Kritische Kommentare zu Herta Müllers Werk “Atemschaukel”

 

Carl Gibson zu „Atemschaukel“ 

Kommentiert wird der Beitrag:

Am Nullpunkt | 02.04.2010 17:30 |

Ulrike Baureithel

Jenseits des Menschlichen

Nur aus erster Hand? Überlegungen zu Herta Müllers Buch „Atemschaukel“ und der Zeugenschaft in der Lagerliteratur

Der Freitag . Online.

(Die Namen anderer Diskussionsteilnehmer wurden hier aus Datenschutzüberlegungen weggelassen.)

Im Originalkontext unter:

http://www.freitag.de/kultur/1013-herta-mueller-lagerliteratur

Meine folgenden Beiträge können – unabhängig von dem Artikel – als Essays in der Auseinedrsetzung mit Herta Müllers konstroversiertem Ouevre gelsen werden.

Carl Gibson schrieb ( am 03.04.2010 um 12:36 ):

Kann einer, der nie gehungert hat, über den Hunger schreiben?

 

Kann einer, der nie deportiert und in einem KZ war über Verschleppung und Gefängnis schreiben?
Darf „Fiktion“ alles?
Darf sie irreale Welten konstruieren, wo die tatsächliche Vergangenheit noch nicht aufgearbeitet ist?
Sind KZ- oder Gulag- Darstellungen nur Mittel zum Zweck?

Oder hat Literatur eine moralische Funktion?
Oben lese ich:

„ Sie kannte es vom Hörensagen oder besser: vom Verschweigen nur von der Mutter, die wie Zigtausend Siebenbürger Sachsen und Schwaben von den Russen 1945 in die Lager verschleppt wurden, um die Schuld ihres Landes, während des Krieges an der Seite Hitlers gestanden zu haben, zu sühnen.“
Dazu könnte ich etwas sagen, als Sohn eines nach Kriwoj Rog Deportierten, der im Alter von 17/18 Jahren damit begann, diese Unrechtstat in einem historischen Roman („Die Flucht in die Heimat“) zu beschreiben.
Solche Themen waren im Rumänien des Diktators Ceausescu Anno Domini 1977 nicht zu veröffentlichen, es sei denn mit dem Segen der Partei, der RKP.
Ein Autor, der Themen dieser Art anging, riskierte 5 Jahre Haft wegen „antisozialistischer Propaganda“.
Vieles war tabu. Vieles durfte nicht sein – wie in der DDR, im ehemaligen Ostblock un d in der Sowjetunion auch.
Ich habe noch die Zeit erlebt, als die Katyn- Legende kippte. Die vielen Tausend Offiziere, von der Sowjetarmee Stalins exekutiert, wurde über Jahrzehnte der Wehrmacht in die Schuhe geschoben, also Hitler-Deutschland, bis dann alles ans Tageslicht kam. Die Wehrmacht stieß auf ihrem Vormarsch auf die Massengräber. Doch bis das in den Geschichtsbüchern auftauchte, mussten viele Jahre vergehen.
Vieles ist eine Timig- Sache!
Jetzt kommt Herta Müller ( just in time! – und mit der konservativen Wende!), eine Autorin, die damit debütierte, dass sie in „Niederungen“ gerade gegen die Banater Schwaben anschrieb, und beschreibt ideologisch neu orientiert genau das Gegenteil. Und dazu noch aus der Ich-Perspektive:

„Hunger, Kälte, Schwerarbeit, Gewalt, Krankheit und Tod. Im Unterschied zu Schalamow aber, der das Lager „in der Gegenwart“ erzählt und unmittelbar hineinspringt, liefert Müller eine Rahmenerzählung, es gibt ein kurzes Davor und Danach – und sie erzählt aus der Unmittelbarkeit der Ich-Perspektive.“

Da ich selbst Gefängnis, Hunger, Leiden, Terror, Folter etc. aus eigener Anschauung heraus beschrieben habe, weiß ich zwischen „Fiktion“ und „Realität“ zu unterscheiden.
 

