Zensur im Jahr 1978 “offiziell” abgeschafft.
Diktator Ceausescu hat bald darauf diesen Schritt vor Autoren im Schriftstellerverband der Rumänen beklagt.

Wer durfte Herta Müllers Debütband (im Kriterion Verlag 1982 ediert) zensieren?
Wer hat es tatsächlich getan?

In welchem Umfang ist, wenn überhaupt, zensiert worden?

Präzendenzfälle der Zensur sind bekannt, auch aus der “Aktionsgruppe Banat”.
So wurde Gerhard Ortinaus Debüt-Band “Die Verteidigung des Kugelblitzes” von dem Zensor Millitz( 1975/76) arg zerstückelt und zerhackt, einzelne Kurzgeschichten wurden bis zur Unkenntlichkeit verfremdet, so dass die Intention des Autors unterging.
Kennt man vergleichbare Eingriffe bei Herta Müller?

Deviation

Sie lenken ab, (…),
indem Sie einen nicht haltbaren Gegensatz zwischen Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen synthetisch konstruieren.

Darf ich einen weiteren Namen in die Diskussion einbringen?
Nein, nicht den ihres HJS- Kollegen William Totok, der,
wie ich gestern sah, von Dissident avant la lettre Paul Goma auf
www.badin.ro
in der Debatte gegen Herta Müllers Nobelpreis wüst beschimpft wird, meine ich, sondern den anderen Mitherausgeber der “Halbjahresschrift”
“Dieter Schlesak”.

Er stammt aus Schäßburg in Siebenbürgen und ist der Verfasser des Werkes: “Capesius. Der Auschwitzapotheker”.

Vom literarischen Format her würde ich ihn jederzeit Herta Müller als Nobelpreisträger vorziehen – er hat vorzügliche, einfühlsame Lyrik vorzuweisen, seit Jahrzehnten, hochgeistige Essays, wissenschaftliche Arbeiten.
Und da er kritisch mit der NS-Vergangenheit einzelner Siebenbürger Sachsen umgeht, ist er für einige ein “Nestbeschmutzer” ( wie Herta Müller für manche Banater!) –
aber für viele Rumänen ist Dieter Schlesak ein “Brückenbauer” zwischen den Völkern und Kulturen, keiner, der nur spaltet und trennt – wie das bei Herta Müller der Fall ist, die praktisch nur Negatives zu Rumänien aussagt.

Nach meinem Wissensstand ist Dieter Schlesak noch nie für die hohe idealistische und symbolträchtige Auszeichnung nominiert worden?
Weshalb?
Vielleicht weil sein Oeuvre näher an der Wirklichkeit angesiedelt ist als die “erfundene Wahrnehmung” der Herta Müller, die von der Dämonisierung der Securitate lebt, obwohl sie nichts mit Dissidenz zu tun hat.
Wollen Sie mir widersprechen?

Dann sagen Sie mir doch, wann, wo und wie Herta Müller opponiert hat?
Einen ins Triviale ausgedehnten Dissidenz- Begriff kann ich – als Opfer aus der kommunistischen Gefängniszelle – nicht akzeptieren.
Politische Opposition – das war seinerzeit bei Goma und SLOMR (1977-1979) etwas sehr Konkretes.

Herta Müller stand damals loyal zum System!

Denken Sie einmal darüber nach, (…)!
In der Wiener Presse redet man mit Mircea Dinescu!

Das wäre ein guter Kandidat der Rumänen.
Dramatiker und Exilant Eugen Ionesco hatte ihn vorgeschlagen!
Den Rumänen selbst wäre seit langem ein Nobelpreis zu gönnen, denn neben Mircea Eliade und Emil Cioran habe sie Poeten wie Tristan Tzara, Ion Caraion und andere Dadaisten, Surrealisten und Expressionisten zur europäische Literatur beigesteuert, gemessen an deren Werk, Herta Müller wie eine Epigonin 100 Jahre post festum dasteht.
Carl Gibson

Herta Müllers “Die Securitate ist noch im Dienst” gibt es in zwei Varianten


Hallo (…),

Sie haben die Online-Version der Herta Müller-Selbstdarstellung gelesen.

Ich beziehe mich auf die Druckfassung Nr. 31, die in alle Welt verbreitet wurde.

In dieser Druckfassung war auch das Zitat als fette gedruckte Zwischenüberschrift enthalten:

“Die Verleumdung gehört zum Brauchtum der Banater Schwaben”!

Dagegen habe ich öffentlich protestiert.

Als Folge meiner und anderer Betroffener Proteste kam es zu einer “Überarbeitung” des Artikels,
der dann als “Online-Version” verbreitet wurde.

Eine knappe Richtigstellung erfolgte in DIE ZEIT NR. 32 mit dem Hinweis,
nicht der “Bahnhof Poiana Brasov” sei gemeint,
sondern jener in dem 500 KM entfernten Temeschburg/Timisoara.

Es wurde auch seitens der ZEIT darauf hingewiesen, oben zitierte Aussage beziehe sich nicht auf alle Banater Schwaben, sondern nur auf deren Landsmannschaft.

In einem Email, das über www.kulturraum-banat.de
( Forum) in Umlauf kam und auch von mir zitiert wurde,
weist Herta Müller diese Fehler der ZEIT-Redaktion zu, mit dem Hinweis, diese Details wurden dort hineinredigiert.

Angeblich ohne ihr Wissen.

Wie konnte das möglich sein?

Darauf wurde noch nicht geantwortet.

Nachbemerkung:

Da die Online Redaktion des SPIEGEL diese Diskussion nach Tagen stoppte, konnte nicht alles angesprochen werden. Mein letzter Kommentar wurde nicht mehr veröffentlicht.

Ein Jahr später – nach der Nobelpreis- Ehrung von Mario Vargas Llosa, griff ich noch mehrfach in eine ähnliche Debatte an gleicher Stelle ein.

Trotzdem: Die wesentlichen Fragen an Herta Müller sind immer noch offen.

DER SPIEGEL-Leser Carl Gibson, 1977 im kommunistischen Rumänien -(Carl Gibson in communist Romania in 1977 - with his parents in Sackelhausen, Banat 

Foto: Privatarchiv Carl Gibson

DER SPIEGEL-Leser Carl Gibson – 1977 im kommunistischen Rumänien, in Sackelhausen, Banat

 

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