Ost-West- Geschichte(n) – Aus dem Tagebuch eines Andersdenkenden

Vom Ideal zur Wirklichkeit -Nachklänge der Freiheit

Paradies mit Tücken – Meersburg am Bodensee

 

Als ich wenige Monate nach meinem Eintreffen in der Bundesrepublik bereits im Januar 1980 die Abiturvorbereitungen aufnahm, war die „Welt der Einreisenden“ noch in Ordnung. Die wenigen „Aussiedler“, „Spätheimkehrer“ und „ehemaligen politischen Häftlinge“, wie ich einer war, wurden noch mit offenen Armen empfangen. Wir waren willkommen.

Das fühlte ich. Alle „Neubürger“ wurden gut untergebracht und adäquat versorgt. Für die wenigen unter den jungen Auslandsdeutschen, denen der Weg zur Hochschule geebnet werden sollte, insofern die Voraussetzungen stimmten, schien das Beste gerade gut genug, auch im Schulischen.

Mich verschlug es seinerzeit in das malerische Meersburg, am Bodensee, in jene alte Bischofsresidenz, in deren Schlossmauern bereits die „Droste“ ihre berühmten Verse ziseliert hatte, mit zarter Hand und empfindsamer Seele; an jenen „Locus amoenus“, von dessen Ufern aus bei klarer Sicht der Schnee der Alpengipfel greifbar nahe scheint – und der Blick im milden Blau des Nebeldunstes zerfließt.

Das war eine schöne Geste des Vaterlandes und des Bundeslandes Baden-Württemberg, eine kleine Kompensation für die durchlittene Zeit im Grau des Sozialismus, dessen Wohltaten einige von uns intensiver genießen durften als andere. Die goldene „Welt des Kapitalismus“ präsentierte sich mir von Anfang an im Schönen Schein. Fast hätte ich hinter den tausendjährigen Wänden der Burg aus dem siebenten Jahrhundert, der ältesten in Deutschland, mein erstes Domizil am See aufgeschlagen. Die Möglichkeit, dort einzuziehen, bestand. Nur kamen mir Bedenken, dümmliche Bedenken. Konnte man in diesen Gemäuern heute noch leben, auch im Winter, ohne zu erfrieren? Noch bevor die Frage beantwortet war, bot sich mir eine „komfortablere“ Unterkunft an, in einem „besseren Haus“ bei „besseren Leuten“. Die neue Bleibe lag vornehm in einer Villenstraße am Ortrand von Meersburg in Richtung Überlingen zwischen Waldrand und See. Im Blickfeld: das Schwäbische Meer mit der Insel Mainau und der Stadt Konstanz am anderen Ufer. Eine Idylle.

Die Herren im Herrenhaus: Gutbürgerliche Leute, so schien es, human, altruistisch und konziliant bis zu dem Tag, als mir, dem frivolen Naturburschen, eine Prise Kochsalz verweigert wurde, als ich, hungrig von Tage, schnell mal eine Suppe hatte aufsetzen wollen. Ein Sakrileg!

Naiv, noch vom unerschütterten Glauben an die christliche Nächstenliebe geleitet und von unmittelbarer Natürlichkeit bestimmt, hatte ich um diese materielle Nichtigkeit gebeten, ohne das „non licet“ zu beachten: In der Tat: Eine Ungeheuerlichkeit!

Die Dame des Hauses, recht bieder auftretend, sonst aber unscheinbar, deren intellektuelle Leistung überwiegend darin bestand, täglich den Dackel auszuführen und die drei Dutzend in Volieren gefangenen Wellensittiche zu füttern, reagierte auf meinen frommen Wunsch mit einem zur Raison rufenden Gefühlsausbruch der Entrüstung, was mich zutiefst schockte und auf Distanz gehen ließ. Wochen danach brach das „Kartenhaus fiktiver Werte“ endgültig in sich zusammen, als sich herausstellte, dass der werte Hausherr, ein stammelnder, vermutlich schon vom „Schlag gerührter“ Finanzjongleur, unter Verwendung meines „integren Namens“ im nahen Fürstentum Liechtenstein Immobilientransaktionen tätigte und Finanzgeschäfte abwickelte. Nicht mehr und auch nicht weniger als stolze zwanzig Tausend Deutsche Mark wollte das Finanzamt von dem gerade erst Eingereisten, Steuernachforderungen an einen Schüler, der vom staatlichen Stipendium lebte!?

Aus mir, dem kapitalistisch noch Unerfahrenen, war ohne mein Hinzutun ein Strohmann geworden, ein Handlanger für krumme Geschäfte – ein Objekt.

Die Fassade bröckelte … und der Schöne Schein verflog. Fürst Potjomkins Erben – auch hier? Die neunköpfige Hydra Heuchelei hatte scheinbar auch den Bodensee erreicht und gut Fuß gefasst. Materialistische Chamäleons verbreiteten sich an allen Ufern, über die prüde Schweiz hinaus bis unter die Burg von Vaduz. War das erste Kapitel meiner „Idylle am Bodensee“ nun zu Ende? Gab es noch Geister hier am See?

Irgendwo in einer Stube unweit der einst freien Reichsstadt Überlingen saß Martin Walser und hielt dagegen. Sein heute nicht mehr ganz so bekannter Namensvetter Robert Walser, ein Bewunderer Lenaus, war bereits vor vielen Jahren jenseits des Sees im Schnee seiner Berge erstarrt.