Herta Müller hingegen beschreibt Totalitarismus, Terror, Hunger etc. vom Hörsensagen her, aus zweiter Hand.

 
Da Herta Müller immerhin (vielleicht sogar gepusht durch „Atemschaukel“) den Nobelpreis für Literatur erhalten hat, sollten wir alle genauer hinter die Fassaden blicken.

Das ist längst erkannt wurden – ich habe es dutzendfach angesprochen, an vielen Stellen, auch hier.
Es ist sehr begrüßenswert, dass „Freitag“ das Thema aufgegriffen hat, in Absetzung von „authentisch“ Erlebtem.

Argumente zur Debatte sind in dem verlinkten Blog „Der forcierte Nobelpreis“ zuhauf enthalten.
Es bedarf nicht der Zeit von 2-3 Wochen, bis aus einem Menschen ein Schwein wird. Da reichen schon 2-3 Tage aus. Gottfried Benn hat darauf hingewiesen. Das kulturelle Substrat zerfällt sehr schnell, man muss dem Menschen nur Wasser und Nahrung nehmen und zwei Tage und Nächte bei Schlaflosigkeit und Licht Verhör-Druck auf ihn ausüben:
Dann wird aus der Krönung der Schöpfung Mensch ein Tier. (Das ist die Philosophie von Guantanamo, die man früher gern ausschließlich Kommunisten und Faschisten zuordnete.)
Carl Gibson

Carl Gibson (schrieb am 04.04.2010 um 12:10):

 (…)
die Frage ist, was “Phänomenbeschreibungen” aus “zweiter Hand” überhaupt taugen!

 

Es gibt viele Themen, die man nicht so einfach via Empathie und Phantasie erarbeiten kann, ohne explizit “historische Wirklichkeiten” zu verfälschen.

Herta Müller hat über den berüchtigten Repressionsapparat des Diktators Ceausescu geschrieben, über die “Securitate”,

ohne diese näher zu kennen – oder genauer “nur vom Hörensagen” – wie das “Atemschaukel”-Sujet auch.

 

Mein Vater schwieg über die 5 Jahre in Kriwoj Rog. Er wurde dorthin deportiert, weil er ein friedfertiger Angehöriger der deutschen Minderheit ( der Banater Schwaben) in Rumänien war, wohnhaft in einer Gegend, die seit dem Versailler Vertag zu Rumänien gehörte.
Er hatte keine individuelle Art Schuld auf sich geladen, wurde aber trotzdem deportiert, weil Stalin das bereits 1944 so vorgesehen hatte.
Herta Müller hätte das Thema auch vor ihrer Ausreise aus Rumänien ansprechen können – sie hat das nicht getan, ließ sich aber von den damaligen Machthabern aus der RKP um Ceausescu fördern.
Nach 1987 schaffte sie die “konservative Wende” – mit ihrem RKP- Gatten Richard Wagner!
Es wundert mich etwas, dass die Linke diesen mentalen Umschwung ins Konservative so gnädig toleriert.
 

Wenn Literatur auch einen “moralischen Auftrag” hat, dann müssen wir uns fragen, was die Aussagen aus “Atemschaukel” wert sind und welche “moralische Autorität” diese Aussagen trifft.

Als ich im jugendlichen Alter das gleiche Thema aufgriff und literarisch zu gestalten versuchte, gestützt auf die Aussagen eines deportierten Nachbarn, der dreimal aus der Sowjetunion flüchten wollte, merkte ich bald, dass “indirekte” Information ( aus zweiter Hand) nicht ausreicht, um authentisch zu berichten.
Was aber interessiert an “reiner Gulag-Fiktion”?
Da kann ich doch gleich ein zweites “1984” schreiben oder irgend eine Negativ-Utopie.
“Atemschaukel” ist ein Buch, dass “gemacht” wurde, um den “Nobelpreis” zu forcieren.
Diese Art Einflussnahme aus der Politik ( bei Umgehung und Ausgrenzung anderer Autoren) lehne ich ab, ebenso die Geschichtsverfälschung via Literatur.
Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 04.04.2010 um 12:46

Nachtrag: Weitere Links zur Thematik
Herta Müller, Nobelpreis , Dissidenz, Verfolgung. Instrumentalisierung:

www.freitag.de/community/blogs/carl-gibson/maulkorb-fuer-kritiker—von-der-wahrheit-der-luege—grundsatzfrage

www.freitag.de/community/blogs/carl-gibson/literatur-preise-und-kunstfoerderung—grenzphaenomene-der-manipulation

www.freitag.de/community/blogs/carl-gibson/heimatvertriebene-und-machtpolitik—falsche-symbole-und-signale

Es ist zu erwarten, dass das Werk Herta Müllers künftig weiter literaturwissenschaftlich bzw. literaturhistorisch interessieren wird und aufgrund der Nobelpreisehrung noch differenzierter analysiert werden wird. Die kritische Forschung beginnt erst. CG

Carl Gibson schrieb (am 04.04.2010 um 17:06):

Nein, da muss ich passen. Aber Alexander Solschenizyn und andere Autoren, die Totalitarismus, KZ, Gulag etc. beschreiben. Zur Thematik selbst habe ich einiges aus der Perspektive des Zeitzeugen niedergeschrieben und veröffentlicht, doch nicht nur aus dieser einen Sicht, auch aus historischer, literarischer, psychologischer. Damit ich hier nicht “redundant” werde, die Links oben. CG

Carl Gibson schrieb (am 05.04.2010 um 21:11):

Wer in Herta Müllers Werk auf Details achtet, der wird noch mit manchen Ungereimtheiten substanzieller Art konfrontiert werden.
Was sagte sie doch gleich, als die Securitate kam, um sie zu verhaften?

“Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit”!

 Toll!
So kann man den ganzen Widerstand gegen Totalitarimus ad absurdum führen.
Aber sie berichtet ja nur von Hörensagen her!
Was noch zu beachten wäre: Ein Schriftsteller sollte bekanntlich nur über Dinge schreiben, die er gut kennt. Ob Herta Müller das bedacht hat? Carl Gibson

 Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 11:00

Zu klären wäre a priori:

Was stammt überhaupt von Oskar Pastior?


Wie hoch ist sein Anteil am Werk in puncto Konzeption, Ideen, Wortmaterial etc.

Pastior war ein Vertreter der Nonsens-Poesie.

Die Frage stellt sich, ob ein Arbeits- oder Vernichtungslager einer Diktatur mit Mitteln des Dadaismus und Surrealismus ( 100 Jahre nach der Bewegung einigermaßen realistisch) eingefangen werden kann, so dass die Phänomene (etwa Hunger) verstanden werden.
Wie legitim ist diese Zugangsform überhaupt?
Wie kann jemand über etwas berichten, dass er nicht kennt?
Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 11:35

Brot wird in Gefängnissen oder Lagern rationiert.
Mir standen pro Tag 125 Gramm Graubrot zu, wenn es denn überhaupt Brot gab.
Häftlinge, die zwischen 7 Uhr und 17 Uhr schwere Arbeiten verrichten mussten, u. a. auf Baustellen, bekamen die drei- bis vierfache Menge meiner Ration, in der Regel 375 Gramm Brot. Das musste reichen, ganz egal wie lange und wie schwer sie arbeiteten.
Wenn es kein Brot gab, wurde Maisfladen gereicht (Turtoi) – ein schwer verdauliches Gebäck ( Maisbrei in fester Form).
Hunger war an der Tagesordnung, weil die Kalorien nicht ausreichten, weder bei mir, noch bei den Schwerarbeitern.
Zufall ( Heute vor 31 Jahren stand ich genau um diese Zeit in einem Schauprozess vor dem Kadi, ohne Verteidiger.) Dann kam die Einlieferung in das Gefängnis und eine Zeit (40 Tage) des Hungerns, bevor ein Paket von daheim (5 Kilo Nahrung) diesen Zustand etwas linderte.
Details dieser Art aus einer Diktatur, die Herta Müller nur vom Hörensagen her kennen kann, habe ich in meiner Zeitdokumentation beschrieben.
Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 11:44

So einfach ist das nicht,  (…)!
Wir können ein KZ nicht entschärfen, indem wir es verfremden. Die dargestellten Szenen, Phänomene ( Folter, Mord, etc.) können nicht an den Haaren herbei gezogen sein und literarisch ästhetisiert werden.