Dieses und die folgenden Kapitel sin inzwischen im Druck erschienen:

Das Gesamtwerk Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte

Das Gesamtwerk Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte7 ok

Carl Gibson Allein in der Revolte Titelbild

Das neue Buch von Carl Gibson

Vor wenigen Tagen ist erschienen:

Carl Gibson, Allein in der Revolte

Eine Jugend im Banat

Aufzeichnungen eines Andersdenkenden –Selbst erlebte Geschichte und Geschichten aus dem Securitate-Staat

J.H. Röll Verlag, Dettelbach, 409 S.
ISBN 978-3-89754-430-7

http://www.openpr.de/news/704256/Allein-in-der-Revolte-Carl-Gibsons-neues-Buch-ueber-die-kommunistische-Diktatur-in-Rumaenien.html

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte

Carl Gibson

carl Gibson, Symphonie der Freiheit und Allein in der Revolte, Titelbilder

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte Buckrückseite

Carl Gibson neues Buch Allein in der Revolte

Nachdem bereits ím Jahr 2008 die “Symphonie der Freiheit” im gleichen Verlag erschienen war, wird jetzt der noch ausstehende Teil des Gesamtwerkes vorgelegt.

Die “Symphonie der Freiheit” ist nunmehr vollständig.

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der RevolteNeuerscheinung:

Carl Gibson

Weshalb wurde der zweite Band vor dem ersten publiziert?
Weil die wichtigen Inhalte absolute Priorität hatten.

Nun aber wächst doch noch zusammen, was zusammen gehört!

Die Graphik auf dem Titelbild (Kirche in Bukarest) stammt
von Michael Blümel,

das Foto auf der Buchrückseite wurde im Zentrum von Temeschburg
von Monika Nickel im Jahr 2009 aufgenommen.

Einige Kurzinfos aus dem Text auf der Buchrückseite:

Carl Gibson, M. A., Jahrgang 1959, Bürgerrechtler während der kommunistischen Diktatur in Rumänien, lebt als Philosoph, Historiker und Schriftsteller (VS) in Bad Mergentheim.

Mehrere Buchveröffentlichungen, Aufsätze, Essays. Zu seinen Hauptwerken zählen die literaturhistorische Dichter-Monographie: Lenau. Leben – Werk – Wirkung, Heidelberg, 1989 sowie die autobiographische Darstellung: Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur, Dettelbach 2008.

Ergänzend zur “Symphonie der Freiheit”, ein Erinnerungswerk, in welchem die Geschichte der ersten freien Gewerkschaft “SLOMR” im Ostblock aus der Insider-Sicht eines Dissidenten sowie die Bedingungen der politischen und kulturellen Opposition differenziert wie kritisch beschrieben werden, schildert der Autor nunmehr im Folgeband “Allein in der Revolte” seinen Weg in den antikommunistischen Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur.
Carl Gibson beschreibt das Phänomen des “real existierenden” Kommunismus aus der konkreten Erlebnisperspektive eines jungen Nonkonformisten in Temeschburg im Banat und erörtert dabei den Kampf um Menschenrechte sowie das Ringen der deutschen Minderheit um ethnische Identität.
Zeitgeschichtlich orientiert fragt der Autor nach den Ursachen und Gründen, die zum Exodus der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen aus Rumänien führten.

Die Neuerscheinung ist seit Februar 2013 auf dem Buchmarkt und überall im Buchhandel erhältlich, auch online u. a. hier:

http://www.amazon.de/Allein-Revolte–Eine-Jugend-Banat/dp/389754430X/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1362134956&sr=1-4

http://roell-verlag.de/shop/article_978-3-89754-430-7/Gibson,-Carl%3A-Allein-in-der-Revolte%3A-Eine-Jugend-im-Banat.-Aufzeichnungen-eines-Andersdenkenden-%E2%80%93-Selbst-erlebte-Geschichte-und-Geschichten-aus-dem-Securitate-Staat.html?pse=apq

Das Buch erscheint nach einer – fast dreijährigen – Verzögerung durch den Verlag.

Potenzielle Rezensenten bitte ich, Rezensionsexemplare direkt beim J.H. Röll Verlag in Dettelbach anzufordern.

Für eine Bekanntmachung meiner Buchpublikation auf einer Website oder Homepage bin ich dankbar.
In dem Buch steht das, was ich zum Banat und zur kommunistischen Diktatur zu sagen hatte.
Carl Gibson

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte

Carl Gibson

P.S.: Eine Weiterverbreitung dieser Informationen freut mich.

Kontaktdaten:
Carl Gibson
Ketterberg 8
97980 Bad Mergentheim
Telefon: 079731 99 27 176
Email: Gibsonpr@aol.com
Email: carlgibsongermany@gmail.com

Zur Person, zum Autor bzw. Bibliographie:
http://www.gibsonpr.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gibson_(Autor)

Auszüge aus dem Werk finden sich auf diesem Blog.
Soweit diese Erstinformationen – weitere Infos werden folgen.

Carl Gibson mit seinem neuen Werk Allein in der Revolte 9

Carl Gibson

Carl Gibson wurde abgelichtet von Monika Nickel.

Rechtlicher Hinweis:

Alle Rechte für das Gesamtwerk (“Symphonie der Freiheit” und “Allein in der Revolte”) liegen beim Autor Carl Gibson.

Vervielfältigungen jeder Art, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors.

Copyright: Carl Gibson

About carlgibsongermany

Writer, author, philosopher, historian, critic, blogger, Zeitkritiker, Publizist, Natur- und Lebensphilosoph, freier Schriftsteller, Blogger.
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