 

Im Wolkenkuckucksheim in den Intermundien des Kosmos ja, ( als Science Fiction), aber nicht in einer der schrecklichsten Diktaturen der Neuzeit.

Wie “kompilatortisch” ist das Werk wirklich?


Es ist auch im Interesse der Oskar Pastior- Forschung zu wissen, wie der Zeitzeuge und Dichter Herta Müller munitioniert hat, denn ab einem gewissen Anteil reden wir von “Plagiat”, (…)!
(

Nicht nur im Fall der einen abgekupferten Seite von Frau Hennemann!)
Wollen wir alles der trägen Literaturwissenschaft überlassen, auch die Vita von Herta Müller vor 1987?

Als Zeitzeuge und Literaturhistoriker habe ich da etwas dagegen.
C. G.

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 12:39

Herta Müller ist ein Aushängeschild des Maistreams, werter (…)!

(Alles was dem Maistream nicht ins Konzept passt zu Herta Müller, wird verhindert – wie bei der FAZ und der ZEIT!)
Hat Herta Müller je Kritik am Establishment geübt?
Hat sie sich zu “Guantanamo” geäußert?
Gegen die Menschrechtsverletzungen im Cuba Castros oder in China sagt sie etwas?
Zu Afghanistan sagt sie nichts!
Hat sie sich zu Hartz IV geäußert?

Kritik an der CDU geübt oder an der SPD?
Wohl kaum – denn diese beiden Parteien machten den Nobelpreis mit möglich, auch durch übermäßige Protektion und Bevorzugung. Weshalb eigentlich?
Weshalb schweigt die LINKE zu dieser Maskerade?
 

Wer wie Günter Grass und Herta Müller mit dem erhobenen “moralischen” Zeigefinger unterwegs ist, sollte sich an die Fakten halten und an die historische Realität.
Alles andere ist Geschichtsverfälschung!
Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 12:50

Über “KZ” und Vernichtungslager im Totalitarismus kann man nicht wie der Blinde von der Sonne reden, (…)!
Ich hatte einmal die Idee, über das “Luxus-KZ” der Nazis “Theresienstadt” zu schreiben, weil dort viel Kunst und Geist auf engem Raum zusammen strömte – wie auf einem “Zauberberg”.
Ich habe davon abgelassen, obwohl ich mich informiert hatte und Juden mir aus dem KZ berichtet hatten.

Weshalb?
Weil ich kein deportierter Jude bin.

Weil ich das Denken und Fühlen eines deportierten Juden nicht “angemessen” nachvollziehen kann. Weil ich die Sitten der Juden nicht genau kenne.
Weil ich die Religion der Juden nicht genau kenne.
Etc. Das historische Recherchieren von Fakten reicht da noch nicht aus.
Herta Müller weiß schlicht nicht, wovon sie redet. Übersatt und saturiert über den “Hunger” zu philosophieren, ist aus meiner Sicht schlechthin “dekadent”.
Carl Gibson

Carl Gibson schrieb (am 06.04.2010 um 14:03):

Doch, doch, (…(! Es gibt Lager und Lager, die einen liegen in der Vergangenheit, die anderen – wie Guantanamo – liegen in der Gegenwart und andere liegen bestimmt in der Zukunft.
Die Macht bringt sie hervor und hält sie am Leben – echt und virtuell. C. .

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 13:27

Kunst und Literatur, werter (…), werden heute genauso gehandelt wie Spaghetti – es sind Produkte, die Geld einfahren.
Basta!

Mit “Moral” hat das nichts mehr zu tun.
P.S. Vor ca. einem Jahr hat man mir den Vorwurf gemacht

(Forum der Siebenbürger Sachen unter
www.siebenbuerger.de
ich würde zu viel “Werbung” für Herta Müller machen, ich würde sie erst ins Gespräch bringen – das war lange vor dem Nobelpreis, als Herta Müllers Bücher sich noch wie Sauerbier verkauften. Das interessierte mich nicht:

Mir geht es um die Opfer des Totalitarismus. Opfer können auf ganz unterschiedliche Art verhöhnt werden. C. G.

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 13:37

Die Frage ist:

Ist überall, wo “Müller” drauf steht, auch “nur Müller” drin?
Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 15:19

Literatur hat eine Funktion. Ergo darf sie nicht alles, was sie kann. Ich kann etwa nicht amoralische Gestalten als Wohltäter der Menschheit darstellen, indem ich einen ethisch verwerflichen Gegenstand ästhetisiere.
Jemand, der das Phänomen “Angst” (in Absetzung von objektgerichteter “Furcht”) nicht kennt, kann es auch nicht beschreiben, es sei denn “theroretisch” wie der Psychiater oder Psychologe, die die Symptome aus der Patientenschilderung bzw. Forschung kennen.

Doch bleiben wir bei “Literatur”. Da ist das Verhältnis von “Gehalt und Gestalt” zu beachten.
(Dazu gibt es hundert Fachbücher und Abhandlungen!) Wie wird der Gegenstand dargestellt?

Herta Müller, Oskar Pastior und Ernest Wichner reisten vor einigen Jahren in die Ukraine ( auf Kosten einer Stiftung?), um sich den Ort der Handlung ( von dem nicht mehr übrig ist) anzusehen.
Das Werk wurde also im Team vorbereitet.

Was übergab Pastior an Herta Müller?
Ganze Formulierungen?
Eine Leser-Reaktion machte mich vor Monaten stutzig: Atemschaukel sei ganz anders als alle anderen Werke Herta Müllers!
Eine schlichte Aussage!
Wie kommt das, wenn es denn zutrifft?
Also was geht auf das Konto von Oskar Pastior, der immerhin mit dem Büchner- Preis posthum geehrt wurde?

Eine berechtigte Frage aus literaturwissenschaftlicher Sicht!
Dürfen die Quellen verschwiegen werden?
Wie ist eine adäquate Interpretation ohne Quellen möglich?
A posteriori stellen wir dann fest, was Herta Müller aus dem Stoff gemacht hat – historisch und moralisch.
Da ich mir als Autor diese konzeptionellen Fragen tausendmal selbst gestellt habe und Lösungen der Umsetzung finden musste, weiß ich, wovon ich rede
Das ist für mich nicht ein Thema wie andere auch – ich bin da existentiell involviert, neben der rein künstlerischen Ebene. Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 15:26

Könnten Sie über die Phänomene “Hunger” und “Angst” schreiben?
Sicher! Aber wie? Vom “Hörensagen” her oder aus Ihrer “Imagination”?
Probieren Sie es einmal! Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 15:55

Das ist ihr subjektives Nachempfinden – das kann ich auch so gelten lassen. Wenn Ihnen dieser “Anspruch” genügt, okay. Mir genügt er nicht. Ein Autor, der über Grenzphänomene schreibt, etwa über die Funktion des Gehirns bzw. des Willens und der Psyche während der Folter, der hat eben einen anderen “Anspruch”. Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 16:27

An den Haaren kann man viel herbeiziehen, aber nicht alles. Ich verweise auf den Link oben im Haupttext und auf die zusätzlichen, von mir eingefügten Links. Darüber hinaus empfehle ich etwas “Googeln” (auch zu meiner Person), da ich hier nicht “redundant” erscheinen will. CG

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 16:50

Die von mir an Herta Müller gerichteten Fragen zu ihrer dunklen Vita vor 1987 sind alle noch offen, leider! Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 06.04.2010 um 17:20

Die Antwort oben war für Sie gedacht, (…): “Ich verweise auf den Link oben im Haupttext und auf die zusätzlichen, von mir eingefügten Links. Darüber hinaus empfehle ich etwas “Googeln” (auch zu meiner Person), da ich hier nicht “redundant” erscheinen will. CG”

Ich kann nicht für jeden Quereinsteiger hundertfach formulierte Fragen stets neu wiederholen.
Googeln Sie einfach und lesen Sie sich ein, kombinieren Sie beide Namen – und sie werden viele Treffer erhalten, die etwas Licht in das Dunkel bringen.

Kleiner Hinweis:

Lange vor der Nobelpreisverleihung drohte mir Herta Müller mit rechtlichen Konsequenzen, ergo forderte sie einen Maulkorb ein. Das hat mich schwer beeindruckt. Carl Gibson.

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 10:50

Wenn Sie nicht wissen wollen, mit wem sie über was reden, dann ignorieren Sie mich einfach, (…)! Wenn Sie aber nichts von mir wissen, dann können Sie mir nicht im gleichen Atemzug “persönliche Probleme” mit einer “hervorragenden Autorin” unterstellen.
Was ist aus Ihrer Sicht eine “hervorragende Autorin”?
Ist nach Ihrer Auffassung etwa die “moralische und politische Integrität” einer Person die conditio sine qua non für eine Nobelpreisehrung?
Oder darf auch amoralisches Verhalten mit einem ethisch definierten Preis ausgezeichnet werden?
Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 08:24

Herta Müller und Richard Wagner haben mir bereits im August 2008 mit Anwälten und Gericht gedroht. Der Wortlaut der Androhung rechtlicher Konsequenzen ist im Internet zu finden.
Umgesetzt wurde die Androhung nicht. Vermutlich hätte ein Rechtsstreit den “Nobelpreis” gefährdet.
Weitere Details in den oben verlinkten Blogs. Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 08:34

Nach meiner Auffassung war Herta Müller einige Jahre ihres Lebens “systemloyal”.

Wie wichtig das ist oder wie irrelevant, darüber versuche ich seit Mai bzw. Juli 2008 öffentlich zu reden.
Ich habe die “moralische Integrität” von Herta Müller aus der Sicht eines Widerständlers und Zeitzeugen hinterfragt. Die Diskussion, die auf den Seiten der ZEIT, der FAZ, des Spiegel im Vorfeld der Nobelpreisvergabe nicht stattfinden konnte, wird weiter geführt, jetzt hier auf Freitag. Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 08:40

Mein Leben ist offen wie ein Buch – ohne dunkle Stellen, im Gegensatz zur Vita von Herta Müller vor 1987. Was hindert sie daran, diese Zeit im Kommunismus offen zu legen?
“fanatische Wut” ist etwas anderes (…)! Ich kläre nur auf!
Oder ist das unnötig? Vertreten Sie etwa die Meinung, man sollte die Dinge der Vergangenheit ruhen lassen – und die “Wende der Wendehälse” unüberprüft hinnehmen?
Gerade die aus der Zeit der DDR und des Ostblocks?
Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 08:43

Auf den Seiten von DIE ZEIT- Online wurde mein “Offener Brief an Herta Müller” nach wenigen Tagen entfernt, auch Teile der Kommentare.
Soll das auf “Freitag” auch so geschehen – oder sollte auch ein (unliebsamer) Zeit-Zeuge gehört werden? Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 09:26

Was die einen mit “Pathos” definieren, ist für Opfer existenzielle Betroffenheit.
Vor der Interpretation und Wertung sollten erst die “Fakten” auf den Tisch, Magnus.
Selbst davon sind wir noch weit entfernt.
Was interessiert uns der Schnee von gestern? Wir sind bequem geworden – und nehmen alles hin, was krumm ist und schief, im Kleinen und im Großen, fühlen uns aber modern, zeitgemäß, kritisch. Heuchelei – was ist das? Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 09:35

@ (…)”Vor der inquisitorischen Art Carl Gibsons schaudert mir jedoch bei allem versuchten Verständnis. Ich bezweifle, dass er sich selbst damit einen Gefallen tut.”

Viele Jahre vor mir hätten andere fragen können. Sie haben es nicht getan. Sie haben sogar mitgeholfen, die Wahrheit zu verschleiern, zu verbergen.

Ein Inquisitor bin ich nicht, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich die “peinliche Befragung” aus eigener Erfahrung kenne ( Im Gegensatz zu Herta Müller und anderen.) Die Sache ist zu ernst und wichtig, um so abgetan zu werden. CG

Die Thematik hat eine Wende genommen. Ich stelle fest, dass viele Aspekte nicht verstanden bzw. missverstanden werden, weil das Eingelesensein in die Materie oft nicht gegeben ist.
Wer qualifiziert mitdiskutiren will, der sollte wenigstens die beiden oben im Haupttext verlinkten Blogs ausführlich lesen, um dann differenzierte Fragen zu stellen bzw. zu argumentieren.
Ich selbst bin bereit, jede Frage zu beantworten, die ein Diskutant unter seinem Klarnamen stellt. Mir geht es nicht um Rechthaberei, sondern schlicht um die Wahrheit. Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 08:57

Dafür habe ich Verständnis; die Anonymen müssen aber davon ausgehen, dass ihr Wort in der Debatte weniger Gewicht hat, wenn sie nicht mit der gesamten Integrität ihrer Persönlichkeit offen dahinter stehen. Ich verantworte alles, was ich schreibe, sage, veröffentliche. Carl Gibson

 Wichtig: Plagiat oder nicht?

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 09:14

Ist die “Zeit der Wendehälse” angebrochen?
Eine Zeit, wo wir jeden Opportunismus hinnehmen, tolerieren gutheißen?
Ich freue mich, wenn einige intelligente, kritische, empathische Zeitgenossen die Thematik hier mitverfolgen, kommentieren.
Fast alles, was Sie oben zur Kunst aussagen, kann ich so stehen lassen; nur geht es mir um “moralische Implikationen”, um das Hinterfragen der moralischen und politischen Integrität von Herta Müller.

Wie sollen wir die Debatte führen, wenn Mainstream-Medien wie FAZ,FR, ZEIT. Spiegel, Welt, Focus etc. keine Lust auf “Wahrheit” haben, in vielen Bereichen.

Wenn ich von einem “forcierten Nobelpreis” spreche, dann deshalb, weil ich die Art, wie er zustandekam, als nicht integer ablehne.
Ein Nobelpreis, durchgedrückt mit der Brechstange, mit Macht und Protektion?
Nein!
Ein (Team?)-Werk wie “Atemschaukel” kann da den Ausschlag geben, vor allem dann, wenn das Gesamtwerk nahezu unbekannt ist und die Hintergründe des Werkes im Dunkeln liegen.
Audiatur et altera pars – wie im Gericht zivilisierter Nationen?
Das hat noch nicht stattgefunden!
Deshalb diskutieren wir hier auf Freitag, offener, schneller, effizienter als es die träge Literaturwissenschaft noch leisten wird.

Plagiat oder kein Plagiat!
Das entscheidet sich – anders als bei Hamlet und im faulen Staate Dänemark – wenn die Fakten auf dem Tisch liegen.
Was stammt von Pastior?
Wie viel?
Ist es mehr als die skandalöse Seite der Frau Hennemann?
Und was ist mit der “Securitate”-Akte der Herta Müller?
Wer sagt uns, was daran echt ist und was falsch?
Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 09:20

Durchleuchten Sie mich, (…)!
Und dann, nach den gleichen Kriterien, auch Herta Müller. Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 10:23

Wer mir nichts Unwahrhaftiges vorwerfen kann, der vertraue mir einfach. So halte ich es auch. Jedermann ist für mich glaubwürdig – bis zur Gegenprobe.

Ich hätte auch nie angenommen (“geglaubt”), dass Mainstream-Medien kein Interesse an der Wahrheit haben, wenn ich nicht selbst die Erfahrung vielfach hätte machen müssen.
Jetzt weiß ich, wovon ich rede. Vertrauen (glauben) ist gut – Kontrolle ( im Sinne von Überprüfen, Verifikation) ist viel besser.

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 13:12

Liebe (…),

Herta Müller ist nach meiner Auffassung ein “Wendehals”, eine Person, die einige Jahre mit dem totalitären System Ceausescus paktiert hat, sich fördern ließ und nach der Ausreise (1987) ihre Meinung änderte.
Aus einer Linken wurde eine Kritikerin ( nicht des Kommunismus als Weltanschauung), sondern nur der “Securitate”. (Vom sicheren Hafen aus!)
Diesen dämonisierten Repressionsapparat aber kennt Herta Müller nur vom Hörensagen.
Das Bild, das sie von der Ceausescu- Diktatur entwirft, ist falsch und verzerrt die Wirklichkeit.
Ein Beispiel ( aus dem ZEIT-Artikel):
Die Securitate kommt und will Herta Müller verhaften. Sie wehrt sich mit den Worten:

“Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit”!

Geht das(…) in einer Diktatur, ganz egal wo auf der Welt?
Wenn Gestapo, KGB, Stasi, Securitate anrücken: Können wir da sagen:

Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit?

Das entstellt jeden Widerstand, weltweit.
Es geht nicht um paar Gramm Brot im KZ, es geht ums Prinzip.
Literatur darf Wirklichkeit nicht verfälschen.
Ist das Buch ein Mittel der Politik?
Und ist das gut so?
Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 12:20

Über hundert Details wird noch zu reden sein.
Als Einstieg in den sorglosen Umgang mit der Wahrheit empfehle ich den Artikel “Die Securitate ist noch im Dienst” aus der angeblichen Feder von Herta Müller vom 23. Juli 2009. Die Online -Variante ist bereits “retuschiert”, nachgebessert.
Die Kommentare zu dem Bericht wurden stark zusammengestrichen bzw. gelöscht – ich wurde seinerzeit auf ZEIT- Online gesperrt.
Jedermann kann sich informieren und sich ein Bild machen. Was noch im Netz klebt (auf ZEIT- Online) reicht für kritische Köpfe durchaus aus.
Andere Freitag-Kommentatoren wurden auf DIE ZEIT- Online auch ausgebremst, zensiert, gelöscht …ergo befinde ich mich in guter Gesellschaft.
DIE ZEIT mag die “Wahrheit” nicht.
Das ist aus meiner Sicht reaktionär und totalitär.
Der Ungeist der Zeit hat sich sein Medium gesucht ( eines, wo keine Zeit-Kritik stattfinden darf!? ) Dein Wort dafür “Schafsmedien” könnte Schule machen.
meint dein ( “nicht bester Kumpan”!)
Carl Gibson

Carl Gibson schrieb am 08.04.2010 um 13:17

Entschuldigen Sie, wenn ich mich unangesprochen einmische: Eine Frage nur:
“Wollen Sie in Hinblick auf Herta Müller unkritisch bleiben, positiv bejahend wie ein Fan?” Wenn nicht, dann bitte ich darum, den Selbstdarstellungs-Artikel in der ZEIT zu lesen.
Es würde mich interessieren, wie Sie die vielen Ungereimtheiten und Unwahrheiten dort werten? Carl Gibson

P.S. Was glauben Sie, tauge ich als “Zeitzeuge”?

Nachbemerkung: Als diese Diskussion geführt wurde, stand noch nicht fest, dass der Dichter und Herta Müller-Freund Oskar Pastior  als IM der Securiate tätig war.

Harta Müller distanzierte sich nach der Enttarnung des inzwischen verstorbenen Büchnen-Preisträgers Pastior von ihren geschätzten Freund. Bis heute ist der Anteil Oskar Pastiors  an “Atemschaukel” noch nicht literaturwissenschaftlich bzw. -historisch erforscht. Meine Einwände wurden bisher kaum vernommen, da die Meinug und Wertung in großen Medien wie FAZ und DIE ZEIT nach wie vor einseitig kanalisiert und gesteuert wird.

About carlgibsongermany

Writer, author, philosopher, historian, critic, blogger, Zeitkritiker, Publizist, Natur- und Lebensphilosoph, freier Schriftsteller, Blogger.
This entry was posted in History, Politics, Literature, Essay and tagged , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s